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Ist das Leben nur eine Simulation?

205 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Computer, Matrix

Ist das Leben nur eine Simulation?

25.05.2011 um 01:22
@delphi
delphi schrieb:naja... auch in diesem Fall müsste ja nicht das gesamte Universum simuliert werden, sondern nur der sichtbare Bereich. Oder liege ich da jetzt völlig daneben?
Äh, nein...

Das Problem bei der "bewußtseinsbezogenen" Simulation des Teils des Universums, den ein simuliertes Bewußtsein gerade beobachtet wäre, das dasselbe für jedes bewußte simulierte Bewußtsein ebenfalls gelten würde, und das zu allen Zeiten in allen nur möglichen Variationen. Da das Universum -sei es nun simuliert oder nicht- nicht in allen Einzelheiten vorhersagbar ist, kannst du den Eindruck des beobacheten Teiles zwar als fest abgespeicherte Einzelgröße behandeln, aber eben nur für den bestimmten User, zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem bestimmten Instrument.

Alle anderen jemals existierenden Möglichkeiten musst du ebenfalls als eine Einzelgröße abspeichern. Damit hast du aber nicht nur einen Moment, sondern eine unzählbar große Zahl von Einzelmomenten. Und jetzt stell dir vor, das du nicht nur einen Himmelsausschnitt betrachtest, sondern alle nur möglichen Himmelsausschnitte mit allen nur möglichen Instrumenten zu allen nur möglichen Zeiten, und wie groß der Rechner auf dem die Simulation läuft, auch immer sein mag, er wäre nie groß genug, um jeden Eindruck zu erfassen...

Wenn die Simulation aber abläuft, wie eine Realität, wovon wir ja anhand unserer Daten ausgehen müssen, dann interagiert das Bewußtsein mit etwas, was objektiv vorhanden ist. Der Unterschied in der Betrachtung durch verschiedene User ist nur auf das Zusammenwirken unterschiedlicher simulierter bewußter Wesen und ihrer verschiedenen Instrumente mit der einen simulierten Realität zurückzuführen. Die eine Realität ist aber ein simuliertes Universum. Das widerum braucht soviel an Rechenpower, das es als reales Universum sehr viel wahrscheinlicher wäre.


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demented
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25.05.2011 um 11:37
wolf359 schrieb:Das widerum braucht soviel an Rechenpower, das es als reales Universum sehr viel wahrscheinlicher wäre.
Meiner Ansicht nach, kann man das Argument der Rechenleistung nicht gelten lassen. Wir haben ja keine Ahnung darüber, wie weit fortgeschritten eine höhere Zivisliation ist und wir können bei sowas nur vom heutigen Standard ausgehen. Es kann genauso möglich sein, dass die Rechner einer höheren Zivilisation nicht an die gleichen Grenzen gebunden sind wie wir und nichtmal ansatzweise so funktionieren.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Technik genauso ist wie heute, finde ich einen Computer in Größe eines Planetens nicht unbedingt unmöglich zu realisieren.
In answer to this objection, Bostrom calculated that simulating the brain functions of all humans who have ever lived would require roughly 10^33 to 10^36 calculations.[2] He further calculated that a planet-sized computer built using known nanotechnological methods would perform about 10^42 calculations per second [...]
Wikipedia: Simulated_reality#Computational_load
(Nick Bostrom ist übrigens ein Philosoph an Universtät Oxford, der auch eine Theorie zu dieser Ansicht aufgestellt hat: www.simulation-argument.com)


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25.05.2011 um 13:35
aus Wikipedia:
Nick Bostrom
Simulations-Hypothese

Die Hypothese der simulierten Realität besagt, dass wir uns in einer simulierten Realität (einer Zivilisation, die dazu in der Lage ist) befinden, bzw. dass unser Kosmos eine simulierte Realität ist, scheint wie die Gotteshypothese weder belegbar, noch widerlegbar zu sein.

Mithilfe seiner SSSA erkennt er jedoch empirische Gründe, die dafür sprechen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns tatsächlich in einer Simulation befinden, hoch ist. Wenn es möglich ist, vollständig bewohnte Planeten oder Universen mittels einer Art Computer zu simulieren, und die simulierten Intelligenzen darin volles Bewusstsein erlangen können, macht die Anzahl solcher Simulationen, die wohl eine ausreichend entwickelte Zivilisation erstellen würde, dies hochwahrscheinlich.

