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Ist Antisemitismus wieder "in"?

8.904 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Islam, Judentum, Antisemitismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 14:16
Also ich wurde in meiner Jugend einmal am Türsteher durchgewunken, der zweite Türsteher wollte meinen Ausweis sehen. Ich habe meinen Ausweis rausgeholt und ehe ich ihn aufschlagen konnte - nur weil er schon die Fahne auf dem Frontcover gesehen hat - hat er mich dann doch verwiesen.

Das war einschneidend für mich, verniedlichen würde ich es auch nicht. Rassisten gibt es da draußen zu genüge, bei Antisemitismus hingegen wird bei sowas schon ein deutlicheres Fass aufgemacht. In beiden Fällen wird einem der Einlass verwehrt weil man Ausländer ist - egal von welcher Gruppe.

Die Hotelgeschichte ist brisanter, ja, da gebe ich dir recht, weil der Herr oder die Dame den Rassismus offen ausgesprochen hat. Ansonsten tarnt sich der Rassismus ja unter irgendeinem Deckmantel.

Verniedlicht habe ich übrigens gar nichts, ich finde den Vorfall schlimm. Aber ähnliche Vorfälle passieren täglich, noch zuletzt als man den iranischen Fussballern fast die Teilnahme verwehren wollte, oder aber der Schiedsrichter, welchen man nicht nach Amerika reingelassen hat (war übrigens schwarz).


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 14:21
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:In beiden Fällen wird einem der Einlass verwehrt weil man Ausländer ist - egal von welcher Gruppe.
Beim Antisemitismus sind ja auch Menschen betroffen, die noch nicht mal Ausländer sind. Ehrlich gesagt habe ich nie wirklich verstanden, was man da eigentlich genau ablehnt. Es kann ja nun wirklich niemanden stören, ob jemand aus einer jüdischen Familie / von einer jüdischen Mutter abstammt, und ob jemand am Schabbat bestimmte Bräuche pflegt oder nicht.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 14:25
Zitat von martenotmartenot schrieb:Beim Antisemitismus sind ja auch Menschen betroffen, die noch nicht mal Ausländer sind. Ehrlich gesagt habe ich nie wirklich verstanden, was man da eigentlich genau ablehnt. Es kann ja nun wirklich niemanden stören, ob jemand aus einer jüdischen Familie / von einer jüdischen Mutter abstammt, und ob jemand am Schabbat bestimmte Bräuche pflegt oder nicht.
Auch das ist ja nicht exklusiv den Juden vorenthalten. Es gibt auch Muslime, die hier in 2. Generation leben und sich integriert haben und nur aufgrund Ihrer Religion gesellschaftlich benachteiligt oder auch rassistisch behandelt werden.

Viele hier kennen meinen Standpunkt gegenüber der israelischen Regierung. Das hat aber nie etwas an meiner Haltung gegenüber Israelis und auch Juden hier in Deutschland geändert. Ich gehe gerne in jüdische Restaurants und auch generell bietet Israel als Land kulturell ja so unfassbar viele Facetten. Gute Freunde von mir leben etwa 30km von Tel Aviv entfernt - ich war vor 7 Jahren zuletzt dort - aber manche Menschen bekommen diese Differenzierung nicht hin. Die - mE. berechtigte Kritik - richtet sich dann plötzlich gegen Israelische oder Jüdische Bürger und schlägt teilweise auch in Hass um - absolut abartig und immer ein Zeichen von Dummheit.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 14:29
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Es gibt auch Muslime, die hier in 2. Generation leben und sich integriert haben und nur aufgrund Ihrer Religion gesellschaftlich benachteiligt oder auch rassistisch behandelt werden.
Klar, so funktionieren auch andere Diskriminierungen, die sich ja oft auf kleine Unterschiede stützen. Ich wollte mich nur in diesem Thread explizit auf den Antisemitismus beschränken.
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Ich gehe gerne in jüdische Restaurants und auch generell bietet Israel als Land kulturell ja so unfassbar viele Facetten.
Ich gehe auch gern in jüdische Restaurants. Habe vor einer Weile auch mal einen Anfängerkurs Hebräisch belegt gehabt. Israel als Kulturregion und Land finde ich auch faszinierend und würde eher aus Sicherheitsgründen momentan von einer Reise absehen.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 14:37
Zitat von martenotmartenot schrieb:Klar, so funktionieren auch andere Diskriminierungen, die sich ja oft auf kleine Unterschiede stützen. Ich wollte mich nur in diesem Thread explizit auf den Antisemitismus beschränken.
Deswegen, auf die Frage im Threadtitel:

