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Der Fall Gustl Mollath

2.861 Beiträge, Schlüsselwörter: Betrug, Bayern, Psychiatrie, Psiram, Staatsanwaltschaft, Gustl Mollath, Beate Merk

Der Fall Gustl Mollath

11.06.2018 um 23:56
@jaska

allgemein nur soviel:

...ein "nettes" Nebensymptom von Wahnhaftigkeit besteht in den Reaktionen der Umwelt:
Lagerbildung. Eines, das in ihr (der Wahnhaftigkeit) die Verwirklichung höchster moralischer Ideale sieht und sich in einer Folie à deux zum gemeinsamen Kampf dafür bereitstellt und ein Anderes, das ihre Absurdität in der Gesamtschau erkennt.

Paranoia impliziert bereits an sich eine Wahnhaftigkeit, die nicht unbedingt mit psychotischen Episoden einhergehen muss, sondern verwurzelt sein kann in der Persönlichkeit des Betreffenden. Sei es in Form eines ausgeprägten Größenwahns, in Form übersteigerten Misstrauens bis hin zur Tatsachenumkehr und wahnhaft verzerrten Ursachenzuschreibung eigenen Handelns (Ursula Prem, eine ehemalige glühende Unterstützerin könnte hierzu wahrscheinlich einige Beispiele beitragen, ebenso wie Herr Strate - upps, ich glaube, das haben die sogar schon getan!). Narzissmus selbst mit einer gewissen Note Antisozialität kann das Gesamtpaket dann doch noch nach außen hin als recht eloquent statt "geistesgestört" erscheinen lassen.

Wurde hier ein Mann aus politischen Gründen entlassen oder weil erwiesen wurde, dass er tatsächlich psychisch gesund und keine Gefahr für seine Umwelt sei?
Fragen über Fragen... Vergisst man manchmal, diese beiden Dinge sauber voneinander getrennt zu betrachten.
Monstra schrieb:Warum hat Mollath so viele Sympathien erhalten?
...keine Ahnung warum, aber bei dieser Frage fiel mir spontan Gert Postel ein. Warum hat der eigentlich so viele Sympathien erhalten?
...vielleicht ist das ja so ein Täteridentifikationsdingens....endlich auch mal groß sein, wie der nette kleine eloquente unakademische Postbo...äh Nachbar von nebenan.


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12.06.2018 um 00:00
@traces
Lieben Dank!


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Der Fall Gustl Mollath

12.06.2018 um 00:01
Ich biete als "Fake News" zur freundlichen Lektüre den Revisionsbericht der HypoVereinsbank an. Der reicht eigentlich schon:

- Die Angaben Mollaths in seinen Briefen 2002 seien - soweit für die Revision nachprüfbar - zutreffend gewesen.
- Frau Mollath hat Mitte der 1990er Jahre von einem Kunden (!) vermutlich rund 800.000 DM geerbt.
- Frau Mollath sei extrem inkooperativ gewesen und hat Angaben verweigert.
- Frau Mollath hat - ob legal oder illegal sei dahingestellt - Vermögen ihrer Kunden in die Schweiz transferiert.

Frau Mollath hatte jedenfalls ein Motiv, ihren Mann möglichst zu schaden - und sie hatte Kennverhältnisse mit Personen, die in Sachen Mollath an Entscheidungen beteiligt waren. Bis hin zur Sprechstundenhilfe im der Arztpraxis R.

https://www.swr.de/report/-/id=10583092/property=download/nid=233454/1t395cp/index.pdf

Zudem:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/deutsches-schwarzgeld-gestaendnisse-eines-schweizer-bankers-13510054.html...

Es ist objektiv höchst wahrscheinlich, dass die HypoVereinsbank und damit Frau Mollath ihren Kunden Möglichkeiten geboten hat, Geld in die Schweiz zu transferieren. Eine Tochterbank der HypoVereinsbank gab es dort ja.

