kuno7 schrieb:Was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Sozialstaat eben nich ausufert, wie aus gewissen Ecken immer wieder geraunt wird.
Pro Kopf sicherlich nicht.
kuno7 schrieb:Von höherem realen Einkommen auf größeren Wohlstand zu schließen, scheint mir Schlüssig. Vom Vermögen hatte ich gar nich gesprochen.
Halte ich tatsächlich für fragwürdig: die hier zugrundegelegte Definition von "verfügbarem Einkommen" ist für die Diskussion schlicht untauglich, weil sie nicht (wie das ein normaler Mensch bei "seiner" Budgetierung tun würde) die Fixkosten abzieht, sondern nur das "Netto" nach allen Steuern und Sozialleistungen als "verfügbar" definiert. Damit ist weder abgebildet, wie die Kosten eines Gutverdieners in den oberen Dezilen aussehen, noch, was einem Transferempfänger in den unteren Dezilen tatsächlich verfügbar bleibt, wenn man z.B. Mietkosten betrachtet.
kuno7 schrieb:Ok, aber zumindest können die Kosten nich gestiegen sein, weil die "soziale Hängematte" bequemer geworden is, sondern höchstens, weil mehr Menschen Sozialleistungen beziehen (müssen).
Und weil sachfremde Leistungen bezahlt werden, wie z.B. diverse Renten"geschenke".
kuno7 schrieb:Die Reichen können ja über andere Kanäle beteiligt werden, zB. Erbschafts- oder Vermögenssteuer.
Das findet doch sicher deine Zustimmung, oder?
Das halte ich aus praktischen Gründen für keinen gangbaren Weg - ein Versuch hierzu würde einerseits erheblichen Schaden anrichten, andererseits zu unerwünschten Zweitrundeneffekten führen, die weitere Interventionen nach sich ziehen (bis man dann irgendwo beim Parteiprogramm der Linken landet, das zwar weltfremd und verabscheungswürdig ist, aber immerhin ein in sich logisch geschlossenes Programm darstellt). Drittens ist natürlich auch noch der Fall zu berücksichtigen, dass wirklich Reiche diese Steuerarten leicht vermeiden können, auch ohne Steuerflucht.
rhapsody3004 schrieb:Angesichts der rosigen Entwicklungen, siehe oben, wäre es nur gerecht, würde man wenigstens Wiedereinführung der Vermögenssteuer anstreben und ebenso auch größere Erbschaften stärker zur Kasse bitten.
Dein Gerechtigkeitsempfinden bleibt dir unbenommen, finde Mehrheiten dafür.
rhapsody3004 schrieb:Beides fordert auch der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), weil
... der eine Lobbyorganisation ist und es nicht nötig hat, tatsächlich politische Mehrheiten zu erarbeiten.