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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

24.07.2018 um 02:10
@Mauser: Das ist natürlich schnell geschrieben. :)
In der Gesamtbetrachtung spielt aber nicht nur die Vernichtung von Akten eine Rolle. Was an sich schon merkwürdig erscheinen mag wenn Wir ehrlich sind, sondern auch andere Merkmale in den Ermittlungen :

- Das bestätigte Kennenlernen von U. M. mit "Corelli" in der Bundeswehrzeit. Sie waren auf der selben Krankenstation innerhalb der Kaserne. Aber "Corelli" sagte er kenne Ihn nicht. Corelli ist aber damals ein Internetfux und Dankt dem NSU auf einer von ihm erstellten Seite für die gute Zusammenarbeit mit dem NSU.
Leider ist "Corelli" plötzlich verstorben...
- Das Nichtveröffentlichen von Phantombildern, die von glaubwürdig eingeschätzten Zeugen im Heilbronner Fall gemacht wurden. Die Bilder passen so gar nicht zu den Uwe's. Ein Schelm der Böses denkt.
- Das Zugeständnis zu viele V-Leute oder VP's eingebracht zu haben. Der KKK aus Schwäbisch Hall sei hier genannt. Teilweise telefonieren 4 V-Leute miteinander ohne das der eine wusste das der andere...
Usw... Usw...

(Quelle Abschlussbericht UABW)

Ich denke aber, wie ich auf den letzten Seiten verstanden habe nicht alleine mit der Einschätzung da zu stehen.
@Mauser: Das hat ganz sicher einen Grund gehabt. Nur Wissen wir es nicht und ob Wir es jemals erfahren sei dahingestellt.


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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

24.07.2018 um 02:32
Wenn Wir uns überlegen das ein T. B. über längere Zeit vom BfV mit nicht geringen Geldbeträgen unterstützt worden ist, er sogar, wie er selbst in München ausgesagt hat mehrmals vor Durchsuchungen gewarnt worden ist, er unter der Obhut strafrechtlich relevante Taten unterstützen konnte, frage ich mich schon ob diese Art der Infiltrierung in die Szene der Richtige Weg ist.
Er hat z.B. Gelder erhalten um Nazi Flyer drucken zu lassen!
Der Quellenschutz steht immer noch an erster Stelle. Wobei das in Bad Kleinen und davor auch schon schief ging.
Daraus hat man nichts gelernt.

Überzeugte Ideologen sind nicht kaufbar.


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24.07.2018 um 09:54
Echooo schrieb:@otternase: Wer könnte denn Deiner Theorie nach ein eventueller Auftraggeber sein?
wenn ich das wüsste...

Heiße Kandidaten sind aus meiner Sicht Rockerbanden / Motorradclubs, Motiv wäre dann wohl zumeist Schutzgelderpressung oder ähnliches.
Es gibt da eine ganz interessante Korrellation:

Janez Ekart aus Singen, tätig seit Mitte der 1980er im Singener Diskomillieu, anfänglich als Türsteher, später "aufgestiegen", war in den 1990ern Mitglied der "Ghostrider", eines Motorradclubs mit intensiven kriminellen Aktivitäten ( Wikipedia: Ghostrider ). Dieser Club ging 1999 (!) in den Bandidos auf.
Die Mitglieder der "Ghostrider" wurden von den "Bandidos" aufgenommen, Janez Ekart jedoch zerstritt sich mit Bandidos Mitgliedern und verliess bald danach den Club. Er begann dann in Ostdeutschland, wo damals die "großen" Motorradclubs wie "Hells Angels" und "Bandidos" noch nicht etabliert waren, seinen eigenen Club, verlegte irgendwann in der ersten Hälfte der 00er seinen Wohnsitz nach Weimar (!), gründete dort den Motorradclub "Gremium".
2006 (!) dann bittet Janez Ekart bei den Bandidos um Wiederaufnahme und sein Club Gremium wird nach einigen Monaten tatsächlich bei den Bandidos aufgenommen als Dependance namens "Jena", auch wenn das Clubheim sich in Weimar befindet.

Janez Ekart und seine "Gefolgsleute" begehen dann diverse Verbrechen, insbesondere ist er aktiv im Bereich Schutzgelderpressung und Hehlerei.

2010 kommt Janze Ekart schliesslich in U-Haft, ihm und vier anderen Bandidos wird der Prozess gemacht und er wird schliesslich Januar 2011 zu 5 Jahren 6 Monaten Haft verurteilt. Mindestens an einem der Prozesstage besucht Beate Zschäpe mit falschen Papieren das Gericht und wohnt einer Sitzung bei, nimmt sogar in einer Gerichtspause Kontakt mit einem der Anwälte der Bandidos auf!

Ich finde es ausgesprochen interessant, dass der Aktivitätszeitraum der Ceska-Morde (September 2000 bis April 2006) und der Zeitraum, in dem Janez Ekart "selbständig" agierte (irgendwann bald nach Mitte 1999 bis Mitte 2006), fast exakt miteinander übereinstimmen! Dass es eine räumliche Nähe zwischen NSU Hauptquartier und Gremium Hauptquartier gab. Und dass Beate Zschäpe offenbar Interesse an der Verhandlung gegen Janez Ekart hatte...
Echooo schrieb:Für mich waren das sehr, von Ihrer eigenen Ideologie überzeugte Täter.
Das eine schliesst das andere ja nicht aus!
Vielleicht haben die Uwes da ja "Arbeit" (Auftragsmorde) und "Vergnügen" (Töten von Migranten) miteinander verbunden?

