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Gibt es noch Möglichkeiten Felix Tschök zu finden?

88 Beiträge, Schlüsselwörter: Entführung, Dresden, Ungelöst

Gibt es noch Möglichkeiten Felix Tschök zu finden?

25.07.2013 um 13:38
Dass dieser Risadtin Sultanow derjenige ist, der das Kind seinerzeit ausgesetzt hat, dürfte neben der Zeugensichtung auch aufgrund der Tatsache, dass auch der Karton, in dem Martin lag, eindeutig zu ihm zurückverfolgt werden konnte, wohl als Tatsache angesehen werden. Es ist daher wirklich mehr als schlimm, dass man aus diesem Menschen bis heute nichts rausgekriegt hat. Wieso kann man nicht nachvollziehen, zu wem er Kontakt hatte zu der Zeit, wer sich mit Baby aus der UdSSR in der DDR aufhielt zu der Zeit, für den er sowas tun würde? 28 Jahre Schweigen würde man doch nur für jemanden, der einem sehr nahe steht oder von dem man (finanziell/beruflich) abhängig ist. Das muss doch rauszukriegen sein, auf wen das zutrifft, wer damals in der DDR sich aufhielt!


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Gibt es noch Möglichkeiten Felix Tschök zu finden?

25.07.2013 um 13:49
Auch interessant:

"Die Tochter Sultanows sieht die Sendung und macht ihrem Vater Vorhaltungen. Wenig später kommt die junge Frau ums Leben. "

Auch dass dieser Sergej tot war, bevor man testen konnte, ob er Felix ist... Wenn mehrere (junge) Leute im Umfeld sterben, die an der Aufklärung interessiert sind, könnte es darauf hindeuten, dass man auf der richtigen Spur ist/war... Und dass hier Leute am Werk sind, die damals wie heute über ziemlich viel Macht verfügen.


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Melissa98
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25.07.2013 um 13:51
@diegraefin

Von diesem Sultanow habe ich noch gar nix gehört, wer ist das und welche rolle spielt er?


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25.07.2013 um 14:12
@Melissa98

ER ist wohl derjenige, der das Kind ausgesetzt hat (siehe meinen und den Beitrag von diegraefin). Er wurde sogar im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens ausfindig gemacht und befragt, schweigt aber bzw. sagt, er wäre niemals mit einem Karton herumspaziert. Naja.

@diegraefin: der Tod seiner Tochter wie von Sergej hat mich auch stutzig gemacht.

Warum man das nicht ausfindig machen kann:
a) Es gab tatsächlich keine Aufzeichnungen - halte ich für eher unwahrscheinlich, wobei wohl sogar der Grenzübergang bei Brest zurückverfolgt wurde, dort aber nichts brauchbares zu finden war.

oder

b) Dokumente werden von den Staaten der GUS und den anderen Nachfolgestaaten nicht herausgegeben. Wenn es sich um Militärangehörige handelte, wird das sicher immer noch als "Staatsgeheimnis" behandelt, wenn nicht, spielt sicher eine gewisse Gleichgültigkeit und die TAtsache, dass man auch heute die Interessen einzelner für unwichtig erachtet und nicht in der Vergangenheit graben möchte, eine Rolle. Die beste Chance war vermutlich relativ kurz nach der Wende, mittlerweile haben sich die politischen Verhältnisse in Russland so verändert, dass ich nicht glaube, dass irgendwelche Rechtshilfegesuche noch ERfolg haben können. Und Privatleuten wird sicher keine Akteneinsicht gewährt. Weder in die Aufzeichnungen zu Grenübertritten (wenn diese überhaupt so lange aufbewahrt werden und durch die Veränderungen mehrerer politischer Systeme hindurch) noch die Krankenakten irgendwelcher Krankenhäuser (die ja nicht einfach für Dritte einsehbar sein dürften, insoweit war die TAtsache, dass von offizieller Seite 5 Namen freigegeben wurden von männlichen Säuglingen, die im betreffenden Zeitpunkt geboren wurden, ein echtes Zugeständnis. Keiner von diesen war lt. DNA-Test aber Felix, also der ausgetauschte Martin).


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25.07.2013 um 14:17
Nach persönlicher Einschätzung der Tschöks war Sergej nicht Felix, da nach Unterlagen bereits am 1.1.1983 geboren. Trotzdem schade, dass das mit dem DNA-Test nicht geklappt hat.


