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Doppelmord Babenhausen

22.002 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, 2009, Nachbar, Toll, Darsow, Doppelmord Babenhausen, Schalldämpfer

Doppelmord Babenhausen

13.07.2019 um 12:40
Heribert schrieb:Was sagt AD eigentlich zur Tatnacht, hat er Schüsse gehört, wie viele, um welche Uhrzeit?
AD schlief mit Oropax.


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Doppelmord Babenhausen

13.07.2019 um 13:00
emz schrieb:AD schlief mit Oropax.
Also hat er als direkter Nachbar die Tat verschlafen. Nichts mitbekommen.

Sind halt schon sehr sehr viele Zufälle die da aufeinander treffen, angefangen das ausgerechnet seine Familie verreist an den Tagen ohne AD, der massive Streit mit Lärmbelästigung mit der Opferfamilie, die gefundenen Schmauch/Bauschaum Spuren, das merkwürdige Verhalten am Rechner am Arbeitsplatz, usw. Anhand des Urteil könnte man beliebig ergänzen.

Mich würde freuen wenn er wirklich unschuldig ist und er freigelassen wird.

Es spricht halt ein ganzer Haufen gegen Ihn.
Falls er nichts mit den Morden zu tun hat wäre er Der größte Unglücksrabe in ganz Deutschland.


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13.07.2019 um 13:56
Mr.Stielz schrieb:Gegenüber von Darsows Haus befindet sich ein ehemaliges US-Militärgelände (in Betrieb bis 2007), wo Darsow auch regelmäßig joggen war. Ideal für ein paar Übungsschüsse. Dort kann man auch eine Flasche ausschäumen. zwischenlagern und, wer will, auch endgültig entsorgen. Ganz ohne Auto.
Nur mal zum verstehen. Du findest es normal, dass wenn von einer stillgelegten Kaserne, die zudem noch bewacht wird und direkt an ein Wohngebiet grenzt, auf einmal wieder Aktivitäten wie Schüsse wahrgenommen werden!? Hm. Ich denke da würden Anwohner schon mal nachfragen.


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Doppelmord Babenhausen

13.07.2019 um 16:16
@Alice_im_Wl

Da zitiere ich mal die Homepage der Stadt Babenhausen
Mit der Aufgabe des Militärstandortes Babenhausen durch die US-Armee und die Übergabe an die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2007 wurde die hundertjährige Kaserne dem Zivilleben übereignet. Das Areal umfasst ca.140 ha, davon sind ca. 60 ha bebaut.

Die unbebaute Fläche ist zum überwiegenden Teil als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen und bietet der fast ausgestorbenen Rasse der Przewalski-Pferde eine neue Heimat, bevor sie in die mongolische Steppe entlassen werden.
Und auch sonst gibt es um Babenhausen genug Wald und landwirtschaftliche Flächen. Ein Testschuß reicht, und da ruft keiner die Polizei. Wer auf dem Land wohnt, denkt bei einem Schuß außerorts an einen Jäger.


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13.07.2019 um 16:34
Mr.Stielz schrieb:Mit der Aufgabe des Militärstandortes Babenhausen durch die US-Armee und die Übergabe an die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2007 wurde die hundertjährige Kaserne dem Zivilleben übereignet. Das Areal umfasst ca.140 ha, davon sind ca. 60 ha bebaut.
Aha, die ehemalige Kaserne ist bis zum heutigen Tag eingezäunt und bewacht. Habe ich mir kürzlich erst angeschaut. Auch das FFH Gelände ist eingezäunt aber man kann Führungen machen. Aber ja. Wald gibt es dort. Aber den gibt es woanders auch.

https://www.tourismus-odenwald.de/de/poi/detail/5731c3e0975af0c0cd88fee8/


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13.07.2019 um 17:03
Mr.Stielz schrieb:Ein Testschuß reicht, und da ruft keiner die Polizei. Wer auf dem Land wohnt, denkt bei einem Schuß außerorts an einen Jäger.
Da kann ich dir nur zustimmen.
Ich wohne am Rand eines Kleinstädtchen. Manchmal ist da Wochen lang Ruhe, dann aber wieder knallt es nachts mehrfach bis zu 20mal hintereinander. Vermutlich sind das Schüsse, da sind wir uns in der Nachbarschaft einig. Aber aus welcher Richtung die kommen, da sind wir noch zu keinem Ergebnis gekommen.