Schließlich noch zu den Gutachtern ein Zitat von Thomas Fischer, dass den o.g. Satz differenziert:

"Psychiatrische und psychologische Sachverständige sind: selbstgewiss, kompetenzüberschreitend, unbescheiden. Das gilt selbstverständlich nicht dem Einzelnen, sondern dem Prinzip. Wer alles weiß und darf, hat keinen Grund zur Bescheidenheit. Schon hierin könnte ein Teil der Abhilfe liegen: Gegenseitige Abhängigkeit von unsicherem Gericht und unsicherem Sachverständigen ist ein Übel, das unmittelbar und unweigerlich zulasten der Betroffenen geht. Dem Übel könnten nur gegenseitige kritische Aufmerksamkeit und Distanz abhelfen."

http://www.zeit.de/2013/35/mollath-skandal-strafrecht/komplettansicht


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12.06.2018 um 00:06
traces schrieb:Paranoia impliziert bereits an sich eine Wahnhaftigkeit, die nicht unbedingt mit psychotischen Episoden einhergehen muss, sondern verwurzelt sein kann in der Persönlichkeit des Betreffenden.
Es wird da ja schwer bis unmöglich mit Ferndiagnose, es gibt aber das Pamphlet "wie ich wurde was ich bin" und daraus kann man ableiten das Mollath schon als Heranwachsender eine spezielle Sicht der Realität und seiner Rolle in dieser Realität hatte.
Das Abi hat er wohl nur geschafft indem man es ihm in der Verschickung mit der Kombination Nordrheinwestfalen und Waldorfschule vereinfacht hat.


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12.06.2018 um 00:07
traces schrieb:...ein "nettes" Nebensymptom von Wahnhaftigkeit besteht in den Reaktionen der Umwelt:
Lagerbildung. Eines, das in ihr (der Wahnhaftigkeit) die Verwirklichung höchster moralischer Ideale sieht und sich in einer Folie à deux zum gemeinsamen Kampf dafür bereitstellt und ein Anderes, das ihre Absurdität in der Gesamtschau erkennt.
Das trifft auch auf Helmut Kohl, Willy Brandt oder ABBA zu.
traces schrieb:Paranoia impliziert bereits an sich eine Wahnhaftigkeit, die nicht unbedingt mit psychotischen Episoden einhergehen muss, sondern verwurzelt sein kann in der Persönlichkeit des Betreffenden. Sei es in Form eines ausgeprägten Größenwahns, in Form übersteigerten Misstrauens bis hin zur Tatsachenumkehr und wahnhaft verzerrten Ursachenzuschreibung eigenen Handelns (Ursula Prem, eine ehemalige glühende Unterstützerin könnte hierzu wahrscheinlich einige Beispiele beitragen, ebenso wie Herr Strate - upps, ich glaube, das haben die sogar schon getan!). Narzissmus selbst mit einer gewissen Note Antisozialität kann das Gesamtpaket dann doch noch nach außen hin als recht eloquent statt "geistesgestört" erscheinen lassen.
Donald Trump...
traces schrieb:Wurde hier ein Mann aus politischen Gründen entlassen oder weil erwiesen wurde, dass er tatsächlich psychisch gesund und keine Gefahr für seine Umwelt sei?
Aus politischen Gründen. Genauso, wie er zuvor aus politischen Gründen nicht entlassen worden ist.

Ansonsten sind wir uns hoffentlich einig, dass "psychisch krank" und "Gefahr für seine Umwelt" zwei Dinge sind, die man sauber voneinander getrennt halten sollte?


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12.06.2018 um 00:12
Monstra schrieb:Es ist objektiv höchst wahrscheinlich
Nein ist es nicht, die reine Behauptung ist da noch kein Beleg, was Du da "glaubst" ist desswegen vollkommen unerheblich, den grössten Bankskandal aller Zeiten" den Mollath aufgedeckt haben wollte, hatte es nie gegeben.

Das Du hier nun mit Gewalt versuchst Bankenskandale die abseits der Mollaths stattgefunden haben imit Mollath zu verknüpfen spricht m.E. dafür dass Dir die Argumente ausgehen.


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12.06.2018 um 00:14
Monstra schrieb:Ansonsten sind wir uns hoffentlich einig, dass "psychisch krank" und "Gefahr für seine Umwelt" zwei Dinge sind, die man sauber voneinander getrennt halten sollte?
Für misshandelte und halbtotgewürgte Frauen ist diese Trennung ailerdings eher eine akademische,


