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Der Fall Gustl Mollath

2.860 Beiträge, Schlüsselwörter: Betrug, Bayern, Psychiatrie, Psiram, Staatsanwaltschaft, Gustl Mollath, Beate Merk

Der Fall Gustl Mollath

06.06.2018 um 11:18
@all

Zwei Möglichkeiten: Zurück zum Topic oder Pause für alle. Eure Entscheidung.


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Der Fall Gustl Mollath

06.06.2018 um 12:17
Nachtrag:

Behauptungen sind zu belegen und werden nicht mit einem "Nö, mache ich nicht" abgeschmettert.
Wir sind hier zwar in "Verschwörungen", aber dennoch müssen Behauptungen belegt werden, wenn sie als Fakten dargestellt werden (zumal, wenn man behauptet, die Fakten stünden in einem Buch, das nicht jedem zugänglich ist, dann hat man zu zitieren, die Quelle anzugeben, eine Seitenzahl zu nennen etc.).

"Ich darf nicht aus einem Buch zitieren, wegen dem Urheberrecht" ist nichts weiter, als eine Ausrede.
Das Zitatrecht wurde ja inzwischen mehrfach erklärt.
Wie glaubt ihr wohl machen es Studenten bei einer Arbeit?
"Sorry Herr Professor, ich kann dazu keine Quellen erbringen, weil ich weder Seitenzahl, Titel des Buches, noch den Autor nennen darf."
Das sollte man ja wohl von alleine als Bullshit erkennen können...


Jetzt hört außerdem der Userbezug auf und es wird wieder zum Thema diskutiert, wie die Kollegin schon in ihrem Beitrag vermerkte.
Die Diskussion um Quellen und Belege endet hier, um die fehlenden Belege wird sich die Verwaltung kümmern, das hat nichts mehr im Thread verloren.


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Der Fall Gustl Mollath

06.06.2018 um 12:46
Das ärztliche Gutachten zu den Verletzung von Frau P.M. ist nachzulesen:
auf Seite 9 https://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-IT-Untersuchung-2014-08-07-v2.pdf


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Der Fall Gustl Mollath

06.06.2018 um 13:01
emz schrieb:Das ärztliche Gutachten zu den Verletzung von Frau P.M. ist nachzulesen:
Und da fällt hinsichtlich der Bisswunde eine Divergenz zwischen der elektronischen Patientenakte vom August 2001 und dem Attest vom Juni 2002 auf.

Hat nicht der Sohn der Ärztin, Markus R., das Attest erstellt? Wer hat Frau Mollath im August 2001 behandelt: Mutter oder Sohn? Warum wird ein Abdruck von Unter- und Oberkiefer erst im Juni 2002 erwähnt? Woher wusste das der Ersteller des Attests, wenn es nicht in der Patientenakte war?


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Der Fall Gustl Mollath

06.06.2018 um 13:12
Dann zurück zur Verschwörungstheorie. Der Fall ist 2012 in dieser Rubrik gelandet, weil zu dieser Zeit noch unklar war, ob sich hier ein großes Fass für Verschwörungstheoretiker öffnet - oder nicht.

Gibt es eine Verschwörung, mit der Gustl Mollath zwangspsychiatrisiert wurde, weil er einem Schwarzgeld- und Steuerbetrug in gigantischen Ausmaßen auf der Spur war? Unter Beteiligung von Polizei, Justiz, Psychiatrie und Staatsregierung? Mit Tätern aus höchsten Kreisen? Die sich alle gegen Mollath verschworen hatten?

Die große Verschwörung gab es wohl nicht.

Seitdem gab es mehrere Gerichtsentscheidungen, seriösere oder weniger seriöse Bücher, Medienberichte, einen Dokumentarfilm. Sie alle haben die Ereignisse behandelt und aufgearbeitet, die zur 7jährigen zwangsweisen Unterbringung von Mollath in der Psychiatrie geführt haben. Nicht zuletzt hat sich Mollath auch relativ bereitwillig den Medien zur Verfügung gestellt und damit seine Ansichten und seine Persönlichkeit erfahrbarer gemacht.

