Softface schrieb:Früher gab es in Banken oder in Postfilialen Prospekthalter für Anmeldeformulare für den ÖRR. Darin befand sich auch ein Abmeldeformular. Jeder hatte die Entscheidungsfreiheit, sich ein Empfangsgerät anzuschaffen, zu nutzen oder auch wieder abzuschaffen. Zusätzlich hatte die GEZ Mitarbeiter, welche durch die Straßen gingen, an Haustüren klingelten um so neue Beitragszahler zu gewinnen bzw. Schwarzseher in flagranti zu erwischen. Dadurch, dass der ÖRR seine Sendungen nicht verschlüsselte, war es mit einer einfachen Zimmerantenne leicht möglich, sich auf diese Weise Leistungen zu erschleichen.
Das war zu Zeiten, als ein Radio oder ein Fernseher noch eine signifikante Anschaffung war und viele Haushalte keine hatten. Damals konnte man auch noch getrennte für "nur Radio" oder "Radio und TV" bezahlen. Unter anderem der Preisverfall bei den Endgeräten, stärker aber noch die Verbreitung von Internet, Smartphones und anderen Endgeräten, die alle in der Lage sind, auf Radio und/oder TV bzw. Mediatheken und Streaming zuzugreifen haben dazu geführt, dass dieses Zahlungsmodell von der Realität überholt wurden.
Softface schrieb:Ab hier wurden die Interessen eines Teils der Gesellschaft übergangen, der Nichtnutzer des ÖRR. Seitdem ist jeder, der in einer Wohnung wohnt zur Zahlung verpflichtet, unabhängig von einer Nutzung oder einer Nutzungsabsicht.
Das ist richtig, aber nichts Besonderes, sondern das Prinzip von öffentlichen Gebühren allgemein. Ich muss ja z.B. auch die Gebühren für Müllabfuhr zahlen, auch wenn ich nur die Hälfte der Tonnen vollmache, die mir "zustehen".
Softface schrieb:Bisher hatte jedoch noch keine Klage Erfolg,
Das könnte dem einen oder anderen Zeitgenosse eventuell zu dem Gedanken verhelfen, dass die Rechtslage geklärt wäre.
Softface schrieb:denn die Rechtssprechung richtet sich nach geltendem Recht und Gesetz.
Ei, Potzblitz, wer hätte das gedacht.
Softface schrieb:Oder man setzt das Gesetz
weiterhin mit Gewalt durch
Das haben Gesetze allgemein so an sich: am Ende steht dahinter, wenn man vorher 25 Optionen ignoriert und ausschlägt, die Staatsgewalt.
Softface schrieb:Die Gerichte haben auch wirklich wichtigere Dinge zu tun. Somit wird der Kläger auch zu einem gesellschaftlich schädlichen Aspekt , da er mit Klagen daherkommt, die offensichtlich unbegründet sind , anstatt seinen Pflichten nachzukommen.
Korrekt.
Softface schrieb:Wer jetzt immer noch nicht aufgibt, erhält die Konsequenzen: Hohe Schulden, Mahnkosten, Vollstreckung, Pfändung
Wie bei allen anderen Schulden auch, wenn man, wie oben geschrieben, vorher alle anderen Optionen ignoriert oder ausschlägt.
Softface schrieb:und damit verbundene soziale Ausgrenzung.
Ob "hohe" Schulden von jährlich unter 300€ (plus pro Jahr ca. das Gleiche an Mahn- und sonstigen Gebühren obendrauf, wenn man es ausreizt) gleich zur gesellschaftlichen Ächtung führen darf getrost bezweifelt werden. Man "erwirbt" halt eine beschissene Bonität und erhält völlig nachvollziehbar auf deren Grund weitere Probleme, aber auch hier funktioniert das System: es warnt völlig korrekterweise davor, Verträge mit Menschen abzuschließen, die völlig uneinsichtig auf vermeintlichen Rechten beharren und einfach mal entscheiden, ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachzukommen.
Softface schrieb:Trotzdem gab und gibt es Kläger, die nicht nachgeben und weiterkämpfen.
Die sind dann halt
a) selber Schuld
b) vermutlich nicht die Schlauesten und
c) querulatorisch veranlagt
Softface schrieb:Dass Unschuldige in einer Republik mit demokratischen Grundsätzen in so eine Lebenssituation geraten können ist ein Misstand, der dringend behoben werden muss.
Um "Schuld" geht es hier nicht, sondern um weniger als 20€ im Monat. Man muss schon hart und stur daran arbeiten, das zu einem Problem aufzublasen - das System ist hier eigentlich idiotensicher, wenn man es drauf anlegt da unbedingt ein Problem bekommen zu wollen kann das System nichts dafür.
Softface schrieb:Es sind nicht nur eine Handvoll alkoholkranker ,unzurechnungsfähiger Dorftrottel, als welche diese hier gelegentlich unverschämterweise bezeichnet werden, es sind gleichwertige Angehörige unserer Gesellschaft, die sich dieser Gewalt entgegenstellen, und zwar solange, bis dieses Unrecht vom Gesetzgeber bereinigt wird.
Es sind Angehörige dieser Gesellschaft die sich im vollen Wissen um die Konsequenzen bewusst entscheiden einen dummen Weg einzuschlagen um über Summen zu streiten, die bei den meisten Berufstätigen unter "Gelegenheitsausgaben" laufen, und jahrelang daran arbeiten das zu einem lebensbestimmenden Problemfaktor für sich selbst aufzublasen. Zu jeder Zeit kann jeder Einzelne von Ihnen dieses "Unrecht" durch das Bezahlen von geringen Summen aus der Welt schaffen.