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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

652 Beiträge, Schlüsselwörter: Norwegen, Rechtspopulisten

"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 19:51
@we5
Pass mal auf, du bringst da ganz gute Argumente mit, aber dein Gesamtkonzept passt nicht, vieles hast du unterschlagen oder ignoriert und du unterschlägst den islamophoben Unterton. Der Anschlag war ein terroristischer Akt. Warum? Weil er auf Linke geschossen hat, hätte eine Moschee bombardiert wäre es ein ganz normaler Fremdenfeindlicher Akt.
Vergleichen wir das mal an ein paar anderen Beispielen: Hitler war gegen die Juden, aber getötet hatte er erstmal die SPD Mitglieder und die kommunistische Partei.
Und mal jetzt zu Al-Qaida, die Anschläge passierten dort nicht weil es da die meisten Christen gab sondern weil Das Welt-Handels Zentrum als Säule des Kapitalismus angesehen werden kann, das dritte Flugzeug landete im Pentagon.
Es gilt bei einem terroristischen Ziel die politischen Gegner zu zerschlagen
In 2028 spricht Breivik deutlich vom „Kultur Marxismus“ der Verantwortlich seien soll für die arabisierung Europa oder „The clash of civilizations“. Er sieht die Marxisten als politische Instanz für die Araber an. Auf seiner Uniform ist ein Totenkopf mit Halbmond und Hammer und Sichel zu sehen, das mit einem Kreuzritterkreuz durchstochen wurde.
we5 schrieb: Der Anschlag galt ausschließlich den Sozialisten und nicht den Moslems. Warum? Wenn er sich doch so sehr von der Islamkritik leiten ließ? Es war nicht die Islamkritik, sondern die typisch rechte Gesinnung, die zu dieser Untat führte.

Xenophobie, Kampf gegen die Linken und die Liberalen - mit aufgegriffenen Thema des Antiislamismus.
Das ist falsch. Man hat keine Beziehungen zur gewöhnlichen rechten Szene feststellen können, noch gab es bei ihm Hakenkreuz Symbole oder irgendwas. Ein typisches rechte Muster ist nicht zu erkennen und widerlegt deine Behauptung. Jedoch hatte er ganz offensichtlich sich für die Rechtspopulistische Szene interessiert.
Das wirft er der kultur-marxistischen Regierung vor diese Themen Unterschlagen zu haben oder zu befürworten:
Exaggerated claims of Muslim cultural and scientific contributions.
•The Ottoman Empire was tolerant.
•The, “Jewish experience” in the Ottoman Empire “...was a calm, peaceful, and a fruitful
one..”.
•Balkan Christian boys could acquire great social advancement through “recruitment” into
the Ottoman devshirme system.
•The Armenian Genocide never happened. It was rather a struggle between two peoples for
the possession of a single homeland.
•Muslim Andalusia (Moorish Spain) is often pointed out by Muslim apologists as a kind of
multicultural wonderland, in which Jews and Christians were permitted by the Islamic
government to rise through the ranks of learning and government administration.
•Jihad means personal struggle
•Islam is a religion of peace
•Christianity and Islam are equal in terms of historic atrocities
•Maronite Christians (Lebanese Christians) falsely claim to be victims.•Hindu Kush, the largest Genocide in the history of man
•Armenian Genocides
•Greek Genocides
•Assyrian Genocides
•Coptic Genocides
•The past Jihads, torture and enslavement of Christians and other non-Muslim peoples in
the Middle East and Asia
•The ongoing Jihads, torture and enslavement of Christian and other non-Muslim peoples or
individuals in the Middle East and Asia
•Jus Primae Noctis - Officially sanctioned rape under the Ottoman Empire
•The West’s unwillingness to prevent or defend Christian Lebanon against Jihadi invasions by
the Global Islamic Ummah (among them many Muslim countries including Iran, Syria,
Egypt, Jordan). This Jihad eventually lead to the fall of the Christian state of Lebanon. In
1911 there were 80% Christians in Lebanon, today there are less than 25% left, a minority
who are still being persecuted)
•What the Crusades Were Really Like
•European Slaves, Arab Masters – more than 1,5 million Europeans were enslaved •Falsified information about the Crusades (it was a defensive campaign not offensive)
•Western colonial history (anti Western bias, this (primarily financial exploitation) was
nothing compared to the 1400 years of Islamic Jihad which resulted in countless genocides
of more than 300 million people, and the enslavement and forceful conversion of more than
300 million)
Breivik ist kein Nazi oder Rechtsextremer er ist ein extremer Rechtspopulist
Europe has its own full-fledged brand of negationism: a movement to deny the largescale
and long-term crimes against humanity committed by Islam. This movement is led
by Islamic apologists and Marxist academics, and followed by all the politicians,
journalists and intellectuals who call themselves secularists. Similar to the Turkish
negationism regarding the Armenian genocide, the European negationism regarding the
terrible record of Islam is fully supported by the establishment (The EU, Western
European governments). It has nearly full control of the media and dictates all state and
government parlance concerning the communal problem (more properly to be called the
Islam problem).
Ob er jetzt auch ein Christfundamentalist ist lässt sich schwer sagen. Bibelstellen oder einen Auftrag Gottes sind nicht von der Hand zu weisen, dennoch sieht er das Christen und Judentum als Leitkultur des Abendlandes an. Und seine Helden aus dem Mittelalter sind zB. Richard Löwenherz, Jacques De Molay und Vlad der Pfähler.
BTW er war nie Freimaurer die Uniform ist falsch sie hat Rangzeichen die es nicht gibt.


