Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Kurdische Politik in der Türkei

3.039 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Politik, Türkei, Terrorismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 14:27
@vegi

Ach, ehrlich? Sie war Verboten! Noch heute fürchten sich viele Kurden in der Öffentlichkeit kurdisch zu sprechen. Ich verstehe nicht wie du das alles Relativieren kannst. Viele kurdische Künstler bekennen sich nicht öffentlich zu ihrer kurdischen Identität, sondern versuchen im Gegenteil, wenn immer möglich, eine Loyalität mit Übereifrigen Nationalismus zu bekennen.

Man hat stets immer behauptet, wenn kurdische Feierlichkeiten stattfanden, dass es sich um eine Verschwörung handele, die sich ebenso gleich zu PKK bekennt. Wenn du die Agenda Atatürks nicht kennst, dann hast du als Türke ein wirkliches Problem mit deinem Intellekt.

Heidnische Feste? Wie kommst Du drauf? Ein wirklicher Muslim, würde die Türkei und ihre heuchlerische Politik aufs Schärfste verachten. Und Außerdem bin ich Alevite - also brauchst du mir nicht mit deiner billigen Strategie ins Gewissen zu reden, dass ich um mein Iman sorgen zu brauche, wenn ich Newroz feiere.

Iran und Persien sind nicht das Gleiche! Nicht nur Kurden bekämpfen den Iran, auch Perser selbst. Der Iran ist ein arabisches Land, mit persisch, türkischen Hintergrund.


melden
vegi ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 14:35
das ist doch jeden seine eigene wahl sichzu dem zu bekennen was man will,ich finds krank wie man hier verscuht jeden zu vereinanmen!

ich kann micht nicht entsinnen das üüberhaubt jemand angst hat kurdisch auf der strasse zu reden!

aber natürlcih kann man das hier den (sarkasmus) "dummen" deutschen hier so verkaufen, die hinterfragen sowieso nie was schlieslich wissen das die asylanten die türkei nur aus dem fernsehr kennen eh alles am besten!


1x zitiertmelden
vegi ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 14:37
das alevite bist ändert nichts selbst unser premier muss sich sorgen machen wen er heidnische feste fördert und sich danach moslem schimpft!


melden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 14:46
@vegi

Die Deutschen sind viel Intelligenter als Du und Ich zusammen - und mache dir ehrlich gesagt eher um deine Beiträge sorgen, die sind so-was-von durchschaubar, als über den Intellekt der Deutschen Mitleser. Dein billiger Versuch zu manipulieren, zeigt erst Recht, wie Banal es ist mit einem Türken zu diskutieren, wenn man versucht eine berechtigte Kritik einzubringen.

Sehr wohl! Türkische Nationalisten haben zum Beispiel, trotz der Beliebtheit in der Bevölkerung, Romas in Thrakien angegriffen. Türkische Nationalisten haben in der Stadt Sivas 37 alevitische Künstler umgebracht, weil diese einen sunnitischen Autor namens Aziz Nesin, der aus dem Buch Salman Rushdies lesen wollte, dem altbekannten Buch: "Satanischen Verse", eingeladen hatten.

Ebenso wurde dieses Jahr der kurdische Politiker und Menschenrechtler Ahmet Türk in Samsun zusammengeschlagen, ebenso auch, dass viele kurdische Politiker in Gefängnisse mussten, weil sie kurdisch gesprochen hatten. Wenn die kurdische Bevölkerung es in den Medien mitbekommt, dann ist es kein Wunder, wenn sie sich drum fürchten.

Heidnische Feste?


melden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 14:47
Und außerdem ist mein Präsident Wullf und nicht Gül!

Ich lebe in Deutschland.


