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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.496 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, München ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 16:55
@SirMarvel

Ich sehe da bei dem Jingle keine klare Sprache. Fuer mich sieht es so aus, als haette jemand den Jingle aus dem Radio aufgenommen, verdoppelt und dann in einer Telephonzelle abgespielt. Dabei war ihm nur wichtig, dass der Jingle klar erkennbar ist, und er hat ihn deshalb noch nur zur Sicherheit verdoppelt.

Irgendwie sind dabei Schaltgeraeusche aufs Band gekommen, und die Qualitaet war dann auch nicht mehr so gut. Er hat bei der ganzen Sache improvisieren muessen, und hat wahrscheinlich einfach nur die Geraete verwendet, die er finden konnte.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 17:01
@ErwinKöster
Zitat von ErwinKösterErwinKöster schrieb:Dann gibt es noch eine Reihe weiterer Fehler. Weil du das Auto ansprichst: es gibt doch keinen logischen Grund in Deutschland einen Fiat 600 zu verwenden, wenn das Auto nur schwer verfügbar, langsam und altmodisch ist. Da könnte die Geldübergabe nur unnötig verzögern. Ein aufgemotzter Golf GTI oder Manta mit 2m Fuchsschwanz hätte es auch getan. Da ist eben der einzige Grund, der einem einfällt die Clever und Smart-Comics.
In der Vorstellungswelt von Tätern kann es immer Gründe geben, die sich im Nachhinein einer "logischen" Analyse entziehen oder zu entziehen scheinen.

Ich greife das Auto mal raus. Unter der Voraussetzung, dass sich um die Flucht Gedanken gemacht wurden scheint so eine lahme Gurke vordergründig blödsinnig.

Mir fallen allerdings durchaus Gründe ein, die für ein kleines, leistungsschwaches Auto sprechen können:

Im Falle einer Verfolgung passt es durch Lücken, durch die ein Polizeiauto nicht passt.
Bei entsprechender Planung eines Fluchtweges können Verfolger in einem solchen "Flaschenhals" stecken bleiben oder zu Umwegen gezwungen werden.

Ein kleines Auto kann man leichter "verschwinden" lassen, ob man es nun tarnt, in einen kleinen Schuppen stellt, in einen Teich oder in einen LKW reinfährt. Die Polizei sucht nach einem flüchtigen Fiat, der oder die Täter sitzen schon in einem ganz anderen Auto.

MfG

Dew


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 17:20
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb:1. Der Täter war offenbar der Meinung, das er die Abspiel-Geschwindigkeit des Diktiergeräts runterdrehen sollte.
2. Der Täter war überdies der Meinung den Jingle in einem komplizierten Verfahren überspielen zu müssen.
3. Weiterhin war der Täter der Meinung, das die Schaltgeräusche auf der Aufnahme (die nicht vom Diktiergerät stammen) drauf sein dürfen oder drauf sein "sollen".
Du bist der Meinung, dass der Täter dieser Meinungen zu sein hatte.

Zu 1.
Die Gutachterin ist der Meinung, dass sich der Unterschied der Geschwindigkeiten durch die zufällig vorhandenen Geräte ergab.
Für mich ist es am plausibelsten, dass es überhaupt keine Geschwindigkeitsveränderung gab. Der Bayerische Rundfunk hat also einen Jingle mit der Geschwindigkeit gesendet, die der Tätertonfolge entspricht. Darauf basiert ein Großteil meiner Gegendarstellung zum Gutachten.
Schlecht für mich, dass ich keinen derartigen Jingle gefunden habe. Es gibt aber Hinweise, dass es technisch kein Problem gewesen wäre.
Schlecht für das Gutachten, dass ich keinen gesendeten Jingle gefunden habe, der der verwendeten Vorlage entspricht. Noch schlechter für die Gutachterin, dass sie nicht einmal danach gesucht hat.

Zu 2.
Ich bin der Meinung, dass der Täter den Jingle in dem für ihn am einfachsten erreichbaren Verfahren überspielt hat. Weil du dieses nicht kennst, machst du daraus ein kompliziertes Verfahren.