Der NSU hat ja drei weitere Anschläge begangen, zwei Sprengstoffanschläge 1999 und 2001 und ein Nagelbombenanschlag 2004, im Gegensatz zu den Ceska Morden keine auf eine bestimmte Person gezielten Anschläge. Es wäre doch denkbar, dass diese Anschläge tatsächlich ideologisch motiviert begangen wurden, während die Ceska Morde "Auftragsarbeit" waren?


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24.07.2018 um 15:02

Echooo schrieb:In der Gesamtbetrachtung spielt aber nicht nur die Vernichtung von Akten eine Rolle.

Das hat auch niemand behauptet und nichtsdestotrotz h bleibt die simple Tatsache dennoch bestehen: Wenn man den Inhalt der Akten nicht kennt kann man nicht behaupten das sie etwas wichtiges enthalten haben müssen und deshalb vernichtet wurden!


Echooo schrieb:Corelli ist aber damals ein Internetfux und Dankt dem NSU auf einer von ihm erstellten Seite für die gute Zusammenarbeit mit dem NSU.


Das ist so nicht ganz richtig. Thomas Richter stellte den Speicherplatz für ein Fanzine mit dem Titel "Der weiße Wolf" zur Verfügung und in in einer Ausgabe von 2002 wurde dort dem NSU für eine finanzielle Spende gedankt.


Echooo schrieb:Leider ist "Corelli" plötzlich verstorben...


Ja, doch daran ist absolut nichts ungewöhnliches! Thomas Richter starb an einer nicht erkannten Diabetes, das ist durch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen 2014/2016, den Abschlussbericht des NSU-Sonderermittlers Jerzy Montag im PKG des Bundestages sowie die Untersuchungen des NSU-Untersuchungsausschusses Nordrhein-Westfalen I belegt. Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden konnten nicht gefunden werden!


Echooo schrieb:- Das Nichtveröffentlichen von Phantombildern, die von glaubwürdig eingeschätzten Zeugen im Heilbronner Fall gemacht wurden. Die Bilder passen so gar nicht zu den Uwe's.


Sie passen auch sonst namentlich zu keiner Person, also von daher. Darüber hinaus sind diese Phantombilder nichtssagend da eine Verwicklung dieser vermeintlichen Personen in den Mordanschlag von Heilbronn überhaupt nicht erwiesen ist! Die Zeugenaussagen dazu sind inkonsistent und widersprechen sich gegenseitig, wohingegen die Beweise für die Täterschaft von Mundlos und Böhnhardt mannigfaltig belegt sind!


Echooo schrieb: - Das Zugeständnis zu viele V-Leute oder VP's eingebracht zu haben. Der KKK aus Schwäbisch Hall sei hier genannt. Teilweise telefonieren 4 V-Leute miteinander ohne das der eine wusste das der andere... Usw... Usw...


Das ist jetzt ein ziemlich kruder Mix aus aneinandergereihten Behauptungen oder das erkennbar wäre worum es sich jetzt genau dreht, da musst du schon genauer sein ansonsten ist es wertlos!


Echooo schrieb:Ich denke aber, wie ich auf den letzten Seiten verstanden habe nicht alleine mit der Einschätzung da zu stehen.


Das ist vollkommen irrelevant! Es spielt absolut keine Rolle wieviele Leute welche Einschätzung wann, wo, wie teilen oder nicht. Entscheidend ist einzig und alleine ob entsprechende Beweise gibt - doch die gibt es zu den ganzen hirnverbrannten Verschwörungstheorien rund um den NSU-Komplex nicht!


Echooo schrieb:Das hat ganz sicher einen Grund gehabt. Nur Wissen wir es nicht und ob Wir es jemals erfahren sei dahingestellt.


Das kann so sein muss aber nicht! Aus diesem Grund bleibt man in der Kriminalistik auch immer bei den bekannten als auch anerkannten Tatsachen und spekuliert nicht einfach irgendwo ins Blaue hinein solange nicht genügend Daten für eine logische Hypothese zur Verfügung stehen.


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25.07.2018 um 00:29
@Mauser:
Nun, ich darf meine Meinung kundtun. Was alles dahinter steckt wirst Du nicht herausfinden und ich auch nicht.
Jeder kann für sich selbst entscheiden wie er das Gesamtbild beurteilt.
Und damit bin ich aus dem Thread auch schon wieder verschwunden.

Liebe Grüße


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25.07.2018 um 18:15
Das hat dir auch niemand abgesprochen, wenn du jedoch mit einem zusammengewürfelten Mix irgendwelcher Behauptungen daherkommst dann musst du eben damit rechnen das dies nicht unwidersprochen bleibt und du darauf hingewiesen wirst das so manches einfach nicht den Tatsachen entspricht etc. Wenn man seine Meinung zu einem Thema kundtut dann sollte man zumindest auch Ahnung von der entsprechenden Thematik haben...


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3THINKER
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28.10.2018 um 16:59
otternase schrieb am 24.07.2018:Dass es eine räumliche Nähe zwischen NSU Hauptquartier und Gremium Hauptquartier gab.
Wo befand sich denn das "NSU Hauptquartier"?
Auf welchen Zeitraum bezieht sich diese Information?