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12.06.2018 um 00:26
@towel_42
towel_42 schrieb:Es wird da ja schwer bis unmöglich mit Ferndiagnose
Korrekt. Wär halt schon spannend, was so die Erstquelle, nämlich die Psychiater, Psychologen und Pflegekräfte aus sieben Jahren Erfahrung mit Herrn M. so zu berichten hätten. Schade, dass die unter Schweigepflicht stehen.
Monstra schrieb:Das trifft auch auf Helmut Kohl, Willy Brandt oder ABBA zu.
Bissl dünn, meinste nicht? Jetzt könnte man die CDU oder auch frühere Auftritte von ABBA als sektenartige Zusammenkünfte von Menschen bezeichnen, und der Spendenskandal findet wahrscheinlich auch heute noch treue paranoide Tatsachenverdreher, allerdings lässt sich bei keinen der drei genannten Personengruppen ein derartiger Kult, eine derartige Massenmobilisierung mit diesem Ausmaß an Verdrehungen, Politisierung, Tatsachenumkehr, Leugnungen und gemeingefährlichen (!) Überidealisierungen erkennen, wie das im Fall M. binnen kürzester Zeit der Fall war. Vielleicht googelst du nochmal den Unterschied zwischen Lüge und Paranoia sowie Sympathisieren und Paranoia.
Monstra schrieb:Donald Trump...
Ja, der passt schon eher. Es wird wärmer! :)
Monstra schrieb:Genauso, wie er zuvor aus politischen Gründen nicht entlassen worden ist.
Dein Glaube sei dir unbenommen. In Deutschland haben wir ja Gott sei Dank Religionsfreiheit.
Monstra schrieb:Ansonsten sind wir uns hoffentlich einig, dass "psychisch krank" und "Gefahr für seine Umwelt" zwei Dinge sind, die man sauber voneinander getrennt halten sollte?
Natürlich - im Allgemeinen zieht das eine nicht das Andere zwangsläufig nach sich. Allerdings hat es einen Grund, weswegen ich im Speziellen diese beiden Aspekte in ein und demselben Satz genannt habe. M.W. war seine Ex-Frau nicht die Einzige, die Bedrohung und tätlichen Angriffen ausgesetzt war^^. Von dem Vorfall auf offener Straße wenige Tage nach seinem Freispruch ist ja leider keine Quelle mehr zu finden. Ist vielleicht auch nicht interessant genug. Warum ne Statue umreißen, die mühevoll aufgebaut wurde? --> man beachte: VT!


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12.06.2018 um 00:42
@Monstra
Auch wenn beides mit "Schw" anfängt, es ist nicht die Schweiz gemeint. Deshalb vermisse ich in deiner Aufstellung den Nachweis eines Zusammenhangs Schwarzgeld und P.Mollath.

@traces
Du könntest ruhig öfter in die Tasten greifen.
Danke für deine Ausführungen.


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12.06.2018 um 07:26
towel_42 schrieb:Nein ist es nicht, die reine Behauptung ist da noch kein Beleg, was Du da "glaubst" ist desswegen vollkommen unerheblich, den grössten Bankskandal aller Zeiten" den Mollath aufgedeckt haben wollte, hatte es nie gegeben.

Das Du hier nun mit Gewalt versuchst Bankenskandale die abseits der Mollaths stattgefunden haben imit Mollath zu verknüpfen spricht m.E. dafür dass Dir die Argumente ausgehen.
Das habe ich nie behauptet, deswegen können mir auch nicht die Argumente dafür ausgehen. Ich vertrete hier keine Verschwörungstheorie.
traces schrieb:ein derartiger Kult, eine derartige Massenmobilisierung mit diesem Ausmaß an Verdrehungen, Politisierung, Tatsachenumkehr, Leugnungen und gemeingefährlichen (!) Überidealisierungen erkennen, wie das im Fall M. binnen kürzester Zeit der Fall war. Vielleicht googelst du nochmal den Unterschied zwischen Lüge und Paranoia sowie Sympathisieren und Paranoia.
Vielen Dank für die Belehrungen, auch das hat nichts mit dem zu tun, was ich hier über Seiten argumentiere. Ich vertrete hier keine Verschwörungstheorie.
traces schrieb:Dein Glaube sei dir unbenommen. In Deutschland haben wir ja Gott sei Dank Religionsfreiheit.
Auch das ist schablonenhaft auf irrationale Verschwörungstheorien gemünzt. Ich sehe keinen Zusammenhang mit meiner ziemlich differenzierten Argumentation. Die als "Religion" zu bezeichnen ist nur billige Polemik. Ich vertrete hier keine Verschwörungstheorie.
emz schrieb:Auch wenn beides mit "Schw" anfängt, es ist nicht die Schweiz gemeint. Deshalb vermisse ich in deiner Aufstellung den Nachweis eines Zusammenhangs Schwarzgeld und P.Mollath.
Steht im von mir verlinkten Dokument. Und ich sprach immer von Verdacht, nie von einer nachgewiesenen oder bewiesenen Tatsache. Die Unterstellung ist auch ein billiger Trick, um eine Argumentation zu diskreditieren. Doch jeder Bürger, der eine Straftat anzeigt, wird diese in den wenigsten Fällen nachweisen oder beweisen müssen. Das ist rechtlich eindeutig zulässig – ein aus Tatsachen abgeleiteter Verdacht ist keine unwahre Behauptung.