Zu 3.
Ich bin der Meinung, dass die Schaltgeräusche zwingend mit dem vom Täter verwendeten Überspielverfahren verbunden sind.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 17:20
@Dew

Der Fiat 126 war zB kleiner als der Fiat 600. Es gab auch sehr viele davon in Deutschland zu der Zeit. Es wuerde sich also gleich aus zwei Gruenden anbieten, ein solches Auto zu verlangen.

Wieso sollten sie das Auto bei einer Flucht oder einer erfolgten Uebergabe mitnehmen? Sie braeuchten nur den Koffer, der sich darin befand.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 17:33
Zitat von DewDew schrieb:In der Vorstellungswelt von Tätern kann es immer Gründe geben, die sich im Nachhinein einer "logischen" Analyse entziehen oder zu entziehen scheinen.
Das ist mit Sicherheit so.
Zitat von DewDew schrieb:Im Falle einer Verfolgung passt es durch Lücken, durch die ein Polizeiauto nicht passt.
Das ist der Hauptgrund, den die Polizei gesehen hat.
Zitat von DewDew schrieb:... oder in einen LKW reinfährt.
Das sehe ich als überzeugenden Grund.

Und den Grund für das exotische Exemplar sehe ich darin, dass die Täter wollten, dass die Polizei es beschafft.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 17:53
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Irgendwie sind dabei Schaltgeraeusche aufs Band gekommen, und die Qualitaet war dann auch nicht mehr so gut. Er hat bei der ganzen Sache improvisieren muessen, und hat wahrscheinlich einfach nur die Geraete verwendet, die er finden konnte.
Du lässt leider viele wesentliche Punkte einfach beiseite.
Wurde die Geschwindigkeit auch nur durch Zufall runtergeregelt?
Wurde das Doppel-Klacken im Jingleteil auch nur durch Zufall erzeugt? Ist das nicht ein bisschen zuviel Zufall?
Wirkt denn die Tatplanung für Dich insgesamt auch so wenig durchdacht, wie die Überspielung der Schaltgeräusche? Ich weise nur mal darauf hin das es sich bei dem Unterfangen um ein technisch und logistisch höchst anspruchsvolles Unternehmen handelte. Selbst wenn darin Planungsfehler auftraten war es UNGLAUBLICH aufwändig alleine schon hinsichtlich der Geheimhaltung, des Kistenbaus, der Lochgrabung, des Transports und der gesamten Logistik und Umsetzung der Entführung. Das deutet nicht auf schludriges Vorgehen bei der Kassettenüberspielung hin. Weiterhin handelte es sich teilweise um elektrotechnische Installationen (Antennenverlängerung, Lötung, etc). Wäre es da nicht erwartbar, das der Täter es auch hinbekommt einen Jingle zweimal in Normalgeschwindigkeit und ohne Schaltgeräusche auf eine Kassette zu bekommen... zumal er beim Abspielen des Jingles keine unnütze Zeit verschwenden wollen würde? Und wenn all dies so ist, wäre es dann nicht denkbar das mehr dahintersteckt, als uns unsere spontane, logische Denkweise uns darlegt?
Zitat von roberndrobernd schrieb:Zu 1.
Die Gutachterin ist der Meinung, dass sich der Unterschied der Geschwindigkeiten durch die zufällig vorhandenen Geräte ergab.
Für mich ist es am plausibelsten, dass es überhaupt keine Geschwindigkeitsveränderung gab.
Gut, das sind drei denkbare Möglichkeiten.
1. Die Geschwindigkeit wurde insgesamt durch die Überspielung verursacht. Meinung der Gutachterin.
2. Die Geschwindigkeit wurde bewusst reduziert. Meine Meinung.
3. Der BR3 Jingle war schon langsamer. Bernds Meinung.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Zu 2.
Ich bin der Meinung, dass der Täter den Jingle in dem für ihn am einfachsten erreichbaren Verfahren überspielt hat. Weil du dieses nicht kennst, machst du daraus ein kompliziertes Verfahren.
Das stimmt nicht, denn wie Du weißt habe ich 1-2 Seiten vorher in diesem Thread mich genau dieser Thematik gewidmet und einen Vorschlag dazu gemacht. Ich schließe das auch nicht aus, wie ich schon mehrfach geschrieben habe. Ich schließe den anderen Fall aber auch nicht aus.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Mathematik besteht aus Behauptungen und zugehörigen Beweisen.
Mathematik besteht aber auch aus Statistik und Näherungswerten.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 18:16
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb:Weil schon diese Grundannahme falsch ist wie sich zeigte, denn es wurde niemand identifiziert.
Dann sage ich überführt! Und ist WM nicht hauptsächlich durch die Identifizierung des TK248 verurteilt wurden?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 18:19
Zitat von franki2k3franki2k3 schrieb:Dann sage ich überführt! Und ist WM nicht hauptsächlich durch die Identifizierung des TK248 verurteilt wurden?
Ich bin der falsche Ansprechpartner ;)