Mindestens eine der folgenden Hypothesen müsse der Wahrheit entsprechen:

1. Keine Zivilisation wird je das technologische Level erreichen, simulierte Realitäten zu erstellen.
2. Keine Zivilisation, die dieses technologische Level erreicht, wird diese Fähigkeit umsetzen, z.B. wegen besserer Alternativen für die Nutzung der Ressourcen oder ethischen Bedenken.
3. Wir leben mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer simulierten Realität.
meine Schlussfolgerung:

1. es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass wir in einer simulierten Realität leben
2. gibt es genau eine Realität und genau eine simulierte Realität, so ist die Wahrscheinlichkeit 50:50
3. viel wahrscheinlicher jedoch ist, dass mehrere simulierte Realitäten existieren. Es ist also kaum anzunehmen, dass wir uns in der echten Realität befinden, sondern in einer Simulation.


Tja.... ich würde sagen ich kündige jetzt meinen Job und genieße ein wenig die Simulation. Wer ist dabei? :D


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25.05.2011 um 13:38
@delphi
delphi schrieb:Tja.... ich würde sagen ich kündige jetzt meinen Job und genieße ein wenig die Simulation. Wer ist dabei? :D
Da hast du ja auch nichts von... das Programm läuft trotzdem weiter mit all seinen (simulierten) Schwierigkeiten des (simulierten) Lebens.


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25.05.2011 um 13:43
@demented

Aber meine Sicht auf das Leben würde sich dadurch komplett ändern. Die Frage wäre ja auch, gibt es ein vorbestimmtes Ziel oder ist es eine freie Simulation deren Ende offen ist. Haben wir die Freiheit Entscheidungen zu treffen oder ist auch das nur Illusion der Simulation.


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25.05.2011 um 13:47
@delphi
Ich kann aus meiner Erfahrung sprechen, dass sich die Sicht auf des Leben in der Tat ändert. Aber nicht in dem dratischen Maße, dass ich alles aufgebe und nurnoch rumschimmel. Viel mehr kann man darüber nachdenken, dass alles, was man erlebt, nicht unbedingt real (und damit nicht unbedingt schlimm) ist. Auch macht es mir, als ehemaligen Hobbyprogrammierer, Spaß, über die Implementation gewisser physikalischen Gesetzmäßigkeiten (wie z.B. das Licht) nachzudenken.

Aber all die anderen Fragen (gibt es einen Sinn, freie Entscheidungen) ergeben sich nicht nur unbedingt im Kontext zur simulierten Realität. Die selben Fragen könnte man sich stellen, wenn man das Leben als real bzw. nicht simuliert betrachtet. Macht also keinen großen Unterschied...


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25.05.2011 um 14:01
@demented

Du hast recht. Die großen Fragen bleiben die Selben. Ein spannendes und zugleich verwirrendes Thema.


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25.05.2011 um 22:20
Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen und mag sein, dass ich einen Denkfehler habe...
Aber...
Die These, dass wir uns in einer Computersimulation befinden könnten wird ja damit begründet, dass es wahrscheinlicher ist, dass wir nur ein Test einer höher entwickelten Zivilisation sind, als dass das wir auf natürliche Art und Weise entstanden sind.
Jedoch müsste dann diese höher entwickelte Zivilisation selbst auf natürliche Art und Weise entstanden sein, damit sie diesen Test durchführen könnten. Und dass diese dann noch so leistungsstarke Computer haben ist fragwürdig. Deswegen ist meiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit größer, dass wir reell existieren.
Darum denke ich nicht, dass wir uns in einer Simulation befinden.


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26.05.2011 um 00:58
@demented
demented schrieb:Meiner Ansicht nach, kann man das Argument der Rechenleistung nicht gelten lassen. Wir haben ja keine Ahnung darüber, wie weit fortgeschritten eine höhere Zivisliation ist und wir können bei sowas nur vom heutigen Standard ausgehen. Es kann genauso möglich sein, dass die Rechner einer höheren Zivilisation nicht an die gleichen Grenzen gebunden sind wie wir und nichtmal ansatzweise so funktionieren.
Meiner Ansicht nach ist das ein gutes Argument...

Etwas was real ist, braucht man nicht zu simulieren, also braucht man auch keinen "Phantasierechner", für dessen Existenz es KEINEN zwingenden Grund gibt. Ein Rechner, der nach den uns bekannten Naturgesetzen funktioniert, kann nicht das uns bekannte Universum simulieren. Man bräuchte hier "Phantasienaturgesetze", mit denen das trotzdem funktionieren könnte. Dann kann man also schon mal festhalten, das man einen Phantasierechner benötigt, der mit Phantasienatur-gesetzen arbeitet, und das alles nur, damit das Universum eine Simulation ist.