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Melissa98
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25.07.2013 um 14:20
Wieso ist eigentlich der Arbeitskollege von Sergej auf ihm aufmerksam geworden und meinte er könnte Felix Tschök sein??


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laura86
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25.07.2013 um 23:54
@Melissa98


würde mich auch interessieren und die Ähnlichkeit mit dem polizeifoto und Sergej ist auch da


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26.07.2013 um 15:33
Wobei ich finde, dass Felix auf dem Babyfoto irgendwie von den Gesichtszügen gar nicht so aussieht, als würde am Ende dann so ein Erwachsenengesicht herauskommen. Gut, Babys verändern sich noch, aber mit 5 Monaten sieht man eigentlich schon Grundzüge, die man dann auch wiedererkennen würde in diesem Gesicht, aber da sehe ich null Ähnlichkeit. Wenn ich mir Bilder von meinen Kindern anschaue als Baby mit 5 Monaten, erkennt man schon das Gesicht, das sie jetzt haben, darin, ebenso wenn ich mir Babybilder von mir oder meinem Mann anschaue. Dieses Wiederkennen habe ich nicht, wenn ich das Babybild von Felix mit dem Polizeifoto oder dem von Sergej vergleiche.


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28.07.2013 um 09:52
Hallo zusammen!

Wir, die Eltern von Felix, wollten uns an dieser Stelle einmal kurz zu Wort melden.

Der Fall erscheint sehr mysteriös, ist es aber nicht wirklich.
Warum die fremden Eltern ihren Sohn nicht mehr haben wollten werden wir möglicherweise nie erfahren - an diesen Spekulationen möchten wir uns nicht beteiligen.

Fakt ist, dass beide Kinder die Zeit zwischen 28.12.84 und 06.01.85 gemeinsam verbracht und sogar die gleiche Kleidung genutzt haben.

Offensichtlich ist der Lösungsansatz "sowjetische Streitkräfte und deren Zivilangestellte" richtig, denn die Moskauer Militärstaatsanwaltschaft arbeitet :-) seit 2007 an dem aus Deutschland vorliegenden Rechtshilfeersuchen. Wenn die Lösung nicht dort liegen würde, wäre längst ein Abschlussbericht nach Deutschland geschickt worden.

Uns ist es gelungen, die Situation zu akzeptieren und leben damit!
Abgeschlossen haben wir mit dem Fall nicht und freuen uns über jede aktive Hilfe.
In Deutschland ist Alles getan - die Lösung liegt in russischen Archiven.

Lenore und Eberhard Tschök


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28.07.2013 um 10:39
Danke Euch @ Lenore und Eberhard für Euren Beitrag und dass Ihr Euch hier zu Wort gemeldet und uns auf den aktuellen Ermittlungsstand gebracht habt. Was Ihr da erleben musstet und noch immer müsst, ist für die meisten hier wohl unvorstellbar und ich ziehe den Hut vor der Kraft, die es erfordert, das durchzustehen und heute sagen zu können, wir akzeptieren es und leben damit. Das zeugt von einer großen Portion positiver Lebensenergie!

Die Situation, dass die Lösung quasi in den Archiven zu finden ist, nur es sucht und findet - oder sagt sie keiner - ist natürlich mehr als unglücklich. Was sind denn das für Archive, sind die geheim, haben da nur Militärangehörige Zugriff drauf? Ich frage mich halt, ob es einfach an Untätigkeit (Faulheit) seitens der damit betrauten Sachbearbeiter liegt oder ob da was verschleiert werden SOLL von weiter oben, sodass man da deshalb seit 6 Jahren untätig ist? Ich glaube, von Deutschland aus wird man da nicht viel erreichen können, man müsste selbst nach Russland und den Zuständigen so lang auf die Füße treten, bis die was tun, aber selbst DAS kann man sicher nicht selbst/allein durchziehen, sondern bräuchte Unterstützung von einem russischen Insider, der die Sachlage kennt und weiß, wem er wie Dampf machen muss, damit was geschieht.

Habt Ihr Euch schon mal an einen russischen Privatdetektiv versucht zu wenden, was so jemand da für Möglichkeiten sieht? Oder wurde Euch von russischer Seite aus schon Mal Hilfe dieser Art angeboten von jemandem? Darin sehe ich eigentlich nur die einzige Möglichkeit, aber dazu müsste man natürlich auch jemanden finden, dem man vertrauen kann und der einem nicht nur das Geld aus der Tasche ziehen will.


