St. Josefsheim Bad Kissingen
13.02.2026 um 19:02
Es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich hier berichtet wird, als wären es zwei unterschiedliche Häuser gewesen.
Vielleicht könnte man eine Art Zeitleiste anlegen, ggf. auch mit den Nicknamen derer, die zu der Zeit da waren? Wäre das interessant?
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St. Josefsheim Bad Kissingen
18.02.2026 um 16:35
Hallo Zusammen,
Ich wollte auch als Kur Kind meine Erfahrungen hier mitteilen.
Überraschend finde ich wie unterschiedlich die Wahrnehmungen doch sind und dass es wenig neutrales gibt. Entweder sehr positiv oder sehr negativ.
Mein Aufenthalt waren 6 Wochen von Anfang November bis Mitte Dezember 1992, ich war damals 7 Jahre alt und kam nach schwerer Krankheit dort hin.
Die ersten Tage waren hart, als Kind, das erste mal bewusst so lange weg von zu Hause...
Alle Kinder kamen am Selben Tag und weil ich das erste Kind am Anreisetag war, durfte ich noch mein Bett im Schlafsaal aussuchen. Ganz vorne links am Fenster mit der Aussicht über die Stadt. Zum Schlafen hat die Schwester meist den Vorhang etwas offen gelassen, damit ich hinaus schauen konnte.
Wir haben viel gebastelt, gesungen und gespielt. Ich erinnere mich noch gut an die Spaziergänge die wir gemacht hatten, durchs Laub und später den Schnee. Oftmals zur Burgruine Botenlaube und die Geschichte wie die Burg eingenommen wurde durch den Koch der als Zeichen dass in der Burg alles schlief auf seinem Hackbrett gehackt hatte. Manchmal auch an die Saline. Ich erinnere mich an das gejammere einiger, dass Ihnen der weg zu weit war. Zurück sind wir mit dem Bus gefahren.
Dienstags gings ins Hotel Sonnenhügel ins Wellenbad. Dort stand ein kleiner rosaner Rutschelefant, unter den wir getaucht sind. Auf dem Weg zum Schwimmbad stand eine Buche an einer Weggabel, an der ich anderen Kindern gezeigt habe, dass man die Buchecker essen kann, woraufhin wir dort auf dem Rückweg vom Baden Buchecker gesammelt hatten und im Haus dann gegessen hatten.
Ab und Zu sind wir in die Stadt um das Heilwasser zu trinken, ich fand das immer toll und habe das Wasser auch gerne getrunken.
Ich genoss auch, weil ich mich offenbar meist gut benahm, einige Privilegien. So durfte ich, während die anderen Mittagschlaf machten mit den Schwestern Spiele spielen, manchmal hatte mich meine Mama auch abholen dürfen, dass ich über die Mittagschlafzeit, oder auch mal abends während alle anderen bereits schliefen, mit Ihr in die Stadt durfte zum Kuchen essen.
An Nikolaus wurden wir in ein Seniorenstift gefahren um mit den Alten Nikolaus zu feiern. Tage zuvor durfte jeder einen Wunschzettel schreiben. Dort bekam ich meine erste Digitaluhr, eine Casio die mir Jahre später im Schulschwimmunterricht geklaut wurde.
Die einzige negative Erfahrung welche ich dort gemacht hatte waren 2 Tage an denen ich krank war und nahezu die Gesamte Zeit alleine im Krankenflügel war, in den Wald geschaut hatte und immer wieder dieselbe Kassette von Benjamin Blümchen gehört hatte.
Am Tag als die Kur zu Ende war wollte ich zwar schon nach Hause, doch ich hatte ausschließlich tolle Erfahrungen dort gemacht, hatte eine wundervolle Zeit, an die ich mich noch heute mit 41 Jahren sehr gerne erinnere und hatte immer gehofft dort noch einmal hin zu können.
Gut fand ich, dass alle Kinder am Selben Tag kamen und gingen. Aktuell könnte ich nicht einmal sagen ob da noch andere Kinder / Gruppen als die meine waren.
Vor 10 Jahren war ich dann wieder dort und hatte Tränen in den Augen, da das Haus so verkommen war.
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