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Der Fall Gustl Mollath

2.838 Beiträge, Schlüsselwörter: Betrug, Bayern, Psychiatrie, Psiram, Staatsanwaltschaft, Beate Merk, Gustl Mollath

Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:27
Strate hat jetzt auch das Tagesprotokoll online, das den ersten Krach zwischen Mollath und ihm bei Gericht dokumentiert (zumindest hab ich das jetzt erst entdeckt):

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-08-08-v2.pdf
VRiinLG Escher: ... So! Herr Mollath, Sie haben beim letzten Mal gesagt, Sie wollen sich noch überlegen, ob Sie sich zu den Tatvorwürfen äußern wollen oder nicht. Sie wollten das beim letzten Mal noch nicht entscheiden. Und darum frage ich Sie jetzt einfach, wie es ausschaut, ob Sie sich zu den Tatvorwürfen äußern wollen, ob Sie noch etwas sagen wollen oder nicht.

G. Mollath: Ich hätte jetzt kurzfristig etwas vorbereitet, nachdem ich da auch auf schriftliche Anfrage an meine Verteidigung keinerlei Unterstützung erfuhr. Das ist natürlich laienhaft. Aber das würde ich gerne verlesen. Und da ist eine Einlassung dementsprechend alles mit dabei.

VRiinLG Escher: Ja, ja. Ist es jetzt zu den Tatvorwürfen oder - -

G. Mollath: Es ist zu den Tatvorwürfen. Es beinhaltet auch jeweils die Tatvorwürfe und die mindestens noch notwendigen Beweisangebote.

VRiinLG Escher: Normalerweise hat der Angeklagte zwar nicht vorzulesen zur Sache, sondern sich zu äußern. Aber ich hätte auch nichts dagegen, wenn man das so macht, und ich glaube, die anderen Verfahrensbeteiligten auch nicht. Von dem her gesehen gehen
wir so vor.

G. Mollath: Ich kann Ihnen versichern: Ich habe es wirklich nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Wenn es Probleme gibt, rühren Sie sich, und dann kriegen wir das hin.

...
Ich bitte zu berücksichtigen, dass mich meine Rechtsanwälte bei dieser Einlassung und Antragstellung nicht unterstützt haben, weder Herr Dr. h. c. Strate noch Herr Rauwald – Stand 06.08.2014 -, obwohl ich diese mehrfach darum bat. Zuletzt schrieb ich dazu Herrn Dr. h. c. Strate am 31.07.2014. Das Fax-Schreiben liegt zu Ihrer Information bei – Anlage D 1.
Diesen Mangel an rechtsanwaltschaftlicher Unterstützung bitte ich das Gericht höflich zu berücksichtigen und mit der Fürsorgepflicht des Gerichts auszugleichen.
Nichtsdestotrotz bin ich Herrn Dr. h. c. Strate nach wie vor dankbar für seine außergewöhnlichen Leistungen, die mir die Freiheit brachten, um die Unsäglichkeiten dieser psychiatrischen Krankenhäuser hinter mir lassen zu können.
...
Herr Prof. Dr. Nedopil behauptet in seiner Gutachtenerstattung, meine Darstellung zu meiner Strafanzeige mit größter und dreistester Schwarzgeldverschiebungsskandal von Deutschland in die Schweiz ist ein möglicher Ausdruck von Wahnvorstellungen, da es sich seiner Meinung nach doch nur um "Peanuts" handelte, wie er wortwörtlich sagte. Mit "Peanuts" scheint Prof. Dr. Nedopil nicht die Peanuts der weltweit erfolgreichen Comicserie zu meinen, mit der der 2. Weltkriegerfahrene Autor Charles M. Schulz versuchte, liebevoll auf die Probleme der Gesellschaft hinzuweisen. Auch das Mädchen Lucy in der Serie, das immer wieder als naseweise Psychiaterin allen ihre Dienste aufdrängt, absolut unrealistisch für einen Cent, so keinem hilft und niemand mit ihr etwas zu tun haben möchte, kann Prof. Dr. Nedopil wirklich nicht gemeint haben.
Herr Hilmar Kopper, Chef der Deutschen Bank als Nachfolger von Herrn Alfred Herrhausen prägte den Begriff "Peanuts" 1994 bei einer Pressekonferenz zu der Schadensumme von 50 Mio.
DM, die kleine Handwerker zu verkraften hatten.
Herr Prof. Dr. Nedopil meint offenbar mit "Peanuts" eine unbedeutende, lächerlich kleine Summe Geldes,