Ich glaube nicht, dass Antisemitismus wieder "In" geworden ist - sondern viele Antisemiten die aktuelle Entwicklung als Einladung dafür nehmen diesen wieder offen auszuleben. Vorhanden ist der Rassismus in den Köpfen vieler Menschen unverändert - das wird auch nicht so einfach wegzukriegen sein. Die globale Entwicklung sorgt hier für negative Abwechslung. So verrutschten Feindbilder mal auf Syrier, dann auf Ukrainer, auf Russen, Türken Libanesen und eben auch Juden oder Israelis (oder beides gleichzeitig, das ist dem Durchschnittsrassisten eh egal).
Zitat von martenotmartenot schrieb:Ich gehe auch gern in jüdische Restaurants. Habe vor einer Weile auch mal einen Anfängerkurs Hebräisch belegt gehabt. Israel als Kulturregion und Land finde ich auch faszinierend und würde eher aus Sicherheitsgründen momentan von einer Reise absehen.
Ich habe tatsächlich ein Hebräisches Tattoo, ich habe die letzten 3 Jahre mehrmals mit mir gehadert und war kurz davor dennoch nach Israel zu reisen - aber mit der Verantwortung für 3 Kinder hat die Vernunft gesiegt.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 14:43
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:So verrutschten Feindbilder mal auf Syrier, dann auf Ukrainer, auf Russen, Türken Libanesen und eben auch Juden oder Israelis (oder beides gleichzeitig, das ist dem Durchschnittsrassisten eh egal).
Noch vor 10 Jahren hätte ich es ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten, dass es mal wieder so ein breites und umfassendes Spektrum an Diskriminierung, Vorurteilen und Rassismus geben würde. Damals hatte ich noch gedacht, dass wir da als Gesellschaft drüber weg wären.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 14:45
Zitat von martenotmartenot schrieb:Noch vor 10 Jahren hätte ich es ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten, dass es mal wieder so ein breites und umfassendes Spektrum an Diskriminierung, Vorurteilen und Rassismus geben würde. Damals hatte ich noch gedacht, dass wir da als Gesellschaft drüber weg wären.
Ja, ist aber leider eine globale Entwicklung nicht nur in Deutschland erlebt das rechte Gedankengut einen neuen Frühling. Immer wenn Gesellschaften vor Herausforderungen stehen sucht der Mensch sehr schnell nach Verantwortlichen dafür.


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gestern um 14:57
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:sucht der Mensch sehr schnell nach Verantwortlichen dafür.
Und die findet man anscheinend häufig bei irgendwelchen Sündenböcken, die zuvor geschickt von irgendwelchen Demagogen ausgesucht und propagiert werden.


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gestern um 15:23
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Ich glaube nicht, dass Antisemitismus wieder "In" geworden ist - sondern viele Antisemiten die aktuelle Entwicklung als Einladung dafür nehmen diesen wieder offen auszuleben.
@Ataraxie89

Es gibt da schon ein paar Entwicklungen, die eher neu sind.

BDS ist ja einfach nur ein neues 'Kauft nicht bei den Juden'. Dass man das in Deutschland nach 1945 noch mal vertreten kann, ohne wenigstens gesellschaftlich ins Abseits zu geraten, finde ich schlimm.

Und vor 10 Jahren hätte ich Antisemitismus bei 2 Gruppen verortet: Rechtsextremisten und Islamisten. Dass linksextremer Antisemitismus so offen seine braunen Zähne zeigt wie die letzten Jahre, war mir nicht so bewusst, wie das Fest von Die Linke mit Hamas Unterstützern in Neukölln.

Noch verrückter erscheint mir die Idee 'Queers for palestine'. Queere Menschen stellen sich gegen das Land, in dem sie normal leben könnten an die Seite von einem Gebiet, in dem sie mit großer Wahrscheinlichkeit ermordet würden. Das ist wirklich 'chicken for KFC'.

Auch die (in aller Regel mangels Talent subventionierte) Kulturelite hat zum 07.10.2023 sehr laut geschwiegen und ab dem 08.10.2023 Israel bekämpft.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 15:29
Zitat von martenotmartenot schrieb:Ehrlich gesagt habe ich nie wirklich verstanden, was man da eigentlich genau ablehnt.
Das ist eine Mischung aus Glauben und Propaganda, die hunderte Jahre zurück reicht. Für die Gläubigen waren die Juden diejenigen, die (den Juden) Christus getötet haben. Später kam die Propaganda in Form von "Juden verseuchen Brunnen", "Juden sind geldgeil", usw. dazu. So hatte man oftmals eine Begründung und Gelegenheit, Schulden loszuwerden. Einfach ein wenig hetzen, ein kleiner Pogrom und schwupps, Schulden sind weg.