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28.10.2018 um 18:03
3THINKER schrieb:Wo befand sich denn das "NSU Hauptquartier"?
bis zu ihrem Untertauchen 1998 lebte das Trio in Jena
von Januar 1998 bis Juli 2000 lebten sie in verschiedenen Wohnungen in Chemnitz Heckertviertel
von da an lebten sie in Zwickau in verschiedenen Wohnungen, seit 2008 bis zum Schluss 2011 in der Wohnung in Zwickau Weißenborn

Gremium HQ nannte sich "Jena", lag aber in Weimar

alle genannten Orte liegen nahe beieinander, die maximale Ausdehnung ist Weimar - Chemnitz mit 130km

Während die Ceska Morde und die anderen Anschläge über Deutschland weit verteilt waren, waren alle Geldbeschaffungsüberfälle bis 2006 ebenfalls ausschliesslich in der Region Jena-Zwickau-Chemnitz


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3THINKER
ehemaliges Mitglied

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28.10.2018 um 18:13
otternase schrieb:Gremium HQ nannte sich "Jena", lag aber in Weimar
Ich sehe jetzt die räumliche Nähe nicht.
Kannst Du das etwas näher erklären?


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28.10.2018 um 18:43
3THINKER schrieb:Ich sehe jetzt die räumliche Nähe nicht.
Kannst Du das etwas näher erklären?
angesichts dessen, dass die Morde quer über Deutschland verteilt waren, findest Du 100km Entfernung, also nur rund 1 Stunde Fahrzeit zwischen Weimar (Gremium) und Zwickau (NSU) nicht nahe?
Weimar und Jena liegen noch näher, gerademal 20km voneinander entfernt. Mindestens Beate Zschäpe scheint ja auch nach dem Verschwinden in den Untergrund zu ihrer Heimatstadt Jena noch Bezug gehabt zu haben, immerhin floh sie dorthin und wurde dort festgenommen.

Was ganz anderes:

Ich habe mal einen Versuch unternommen, die Finanz-Situation des NSU über die Zeit vom ersten Banküberfall bis zum Schluss zu rekonstruieren:

Grundannahmen dabei:
- im November 1998, nach zehn Monaten im Untergrund, war das Trio pleite, Anfangsstand also Null
- die 111.000 EUR, die im Wohnmobil gefunden wurden, war der Gesamtstand ihres Geldes zu diesem Zeitpunkt einschliesslich der Beute aus den beiden letzten Überfällen
- Annahme hier, das Trio hat sich ausschliesslich aus den Überfällen finanziert, hatte sonst keine Einnahmen
- die Lebenshaltungskosten waren über die gesamte Zeit etwa konstant

Mit dieser Rechnung kommt man erstmal darauf, dass das Trio etwa 1000 EUR/Monat und Person verbraucht hat. Das ist zwar nicht extrem wenig, aber für ein Leben im Untergrund, was ja schon teurer ist, und unter Berücksichtigung der Kosten, die vermutlich Vorbereitung und Durchführung der Anschläge verursacht haben, ist das schon recht knapp.

Interessanter ist aber der zeitliche Verlauf:


wq6b3yye


Grau ist der Finanzstand eingezeichnet, deutlich erkennbar, dass in den Jahren 1999 bis 2006 das Trio danach mehrfach weit verschuldet gewesen sein müsste.
Gelb markiert die Zeitpunkte der Ceska-Morde, ein kleiner Marker für einen einzelnen Mord, ein größerer für zwei Morde kurz hintereinander.

Aus meiner Sicht auffällig:
- mit den beiden erfolgreichen Überfällen endete die Ceska-Serie
- das Trio müsste zeitweise weit verschuldet gewesen sein. Wer aber hätte denen Geld in dieser Größenordnung nur aus Freundschaft und für einen warmen Händedruck geliehen?

Ich gehe daher davon aus, dass das Trio noch andere Einnahmequellen hatten, die Wahrscheinlichste wäre, dass sie für die Ceska-Morde bezahlt wurden.


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29.10.2018 um 22:57
Nun es gibt die Vermutung das Mundlos als auch Zschäpe wohl eine Zeitlang für Andre Eminger gearbeitet haben könnten wohingegen es für die Auftragsmordtheorie überhaupt keine Beweise gibt, würde auch wenig Sinn machen...


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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

29.10.2018 um 23:11
Mauser schrieb:Nun es gibt die Vermutung das Mundlos als auch Zschäpe wohl eine Zeitlang für Andre Eminger gearbeitet haben könnten
Und welche Arbeit sollen sie für Eminger getan haben, bzw. womit soll Eminger sie bezahlt haben? Der war doch noch blanker als das NSU-Trio, als er festgenommen wurde, hatte er gerade noch 3800 EUR...

Eminger hat wohl tatsächlich dem NSU geholfen, er hat ihnen die erste Wohnung in Chemnitz besorgt, er hat seinen Namen für sie eingesetzt, um dem NSU ein Leben im Untergrund zu ermöglichen. Aber dass er sie finanziell nennenswert unterstützt hätte, dafür gibt es keine Indizien.