Es gab eher eine kleine Verschwörung - im Rahmen großer illegaler Geldverschiebungen unter Beteiligung deutscher Banken und ihrer Auslandstöchter. Die sind Gang und Gäbe, ob in die Schweiz, ob "Cum-Ex", ob "Cum-Cum". Es gab und gibt Ermittlungen. Oder muss ich das belegen?

Dennoch war die große Verschwörung eher ein Ding der Medien, die den Fall gepusht haben. Liest man die Briefe Mollaths, die er aus der Psychiatrie verschickt hat, sind seine Schilderungen bei Weitem nicht so monströs, wie sie vielleicht medial präsentiert wurden. Im Gegenteil: Mit dem heutigen Wissen sind sie erstaunlich vernünftig und klar, auch wenn man nicht jede Behauptung glauben muss.

https://www.nuernbergwiki.de/index.php/Gustl_Mollath_(Brief_an_StVK_Regensburg)

Keine Verschwörungstheorie heißt nicht,

dass die Bank, für die Frau Mollath arbeite, sowie Frau Mollath selbst, an solchen Geschäften nicht beteiligt gewesen wäre,
dass deutsche Banken nicht für ihre Kunden Milliarden am Fiskus vorbei ins Ausland geschleust haben,
dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist, als Mollath zwangspsychiatrisiert wurde. Eine kollusives Zusammenwirken von Verfahrensbeteiligten halte ich sogar für wahrscheinlich. Mein Vertrauen in die Justiz und den psychiatrischen Sachverstand ist noch immer so groß, dass ich mir die 2003/2004 gefällten Entscheidungen nur mit einem Komplott erklären kann.

Unabhängig von solchen Fragen bleibt - völlig verschwörungsuntheoretisch - der öffentliche Skandal:
"das systematische Versagen einer Landesjustiz, die mit dem albernen Anspruch der Unfehlbarkeit umherstolzierte und die Korrektur offenkundiger Fehler jahrelang mit all der Macht verweigerte, die einer großen Bürokratie zu Gebote steht; weil er einen erschreckenden Blick in ein mögliches Zusammenspiel von Strafjustiz und Psychiatrie ermöglicht, das Kontrolle ausschaltet, statt sie zu gewährleisten."
Thomas Fischer, Bundesrichter a.D., Zeit vom 23.12.2014, S. 8.


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Der Fall Gustl Mollath

09.06.2018 um 16:38
Unter dem Strich wirken die Massnahmen gegen G.M. überzogen.
Ob tatsächlich Absprachen der Handelnden untereinander erfolgten, oder ob diese mit vorauseilendem Gehorsam glaubten, so handeln zu müssen, ist eine andere Frage.


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towel_42
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Der Fall Gustl Mollath

10.06.2018 um 21:23
3THINKER schrieb:Unter dem Strich wirken die Massnahmen gegen G.M. überzogen.
Was ist an einem Stafbefehl über Tausendundeinpaarzerquetschte Euro und einer Bewehrungsstrafe denn überzogen?

http://geraldmackenthun.de/mollath/
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hatte Mollath Mitte 2003 angeboten, die Anzeige seiner Frau gegen eine Zahlung von 1.000 Euro und einer Bewährungsstrafe von neun Monaten fallen zu lassen.
In diesem Zusammenhang sehr zu empfehlen:

https://www.amazon.de/Mollath-Gerechtigkeit-oder-Gerald-Mackenthun/dp/1499236727/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1399353383&sr=8-...

Aus den Kommentaren:
Klar, dass justiz-basher empört sind, dass die person mollath auch mal kritisch hinterfragt wird.Ob es sich wirklich um einen skandal handelt- oder moglicherweise ein wahnhafter querulant sich mit seinem Verhalten nur selbst geschadet hat....zumindest eine diskussion wert...


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Der Fall Gustl Mollath

10.06.2018 um 22:22
Aus einer Rezension deines "sehr zu empfehlenden" Buches: "Die Gehässigkeit Herrn Mackenthuns ist für mich unerträglich". So ist es ja auch. Besser man schenkt den Worten dieses Mackenthuns besser keine Bedeutung.
towel_42 schrieb:sehr zu empfehlen:


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Der Fall Gustl Mollath

10.06.2018 um 22:27
@ansendederzeit
Warum nicht? Es ist doch immer gut, beide Seiten zu kennen. Und so wie Mackenthun auf der einen Seite polarisiert machen etliche Publikationen und Artikel das auf der anderen.
Mollath wird überwiegend super wohlwollend beschrieben in den ganzen Medien.