Dazu bräuchte man noch Phantasiewesen, die außerhalb unseres Universums stehen, und die sich in einer eigenen Phantasierealität entwickelt hätten, um dann unser Universum mit ihren grenzenlosen (phantastischen...) Möglichkeiten und mit Hilfe ihres Phantasiecomputers zu simulieren. Bei sovielen "phantastischen" Annahmen für eine in jeder Hinsicht unbewiesene These, frage ich mich, wozu man sie überhaupt braucht.

Wahrscheinlich weil sie eine Erklärung für das Unerklärbare liefert, einfach indem sie unsere Existenz zu einem bloßen Schatten herabwürdigt, von etwas, was wir mindestens genausowenig verstehen...


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26.05.2011 um 01:14
@balon
nicht wenn die Wahrscheinlichkeit einer solchen Simulation in einem möglichen simulierenden Universum größer ist, als die Wahrscheinlichkeit auf "uns" in diesem Universum


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26.05.2011 um 02:37
@wolf359
wolf359 schrieb:Etwas was real ist, braucht man nicht zu simulieren, also braucht man auch keinen "Phantasierechner", für dessen Existenz es KEINEN zwingenden Grund gibt.
Das versteh ich nicht ganz. Wir simulieren doch auch gewisse Dinge, obwohl es die in der Realität gibt.
Oder was meinst du?
wolf359 schrieb:Ein Rechner, der nach den uns bekannten Naturgesetzen funktioniert, kann nicht das uns bekannte Universum simulieren.
Doch, kann er. Wie gesagt, und von Bostrom berechnet, läge die einzige Grenze vielleicht in der Lichtgeschwindigkeit (wenn man davon ausgeht, dass wir einen Rechner mit den Ausmaßen eines Planetens bauen, dessen Funktionsweise dem HEUTIGEN Standard entspricht.).

Ich sehe keinen Grund darin anzunehmen, dass man dafür Phantasienaturgesetze braucht..
wolf359 schrieb:Dann kann man also schon mal festhalten, das man einen Phantasierechner benötigt, der mit Phantasienatur-gesetzen arbeitet, und das alles nur, damit das Universum eine Simulation ist
Ja. Abgesehen davon, dass man dazu weder Phantasierechner noch Phantasienaturgesetze braucht, ja. Ich weiß nicht, worauf du hinaus willst.
Wie gesagt, simulieren auch wir in der heutigen Zeit das Verhalten von Tsunamis und anderen Dingen. Natürlich braucht man dazu Computer. Und die sind real. Mögliche Motivationen zur Simulation eines gesamten Universums oder der Menschheit gibt es genug.

Ich weiß ehrlich gesagt wirklich nicht, was du sagen möchtest.

Ich glaube, du möchtest dich von vorne herein nicht damit auseinandersetzen, sagst einfach: "Schwachsinn. Weil: ist so!" und ziehst es ins
Lächerliche. Find ich nicht gut...

Natürlich braucht man dazu Computer. Natürlich braucht man Naturgesetze. Und ja, natürlich braucht man dazu eine andere 'höhere' Welt.
Wo ist das jetzt das Problem? Du stellst hier alles als Phantasie dar, ohne ordentliche Begründungen dafür zu liefern...

Nicht als Angriff werten. Ich finde nur, wie gesagt, dass du es ins Lächerliche ziehen willst, indem du es einfach als Phantasie abstempelst...

@balon
balon schrieb:Und dass diese dann noch so leistungsstarke Computer haben ist fragwürdig
Warum ist das fragwürdig?
balon schrieb:Jedoch müsste dann diese höher entwickelte Zivilisation selbst auf natürliche Art und Weise entstanden sein, damit sie diesen Test durchführen könnten
Nein, müssten sie nicht.
Die Wesen, die uns simulieren, müssen nicht zwangsweise echt sein. Sie könnten genauso simuliert sein.
Man stelle sich ein Virtuelles Betriebssystem vor, in welchem man ein Betriebssystem emuliert, dass wiederum ein Betriebssystem emuliert...
Sowas könnte man auch 'gestapelte Simulationen' nennen.