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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

30.10.2018 um 17:36
Ich habe die Namen verwechselt - nicht Andre Eminger war gemeint sondern Ralf Marschner. Zeugenaussagen zufolge war Mundlos angeblich als Vorarbeiter in dessen Baufirma tätig während Zschäpe in einer von Marschners Botiquen gearbeitet haben soll. Falls dies tatsächlich zutrifft wäre das ein Hinweis auf eine Einkommensquelle des Trios abseits der begangenen Raubüberfälle.


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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

30.10.2018 um 18:00
@Mauser
schon eher denkbar, aber erklärt nicht gerade viel. Das Baugeschäft, in dem Mundlos angeblich gearbeitet hat, hat nur von 2000-2002 existiert, ging dann in die Insolvenz, weil Marschner massiv Schulden bei den Sozialversicherungsträgern aufgehäuft hatte, da er es beständig versäumt hatte, die Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.
Bezüglich Zschäpe gibt es nur Zeugenaussagen, dass Zschäpe sich dort aufgehalten hat, nicht aber, ob sie dort gearbeitet hat. Auch das Modegeschäft ging übrigens pleite, wobei Marschner wegen Insolvenzverschleppung verurteilt wurde...

Zeitweise mag er das NSU Trio unterstützt haben, aber große Summen dürften da nicht geflossen sein, es würde hinsichtlich des "Fehlbetrages" in den Finanzen des NSU nur den kleineren Teil erklären können...


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30.10.2018 um 18:34
Immerhin würde es den Zeitraum abdecken in denen der NSU 5 Mord beging und es ist nicht komplett auszuschließen das eventuell noch weitere Einkommensquellen existierten, denkbar wäre da vieles. Auf der anderen Seite gibt es keinerlei Beweise dafür dass das Terrortrio überschuldet gewesen ist und nicht von der Beute aus den Überfällen leben konnte - das ist nur eine Vermutung deinerseits und keine gesicherte Tatsache. Und zu guter Letzt sprechen auch die Raubüberfälle wie auch eine eventuelle zeitweilige Beschäftigung durch Marschner für sich wohingegen es für diese hanebüchene Auftragsmordtheorie keinerlei Beweise noch eine logisch nachvollziehbare Grundlage gibt!


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30.10.2018 um 21:02
Mauser schrieb:noch eine logisch nachvollziehbare Grundlage gibt
1) es würde sehr gut das Ende der Ceska-Serie erklären:
- nach den beiden großen Überfällen war genug Geld da, um nicht mehr auf Auftragsarbeit angewiesen zu sein;
- nach dem Mordanschlag auf Halit Yozgat, der ja aller Wahrschheinlichkeit nach ein Fehler war und eigentlich seinem Vater gegolten haben dürfte (Halit Yozgat war ungeplant im Geschäft, weil sein Vater sich verspätet hatte; er fällt aus dem restlichen Muster der Anschlagsopfer heraus in Sachen Alter und Herkunft)

2) es gibt keine andere Erklärung für die Auswahl der Opfer. Definitiv muss irgendjemand vorher die Opfer jeweils ausspioniert haben, die Tat vorbereitet haben. Das Trio wurde nie dabei beobachtet, nie an den Tatorten gesehen, auch später, nachdem die Bilder der NSU Mitglieder öffentlich wurden, hat sich kein Zeuge dafür gemeldet. Man hat eine Reihe Unterstützer im NSU Umfeld gefunden, aber ebenfalls niemanden, der diese Anschläge "ausbaldowert" haben könnte. Also liegt die Vermutung nahe, dass Zielauswahl und Tatvorbereitung durch eine oder mehrere Personen erfolgte, die ansonsten nicht im Umfeld des NSU verkehrten.
Mauser schrieb:Auf der anderen Seite gibt es keinerlei Beweise dafür [...] nicht von der Beute aus den Überfällen leben konnte
Leben im Untergrund ist teuer! Ich bin mir sicher, dass Beate Zschäpe eiserne Haushaltsführung gemacht hat, aber viel weiter runter als die sich aus Banküberfällen und der Restsumme gefundenen Geldes ergebenden 1000 EUR/Monat und Mitglied geht es nicht. Zumal die Taten für sich ja auch sicherlich in der Durchführung Geld gekostet haben...
Dass bei sowas das Geld nach gewisser Zeit knapp wird, sieht man ja auch an den RAF Mitgliedern, die immer mal wieder mittels Überfällen ihre Kasse aufstocken müssen, siehe auch dieser Thread
Diskussion: Noch nicht gefasste RAF-Terroristen


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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

07.11.2018 um 22:21
Anlässlich des 7. Jahrestags der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) vor wenigen Tagen hat der Journalist Tomas Lecorte (endlich) wieder mal einen sehr lesenswerten Artikel dazu veröffentlicht:


NSU – offene Fragen, offene Antworten

Ein Plädoyer für gründliche Recherchen statt spektakulärer Hypothesen

Fast sieben Jahre sind vergangen seit der Aufdeckung des NSU im November 2011, mehr als elf Jahre seit dem – soweit bekannt – letzten Mordanschlag der Gruppe 2007, dennoch ist dieses besonders dunkle Kapitel des deutschen Rechtsradikalismus weit davon entfernt, geschlossen zu werden.

