aliM. schrieb:Sonne und Wind reichen nicht aus und sind nicht grundlastfähig. Wie soll man dann nicht von irgendjemand abhängig sein? Jetzt sind wir abhängig von diversen gaslieferanten, von Ländern mit Atomkraftwerken, von öllieferanten etc. Und deutsches Gas soll ja auch nicht gefördert werden.
Das sind Annahmen, die auf einem alten Energiesystem beruhen.
Das Grundlast-Argument stammt aus einem alten Stromsystem mit wenigen großen Kraftwerken. Moderne Energiesysteme funktionieren anders: mit einem Mix aus erneuerbaren Energien, Netzen, Speichern und flexiblen Kraftwerken. Dazu ein paar Fakten aus Studien:
1. Strukturwandel im Energiesystem (IPCC)
Der Weltklimarat beschreibt, dass Energiesysteme massiv umgebaut werden müssen und zunehmend auf andere Technologien setzen.
Rapid and deep reductions in energy system emissions are required to limit global warming.
Quelle:
https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg3/chapter/chapter-6/2. Kosten von Atomkraft vs. Erneuerbaren (Fraunhofer ISE)
Neue Atomkraftwerke gehören laut Studien zu den teuersten Stromquellen. Die Stromgestehungskosten für Photovoltaik- und Windenergieanlagen sind deutlich niedriger als die für konventionelle Kraftwerke.
Konkrete Zahlen aus der Analyse:
Photovoltaik: etwa 4–14 ct/kWh
Wind Onshore: etwa 4–9 ct/kWh
neue Kernkraftwerke: etwa 13,6–49 ct/kWh
Q:
https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html3. Erneuerbare sind bereits sehr günstig
"Also cheaper with battery storage"
Photovoltaic systems combined with battery storage could now also produce electricity much more cheaply than coal or gas-fired power plants. The electricity generation costs for PV battery systems vary between 6.0 and 22.5 cents per kilowatt-hour. The wide range is due to the high-cost differences for battery systems (400 to 1000 euros per kilowatt-hour) combined with the cost differences for PV systems and the varying levels of solar radiation at the system location.
Q:
https://www.heise.de/en/news/Fraunhofer-ISE-Renewable-energy-cheaper-than-conventional-power-plants-9831559.html»Tatsächlich wurde die Stromerzeugung aus Kernkraft energetisch durch erneuerbare Energien ersetzt. Im ersten Jahr ohne Kernenergie wurden ungefähr 270 TWh erneuerbarer Strom erzeugt, 33 TWh mehr als im Vorjahreszeitraum. Unser Strommix ist so sauber wie nie zuvor«, erklärt Prof. Bruno Burger, der die Datenplattform energy-charts.info des Fraunhofer ISE verantwortet. Die Erneuerbaren Energien hatten zwischen April 2023 und April 2024 einen Anteil von 58,8 Prozent an der elektrischen Last. Das ist die Summe aus dem öffentlichen Stromverbrauch und den Netzverlusten.
Quelle:
https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2024/ein-jahr-ohne-kernkraft-erneuerbare-energien-ausgebaut-fossile-stromerzeugung-deutlich-gesunken.htmlFazit: Studien von IPCC und Fraunhofer zeigen, dass Energiesysteme weltweit ohnehin Richtung erneuerbare Energien, Speicher, Netzausbau und Flexibilität gehen. Atomkraft ist dabei meist teurer, langsamer zu bauen und ebenfalls importabhängig.
Darum setzen viele Energieszenarien langfristig stärker auf Wind, Solar, Speicher und Netze, statt neue Atomkraftwerke zu bauen.