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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2019 um 22:00
AnnaKomnene schrieb:Siehst Du, was mich an der Sache verwundert, ist, dass man zunaechst erheblichen Aufwand getrieben hat, die Schrauben und sonstigen Komponenten der Kiste auf DNS zu untersuchen, und als man dann etwas fand, sagte, ach, da kann ja gar nichts dran gewesen sein.
AnnaKomnene schrieb:Nein, bei meiner Argumentation ist ueberhaupt keine VT enthalten, ich sprach nur von widerspruechlicher Einschaetzung ein und desselben Sachverhaltes.
Man treibt einen erheblichen Aufwand um einen Sachverhalt zu klären und kommt dann zu einem Resultat. Welches Problem hast Du damit?
AnnaKomnene schrieb:Wieso sollte jemand absichtlich falsche Spuren im Fall Herrmann erzeugen wollen? Das ist doch absurd.
Nicht absichtlich, sondern ohne sich den Konsequenzen zu vergewissen: Hätte man Herrn Mazureks Spur daran gefunden, so wäre die Aktion ein voller Erfolg gewesen. Die viel größere Wahrscheinlichkeit dafür aber andere Spuren zu finden, nachdem die Schrauben geputzt, geölt, angefingert und sogar verliehen, oder gar im Labor verunreinigt wurden, hatte scheinbar keiner vorher bedacht oder zumindest hinterfragt.
Die Qualität der Spur wurde erst wegen der Gesamtschau durch das Gericht bewertet und der Zusammenhang der Spur mit dem Fall Hermann als fern liegend ausgeschlossen.

Aber wie gesagt, suche Dir eine der o.g. Möglichkeiten aus, solange kein Treffer da ist, sind alle noch möglich.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2019 um 10:27
ich habe da mal eine blöde frage
ich blicke da gerade nicht ganz durch ,vielleicht kann mir jemand helfen.

man findet im fall böhringer eine fremde dna spur am glas ,richtig ?

wie kommt man nun auf die verbindung zum fall hermann,wenn damals von dna noch nicht die rede war ?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2019 um 10:31
zweiter schrieb:wie kommt man nun auf die verbindung zum fall hermann,wenn damals von dna noch nicht die rede war ?
Man hat, ich meine im Jahr 2007, an einer Schraube von der Holzkiste diese DNA gefunden.

Zu der Zeit wurde im Fall UH wohl wieder ermittelt und später WM verurteilt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2019 um 10:35
@Ma_Ve
ahso ,danke
fall böhringer war glaube ich 2006 und 2007 ist ja nicht weit entfernt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2019 um 10:53
zweiter schrieb:ahso ,danke
fall böhringer war glaube ich 2006 und 2007 ist ja nicht weit entfernt.
vielleicht kurz zur erklärung ,weil manche sich wieder wundern was der satz zu bedeuten hat.

es bedeutet
die spur von 2006 fall böhringer,könnte zur spur 2007 fall hermann gewandert sein ,also eine verunreinigung wäre wahrscheinlicher.

als wenn nun eine spur von den 80er jahren, zum fall 2006 wandern würde,vorallem wenn man erst 2007 spuren von der schraube genommen hat und die gleiche dna schon 2006 ,im fall böhringer war.

also 2006 und 2007 ist ja zeitnah ,wenn nicht sogar zur fast selben zeit die spuren untersucht wurden.
ich würde mal von einer verunreinigung im labor ,oder transport ausgehen .
so als nichtsahnender aus der ferne.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2019 um 10:55
Dieser Artikel ist sehr interessant zum Thema Spur/Spur-Treffer:

https://www.merkur.de/lokales/regionen/ermittler-haben-offenbar-geschlampt-407302.html


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

27.02.2019 um 22:28
"Systemfehler" - Ursache und Wirkung. Pannen passieren in der Justiz bei zigtausend Fällen pro Jahr überall. Aber nirgendwo so häufig und mit so gravierenden Konsequenzen wie in Bayern. Der Artikel von 2013 bringt das ziemlich genau auf den Punkt.
Es sei "der Rechtskultur nicht zuträglich", dass in Bayern eine besondere Nähe zwischen Staatsanwälten und Richtern herrsche.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-123856912.html


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

27.02.2019 um 22:35
@ErwinKöster
@panta_rhei

Das ist doch Stammtisch-Geschwätz und unanständige Verallgemeinerung. Man kann ja auch irgendwann mal einsehen, dass der Richtige Mann im Knast sitzt. Ein kaltblütiger Erpresser, der sich ein Mädchen geschnappt hat und in eine Kiste gesperrt. MMn dürfte der verurteilte kaltblütige Verbrecher Werner M. nie wieder auf freien Fuß kommen.
Überlegt mal, für wen ihr euch hier einsetzt. Wie kommt ihr damit klar, wenn er irgendwann man reinen Tisch machen sollte? Dann war bestimmt das späte Geständnis nur zustande gekommen, weil er noch ein paar Jahre in Freiheit verbringen wollte?!