Das liegt vielleicht auch daran, dass sich vor allem in der linken Debatte der „Fall NSU“ kaum trennen lässt vom Thema gesamtgesellschaftlicher Rassismus und/oder Fremdenfeindlichkeit. Vor allem aber gibt es rund um die Kerngeschichte des NSU-Trios ein breites Feld bekannter, vermuteter oder auch rein spekulativer Strukturen und Beziehungen, deren Personal von Neonazis bis hin zu staatlichen Akteuren reicht. Die Annahme, es müsse um mehr gehen als um drei Fanatiker, die jahrelang eine isolierte Terrorkampagne durchziehen, ist praktisch common sense in allen Milieus, die sich mit dem Thema beschäftigen, seien es Linke, Rechte, Migrant*innen, oder auch Mitglieder von parlamentarischen Untersuchungsausschüssen.

Die Bandbreite der verschiedenen Deutungen und Theorien sprengt den Rahmen eines kurzen Artikels. In den vergangenen Jahren waren es auch zumeist nicht die langen und gründlich recherchierten Beiträge, die die größte Wirkung erzielten, sondern eher diejenigen, die kurze und spektakuläre Hypothesen in den Raum stellten. Es gibt verschiedene psychologische und kollektiv-emotionale Dynamiken, die bewirken, dass der NSU größer und mächtiger gezeichnet wird als er wirklich war. Es soll hier deshalb gar nicht erst der Versuch gemacht werden, die großen Verschwörungsideen zu besprechen – denn Glaube und Gefühl lassen sich nicht mit Argumenten widerlegen.

Eine Untersuchung der kommunikativen Mechanismen, die bei der öffentlichen Be- und Verarbeitung des NSU-Falles wirksam waren, wären eine echte Bereicherung dieser Debatte.

Zwei Hälften der Wahrheit: Das Leben ist voller Widersprüche

Die meisten, die mehr oder weniger viel über den NSU gelesen und gehört haben, sind der Meinung, es gebe sehr viel ungeklärtes und rätselhaftes an diesem Fall. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich gibt es wenige Fälle in der deutschen Kriminalgeschichte, die gründlicher durchleuchtet wurden. Es gibt zehntausende Seiten an Material: Dokumente, Aussagen, auch Material des NSU selbst. Der Sammelwahn der Neonazi-Terroristen war geradezu absurd, und der Versuch Beate Zschäpes 2011, das Material durch Brandlegung zu vernichten, war dilettantisch ausgeführt.

Hinzu kommen umfangreiche Nachermittlungen nahezu aller Sicherheitsbehörden, und schließlich – vor allem dank der Untersuchungsausschüsse – massenhaft Informationen über die rechtsradikale Szene in Deutschland und über die Arbeitsweise des Verfassungsschutzes. Nie zuvor war so viel Wissen in diesem Bereich frei verfügbar, so dass sich sagen lässt, die Sorgen des Bundesamtes für Verfassungsschutz vor Publizität, die ab November 2011 zu einigen Datenvernichtungsaktionen führten, waren vollkommen berechtigt, inklusive der Furcht vor der Enttarnung von V-Leuten.

Dass sich komplexe „Lebenssachverhalte“ (wie es im Juristendeutsch heißt) nie restlos widerspruchsfrei und objektiv darstellen lassen, dass Fragen unbeantwortet bleiben und nicht alles logisch erscheint – das ist immer so, nur wird es normalerweise nicht so kritisch hinterfragt wie in Sachen NSU. In jedem Kriminallfall machen Polizei und Justiz viele Fehler. Im alltäglichen Leben wird überall fortwährend gelogen, falsch erinnert und ungenau erzählt. Die ungeklärten und rätselhaften Aspekte im Fall NSU sind nicht besorgniserregend zahlreich, sie werden nur ungewöhnlich gründlich öffentlich diskutiert

Viele „offenen Fragen“ zum NSU sind längst beantwortet…

Nachdem im Sommer 2018 sowohl der Prozess vor dem Münchener Oberlandesgericht als auch die Arbeit der meisten Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern ein vorläufiges Ende gefunden haben, bleiben sicherlich einige Fragen unbeantwortet. Aus diesen lässt sich aber wenig für große Verdachtsgebäude à la „tiefer Staat“ ableiten, außer von denen, die ohnehin nur nach Futter für bereits vorgefertigte Verschwörungsideen suchen. Die „großen“ Fragen sind durch die Akten und die weiteren Untersuchungen hinreichend geklärt:

– Das Trio wurde 1998 nicht in den Untergrund „eskortiert“, sondern es gab über mehrere Jahre eine intensive, allerdings handwerklich oft erschreckend schlechte Fahndung durch Polizei und Verfassungsschutz nach den „Bombenbastlern von Jena“.

Die Aktivitäten des NSU, das jahrelange Leben in der Illegalität, die Banküberfälle und Mordanschläge – all das ist plausibel nachvollziehbar, finanziell und logistisch möglich gewesen ohne „schützende Hände“.

– Die rassistische Ideologie des „führerlosen Widerstands“ und die Eigendynamik von Radikalisierung und Illegalität erklären die Handlungen des NSU.

– Mundlos und Böhnhardt haben am 4. November 2011 im Wohnmobil in Eisenach Doppelselbstmord begangen.

[...]