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 20:49
Einen interessanten Aspekt habe ich im Thread "Die Neue Rechte" (Seite 36) aufgeschnappt.


[...]

Umso bezeichnender ist es, dass die neurechten Maulhelden, aus deren Dunstkreis Anders B. hervorging, und die ihn zu den Ihren zählten, bevor er das Maulheldentum satt hatte und zur Propaganda der Tat schritt, nun gar nichts mit ihm zu tun haben wollen, keinen Gedanken auf Selbstkritik verwenden, sich vielmehr in bekannter Manier wehleidig schon jetzt als Opfer des linken „Mainstreams“ und jener „Kulturmarxisten“ hinstellen, die Anders B. absolut folgerichtig seinerseits als Opfer heraussuchte. (Mit seinen Mentoren hatte er nämlich auch gemeinsam, dass „der Islam“ als Feind eine abstrakte Chiffre bleibt, während der eigentliche Hass denjenigen gilt, die verdächtigt werden, den Islamisten den Weg zu bereiten. Eine Haltung, die wir vom Stalinismus und vom McCarthyismus her kennen.)

[...]

Dies ist eine äußerst interessante Stelle. Denn wir wissen ja, dass Anders B. als Ziel ein ethnisch homogenes, ideologisch auf einem strengen Christentum und einem ausgeprägten Nationalbewusstsein beruhendes Gemeinwesen vorschwebt – also etwa das Gleiche, was die Alte Rechte will. Jedoch hält er es aus taktischen Gründen – weil expliziter Rassismus nicht mehrheitsfähig ist – für sinnvoller, gegen Islamisierung und Multikulturalismus zu argumentieren, und zwar „aus kulturellen Gründen“, ja den Kampf als „Antirassismus“ hinzustellen und den Muslimen und Multikulturalisten einen – gegen die Europäer gerichteten – Rassismus vorzuwerfen.

„Dies hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und erklärt, weshalb die moderne kulturkonservative Bewegung bzw. kulturkonservative Parteien, die die Wiener Denkschule anwenden, so erfolgreich sind: die (norwegische) Fortschrittspartei, Geert Wilders und viele andere.“

[...]

Damit hat Breivik das schmutzige kleine Geheimnis dieser Leute ausgeplaudert. Ihr Ziel ist das gleiche wie jenes der alten Neonazis. Aber sie halten es für geschickter, sich als Antirassisten, Verteidiger der Demokratie, Freunde Israels usw. zu tarnen.

[...]


http://starke-meinungen.de/blog/2011/07/25/anders-breivik-als-theoretiker-und-propagandist-der-neuen-rechten/


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we5
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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 21:34
@individualist

Wenn sein Hass gegen die Muslime tatsächlich so groß war, warum hat er dann keine Moschee angegriffen? Auch wenn er eine Moschee bombardiert hätte, wäre es Terrorismus. Niemand würde es als einen "ganz normalen" fremdenfeindlichen Akt ansehen. Ein solcher Angriff würde außerdem viel besser ins Konzept eines "Tempelritters" passen, der "heldenhaft" gegen den "Islam" kämpft.

