@sacredheart Da etwas länger, mache ichs etwas länger. Halt mich wie immer kurz, aber halt etwas länger. (Hab nicht so viel Zeit.)
1. Bisserl interessant ists schon. Die Linke hat ein tiefgehendes Antisemitismus Problem und die Leute hier so, das sind nur ein paar Spinner ... interessant auch das "nur".
2. Zu Günther von der CDU, ka was ihn da geritten hat, ich bin nicht sein Pressesprecher. Die Haltung der Bundes CDU zur Linken ist m. W. unverändert klar. Aber bin da auch nicht der Partei-Experte. Bei Günther, Ich vermute, es war der Blick gen Osten. Im Osten ist halt die Kacke am Dampfen. Ah, ist sogar im Link, hattest nicht zitiert, meine Vermutung also richtig.
Regierungsbildungen ohne die AfD. Genau das könnte in Ostdeutschland allerdings bald sehr schwierig werden
Quelle:
https://www.n-tv.de/politik/Guenther-sieht-anderen-Umgang-der-Union-mit-Linken-und-Gruenen-id30842761.htmlErinnert mich ein wenig an die Zeit vor den letzten Wahlen, 24 und 25. Was da ein Kretschmer teils für Scheiße laberte, in Sachen Russland und Ostpolitik. Da hatte ich mich auch aufgeregt. Da schien die Haltung so zu sein, dass man ihn dabei gewähren ließ, Prien aus dem Bundesvorstand sagte dazu, das sei eine Minderheitenmeinung und spiele für die Union im Bund keine Rolle. Da musste ich, hust, hust machen. Aber ist Politik. Kann mich auch an eine Aussage von Baerbock erinnern, wo sie fragte, ob Scholz überhaupt für Woidke stimmen könnte, bei manchen seiner Aussagen. Und was passierte? Die Grünen flogen aus dem Landtag in Brandenburg, mit minus 6,7 Prozent. Kann mich auch an Wahlkampf-Stimmen aus grüner Richtung vor der BTW erinnern, die da ähnlich mit hust, hust machten, da dachte ich auch, in der Sache haben sie Recht. Nur zur Wahrheit gehört auch, es fällt eben auch leichter mit der einheitlichen Linie, wenn du im Osten keine Rolle mehr spielst. So das dazu. Ich rechne aber auch damit, dass insofern das Antisemitismus Problem virulent bleibt (bei der Linken), die Linie noch mal emphatisch verstärkt wird. Und
3. zu Letzterem, schau dir die Reaktion auf die Recherchen an:
Die Stalinismus-Verherrlichung scheint die Linke aufgeschreckt zu haben.
Reaktion der Linken auf Recherche:Dringlichkeitsantrag mit Sprengpotenzial
Andrea Maurer in Berlin vor dem Brandenburger Tor
von Andrea Maurer
18.06.2026 | 21:49
Mit einem Dringlichkeitsantrag reagieren Parteivorstand und Jugendorganisation der Linken auf die jüngsten Recherchen des BR. Darin: kein Wort zum Vorwurf des Antisemitismus.
Quelle:
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/linke-jugend-potsdam-dringlichkeitsantrag-antisemitismus-100.htmlVon Antisemitismus oder einer roten Linie gegen Antisemitismus? Dagegen keine Rede. Dafür haben sie schon zu viel Macht in der Partei. (Auf dem Parteitag wirds dann irgendnen "Formelkompromiss" geben - im besten Fall.)
Und
4. zum tiefgehenden Antisemitismus Problem, auch noch die Stimmen von Andreas Büttner
Büttner: "Linke hat strukturelles antisemitisches Problem"
Stand: 18.03.2026 14:54 Uhr
Artikel hören
Nach dem umstrittenen Antizionismus-Beschluss der niedersächsischen Linken hatte der brandenburgische Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner die Partei verlassen. Er sieht bei der Linken ein strukturelles Antisemitismus-Problem.