Die große NSU-Verschwörung bleibt ein Phantasma

In den vergangenen sieben Jahren hat es keinen stichhaltigen Hinweis auf eine größere, gar von staatlichen Stellen planvoll inszenierte Verschwörung gegeben. Weder die Akten noch die Untersuchungsausschüsse, weder investigative Journalist*innen noch politische Gruppen haben bisher mehr geliefert als „es könnte doch sein, dass“. Solche Spekulationen beruhen stets auf vereinfachten und aus dem Rückblick verkürzten Betrachtungen der Ereignisse, sie schreiben die Geschichte auf das vorher festgelegte Ende hin, sind also ahistorisch. Ihr festes Gerüst ist das „cui bono“ (wem nützt es), das als Motivation der Verschwörer*innen unterstellt wird und alle faktischen Widersprüche überspült.

Doch nicht einmal dieses Argument funktioniert, denn was soll der übergeordnete politische Sinn einer rassistischen Mordkampagne gewesen sein, von der praktisch niemand wusste, dass sie rassistisch gemeint war (und so war es tatsächlich bis etwa 2007)? Welche politischen Widerstände etwa gegen seine Migrationspolitik hätte ein Staatsapparat bekämpfen wollen, der eben diese Politik seit Jahren fast ohne hörbare Opposition durchsetzte?

Der radikale Flügel der Linken hat leider in den vergangenen sieben Jahren die Aufklärung in Sachen NSU weitgehend den parlamentarischen
Untersuchungsausschüssen und den Medien überlassen. Stattdessen wurde der einfache Weg der polemischen Übertreibung und Verkürzung gewählt („Staat und NSU Hand in Hand“).

Dadurch wurde zwar dazu beigetragen, den politischen Druck gegen Vertuschungen und den „Übergang zur Tagesordnung“ zu erhöhen. Das geht aber auf Kosten von Aufklärung und emanzipativem Denken. Mystifizierungen und Ressentiments gegen unklar definierte Mächte, die lügen und manipulieren, sind der Stoff, aus dem auch die neurechte Massenbewegung schöpft. Davon sollten wir die Finger lassen und uns die Mühe des genauen Hinschauens und Hinhörens machen.

http://www.lecorte.de/2018/11/nsu-offene-fragen-offene-antworten/#more-1319

Wieder einmal zeigt sich schön deutlich zusammengefasst das diese ganzen Verschwörungskonstrukte rund um den NSU nichts weiter als blanke Hirngespinste sind! Sieben Jahre sind mittlerweile seit der Selbstenttarnung vergangen und es gibt bis zum heutigen Tage nichts aber auch gar nichts was diesem verschwörungstheoretischem Bullshit auch nur ansatzweise untermauern würde. Das trifft besonders auf diese oft kolportierte "Netzwerkthese" zu welche leider auch von den juristischen Opfervertretern, antifaschistischen Initiativen wie auch den Medien leider viel zu undbedacht verbreitet wird. Daran zeigt sich das ein wesentlich faktenbasierender Umgang mit dem Thema weitaus notwendiger ist als auch wünschenswerter wäre!


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07.11.2018 um 22:32
Mauser schrieb:Es gibt zehntausende Seiten an Material: Dokumente, Aussagen, auch Material des NSU selbst
Material das 120 Jahre unter Verschluß gesetzt wurde. Das halte ich für einen Fehler, wenn man Spekulationen unterbinden möchte, denn wenn es etwas gibt, das sehr verdächtig wirkt, dann ist es doch, dieses Thema mit einer Sperre zu belegen, die so lang ist, dass sich nicht mal mehr die Urenkel noch darum kümmern werden. Und wenn, dann ist es auch egal.
Mauser schrieb:der Versuch Beate Zschäpes 2011, das Material durch Brandlegung zu vernichten, war dilettantisch ausgeführt.
Also die hatten einen "absurden Sammelwahn" und haben Bekennervideos angefertigt, aber nie veröffentlicht, nur um dann, nachdem man sie enttarnt, schnell mehrere Bekennervideos an eine Medienanstalt seiner Wahl zu schicken, um dann aber das restliche Material, das man noch hat, versuchsweise zu vernichten, damit man nicht geschnappt wird. So ungefähr?

Ich habe zum NSU keine Verschwörungstheorie, weder über irgendeinen tiefen Staat noch sonst was, auf mich wirkt die Sache trotzdem nicht ganz koscher.


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03.12.2018 um 22:32
NSU-Untersuchungsausschuss gibt Ergebnisse seiner Arbeit bekannt

[...]

Feststellung des Vorgängergremiums bestätigt

In der Sache bekräftigt der Ausschuss in seinem einstimmig verabschiedeten Abschlussbericht – auch unter Hinweis auf das Urteil im NSU-Strafverfahren vor dem Münchener Oberlandesgericht – die schon vom Vorgängergremium getroffene Feststellung, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt als unmittelbare Täter für den Mordanschlag auf der Heilbronner Theresienwiese verantwortlich seien. Zudem handele es sich bei Beate Zschäpe um deren Mittäterin. Obschon es einzelne, teils erhebliche Ermittlungsfehler gegeben habe, seien Anhaltspunkte, die klare Rückschlüsse auf die NSU-Täterschaft schon vor dessen Bekanntwerden zugelassen hätten, nicht festzustellen gewesen.

