gagitsch schrieb:Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass es Elemente gibt die sogar besser oder gar deutlich besser funktionieren als Kohlenstoff? Wer weiß das schon?
Chemiker, Physiker, so'n Kroppzeuchs weiß das. Und kanns manchmal auch gut erklären.

Aliens auf Siliziumbasis? | Mai Thi Nguyen-Kim
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gagitsch schrieb:Und das mit den Stoffwechsel ist so eine Sache die ich auch mit meiner Äußerung zum neu Denken andeute wollte. Stoffwechsel is ja auch wie die Kohlenstoffbasis nur unsere Kenntnis auf Grund unserer Erde und dessen Leben.
Auch so ne Sache, bei der etwas Fachkenntnis hilft. Stoffwechsel hilft a) beim Aufbau der Biostruktur und b) bei der Energieversorgung. Grundsätzlich wäre auch Leben á la selbstreparierende und -replizierende (incl. selbstverbessernde) Roboter denkbar, da findet kein Stoffwechsel statt. Doof nur, daß so eine Art Leben nicht "anfangen" kann. Erst wenn ein "Robowesen" komplex genug ist, um mit irgendner Art Extremitäten externe Energie anzapfen sowie Baustoffe gewinnen und verarbeiten kann (inclusive einer CPU, die das steuert), erst dann brauchts keinen Stoffwechsel mehr. Zuvor muß das alles "irgendwie rein chemisch und von selbst" ablaufen. Und da wäre auch so ne Robo-Urzelle auf chemische Reaktionskreisläufe angewiesen.
Künstlich erzeugtes Leben, könnt man Quasileben nennen, künstlich erzeugtes Leben vermag ohne Stoffwechsel auskommen. Natürlich entstandenes nicht.
continuum schrieb:Doch der Grundgedanke ist bei allem aus meiner Sicht gleich: Wir alle funktionieren, unabhängig von der chemischen Basis, wie eine Batterie, die sich sehr langsam entlädt. Aber wir zerfallen und unsere "Batterie" hält nicht einmal 100 Jahre.
So läuft das dann doch nicht ab. Sowohl in Sachen Zellerneuerung als auch betreffs Energiegewinnung sind wir auf kontinuierliche Reproduktion ausgelegt. Leben ist keine Kerze, die ihre gesamte "Lebensenergie" von Anfang an hat und diese dann nur noch verbraucht.
Bei jeder Zellteilung wird auch das Erbgut redupliziert, und dabei verkürzen sich die Telomere. Ab einer bestimmten "Kürze" gibt es keine Zellteilung mehr, sodaß der Organismus schließlich sterben wird. Da gibts etwas Deinem Batteriebild entfernt Vergleichbares, aber es gibt auch Lebewesen, die diese Limitierung überwunden haben:
Wikipedia: Turritopsis dohrnii#UnsterblichkeitDeswegen, nein, wir verbrauchen uns nicht wie ne Batterie bis zum Tod.
gagitsch schrieb:Ob Inteligenz von der Lebnenszeit abhängt halte ich für nicht schlüssig.
Angeborene Intelligenz sicher nicht. Dennoch setzt das irdische Leben bei Intelligenz je höher je stärker auf Lernen. Und da brauchts dann durchaus einen gewissen Faktor Zeit.
gagitsch schrieb:Hummer mit Ihren bis 140 Jahren müssten also potentiell intelligenter sein, einige Wale und Schildkröten rein Alterstechnisch doppelt so intelligent als wir.
Zeit ist nicht die Ursache, allenfalls der limitierende Rahmen für Intelligenz. Im allgemeinen läuft Intelligenz übers ZNS, und da dann über die Komplexität der Strukturen und Arbeitsweisen.
Hinzu kommt, daß Intelligenz nicht während des ganzen Lebens aufgebaut wird, sondern gemeinhin während der Frühphase der Individualentwicklung (Ontogenese). Bei höheren Tieren bis zur Adoleszenz (bis zum Erwachsenwerden). Bei vielen Wildtieren hört mit dem Erwachsensein der Spieltrieb auf, die Neugier, das "Offensein für Neues". Vom Menschen aufgezogene Wildiere verlieren da oft ihre Zutraulichkeit, werden, je mehr Zähne und Klauen, gefährlicher. Auch solche Tiere können bedingt noch lernen, aber wirklich massiv Lernen findet in der "Jugend" statt. Bis dahin entwickelt sich auch das ZNS noch.
Einige Tiere, vor allem domestizierte, aber auch der Mensch, bleiben in Sachen Spieltrieb, Neugier usw. übers Erwachsenwerden hinaus "jung", man spricht von Neotenie. Aber letztlich steigert sich da dann "nur" noch das "Wissen, nicht mehr die Intelligenz. OK, ne gewisse Steigerung gibts noch, aber nur vergleichbar mit nem fertig ausgewachsenen Muskel, der dennoch durch Trainig noch verstärkt werden kann in seiner Leistung.
gagitsch schrieb:Die Quallen klonen sich, was wäre wenn die geklonte Wualle alles Wissen immer weitergeben würde über 10-Tausende Generationen oder dieses Modell woanders sich soweit entwickelt hat, dass Wissen nicht mehr erlent werden muss sondern vererbt wird.
Dumm gelaufen. Es gibt keine Vererbung erworbener Eigenschaften, das wäre Lamarckismus. OK, es gibt Epigenetik, und da werden durchaus Sachen aus der eigenen Biographieweitergegeben, doch nicht als Inhalt im Erbgut, sondern in Form von An- und Abschalten von Genpassagen.