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Der Fall Gustl Mollath

10.06.2018 um 22:29
ansendederzeit schrieb:Besser man schenkt den Worten dieses Mackenthuns besser keine Bedeutung.
Es geht um Sachverhalte, Fakten, warum sollte man denen keine Beachtung schenken? Vorallem da ja viele der Tatsachen die Mackenthun ermittel hat im späteren Verlauf der Affäre einfach unter den Tisch gekehrt wurden.


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Der Fall Gustl Mollath

10.06.2018 um 22:49
Hier nochmal ein schriftliches Dokument aus der Feder Mollaths aus dem Jahr 2004. Es kann sich ja jeder selber ein Bild über die Gedankenwelten machen in denen er sich damals verloren hatte,

http://www.spiegel.de/media/media-34481.pdf

Wenn man sich dann noch an die durchaus richtige Bemerkung
Monstra schrieb am 06.06.2018:Die große Verschwörung gab es wohl nicht.
..erinnert, wird klar wie dringend damals Mollath wohl tatsächlich Hilfe gebraucht hat.


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Der Fall Gustl Mollath

11.06.2018 um 00:54
@towel_42

Köstlich, wieder an diese wundervoll pdf erinnert zu werden.
Eigentlich reicht es schon, diese schwungvolle Unterschrift zu betrachten und man weiß, welch Geistes Kind er ist. Da braucht man sich noch gar nicht mit dem Inhalt zu beschäftigen :troll:


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Der Fall Gustl Mollath

11.06.2018 um 12:34
Warum hat Mollath so viele Sympathien erhalten?

Ich erinnere nochmals an das Zitat von Thomas Fischer:

- Wegen einer "Landesjustiz, die mit dem albernen Anspruch der Unfehlbarkeit umherstolzierte und die Korrektur offenkundiger Fehler jahrelang mit all der Macht verweigerte, die einer großen Bürokratie zu Gebote steht".

- Wegen des erschreckenden Blicks in ein mögliches Zusammenspiel von Strafjustiz und Psychiatrie, das Kontrolle ausschaltet, statt sie zu gewährleisten.

Hinzu kommt:

In seiner medialen Präsenz ist Mollath ein einfacher, ein kleiner Mann, kein Akademiker, unverstellt, authentisch, ehrlich. Mollath war der David, der gegen diesen Goliath kämpfte - aber nicht gegen Windmühlen. Mit untauglichen Mitteln zwar, und kein Held, aber unbeugsam und ungebrochen. Er unterwarf sich nicht der psychiatrischen Behandlung, sondern er opponierte gegen die seiner Ansicht nach ungerechtfertigte Vernichtung seiner Existenz. Und die Zwangsunterbringung war auch nicht zu rechtfertigen - und rechtswidrig.

Viele Menschen fühlen sich Bürokratien und Justiz hilflos ausgeliefert. Und wenn ihnen ihr Anwalt sagt, die Erfolgsaussichten stünden 50:50, verstehen sie die Welt nicht. Und ein Urteil verstehen sie erst recht nicht. Das ist "berufungsfest" formuliert, aber nicht bürgernah. Hartz-IV-Empfänger bekommen Bescheide, in denen werden auf über 20 Seiten 18 Bescheide aufgehoben und 19 neu erlassen. Sie verstehen kein Wort. Gehen sie zum Anwalt, sagt der, ihm fehle da auch der Durchblick, man werde einfach gegen alle 19 klagen. Die Ohnmacht, das Ausgeliefert sein gegenüber staatlichen Entscheidungen, das kann jeden treffen. Und da ist Mollath eine Identifikationsfigur. Einer, der nicht aufgibt, der sich nicht beugt.

