@Ma_Ve Also: die Suche mit dem Hund wurde laut Webseite der Unterstützer am 02. Mai durchgeführt, richtig?
https://www.doppelmord-babenhausen.de/Zeitschrift-Tatzeit.htm02.05.2009 Polizeihund findet keine Geruchsspuren
Das wäre dann ein zeitlicher Abstand zur Tat von 15 Tagen, richtig?
Dazu gibt es eindeutige Aussagen zum Mantrailing:
https://www.planethund.com/hundesport/mantrailing-realitaet-abseits-fernsehen.htmlDer älteste belegte ausgearbeitete Trail ist 16 Tage alt. Wenn man allerdings von Mantrailing-Teams hört, die 4 Jahre alte Spuren ausarbeiten, so gehört dies ins Reich der Fabeln und Märchen. Selbst der geübteste Hund wird hier keine Spur mehr finden.
Nicht vergessen: diese Aussage betrifft "Laborbedingungen", einen Versuchsaufbau und keine realen Kriminalfälle mit den ganzen Leuten und Mittelchen vor Ort, die bis zur Suchmaßnahme schon eigene Geruchsspuren legten...
Wenn hier also schon 15 Tage vergangen waren, so waren die Chancen, etwas zu finden, eigentlich schon nimmer vorhanden.
Ma_Ve schrieb:Ich glaube die Fehlerquote bei Hunden ist eher gering, natürlich sind sie nicht unfehlbar.
Nein, das ist schlicht falsch.
Es gibt hier einen Antwortbericht auf eine Kleine Anfrage im Landtag Nordrhein-Westfalens. Dort werden die Erfolgsquoten aufgelistet.
https://kleineanfragen.de/nordrhein-westfalen/16/13014-erfolgsquote-beim-mantrailing-seit-einfuehrung-des-aktuellen-sichtungs-und-pruefsystems
Die frühen Ergebnisse werden gestützt von aktuelleren Zahlen aus der Schweiz (2017):
http://www.spv-fsccp.ch/de/ueber-den-spv/statistiken/index.php
Das entspricht einer Quote von 14,2%.
Die deutlich höheren Zahlen nennt auch folgender Artikel:
https://www.mdr.de/wissen/hunde-riechen-dna-100.html (Archiv-Version vom 21.09.2019)Diensthunde konnten die Spur eines Verdächtigen in 82 Prozent der Fälle verfolgen, private Rettungshunde in 65 Prozent. Erstmals konnten die Leipziger Forscher damit nachweisen, dass DNA ausreichend Merkmale für die individuelle Verfolgung der Geruchsspur einer Person enthält.
Selbst wenn die Spuren bereits ein bis sechs Monate alt waren, konnten die Hunde in 80 Prozent aller Fälle eine individuelle Geruchsspur aufzunehmen und eine Spur verfolgen. Dabei konnte in 44 Prozent der Fälle die Spur auf mindestens den ersten 100 Metern spurtreu verfolgt werden, im Mittelwert auf 330 Metern.
Ohne hier einen Vergleich der Zahlenwerke anzustellen äußere ich mal die Vermutung, dass die hohen Erfolgsquoten unter Versuchsbedigungen entstanden (das legt das Paper nahe, welches die Hochschule der Sächsischen Polizei veröffentlichte. Hier waren die Versuche immer am selben Tag der Spurenlegung durchgeführt worden, soweit ich das auf die Schnelle überblicken kann.
Die deutlich niedrigeren Quoten liefert der Schweizerische Polizeihundeführerverband mit Zahlenmaterial, das aus realen Einsätzen stammt.
Wie auch immer die Erfolgsquote realistischerweise ist, diese veröffentlichten Zahlen legen nahe, dass es eben KEINE Erfolgsgarantie gibt. Es ist wie schon zuvor geschrieben eine Chance, keine Garantie.
Ma_Ve schrieb:Der Hundeführer sagt:“ Negativ! Dieser Geruch war nicht hier!“
Das ist doch keine wissenschaftliche Aussage.