...

VRiinLG Escher: Danke schön, Herr Mollath. (Beifall bei Zuhörern) - Ich bitte, solches Klatschen zu unterlassen. Das ist im Gerichtssaal nicht üblich. (Gustl Mollath übergibt VRiinLG Escher die schriftlich vorliegende Einlassung) - Danke schön! Herr Mollath, jetzt haben Sie hier sehr viel vorgetragen. Zu den Tatvorwürfen selber haben Sie gesagt, die Straftaten haben Sie nicht begangen.
Meine Frage jetzt dazu – denn es ist sehr pauschal -: Wollen Sie etwas dazu sagen, was sich beispielsweise an diesem 12.08.2001 überhaupt zugetragen hat, oder war da gar nichts, oder wie war die Situation? Wollen Sie dazu etwas sagen?

G. Mollath: Sehr geehrte Frau Richterin, das ist auch eindeutig meiner Stellungnahme aus dem Aktenmaterial zu entnehmen. Da habe ich auch nichts weiter hinzuzufügen. Ich gehe davon aus, nachdem Sie sich wirklich umfangreich und aufwendig Arbeit gemacht haben, dass Ihnen das auch alles bekannt ist, und ich glaube, ich brauche nichts weiter hinzuzufügen. Es ist so: Die Taten habe ich nicht getan. Die Dinge sind teilweise so an den Haaren herbeigezogen. Das spricht, glaube ich, alles für sich.

...

VRiinLG Escher: Mich würde dieser 12.08. interessieren, ob Sie noch wissen oder sagen wollen – Sie müssen sich als Angeklagter ja nicht dazu äußern -, was sich da konkret zugetragen hat.

G. Mollath: Wie gesagt: Die Darstellung ist umfangreich in den Akten zu entnehmen. Da habe ich nichts weiter hinzuzufügen, und ich möchte Sie auch gar nicht groß damit belasten.

VRiinLG Escher: Nein. Es wäre das gewesen, was mich interessiert hätte, wirklich sehr interessiert hätte. Aber es reicht. Wollen Sie dazu nichts sagen?

G. Mollath: Ich muss Ihnen sagen: Ich wirke im Moment natürlich vom Äußeren her sehr gefasst, aber ich bin innerlich sehr am Boden. Sie wissen ganz genau, welche Schwierigkeiten ich leider Gottes auch mit meinen Verteidigern habe, und ich muss Ihnen sagen: Jetzt ist es für mich mal gut.

VRiinLG Escher: Eine Hauptverhandlung ist immer anstrengend; das ist ganz klar.

G. Mollath: Ich bitte um Verständnis.

VRiinLG Escher: Okay. Ich frage einfach noch einmal ab. Zum 31.05., dem Tag nach dem Auszug, wollen Sie da noch etwas ergänzen?

G. Mollath: Nein. Ich nichts mehr weiter hinzuzufügen. Es ist umfangreich in den Akten.

...
Ach, lest einfach selbst :)


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:28
@Dumas
Dann sind wir uns ja einig. Es wäre sinnlos gewesen, sich von Leipziger untersuchen zu lassen.
So verrückt ist Mollath auch nicht um das nicht zu erkennen.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:30
@atlasman
Warum sinnlos? Da hätte er doch (schon Jahre vorher) beweisen können, dass er gesund ist. Seine Verweigerung hat ihn doch nur tiefer reingeritten.
Nicht-Untersuchenlassen war offensichtlich nicht das erfolgversprechende Mittel der Wahl.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:30
Dann sind wir uns ja einig. Es wäre sinnlos gewesen, sich von Leipziger untersuchen zu lassen.
So verrückt ist Mollath auch nicht um das zu erkennen.
Darf Herr Mollath sich seine Gutachter wohl aussuchen?