Doch was macht er stattdessen? - Er greift ein sozialistisches Jugendlager an.

Wie auch in dem Vergleich mit den Mitgliedern der NSDAP, kann man sehen, dass die Hetze gegen die Muslime für Breivik nicht ausschlaggebend war. Der Anschlag zeigt viel eher, dass radikal-konservative oder rechtsradikale Kräfte immer noch gefährlich für ihre politischen Gegner sind und in ihrem Fanatismus vor nichts zurückschrecken.

In erster Linie richtete sich dieser Angriff klar und deutlich gegen die Demokratie und die westlichen Werte.
individualist schrieb:Ein typisches rechte Muster ist nicht zu erkennen und widerlegt deine Behauptung.
Er distanziert sich von den klassischen Nazis und ist "Israelfreundlich" - Doch im Grunde hat er die "Juden" lediglich mit den "Muslimen" ersetzt. Mehr Unterschied gibt es in der von ihm verfolgten Ideologie nicht.

Dieser Typ ist ein gefährlicher Spinner mit einer krankhaften Fantasie und dem Drang die Welt nach seinen Vorstellungen zu verändern - Ein überzeugter Faschist
individualist schrieb:BTW er war nie Freimaurer die Uniform ist falsch sie hat Rangzeichen die es nicht gibt.
Die Uniform mag falsch sein, aber er war ein Mitglied bei den Freimaurern und wurde auch offiziell nach dem Anschlag aus der Loge ausgeschlossen.


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 21:41
we5 schrieb:Er distanziert sich von den klassischen Nazis und ist "Israelfreundlich" -
Das ist die Linke (jetzt) auch-
Faschisten?


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we5
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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 21:43
wulfen schrieb:Das ist die Linke (jetzt) auch-
Faschisten?
Diese Frage erübrigt sich, wenn du das Zitat vervollständigst. ;)


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 21:51
we5 schrieb:Wenn sein Hass gegen die Muslime tatsächlich so groß war, warum hat er dann keine Moschee angegriffen?
Das du nach der ganzen zeit immernoch an diesem Strohhalm ziehst ist ziemlich einseitig, wenn ich Durst habe muss ich nicht zwangsmäßig Wasser trinken, ich kann auch eine Melone essen. Ein Moschee brand befriedigt seine politische Motivation nicht, die politischen Drathzieher sind für ihn die Kultur Marxisten. Ich kann dir weiterhin beweise liefern wenn du das willst, die seine politischen Überzeugungen belegen, aber das nützt nichts wenn du Tatsachen ignorierst.
Es wäre ganz lieb wenn du mal seinen Hang zum üblichen Nationalismus belegen könntest und nicht wieder mit dem langweiligen Hypothese "Islamhasser brennen nur Moscheen an" ankommst, die keine Substanz hat.
we5 schrieb:In erster Linie richtete sich dieser Angriff klar und deutlich gegen die Demokratie und die westlichen Werte.
Das ist falsch, das hat er nie gesagt oder behauptet, noch gibt es dafür einen Beweis.

BTW: der Zusammenhing seiner Tat sind Schwarz auf Weiß!


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 21:59
individualist schrieb: dennoch sieht er das Christen und Judentum als Leitkultur des Abendlandes an. Und seine Helden aus dem Mittelalter sind zB. Richard Löwenherz, Jacques De Molay und Vlad der Pfähler.
Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich. Wenn er Rechtspopulist ist dann wird er das Judentum mitnichten als Hauptglied der Westlichen Welt und vor allem in Skandinavien in Betracht ziehen.
Diese Prämisse aus der blosen positiven Einstellung zur Israels Nahost-Politik insbesondere die der Hardliner zu entnehmen ist verhängnisvoll, zumal Richard Löwenherz obendrein antisemitisch eingestellt war.


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we5
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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:07
individualist schrieb:Und mal jetzt zu Al-Qaida, die Anschläge passierten dort nicht weil es da die meisten Christen gab sondern weil Das Welt-Handels Zentrum als Säule des Kapitalismus angesehen werden kann, das dritte Flugzeug landete im Pentagon.
Den Anschlag von Breivik kann man eigentlich ganz gut mit den Anschlägen von Al-Qaida vergleichen. Denn auch sie kämpfen nicht primär gegen Christen, sondern gegen ein politisches System. (Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmung)

Der einzige Unterschied ist, dass die Islamisten einen religiös motivierten Faschismus vorantreiben, wogegen Breivik für einen Faschismus eintritt, der auf einer kruden und relativ neuen Ideologie basiert, welche rechtes Gedankengut mit Israelfreundlichkeit vermengt.