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13.07.2019 um 17:09
Mr.Stielz schrieb:Die Tat fand um 4:00 morgens statt, es war dunkel. Das Opfer ist geistig behindert, wurde schlafend in seinem Bett überrascht, erlitt neben einem Schuß in die Brust noch einen Schuß ins Gesicht und sagt selbst, dass es sich an die Tat nicht erinnern könne.
Zu ergänzen wäre, dass auch geistig gesunde Zeugen nicht selten mehrere Täter wahrgenommen haben wollen, obwohl nachweislich nur einer zugegen war. Bestes Beispiel: Amoklauf in Erfurt, wo gleich einige Schüler angegeben haben, mehrere Täter gesehen zu haben. Der Untersuchungsausschuss hat diese Behauptungen minutiös untersucht und akribisch widerlegt.

In Todesangst hat ein Mensch eben eine gestörte Wahrnehmung. Was soll man dann erst über einen geistig behinderten Menschen sagen?


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13.07.2019 um 17:20
Deus_ex_Machin schrieb:Zu ergänzen wäre, dass auch geistig gesunde Zeugen nicht selten mehrere Täter wahrgenommen haben wollen, obwohl nachweislich nur einer zugegen war
Oh ja!
Vor zwei Jahren hatte ich Einbrecher im Hausflur. Für mich waren es drei Täter: einer im Haus, einer, der Schmiere stand, und ein Chauffeur. Eine Mutter mit Kinderwagen wollte nur zwei gesehen haben. Kennzeichen und Personenbeschreibung ermöglichten eine Identifizierung. Aber die zwei, die wir identifizieren konnten, arbeiteten sonst nur im Zweierteam.
Bis heute zweifle ich an meinem Verstand.


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13.07.2019 um 17:33
Eigentlich wollte ich hier zur eigentlichen Tat nichts mehr schreiben. Aber bei der wirren Argumentation die hier @Gulatsch123 von sich gibt , kann man einiges nicht unwiedersprochen lassen
Gulatsch123 schrieb:Warum kauft man keinen Schalldämpfer? Ist doch viel praktischer.
Lange nicht so gelacht.
Klar man geht in ein Geschäft und kauft für Opas alte Wehrmachtsknarre einfach mal so nen Schalldämpfer. Vielleicht sollte man mal bei Amazon schaun, da sind sie vielleicht günstiger ;-)
Gulatsch123 schrieb:Zumal die Polizei nie bewiesen hatte, das Andreas Darsow sich eine Waffe zu gelegt hatte bzw. je eine Waffe besäßen hatte
muss sie auch nicht. Die Tatsache, das er mit einer Waffe geschossen hat, außerhalb der Bundeswehr gilt als bewiesen anhand der Schmauchspuren
Gulatsch123 schrieb:Wo hat Andreas Darsow eigentlich den selbstgemachten Schalldämpfer entsorgt?
Im Müll wahrscheinlich, oder einfach verbrannt das Ding. Vielleicht auch mitsamt der Pistole vergraben im Wald
Was will man daraus schließen? das er unschuldig sein muß wohl kaum.
Gulatsch123 schrieb:Warum nicht an mehr Gegenständen im Haus?
Es wurden im Haus keine Schmauchspuren gefunden. Ja gut daraus kann man nun auch nichts schlußfolgern. Es wurden Schmauchspuren an mehreren Gegenständen gefunden.
Gulatsch123 schrieb:Wo hat Andreas Darsow diesen selbstgemachten Schalldämpfer zusammengesetzt? In seinem Umfeld kann es nicht gewesen sein, denn dann hätte man mehr Spuren in seinem Gartenhaus gefunden.
Daraus das irgendwo Spuren an anderen Orten aber keine gefunden wurden kann man auch nichts kriminalistisch schließen, außer, das dort wo Spuren gefunden wurden offenbar Munition im Spiel war.
Gulatsch123 schrieb:ch finde es auch geradezu Menschenverachtend, dass man der einzig überlebenden Person, egal ob schwerbehindert oder nicht, nicht zutraut zwischen einer oder mehreren Personen zu unterscheiden
Die Frau ist schwer traumatisiert zudem schwerst geistig behindert.
Selbst ein nicht behinderter Mensch wird wohl nicht unbedingt klare Erinnerungen haben, wenn man ihm vorher im Schlaf in den Kopf geschossen hat.
Das spielt schlichtweg keine Rolle, weil durch medizinisches Gutachten festgestellt wurde, , das Astrid nicht aussagefähig ist-
Gulatsch123 schrieb:Aber in ihrem Namen dann auch noch eine Nebenklage im Prozess gegen Darsow führen, fand ich noch das Beste, obwohl sie ihn ja entlastet hatte
Das ist schlichtweg falsch !!
Er wurde nicht entlastet durch die Aussage, (die aber eh keinen Wert hat.) Astrid hat nie gesagt,"ne der Andreas der war es nicht"
Gulatsch123 schrieb:Wenn man einen Beweis gefunden hätte, dass sich Darsow eine Waffe zu gelegt hatte. Und ich denke, die Polizei hat da schon ihre Quellen um das Einwandfrei zu ermitte
Ich hatte schon einmal auf einen Artikel hingewiesen, wie viel Millionen unregestrierte Waffen es in Deutschland gibt
Da kann man doch jetzt nicht den Umkehrschluß ziehen, weil man nicht bemerkt hat, das A.D. sich eine Waffe beschaft hat, kann er nicht der Täter sein ?!!Absolut Unsinnige Argumentation
Gulatsch123 schrieb:Darsow Problem war, dass er kein Alibi hatte und das haben die Verantwortlichen eiskalt ausgenutzt.
So was kann man nur schreiben, wenn man absolut keinen Bezug zu Kriminalistik hat.
Darsows Problem war, das er von seinem Rechner aus eine Bauanleitung für just so einen Schalldämpfer ausgedruckt hat, mit dem Wochen später sein Nachbar erschossen wurde, er ein Motiv hatte, bei ihm genau die seltene Zusammensetzung des Schmauchs wie am Tatort gefunden wurde und er mutmaßlich auch der Einzige war, er die nötige Ortskenntnis besaß (abgeklebter Bewegungsmelder)