1x zitiertmelden
vegi ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 14:59
du versuchst die ganze zeit hier die leute mit der mitleids numemr zu manipulieren nicht ich,find schlimm genug das man deutschland als geldwäsche zentrum für die waffen finazierung der pkk benutzt!

achja und sivas ist wieder ein tolles beispiel kurdische fanatiker bringen sich gegenseitig um,und der staat sorgt für ordnung mit einer ausgangssperre!


was macht die pkk nach dem heidentum versuchen sie nun auch die aleviten zu vereinamen und spinnen geschichten von riesigen verschwörungen und komplots..


ahmet türk der politiker den die türkische linke CHP eine wohnung angeboten hat weil ihn niemand wegen seiner radikalen ansichten haben wollte?

dessen familie in familien fähden aufgerieben wurde???
war sein vater nicht in den hamidiye regimentern?


melden
vegi ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:00
Zitat von Kurde46Kurde46 schrieb:Und außerdem ist mein Präsident Wullf und nicht Gül!

Ich lebe in Deutschland.
dan sollte es dich nicht weiter jucken was in türkei passiert!


5x zitiertmelden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:04
Es hat keinen wirklichen Sinn mit dir zu diskutieren. Ich könnte jetzt alle deine Aussagen, widerlegen. Aber es macht keinen Sinn.


melden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:05
@vegi
Zitat von vegivegi schrieb:dan sollte es dich nicht weiter jucken was in türkei passiert!
Aber du bist doch der jenige der sich die ganze Zeit gekratzt fühlt. Ihm interessiert es nicht was in der Türkei passiert, ihm interessiert was in Kurdistan passiert und was die Besatzer mit der kurdischen Bevölkerung macht.


Gruß

SaifAliKhan


1x zitiertmelden
Heval ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:42
@vegi

Überlege du mal wie islamisch du und die Türkei bist, bevor du eine ganze Volksgruppe als nicht Muslime bezeichnest.

Und PS:
Tengrismus war einst der Glaube aller türkischen und mongolischen Völker Zentralasiens. Der Glaube baut sich vor allem um den Himmelsgott Tengri auf und setzt sich aus Animismus, Schamanismus, Ahnenverehrung, einer speziellen Form des Totemismus und Einflüssen aus dem chinesischen Universismus zusammen.


melden
vegi ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:55
mein beitrag wird gelöscht!
aber wieso tun die mods nichts gegen sowas?

>>>ihm interessiert was in Kurdistan passiert und was die Besatzer mit der kurdischen Bevölkerung macht.<<<

sowas ist eine reine provokation mehr nicht ,wo bleiben da die mods?

@Heval
ich bin kein shamanist auch kein anhänger solcher ideen,bin auch nicht sonderlich fromm

mein problem sind leute wie saifali aka kurde46 die hier fromm machen,wie die heilige mutter maria und gegen zionismus und israel predigen,und saladin in den himmel loben!

und dan sich auf heidnische feste berufen!


ich bin für ein nerwoz verbot da diese feier seinen zweck verfehlt es war ein neujahrs fest man feierte den frühling,und schau dir an was es heute ist,eine riesige kundgebung der DTP


/dateien/pr58671,1288623327,gorkemli newroz2008 2Original anzeigen (0,2 MB)


was hat das nocht mit dem frühling zu tun?
türkei ist wahscheinlich das einzige land wo ne partei einen ganzen feiertag für sich vereinahmt hat!


melden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:57
@vegi
hast du den Beitrag gemeldet?


melden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:57
Zitat von SpartacusSpartacus schrieb:ihm interessiert was in Kurdistan passiert und was die Besatzer mit der kurdischen Bevölkerung macht.
Ihm und zum Wohle der deutschen Gesellschaft sollte lieber interessieren, was die kurden mit den kurden machen:
In Celle verschwanden fünf Töchter kurdischer Familien spurlos in Lagern der Guerilla


Einer aktuellen Analyse des Bundeskriminalamts (BKA) zufolge rekrutiert die PKK in Deutschland ständig Kämpfer für den Guerillakrieg gegen die türkische Armee. Seit 1993 seien mindestens 87 kurdische Kinder und Jugendliche verschleppt worden. 35 sind bis heute verschwunden (siehe Kasten).

Nach Erkenntnissen der BKA-Experten läßt PKK-Führer Abdullah Öcalan seinen Untergrundnachwuchs aus Deutschland in grenznahen Camps in Belgien und den Niederlanden schulen. Im Rahmen der Ausbildung werde auch „die Herstellung und Benutzung von Molotowcocktails vermittelt“. Rund 3000 Minderjährige, so eine UNO-Studie, habe die PKK bislang weltweit für ihren bewaffneten Kampf rekrutiert.