Und bei vielen "Querulanten" (der Name passt nicht wirklich) gibt es einen "wahren Kern" eine große Ungerechtigkeit im Leben (Arbeitslosigkeit, Scheidung, Familienstreit usw.), die die Persönlichkeit zum Kippen brachte. Das ist wie eine enttäuschte Liebe. Seitdem arbeiten sie sich an allen möglichen Institutionen ab, das ist quasi ihre Lebensaufgabe. Die Zwanghaftigkeit kann paranoide Züge annehmen, aber es fehlt jede Wahnhaftigkeit. Mollaths Schreiben von 2004 ist nicht wahnhaft paranoid. Wahnhafte Schreiben - ich kenne sie - sind völlig anders. Man würde den "Querulanten" wünsche, sich akzeptierend ihrem Schicksal zu stellen und damit zu arbeiten, aber sie können nicht. Diese Menschen haben auch noch immer einen großen Glauben an den Rechtsstaat, an seine Institutionen, an die Politik oder andere Autoritäten. Das unterscheidet sie von solchen, die "Justiz-Bashing" betreiben.


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11.06.2018 um 12:47
@emz
Es gibt ja mehrere solcher Konglomerate
Monstra schrieb:Und bei vielen "Querulanten" (der Name passt nicht wirklich) gibt es einen "wahren Kern" eine große Ungerechtigkeit im Leben (Arbeitslosigkeit, Scheidung, Familienstreit usw.), die die Persönlichkeit zum Kippen brachte. Das ist wie eine enttäuschte Liebe.
Ja das nennt sich Leben, da machen sich dann Menschen, empathisch Gedanken darüber, wie ihr Verhalten auf andere Menschen wirkt und ob sie sich überhaupt noch in dieser Welt ihrer Mitbürger bewegen oder sich in Paranoia und Querulantentum verloren haben.
Arbeitslosigkeit, Scheidung, Familienstreit usw.
Ist es wenn sich meine Frau scheiden lässt eine "Ungerechtigkeit" wenn ich sie vorher halbtotgewürgt habe und auch sonst mein Leben nicht auf der Reihe hatte?

Ist es "Ungerechtigkeit" wenn ich mir von genau dieser Frau über Jahrzehnte meine Arbeitslosigkeit finanzieren lasse?


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11.06.2018 um 12:50
Monstra schrieb:Wahnhafte Schreiben - ich kenne sie -
Das ist mal eine steile These.... woran erkennst Du dass die Korrespodenz Mollaths aus dieser Zeit, keine Wahnhaften Züge trägt?
Der verlinkte Text ist ja nur, ein, Beispiel.

Google Bildersuche.... "Mollath" "Dokumente"


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11.06.2018 um 13:07
towel_42 schrieb:Ist es wenn sich meine Frau scheiden lässt eine "Ungerechtigkeit" wenn ich sie vorher halbtotgewürgt habe und auch sonst mein Leben nicht auf der Reihe hatte?
1. Jeder Jeck ist anders.
2. Ungerechtigkeit oder Gerechtigkeit sind vorrangig sehr subjektive Werte.
3. Du käust nach wie vor das wieder, was eine Partei in dieser Sache behauptet hat.
4. Wo ist belegt, dass Mollath seine Frau "halbtotgewürgt" hatte?


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11.06.2018 um 13:23
Monstra schrieb:4. Wo ist belegt, dass Mollath seine Frau "halbtotgewürgt" hatte?
Das ist fast schon ein bisschen kindisch. Natürlich ist "halbtotgewürgt" nichts, was so in einem Urteil steht aber eigentlich weiß jeder, was damit gemeint ist, dass er sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hat. Und um es zu komplettieren, er hat sie geschlagen, getreten und gebissen.

Oder wollen wir jetzt nochmal ausklamüsern, wie Mollath all diese Verletzungen erklärt hat vor Gericht und wie fürsorglich er doch ist?
Damit meine ich den Sprung aus dem Auto, von dem er spricht.


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11.06.2018 um 13:26
Monstra schrieb:1. Jeder Jeck ist anders.
..und auf diesem Niveau sprechen wir jetzt weiter? :-)


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11.06.2018 um 14:01
emz schrieb:Das ist fast schon ein bisschen kindisch. Natürlich ist "halbtotgewürgt" nichts, was so in einem Urteil steht aber eigentlich weiß jeder, was damit gemeint ist, dass er sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hat. Und um es zu komplettieren, er hat sie geschlagen, getreten und gebissen.
Ach, das ist plötzlich kindisch? Und müssen wir jetzt nochmals über die Beweiswürdigung des LG Regensburg und die Tatsache sprechen, dass die Hauptbelastungszeugin keine Aussage gemacht hat?
towel_42 schrieb:Ist es wenn sich meine Frau scheiden lässt eine "Ungerechtigkeit" wenn ich sie vorher halbtotgewürgt habe und auch sonst mein Leben nicht auf der Reihe hatte? Ist es "Ungerechtigkeit" wenn ich mir von genau dieser Frau über Jahrzehnte meine Arbeitslosigkeit finanzieren lasse?
Da antworte ich eben darauf, dass "Jeder Jeck anders ist."