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14.07.2019 um 01:10
Deus_ex_Machin schrieb:Zu ergänzen wäre, dass auch geistig gesunde Zeugen nicht selten mehrere Täter wahrgenommen haben wollen, obwohl nachweislich nur einer zugegen war. Bestes Beispiel: Amoklauf in Erfurt, wo gleich einige Schüler angegeben haben, mehrere Täter gesehen zu haben. Der Untersuchungsausschuss hat diese Behauptungen minutiös untersucht und akribisch widerlegt.
Gerade der Amoklauf von Erfurt, taugt in diesem Zusammenhang nicht als Beispiel.

Ich habe zufällig vorige Woche bei Youtube, eine Dokumentation über diesen Amoklauf nochmals angesehen.

Die Mehrtäterannahme, ergab sich aus folgendem Sachverhalt:


Die überwiegende Anzahl der Zeugen, hatte den Amokläufer entweder von vorne oder von hinten gesehen.



Die Zeugen welche ihn von vorne gesehen haben, beschrieben ihn als maskierte Person mit einer Faustfeuerwaffe in der Hand.


Die Zeugen welchen ihn von hinten gesehen haben, beschrieben ihn als maskierte Person mit einer geschulterten Langwaffe, die über den Rücken hing.


In der Einsatzzentrale der Polizei herrschte daraufhin Ungewißheit, ob man es nun mit einer Person zu tun hat, die sowohl eine Faustfeuerwaffe führt und gleichzeitig eine Langwaffe geschultert mit sich führt.


oder


Ob es sich um 2 Personen handelt, wobei die eine Person die Faustfeuerwaffe führt und die andere Person die Langwaffe geschultert hat.


Deshalb liegt hier meiner Meinung nach keine gestörte Wahrnehmung der Zeugen zugrunde, sondern lediglich ein Informationsdefizit aufgrund der eingeschränkten Blickrichtung auf den Täter.


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14.07.2019 um 17:57
@EDGARallanPOE
Seinerzeit waren mehrere der Schüler sicher, das sie zwei Personen beobachtet hatten, was allerdings ein Trugschluß war.

Hier geht es aber darum, das eine behinderte, schwer angeschossene Frau, also das Opfer völlig uneindeutig von "den Männern" sprach, was die Urtreilsgegner wiederum zum Anlaß nehmen eine Täterschaft von A.D. anzuzweifeln.
Das geht natürlich gar nicht.