@individualist

Wenn ich Durst habe, dann denke ich zuerst an Wasser und nicht an eine Melone. Du sprichst davon, dass die Islamkritik der ausschlaggebende Punkt für seine Tat war, kannst jedoch nicht schlüssig erklären, warum ein Islamhasser ein sozialistisches Jugendlager und keine Moschee angegriffen hat. Ich sage dagegen, dass dahinter ein altes System steckt - der lediglich in einer neuen Form in Erscheinung getreten ist.

Es ist kein "üblicher Nationalismus" dem er folgt - dennoch ist er klar "rechts" und faschistisch eingestellt. Er möchte eine Veränderung bewirken, die die Regierung, die Gesellschaft, selbst die Kirche nach seinen Vorstellungen umstrukturiert.

Denkst du etwa, dass es die klassischen Ansichten eines Islamkritikers sind?


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:08
@we5
we5 schrieb:Denn auch sie kämpfen nicht primär gegen Christen, sondern gegen ein politisches System. (Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmung)
Doch sie kämpfen primär gegen andersgläubige und dazu gehören Christen
we5 schrieb:Wenn ich Durst habe, dann denke ich zuerst an Wasser
Einseitig denken ist schlecht, so funktioniert unsere Welt nicht


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07.08.2011 um 22:10
@Tenth
Mord im Islam oder im Christentum ist ebenfalls ein Widerspruch, trotzdem wird es in Gottesnamen gemacht.


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we5
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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:12
@individualist
individualist schrieb:Einseitig denken ist schlecht, so funktioniert unsere Welt nicht
An diesem Gedanken solltest du festhalten, wenn du über die Islamkritik als Auslöser für den Terroranschlag in Norwegen sprechen willst.


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:13
An diesem Gedanken solltest du festhalten, wenn du über die Islamkritik als Auslöser für den Terroranschlag in Norwegen sprichst.
So hat er aber die tat Begründet, was anderes zu behaupten ist blödsinn


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we5
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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:16
individualist schrieb:Doch sie kämpfen primär gegen andersgläubige und dazu gehören Christen
Primär versuchen sie die Menschen in ihrer Umgebung zu unterdrücken. (Siehe: Taliban)
individualist schrieb:So hat er aber die tat Begründet, was anderes zu behaupten ist blödsinn
Die Tat hat er nicht mit der Islamkritik, sondern mit der Kritik an den Staat begründet.


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:18
we5 schrieb:Den Anschlag von Breivik kann man eigentlich ganz gut mit den Anschlägen von Al-Qaida vergleichen. Denn auch sie kämpfen nicht primär gegen Christen, sondern gegen ein politisches System. (Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmung)
we5 schrieb:Der einzige Unterschied ist, dass die Islamisten einen religiös motivierten Faschismus vorantreiben, wogegen Breivik für einen Faschismus eintritt, der auf einer kruden und relativ neuen Ideologie basiert, welche rechtes Gedankengut mit Israelfreundlichkeit vermengt.
Bin ja lernwillig, und dir höre ich ja besonders gern zu,
worin beruht jetzt genau der Unterschied?

Die Moslems sind religiös motivierte Faschisten (deine Worte)
B. hat rechtes Gedankengut (also auch faschistisch) und ist israelfreundlich..
das er fundamentaler Christ ist unterschlägst du hier.
Bei den Moslems ist es relevant.....

Kann es sein das die eben doch die VÖLLIG gleiche Motivation haben,
nämlich

Die Moslems sind religiös motivierte Faschisten (deine Worte)
B. hat rechtes Gedankengut (also auch faschistisch) und ist christlich fundamental..

Dann passt es.
Und B. ist eben christlicher Dschihadist.

Es kann nicht sein das wir den einen Attentätern religiöse Motive unterstellen (den Moslems)
das aber bei einem "weißen" Attentäter einfach ignorieren...obwohl der selbst ständig darauf hinweist.

das ist einfach nicht korrekt.
Dann muss man eben auch den Moslems zubilligen in erster Linie andere Motive zu haben, anstatt von religiös motiviert zu reden.