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03.09.2018 um 18:28
@AnnaKomnene
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Wieso sollten sie das Auto bei einer Flucht oder einer erfolgten Uebergabe mitnehmen?
Na das ist doch aus damaliger Sicht recht einfach. Wenn ich bei einer Geldübergabe mit dem eigenen ( oder einem selbst geklauten ) Fahrzeug vorfahre, dann ist es ab da der Polizei bekannt und ich muss es loswerden ( oder klassisch umspritzen ) und schon vorher ein weiteres Auto in der Hinterhand haben.

Lasse ich mir von der Polizei einen Fluchtwagen geben, muss ich den auch schnell loswerden, aber ich habe ein Auto gespart und die Polizei hat weniger Informationen über mich.

Heute hätte man wahrscheinlich dann einen GPS-Sender irgendwo an Bord der die Verfolger führt, damals gab es das nicht.

@robernd
Zitat von roberndrobernd schrieb:Das ist der Hauptgrund, den die Polizei gesehen hat.
Wenn sogar die Polizei darauf gekommen ist, dann ist doch die Frage nach der möglichen "Logik" eigentlich geklärt.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Dew schrieb:... oder in einen LKW reinfährt.

robernd antwortete:

Das sehe ich als überzeugenden Grund.
Danke.

Ist immer die Frage, was der oder die Täter in der Hinterhand haben.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Und den Grund für das exotische Exemplar sehe ich darin, dass die Täter wollten, dass die Polizei es beschafft.
Einen Grund kann man sicher darin sehen, dass die Täter der Polizei etwas diktieren konnten. Machtgefühl.

MfG

Dew


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 19:12
@Dew

Mit einem gelben Fiat 600 und einem bestimmten, polizeibekannten Kennzeichen wuerdest Du aber sofort auffallen.

Wieso wuerdest Du den Fiat in einen Kleinlaster verfrachten wollen? Erstens koennte das nicht klappen, man weiss bei solchen alten Autos ja nie, und zweitens wuerdest Du dann ein Risiko eingehen. Wieso nicht einfach den Geldkoffer mitnehmen und den Fiat stehenlassen?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 19:24
Zitat von DewDew schrieb:Heute hätte man wahrscheinlich dann einen GPS-Sender irgendwo an Bord der die Verfolger führt, damals gab es das nicht.
Ich bin sicher, dass die Polizei am Fiat 600 einen Ortungssender installiert hatte. Und ich vermute, dass das der Grund war, warum die Polizei das Auto beschaffen sollte. Die Ortungssender waren sicherlich so einfach, dass auch die Entführer ihn nutzen konnten. Leider habe ich über diese alte Technik keine Infos gefunden (Sendefrequenz).