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Doppelmord Babenhausen

19.07.2019 um 01:52
Ich beschäftige mich schon länger mit diesem Fall und möchte nun auch mal meine Gedanken dazu teilen.
Gleich vorweg: Ich weiß nicht ob AD schuldig oder unschuldig ist. Ich kann auch nicht mit absoluter Überzeugung behaupten, dass er schuldig oder unschuldig ist. Dafür gibt es mEn in beide Richtungen zu starke Argumente.
Was ich allerdings mit ruhigem Gewissen sagen kann ist, dass ich die Schlussfolgerungen zu den festgestellten Tatsachen im Urteil für nicht komplett nachvollziehbar halte. Auf Basis dieser Feststellungen hätte AD mMn nicht verurteilt werden dürfen.

Es gibt sehr viele Punkte in dem Urteil, die offensichtlich nicht schlüssig sind bzw. auf Annahmen beruhen, die als unwiderlegbare Tatsachen dargestellt werden. Ein Punkt ist folgender:
An einem nicht mehr näher bestimmbaren Zeitpunkt vor dem 16.04.2009 führte der
Angeklagte an einem unbekannt gebliebenen Ort einen geheim gebliebenen Beschusstest mit
der Pistole durch, um zu sehen, ob der Scha lldämpfer funktionierte. Im Verlaufe der
Schussversuche verfeuerte er mehrere Projektile aus dem Lauf der ihm zur Verfügung
stehenden Walther P 38, auf den zu diesem Zeitpunkt die mit Bauschaum gefüllte PET-
Flasche aufgeschraubt bzw. aufgeklemrnt war
Wieso wird festgestellt, dass er Schusstests gemacht hat und dieses gleichzeitg negiert. Wenn weder Zeit noch Ort bekannt sind und dazu noch festgestellt wird, dass die Beschusstests geheim geblieben sind, ist es eine berechtigte Frage ob diese überhaupt stattgefunden haben. Und eine weitere Frage wäre: Warum steht das überhaupt im Urteil ? Ist es nicht völlig irrelevant ob AD vorher Tests gemacht hat oder nicht ? Konnte er nicht davon ausgehen, dass der Schalldämpfer funktioniert? Wozu also Tests?

Ebenfalls seltsam ist folgende Passage:
Da der Angeklagte aber auch aufgrund des Vorhandenseins von Bewegungsmeldern , die eine
Lichtschaltung auslösten, an allen Reihenhäusern wusste und dies in seine kaltblütige Planung
einbezogen hatte, führte er ein Plastiklebeband mit sich, um den Bewegungsmelder
abzukleben . Damit verhinderte der Angeklagte, dass die so gesteuerte Laterne den dortigen
Eingangsbereich erleuchtete, sobald Klaus Toll aus der Souterraintür herauskonunen würde
Dazu wundern mich zwei Sachen: Im Urteil wird nicht erwähnt, dass Fingerabdrücke auf dem Klebestreifen gesichert wurden, die AD zu zu ordnen sind. Gut- da kann man noch argumentieren, dass er evtl. Handschuhe getragen haben könnte. Aber ist die Annahme des Abklebens eines Bewegungsmelders nicht an sich schon irrsinnig ? Wie kann man einen Bewegungsmelder abkleben ohne dass dieser reagiert? Allein das Abkleben würde doch schon fehlschlagen, weil in dem Moment der Bewegungsmelder doch alles erleuchten würde.
Wenn ich mit der Annahme falsch liege, kann mich da gerne jemand aufklären. Bin gerne offen für stimmige Erklärungen.