Die Familien der Verschwundenen bleiben gegenüber den Ermittlern stumm. „Sei es aus Angst vor der Rache der PKK, oder weil sie als Aktivisten freiwillig ihre Kinder in die Lager schicken“, glaubt Verfassungsschützer Hesse.

CELLE EINE STADT IN UNRUHE

Der Anteil der Kurden unter den 73 000 Einwohnern von Celle beträgt nur 3,2 Prozent. Trotzdem sind sie fast täglich in den Schlagzeilen.

Gettobildung: Kurden verdrängten die deutschen Mieter aus mehreren Straßenzügen. Seitdem wird dort nur kurdisch gesprochen. An Integration im Gastland ist nicht zu denken.

Radikalismus: Umzüge zum kurdischen Neujahrsfest entwickeln sich stets zu Kundgebungen für den Diktator Öcalan. Celle gilt mittlerweile als Hochburg und „Ruheraum“ der verbotenen PKK.

Jugendkriminalität: Gewalttätige kurdische Banden beherrschen die Schulhöfe. Eine Jugendstaatsanwältin bekannte, sie sei 80 Prozent ihrer Zeit mit kurdischen Fällen beschäftigt.

Dubiose Geschäfte: Kurden erwarben 223 Immobilien im Wert von 100 Millionen Mark. Auffällig viele Käufer waren Sozialhilfeempfänger. Insider vermuten, hier würden Drogengelder gewaschen.


http://www.focus.de/politik/deutschland/pkk-verfuehrte-maedchen_aid_175164.html
Zitat von vegivegi schrieb:aber natürlcih kann man das hier den (sarkasmus) "dummen" deutschen hier so verkaufen, die hinterfragen sowieso nie was schlieslich wissen das die asylanten die türkei nur aus dem fernsehr kennen eh alles am besten!
wie der kurde46 schon richtig erkannt hat, sind die Deutschen intelligenter als du denkst, nur passt es einigen nicht in das Weltbild, wenn hinter den "türkischen" Scheinasylanten, Ehrenmördern, Drogendealern zum größten Teil kurden stecken...


melden
vegi ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 15:59
@wicht
muss man das wen mich meine provokation auf die provokation anderer bezieht?


melden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 16:00
@vegi
du beklagst dich doch grad, oder?
naja, wollt ich nur mal erwähnt haben!


melden
Heval ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 16:02
@vegi

Du kennst dann die Geschichte des Newroz'es in der Türkei nicht.


melden
vegi ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 16:05
erzähl sie mir will nicht voreingenommen sein,aber ich sehe bis jetzt nichts kulturelles dran,sondern eher ideologische grundlage..bis jetzt zumindest


melden
Heval ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 16:31
@vegi

Newroz ist in der Türkei Verboten, warum? PKK? Nein.
Der Grund ist, ein Volk was es nicht gibt (Noch 1979 hieß es im offiziellen Wörterbuch (Türkçe Sözlük) der Türk Dil Kurumu zur Erklärung des Wörtchens "Kurde":

