sacredheart schrieb:Das sogenannte Leid der Palästinenser treibt aber nun mal sehr viel mehr Menschen auf die Straße in Deutschland als das Leid im Sudan, in Jemen, im Kongo, als die Vertreibungen in Ostasien.
Das Leid der Palästinser hat also einen höheren Wert. Worin besteht der? Doch nur darin, dass man es Israel in die Schuhe schieben kann.
Das Thema Israel, Gazastreifen ist medial und auch politisch deutlich näher an Deutschland dran als Konflikte im Sudan oder Ähnliches. Es wird ja auch mehr über den Russlandkrieg berichtet, da dieser Konflikt geologischen Einfluss auf uns hat und bei Israel gehört es zur Staatsräson und hier leben natürlich auch viele arabischstämmige Menschen die sich von der Entwicklung dort betroffen und angesprochen fühlen.
sacredheart schrieb:Wobei jeder weiss, wer diese Videos anfertigt. Ohne Zustimmung der Hamas oder der UNRWA geht da fast nichts raus. Insofern ist da nichts besonders gut getarnt. Wer der Hamas glaubt, muss auch dem IS glauben.
Es gibt auch viele ähnichlautende Berichte von NGOs und auch zuverlässigen internationalen Quellen. Selbst Israelische Quellen gehen von ähnlichen Zahlen aus wie die, die man von Hamas-Ministerien erhält. So weit weg ist die Berichterstattung da also nicht. Du nagst dich da zu sehr an der Hamas fest. Es gibt berechtigte Zweifel am Vorgehen Israels - das magst du anders sehen, das spricht so selbst Merz aus, der sich immer wieder mit Israel solidarisiert.
Wenn ich jetzt 20 Beiträge teile und darunter sind 2 Fakebilder/Videos, macht es mich nicht zum Antisemiten.
sacredheart schrieb:Kapazität oder der Wille?
Wenn ich ein Bild eines extrem unterernährten Kindes sehe und daneben steht der Bruder, der durchaus äußerst wohlgenährt erscheint, kann man doch nicht glauben, dass es ein allgemeines Problem ist, es sei denn, man will das glauben.
Oder man glaubt einfach dass der Junge vielleicht am anderen Ende des Gazastreifens lebt und dort mehr humanitäre Hilfe ankommt. Du siehst das sehr schwarz/weiß - was ok ist.
Aus meiner Sicht, und ich kann am eigenen Leib berichten, wurde auch mir oft vorschnell vorgeworfen Narrative zu bedienen oder Antisemit zu sein. Ich stehe im engen Kontakt mit Juden und auch Israelis, ich feier die Kultur und war schon 3x in Tel Aviv - ich finde es greift manchmal zu vorschnell direkt in Schubladen oder Schwarz/Weiß zu denken.
Bin für heute raus, danke dir aber für den angenehmen Austausch.