Weiter geht's hiermit:
Fest steht nach dem Tatortbefund im Hinblick auf die dort aufgefundenen Hülsen und
Projektile, dass die bei der Tat verwendete Munition ohne Ausnahme dem selben Hersteller,
nämlich die Poongsan Metal Company aus Seoul. Insoweit hat der Sachverständige Pfoser
nämlich feststellen können, dass es sich bei allen zehn Hülsen, die ihm als Asservate zur
Begutachtung übergeben worden seien, (ausnahmslos) um solche dieses Herstellers Poongsan
Metal Company aus Seoul handeln würde. Diese würden vorwiegend in Amerika vertrieben
(und insbesondere auch von den amerikaniscben Streitkräften genutzt - dahingehend will sich
die Kammer den Hinweis ersparen, dass der Angeklagte Jahre hinweg in unmittelbarer Nähe
zu einer amerikanischen Kaserne wohnte
) - werden und den Bodenstempel PMC 9 mm Luger
tragen.
An dieser Stelle wird es sehr heikel. Im Urteil wird latent unterstellt- natürlich bewusst mit der Anmerkung, dass man sich eben jenen Hinweis spare - dass die Streitkräfte der US Army einem Zivilisten entweder problemlos Munition überlassen oder - unterstellt AD hat sie sich angeeignet - durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen einem Zivilisten ermöglichen an die Munition zu kommen. Diese Stelle ist die einzige im ganzen Urteil, in der ein Bezug zwischen AD und dem Erhalt der Munition hergestellt wird. Wenn doch schon andere Annahmen auf Vermutungen oder Schlussfolgerungen gründen, warum wird dann nicht angenommen AD habe die Munition im Internet bestellt ? Oder anderweitig nachvollziehbar bezogen ?
Des weiteren ist es absolut ausgeschlossen, dass AD die Munition von jem. aus der Kaserne erhalten konnte. Ich habe mit verschiedenen mir bekannten Soldaten gesprochen und sie gefragt welche theoretischen Möglichkeiten es gibt als Soldat heimlich Munition abzuzwacken für private Zwecke. Ergebnis: Es ist nicht möglich. Weder bei der Bundeswehr noch bei der British oder US Army. Die Sicherheitsmassnahmen sind so eng gestrickt und jede einzelne kleine Patrone ist so katalogisiert,dass selbst eine einzelne fehlende Patrone sofort auffiele.
Denkbar ist höchstens noch, dass AD sowohl die Waffe wie auch die Munition über das Darknet bezogen hat.Wenn er allerdings die Waffe inkl. Munition daher hat, stellt sich die Frage warum er die Anleitung zum Bau eines Schalldämpfer nicht auch aus dem.Darknet bezogen hat ?

Das sind nur ein paar Auffälligkeiten die mir ins Auge gesprungen sind. Aber das Urteil hat noch mehr ähnlicher Passagen.
Für heute geben diese jedoch erstmal genügend Raum für Überlegungen.
Natürlich kann ich mit meiner Einschätzung auch ganz falsch liegen. Dann bin ich für konstruktive Argumente dankbar.


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19.07.2019 um 09:26
JaneDoe-01 schrieb:Ebenfalls seltsam ist folgende Passage:
Da der Angeklagte aber auch aufgrund des Vorhandenseins von Bewegungsmeldern , die eine
Lichtschaltung auslösten, an allen Reihenhäusern wusste und dies in seine kaltblütige Planung
einbezogen hatte, führte er ein Plastiklebeband mit sich, um den Bewegungsmelder
abzukleben . Damit verhinderte der Angeklagte, dass die so gesteuerte Laterne den dortigen
Eingangsbereich erleuchtete, sobald Klaus Toll aus der Souterraintür herauskonunen würde
Dazu wundern mich zwei Sachen: Im Urteil wird nicht erwähnt, dass Fingerabdrücke auf dem Klebestreifen gesichert wurden, die AD zu zu ordnen sind. Gut- da kann man noch argumentieren, dass er evtl. Handschuhe getragen haben könnte. Aber ist die Annahme des Abklebens eines Bewegungsmelders nicht an sich schon irrsinnig ? Wie kann man einen Bewegungsmelder abkleben ohne dass dieser reagiert? Allein das Abkleben würde doch schon fehlschlagen, weil in dem Moment der Bewegungsmelder doch alles erleuchten würde.
Wenn ich mit der Annahme falsch liege, kann mich da gerne jemand aufklären. Bin gerne offen für stimmige Erklärungen.
Bewegungsmelder abzukleben scheint zB unter Einbrechern ganz gängig zu sein, auf einer Seite zum Thema steht:

"Häufig ist der Bewegungsmelder zu erreichen, ohne vom Sensor erfasst zu werden. So können Unbefugte ihn abdecken oder unbrauchbar machen. Viele Hausbesitzer achten nur darauf, dass der Sensor den Bereich zwischen Gartenpforte und Haustür überwacht. Wer den Weg über den Zaun nimmt, kann unter Umständen den Bewegungsmelder erreichen und demolieren."

Quelle: https://www.bewegungsmelder.com/ueberlisten/

Wundert mich schon, wie einfach es wohl ist, die Dinger auszuschalten.