Diese Legenden und Propaganda haben sich in einigen Kreisen in EUR, in unterschiedlichen Ausprägungen und in ihrer schlimmsten mit dem Holocaust, bis heute gehalten. Noch im WK1 versuchten antisemitische Kreise die Juden als Feiglinge und Verräter am deutschen Volk darzustellen. Dazu wurde eine Judenzählung im deutschen Heer durch das Kriegsministerium durchgeführt:
Zu den seit 1914 am weitesten verbreiteten antisemitischen Behauptungen gehörte, die „Angehörigen des auserwählten Volkes“ (wie es bewusst abwertend hieß) hätten sich vor dem Frontdienst gedrückt. Weil diese und ähnliche Behauptungen immer lauter erhoben wurden, hatte der preußische Kriegsminister Adolf Wild von Hohenborn am 11. Oktober 1916 zum Stichtag 1. November eine „Judenzählung“ angesetzt.

In seinem Erlass hieß es: „Fortgesetzt laufen beim Kriegsministerium aus der Bevölkerung Klagen darüber ein, dass eine unverhältnismäßige Anzahl wehrpflichtiger Angehöriger des israelitischen Glaubens vom Heeresdienst befreit sei oder sich vor diesem unter allen nur möglichen Vorwänden drücke. Auch soll es nach diesen Mitteilungen eine große Zahl im Heeresdienst stehender Juden verstanden haben, eine Verwendung außerhalb der vordersten Front, also in dem Etappen- und Heimatgebiet und in Beamten- und Schreiberstellen zu finden.“
Quelle Welt.de

Da das Ergebnis nicht so ganz den Erwartungen entsprach wurde es im WK1 nicht veröffentlicht und die Existenz der Umfrage bestritten. Erst 19920 wurde es veröffentlicht und dennoch haben einige wohl versucht, das Ergebnis umzudeuten. Dazu gehörte auch Hitler.

Ich weiß, das ist eine doch recht unterkomplexe Beschreibung. Als Anhalt, um eine Ahnung zu bekommen sollte es reichen. Ansonsten ist die Rubrik Geschichte auf welt.de ein guter Anfang, wenn es nur "kurze Häppchen" sein sollen.


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gestern um 15:34
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Es gibt da schon ein paar Entwicklungen, die eher neu sind.
Naja, wirklich neu ist das nicht. Der Rassismus und damit in Verbindung stehend auch der Antisemitismus kommen in Kriesenzeiten aus der Latenz zum Vorschein und werden wieder salonfähig. Der Krieg im Nahen Osten, der ja kontrovers diskutiert wird, trägt leider dazu bei dass Menschen Ihren Antisemitismus unter dem Deckmantel der Israel-Kritik ausleben können. Das ist nicht wirklich neu.

Ebenfalls nicht neu ist, dass gerade extrem Linke Positionen hier Stellungen von "Unterdrückten" oder "angeblich Unterdrückten" einnehmen. Erkennbar zb. auch an den tief verwurzelten Sympathien der LINKEN für die PKK. Gerade kurdische Frauen nehmen teils höhere Positionen ein und verteidigen das Vorgehen der PKK, obwohl die PKK in grenznahen Gebieten Junge Frauen rekrutiert, entführt und zum Kämpfen zwingt. Das ist paradox, da scheinen die "Woken" unsauber zu selektieren.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und vor 10 Jahren hätte ich Antisemitismus bei 2 Gruppen verortet: Rechtsextremisten und Islamisten. Dass linksextremer Antisemitismus so offen seine braunen Zähne zeigt wie die letzten Jahre, war mir nicht so bewusst, wie das Fest von Die Linke mit Hamas Unterstützern in Neukölln.
Oder die LINKEN die vor deutschen Polizisten mit Abdullah Öcalan Fahnen durch Köln laufen. War für die Polizisten kein Problem, obwohl ich es angesprochen habe - versuch das mal mit einer Fahne wo der Hamas-Anführer drauf ist...
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Auch die (in aller Regel mangels Talent subventionierte) Kulturelite hat zum 07.10.2023 sehr laut geschwiegen und ab dem 08.10.2023 Israel bekämpft.
Ich muss ehrlich sagen dass mich die radikal Linke Scene nicht sonderlich interessiert, ich weiß nichtmal wen du mit Kulturelite meinst. Ich bin großer Israel-Kritiker und habe am 07.10 meinen Bruder angerufen und war außer mir vor Wut, die Bilder haben mich nicht kalt gelassen.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 17:51
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Ich muss ehrlich sagen dass mich die radikal Linke Scene nicht sonderlich interessiert, ich weiß nichtmal wen du mit Kulturelite meinst.
@Ataraxie89