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

27.02.2019 um 22:43
Jamegumb schrieb:Dann war bestimmt das späte Geständnis nur zustande gekommen, weil er noch ein paar Jahre in Freiheit verbringen wollte?!
Welches Geständnis?? Mazurek gilt in der JVA als "Tatleugner".

Meiner Meinung nach dürfte ein Mann, der aufgrund solcher Indizien verurteilt wurde nicht einen Tag lang im Gefängnis sitzen. Jeder, der sich intensiv mit diesem Fall beschäftigt hat muss (wenn er kein Brett vorm Kopf hat) zu diesem Schluss kommen. Aber das wird schon. Wir arbeiten dran. ;-)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

28.02.2019 um 07:52
ErwinKöster schrieb:Meiner Meinung nach dürfte ein Mann, der aufgrund solcher Indizien verurteilt wurde nicht einen Tag lang im Gefängnis sitzen. Jeder, der sich intensiv mit diesem Fall beschäftigt hat muss (wenn er kein Brett vorm Kopf hat) zu diesem Schluss kommen. Aber das wird schon. Wir arbeiten dran. ;-)
Das sehe ich genauso.

Wenn man auf Grund solcher Indizien Menschen wegsperren kann dann ist, meiner Meinung nach, niemand mehr wirklich sicher.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

28.02.2019 um 16:16
Jamegumb schrieb:Das ist doch Stammtisch-Geschwätz und unanständige Verallgemeinerung.
Der Spiegelartikel ist sehr zurückhaltend geschrieben. Hinter vorgehaltener Hand werden schlimmere Dinge berichtet.

Den Ermittlern um den Tatzeitpunkt herum möchte ich allerdings keine Ambitionen in dieser Richtung nachsagen. Sie haben gewissenhaft nach belastbaren Beweisen gesucht und gerade nicht der widerrufenen Aussage eines windigen Zeitgenossen geglaubt (im Gegensatz zum Gericht später).

Was in den 2000er Jahren lief, macht tatsächlich den Eindruck einer Regie zuungunsten des Beschuldigten. Je mehr ich mich mit dem Fall beschäftigt habe, desto mehr geht mein Verdacht in Überzeugung über.
Werner M. wurde mit großem Aufwand observiert. Als es kritisch wurde, wurde die Observation (angeblich?) abgebrochen. Kritisch wurde es genau zu seiner Urlaubsreise, dort hätte er Kontakt mit Mittätern aufnehmen können. Außerdem hatte er genau dann (nach seiner Angabe) das Tonbandgerät gekauft. Wieder zu Hause hat man voll zugeschlagen. Warum die Pause während der kritischen Phase? Wussten die Ermittler vielleicht, dass man nach der Reise ein Tonbandgerät bei Werner M. finden würde, von dem vorher niemand (auch kein Verdeckter Ermittler) etwas geahnt hatte? Warum wurden insgesamt drei Verdeckte Ermittler genehmigt, von denen zwei dann nicht geliefert haben?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

28.02.2019 um 17:16
Ich kenne die bayerische Justiz ganz gut. Auch von Innen. Das Problem: Es gibt keine Fehlerkultur und eine strikte Ausrichtung auf die Bedürfnisse der herrschenden Staatspartei. Wird angeklagt, dann können sich die Ermittlungsbehörden und die Kammer nicht geirrt haben. Die bayerische Justiz irrt sich nicht.

Richter und Staatsanwälte werden systematisch "erzogen", indem Staatsanwälte zu Richtern werden und Richter zu Staatsanwälten. Wer nicht pariert, der landet in Geschäftsbereichen, die vor Akten überquellen. Verwaltungsrichter kann nur werden, wer vorher Verwaltungsbeamter war. Genommen werden nur die besten Absolventen. Nicht, weil diese willige Beamte sind und ihr Fach gut beherrschen (das auch), sondern weil sie gezeigt haben, dass sie gegenüber den Anforderungen des Landesjustizprüfungsamtes extrem anpassungsfähig sind.

So sind viele Richter und Staatsanwälte Angehörige einer elitären Kaste, die in Bayern schon seit den Verwaltungsreformen von Montgelas existiert. Ihr Selbstbewusstsein und ihr Anpassungsvermögen ist anders, als in anderen Bundesländern. Man ist Staatsdiener und damit Anwalt des Freitstaats. Es gibt Deutschland - und es gibt Bayern. Bayern ist anders. Die hinter Verwaltungsroutinen versteckte Selbstgerechtigkeit und -herrlichkeit so mancher Staatsanwälte und Richter hat mich nicht nur einmal ziemlich erschreckt. Die Bereitschaft, auch abstrusesten Konstrukten zu folgen, wenn es von ihnen erwartet wurde, ebenfalls.