13 Zeugen zur Rolle ausländischer Sicherheitsdienste

Soweit der Vorgängerausschuss die mögliche Rolle ausländischer Sicherheitsdienste zunächst nicht abschließend habe bewerten können, sei der aktuelle Untersuchungsausschuss dieser Frage nunmehr umfassend auf den Grund gegangen; zu dem Komplex seien allein 13 Zeugen vernommen worden. Dabei sei das Gremium zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei dem im Artikel des Magazins „stern“ vom 1. Dezember 2011 („Mord unter den Augen des Gesetzes?“) angeführten Observationsprotokoll um eine Fälschung handele. Es sei widerlegt, dass eine derartige Observation stattgefunden habe und dass zu jener Zeit bei der Heilbronner Filiale der Santander-Bank eine Einzahlung von 2,3 Millionen Euro vorgenommen worden sei. Des Weiteren sei ein Zusammenhang zwischen einer US-Terrorwarnung bzw. dem polizeilichen „Rahmenbefehl Nr. 10“ einerseits und dem Polizeieinsatz „Sichere City“ am 25. April 2007 in Heilbronn andererseits, an welchem die Anschlagsopfer teilgenommen hätten, ausgeschlossen. Ferner sei Heilbronn kein Schwerpunkt radikaler Islamisten gewesen und seien in Ansehung eines am Anschlagstag „geblitzten“ US-Militärangehörigen Anhaltspunkte für einen Tatzusammenhang nicht ansatzweise erkennbar.

Maßgeblicher Ausgangspunkt für das Tätigwerden deutscher Stellen zum Thema „Anwesenheit von Nachrichtendiensten auf der Theresienwiese“ sei der besagte „stern“-Artikel vom 1. Dezember 2011 gewesen. Da sich die darin behaupteten Indizien als falsch herausgestellt hätten, breche jede darauf aufbauende Argumentation in sich zusammen. Die sich anschließenden Rechercheaktivitäten der Sicherheitsbehörden hätten demgemäß nichts herausfinden können und könnten erst recht nicht als Beweis für eine Anwesenheit von Geheimdiensten herhalten.

Ausschuss schließt FBI-Anwesenheit aus

Während im „stern“-Artikel vom 1. Dezember 2011 eine Operation des US-Dienstes „DIA“ behauptet worden sei, habe ein weiterer „stern“-Beitrag vom 13. September 2016 („Aufklärung unerwünscht?“) die Frage aufgeworfen, ob zwei FBI-Mitarbeiter am Tattag in Heilbronn gewesen seien. Indes schließe der Untersuchungsausschuss eine Anwesenheit des FBI am Tatort aus. Insofern habe das FBI mit Schreiben vom 12. Oktober 2012 – ursprünglich Verschlusssache und auf Betreiben des Ausschusses für eine öffentliche Verwendung ausgestuft – eine solche Anwesenheit ausdrücklich und eindeutig verneint. Soweit sich die Aussage einer Beteiligung von zwei FBI-Agenten in mehreren Fassungen innerhalb der Akten finde, sei dies letztlich zurückzuführen auf eine missverständliche Äußerung des vernommenen Zeugen P. L., ehemals Verbindungsbeamter der US-Geheimdienste in Süddeutschland, dessen entsprechende Angabe jedoch keinerlei Tatsachengrundlage gehabt habe. Demnach habe P. L., der sich nicht eigeninitiativ an die deutschen Stellen gewandt habe, sondern von diesen eingeschaltet worden sei, auch kein offizielles Gespräch zu den Hintergründen angeregt, sondern lediglich angeboten, der von ihm angedeuteten bloßen Möglichkeit eines FBI-Einsatzes weiter nachgehen zu wollen – wobei er sodann keine Rückmeldung mehr gegeben habe. Insgesamt habe der Ausschuss aufgrund seiner umfassenden Beweisaufnahme in diesem Bereich feststellen müssen, dass die Verschriftung in den – teils als Verschlusssache eingestuften – Akten nicht durchweg die tatsächlichen Gegebenheiten wiedergebe und Fehldarstellungen bedauerlicherweise nur teilweise korrigiert worden seien.

Angeregt: Änderung Untersuchungsausschussgesetz


Im Übrigen merkt der Untersuchungsausschuss an, dass sich die Behauptungen zur Anwesenheit von Sicherheitsbehörden aus Anlass einer Überwachung islamistischer Terroristen letztlich auf den Zeugen R. K. zurückführen ließen, der sich als „vollständig unglaubwürdig“ erwiesen habe. Mit Blick darauf, dass dieser Zeuge während des laufenden Untersuchungsverfahrens bei der AfD-Fraktion als Parlamentarischer Berater angestellt wurde, plädiert das Gremium in seinen Beschlussempfehlungen für eine Änderung des Untersuchungsausschussgesetzes, mit welcher derart persönlich beteiligte Personen von einer Mitarbeit im Ausschuss künftig ausgeschlossen werden sollen.

Zur Rolle islamistischer Extremisten

In Bezug auf die an das Thema „Anwesenheit ausländischer Sicherheitsdienste“ anschließende Frage nach der Rolle islamistischer Extremisten habe der Ausschuss nach ausführlicher Befassung keinen Beleg dafür gefunden, dass die Mitglieder der „Sauerland-Gruppe“ bzw. deren Umfeld wie der im besagten „stern“-Artikel vom 1. Dezember 2011 ins Feld geführte M. K. zur Zeit des Heilbronner Mordanschlags am Tatort gewesen seien. Bei dem in einem Fernsehbeitrag aufgeworfenen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tatgeschehen und einer Zünderübergabe für die „Sauerland-Gruppe“ handele es sich um eine „mediale Blendgranate“. Überhaupt findet das Gremium in diesem Kontext deutliche Worte:

Der eingangs genannte ‚stern‘-Artikel ist vollumfänglich widerlegt. Spätere Abwandlungen oder neue, darauf basierende Variationen entbehren daher ebenfalls jeder Grundlage.

