bati12za schrieb:Warum nur hohe Geschwindigkeit? Absturz kann auch mit sehr kleiner Geschwindigkeit sein.
taren schrieb:Im Gegenteil gar nicht so leicht sehr hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, jedenfalls solange die Tragflächen noch dran sind.
Kurz zusammengefasst. Das ursprüngliche Szenario war, dass der letzte Log-on eine Folge davon war, dass der Treibstoff für beide Triebwerke (nacheinander) ausging, dann die APU (Hilfstiebwerk) ansprang und Strom generierte, somit auch für SATCOM und den log-on verursachte.
Nach Treibstoffende vergeht gewisse Zeit und die BFO (= Doppler)werte sind so zu erklären, dass MH370 sich mit ca. Schallgeschwindigkeit mehr oder weniger vertikal dem Boden näherte (diese Geschwindigkeiten lassen sich mathematisch eingrenzen).
Die Geschwindigkeiten sind am einfachsten damit zu erklären, dass MH370 ohne Pilotenkontrolle war. In diesem Fall tritt der sog. spiral dive ein, d.h. zwischen Absturzphasen stabilisiert sich das Flugzeug, nimmt aber dadurch erneut Schwung auf, so dass jeder neue Zyklus schneller und heftiger wird. Dies erklärt ganz gut die BFO-Werte. Lesehinweis dazu:
https://mh370.radiantphysics.com/2018/08/19/end-of-flight-simulations-of-mh370/Jedenfalls ist die Endgeschwindigkeit deutlich höher als bei AF447
@taren
taren schrieb:Das war ein Crash mit ca. 200 bis 300 km/h und mehr würde ich auch für MH370 nicht erwarten.
Vance schreibt dazu:
In the scenario proposed by the official investigation, MH370’s airspeed when
it struck the ocean would have been at least 380 knots (437 mph, 704 kph). ...
The length of a B777-200ER is 209 feet (63.7 meters). The calculation shows
that at 641 feet per second, it would have taken 0.326 seconds for the entire 209-
foot length of the airplane to impact the water surface. Put another way,
hydrodynamic multi-axial forces would have destroyed the entire airplane, from
nose to tail, in 1/3 of a second.
Quelle: Vance, wie oben, S. 37f.
Also mind. 704 km/h, aber wahrscheinlich noch viel mehr. Und gemeint ist (wenn ich es nachrechne) die vertikale Geschwindigkeit, also frontal auf das Wasser zu.
Alternativ kann man die beiden letzten BFO-Werte aber auch durch den Autrieb erklären, der bei ausgefahrenen flaps erzeugt wird (so Lyne 2024).
Also bleiben wenige Szenarien, die zumindest zu den Eckdaten passen würde. Entweder der high speed Absturz oder die Notwasserung.
Denkbar wäre höchstens noch ein gemischtes Flugende-Szenario, bei dem MH370 nach Treibstoffende zunächst unkontrolliert abstürzt, nach dem logon und den beiden letzten BFO-Daten dann aber abgefangen wird und eine gewisse Zeit gleitet. Dann wieder in einen Absturzmodus überführt wird - ganz ohne flaps. Aber das Schadensbild der beiden Flügelklappen passt nicht gut dazu, denn beide Klappen müssen ja sowohl sich vom Restflügel getrennt haben als auch einen großen Teil des trailing edges verloren haben. Wenn das trailing edge die primäre Bruchstelle war, würde das flaperon noch am Flügel hängen. Und man fragt sich natürlich, was das ganze soll.
Oder welches Szenario wäre noch denkbar, passt aber zumindest zu den Eckdaten (und möglicherweise auch noch zum Schadensbild der Trümmer)?
taren schrieb:Der Text bezieht sich, meiner Meinung, aber auf ein schon in der Luft vom Flugzeug abgetrenntes Element.
Ja, natürlich. Aber die Möglichkeiten sind eben eingeschränkt (s.o.), und dies sind die einzigen beiden Erklärungen der Fachwelt, um den Schaden am flaperon usw. zu erklären (flutter bei high-speed dive oder kontrolliertes ditching).