Ich meine unsere Kulturprominenz, Schauspieler (in aller Regel subventioniert), Sänger, Moderatoren, bildende Künstler, die gratismutig das Leid der Palistinenser in offenen Briefen beklagt hatten,

zB nach dem Foto von dem schwerstbehinderten Kind, das angeblich die Ernährungslage der Kinder in Gaza zeigen sollte, aber natürlich nicht repräsentativ war

und die am 07.10.2023 allesamt geschwiegen hatten wegen Home Office, Jetlag oder einfach gerade keine Zeit mal mutig zu sein statt gratismutig in der Herde.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 18:02
@Ataraxie89

Ich versuche auch, so gut es geht, beiden Seiten gerecht zu werden, aber das fällt mir sehr schwer.

Um noch mal auf dieses arme schwerstbehinderte Kind zu kommen:

Es wurde als Beispiel für den Hunger in Gaza um die Welt gereicht unter Hinfortlassung des Kontextes. Warum müssen solche Bilder denn herhalten, wenn es wirklich Kinder gäbe, die mangels Lieferungen unterernährt sind? Spätestens das Gesamtfoto mit dem recht propper wirkenden Bruder daneben war klar, dass das Foto 'ein faules Ei' der Hamas war.

Und es ist antisemitisch von vielen Playern, das ohne Kontext zu verbreiten.

Warum verbreitet die Hamas Videos von heldenhaften Sanitätern, die gleichzeitig die Ambulanz fahren und ein Baby reanimieren? Die Dummen beklagen diese Menschen, die nicht völlig Verblödeten fragen sich: Wer macht das Video? Kann der nicht fahren oder reanimieren?

Auch die Pali Fans dieser Selfie Flotilla, die aus 'der Folter' Israels auf der Trage mit stiff neck kommen, halb tot und 3 Stunden später völlig mobil sind und am Flughafen jubeln, offenbar genesen, lassen Zweifel an der ganzen Inszenierung angebracht erscheinen.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 18:48
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und vor 10 Jahren hätte ich Antisemitismus bei 2 Gruppen verortet: Rechtsextremisten und Islamisten. Dass linksextremer Antisemitismus so offen seine braunen Zähne zeigt wie die letzten Jahre, war mir nicht so bewusst, wie das Fest von Die Linke mit Hamas Unterstützern in Neukölln.
Was dir als neu erscheint, hat - gerade in Deutschland - eine durchaus längere Tradition.

Falls du dich da weiter schlau machen willst, sei empfohlen Jeffrey Herf (Unerklärte Kriege gegen Israel; hatte ich hier auch schon erwähnt und zu gepostet) und ein neues bzw. neu erschienenes Buch von Historiker Jan Gerber (Fluchtpunkt Entebbe). Es ist eine Sammlung von schon früher erschienenen Aufsätzen und neu ergänzt.

Klappentext.
Im Juni 1976 entführte ein deutsch-palästinensisches Terrorkommando eine Passagiermaschine, die von Tel Aviv nach Paris unterwegs war. Sie wurde nach Entebbe in Uganda umgeleitet. Im Verlauf der Entführung trennten die Geiselnehmer – Mitglieder der Revolutionären Zellen und der Volksfront zur Befreiung Palästinas – jüdische von nichtjüdischen Passagieren. Als Geiseln behielten sie ausschließlich Juden. Damit tauschte das Kommando »sozialrevolutionäre Maßstäbe gegen die der Sippenhaft« ein, wie eine selbstkritische Gruppe der Revolutionären Zellen später schrieb. Zeitgenössische linke Kritik, die über die allgemeine Verurteilung von Flugzeugentführungen hinausging, blieb jedoch aus. Für Empörung sorgte vor allem die israelische Befreiung der Geiseln. In der Entführung nach Entebbe kulminierte einmal mehr die antizionistische Verbalmilitanz, die von der Protestbewegung seit 1967 gepflegt wurde. Zugleich gehört sie zur Vorgeschichte der Begeisterung, mit der ein nicht geringer Teil der globalen Linken auf das antisemitische Massaker vom 7. Oktober 2023 reagierte.
Quelle: https://edition-tiamat.de/books/fluchtpunkt-entebbe