Quelle:
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/linke-anti-zionismus-streit-antisemitismus-buettner-austritt-100.htmlAndreas Büttner ist aus der Partei ausgetreten.
Und von Klaus Lederer, Ex Kultursenator von Berlin, im Interview, daraus
Vor allem »chiffrierte« Antisemitismen, in denen nicht explizit von Juden die Rede ist, werden als solche meist nicht erkannt. Und davor sind auch Linke nicht gefeit. Das ist der »ehrbare Antisemitismus«, wie Jean Améry ihn nannte: der Antisemitismus, der keiner sein will. Wer dagegen den Finger in die Wunde legt, darf mit empörter Abwehr, Relativierung und Leugnung rechnen, wenn nicht gar mit dem Vorwurf, linker Politik an sich schaden zu wollen. So immunisiert man sich gegen Kritik.
EM: Der linke Antisemitismus hat eine lange Geschichte, oder?
KL: Ja, linker Antisemitismus als Ausdruck verkürzter, romantischer Kapitalismuskritik oder manichäischer »antiimperialistischer« Weltsichten reicht weit zurück, etwa in die Zeit der sowjetischen Propaganda oder des westdeutschen K-Gruppen-Denkens. Danach ist der »kapitalistische Westen« die Wurzel allen dekadenten Übels, während jene Kräfte, die ihn bekämpfen, als ursprünglich, fortschrittlich und »widerständig« imaginiert werden.
In postkolonialen Dogmen und Aktivismen erfährt dieses Freund-Feind-Schema seit einigen Jahren eine Renaissance, obgleich es der historischen Genese des Konflikts im Nahen Osten nicht mal im Ansatz gerecht wird. Dieser Diskurs funktioniert als Brückenideologie: Er vereint Milieus, die eigentlich nicht viel verbinden sollte, unter »antizionistischer« Flagge. Wenn ältere und jüngere Linke gemeinsam mit islamistischen Aktivisten und Apologeten des iranischen Mullah-Regimes – wie jüngst am sogenannten »Nakba-Tag« in Berlin – auf der Straße die Auslöschung Israels skandieren, dann läuft etwas sehr grundsätzlich schief. Manche Linke-Funktionäre glauben wohl, damit auch neue migrantische Milieus für sich erschließen zu können. Das ist dann nüchternes Kalkül.
Auch damit hat er Recht:
Dass sich infolge des größten antisemitischen Massakers an Jüdinnen und Juden seit 1945 auf unseren Straßen der latent immer schon vorhandene Antisemitismus massiv Bahn gebrochen hat, dass offenbar alle Hemmungen gefallen sind, müsste jeder progressiven Bewegung sehr zu denken geben. Aber das tut es nicht. Viele Linke, sonst nimmermüde, auf den extrem gefährlichen Antisemitismus der politischen Rechten zu verweisen, sind in ihrer Selbstgewissheit offenbar nicht zu erschüttern. Obgleich es – das ist nur eines von unzähligen Beispielen – sich als links verstehende Leute waren, die bei der Institutsbesetzung an der Humboldt-Universität rote Dreiecke an Türen und Wände geschmiert haben, mit denen die Hamas üblicherweise Ziele markiert, die sie vernichten will. Es ist also ganz eindeutig, dass auch die gesellschaftliche Linke ein strukturelles Problem mit Antisemitismus hat.
Linke Parteien und Bewegungen können in ihrem universalistischen Anspruch nur integer und glaubwürdig sein, wenn sie erkennen, dass auch im eigenen Um- und Vorfeld etwas falsch läuft. Ein Universalismus, der jüdische Menschen ausschließt, ist keiner. Er diskreditiert sich als hohle Propagandafloskel. Das aber ist eine Bankrotterklärung für Linke.
Quelle:
https://www.mena-watch.com/universalismus-juden-ausschliesst-ist-keiner/Klaus Lederer ist auch aus der Partei ausgetreten.