Also bitte genau lesen, anstatt reflexhaft zubeißen. Sonst lässt es sich hier nicht diskutieren. Und andere Auffassungen als "Religion" oder "Sekte" zu diffamieren, ist keine guter Stil.
towel_42 schrieb:Für misshandelte und halbtotgewürgte Frauen ist diese Trennung ailerdings eher eine akademische,
Wir befinden uns hier im akademischen Bereich. Das echte Leben ist woanders.


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Der Fall Gustl Mollath

12.06.2018 um 07:36
Monstra schrieb: Ich vertrete hier keine Verschwörungstheorie.
Monstra schrieb am 06.06.2018:Es gab eher eine kleine Verschwörung - im Rahmen großer illegaler Geldverschiebungen unter Beteiligung deutscher Banken und ihrer Auslandstöchter. Die sind Gang und Gäbe, ob in die Schweiz, ob "Cum-Ex", ob "Cum-Cum". Es gab und gibt Ermittlungen. Oder muss ich das belegen?
Nunja, vielleicht sehe nur ich da einen Widerspruch.


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12.06.2018 um 10:31
Monstra schrieb:Steht im von mir verlinkten Dokument. Und ich sprach immer von Verdacht, nie von einer nachgewiesenen oder bewiesenen Tatsache. Die Unterstellung ist auch ein billiger Trick, um eine Argumentation zu diskreditieren. Doch jeder Bürger, der eine Straftat anzeigt, wird diese in den wenigsten Fällen nachweisen oder beweisen müssen. Das ist rechtlich eindeutig zulässig – ein aus Tatsachen abgeleiteter Verdacht ist keine unwahre Behauptung.

Also bitte genau lesen, anstatt reflexhaft zubeißen. Sonst lässt es sich hier nicht diskutieren. Und andere Auffassungen als "Religion" oder "Sekte" zu diffamieren, ist keine guter Stil.
Wenn sich aber ein Verdacht nachfolgend durch nichts erhärtet hat, ist es müßig, diesen weiterhin diskutieren zu wollen. Oder wollen wir an irgendwelchen Verschwörungstheorien stricken?

Von mir wurde keine deiner "Auffassungen als "Religion" oder "Sekte" bezeichnet, und im Zusammenhang mit meinen Ausführungen, die also so nie getätigt wurden, dann auch noch von "diffamieren" zu reden, weise ich strikt zurück.


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12.06.2018 um 11:39
@emz
Nachdem Du „Religion“ usw. nicht verwendet hast, bezog sich der Absatz auch nicht auf Dich. So undeutlich habe ich mich auch nicht ausgedrückt.

Im Übrigen würde der Verdacht nie entkräftet. Es gibt dafür keinen Beweis. Aber er wurde auch nie widerlegt. Frau Mollath hätte ihren Ehemann der Üblen Nachrede bezichtigen können, hat sie nie. Das wundert mich nicht.


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Der Fall Gustl Mollath

12.06.2018 um 11:49
@Monstra
Nachdem diese Vorwürfe allesamt ausführlichst geprüft wurden und Mollath selbst nie seine Beweise vorgelegt hat, obwohl sie ihm sehr sehr geholfen hätten, ist es wohl realistischer und auch fairer anzuerkennen, dass an diesem Verdacht der Schwarzgeldaffäre sowie einer Verschwörung gegen Mollath nichts dran ist.
Wenn Frau M. nicht zurückgeschlagen hat (also nicht wörtlich sondern in Form von Anzeigen wegen übler Nachrede) dann spricht das mitnichten eindeutig dafür, dass sie was zu verbergen hatte und dass an den Vorwürfen was dran war. Es spricht vielmehr dafür, dass sie schlau genug war, kein Öl ins Feuer zu giessen. Mit jedem Wort, jeder Geste, jeder Aufmerksamkeit hätte sie nämlich das Wahnkonstrukt bestärkt.
Und es spricht dafür, dass sie gar kein Interesse hatte, ihren Mann zu vernichten oder ihm auch nur zu schaden.