In Rezensionen legen Alan Posener - daraus kurz:
Das Beispiel und die Zitate sind Jan Gerbers Buch „Fluchtpunkt Entebbe: Der linke Terrorismus und Israel“ entnommen, das von Klaus Bittermann in der Edition Tiamat herausgegeben wurde. Das Buch, eine Sammlung von journalistischen und wissenschaftlichen Artikeln aus den letzten 20 Jahren, ist nicht zuletzt deshalb interessant, weil es eben die Revolutionären Zellen (RZ) ins Visier nimmt, die durch die mediale Konzentration auf die RAF und ihre Stars Baader, Meinhof, Ensslin und Mahler und auf die „Bewegung 2. Juni“ mit dem mörderisch-antisemitischen „Polit-Clown“ Kunzelmann an der Spitze bislang zu wenig Aufmerksamkeit erfuhren.
und:
Fanal für den linksdeutschen Terror sollte eben nicht zufällig am 9. November 1969 ein – allerdings gescheiterter – Anschlag auf das Jüdische Gemeindehaus in West-Berlin sein, und Morde gegen Juden pflastern den Weg des linken Terrors – einen Weg, der nicht zufällig für Carlos ebenso wie für seine beiden deutschen Helfershelfer Michael Steinau und Bernard Falk nicht zufällig in den Islamismus führte: Von „Ho, Ho, Ho-Tschi-Minh!“ zu „Allahu Akbar!“

Nicht zufällig ist es auch, wie Gerber berichtet, dass nicht etwa AfD- oder Pegida-Sympathisanten oder ostdeutsche Baseball-Hooligans zuerst gewaltsam Front machten gegen die Asylpolitik der Bundesregierung, sondern bereits in den 1980er Jahren die Revolutionären Zellen, und mit ähnlichen Argumenten wie den heutigen Rechten (und BSW-Linken): sie diene der Spaltung des Volkes im Kampf gegen das internationale Kapital.

Wer „das Volk“ beschwört im Kampf gegen das Kapital, gegen Amerika, gegen den Imperialismus oder Globalismus und die wurzellose Elite, der landet eher früher als später beim Antizionismus und Antisemitismus, bei Schwulen- und Fremdenfeindlichkeit. Nicht nur in Deutschland, aber vielleicht besonders hier. „Ich bin kein Nazi! Ich bin Idealist!“ soll Wilfried Böse auf den Vorwurf eines jüdischen Passagiers reagiert haben, er folge in den Fußstapfen der Vätergeneration.
Quelle: https://starke-meinungen.de/blog/2026/05/27/rinker-und-lechter-terror/#more-17788

und Martin Jander, in einer Sammelrezension, daraus kurz:
Auf die damals gewonnenen Erkenntnisse, dass auch deutsche Linke antisemitisch handeln können, verweist Gerber in den Beiträgen des sehr guten Sammelbandes „Fluchtpunkt Entebbe“. Die Explosion des Antisemitismus mit linkem Gesicht nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 sieht er als einen Rückfall hinter die in den 1970er und 1980er Jahren längst erworbene Selbstreflexionsfähigkeit deutscher Linker.
Quelle: https://www.hagalil.com/2026/05/linksdeutsche-vorgeschichte-der-genozid-anschuldigung-gegen-israel/

unterschiedliche Schwerpunkte.

Wichtig auch, dass Jander noch einmal auf die Leerstelle DDR (in der deutschen Diskussion) verweist.
Alle drei hier nur kurz vorgestellten Publikationen diskutieren die Überschneidungen des linken Antisemitismus in der politischen Linken Westdeutschlands mit der links-antisemitischen Staats- und Regierungspolitik der DDR nur am Rande. Diese Leerstelle ist kaum verständlich. Längst ist erforscht, ...

Wer diese Zusammenhänge umfassend erkennen möchte, sollte die beiden ausgezeichneten Bücher „Divided Memory“ und „Undeclared Wars against Israel“ lesen, die der Historiker Jeffrey Herf verfasst hat.[18] Der große Vorzug seiner Bücher, im Unterschied zu den oben vorgestellten, ist es, dass sie sich auch mit der Ideengeschichte, besser den Projektionen der deutsch-linken Antisemiten beschäftigen.

Genozid-Anschuldigung
...

Im Unterschied zum antisemitischen Terror von RAF, RZ und Bewegung 2. Juni, findet sich in der Bundesrepublik zum antisemitischen Terror der DDR kaum eine Publikation. Die wichtigsten stammen von der Amadeu Antonio Stiftung[19] und dem bereits erwähnten Jeffrey Herf. Der Untergang der DDR, die seit ihrer Gründung Terror gegen Juden und Israel verübte, sind zwar von der letzten DDR-Volkskammer laut kritisiert worden.[20] Eine selbstkritische, öffentliche Debatte hat diese Erkenntnis jedoch zu keiner Zeit ausgelöst.