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19.07.2019 um 09:32
Noella schrieb:"Häufig ist der Bewegungsmelder zu erreichen, ohne vom Sensor erfasst zu werden. So können Unbefugte ihn abdecken oder unbrauchbar machen. Viele Hausbesitzer achten nur darauf, dass der Sensor den Bereich zwischen Gartenpforte und Haustür überwacht. Wer den Weg über den Zaun nimmt, kann unter Umständen den Bewegungsmelder erreichen und
@Noella
Danke. Wieder etwas gelernt :-). Abe3 ist echt krass, dass man so einen Bewegungsmelder einfach so "lahmlegen" kann. War mir vorher nie bewusst.


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19.07.2019 um 09:39
JaneDoe-01 schrieb:. Ich habe mit verschiedenen mir bekannten Soldaten gesprochen und sie gefragt welche theoretischen Möglichkeiten es gibt als Soldat heimlich Munition abzuzwacken für private Zwecke. Ergebnis: Es ist nicht möglich. Weder bei der Bundeswehr noch bei der British oder US Army. Die Sicherheitsmassnahmen sind so eng gestrickt und jede einzelne kleine Patrone ist so katalogisiert,dass selbst eine einzelne fehlende Patrone sofort auffiele.
Auch dazu habe ich etwas Gegenteiliges gefunden: "Bei der Bundeswehr sind wesentlich mehr Waffen verschwunden als bisher bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen wurden in den vergangenen Jahren 75 Gewehre und Pistolen sowie fast 57.000 Schuss Munition entwendet." Hier kann man die Diskussion unter dem Artikel nachlesen, da berichten einige Leser von Schlampereien: Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2018


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19.07.2019 um 09:49
@Noella
Stimmt. An den Artikel hatte ich garnicht mehr gedacht. Gut- dass ein Soldat nicht unbedingt ohne weiteres zugibt, dass es möglich ist Waffen und Munition zu entwenden- ist natürlich auch möglich.
Wie sieht das denn bei der US- Army aus ? Weiss da jemand, ob so ein Verlust in Deutschland schon einmal vorgekommen ist ?

Ich frage mich, warum das im Urteil einerseits erwähnt wurde, aber andererseits nicht weiter ermittelt wurde. Kann es da ein Ermittlungsverbot seitens der Behörden gegeben haben ? Hat die Staatsanwaltschaft selbst diese Spur für zu brisant empfunden um zu ermitteln ? Warum wird es dann erwähnt ? Der Leser des Urteils assoziiert ja unweigerlich eine Verbindung zwischen der Kaserne und der Tatwaffe.


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19.07.2019 um 10:01
@JaneDoe-01

Sind US-Kasernen so wie Botschaften vielleicht exterritoriales Gebiet?
Von Militärischem habe ich keine Ahnung, aber in Threads zu älteren Fällen hier liest man manchmal, dass die US-Army nicht so gern mit der deutschen Polizei zusammenarbeitete, bei Munitionsdiebstahl hat dann sicher auch bloß deren Militärpolizei ermitelt.


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19.07.2019 um 10:15
@Noella
Was die British Army betrifft, weiss ich definitiv, dass es sich um exterritoriale Gebiet handelt. Bei den US- Streitkräfte müsste das eigentlich dann auch sein.
Naja. Für mich ist es halt sehr dünn und heikel eine solche These latent ins Urteil zu schreiben, und dann gleichzeitig zurück zu rudern indem das einfach stehengelassen wird. Das hat für mich leider einen Beigeschmack, der das Urteil insgesamt in Frage stellt. Der Leser wird mit der Information allein gelassen und muss sich unbewiesen und unreflektiert vorstellen, wie der Wohnort ggü. der Kaserne und der Erhalt der Tatwaffe zusammenhängen....
Das kann man nicht als Fakt hernehmen und in einen juristischen Vorgang bringen. Damit hat das Gericht leider eine Unglaubwürdigkeit erzeugt.

Diese Passage hätte ohne weiteres weggelassen werden können. Es konnte nicht geklärt werden woher die Tatwaffe stammt. Das ist Konsens im Urteil und muss dann so stehenbleiben.
Es gibt so viele Indizien, die gegen AD gedeutet werden können. Musste man da so eine Sache konstruieren?