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28.07.2013 um 12:05
Der Fall wurde 1985 natürlich auch auf sowjetischer Seite bearbeitet. Die Kripo Dresden stand auch in Kontakt mit der zuständigen sowjetischen Militärstaatsanwaltschaft in der Garnison Dresden (genützt hat uns der Kontakt nichts).
Nach der Auflösung der Garnison Dresden wurde das Archiv der Militärstaatsanwaltschaft von Dresden nach Kursk verbracht. Angeblich hätte der Aktenbestand zu unserem Fall drei A4-Ordner umfasst, wovon allerdings nur die Mitteilung, dass es dazu drei Ordner gibt und ein Schreiben an die Kripo Dresden aus dem Mai 1985 in Kursk angekommen sein sollen. Hatte da schon jemand aufgeräumt?

Das mit den Privatdetektiven ist so eine Sache, die wollen nach Aufwand bezahlt werden, ohne Aussicht auf Erfolg. Aus dem Grund haben wir ja die Belohnung von 10.000 € ausgesetzt, aber selbst die Summe zieht nicht.


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28.07.2013 um 12:24
Ist diese Belohnung auch in Russland an den entscheidenden Stellen bekannt? Da dürfte es doch einige Leute geben, für die das eine Summe ist, die groß genug ist, das Schweigen zu brechen und aktiv zu werden... Nur wenn die Akten vernichtet sind, wird es natürlich schwer... Wie war denn das damals, konnten die russischen Militärs unkontrolliert durch die Grenzkontrollen die Grenzen passieren? Müsste es nicht auch in Deutschland noch Akten geben über die, die damals hier stationiert waren und ein- und ausgereist sind in der Zeit? Es können ja nicht viele Leute in Frage kommen, zumal derjenige ja offensichtlich einen engen Kontakt zu dem Mann gehabt haben muss, der damals dabei gesehen wurde, als er Martin aussetzte. Wahrscheinlich steckt irgendein hohes Tier dahinter, dessen Einfluss bis heute ungebrochen ist. :(


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Melissa98
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30.07.2013 um 23:19
@diegraefin darüber weiß ich leider nichts.
komische Sache..


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26.05.2015 um 17:10
Wer noch Zweifel an der Versorgung sowjetischer Soldaten hat, sollte sich mal auf dem sowjetischen Militärfriedhof in Dresden umsehen. Abseits, zugewuchert etwas nördlich der Hauptanlage befinden sich die Gräber der Soldatenkinder. Die Menge der Gräber dort schockt jeden der das erste mal dort ist. Alles in allem müssen dort ca. 200 Kinder begraben sein, welche nur selten älter als 3 Jahre geworden sind. Allgemein geht man davon aus dass zu Besatzungszeiten zwischen 3000 und 4000 sowjetische Soldaten jährlich ums Leben kamen (nicht zu Kriegszeiten wohlgemerkt).
Hier kam auch mehrfach die Frage auf warum damals nichts in den Sowjetkasernen geklärt werden konnte. Selbst wenn die Volkspolizei gewollt hat, konnten die nich bei der Sowjetarmee ermitteln. Die Sowjetunion war defacto Besatzungsmacht und verfügte über eigene Hoheitsrechte. Die frühe Einstellung des Verfahrens in den 80ern stinkt jedoch nach Intervention entweder der Stasi oder der Sowjettruppen.


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26.05.2015 um 19:19
http://www.bild.de/regional/dresden/entfuehrung/fall-felix-zu-den-akten-gelegt-41090236.bild.html

Die Begründung ist für mich nicht greifbar, aber lest selbst:

"Dresdner Staatsanwalt legt spektakuläre Baby-Entführung zu den Akten | Der Fall Felix wird nie geklärt!



Dresden – Am Montag war in Deutschland der offizielle Tag der vermissten Kinder.
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Und in einem Haus unweit von Dresden – bei einem verzweifelten Elternpaar – waren die Gedanken fest bei einem jungen Mann, der als Baby mitten in Dresden entführt wurde: Felix.

EINE SPEKTAKULÄRE BABY-ENTFÜHRUNG, DIE DER STAATSANWALT JETZT FÜR IMMER ZU DEN AKTEN LEGT!

Rückblick: Freitag, 28. Dezember 1984, ein recht milder Wintertag.

Leonore (damals 24) und Eberhard T. (28) sind in der Innenstadt unterwegs. Söhnchen Felix (5 Monate) schlummert in seinem braunen Cordkinderwagen am ehemaligen Centrum Warenhaus, der heutigen Centrum-Galerie.

