Obwohl ich ja sagte, daß das Thema durch ist für mich, dachte ich "schau wenigstens mal rein, nachher is ihm jetzt was klar geworden". Der Anfang klang denn auch danach.
raitoningu schrieb:Du hast recht, ich habe deinen Beitrag tatsächlich falsch gelesen.
Aber es wurde leider trotzdem nicht besser.
raitoningu schrieb:Deine "Weise der Wahrscheinlichkeitsbestimmung" basiert also tatsächlich auf auszählen
Nein, nicht meine, sondern die jener, die mit "uns gibt es ja schließlich" daherkommen.
raitoningu schrieb:und mit der willst du begründen, dass es endlich viel Leben in einem unendlichen Universum geben könnte.
Wie kommst Du nur auf diesen Gedanken? Aus meinen Ausführungen jedenfalls kannst Du das nicht haben. Die endliche Menge "uns gibt es ja schließlich" wurde von anderer Seite eingebracht und von mir nur aufgegriffen. Und darauf habe ich gezeigt, daß mit dieser ausgezählten endlichen Menge 1 in nem unendlich großen Universum keine Wahrscheinlichkeit größer Null hinzubekommen ist.
raitoningu schrieb:Du kannst dann zwar tatsächlich durch unendlich viele Versuche dividieren, dafür müsstest du sie aber auch wirklich ausgezählt und die konkrete Anzahl der Treffer ermittelt haben. (Und zwar alle! Du kannst nicht sagen: Nach der Erde war ja nix mehr zum Zählen in Sicht, also isses vielleicht 1. Oder 1 plus irgendwas endliches.)
Ich muß hier gar nichts auszählen, weil ich das Auszählergebnis überhaupt nicht als Argument eingebracht habe. Das kannste gerne jenen vorwerfen, die mit "uns gibts ja schließlich" irgendwas beweisen wollten. Denn
DIE können ja nicht sagen: Nach der Erde wurde nicht weitergezählt, also muß es 1 plus irgendwas sein, aber keineswegs nur 1.
Auch hier hast Du nicht verstanden, daß ich mich nicht auf "1 oder 1 x [was endliches]" festgelegt habe, dies belegen (oder "begründen") wollte. Sondern daß ich drauf hingewiesen habe "nach dem Zählen von 1 kann nicht ausgeschlossen werden, daß es bei 1 oder bei was Endlichem bleibt".
Aber das verstehst Du nicht, wie Du auf diesen wenigen Zeilen gleich gar nichts verstanden hast.
Und darum spar ich mir den Rest, es bleibt dabei, es lohnt nicht. Nur eines noch, weil es mir durch seine Markierung ins Gesicht gesprungen ist:
raitoningu schrieb:In einem zufällig entstandenen, abzählbar unendlichen Universum mit unendlich vielen Himmelskörpern wird jedes mögliche Ereignis auch unendlich oft eintreten.
Richtig wäre:
In einem zufällig entstandenen, abzählbar unendlichen Universum mit unendlich vielen Himmelskörpern wird jedes mögliche Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit >0 auch unendlich oft eintreten.
Und mein Einwand ist: "sollte das Universum unendlich sein, reicht der Verweis auf endlich abgezählte Ereignisse" nicht aus für eine Bestimmung der Wahrscheinlichkeit dieser Ereignisse auf >0".
Neustarter schrieb:
raitoningu schrieb:Daraus folgt:
In einem zufällig entstandenen, abzählbar unendlichen Universum mit unendlich vielen Himmelskörpern wird jedes mögliche Ereignis auch unendlich oft eintreten.
Die Wahrscheinlichkeit für Leben ist größer als Null.
Das ist korrekt.
Ist es nicht. Siehe den letzten Abschnitt von mir hierdrüber.
Neustarter schrieb:Es ist nicht begründbar, dass Leben nur endliche Male in einem unendlichen Universum mit unendlich vielen Zwillingserden in unendlich vielen Zwillings-Sonnensystemen entstehen kann.
Nur, sofern für Leben eine Auftretenswahrscheinlichkeit größer Null aufgezeigt werden kann. Das kannst Du über zwei Wege erreichen. Entweder zählst Du alle bekannten Lebenswelten, zählst sämtliche Sterne in dem selben Bereich aus, in dem Du die Lebenswelten detektiert hast, und teilst dann die erste Zahl durch die zweite. Das ist dann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Leben je soundsoviel Sterne.
Oder: Du bestimmst die Bedingungen, die für eine zwingende Lebensentstehung nötig sind, schaust dann, wie oft die Bedingungen im Einzelnen pro soundsoviele Sterne gegeben sind, ermittelst daraus, nach wie vielen Malen dann sämtliche Einzelbedingungen alle zusammen auf einem Himmelskörper auftreten. Wenn zum Beispiel einer von x Sternen genügend metallisch ist, daß er Himmelskörper ausbildet, wenn dann einer von y Sternen nen terrestrischen Planeten in der Habitablen Zone hat, und wenn dann einer von z Sternen lang genug lebt, um Leben zu ermöglichen, dann findeste unter x*y*z Sternen einen, bei dem alle drei Bedingungen erfüllt sind.
Bei erstem haste nun mal das Problem, daß Du mit nur einer Lebenswelt keine Rechnung anstellen kannst. Erst ab ner gewissen Menge läßt sich so abzählend rechnen. Zum Beispiel wenn Du einen gezinkten Würfel hast, bei dem die 6 häufiger als in 1/6 aller Würfe erspielt wird. Da kriegste die Auftretenswahrscheinlichkeit nicht damit heraus, indem Du nur mit einem Sechserwurf abgleichst gegen die bis dahin (und vielleicht noch paar weitere) erzielten Würfe. Selbst zwei, drei oder vier Mal ne Sechs erwürfelt ist da noch nicht sicher. Würfel am besten hundert Mal ne Sechs und hör dann auf.
Beim zweiten haste schon mal das Problem, daß wir nicht wissen, welche Bedingungen alle erfüllt sein müssen, und bei vielen nicht, wie oft sie pro soundsoviel Sterne auftreten. Und dann haben wir auch noch das Problem: entsteht Leben zwangsläufig, sobald alle Bedingungen gegeben sind?