Name einer Gemeinschaft oder Angehöriger dieser Gemeinschaft türkischer Herkunft, die ihre Sprache verloren hat, eine degenerierte Form des Persischen spricht und in der Türkei, im Irak und Iran lebt.
) feiert ein Fest. Ein Fest das ihre Identität, ihr dasein, ihr Zusammenhalt in ganz Kurdistan (Türkei,Irak,Iran und Syrien) zeigt. Ein Volk was Assimiliert und Unterdrückt wird, zeigt durch Newroz ihre Stärke. Man Sparte nicht um es zu verbieten, Aufnahmen aus Cizre 1991 zeigt wir Brutal das türkische Regiem dagegen angegangen ist. Nach und Nach hat die PKK ihren Platz, das in den Augen von Millionen Kurden ihre Partei ist, Platz eingenommen. Und heute ist Newroz sowohl Kultur, wo die kurdischen Farben, Gewänder, Prachten getragen werden, wo kurdische Musik gesungen wird (das ja ebenfalls eine Zeit lang verboten war), wo die Kurden ihr Gespür für Freiheit bekommen. Zum anderen hat Newroz auch eine politische Seite, man möchte zeigen, wir sind überall, wir haben auch eine Meinung, wir sind hier, ignoriert uns nicht.
Damals wurde Newroz unorganisiert, so ähnlich wie eine Demo gefeiert, wenn man es den feiern nennen darf, vollbracht. Heute Organisieren die kurdischen Organisationen, Partei das Newroz Fest und in ganz Kurdistan wird es gefeiert, da soll es dich nicht Stören, das zum Beispiel Mazlum Dogan sich am Newroz erhängte und mit 3 Streichhölzern seine Zelle in Diyarbakir dem berühmten Militärgefängnis wo Folter an der Tagesordnung war anzündetet um auf die Haftbedienungen etc. aufmerksam zu machen.Diese sind jetzt ein Teil der Geschichte, eine Geschichte die leider für uns Blutig und voller Leid ist. Aber, hoffentlich werden wir dieses Kapitel auch irgendwann zu ende Schreiben und wir Kurden werden auch irgendwann mit all unserer Würde und Rechte ein anständiges leben führen dürfen...


Und hier auch für dich: Seit 1994 gilt Nevruz offiziell als ein alttürkisches Fest.
Also, es feiern viele Türkvölker in ganz Asien, also spare doch einfach sowas wie Muslime etc.
Lass die Religion aus der Politik.