Beispiel:
Am Straßenrand warten bis Ortungssignal empfangbar ist
Straßensperre aufstellen
Koffer übernehmen, Ortungssender abbauen
Fahrer mitteilen, wo Ursula ist, weiter schicken
Straßensperre wegräumen
Ortungssender an fremdem Auto anbringen

In dem Zusammenhang ist wichtig:
Die Polizei hat das Auto beschafft
Es war ein Ortungssender an Bord (das Gegenteil ist für mich unvorstellbar)

Jetzt sage nur jemand, ich hätte nicht genug Phantasie.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 19:57
@robernd

Das ist zu kompliziert und zu stoeranfaellig. Die haetten Dich sofort erwischt.

Der Fahrer wuerde Dich erkennen. Und die Polizei wuerde Deinem gelben Fiat von weitem per Hubschrauber folgen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 20:00
@AnnaKomnene
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Mit einem gelben Fiat 600 und einem bestimmten, polizeibekannten Kennzeichen wuerdest Du aber sofort auffallen.
Anfang der 80er gab´s davon jedenfalls noch mehr als heute.
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Wieso nicht einfach den Geldkoffer mitnehmen und den Fiat stehenlassen?
Ob sich die Polizei das Kennzeichen des Autos, mit dem ich abfahre, noch aufschreiben muss oder es schon bekannt ist, wo ist der Unterschied? Ein Auto weniger, um das ich mich kümmern muss, wie schon gesagt.

Bei der ganzen Fluchtfahrzeugproblematik geht es doch immer darum, dass die Polizei eben nicht nach dem Auto sucht, in dem ich sitze, sondern nach dem, in dem sie glaubt, dass ich drin sitze. Also muss ich das erste Fluchtfahrzeug möglichst schnell loswerden.
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Wieso wuerdest Du den Fiat in einen Kleinlaster verfrachten wollen?
Wo bitte steht denn was von einem Kleinlaster?
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Erstens koennte das nicht klappen, man weiss bei solchen alten Autos ja nie,
Was weiß man denn bei so alten Autos nie? Wenn ich von einem ganz bestimmten Modell die Abmessungen kenne, weiß ich, wo ich es verstecken kann. Und ein LKW, geschlossener Kasten, ist nun mal ein mögliches Versteck.

Wenn der Wagen bis zur Übergabe auf eigenen Rädern gerollt ist, spricht einiges dafür, dass er auch noch ein paar km länger hält, bis ich das Fahrzeug wechseln kann.
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:und zweitens wuerdest Du dann ein Risiko eingehen.
Welches kriminelle Handeln ist denn ohne Risiko?

@robernd
Zitat von roberndrobernd schrieb:Ich bin sicher, dass die Polizei am Fiat 600 einen Ortungssender installiert hatte. Und ich vermute, dass das der Grund war, warum die Polizei das Auto beschaffen sollte.
Auch möglich.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Die Ortungssender waren sicherlich so einfach, dass auch die Entführer ihn nutzen konnten. Leider habe ich über diese alte Technik keine Infos gefunden.
Das ist jetzt aber sehr spekulativ ohne technische Daten.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Am Straßenrand warten bis Ortungssignal empfangbar istStraßensperre aufstellen
Das wären jetzt die Entführer?

Das hätte aber Kenntnisse seitens der Entführer vorausgesetzt, z. B. auf welcher Frequenz der Ortungssender ( sofern überhaupt vorhanden ) sendete, oder?
Und was, wenn die Polizei aus irgendwelchen Gründen keinen angebracht hätte? Zu wenig Zeit oder geplante Verfolgung per Hubschrauber?
Zitat von roberndrobernd schrieb:Koffer übernehmen,
Ja, wenn´s bis dahin geklappt hat.
Zitat von roberndrobernd schrieb: Ortungssender abbauen
Erstmal finden und dann sitzt ja noch dieser Polizist im Auto und kriegt das nicht mit?
Zitat von roberndrobernd schrieb:Fahrer mitteilen, wo Ursula ist, weiter schicken
Na ja, wenn Du das mit dem Sender weggelassen hättest, würde das evtl. funktionieren, aber die Täter ständen erst mal ohne Fahrzeug bei ihrer Straßensperre.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Straßensperre wegräumen
Warum?
Zitat von roberndrobernd schrieb:Ortungssender an fremdem Auto anbringen
Das wäre sicher eine schöne Idee aber der Ablauf "hängt" für mich.
Zitat von roberndrobernd schrieb:In dem Zusammenhang ist wichtig:
Die Polizei hat das Auto beschafft.