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26.05.2011 um 16:31
@demented
demented schrieb:Nein, müssten sie nicht.
Die Wesen, die uns simulieren, müssen nicht zwangsweise echt sein. Sie könnten genauso simuliert sein.
Man stelle sich ein Virtuelles Betriebssystem vor, in welchem man ein Betriebssystem emuliert, dass wiederum ein Betriebssystem emuliert...
Sowas könnte man auch 'gestapelte Simulationen' nennen.
Jedoch müssten die Wesen, welche die erste Simulation gestartet haben auf natürlichem wege enstanden sein.


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26.05.2011 um 16:37
@balon
balon schrieb:Jedoch müssten die Wesen, welche die erste Simulation gestartet haben auf natürlichem wege enstanden sein.
Richtig. Falls es einen Anfang gibt.
Das ist aber genau das gleiche Problem wie mit jeder Ansicht.

Was war vor den Göttern, die uns erschufen? Und was war davor?
Was war vor dem Urknall? Und was davor?
Etc...


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27.05.2011 um 00:25
@physikass
Hast du zu viel Tad Williams "Otherland" gelesen? ;)
übrigens Hammerbuch!


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27.05.2011 um 23:36
@demented

Wenn wir eine Simulation von -sagen wir einmal- einem Kernkraftwerk starten, dann erschaffen wir ein Abbild der Realität, das die bestimmten Eigenschaften hat, die wir bevorzugt untersuchen wollen. Wir können auch etwas erschaffen, das noch nicht existiert, oder wir erschaffen etwas, das sich in eine uns unbekannte Richtung entwickeln könnte, alles auf der Basis einer Simulation, versteht sich. Nun dürfte aber klar sein, das diese Simulation nur deshalb der Realität ähnelt, weil wir uns die Teilaspekte herauspicken, die wir beobachten wollen. Abseits dieser Teilaspekte ist die Simulation rein überhaupt nicht mit der Realität vergleichbar. Sie existiert als bloßes Abbild, das durch vielfältige elektronische Verbindungen und logische Zusammenhänge, die auf elektronischem Wege verarbeitet werden, erzeugt wird.

Die Ebene, die das Abbild erzeugt ist logischer Natur, und ähnelt nicht dem visuellen Abbild. Die Ebene, die die Logik verarbeitet, ist materieller Natur, und ähnelt überhaupt nicht dem Abbild. Und nur unser Bewußtsein erzeugt aus dem Abbild eine Form von Realiät. Im Falle eines Simulierten Universums, existiert es als Abbild. Es gibt eine logische Ebene, die wiederum von einer materiellen Ebene verarbeitet wird, um das Abbild zu erzeugen. Dabei existieren in der Simulation selbst Beobachter, denen das Abbild real erscheint. Sie selbst gehen aus der Simulation hervor.

Wenn aber die Beobachter ihre Simulation beobachten, so erkennen sie ihre Gesetzmäßigkeiten, eben die simulierten Naturgesetze. Wie könnten aber diese Gesetze des Abbildes den Gesetzen der logischen und materiellen Ebene irgendwie ähnlich sein ? Wenn wir zum Beispiel als interne Beobachter Prozesse betrachten, die mit Lichtgeschwindigkeit ablaufen, wie könnte dann eine Logik diese auf einer materiellen Ebene so umsetzen, das sie im Abbild zeitnahe und kontinuierlich ablaufen ? Müsste nicht allein die Verarbeitungsgeschwindigkeit dafür viel größer sein, als die Lichtgeschwindigkeit ?

Man kann kein Abbild erzeugen, dessen Abläufe für den Simulator zu schnell sind. Wenn aber der Simulator jeden Eventualfall lichtschneller Ereignisse und anderer komplex und schnell ablaufenderer Geschehnisse zeitnahe umsetzen soll, so muß er mit anderen Geschwindigkeiten arbeiten, die demzufolge auf anderen Naturgesetzen beruhen müssen...


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27.05.2011 um 23:49
Wenn wir in einer Simulation leben , würden wir es merken....
Nichts ist perfekt, denn dann müsste irgendwo "Fehler" sein in der "Simulation".


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29.05.2011 um 01:31
@FrezzYY

Fehler in der Simulation wären Vorkommnisse, die den simulierten Naturgesetzen widersprechen. Wenn es regelmäßige Fehler wären, die nur in bestimmten Situationen auftreten, so könnte man sie als eigene Gesetzmäßigkeit ansehen, eben als ein neues Naturgesetz. Ein Problem dabei könnte aber sein, das dieses neue Gesetz nicht zu den simulierten Naturgesetzen passt, einfach weil es nicht vorgesehen war...