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19.07.2019 um 10:25
Da scheinen wirklich viele Kriminilalisten unter den Foristen zu sein...
Und ich bleibe dabei, wenn die Frau gesagt hätte ein Mann, Trauma oder nicht, dann hätte man ihre Aussage ernster genommen. Und außerdem hatte sie sicherlich die Unterhaltungen über die Bedrohungen von Seiten Dritter, und Nein, ich meine nicht die Hells Angels, mitbekommen und diese als böse Männer in Erinnerung. Und dann passierte das, wo der Vater darüber geredet hatte und es kam zu einer Verbindung des Gesagten mit der Tat. Das ist aus meiner Sicht auch der Grund gewesen, warum man alle drei Töten musste, da man davon ausging, das alle im Haus von der Bedrohung Bescheid wussten und sogar wer. Die Ehefrau musste auf jeden Fall aus dem Weg geräumt werden, da der oder die Täter wussten, das die Tolls sehr zurückgezogen lebten, da das Haus gleichzeitig Tolls Arbeitsstätte war und man davon ausging, das Herr Toll seiner Frau davon erzählt hatte. Und wenn die Frau von dem Anschlag traumatisiert gewesen war, dann hätte sie Andreas Darsow erst recht identifzieren müssen und sei es auch nur über die Augen. Es sei denn, man unterstellt Darsow, dass er auch während der Tat eine Sonnenbrille getragen hatte. Gerade die Augen von Darsow sind sehr markant und die Frau hätte dann überaus hysterisch auf sein Bild reagieren müssen oder geradezu ängstlich. Sie zeigte aber keinerlei entsprechend zu erwartende Reaktion.Gerade wegen eines schweren Traumas. Deshalb schließen auch die Urteilsgegner Darsow als Täter aus. Dies gilt auch, wenn sie während der Tat am Schlafen gewesen war, denn sie kannte Darsow und dann wäre sofort diese Verbindung mit der Tat gekommen. Denn ihr Vater hätte sicherlich von der vermeintlichen Bedrohung durch den Nachbarn Darsow erzählt.
Herr Darsow war kein Einbrecher und dies ist auch wieder so eine Unterstellung. Wie auch die Tatsache wie er an die Waffe und an die Munition gekommen zu sein scheint. Aber Beweise dafür gibt es nicht und die sollte man gefälligst haben, wenn man einem Mann wegen einer solchen Tat verurteilt. Außerdem war Darsow nicht Waffenaffin. Er war nicht im Schützenverein oder ähnliches. Es gab also keinen Grund für ihn diese Sachen mitgehen zu lassen. Bis auf seiner Bundeswehrzeit hatte er Null mit Waffen zu tun. Ganz im Gegenteil. Was ich von den Hobbys Darsows nachlesen konnte, war, das er mehr im Breitensport aktiv war. So spielt er wahrscheinlich auch in der Tischtennismannschaft der JVA.
Ich hatte mal mit meinem Mann darüber gesprochen, ein sehr guter Analytiker. Er meinte die oder der Täter kamen aus dem kriminellen Millieu und Darsow käme nur als Unterstützer in Frage.

Wie dem auch sei, eines Tages werden wir wissen wer der oder die Täter waren. Und dann kann ich falsch liegen oder einige der Foristen hier und wenn ich falsch liegen sollte, werde ich natürlich die Wahrheit akzeptieren.


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19.07.2019 um 10:35
JaneDoe-01 schrieb:Naja. Für mich ist es halt sehr dünn und heikel eine solche These latent ins Urteil zu schreiben, und dann gleichzeitig zurück zu rudern indem das einfach stehengelassen wird. Das hat für mich leider einen Beigeschmack, der das Urteil insgesamt in Frage stellt. Der Leser wird mit der Information allein gelassen und muss sich unbewiesen und unreflektiert vorstellen, wie der Wohnort ggü. der Kaserne und der Erhalt der Tatwaffe zusammenhängen....
Das kann man nicht als Fakt hernehmen und in einen juristischen Vorgang bringen. Damit hat das Gericht leider eine Unglaubwürdigkeit erzeugt.
Warum stellt es das Urteil insgesamt in Frage? Das Gericht hat die Lücken, die nicht durch Fakten gedeckt sind, durch angenommene Tatsachen ausgefüllt, um einen Tathergang beschreiben zu können. Darsow ist ja nicht verurteilt worden, weil er Schusstests im Wald gemacht hat, auch nicht, weil er eine Waffe beschafft hat, sondern weil er zwei Menschen ermordet hat - und eine schwer verletzt.

Diese Tat ist im Urteil nachgewiesen. Das Vortatverhalten liegt natürlicherweise im Dunkeln, da der Angeklagte keine Aussagen treffen konnte, die Licht ins Dunkel bringen. Da ein Urteil aber auch nicht nur das Aufzählen von Indizien ist, sondern den Hergang beschreibt, trifft ein Gericht halt annahmen.