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:20
Aus diversen Gründen hier der ganze Artikel:

Anders Breivik als Theoretiker und Propagandist der Neuen Rechten

Bei der Diskussion um den Massenmord in Norwegen gilt es festzuhalten: Anders Behring Breivik ist ein politischer Attentäter. Ein Propagandist der Tat.

Das schließt nicht aus, dass er auch ein Psychopath ist. Jedoch darf die möglicherweise gerichtlich relevante Frage seiner geistigen Verfassung nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei den Anschlägen in Norwegen um eine politische Aktion handelte.

Um meinen Standpunkt anhand eines historischen Beispiels deutlicher zu machen: In meinem ersten Semester an der Universität lernte ich – flüchtig – Ulrike Meinhof kennen. Das war kurz vor ihrem Untertauchen.

Ich gewann damals den Eindruck, dass sie schwer gestört war. Und womöglich muss man, um das zu tun, was die RAF-Leute getan haben, sich in einem psychisch anormalen Zustand befinden.

Allerdings kamen die Gerichte in allen bundesdeutschen Terror-Verfahren zum Ergebnis, die Angeklagten seien durchaus schuldfähig. Und auch die bundesdeutsche Neue Linke betrachtete und betrachtet die RAF als Teil von sich; sei es, dass einige damals „klammheimliche Freude“ über die Morde der „Genossen der RAF“ empfanden, sei es, dass einige „Solidarität mit den politischen Gefangenen“ übten, sei es, dass viele heute im Rückblick erschauern, weil sie eben einen Zusammenhang zwischen radikalem Denken und radikalen Handlungen erkennen.

Ideen haben Konsequenzen. Worte haben Folgen. Wer diesen Zusammenhang nicht sehen will, gilt heute nicht einmal in linken Kreisen als wirklich ernst zu nehmen.

Umso bezeichnender ist es, dass die neurechten Maulhelden, aus deren Dunstkreis Anders B. hervorging, und die ihn zu den Ihren zählten, bevor er das Maulheldentum satt hatte und zur Propaganda der Tat schritt, nun gar nichts mit ihm zu tun haben wollen, keinen Gedanken auf Selbstkritik verwenden, sich vielmehr in bekannter Manier wehleidig schon jetzt als Opfer des linken „Mainstreams“ und jener „Kulturmarxisten“ hinstellen, die Anders B. absolut folgerichtig seinerseits als Opfer heraussuchte. (Mit seinen Mentoren hatte er nämlich auch gemeinsam, dass „der Islam“ als Feind eine abstrakte Chiffre bleibt, während der eigentliche Hass denjenigen gilt, die verdächtigt werden, den Islamisten den Weg zu bereiten. Eine Haltung, die wir vom Stalinismus und vom McCarthyismus her kennen.)

Dabei waren sie – die Kritiker linken „Gutmenschentums“ – immer schnell dabei, wenn es darum ging, „den 68ern“ vorzuwerfen, ihre Ideen hätten zum Terror geführt.

Die Muslimfeinde, deren Ideen Anders B. zu seiner Tat bewegten, sind auch bei jeder islamistischen Terrortat immer schnell mit der Forderung zur Hand, „die Muslime“ müssten sich davon eindeutig und glaubhaft distanzieren.

Und natürlich geht ihnen keine Distanzierung je weit genug. Die Forderung, auch sie müssten sich nun glaubhaft von der Tat des Anders B. distanzieren, weisen sie hingegen weit von sich.

Aber es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen dem Islam und dem spezifisch islamischen Terror, und es ist darum richtig, dass Imame und Sprecher der Muslime nicht nur die jeweiligen Taten verurteilen, sondern auch jene spezifische Perversion des Islam, die zum Terror führt, ausdrücklich und offen verurteilen.

Und es gibt einen Zusammenhang zwischen der Neuen Rechten und den Terror-Attentaten in Norwegen. Ideen haben Konsequenzen. Worte haben Folgen. Wer das leugnet, verwirkt den Anspruch, ernst genommen zu werden.