Da wundert es nicht, dass die vehementen Angriffe auf Juden und Israel seit dem 7. Oktober 2023 so wenig Kritik in der Bundesrepublik erfahren. Die Schlagworte aus den Propagandakampagnen der Hamas sind in Deutschland über lange Jahre von linksradikalen Terroristen und DDR-Staatsfunktionären verbreitet worden. Insbesondere durch die Gleichsetzung israelischer Politik mit dem deutschen Nationalsozialismus rechtfertigten westdeutsche Linkradikale und ostdeutsche Tyrannen ihr antisemitisches Handeln. Die Behauptung Israel verübe bei seiner Verteidigung gegen den Terror des Iran, der Hamas, der Hisbollah und anderer einen Genozid, hat in der vereinigten Bundesrepublik eine lange, linke, ost- und westdeutsche Vorgeschichte.
Quelle: https://www.hagalil.com/2026/05/linksdeutsche-vorgeschichte-der-genozid-anschuldigung-gegen-israel/

Vielleicht hilft dir das ja weiter, @sacredheart


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gestern um 19:59
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Wenn ein Libanese, Türke, Araber an der Diskotüre/Saunatüre abgewiesen wird, weil er südländisch aussieht, so heißt es "... naja, die benehmen sich nunmal auch oft daneben" - mediale Rückmeldung: Beiläufig.
Das ist halt auch wage.
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Lehnt ein Hotel eine Buchung eines Israeli ab: ANTTIIIIISSEEEMMMIIITTIIISSSMMUSSSSS Medial Omnipräsent und auch politisch plötzlich ein Thema.
Und das belegt.
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Aber ähnliche Vorfälle passieren täglich, noch zuletzt als man den iranischen Fussballern fast die Teilnahme verwehren wollte, oder aber der Schiedsrichter, welchen man nicht nach Amerika reingelassen hat (war übrigens schwarz).
Spätestens seit George Floyd ist irgendwie in Mode, über den großen Teich zu schauen und deren Probleme zu importieren. Haben wir nicht genügend eigene Probleme? Ist die USA uns wirklich so extrem wichtig, das man von dort Beispiele ranziehen muss? Das Thema wurde übrigens ganz gut hier thematisiert, aber ändern können wir es von hier aus nicht. Anders als den Antisemitismus in Deutschland.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 20:09
@Fellatix

Danke für den interessanten Beitrag, gerade im Hinblick auf die Separation der jüdischen Fluggäste bei der Flugzeugentführung. Mir war das zwar bekannt, aber tatsächlich nur aus ein oder zwei Artikeln wie diesem


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 20:53
@Fellatix

Danke für die sehr gute Zusammenstellung. Das Meiste war mir durchaus bekannt, ohne das jedoch mal so im Zusammenhang betrachtet zu haben.
Für Empörung sorgte vor allem die israelische Befreiung der Geiseln.
Quelle: https://edition-tiamat.de/books/fluchtpunkt-entebbe

Die Parallele zum 07.10.2023 ist so traurig wie augenfällig. Auch da hat Israel den 'Fehler' begangen, die Täter zu eliminieren anstatt sie in einen vergoldeten Porsche Richtung Golfplatz oder Delfintherapie zu setzen.

Danke für diesen 'allmy excellence' Beitrag.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 21:12
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Das ist halt auch wage.
Nein mehrmals belegt - gibt es, ganz interessant tatsächlich - Studien zu.
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Und das belegt.
Ich glaube natürlich, dass es passiert ist. Aber belegt ist es insoweit dass es einen Screenshot einer E-Mail gibt, welchen ein Buchender erhalten hat. Weder weiß man, in welchem Kontext und von wem die E-Mail geschrieben wurde. Nochmal: ich denke dass es genauso passiert ist, aber die Begrifflichkeit "Beleg" ist hier etwas weitgreifend.
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Spätestens seit George Floyd ist irgendwie in Mode, über den großen Teich zu schauen und deren Probleme zu importieren. Haben wir nicht genügend eigene Probleme? Ist die USA uns wirklich so extrem wichtig, das man von dort Beispiele ranziehen muss? Das Thema wurde übrigens ganz gut hier thematisiert, aber ändern können wir es von hier aus nicht. Anders als den Antisemitismus in Deutschland.
Rassismus ist ein Thema, welches auch bei uns in Deutschland präsent ist, man braucht hier also nichts importieren. Ich finde nur dass es bei Antisemitismus gleich höhere Wellen schlägt - klar Staatsräson usw. Aber mein Beitrag zielte auf die Frage im Titel ab, ob es wieder IN sei - das glaube ich eben nicht.