Andere Fehler, die unregelmäßig auftreten und ein kein bestimmtes Ereignis gebunden sind, lassen die Bewohner noch eher vermuten, das irgendetwas mit ihrem Universum nicht stimmen kann, das dieser Fehler vielleicht in einer "tieferen" Ebene der Realität zu finden sein könnte, auf der logischen oder der materiellen Ebene einer Simulation eben...

Das Problem mit den Fehlern wäre, das sie in einem nicht vorhersagbaren simulierten Universum nicht berechenbar wären. Sie könnten immer wieder mal an verschiedenen Orten auftauchen, deshalb lassen sie sich auch nicht von Fall zu Fall beheben. Das Problem müsste also auf der logischen oder materiellen Ebene dauerhaft behoben werden...

Die simulierten bewußten Lebewesen so zu verändern, das sie die Fehler nicht mehr erkennen können, wäre nur eine vorübergehende Lösung, denn irgendwann würden sie Instrumente entwickeln, mit denen sie ihre einprogrammierten Einschränkungen aufheben, wodurch die Fehler wieder "sichtbar" wären. Einige nicht sichtbare Fehler ließen sich womöglich auch theoretisch erfassen...

So gesehen könnte man Fehler in der Simulation nicht dauerhaft vor ihren Bewohnern verbergen...


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29.05.2011 um 01:50
Aber wenn wir die Fehler finden würden , könnte der "Simulator" die Fehler korrigieren und aus unserem Gehirn löschen....

@wolf359


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demented
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29.05.2011 um 12:51
@wolf359
wolf359 schrieb:Nun dürfte aber klar sein, das diese Simulation nur deshalb der Realität ähnelt, weil wir uns die Teilaspekte herauspicken, die wir beobachten wollen. Abseits dieser Teilaspekte ist die Simulation rein überhaupt nicht mit der Realität vergleichbar
Das stimmmt. Aber wir dürfen nicht davon ausgehen, dass sich die Simulierenden unbedingt auf einen bestimmten Teilaspekt konzentrieren. Es gibt da meiner Ansicht zwei Möglichkeiten. Entweder ist es das Ziel, die Menschheit (und ähnliche Kreaturen) oder das gesamte Universum zu simulieren (woraus verschiedene Kreaturen wie z.B. Menschen, möglicherweise auch unbeabsichtigt, entstehen könnten).
wolf359 schrieb:Wenn wir zum Beispiel als interne Beobachter Prozesse betrachten, die mit Lichtgeschwindigkeit ablaufen, wie könnte dann eine Logik diese auf einer materiellen Ebene so umsetzen, das sie im Abbild zeitnahe und kontinuierlich ablaufen ? Müsste nicht allein die Verarbeitungsgeschwindigkeit dafür viel größer sein, als die Lichtgeschwindigkeit ?
Nein, eben nicht. Wie ich ein paar Postings früher schon erwähnte, ist es ausreichend, eine Simulation nur bis zu einem bestimmten Detailgrad zu simulieren. Bei Bedarf können mehr Details eingefügt werden. Für mich ist die Lichtgeschwindigkeit, solange ich sie nicht explizit messen will, im Alltag nicht relevant.

Das bedeutet, dass auch die Simulation nicht in Echtzeit ablaufen muss. Sie könnte weitaus schneller vonstatten gehen (so dass die Simulation für den Simulierenden vielleicht nur eine Stunde oder einen Tag dauert). Davon würden wir nichts mitbekommen. Ferner sei gesagt, dass auch der Beobachter die Simulation nicht in vollem Detailgrad beobachten muss. Es reicht, wenn die wichtigsten Dinge vorhanden sind.