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12.06.2018 um 11:49
Monstra schrieb:Nachdem Du „Religion“ usw. nicht verwendet hast, bezog sich der Absatz auch nicht auf Dich. So undeutlich habe ich mich auch nicht ausgedrückt.
Dann platziere deine Behauptungen ganz einfach dort, worauf du dich beziehst.
Monstra schrieb: Frau Mollath hätte ihren Ehemann der Üblen Nachrede bezichtigen können, hat sie nie. Das wundert mich nicht.
Nicht jeder hat eben Lust, in einem Rosenkrieg den anderen mit lauter Kleinklein-Anzeigen zu überziehen.


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Der Fall Gustl Mollath

12.06.2018 um 13:20
jaska schrieb:Nachdem diese Vorwürfe allesamt ausführlichst geprüft wurden und Mollath selbst nie seine Beweise vorgelegt hat, obwohl sie ihm sehr sehr geholfen hätten, ist es wohl realistischer und auch fairer anzuerkennen, dass an diesem Verdacht der Schwarzgeldaffäre sowie einer Verschwörung gegen Mollath nichts dran ist.
So einfach kann man es sich nicht machen. Fakt ist, dass die Hypo das geprüft hat und entsprechende Unregelmäßigkeiten erkannt hatte, welche die Darstellung Mollaths offenbar gestützt hatten. Jedenfalls wurden damals mit Frau Mollath ein anderer Angestellter entlassen, einer hat von sich aus den Hut genommen.

Man darf hier auch nicht vergessen, vor Arbeitsgerichten geht es in der Regel um einvernehmliche Lösungen, die hat höchste Priorität. Erst wenn sich die Parteien nicht einigen können, erfolgt ein Urteil, nachdem dann festgestellt wird, ob eine Arbeitgeberkündigung rechtens war oder nicht. Wird der Klage stattgegeben, wird das Arbeitsverhältnis FORTGESETZT. Eine Abfindung wird vom Gericht nur dann auf Antrag einer Partei festgelegt, wenn es für diese Weiterbeschäftigung unzumutbar geworden ist und das ist sehr selten der Fall. Die weitere Möglichkeit wäre noch, dass der Arbeitnehmer inzwischen eine Arbeit gefunden hat. Dann bestimmt das Gericht das Datum des Ende des Arbeitsverhältnisses, eine Abfindung wird dann aber nicht gezahlt, sondern nur das nicht gezahlte Gehalt.

Eine gütige Einigung wird immer angestrebt, weil alles andere auf längere Sicht selten eine Aussicht auf Erfolg hat und solche langen Verfahren (Arbeitsgericht, LAG, BAG) dem Arbeitnehmer in der Laufbahn schaden. Außerdem regelt man in einer solchen Einigung auch schon das Zeugnis, was im anderen Fall zu weiteren Arbeitsgerichtsverfahren führt. Und gerichtlich kann man in der Regeln nur ein durchschnittliches (befriedigendes) erhalten, bei einer gütigen Einigung sieht es anders aus.



Da eine Abfindung unter Auflösung des Arbeitsverhältnisses gezahlt wurde, muss man eher davon ausgehen, dass es im Verfahren zu einer gütigen Einigung kam. Andere Möglichkeit wäre vielleicht noch, dass die Bank im Arbeitsgerichtsverfahren erstmal unterlegen war, dann aber Frau Mollath ein Abfindungs-Angebot annahm.