Ich bin überzeugt davon dass der ruhende Antisemitismus bzw. der Rassismus im allgemeinem immer dann vom Latenten ins Aktive rübergeht wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Mal richtet sich der Hass gegen Juden, dann gegen Ukrainer, dann gegen Syrer oder Araber im Allgemeinen - das ist nicht neu und hat auch nichts mit einer Mode gemein (auf das IN bezogen) - es ist einfach die aktuelle Lage die Menschen Nährboden gibt den Rassismus offen auszuleben.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich versuche auch, so gut es geht, beiden Seiten gerecht zu werden, aber das fällt mir sehr schwer.
Das merkt man.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Es wurde als Beispiel für den Hunger in Gaza um die Welt gereicht unter Hinfortlassung des Kontextes. Warum müssen solche Bilder denn herhalten, wenn es wirklich Kinder gäbe, die mangels Lieferungen unterernährt sind? Spätestens das Gesamtfoto mit dem recht propper wirkenden Bruder daneben war klar, dass das Foto 'ein faules Ei' der Hamas war.
Ich denke eher, dass es dein Vorurteil befriedigt solche einzelnen Fälle zu nehmen und zu glauben, dass bei rd. 100.000 Toten nicht auch jede Menge anderes Leid darunter ist, das ist ja fast schon logisch. Es ist auch logisch dass das Volk im Gazastreifen aktuell mit weniger Wasser auskommen muss, als die Weltgesundheitsorganisationen es vorgeben - wir reden nicht von Luxus und 20 Min duschen, wir reden von Wassermengen die das Leben gefährden. Ein einzelnes Bild zu nehmen, es als Fake zu enttarnen und dann zu sagen jeder der es verbreitet hat ist ein Antisemit - da machst du dir das Leben zu einfach.

Man kann israelkritisch sein, und trotzdem hin und wieder mal in ein Fettnäpfchen treten, das macht die Kritik im allgemeinen nicht ungerechtfertigt und einen auch nicht automatisch zum Antisemiten.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Warum verbreitet die Hamas Videos von heldenhaften Sanitätern, die gleichzeitig die Ambulanz fahren und ein Baby reanimieren? Die Dummen beklagen diese Menschen, die nicht völlig Verblödeten fragen sich: Wer macht das Video? Kann der nicht fahren oder reanimieren?
Weil die Hamas eine Terrororganisation ist die sich hauptsächlich von Hass gegen Israel ernährt - keine Ahnung also worauf die Frage abzielt. Du solltest halt wirklich aufhören dich über das Vorgehen der Hamas zu wundern. Das ist Abschaum und das streitet auch kaum jemand ab - leider gibt es welche - dazu gehören aber nicht sonderlich viele.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Auch die Pali Fans dieser Selfie Flotilla, die aus 'der Folter' Israels auf der Trage mit stiff neck kommen, halb tot und 3 Stunden später völlig mobil sind und am Flughafen jubeln, offenbar genesen, lassen Zweifel an der ganzen Inszenierung angebracht erscheinen.
Welche berechtigt ist - Zweifel sollten dann aber auf beiden Seiten angebracht werden. Ich habe auch Zweifel daran wenn Netanjahu sagt, es ginge nur um den Kampf gegen die Hamas - dann aber mindestens 1x die Woche von Groß-Israel spricht, oder während der andauernden Kriege neue Siedlungen genehmigen lässt, oder den Strafgerichtshof geheimdienstlich jagt - wie passt es zusammen. Ist all das nötig im Kampf gegen die Hamas?

Aber du hattest ja eingangs erwähnt, dass es dir schwer fällt beiden Seiten gerecht zu werden - das ist zumindest eine sehr ehrliche Aussage und mit dieser kann ich auch leben.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 21:27
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Ich finde nur dass es bei Antisemitismus gleich höhere Wellen schlägt - klar Staatsräson usw. Aber mein Beitrag zielte auf die Frage im Titel ab, ob es wieder IN sei - das glaube ich eben nicht.
@Ataraxie89

Das kann man natürlich nicht auf die ganze Bevölkerung kippen schon klar.

Ich glaube aber, dass man vor 20 Jahren mehr Gegenwind bekommen hätte, wenn man 'Kauft nicht bei den Juden' gesagt hätte als wenn man heute den Nazi Slogan leicht anglifiziert und sich heute als BDS Aktivist gibt. Das ist bedauerlich.
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Du solltest halt wirklich aufhören dich über das Vorgehen der Hamas zu wundern.
Darüber wundere ich mich nicht. Ich wundere mich über die Menschen, die ihre Erzählungen glauben. Dafür kann es ja nur 2 mögliche Gründe geben:
Antisemitismus oder Verblödung.