Ist ja klar, dass Herr Mollath nicht auf Herrn Leipzigers Gutachten scharf ist ;) Er hat ja sein krankes Hirn erkannt.

Gruß, Dumas


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:30
@atlasman

Na ja, er hat es ja gar nicht versucht ;) Klar, würde ich mich in Mollaths Lage untersuchen lassen denn wer will schon seine Situation bewusst verschlechtern.

Eine Entlassung nur weil der Patient behauptet er wäre gesund ist doch undenkbar. Dann wären vermutlich einige Patienten draussen die einer behandlung bedürfen.

Leer wäre das BKH sicher nicht, ich schätze 99% der Patienten sind froh wenn ihnen geholfen wird.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:32
@poipoi
Ich bringe da mal ein anderes Beispiel. Wir bekommen im Fernsehen immer und immer wieder gezeigt, was alles bei Hüftoperationen schief läuft. Würdest du dich mit diesem Wissen von einer OP Abstand nehmen, lieber die Schmerzen aushalten?

Da es ja kaum noch schlimmer hätte kommen können, hatte Mollath doch eigentlich nichts mehr zu verlieren.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:32
Einer seiner " Mitbewohner" in Bayreuth dürfte der Krankenschwestermörder gewesen sein. Aus dem Gefängnis entlassen, 2 Frauen ausgeraubt und vergewaltigt, die dritte dann noch abgeschlachtet.

Sollte so einer dann auch ohne Gutachten raus?


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:35
emz schrieb:Würdest du dich mit diesem Wissen von einer OP Abstand nehmen, lieber die Schmerzen aushalten?
Wenn der Arzt selber sagt, er würde es nicht machen lassen und wenn ein anderer Arzt sagt, 50% geht schief, und ein dritter sagt, mit dieser Art der Operation wird eh nur gutes Geld verdient.
Nein danke, dann nicht.
(Um dein Beispiel mal mit meinem Post zu verknüpfen)


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:37
Frau.N.Zimmer schrieb:Einer seiner " Mitbewohner" in Bayreuth dürfte der Krankenschwestermörder gewesen sein. Aus dem Gefängnis entlassen, 2 Frauen ausgeraubt und vergewaltigt, die dritte dann noch abgeschlachtet.
Ja sach an. Das wußte ich nicht. Danke für die Info.
Frau.N.Zimmer schrieb:Sollte so einer dann auch ohne Gutachten raus?
Manche User würden jetzt sagen: "Ja, wenn Dr. Leipziger das Gutachten erstellt hat" *Ironie* :D

Gruß, Dumas


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:40
@Dumas
Dürfte - wie nah sie sich gekommen sind weiß ich auch nicht, der wurde halt auch dort in der Forensichen Abteilung Bayreuth untergebracht.
Auch der Mörder von 2 jungen Mädchen.

Wenn die raus wollten, müssten sie nur die Begutachtung verweigern wenn es nach der Meinung einiger Leute ginge.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:43
@poipoi
Dann musst du eben mit Schmerzen und im Rollstuhl weiterleben.

Und für Mollath führte die Weigerung zur Begutachtung dazu, dass er weiterhin in der Forensic bleiben musste. Das ist eine Frage des Abwägens, riskiere ich eine Begutachtung, die mir im schlimmsten Fall die Beibehaltung der derzeitigen Lebensumstände einbringt oder gebe ich nach und lebe danach wieder in Freiheit.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:45
emz schrieb: riskiere ich eine Begutachtung, die mir im schlimmsten Fall die Beibehaltung der derzeitigen Lebensumstände einbringt oder gebe ich nach und lebe danach wieder in Freiheit.
...oder bleibe auch in der Anstalt. Fifty, fifty.
Ist das Medizin? Oder ein Roullette Spiel?