Nur ganz kurz lassen die Eltern ihr schlafendes Baby unbeaufsichtigt. Minuten später findet das Ehepaar nur noch den leeren Kinderwagen vor. Von ihrem Felix fehlt jede Spur.

Sofort leitet die Volkspolizei die größte Suchaktion der ehemaligen DDR mit einer Sonderkommission ein. Es gibt Spuren nach Russland, doch sie führen ins Leere.

Keine Lösegeld-Forderungen, keine brauchbaren Hinweise. Nichts. Auch nach der Grenzöffnung gehen die Ermittlungen weiter. Erfolglos. Über all die Jahre.

Jetzt die endgültige Einstellung der Ermittlungen: „Die längsten möglichen Verjährungsfristen für den Straftatbestand der Kindesentführung, die nach dem 18. Geburtstag von Felix noch galten, sind jetzt abgelaufen“, erklärt der ermittelnde Staatsanwalt Jan Hille (50).

Das bedeutet: Sollte es plötzlich doch noch eine Spur Spur zu Felix und seinen Entführern geben, könnten die Täter nach deutschem Gesetz nicht mehr wegen Kindesentführung verurteilt werden!

Leonore und Eberhard T. aber geben nicht auf.

Auf ihrer Internetseite www.wo-ist-felix.de suchen sie weiter nach ihrem Sohn. Für Hinweise, die zu ihrem Ältesten (mittlerweile 30) führen, haben sie eine Belohnung von 10 000 Euro ausgeschrieben."

Verjährt. Wie unmenschlich ist das.


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26.05.2015 um 19:32
Die Verjährung hört sich wirklich grausam an. Wenn man bedenkt, dass Felix Anfang 30 ist und evtl auch erst in 20 Jahren erfährt, wer er wirklich ist. Da sind 30 Jahre und die Sache ist verjährt, viel zu kurz.


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26.05.2015 um 22:39
Aber den Eltern wird es doch eher um die Wiederfindung des Sohnes gehen, als um irgendwelche Strafbestände. Da sind Verjährungsfristen eigentlich irrelevant. Ermittelungstechnisch kam ja eh nichts raus. Vielleicht ist es ja eher die Chance, weil eben nur noch der menschliche Aspekt eine Rolle spielt und nicht mehr das Vermeiden strafrechtlich belangt zu werden.

Verjährung bei Kindesentführung an sich finde ich grundsätzlich auch sehr befremdlich.


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27.05.2015 um 08:23
Was mich gerade bei dem Fall auch beschäftigt, ist die Tatsache, dass Felix bei seiner Entführung noch so klein war. Er erinnert sich ja quasi gar nicht mehr an sein 1. Zuhause bzw. an seine leiblichen Eltern.

Bestenfalls kam er nach der Entführung in ein weiteres, liebevolles Elternhaus. Ihm wurde alles ermöglicht und er hatte eine glückliche Kindheit.

Wenn er nun durch Medien, durch Detektive oder andere Zufälle auf einmal mit Mitte 30 erfährt, dass seine Eltern gar nicht seine Eltern sind. Das alles, was für ihn bisher SEIN Leben war, sich in Luft auflässt und sich als Lüge herausstellt. Was macht das mit einem Menschen?

Ich bin wirklich hin und hergerissen. Als leibliches Elternteil würde ich wohl nie aufhören zu suchen. Denn es ist und bleibt ja schließlich mein Kind. Aber an Felix Stelle?

Anders verhält es sich, wenn er eine schlimme Kindheit hatte. Keinen Kontakt mehr zu seinen "neuen" Eltern hat. Dann wird er wohl überglücklich sein, zu erfahren, dass es da noch Menschen gibt, die ihn möchten.

Ich muss da an den Fall von den zwei französischen Mädchen denken. Sie wurden im Krankenhaus vertauscht. Die Eine kam dadurch in eine wohlhabendere Familie und die Andere in eine Familie, die jeden Cent umdrehen musste. Als der Verwechslung heraus kam, wollten die Mütter erst die Kinder zurück tauschen. Merkten aber dann, dass es nicht zum Wohle der Mädchen wäre. Ganz schrecklich, wenn so etwas in einer Familie passiert.


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13.01.2016 um 09:59
Hallo zusammen,

ich muss immer wieder mal an diesen Fall denken, da er mich damals extrem bewegt hat. Ich war damals 8 Jahre alt und wurde in der DDR noch nie mit Gewalt oder Verbrechen konfrontiert. Deshalb hat es mich wahrscheinlich besonders schockiert, dass es sowas überhaupt gibt.