Dabei sind ihre Annahmen für den Ablauf der eigentlichen Tat nicht immanent - gerade in deinem Beispiel. Ob er Schusstests durchführte oder nicht, ist erstmal zweitrangig - man kann es aber annehmen, ohne das der Mord deswegen weniger oder mehr wahrscheinlich ist.
Dasselbe gilt für die Herkunft der Waffe und Munition. So oder so - möglich ist alles. Wenn er auf dem Gelände nach Abzug der Truppen etwas gefunden hat, tatsächlich Freunde oder Bekannte hatte, oder sonstige Verbindungen - weder das eine noch das andere ist bewiesen, das Gericht hat aber immerhin festgestellt, das nicht UNMÖGLICH war; zum Beispiel war Darsow seit Jahren in einem Schweigekloster an die Wand gekettet war.

Ceterum censeo:
Der Tatablauf und die Täterschaft Darsows sind nach wie vor bewiesen. Die Annahmen des Gerichts erstrecken sich auf Spekulationen, um einen im allgemeinen schlüssigen Tatablauf darzustellen.
Gulatsch123 schrieb:Die Ehefrau musste auf jeden Fall aus dem Weg geräumt werden,
Man schoss im dunkeln, ist dir klar? Woher soll man von der Tür aus erkennen, auf welcher Seite wer liegt? Man erschießt natürlich beide.
Und die dritte Person auch, denn sie war schließlich Hauptquell der Störungen.
Da brauche ich keine seltsamen Killerkommandos - zumal alle Kugeln aus der selben Waffe stammten. Wie effektiv ist das, drei Leute von denen einer bewaffnet ist, einbrechen zu lassen, statt einem?
Gulatsch123 schrieb:dann hätte sie Andreas Darsow erst recht identifzieren müssen und sei es auch nur über die Augen. Es sei denn, man unterstellt Darsow, dass er auch während der Tat eine Sonnenbrille getragen hatte.
Gulatsch123 schrieb:die Frau hätte dann überaus hysterisch auf sein Bild reagieren müssen oder geradezu ängstlich. Sie zeigte aber keinerlei entsprechend zu erwartende Reaktion.Gerade wegen eines schweren Traumas.
Was redest du denn da? schon rein von der Struktur deiner Blocktexte, ist es schwer zu verstehen, worauf du hinaus willst.
Gulatsch123 schrieb:Dies gilt auch, wenn sie während der Tat am Schlafen gewesen war, denn sie kannte Darsow und dann wäre sofort diese Verbindung mit der Tat gekommen. Denn ihr Vater hätte sicherlich von der vermeintlichen Bedrohung durch den Nachbarn Darsow erzählt.
Die "Frau" Astrid Toll, hat schweren Autismus. Oder vom wem redest du jetzt? ¯\_(ツ)_/¯
Gulatsch123 schrieb:Herr Darsow war kein Einbrecher und dies ist auch wieder so eine Unterstellung.
Nein, das ist es nicht. Es ist eine bewiesene Tatsache, er wurde dafür verurteilt. Nicht wir, die wir an seine Schuld glauben, müssen die beweisen, sondern umgekehrt - deine Behauptung, er sei kein Einbrecher, ist hier letztlich die Unterstellung.

Warum KANN er es nicht gewesen sein? Nenne mir den einen Punkt in der Geschichte, in dem der Akteur nicht plausibel erklärbar mit Andreas Darsow besetzt werden kann?
Gulatsch123 schrieb:Außerdem war Darsow nicht Waffenaffin. Er war nicht im Schützenverein oder ähnliches.
Er war bei der Bundeswehr.
Gulatsch123 schrieb:Ich hatte mal mit meinem Mann darüber gesprochen, ein sehr guter Analytiker. Er meinte die oder der Täter kamen aus dem kriminellen Millieu und Darsow käme nur als Unterstützer in Frage.
Das ist kompletter Unfug. Ich habe halt mal mit meinem Wahrsager gesprochen, ein sehr guter Astrologe. Er meinte, der Täter ist Andreas Darsow. Wer hat jetzt Recht von uns?

- hier geht echt die alte Leier wieder von vorne los.

SpoilerFinger knacken lassen und ran an die Tasten! Textwand folgt.


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