Das Problem mit dem sich nicht ähnelnden Abbild lässt sich lösen, wenn man sagt, dass sich die Interpretation der Realität durch die simulierten Wesen programmiertechnisch auf das Abbild des Beobachters übertragen lässt. Man könnte beispielsweise ein bestimmtes Raster festlegen, dass durch die Beobachtung der simulierten Wesen beschrieben und dementsprechend auf dem Schirm des Beobachters abgebildet werden kann. Auf diese Art würde man ein "Interpretationsformat" erhalten, nach welchem man sich richten kann, um das Abbild unserer interpretierten Realität außerhalb der Simulation darzustellen.
wolf359 schrieb:Man kann kein Abbild erzeugen, dessen Abläufe für den Simulator zu schnell sind. Wenn aber der Simulator jeden Eventualfall lichtschneller Ereignisse und anderer komplex und schnell ablaufenderer Geschehnisse zeitnahe umsetzen soll, so muß er mit anderen Geschwindigkeiten arbeiten, die demzufolge auf anderen Naturgesetzen beruhen müssen...
Wie gesagt; das würde nur gelten, wenn die Simulatoren die Simulation Echtzeit betrachten würden. Und selbst dann, wie gesagt, muss nicht mit Lichtgeschwindigkeit gearbeitet werden (Abstraktion).
wolf359 schrieb:Fehler in der Simulation wären Vorkommnisse, die den simulierten Naturgesetzen widersprechen. Wenn es regelmäßige Fehler wären, die nur in bestimmten Situationen auftreten, so könnte man sie als eigene Gesetzmäßigkeit ansehen, eben als ein neues Naturgesetz.
Das seh ich genauso. Beispielsweise könnte es sein, dass Tornados nicht hätten existieren sollen, aber nun im Programm gelassen werden müssen, da es zu auffällig wär, sie nun wieder zu löschen (bzw. zu beheben).
wolf359 schrieb:So gesehen könnte man Fehler in der Simulation nicht dauerhaft vor ihren Bewohnern verbergen...
Dem stimme ich teilweise zu. Es könnte sein, dass wir laufend von Fehlern umgeben sind, diese aber nicht bemerken, weil wir sie nicht als Fehler ansehen (siehe das Beispiel mit dem Tornado). Fehler würden wir erst dann bemerken, wenn unsere Realität ungewöhnlicherweise von dem Gewöhnten abweicht. Man kann beispielsweise die Ansicht vertreten, dass alles Paranormale, das wir erleben, in der Tat Fehler sind (denn sie weichen von dem, was wir gewohnt sind, ab).
wolf359 schrieb:Die simulierten bewußten Lebewesen so zu verändern, das sie die Fehler nicht mehr erkennen können, wäre nur eine vorübergehende Lösung, denn irgendwann würden sie Instrumente entwickeln, mit denen sie ihre einprogrammierten Einschränkungen aufheben, wodurch die Fehler wieder "sichtbar" wären
Das könnte sein. Allerdings kann es genauso sein, dass die simulierten Wesen programmiertechnisch nicht mehr wert sind als simulierte Instrumente. Man könnte beide ausreichend dahin verändern, dass die Fehler nicht bemerkt werden.

Das halte ich allerdings eher für unwahrscheinlich. Gewisse Rätsel wurden in der Tat schon gemessen. Man denke an das Doppel-Spalt-Experiment oder eine Veränderung in der sogenannten Feinstrukturkonstante, die sich nur durch die Veränderung der Lichtgeschwindkeit erklären lässt. Aber in der Tat kann es sein, dass wir viele Fehler in der Theorie entdecken können. Das könnte im Übrigen eine der verschiedenen möglichen Motivationen zur Simulation einer Zivilisation sein: "Wie lange braucht eine Zivilisation im Durchschnitt, um rauszufinden, dass sie nicht echt ist?"


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29.05.2011 um 14:11
demented schrieb:"Wie lange braucht eine Zivilisation im Durchschnitt, um rauszufinden, dass sie nicht echt ist?"
-made my day:D

OT:
@wolf359 schrieb:
Nun dürfte aber klar sein, das diese Simulation nur deshalb der Realität ähnelt, weil wir uns die Teilaspekte herauspicken, die wir beobachten wollen.
Vollkommen richtig, jedoch hinreichend grosse Rechenkapazitaeten und eine ToE vorausgesetzt (ich denke beides wird frueher oder spaeter verfuegbar sein), was wuerde uns daran hindern als '(Teil)aspekt den wir beobachten wollen', gerade das Verhalten der Grundbausteine des Universums (welche auch immer das laut der ToE sind) unter dem Einfluss der ebenfalls durch selbige beschriebenen Naturgesetze, zu waehlen, und eben dies zu Simulieren.

Eine Korrekte ToE vorausgesetzt wuerde sich somit eine perfekte Simulation eines Universums ergeben, welches sich nur von seinem 'Inhalt', nicht aber von den zugrunde liegenden Gesetzmaessigkeiten von unserem unterscheidet.
@demented schrieb:
Richtig. Falls es einen Anfang gibt.
Meinst du das so, dass die 'innerste', am haeufigsten verschachtelt simulierte Spezies, diejenige ist, die die 'aeusserste' simuliert? :D


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