Es war ein Ortungssender an Bord (das Gegenteil ist für mich unvorstellbar)

Jetzt sage nur jemand, ich hätte nicht genug Phantasie.
Wenn Du in einer Zeile das Wort "unvorstellbar" schreibst und in der nächsten "Phantasie" dann darf man die Menge derselben sicher in Frage stellen...;-)

Sicher ist das nicht unmöglich aber gibt es denn konkrete Hinweise auf die Verwendung?

Für den Teil möchte ich @AnnaKomnene zustimmen:
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Das ist zu kompliziert und zu stoeranfaellig. Die haetten Dich sofort erwischt.Der Fahrer wuerde Dich erkennen. Und die Polizei wuerde Deinem gelben Fiat von weitem per Hubschrauber folgen.
MfG

Dew


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 21:05
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Die haetten Dich sofort erwischt.
Das ist nicht der einzige Grund, warum ICH es nicht machen würde.
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Der Fahrer wuerde Dich erkennen.
Auf- und Absetzen der Verschleierung habe ich nicht ausdrücklich aufgeschrieben.
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Und die Polizei wuerde Deinem gelben Fiat von weitem per Hubschrauber folgen.
Wohl weniger, der wäre zu laut. Und im Dunkeln unter Bäumen sind alle Fiats grau. Außerdem verlässt sich die Polizei auf ihren Ortungssender.
Zitat von DewDew schrieb:Das ist jetzt aber sehr spekulativ ohne technische Daten.
Auch die Polizei kocht auch nur mit Wasser. Das einzig Unbekannte ist die Sendefrequenz. Und auf der Frequenz kann das Ding nicht viel mehr als piep - piep - piep machen. Als Empfänger sollte einer der üblichen Allwellenempfänger/Radioscanner funktionieren.
Zitat von DewDew schrieb:Erstmal finden und dann sitzt ja noch dieser Polizist im Auto und kriegt das nicht mit?
Finden geht innerhalb von Sekunden mit dem Empfänger. Welcher Polizist sitz in welchem Auto?
Zitat von DewDew schrieb:Straßensperre wegräumen
Warum?
Damit nicht versehentlich jemand einen zweiten Geldkoffer abliefert ;)
Zitat von DewDew schrieb:Ortungssender an fremdem Auto anbringenDas wäre sicher eine schöne Idee aber der Ablauf "hängt" für mich.
Kein Problem, mit Magneten und Angel an der roten Ampel auf ein anderes Auto kleben. Oder auf einen Kies-Laster werfen.
Zitat von DewDew schrieb:Wenn Du in einer Zeile das Wort "unvorstellbar" schreibst und in der nächsten "Phantasie"
Unvorstellbar bezieht sich auf den Sender. Den Polizisten möchte ich sehen, der keinen Sender anbringt, wenn er das Auto für längere Zeit ganz für sich alleine hat.
Phantasie bezieht sich auf den gesamten Ablauf. Das bedeutet auch nicht fehlerfrei.
Ich bin ohnehin überzeugt, dass eine perfekte Geldübergabe mit akzeptablen Risiko unmöglich ist.
Ich bin auch überzeugt, dass das sinnvolle Ausgeben von 2 Mio DM nicht funktioniert.