Denn:
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Das ist Abschaum und das streitet auch kaum jemand ab - leider gibt es welche - dazu gehören aber nicht sonderlich viele.
Aber jeder, der ihnen glaubt, adelt sie doch damit. Das iat so, als würde man die Erzählungen von Carlos, dem sendero luminoso oder von Al Quaida für die Wahrheit halten.
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:oder den Strafgerichtshof geheimdienstlich jagt -
Na ja, Chefankläger Khan hat ja aktuell ganz eigene Probleme... Das erhöht deren Glaubwürdigkeit nicht gerade. Für Israel sind die auch einfach unzuständig.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

gestern um 21:41
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich glaube aber, dass man vor 20 Jahren mehr Gegenwind bekommen hätte, wenn man 'Kauft nicht bei den Juden' gesagt hätte als wenn man heute den Nazi Slogan leicht anglifiziert und sich heute als BDS Aktivist gibt. Das ist bedauerlich.
Vermutlich ja, aber das bestätigt im Grunde nur das was ich ja schon sagte. Der Nahostkonflikt erlaubt es Menschen wieder offener Ihren Rassismus auszuleben. Würde die Türkei Krieg gegen die Kurden im Irak führen, wäre wohlmöglich der Türkenhass wieder präsenter, gerade in der Linken Szene ist ja die Sympathie für vermeintlich schwächere schon immer "IN" gewesen - das ist also kein rein jüdisches Phänomen. Was es nicht besser macht - aber erklärt wieso ich der Meinung bin dass der Antisemitismus nicht mehr oder IN geworden ist, sondern einfach nur offener ausgesprochen werden kann.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Darüber wundere ich mich nicht. Ich wundere mich über die Menschen, die ihre Erzählungen glauben. Dafür kann es ja nur 2 mögliche Gründe geben:
Antisemitismus oder Verblödung.
Nicht jeder Mensch besitzt die Kapazitäten jeden Post zu hinterfragen. Entweder reicht der IQ nicht, oder aber der Post bestätigt eine eigene Haltung die man besitzt. Habe ich dir ja aufgezeigt dass es unter normalen Umständen erhebliche Zweifel an den Zielen Israels geben würde, da vieles was im Westjordanland und Gazastreifen überhaupt nicht zu den ausgesprochenen Zielen passt. Diese Differenzierung gelingt aber nicht so einfach - da du aus deiner Sicht den für dich im Recht stehenden Standpunkt direkt annimmst, ohne zu hinterfragen - das macht die andere Seite genauso.

Nur wenigen gelingt es da den Spagat hinzubekommen, das ist auch nicht einfach.

Aber du kannst - das ist mein Standpunkt - jemanden der zu Dumm ist oder vielleicht auch nicht besser kann - Antisemitismus vorwerfen nur weil er vorschnell urteilt. Dann müsste man dir Muslimhass vorwerfen, da du auch auf Propaganda der israelisichen Regierung reinfällst.

Beides greift zu weit. Es ist eine sehr komplexe Situation, auf der einen Seite die Rechte-Konservative Regierung die offen von Annektionsplänen spricht und bspws. eine höchst-rassistische Todesstrafe einführen wollte auf der anderen Seite fundamentalistische Terroristen.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Aber jeder, der ihnen glaubt, adelt sie doch damit. Das iat so, als würde man die Erzählungen von Carlos, dem sendero luminoso oder von Al Quaida für die Wahrheit halten.
Da stellt sich aber kein Hamas-Vertreter vor die Kamera und erzählt dass die Kinder verdursten und Menschen glauben es und gehen auf die Strafe. Die Propaganda ist teilweise sehr gut getarnt und mischt sich ja auch unter Beiträge die von echtem Leid berichten. Im ersten Schritt ist jemand der sich für die Seite mit 100.000 Toten solidarisiert emotional angefixt und möchte dieses Leid teilen - dass dieser Post eventuell Fake ist, kommt später zum Teil zum Vorschein, macht das "Teilen" selber aber nicht antisemitisch.

Wenn es bewusst passiert, dann ist es natürlich was anderes. Wenn ich bewusst Hamas-Propaganda vertreibe, dann ist die Sache klar. Als der IS im Vormarsch war und Junge Kämpfer rekruitiert hat mit Videos die Aussahen wie Call of Duty - diese Videos waren als IS Video gekennzeichnet - das ist zB ein Fall wo man später nicht sagen ... wusste ich aber nicht.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Na ja, Chefankläger Khan hat ja aktuell ganz eigene Probleme... Das erhöht deren Glaubwürdigkeit nicht gerade. Für Israel sind die auch einfach unzuständig.
Er war ja nicht der einzige gegen den man harsch vorgegangen ist. Es bleibt ein fader Beigeschmack wenn eine demokratische Regierung sich gegen eine rechtsstaatliche Kontrolle auf die Art zu wehren versucht - spricht in den meisten Fällen ja dafür, dass man etwas zu verbergen hat. Kann man also so oder so sehen.


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