Anders B. hat sich selbst sehr eindeutig in der neurechten Szene verortet und einige sehr interessante Bemerkungen zur Theorie und Praxis dieser Bewegung gemacht. Auf S. 13 seiner gesammelten Beiträge für „Document No“

http://www.scribd.com/doc/60705175/Anders-Breivik-From-Document-No

schreibt er – ich übersetze aus der schlechten, womöglich maschinellen englischen Übersetzung:

„50 Jahre Anstrengungen der ethnozentrischen Organisationen / Bewegungen (1960 – 2009) haben zum völligen Scheitern geführt. Wir wissen das, und eine weitere Fokussierung auf diese Strategien wird nur kontraproduktiv sein und der norwegischen und europäischen konservativen Bewegung schweren Schaden zufügen.“

Unter „ethnozentrischen“ Organisationen versteht Breivik die Alte Rechte, die explizit rassistisch und explizit antisemitisch ist. Als Beispiel nennt er die British National Party / National Front. Solche Organisationen würden nie mehr als 10 Prozent der Bevölkerung hinter sich vereinen können.

„Man kann Rassismus (Multikulti) nicht mit Rassismus bekämpfen“, schreibt er. „Der Ethnozentrismus ist also genau dem entgegengesetzt, was wir erreichen wollen.“ Stattdessen müsse man die „Wiener Schule“ als „ideologische Basis“ wählen: „Das bedeutet Widerstand gegen Multikulturalismus und Islamisierung (aus kulturellen Gründen). Alles ideologische Argumente, die auf Antirassismus beruhen.“

Dies ist eine äußerst interessante Stelle. Denn wir wissen ja, dass Anders B. als Ziel ein ethnisch homogenes, ideologisch auf einem strengen Christentum und einem ausgeprägten Nationalbewusstsein beruhendes Gemeinwesen vorschwebt – also etwa das Gleiche, was die Alte Rechte will. Jedoch hält er es aus taktischen Gründen – weil expliziter Rassismus nicht mehrheitsfähig ist – für sinnvoller, gegen Islamisierung und Multikulturalismus zu argumentieren, und zwar „aus kulturellen Gründen“, ja den Kampf als „Antirassismus“ hinzustellen und den Muslimen und Multikulturalisten einen – gegen die Europäer gerichteten – Rassismus vorzuwerfen.

„Dies hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und erklärt, weshalb die moderne kulturkonservative Bewegung bzw. kulturkonservative Parteien, die die Wiener Denkschule anwenden, so erfolgreich sind: die (norwegische) Fortschrittspartei, Geert Wilders und viele andere.“

Damit hat Breivik das schmutzige kleine Geheimnis dieser Leute ausgeplaudert. Ihr Ziel ist das gleiche wie jenes der alten Neonazis. Aber sie halten es für geschickter, sich als Antirassisten, Verteidiger der Demokratie, Freunde Israels usw. zu tarnen.

Was übrigens den angeblichen Philosemitismus der Neuen Rechten angeht: Ganz abgesehen davon, dass Juden instinktiv – und aus Vernunftgründen – gegen den Nationalismus, gegen ethische, religiöse und kulturelle Homogenität sind, weshalb schon die Ziele dieser Bewegung implizit antisemitisch sind: Indem Breivik immer wieder auf den „Kulturmarxismus“ Schimpft, den er in seinem Manifest explizit mit der Frankfurter Schule in Verbindung bringt, belebt er ein altes, aber noch virulentes antisemitisches Klischee der Alten Rechten und Neonazis, denen zufolge Adorno, Horkheimer, Marcuse und Co. mit ihren Theorien die moralische Widerstandskraft der Deutschen und der Europäer gegen die Kulturhegemonie des verjudeten Amerika brechen wollten.

Dies war übrigens in konservativen Kreisen eines der Hauptargumente gegen die sich auf Adorno, Horkheimer, Marcuse, Reich und Freud sich berufenden 68er.

Es ist nicht ganz klar, was Breivik mit „Wiener Schule“ meint. Zuweilen wird auf das Blog „Gates of Vienna“ verwiesen, wo der von Breivik oft zitierte Blogger „Fjordman“ postet. (Der reagierte auf bezeichnende Weise, indem er schrieb, er sei kein Extremist, es sei denn, man betrachte „eine starke Verpflichtung zur Wahrheit“ als Extremismus.