Genau aus dem selben Grund stellte man damals wohl auch die Kinderwagen vorm Einkaufszentrum ab. Außerdem wo sollte man hin mit einem gekidnappten Kind. Die Grenzen waren ja dicht.

Das Centrum Warenhaus war damals ein für DDR-Verhältnisse sehr großes Einkaufszentrum in der Innenstadt. Ich denke auch, dass das Haus selbst immer noch steht. Vor einigen Jahren wurde, glaube ich, die Fasade (Rautenartige Verkleidung) etwas verändert oder aufgelockert.

Wer ist denn dieser gestorbene Sergej und wie kam er zu Tode? ich konnte darüber nichts im Internet finden.

Außerdem habe ich einen Artikel gefunden nach dem von der Familie des Risadtin Sultanow DNA Proben genommen worden sind und diese sollten wohl ausgewertet werden. Allerdings stammte der Artikel laut Datumsangabe von 2015, in der Überschrift hieß es aber "...Spur nach 21 Jahren...". Eins von beidem ist also falsch. Jetzt ist die Frage:

1. ist der Artikel und damit die Speichelprobe tatsächlich so aktuell, dass noch keine Ergebnisse vorliegen oder
2. ist der Artikel nicht von 2015 sondern von 2005 und die Ergebnisse sind nicht veröffentlicht worden

Dann stellt sich doch die Frage ob alle getesteten Kinder tatsächlich alle von Risadtin Sultanow stammen und ob ein Zusammenhang zu Martin Sonntag besteht.

Ich bin gespannt ob da noch was vorwärts geht. Den Eltern alles Gute!

Grüße,

downundaman


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09.06.2016 um 09:56
Hallo,

gestern habe ich gelesen, dass nun die Suche nach Felix eingestellt ist. Das hat mich wieder an diesen unglaublichen Fall erinnert.

Ich lebe selbst in Dresden, kenne das alte Zentrum-Kaufhaus und auch das Haus, wo der kleine Martin gefunden wurde.
Ich kann mich noch gut an die Häuserblocks erinnern, wo die "Matkas" (russ. Mütterchen) mit ihren Angehörigen gelebt haben. Diese Leute waren damals von einer atemberaubenden Arroganz, den Deutschen gegenüber. Zwar gab es einzelne Armeeangehörige, die Geschäfte mit Deutschen machten, aber die Frauen grenzten sich ab.

Ein Aspekt dieser Sache geht mir immer wieder durch den Kopf:

Wenn ich mich jetzt in die Lager der Mutter des ausgesetzten Kindes versetze - das war ja offenbar das ursächliche Problem - dann überlege ich, warum?
Selbst Mutter, würde ich mein krankes Kind nie so einfach preisgeben, es sei denn...

Nur mal angenommen, dieses Kind ist in die Hände von Medizinern gefallen, die es zu Experimenten missbraucht haben. Die Forschung war in der UdSSR ein fortschrittlicher Zweig und man machte sich wenig Sorgen um Kollateralschäden. Welche Möglichkeit hätte die Mutter gehabt, dem mit ihrem Kind zu entkommen?
Das merkwürdige medizinische Maßnahmen an dem Kind vorgenommen wurden, steht ja fest.

Auf dem Friedhof nahe der ehemaligen Russenkasernen soll es über 200 Kindergräber von Russenkindern geben, die im Alter von 1 -3 Jahren gestorben sind.
Da stellt sich mir doch eine Frage: Warum sterben die? Die Kindersterblichkeit in dieser Zeit war sehr gering.

Was, wenn die Mutter des ausgesetzten Kindes ihrem Jungen einfach nur das Leben erhalten wollte?
Sie wusste, dass sie in wenigen Tagen dazu Gelegenheit bekommen würde. Dann ging es zurück in die UdSSR. Also konnte sie das Kind zurücklassen, sicher unter gebrochenem Herzen. Doch nun musste die "Buchhaltung" stimmig gemacht werden. Man brauchte ein männliches Kind, um unbehelligt ausreisen zu können.

Die Familie Tschök hat mein ganzes Mitgefühl! Ich denke, Felix war einfach im falschen Moment am falschen Ort.

Wenn dem so gewesen ist, dann würde das auch erklären, warum die russischen Behörden auch jetzt noch jede Kooperation verweigern.

Das sind nur so meine Gedanken.
Alles Liebe
Brigitte


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