gagitsch schrieb:Sag ich doch. Evolution ist das Eine, der Status quo bei deinem Beispiel Quasileben in Bezug auf deine Robowesen, etwas Anderes.
Ja, etwas völlig anderes. Etwas, das mit Deiner eigenen Überlegung nicht die Bohne zu tun hat:
gagitsch schrieb:Es kann ja ggf Leben entstanden sein
Solch Quasi-Leben als Konstruiertes setzt entstandenes Leben voraus, ist also nicht als Leben selbst für die laufende Diskussion wie für den hiesigen Topic von Interesse, sondern auf der Ebene eines "Biomarkers" wie atmosphärischen Sauerstoff oder künstliche Strukturen, die wir auf / an fernen Welten beobachten könnten.
Was zählt, ist das natürlich entstandene Leben. Ansonsten wäre die Frage, ob es außerirdisches Leben gibt, mit jeder Mikrobe, die wir im All, auf dem Mond oder dem Mars hinterlassen haben, bereits positiv beantwortet (egal, wie lange das Zeuchs in Stase noch durchhält).
Das einzige, was zählt, ist also nicht Dein sog. Status Quo, sondern der Effekt des Evolvierten. des natürlich Evolvierten.
gagitsch schrieb:aber ab einem gewissen Punkt wäre es ja theoretisch ein Lebewesen durch Bewustseinserlangen und Erhaltungstrieb
Ach, ist das so? Also nicht nur theoretisch wie ne Welt ohne thermodynamische Hauptsätze, Kausalitäten und so'n Zeuchs, sondern theoretisch im Sinne "ist machbar hier in dieser realen Welt, wurde nur noch nicht wirklich gemacht". Da leg ich meine Hand mal nich für ins Feuer.
gagitsch schrieb:Für mich sind Viren zumindest ein Indiz darauf, das Arten von Leben existieren können die nicht unseren allg System/Definition von Leben entsprechen.
Und ich erklärs extra, daß Viren auf sämtliche gemeinhin veranschlagten Lebensfunktionen angewiesen sind, nach denen Leben definiert wird. Daß also diese Definition selbst für Viren stimmt. Outsourcing setzt voraus, daß es Ausüber dieser Funktionen gibt, und daß sowas wie Viren direkt an solche Ausüber rankommen, eng mit diesen in Kontakt stehen müssen.
Will heißen, Du wirst "da draußen" keine Welt voller Leben finden, in der eine dieser Funktionen fehlt. Jedenfalls kannst Du Dich dafür nicht auf die Viren berufen.
gagitsch schrieb:naja doch, es kann beobachtet und getestet werden. optisch ist dann über die Beobachtung dies zu erkennen.
Hmmm, hat Harry Potter ein Bewußtsein? Könnte man vielleicht erkennen, aber nachher bleibt Harry mit seinem Bewußtsein nur was Simuliertes und nicht echt. Was mich zur Frage führt, wie echt ein simuliertes Robo- / KI-Bewußtsein ist.
Freilich kann man diese Frage sogar auf das Leben selbst ausdehnen. Sind wir alle nur "Automaten" auf Biobasis und unsere Intelligenz, unser Bewußtsein, auch nur vorgetäuscht wie unsere Individualität, unsere "Seele", Persönlichkeit u.a.m.? Weswegen der Descartes-Einwurf "das weiß man höchstens von sich selbst" seine Berechtigung hat. Jedenfalls wenn man diese Echt-oder-Scheinbar-Debatte so weit bis aufs natürlich entstandene Leben ausdehnt. Beim KI- und Robo-Basteln oder Potterbücher-Schreiben wissen wir immerhin von der bewußten Konstruierung mit der Absicht des Simulierens.
gagitsch schrieb:
kuno7 schrieb:Ich selbst bilde mir zwar ein, ein Bewusstsein zu besitzen
Allein sich darüber Gedanken zu machen, spricht ja für dein vorhandenes Selbstbewusstsein.
[...]
warum sollte eine Maschine das einfach so sagen?
Kuno sagt das ja auch nicht "einfach so". Sondern wenn der Gesprächszusammenhang es ergibt. Um was zu verdeutlichen, oder weil er gefragt wird, wasauchimmer... Naja, und so ne KI kann man ja mal fragen, ob sie ein Bewußtsein hat. Gern auch, wer alles ein Bewußtsein hat und wer nicht. Da wird sie doch sicher drauf antworten, oder? Tut sie das nun, weil sie dazu ne Menge recherchiert hat und daraus jetzt ihre Schlüsse zieht? Oder weil sie so programmiert wurde anzunehmen, daß sie ein Bewußtsein habe? Oder keines! Und wo liegt da jetzt der Unterschied zu Kuno - genauer gesagt für Dich, das bei Kuno zu entdecken und bei der KI nicht?