Wie ich sagte: Gerechtigkeit ist etwas Subjektives. Mal unterstellt, die Tatsachen treffen zu, ist das, was Herr Mollath als "gerecht" empfunden hat, etwas anderes, was Du empfinden würdest. Wobei ich mir da bei Dir noch gar nicht mal so sicher wäre. Wenn Du dann zwangsuntergebracht in der Psychiatrie wärst, würdest Du Dich natürlich nicht ungerecht behandelt fühlen... Vielleicht siehst Du das anders, wenn Du schon mal einen schweren oder existenzbedrohlichen Schicksalsschlag (egal ob selbstverschuldet oder nicht) in Deinem Leben hast verdauen müssen...

Egal.

Der Unterschied zwischen (wahnhaften) Psychotikern und zwanghaften Querulanten merkt man recht deutlich. Sowohl in einer Unterhaltung wie auch schriftlich. Umgangssprachlich: Der Psychotiker dreht sich nur um sich selbst. Meist kann man keine zwei Sätze im Zusammenhang verstehen, es geht fortlaufend um die Gedanken und Gefühle der Person, die sie mitteilen möchte. Wesentlich also: der Wahn bezieht sich auf die Person selbst:

"Man spricht von Wahnwahrnehmungen, wenn wirklichen Wahrnehmungen ohne rational oder emotional verständlichen Anlaß eine abnorme Bedeutung beigelegt wird'. So die klassische, immer noch gültige Definition des Wahnhaften von Kurt Schneider, zit. nach J. Weitbrecht,. Psychiatrie im Grundriß, Springer, 1963, S. 32).

https://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Gutachten-Weinberger-2011-04-30.pdf

Dagegen dreht sich Mollath um Ereignisse, die für ihn bedeutsam sind. Er beobachtet und zieht seine Schlüsse daraus. Die Ereignisse sind realistisch so geschehen, mag auch die Bewertung übermäßig, übertreibend oder theatralisch sein. Wo er Vermutungen hat, räumt er das auch ein.

So wie Fundamentalisten oder Ideologen keine wahnhaften Menschen sind, ist es auch eine zwanghafte, querulatorische oder fantatisierende Störung keine Wahnstörung. Zumal es eben überprüfbare Tatsachen sind, mit denen Mollath die gegen ihn gerichteten Maßnahmen (Hausdurchsuchung, zweitweise Zwangsunterbringungen in der Psychiatrie) in Bezug nimmt: Schwarzgeld, Steuerhinterziehung, Ausschaltung missliebiger Personen, persönliche Verbindungen zwischen seiner Frau und Verantwortlichen in seiner Sache.

An diesen Fall sei in diesem Zusammenhang auch erinnert:

Wikipedia: Steuerfahnder-Affäre


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Der Fall Gustl Mollath

11.06.2018 um 14:26
Da will ich doch mal die Geschichte erzählen, wie es sich aus Sicht von Mollath abgespielt hat, wie das mit den Verletzungen seiner Exfrau passiert war.

Sie waren beide im Auto unterwegs, es kommt zum Streit und sie springt aus dem fahrenden Auto. Dabei zieht sie sich die angegebenen Verletzungen zu. Mollath hatte sie, wie er sagt, sofort ins Krankenhaus gefahren, wo sie untersucht und behandelt wurde.

Und nun beginnt die schier unglaubliche Verschwörung. Nachfragen im Kranken ergeben, dass dort keine Unterlagen über eine Behandlung von Frau Petra M. vorliegen. Weitere Nachfragen bei der Krankenkasse fördern ebenfalls keine Rechnungen o.ä. zutage. Da hat wohl der pöhse Staat ganze Arbeit geleistet.


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