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ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice

10.755 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: GEZ, Rundfunk, Rundfunkgebühren ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice

gestern um 20:42
Beitrag von Commonsense (Seite 540)

@Commonsense

😄 Das ist tatsächlich ein Argument für den ÖRR – allerdings für seine gesellschaftlich-politische Funktion. Und genau die sollte meiner Meinung nach auch erhalten bleiben.

Nachrichten, politische Debatten, Hintergrundberichte und Analysen sehe ich durchaus als Teil einer öffentlich finanzierten Grundversorgung. Gerade dort kann der ÖRR eine Funktion erfüllen, die über reine Quotenlogik hinausgeht.

Bei Kultur, Sport und Unterhaltung sehe ich diese Notwendigkeit dagegen nicht in gleicher Weise. Das darf der ÖRR von mir aus alles weiterhin anbieten, aber warum muss ausgerechnet dafür der Pflichtbeitrag herhalten?

Vielleicht wäre genau diese Trennung heute sinnvoller: Die demokratische und gesellschaftliche Grundversorgung verpflichtend finanzieren und darüber hinausgehende Angebote dem Wettbewerb bzw. freiwilliger Finanzierung überlassen.


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gestern um 21:39
@BerlinerLuft

Der ÖR finanziert die klassische Musik nicht, sondern überträgt Konzerte, Opern usw.

Weil er einen kulturellen Auftrag hat, und gerade die klassische Musik weit oben rangiert. Daher gibt es an Schulen auch Musikunterricht. Man soll einen Zugang bekommen. Sonst bleibt Talent auf der Strecke.

Die youtube-Videos von Konzerten, Opern usw. produzieren sich nicht selber, sondern sind i.d.R. Aufnahmen öffentlicher Rundfunke im In- und Ausland. Davon sollte es einen konstanten flow geben, in dem auch aktuelle Aufnahmen eine Rolle spielen.

Was anderes sollte denn zum Grundstock des Kulturprogramms gehören, wenn nicht klassische Musik?


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gestern um 21:45
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:und gerade die klassische Musik weit oben rangiert
Nein, die rangiert bei einigen Personen weit oben.
Das ist doch nicht so schwer zu verstehen?
Ist dir eigentlich klar, dass es unglaublich viele Menschen gibt, denen Klassik unglaublich egal ist?
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Was anderes sollte denn zum Grundstock des Kulturprogramms gehören, wenn nicht klassische Musik?
Dir wurden bereits einige Beispiele genannt.

In deiner "Ich bin Klassik-Fan, deswegen muss es jeder geil finden"-Verblendung kannst du das aber nicht akzeptieren.


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gestern um 21:49
Zitat von StirnsängerStirnsänger schrieb:Nein, die rangiert bei einigen Personen weit oben.
Wie gesagt, die verkaufen so viele Tickets wie die Fußball-Bundesliga. Das sind schon ziemlich viele "einige".
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Der ÖR finanziert die klassische Musik nicht
Doch, er unterhält schließlich Ensembles. Er beteiligt sich auch finanziell an Aufnahmeprojekten, man achte z. B. hier auf das Sponsorenlogo. Dafür könnte man noch viele andere Beispiele bringen.

mayer ndr
Quelle: https://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/emilie-mayer-symphonien-nr-5-6/hnum/11164979


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gestern um 21:52
@Panaetius

Du weichst meiner eigentlichen Frage wieder aus. 😅

Ich habe nie bestritten, dass der ÖR Konzerte und Opern übertragen kann oder dass klassische Musik kulturell wertvoll ist. Die Frage ist, warum daraus folgt, dass dieser Teil des Kulturangebots zum verpflichtend finanzierten Grundstock gehören muss.

„Der ÖR hat einen Kulturauftrag“ beantwortet das nicht – denn genau den heutigen Umfang dieses Auftrags stelle ich zur Diskussion.

Für mich bedeutet Grundversorgung heute auch etwas anderes als zu den Zeiten, in denen es nur wenige Radio- und Fernsehsender gab. Es gibt inzwischen unzählige digitale und gesellschaftliche Angebote, über die Kultur zugänglich ist und die teilweise ebenfalls öffentlich gefördert werden.

Und ich will Kultur damit auch gar nicht aus dem ÖR verdrängen. In meinem bereits vorgestellten Konzept habe ich beispielsweise ausdrücklich für den Erhalt von arte plädiert. Ein solcher Sender könnte den kulturellen Auftrag gezielter bündeln – neben Dokumentationen, Wissenschaft und internationaler Kultur beispielsweise auch mit regelmäßigen Klassik-, Opern- oder Theaterabenden.