Der Ausschuss kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die These der islamistischen Terroristen – gegen den klaren Verlauf der Beweiserhebung – künstlich am Leben erhalten werden soll. Wer Interesse daran haben könnte, eine Zeugen- oder gar Täterschaft von US-Diensten und/oder islamistischen Terroristen zu forcieren, um von der Tatbeteiligung der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt abzulenken, kann hier nicht dargelegt werden, da sich der Ausschuss sonst selbst an Spekulationen beteiligen würde.

Der Ausschuss geht weiterhin davon aus, dass es sich um einen Anschlag des NSU gegen die Polizei als Repräsentant des Staates handelte. Diesem Anschlag sind M. K. und M. A. als zufällig auf der Theresienwiese anwesende Polizeibeamte zum Opfer gefallen.


https://www.landtag-bw.de/home/aktuelles/pressemitteilungen/2018/dezember/1302018.html

Wieder einmal hat der NSU-Untersuchungsausschuss Baden-Württemberg II hier verdammt gute Arbeit geleistet! Schön zu sehen das der Ausschuss diesen ganzen hirnverbrannten Verschwörungstheorien alá Geheimdienste, FBI, Islamisten, Sauerland-Gruppe und sonstigem Schwachsinn rund um den Polizistenmord von Heilbronn so entschieden entgegentritt und diesen Bullshit als dann benennt was er schon immer gewesen ist während er gleichzeitig die einzig wahren Täter und Mittäter klipp und klar benennt: Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - sprich die Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU)! Damit zementiert der Untersuchungsausschuss auch eine der zentralen Aussagen der Bundesanwaltschaft zum Anschlag in Heilbronn und stärkt dessen Kredibilität. Auf der anderen Seite nimmt er - einmal mehr - die verschwörungstheoretischen Hirngespinste von so Scheisselaberern alá Sitting-Bull & Konsorten regelrecht auseinander und manifestiert nur umso mehr deren grenzenlose Unkenntnis innerhalb der NSU-Thematik!

Die Erkenntnisse dieses Untersuchungsausschusses sollten aber auch eine Lehre sein für die Opferangehörigen der Mordserie des NSU als auch deren Anwälten. Man muss juristisch ganz klar unterscheiden zwischen Mittätern, Beihelfern und Unterstützern, das ist ganz wichtig. Denn eine etwaige Unterstützungshandlung bedeutet nicht das diese Person dann in alles eingeweiht gewesen ist und somit gibt es für diese vielpropagierte Netzwerktheorie nach wie vor nicht den geringsten Beweis! Es braucht einfach weitere Aufklärung und bis es soweit ist bleiben die, von staatlichen Stellen wie auch zahlreichen NSU-Untersuchungsausschüssen, offiziellen ermittelten Fakten bestehen!


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3THINKER
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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU)

09.12.2018 um 10:04
Mauser schrieb am 03.12.2018:
0der besser, zitierte:

Zur Rolle islamistischer Extremisten

In Bezug auf die an das Thema „Anwesenheit ausländischer Sicherheitsdienste“ anschließende Frage nach der Rolle islamistischer Extremisten habe der Ausschuss nach ausführlicher Befassung keinen Beleg dafür gefunden, dass die Mitglieder der „Sauerland-Gruppe“ bzw. deren Umfeld wie der im besagten „stern“-Artikel vom 1. Dezember 2011 ins Feld geführte M. K. zur Zeit des Heilbronner Mordanschlags am Tatort gewesen seien. Bei dem in einem Fernsehbeitrag aufgeworfenen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tatgeschehen und einer Zünderübergabe für die „Sauerland-Gruppe“ handele es sich um eine „mediale Blendgranate“. Überhaupt findet das Gremium in diesem Kontext deutliche Worte:

„Der eingangs genannte ‚stern‘-Artikel ist vollumfänglich widerlegt. Spätere Abwandlungen oder neue, darauf basierende Variationen entbehren daher ebenfalls jeder Grundlage.

Der Ausschuss kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die These der islamistischen Terroristen – gegen den klaren Verlauf der Beweiserhebung – künstlich am Leben erhalten werden soll. Wer Interesse daran haben könnte, eine Zeugen- oder gar Täterschaft von US-Diensten und/oder islamistischen Terroristen zu forcieren, um von der Tatbeteiligung der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt abzulenken, kann hier nicht dargelegt werden, da sich der Ausschuss sonst selbst an Spekulationen beteiligen würde.
Die Frage ist: Wie genau hat man das untersucht?
Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass ein islamischer Terrorist das gleiche Pistolenmodell benutzte, wie der NSU.
Angeblich liegen die Seriennummern dicht beieinander und auch bei den Vertriebswegen soll es Übereinstimmungen geben.
Hier ist der ganze Artikel:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article184528466/Erma-EP-552-Amri-und-der-NSU-nutzten-dasselbe-Pistolenmodell.ht...


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