Was hier wirklich war, ob ein Urteil gesprochen wurde, oder es vorher zu einer Einigung kam, ist den Artikeln der Zeit nicht wirklich zu entnehmen. Ein Richter erläutert im Vorfeld mit den Parteien den Fall aus seiner Sicht und setzt in nicht ganz selten dabei die nicht einigungsbereite Partei unter Druck. Was dort abgedruckt war, konnte auch die Angaben des Richters gewesen sein, die Teil der Erläuterung in dieser Verhandlung war. Wie gesagt, die Abfindung spricht eher nicht für ein wirkliches Urteil sondern um das Ergebnis einer gütigen Einigung.Ist es aber zu einer gütigen Einigung gekommen, dann hat das Gericht das nicht wirklich bis in alle Einzelheiten geprüft, das war dann nicht mehr notwendig

Frau Mollath wurde von der Hypo am 25.2.2003 gekündigt, die endgültige Auflösung des Arbeitsverhältnis erfolgte am 16.9.2003. In dieser Zeit kann kein Gericht das ausführlich prüfen, auch das spricht zusätzlich für eine gütige Einigung.

https://www.swr.de/report/-/id=10583092/property=download/nid=233454/1t395cp/index.pdf
jaska schrieb:Und es spricht dafür, dass sie gar kein Interesse hatte, ihren Mann zu vernichten oder ihm auch nur zu schaden.
Glaubst Du das? Es gibt deutliche Hinweise, dass die Begegnung im Jahre 2003 nicht so verlaufen ist, wie sie behauptet hatte. So etwas kann man vielleicht glauben, aber wer hat denn Mollath angezeigt?


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SCMP77
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12.06.2018 um 14:07
@towel_42
towel_42 schrieb:
Monstra schrieb:
Ich vertrete hier keine Verschwörungstheorie.
Monstra schrieb:
Es gab eher eine kleine Verschwörung - im Rahmen großer illegaler Geldverschiebungen unter Beteiligung deutscher Banken und ihrer Auslandstöchter. Die sind Gang und Gäbe, ob in die Schweiz, ob "Cum-Ex", ob "Cum-Cum". Es gab und gibt Ermittlungen. Oder muss ich das belegen?
Nunja, vielleicht sehe nur ich da einen Widerspruch.
Nein, das ist hier kein Widerspruch, weil die sogenannte "kleine Verschwörung" keine Theorie sondern eine Tatsache ist, siehe auch:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7964289.html

Damals war's jedenfalls so, da hob man an einem Schalter den zu transferierenden Betrag ab und zahlte diesen an einem anderen Schalter auf die Tochterbank in der Schweiz ein. So einfach war das Anfang der 90er.


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12.06.2018 um 19:18
traces schrieb:Korrekt. Wär halt schon spannend, was so die Erstquelle, nämlich die Psychiater, Psychologen und Pflegekräfte aus sieben Jahren Erfahrung mit Herrn M. so zu berichten hätten. Schade, dass die unter Schweigepflicht stehen.
Ach Mensch, so schnell kann's gehen. Der Leipziger (netterweise von Strate hochgeladen) hat ja aus der Kurve (Patientenakte) zitiert. Ab Seite 14. Komisch, dass Mollaths Ex-Mitpatienten nicht auch vor den Kadi gezogen wurden, denn auch diese hat er der Verletzung seiner Menschenrechte bezichtigt. Aber okay, er wird schon der einzig psychisch Gesunde unter all den Kranken dort gewesen sein^^

https://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Gutachten-Leipziger-2005-07-25.pdf


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Der Fall Gustl Mollath

12.06.2018 um 20:06
Zum Thema "Verschwörungstheorie":

Im Fall Mollath lautet die Zusammenfassung unter seinen Anhängern und ihm selbst wie folgt:

Er sei zu Unrecht auf Grundlage seiner Schwarzgeldverdächtigungen gegen seine Ehefrau als wahnhaft eingeschätzt und aus diesem Grund in die Psychiatrie gekommen. Der Beleg für die Tatsächlichkeit (nun ja, einiger^^) dieser Verdächtigungen, sei gleichzeitig der Beleg für die unzutreffende Diagnose einer wahnhaften Störung. Somit habe ein nicht-kranker Mensch willkürlich 7 Jahre in der Psychiatrie verbracht.