Mollath hat einen Dachschaden, aber das System ist komplett im Arsch.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:46
Frau.N.Zimmer schrieb:Wenn die raus wollten, müssten sie nur die Begutachtung verweigern wenn es nach der Meinung einiger Leute ginge.
Gut, man kann aber diese Taten jetzt nicht vergleichen. Aber im Groben gesagt: Ja, einfach verweigern, dann ist man schon ungerechtfertigt untergebracht ;)

Ich weiß, was Du meinst.

Gruß, Dumas


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:46
Wir sollten uns doch einig sein. Ein weiteres Gutachten von Leipziger wäre keinesfalls viel besser ausgefallen als das Erstgutachten. Es hätte nur das Erstgutachten bestätigt und damit zementiert.
Das Mollath da nicht mitgespielt hat ist nachvollziehbar. Es hätte seine Situation auf keinen Fall verbessert, eher verschlechtert. Er wäre verrückt gewesen, da mitzumachen.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:48
@poipoi

Das System passt schon. Manche Leute sind halt um es mit Deinen Worten zu sagen " im Arsch"

Denn was machen denn die ganzen Unterstützer? Sie begutachten Mollath aus der Ferne und sind sich sicher in ihrem Befund - der Mann wäre normal.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:48
Wir sollten uns doch einig sein. Ein weiteres Gutachten von Leipziger wäre keinesfalls viel besser ausgefallen als das Erstgutachten. Es hätte nur sein Erstgutachten bestätigt und damit zementiert.
Das Mollath da nicht mitgespielt hat ist nachvollziehbar. Es hätte seine Situation auf keinen Fall verbessert, eher verschlechtert. Er wäre verrückt gewesen, da mitzumachen.
Genau so sehe ich das auch.
poipoi schrieb:Mollath hat einen Dachschaden, aber das System ist komplett im Arsch.
Na so weit runter stufen würde ich jetzt unser System nicht ;)

Gruß, Dumas


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:49
Frau.N.Zimmer schrieb:Das System passt schon. Manche Leute sind halt um es mit Deinen Worten zu sagen " im Arsch"
Bei solchen Gutachtern, kein Wunder.
Einfach mal nach "Psychiatrieopfer" googeln.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:49
@atlasman

Wenn es stimmen würde das Gutachten immer gleich ausfallen würde doch NIEMAND mehr entlassen.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:50
Manchmal frage ich mich aber, wollte er denn wirklich raus? Er hat ja noch nicht mal die Spaziergänge in die Stadt gemacht, die ihm zugestanden wären. Er wollte die Forensic nicht verlassen.

Wäre er schon früher rausgekommen, was hätte ihn erwartet? Haus weg, Arbeit weg, Ehefrau weg und keine Freunde. Das alles baute sich doch erst auf, als die Unterstützer auf der Bildfläche erschienen und für ihn Geld sammelten. Und mit Strate als Anwalt war er auch wieder jemand, so wie damals, als er mit dem Ferrari rumfuhr.


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Der Fall Gustl Mollath

30.08.2014 um 18:52
emz schrieb:Wäre er schon früher rausgekommen, was hätte ihn erwartet? Haus weg, Arbeit weg, Ehefrau weg und keine Freunde. Das alles baute sich doch erst auf, als die Unterstützer auf der Bildfläche erschienen und für ihn Geld sammelten. Und mit Strate als Anwalt war er auch wieder jemand, so wie damals, als er mit dem Ferrari rumfuhr.
Deine Gedanken dazu finde ich gar nicht abwegig. Muss man unweigerlich auch dran denken wenn man sieht wie er selbst seine Entlassung verzögert hat.


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