Ursprünglich ging es auch nur um die Frage, warum ausgerechnet ein so seltenes Auto.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

03.09.2018 um 23:13
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb:Geh doch mal gezielt auf die 3 Punkte ein die ich genannt habe. Keines dieser Argumente ist in irgendeiner Weise erstaunlich.
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb:1) Es wurden in den 70ern/Anfang 80er schon Täter anhand Tastengeräuschen überführt. Das konnte der Täter wissen; er wusste ja auch über andere Fälle Bescheid, sonst hätte er die Idee mit der Kiste nicht von einem anderen Entführungsfall kopiert und auch nicht die Buchstaben wie im Krimi zusammengeklebt. All das ist aber entliehen aus anderen, besonders cleveren, spektakulären Kriminalfällen.
2) Der Täter hat bereits seine Spuren bewusst verschleiert bzw. eine falsche Fährte gesetzt - nämlich beim ausländischen Duktus in den Erpresserbriefen. Daher liegt es auf der Hand, das er diese Vorgehensweise auch weiter fortführt.
3) Die Schaltung am Anfang macht logisch betrachtet keinen Sinn. Es wäre für ihn viel sinnvoller gewesen direkt den Jingle über PLAY abzuspielen... denn er hat eh wenig Zeit in der Telefonzelle und diese Tastengeräusche brauchen viel Zeit. Daher kann man unterstellen, der Täter WOLLTE das die Geräusche zu hören waren.
Ich soll also auf diese drei Punkte eingehen?
zu 1: Mir sind keine Fälle aus den 70ern oder 80ern bekannt, bei denen Täter anhand von Tastengeräuschen bei Laufwerkssteuerungen überführt wurden. Ich bitte um Beispiele. Mit den Anleihen aus anderen Kriminalfällen gebe ich dir recht. Das führt uns aber eher zu Leuten, die Verbrecher spielen wollten, indem sie alles, was sie über Verbrechen wussten, hier einbauten.
zu 2: Jeder Täter will Spuren verschleiern und falsche Fährten setzen. Damit die Fahnder ins Leere laufen. Wohin hätten die Fahnder denn bei Laufwerksgeräuschen geführt werden sollen? Wer hier Spuren vermeiden will, macht überhaupt keine Laufwerksgeräusche. Ansonsten läuft er Gefahr, dass seine Hobby-Audio-Werkstatt auffliegt.
zu 3: Der einzige Grund, der mir dazu einfällt: Wenn er wollte, dass die Geräusche zu hören sind, war er ein Psycho. Wenn du das auch glaubst, haben wir zumindest eine Übereinstimmung. Aber das führt uns dann endgültig von Mazurek weg und hin zu einem Personenkreis, der nur eines will: Schlauer sein als alle anderen, die bisher Verbrechen begingen, Kontrolle und Macht ausüben, letztlich eine Bestätigung ihrer bisher missachteten Persönlichkeit.

Soweit von mir als Musik und Religionslehrer.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

04.09.2018 um 00:46
Zitat von DewDew schrieb:Ich greife das Auto mal raus. Unter der Voraussetzung, dass sich um die Flucht Gedanken gemacht wurden scheint so eine lahme Gurke vordergründig blödsinnig
@2r2n
@robernd
@AnnaKomnene

Mal eine Frage: Wo wurde vereinbart, dass der Fiat 600 auch als Fluchtauto für die Entführer und nicht nur als Überbringerauto gedacht war? Hab ich da was verpasst?

@Dew stimmt was du sagst aber das erklärt nicht warum nicht ein ähnliches Auto wie Fiat 126 oder 127, Steyr Puch 500 oder von mir aus Mini Cooper ausgewählt wurde, das damals wesentlich häufiger war und ähnliche Dimensionen hatte. Der Fiat 600 war schon damals ein Exot und schwachbrüstig noch dazu. Wenn es nicht gelungen wäre so ein Auto fristgerecht aufzutreiben hätte das den Zeitplan verzögert und den "Erfolg" gefährdet, wenn der Wagen mit Herrn Herrmann am Steuer irgendwo auf der vermutlichen "Schnitzeljagd" durch Oberbayern den Geist aufgegeben hätte gleichfalls. Nur wegen seiner Auffälligkeit?

Der auffällige Wagen mit noch irgendeinem besonderen Merkmal (Korbflasche am Dach oder Kojak-Leuchte) und die Vorschrift eine bestimmte Geschwindigkeit nicht zu überschreiten ist eine standardisierte Forderung der 70er/80er Entführungen, die die Täter 1:1 übernommen haben.