Damit wäre klassische Musik weiterhin öffentlich zugänglich, ohne dass daraus automatisch folgt, dass jedes einzelne Kulturangebot Bestandteil der allgemeinen Pflichtfinanzierung sein muss.

Genau da liegt für mich der Unterschied: Ich stelle nicht den kulturellen Wert von Klassik infrage, sondern ob daraus ihre zwingende Finanzierung durch jeden Haushalt folgt.


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gestern um 21:58
Zitat von StirnsängerStirnsänger schrieb:viele Menschen gibt, denen Klassik unglaublich egal ist?
Gerade deshalb braucht man den ÖR, damit nicht allein die Quote, sondern das öffentliche Interesse berücksichtigt wird.
Zitat von StirnsängerStirnsänger schrieb:Dir wurden bereits einige Beispiele genannt.
Bei Jazz ist es das gleiche: von der Quote her, hätte es keine Chance.

Und dann fielen die beiden propädeutischen Grundlagen jeder Musik weg - und dies ist nicht im öffentlichen Interesse.

Ich selbst höre Klassik wenn dann live, da die Musik dafür gedacht ist nicht durch Lautsprecher etc. verstärkt zu werden, sondern direkt wirken soll.


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gestern um 21:58
Beitrag von Borromini (Seite 541)
@Borromini

Die Ticketzahlen würde ich allerdings nicht automatisch mit dem tatsächlichen Interesse an klassischer Musik gleichsetzen. Gerade bei Opern und Konzerten gibt es beispielsweise Schulklassen und andere Gruppen, die solche Veranstaltungen besuchen, ohne dass daraus folgt, dass jeder einzelne Teilnehmer selbst ein entsprechendes Interesse hat.

Mich würde daher eher interessieren, wie viele der Besucher tatsächlich aus eigenem Interesse kommen. 😅

Aber selbst wenn man von einer großen Zahl Klassikinteressierter ausgeht, bleibt für mich die eigentliche Frage bestehen: Warum muss daraus folgen, dass klassische Musik zum verpflichtend finanzierten Grundstock des ÖR gehören muss?


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gestern um 22:07
@Panaetius Vorhin vergessen, der ÖRR bestellt auch Auftragswerke bei Komponisten.
Thomas Adès
»Aquifer«
Auftragswerk des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunk für die erste Spielzeit seines Chefdirigenten Sir Simon Rattle mit Unterstützung der Carnegie Hall und der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Uraufführung
Quelle: https://www.brso.de/konzerte/sir-simon-rattle-7/
----------------------------------------------------------------
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Die Ticketzahlen würde ich allerdings nicht automatisch mit dem tatsächlichen Interesse an klassischer Musik gleichsetzen.
Die Frage kann man ebenso für andere Freizeitbeschäftigungen stellen. Bei anderen Bereichen gibt es auch Phänomene wie z. B. Gruppenzwang oder dass sich Leute nur mitschleppen lassen, ohne wirklich Lust darauf zu haben.


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gestern um 22:08
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Gerade deshalb braucht man den ÖR, damit nicht allein die Quote, sondern das öffentliche Interesse berücksichtigt wird.
Das ist komplett unlogischer Unsinn, den du hier schreibst.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:die beiden propädeutischen
Die beiden was bitte?
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:und dies ist nicht im öffentlichen Interesse.
Woher willst [idu[/i] wissen, was diesbezüglich das öffentliche Interesse ist?

Hast du dazu belastbare Zahlen?

Wenn nicht, ist das einfach nur Geschwafel.
Zitat von BorrominiBorromini schrieb:Die Frage kann man ebenso für andere Freizeitbeschäftigungen stellen. Bei anderen Bereichen gibt es auch Phänomene wie z. B. Gruppenzwang oder dass sich Leute mitschleppen lassen, ohne wirklich Lust darauf zu haben.
Um andere Sachen geht es aber gerade nicht.


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gestern um 22:17
Zitat von StirnsängerStirnsänger schrieb:Hast du dazu belastbare Zahlen?
Klassische Musik ist seit mind. 1000 Jahren öffentliches Interesse, die Antike nicht mit eingerechnet (sie soll so im 7. Jh. v. Chr. entstanden sein.

Sie hat die Pest überlebt. Sie wird auch @Stirnsängers Desinteresse überleben.