Und die Wahrheit sei nun einmal, dass ein Bürgerkrieg gegen den Islam bevorstehe. Er habe am Wochenende nach dem Attentat nichts weiter getan als alte Filme geguckt, einen neuseeländischen Pinot Noir getrunken und ein Buch über mittelalterliche Geschichte gelesen, und dies sei „das Extremste, was ich an einem Durchschnittswochenende mache“. Der „Fjordman“ als Nerd: aber das ahnten wir schon, und Anders B. vermutlich auch.)

In österreichischen Medien wird eher vermutet, mit „Wiener Schule“ sei das Modell FPÖ gemeint. Ich halte das auch für wahrscheinlich. Andererseits ist es nicht so wichtig, weil die Übergänge von radikalen Bloggern zu radikalen Parteien zu nicht ganz so radikalen Bloggern, die aber der Meinung sind, diese radikalen Parteien hätten doch nicht ganz Unrecht oder müssten doch wenigstens sagen dürfen, was sie meinen, fließend sind.

Es ist Zeit, dass diese Grenzen klarer gezogen werden. Jeder, der bislang mit den Ideen der Neuen Rechten geflirtet hat, ist gefordert, das Beleidigtsein aufzugeben und sich klar für die offene Gesellschaft und gegen ihre Feinde zu positionieren: Hic Rhodus, hic salta.


Q: http://starke-meinungen.de/blog/2011/07/25/anders-breivik-als-theoretiker-und-propagandist-der-neuen-rechten/#more-2802

Sorry für die Länge, aber ich dachte im Kontext wäre das passend und auch lesenswert.


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:22
we5 schrieb:Die Tat hat er nicht mit der Islamkritik, sondern mit der Kritik an den Staat begründet.
Und der Staat wird von den Moslems kontrolliert, steht alles in seinem Heftchen dirn.
Seine Beweggründe hat er doch Ausgesprochen und seine Textstellen hat er aus PI-News, was gibt es da großartig zu Diskutieren, wenn du da das Gegenteil sagst was er behauptet.
Nochmal er war weder Ausländerfeindlich noch hatte er was mit den Nazis zu tun.


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:22
individualist schrieb:Nochmal er war weder Ausländerfeindlich noch hatte er was mit den Nazis zu tun.
Was so einfach nicht stimmt!


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:23
@schmitz
Okay war zu pauschal gesagt


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"Rechtspopulisten" und Norwegen?

07.08.2011 um 22:28
Die Kreuzritter, auf die B. sich bezieht, deren Erbe er so gerne anträte, waren übrigens auch antisemitisch, sie gingen brutal gegen sogenannte "Stadtjuden" vor...

Wie passt denn das nun wieder in den Kontext? Ganz einfach, oberflächlich etwas bejahen, in der Tiefe negieren und verdrehen. DAS ist die politisch(Neue Rechte), ideologische(kranke) Rhetorik eines B.

Er ist ein politischer Attentäter, der sich sogenannte christliche, oder religiös verblendete Wertigkeiten auf sein Fähnchen gemalt hat. In Reinform, ohne Schnörkel, hat er da "Mein Kampf" verfasst und ist eben losgezogen, ein nationalistischer, also politischer Märtyrer zu werden und zu sein. DAS schreibt er auf seinen 1500 Seiten selbst und ich verstehe einfach nicht, warum das ständig verdreht und negiert wird.


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we5
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07.08.2011 um 22:29
@wulfen

1. Lege mir bitte keine Worte in den Mund, die ich nie geäußert habe. Die Islamisten (und nicht die Moslems) sind religiös motivierte Faschisten.

2. Breivik mag seiner Ansicht nach ein fundamentaler Christ sein, handelte jedoch nicht aus religiösem Eifer, sondern aus politischer Überzeugung.
wulfen schrieb:Dann muss man eben auch den Moslems zubilligen in erster Linie andere Motive zu haben, anstatt von religiös motiviert zu reden.
Wenn die Islamisten damit aufhören überall die "Sharia" einführen zu wollen und "Allah Akbar" bei ihren Anschlägen zu rufen, dann wird man auch aufhören ihre Taten als "religiös motiviert" zu betrachten.


@individualist
individualist schrieb:Und der Staat wird von den Moslems kontrolliert
Du schreibst diesen Satz hin und siehst immer noch keine Gemeinsamkeiten mit der Ideologie der Nationalsozialisten?
individualist schrieb:Nochmal er war weder Ausländerfeindlich noch hatte er was mit den Nazis zu tun.
natürlich nicht... :{


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