Ich habe jedenfalls von keinem Fall gehört, wo das Überbringerauto unmittelbar bei der Geldübergabe von den Tätern in Beschlag genommen wird. Warum? Das ist der Moment wo die Entführer am verwundbarsten sind, weil sie irgendwie in Erscheinung treten müssen. Da ist höchste Diskretion angesagt. Zumal ist das Auto bereits polizeibekannt (logisch wenn es von der Polizei bereitgestellt werden musste) und sie müssen es ohnehin wieder loswerden.

Ich hätte als Polizei auch Peilsender installiert, einen so, dass man ihn leicht findet und dann noch einen, der perfekter versteckt ist. Wenn ich Glück habe lassen die nach dem ersten die Suche sein.

Deshalb fand die Flucht vieler Entführer von den unmittelbaren Geldübergabeplätzen ohne Auto statt, um die Polizei abzuschütteln. Am kreativsten waren die, die am vereinbarten Übergabeort unsichtbar sofort zugegriffen haben und zB über die Kanalisation abgehauen sind.

Das war der rationale Teil.

Die gegenteilige Ansicht sagt dass die Entführer dieses Auto partout haben wollten, da sie cleverer und smarter als der Rest sein, die Polizei dirigieren wollten und mit ihrer Tat alles in den Schatten stellen wollten. Usw. Das gleitet aber wieder ins irrationale ab.

Gruß EK


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04.09.2018 um 01:01
Zitat von ErwinKösterErwinKöster schrieb:Die gegenteilige Ansicht sagt dass die Entführer dieses Auto partout haben wollten, da sie cleverer und smarter als der Rest sein, die Polizei dirigieren wollten und mit ihrer Tat alles in den Schatten stellen wollten. Usw. Das gleitet aber wieder ins irrationale ab.
Thumbs up. Man wollte die Polizei vorführen. Meine Meinung ;)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

04.09.2018 um 07:16
Zitat von ErwinKösterErwinKöster schrieb:Mal eine Frage: Wo wurde vereinbart, dass der Fiat 600 auch als Fluchtauto für die Entführer und nicht nur als Überbringerauto gedacht war? Hab ich da was verpasst?
Du hast nichts verpasst.
Zitat von ErwinKösterErwinKöster schrieb:Ich hätte als Polizei auch Peilsender installiert, einen so, dass man ihn leicht findet und dann noch einen, der perfekter versteckt ist. Wenn ich Glück habe lassen die nach dem ersten die Suche sein.
Das hätte ich auch. Das Verstecken ist aber nicht so einfach. Das Ding soll ja sein Signal auch abstrahlen können, im Kofferraum funktioniert es also nicht. Solange noch ein Signal vorhanden ist, heißt es (theoretisch) weitersuchen. Alle eingesammelten Sender sperrt man solange in eine Metallkiste, damit sie ruhig sind.
Die Polizei wird dabei sicher auf ihre (nach Funkvorschriften erlaubte) Standardausrüstung zurückgreifen müssen. Ein Bastler könnte sich beliebige Gemeinheiten ausdenken. Die Standardausrüstung zunächst einmal zu kennen, ist sicher nicht ganz einfach.
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb:Man wollte die Polizei vorführen.
Objektiv gesehen erhöht das Vorführen der Polizei das ohnehin vorhandene große Risiko auf ein unakzeptables Maß. Aber wer so eine Aktion startet, überschätzt sich gewaltig. Deshalb geht es auch meistens in die Hose.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

04.09.2018 um 07:21
Das eigentliche Problem bei Produktentwicklern ist ja, dass die Produkte meist erst beim Kunden zu Ende entwickelt werden, weil sie für den "normalen" Menschen völlig unbrauchbar sind und an die einfachsten Sachen nicht gedacht wurde. Dafür gibt es ja zahlreiche Beispiele. Aber dennoch ist es keine Schande Produktentwickler zu sein.


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