melden

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 17:19
Zu den Ursachen will ich mal auszugsweise aus einer sehr interessanten Studie zitieren, vielleicht hilft dies auch unter histprischen Gesichtspunkten die Zusammenhänge etwas besser zu verstehen:
Die Beweggründe für den Völkermord an den Kurden liegen in der ultranationalistischen
ideologischen Ausrichtung des türkischen Staates und seines »Gründungsvaters« Mustafa
Kemal Atatürk. Kendal22 und Sadiq zufolge ist Atatürks ideologische Ausrichtung »auf
intellektueller Ebene ... tief von der Ideologie der Jungtürken durchdrungen.« Schließlich
war er »bis 1919 Mitglied des innersten Kreises des Komitees für Einheit und Fortschritt
(Ittihad ve teraqqi cemiyeti)« , der Partei der Jungtürken. Elemente ihrer Ideologie,
besonders wie sie sich nach 1909 gestaltete, wurden eindeutig instrumentalisiert, um
den Völkermord an den Armeniern einzuleiten und zu rechtfertigen.
Simpson zufolge nahm Atatürk ungeachtet der klaren Kenntnis dieser Sachlage
Ittihadisten, die direkt mit dem Völkermord an den Armeniern zu tun hatten, in die
Reihen seiner Unabhängigkeitsbewegung auf. Darüber hinaus hatte er dafür gesorgt,
daß seine Sympathisanten den Strafprozeß gegen jene Ittihadisten, die wegen Massenmords
an den Armeniern angeklagt waren, »systematisch verzögerten und behinderten«.
Sie zerstörten Beweise, die gegen sie verwandt werden könnten, organisierten Ausbrüche
für die, gegen die Klage erhoben wurde und zettelten große Demonstrationen und öffentliche
Proteste gegen Gerichtsverhandlungen an. Während seines Unabhängigkeitskrieges
trug »Kemals Aufnahme der Ittihadisten zu einem eskalierenden Zyklus von ... Tötungen
und erneuten Massakern« an den Armeniern bei.
Vahakn Dadrian bestätigt Simpsons Feststellungen: »Die übrig gebliebenen Führer der
Spezial Organisation (tesktilat-I-mahsusa), die eine zentrale Rolle in den Kampagnen für
die Ausrottung des armenischen Volkes in der Zeit des Krieges spielten, wurden von
Kemal aufgenommen und eingesetzt, um seinen Befreiungskrieg in Gang zu bringen und
ihm einen organisatorischen Kern zu verschaffen.« In der Tat wurde Kemals Bewegung
»zum großen Teil von einer ansehnlichen Zahl Ittihadisten unterstützt, unter ihnen Zivilisten
und Militärs. Darüber hinaus halfen ihm Vertreter der Spezial Organisation, die
während des Krieges prima facie des Völkermords an den Armeniern angeklagt wurden ...Kemalismus wurde für sie zum Schutz- und Zufluchtsort ... Und noch wichtiger, die
obersten Führer der Kemalisten« waren durch die selben »nationalistischen Impulse motiviert,
die die Ittihadisten dazu gebracht hatten, Völkermord zu begehen.«
Darüber hinaus gelang es Kemal durch den Vertrag von Lausanne, eine »Amnestie für
alle Ittihadisten auszuhandeln, die in früheren Strafverfahren« des Massenmordes an
den Armeniern angeklagt worden waren. Dadrian zufolge hat die – später für Atatürk so
motivierende – Ideologie und Bewegung der Ittihadisten dafür gesorgt, daß diese letzten
»osmanisch-türkischen Herrscher unter dem fast ständig wirkenden Bann des Selbstverständnisses
der herrschenden Nation – einer Art ›Herrenrasse‹ –, unfähig und unwillig
blieben, mit einer ›unterworfenen Nationalität‹ ein Auskommen zu finden, wie berechtigt
deren Bitten und Forderungen auch gewesen sein mögen.«
Bereits 1924 schloß Kemals hypernationalistische und rassistische Vision eines neuen
türkischen Staates diese Ideen ein: Die Kemalisten hatten »das Erbe der antiarmenischen
Politik der Jungtürken angetreten. « Die kurdische ›unterworfene Nationalität‹ sollte von
nun an durch genozidale Handlungen (wie im vorhergehenden Teil definiert) zusätzlich
verfolgt und entwurzelt werden. Diese gegen die Kurden gerichtete genozidale Absicht
hatte sich bei Kemal bereits 1921 herauskristalliert, als er kurdische Aufstände niederschlagen
ließ, die diesen ›Unterworfenen-Status‹ in Frage gestellt hatten. Als damals Nuri
Dersimi und andere kurdische Führer in einem Memorandum gegen diesen ›Unterworfenen-
Status‹ Stellung bezogen, wurden auf Kemals Weisung »die gefürchtetsten Einheiten
der türkischen Armee nach Kurdistan versetzt.« Sie verübten Grausamkeiten, brannten
Dörfer nieder und massakrierten die Einwohner. Beispiele dafür finden sich in den
Memoiren von Ebubekir Hazim Tepeyran, dem damaligen Gouverneur von Sivas; »Einwohner
verließen, aus Furcht vor der Deportation, ihre Dörfer und ihren Besitz und
flüchteten in die Berge. Diese Menschen, die ihr Leben retten wollten, wurden als Banditen
bezeichnet, und so verbrannte man ihre Häuser und beschlagnahmte ihren Besitz. 76