Befasst man sich mal eingehender mit der damaligen Urteilsbegründung sowie Begründung dafür, weswegen M. als "schuldunfähig" sowie eingeschränkt steuerungsfähig eingeschätzt wurde und beschäftigt man sich eingehender mit den von Leipziger und Kröber dargelegten Epikrisen (damit sind nicht deren diagnostische Ableitungen gemeint, sondern die objektiven und objektivierbaren Fakten zum Hergang VOR, BEI sowie WÄHREND der Unterbringung in die Psychiatrie, dann wird sehr klar ersichtlich, dass seine wiederholten Vorwürfe bzgl. der Schwarzgeldaffären seiner Ex-Frau lediglich E I N Part innerhalb VIELER Parts war, der das Vorliegen einer wahnhaften Störung deutlich nahelegten. Und im Übrigen wurde dieser Teilaspekt in seiner Bedeutung auch als solcher sowohl seitens des Gerichts als auch (!) seitens der Sachverständigen ausgewiesen. Warum wurde und wird hierüber kein einziges Wort mehr im Diskurs um Mollath verloren? Warum auch nicht darüber, dass Mollath selbst es war und ist, der das meiste Material diesbezüglich untersuch- und verifizierbar und übrigens auch ermittlungstechnisch belegt lieferte, dass eine wahnhafte Störung in der Gesamtschau vielmehr bestätigt, als negiert? Warum werden diese Dinge ausgeblendet um Mollath zu einem "Opfer" (s)einer rachsüchtigen Ehefrau und einem vermeintlich fehlerhaften Rechtsstaat zu machen? Warum ist solch ein Ausblenden nötig, wenn der Fall doch laut Befürwortern so glasklar sei?

Er wurde nicht verurteilt, weil man ihn für einen Spinner hielt, sondern weil man zu dem Urteil gelangte, dass er die ihm zur Last gelegten Straf(!)taten begangen hat (!)

Er wurde nicht in die Psychiatrie "gesperrt", weil man ihn für einen Spinner hielt, sondern weil sich sowohl vor als auch im Laufe des Verfahrens den Ermittlungsbehörden (inkl. Gericht) Hinweise darauf ergaben, dass er schuldunfähig sein könnte. Er zeigte psychische Auffälligkeiten in nicht unerheblichen Ausmaß - andernfalls wird keine Schuldunfähigkeit in Betracht gezogen (!). Rechtsstaatlichkeit heißt im Übrigen, keine Willkür anzuwenden, indem man diese Auffälligkeiten mal geflissentlich ignoriert und den Angeklagten in Haft steckt, weil man ihn für einen nervigen Aufschneider hält, der einfach mal ne Knasterfahrung braucht (!). Rechtsstaatlichkeit heißt eine Anerkennung dessen, dass der Angeklagte womöglich Behandlung benötigt und er nicht vollumfänglich für sein Handeln als verantwortlich angesehen werden kann.

Wie im Übrigen die Aufzeichnungen aus der Patientenakte nahelegen, hat Mollath vollumfänglich von seinen Menschen- und Persönlichkeitsrechten, die auch in einer Psychiatrie ihre Geltung haben, Gebrauch gemacht. Dass er selbst jene nicht nur hängenließ, die ihm vollumfänglich befürwortend zur Seite standen, sondern sie sowohl benutzte als auch letztlich beschuldigte, ihn seiner Freiheit beraubt zu haben, ist ein weiterer Fakt, der bis heute völlig unkommentiert bleibt.

Wo, außer im Rahmen einer Verschwörungstheorie, ist ein derart eklatantes Ausklammern von Fakten, die schlichtweg zum GANZEN Fall gehören, üblich?


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12.06.2018 um 20:10
@SCMP77
SCMP77 schrieb:So einfach kann man es sich nicht machen.
Das ist nicht einfach. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die eine Seite eine stimmige, durch weitere Informationen gegenprüfbare Version abgegeben hat und die andere trotz jahrelanger Ankündigungen nichts.
SCMP77 schrieb:Jedenfalls wurden damals mit Frau Mollath ein anderer Angestellter entlassen, einer hat von sich aus den Hut genommen.
Ja. Es gab interne Unregelmäßigkeiten in der Bank. Illoyale Aktionen einiger Mitarbeiter, die interne Konsequenzen hatten. Keine der informierten Behörden konnte aber auch nur Anzeichen einer systematisch organisierten Schwarzgeld- oder Steueraffäre finden.

Was Du mit Deinen weiteren "Ausführungen" zu den arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Frau M. und ihrem ehemaligen Arbeitgeber bezwecken magst wird mir nicht klar.
SCMP77 schrieb:Glaubst Du das? Es gibt deutliche Hinweise, dass die Begegnung im Jahre 2003 nicht so verlaufen ist, wie sie behauptet hatte. So etwas kann man vielleicht glauben, aber wer hat denn Mollath angezeigt?
Ja, ich schreibe selten etwas, wenn ich nicht davon überzeugt bin. Für mich ist ihre Version eindeutig stimmiger.


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