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gestern um 22:28
Zitat von StirnsängerStirnsänger schrieb:Um andere Sachen geht es aber gerade nicht.
Doch, denn die werden vom ÖRR ebenfalls gefördert und sind durch Streichungen bedroht.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist für die deutschsprachige Musikkultur von zentraler Bedeutung. Das bestätigte bereits der im Frühjahr 2025 veröffentlichte GEMA Radio-Report, der das Musikangebot im deutschen Radio auf Basis umfassender Airplay-Daten untersucht hat. Demnach spielen private Radiosender im Durchschnitt nur rund 2.300 verschiedene Titel pro Jahr, während es bei den öffentlich-rechtlichen Programmen mehr als 10.000 verschiedene Musikstücke sind. Die Titelvielfalt ist bei den Öffentlich-Rechtlichen somit mehr als viermal so hoch.

Auch beim deutschsprachigen Repertoire zeigen sich deutliche Unterschiede. Während der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit rund zehn Prozent nach wie vor für die Hörbarkeit deutschsprachiger Musik sorgt, liegt der Anteil bei den Privaten heute nur noch bei rund drei Prozent. Viele der nun zur Disposition stehenden Kultur-, Jugend- und Spartenprogramme sind zudem die einzigen linearen Plattformen für ganze Genres wie Klassik, Jazz, Indie, Singer/Songwriter, Schlager, Kinder- und Jugendmusik. Ihr Wegfall wäre ein nicht zu kompensierender Verlust.

„Wenn gerade die Programme wegfallen, die jenseits des Mainstreams Songwritern, Bands und Interpretinnen und Interpreten aus musikalischen Nischen eine Plattform bieten, ist das kein Abbau von Doppelstrukturen. Vielmehr werden damit Existenzen gefährdet und aufstrebende Musikkarrieren im Keim erstickt“, warnt Holzmüller. „Die geplante Reduzierung und Zusammenlegung mehrerer Sender bedroht unsere Kulturlandschaft und die wirtschaftliche Grundlage vieler GEMA Mitglieder.“
Quelle: https://www.gema.de/de/w/reformstaatsvertrag-musikalische-vielfalt-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-in-gefahr (04.12.2025)


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gestern um 22:32
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Klassische Musik ist seit mind. 1000 Jahren öffentliches Interesse, die Antike nicht mit eingerechnet (sie soll so im 7. Jh. v. Chr. entstanden sein.
Das hat niemand in Abrede gestellt.
Ich zweifle schlicht deine Aussagen an, die sie zu einem Nonplusultra erheben, das ganz dringend über Gebühren finanziert werden muss.

Und deine ganze "Ohne klassische Ausbildung gibbet keine anspruchsvolle Musik" Tirade war halt einfach für die Tonne, weil falsch.


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gestern um 22:46
Zitat von BorrominiBorromini schrieb:Die Frage kann man ebenso für andere Freizeitbeschäftigungen stellen. Bei anderen Bereichen gibt es auch Phänomene wie z. B. Gruppenzwang oder dass sich Leute nur mitschleppen lassen, ohne wirklich Lust darauf zu haben.
Ja natürlich unbestreitbar, doch da das dein Argument war in unserer Diskussion habe ich mich darauf bezogen und wollte dir aufzeigen das du es nicht zu Ende gedacht hast 😉.


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gestern um 22:51
@all
Wem es interessiert ich habe die letzten Tage etwas erarbeitet:

Neues ÖRR Konzept (Beitrag von BerlinerLuft)


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um 00:12
@BerlinerLuft Nun, die Frage nach der Freiwilligkeit der Besucher hast du eingebracht. Die Art deiner Formulierung samt Smiley klingt so ein bisschen nach der Unterstellung, dass es nicht sonderlich viele Freiwillige sein werden und das ein Argument für den Rausschmiss aus dem ÖRR sein soll.
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Mich würde daher eher interessieren, wie viele der Besucher tatsächlich aus eigenem Interesse kommen. 😅
Zumal andere Musikrichtungen ebenfalls vom ÖRR profitieren, wie ich eben verlinkt hatte und was ich auch für gerechtfertigt halte, für die Vielfalt verschiedene Richtungen zu bedienen, nur scheint es dort irgendwie niemanden zu stören.