Dörfer in der Gegend von Umraniye und Zara, 57 in der Gegend von Divrigi, insgesamt
wurden 133 Dörfer verwüstet. Es war, als ob Krieg gegen einen Feind geführt worden
wäre. Hunderte von Menschen waren ermordet, ihre Habe und ihr Vieh waren zerstört
und getötet worden. Tausende starben in den Bergen durch Hunger und Kälte.«
Chaliand legt dar, daß durch der Art und Weise, wie Atatürk der Türkei ab nihilio eine
mysteriöse Vergangenheit andichtete, um seinen Plan zur Schaffung einer Nation zu verwirklichen,
schon in der Entstehungsphase der neuen Republik eine genozidale Absicht
erkennbar war. »Die Türken, die ursprünglich aus dem zentralasiatischen Raum stammen,
wurden darin zu Gründern der großen sumerischen, babylonischen und hittitischen
Zivilisationen von Klein Asien und Mesopotamien. In dieser ultranationalistischen Vision,
existierten die Kurden einfach gar nicht.« Laut Besikci wurde diese ultranationalistische
Vision noch zusätzlich durch den Vertrag von Lausanne genährt, der 1923 auf institutioneller
Ebene – und mit internationaler Zustimmung der Großmächte – »zum Wegbereiter
für die Degradierung und tatsächliche Versklavung der Kurden wurde ... Es steht eindeutig
fest, daß der Vertrag von Lausanne die Kurden auf empörende Weise unterdrückt und
ihnen bis heute das Recht auf Freiheit verwehrt. Der türkische Staat sah darin ein Startsignal,
die Identität, die Sprache und das Vermächtnis der Kurden von der Erdoberfläche
und aus den Geschichtsbüchern zu tilgen. Darüber hinaus ist es strittig, ob der türkische
Staat die Unterzeichnung des Vertrags nicht als internationale Garantie und Bestätigung
dafür sah, Politik und Praxis aus der Zeit des Komitees für Einheit und Fortschritt fortzu-
setzen.39 Diese genozidale Absicht scheint allerdings schon 1923 von einigen maßgebenden
kurdischen Intellektuellen, Scheichs und religiösen Führern erkannt worden zu sein.
Kendal berichtet, daß sie in das Komitee für kurdische Unabhängigkeit (Kürt Istiklal
Cemiyeti) eintraten, »aus Angst, daß die neue türkische Regierung die unionistische [armenische]
Politik auch auf die Kurden anwenden würde.«40
Wir erfahren sowohl von Imset als auch von Kendal,41 daß Mustafa Kemal als Staatschef
in ideologischer Hinsicht »sehr schnell die Auffassung annahm, daß es für die Entstehung
eines türkischen Staates unbedingt erforderlich sei, den Hauptfeind, die Armenier,
zu liquidieren und die Kurden zu assimilieren«.42 Nach dem Völkermord an den Armeniern
und den »Maßnahmen« gegen die Griechen,43 repräsentierten die Kurden die einzige
Gemeinschaft, die die Türkei in ihrer Existenz als einen quasi ethnisch homogenen Nationalstaat
bedrohen könnte.44 Kurden, die nicht auf die beschriebene Weise »assimiliert«
und »turkifiziert« werden wollten, betrachtete man einfach »nicht weiter als Bestandteil
eines sich neu formenden Systems« innerhalb des ›Misak-i Milli‹ oder der allgewaltigen
türkischen Republik«.45 Dementsprechend wurden sie auch behandelt. »Sie wurden nicht
länger als Nicht-Kombattanten angesehen oder geschützt. Überall wo man Widerstand
gegen genozidale Maßnahmen wahrnahm ihn sich eingebildete, wurde sie als ›Verdächtige‹
und oftmals als ›Kombattanten‹ eingestuft, genauso wie die Armenier [vor ihnen].«46
Das Ausmaß, in welchem die Kurden sehr schnell zur »Nicht-Entität« in dem türkischen
politischen Vokabular47 und statt dessen zum Objekt einer Staatspolitik des geballten
physischen und kulturellen Völkermords wurden, ist den Äußerungen von Ismet
Inönu, Tevfik Rüstü und Mahmut Bozkurt vorgezeichnet. Diese drei Politiker hatten
Schlüsselpositionen inne und standen an der Spitze der aktiven türkischen Regierungspolitik.
Ismet Inönü, der 1938 Atatürks Nachfolger als Präsident der Republik wurde, bestätigte
in seiner Eigenschaft als Premier Minister (am 5. Mai 1925): »wir sind, geradeheraus
gesprochen, Nationalisten ... und Nationalismus ist das einzige Element, das uns zusammenhält.
Gegenüber der türkischen Mehrheit haben andere Elemente keinen Einfluß.
Wir müssen die Bewohner unseres Landes um jeden Preis turkifizieren und wir werden
diejenigen vernichten, die gegen die Türkei und das Türkentum opponieren.«48 Justizminister
Mahmut Esat Bozkurt verkündete fünf Jahre später, in einem ebenso bedrohlichen
Ton, daß »diejenigen, die nicht von reinem türkischen Geblüt sind, nur ein Recht in
diesem Land haben – das Recht Sklaven und Dienstboten zu sein.«49
....
Kann nur empfehlen die ganze Studie Medico Report - Der Völkermord an den Kurden zu lesen


1x zitiertmelden
Heval ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Kurdische Politik in der Türkei

01.11.2010 um 17:27
Danke für die Studie und den Link.


melden