Aber um mal zu der eigentlichen Frage zu kommen:
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Und selbst wenn Klassik besonders wertvoll wäre, folgt daraus noch nicht, dass der ÖR diese Aufgabe über den Pflichtbeitrag finanzieren muss. Das kann genauso eine kultur- oder bildungspolitische Aufgabe sein.
Ein gleich bleibendes Angebot erzeugt die gleichen Kosten für die Allgemeinheit, ob das jetzt über den ÖRR-Beitrag oder über Kultur- oder Bildungspolitik (Steuern) läuft. Was soll insofern der Vorteil sein? Falls du darauf hinaus willst, warum man das alles überhaupt durch die Allgemeinheit finanzieren sollte, auf welchem Weg auch immer: weil das Kulturangebot aller Art ein erheblicher Standortvorteil mit positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekten ist. Hier am Beispiel Berlin.
Jeder investierte Euro erzeugt im Durchschnitt mehr als 3,50 Euro an wirtschaftlichen Rückflüssen (...)
Konkret stehen rund 528 Millionen Euro Fördermitteln Gesamtrückflüsse von etwa 1,88 Milliarden Euro gegenüber – ein Überschuss von über 1,35 Milliarden Euro jährlich. (...)
Vier oder mehr Besuche im Jahr steigern das individuelle Wohlbefinden und die Gesundheit etwa so stark wie ein bis zu 2 700 Euro erhöhtes Jahreseinkommen. Hochgerechnet auf ganz Berlin bewirken Besuche von klassischen Kulturangeboten eine Steigerung im Gegenwert von rund 8,09 Milliarden Euro pro Jahr. (...)
Rund 90 Prozent der befragten Unternehmen halten das Kulturangebot für die Gewinnung neuer Mitarbeitender für wichtig, fast 85 Prozent betonen seinen Einfluss auf die Bindung von Mitarbeitenden. Rund die Hälfte der Unternehmen nutzt das Berliner Kulturangebot zudem aktiv beim Gewinnen von Fachkräften. (...)
Allein 2024 kamen 12,7 Millionen Gäst*innen aus Deutschland und der Welt nach Berlin. Sehenswürdigkeiten (63 Prozent) und das Kunst- und Kulturangebot (61 Prozent) zählen zu den wichtigsten Motiven für ihre Reise. Kulturell motivierte Tourist*innen bleiben im Durchschnitt länger in der Stadt und geben mehr Geld aus. (...)

Quelle: https://www.iktf.berlin/publications/studie-standortfaktor-kultur-berlin



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um 00:22
@Borromini

Ich glaube, da vermischst du gerade zwei verschiedene Fragen. 😉

Erstens: Ich habe nicht behauptet, dass besonders viele Klassikbesucher nur mitgeschleppt werden oder dass Klassik deshalb aus dem ÖRR raus soll. Ich habe lediglich dein Argument „so viele Ticketverkäufe zeigen die gesellschaftliche Bedeutung“ hinterfragt, weil Ticketzahlen nicht automatisch sagen, wie freiwillig das Interesse jedes einzelnen Besuchers ist. Mehr wollte ich damit gar nicht behaupten.

Zweitens finde ich deinen eigentlichen Einwand sogar interessant: Wenn Kultur tatsächlich solche positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte hat, warum sollte sie überhaupt öffentlich gefördert werden?

Nur ist das für mich gerade kein Argument dafür, dass sie deshalb über den Rundfunkbeitrag finanziert werden muss.

Die von dir verlinkte Studie zeigt ja gerade den Nutzen öffentlicher Kulturförderung. Sie untersucht also Kulturförderung als kulturpolitische Aufgabe und kommt für Berlin zu erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rückwirkungen.

Damit wäre für mich eher die Frage:

Warum muss diese Aufgabe zwingend über den ÖRR und den Rundfunkbeitrag organisiert werden, anstatt Kultur als eigenständigen Bereich der Kultur- bzw. Bildungspolitik zu behandeln?

Und ja, wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass Kultur gesellschaftlich so wichtig ist, dass sie öffentlich finanziert werden sollte, dann kann man das selbstverständlich über Steuermittel tun.

Der Unterschied liegt für mich deshalb weniger darin, ob die Allgemeinheit Kultur fördern darf oder soll, sondern darin, welche Aufgabe über welchen Finanzierungsweg zur Grundversorgung erklärt wird.

Genau diese Trennung versuche ich in meinem Konzept vorzunehmen.

Der ÖRR soll weiterhin Kultur anbieten können. Aber aus „Kultur ist gesellschaftlich wertvoll“ folgt für mich nicht automatisch „deshalb gehört jedes Kulturangebot zum verpflichtend finanzierten Rundfunkkern“.

Und genau da sind wir wieder bei meiner ursprünglichen Frage. 😉


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um 00:23
@Borromini

Ich glaube, da vermischst du gerade zwei verschiedene Fragen. 😉

Erstens: Ich habe nicht behauptet, dass besonders viele Klassikbesucher nur mitgeschleppt werden oder dass Klassik deshalb aus dem ÖRR raus soll. Ich habe lediglich dein Argument „so viele Ticketverkäufe zeigen die gesellschaftliche Bedeutung“ hinterfragt, weil Ticketzahlen nicht automatisch sagen, wie freiwillig das Interesse jedes einzelnen Besuchers ist. Mehr wollte ich damit gar nicht behaupten.

Zweitens finde ich deinen eigentlichen Einwand sogar interessant: Wenn Kultur tatsächlich solche positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte hat, warum sollte sie überhaupt öffentlich gefördert werden?

Nur ist das für mich gerade kein Argument dafür, dass sie deshalb über den Rundfunkbeitrag finanziert werden muss.

Die von dir verlinkte Studie zeigt ja gerade den Nutzen öffentlicher Kulturförderung. Sie untersucht also Kulturförderung als kulturpolitische Aufgabe und kommt für Berlin zu erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rückwirkungen.

Damit wäre für mich eher die Frage:

Warum muss diese Aufgabe zwingend über den ÖRR und den Rundfunkbeitrag organisiert werden, anstatt Kultur als eigenständigen Bereich der Kultur- bzw. Bildungspolitik zu behandeln?

Und ja, wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass Kultur gesellschaftlich so wichtig ist, dass sie öffentlich finanziert werden sollte, dann kann man das selbstverständlich über Steuermittel tun.

Der Unterschied liegt für mich deshalb weniger darin, ob die Allgemeinheit Kultur fördern darf oder soll, sondern darin, welche Aufgabe über welchen Finanzierungsweg zur Grundversorgung erklärt wird.

Genau diese Trennung versuche ich in meinem Konzept vorzunehmen.

Der ÖRR soll weiterhin Kultur anbieten können. Aber aus „Kultur ist gesellschaftlich wertvoll“ folgt für mich nicht automatisch „deshalb gehört jedes Kulturangebot zum verpflichtend finanzierten Rundfunkkern“.

Und genau da sind wir wieder bei meiner ursprünglichen Frage. 😉


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um 00:23
@Borromini

Ich glaube, da vermischst du gerade zwei verschiedene Fragen. 😉

Erstens: Ich habe nicht behauptet, dass besonders viele Klassikbesucher nur mitgeschleppt werden oder dass Klassik deshalb aus dem ÖRR raus soll. Ich habe lediglich dein Argument „so viele Ticketverkäufe zeigen die gesellschaftliche Bedeutung“ hinterfragt, weil Ticketzahlen nicht automatisch sagen, wie freiwillig das Interesse jedes einzelnen Besuchers ist. Mehr wollte ich damit gar nicht behaupten.

Zweitens finde ich deinen eigentlichen Einwand sogar interessant: Wenn Kultur tatsächlich solche positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte hat, warum sollte sie überhaupt öffentlich gefördert werden?

Nur ist das für mich gerade kein Argument dafür, dass sie deshalb über den Rundfunkbeitrag finanziert werden muss.

Die von dir verlinkte Studie zeigt ja gerade den Nutzen öffentlicher Kulturförderung. Sie untersucht also Kulturförderung als kulturpolitische Aufgabe und kommt für Berlin zu erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rückwirkungen.

Damit wäre für mich eher die Frage:

Warum muss diese Aufgabe zwingend über den ÖRR und den Rundfunkbeitrag organisiert werden, anstatt Kultur als eigenständigen Bereich der Kultur- bzw. Bildungspolitik zu behandeln?

Und ja, wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass Kultur gesellschaftlich so wichtig ist, dass sie öffentlich finanziert werden sollte, dann kann man das selbstverständlich über Steuermittel tun.

Der Unterschied liegt für mich deshalb weniger darin, ob die Allgemeinheit Kultur fördern darf oder soll, sondern darin, welche Aufgabe über welchen Finanzierungsweg zur Grundversorgung erklärt wird.

Genau diese Trennung versuche ich in meinem Konzept vorzunehmen.

Der ÖRR soll weiterhin Kultur anbieten können. Aber aus „Kultur ist gesellschaftlich wertvoll“ folgt für mich nicht automatisch „deshalb gehört jedes Kulturangebot zum verpflichtend finanzierten Rundfunkkern“.

Und genau da sind wir wieder bei meiner ursprünglichen Frage. 😉


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