Die Neigung zu schnellerer Verurteilungsbereitschaft und zu härteren Strafen in Bayern ist nicht nur Bauchgefühl und Politikersprech "Härter Zulangen ist halt die bayerische Art", sondern auch empirisch nachweisbar.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/wo-deutschlands-strengste-richter-sitzen-a-1230399.html


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

28.02.2019 um 18:00
robernd schrieb:Außerdem hatte er genau dann (nach seiner Angabe) das Tonbandgerät gekauft.
Ma_Ve schrieb am 19.05.2016:Es kann ja sein, dass sich vom Verkäufer noch DNA oder Fingerabdrücke auf dem Gerät befunden haben oder wurde das ausgeschlossen bzw überprüft!?
Robin76 schrieb am 22.06.2016:Wenn er jetzt ein Tonband auf dem Flohmarkt kauft, dann müssten dort ja Fingerabdrücke sein, die mit seinem oder mit denen seiner Familie nicht übereinstimmen.
Das frage ich mich auch: hat man das Tonband auf Fingerabdrücke hin untersucht? Wenn er es vom Flohmarkt hatte, so wären doch sicher die Abdrücke des Verkäufers mit darauf. Ebenso auf den Tonbandspulen. Steht darüber etwas in den Akten?
Und wenn der Verkäufer jemals straffällig geworden wäre, so wären die Abdrücke sogar in der AFIS Datenbank enthalten.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

28.02.2019 um 23:54
@JosephConrad

Ja das oder auch gleich DNS. Das hielte ich auf jeden Fall fuer angebracht, da es doch das Hauptindiz war, das M hinter Gitter brachte.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

01.03.2019 um 01:13
JosephConrad schrieb:Das frage ich mich auch: hat man das Tonband auf Fingerabdrücke hin untersucht?
Meines Wissens wurde in der Tat eine DNA-Mischspur gesichert, die bis heute nicht zugeordnet werden konnte. Die sonst gesicherten daktyloskopischen Spuren auf TK und Tonbändern konnten zwei LKA-Leuten zugeordnet werden.

Es wäre ausserdem interessant zu wissen ob das TK und die Tonbänder noch existieren oder schon vernichtet wurden.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

01.03.2019 um 14:35
ErwinKöster schrieb:Die sonst gesicherten daktyloskopischen Spuren auf TK und Tonbändern konnten zwei LKA-Leuten zugeordnet werden.
Heißt das, das auch von Herrn Mazurek keine Fingerabdrücke gefunden wurden? Das wäre doch komisch.

Wenn aber nur von ihm welche darauf sind, so stammt das Gerät möglicherweise nicht von einem Flohmarkt, sondern war vielleicht schon ewig in seinem Besitz.


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01.03.2019 um 14:54
JosephConrad schrieb:Heißt das, das auch von Herrn Mazurek keine Fingerabdrücke gefunden wurden? Das wäre doch komisch
Genaueres müsstest du bitte @2r2n fragen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

01.03.2019 um 15:35
@ErwinKöster

Zwei LKA Mitarbeiter? Die werden ja bei der Hausdurchsuchung nicht mit dabei gewesen sein. Und ich wuerde auch davon ausgehen, dass die Polizei bei einer Hausdurchsuchung Handschuhe traegt. Hat man die Fingerabdruecke erst ueberprueft, als das Geraet schon im LKA untersucht wurde?


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01.03.2019 um 15:43
@ErwinKöster
@JosephConrad
Mir ist nicht bekannt, dass das TK 248 auf Fingerabdrücke oder DNA untersucht wurde. Zumindest habe ich nichts in den Akten gefunden. Aber ich habe nochmal eine Anfrage an meinen Anwalt gerichtet, beim LKA nachzuhaken. Ich selbst bekomme leider keine Rückmeldung vom LKA. (Aber auch mein Anwalt wartet noch heute auf eine Antwort auf die Frage nach dem Urlaubsfilm von 1981).
Vermutlich hat den Behörden genügt, dass man das Gerät bei Mazurek gefunden hat und die LKA-eigene Phonetikerin mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgeht, dass dieses Gerät Verwendung gefunden haben könnte.
Was die DNA Funde insgesamt angeht: Es gibt 9 offene DNA-Muster (weibliche und männliche) und 8 offene mt-DNA-Spuren. Außerdem eine Fingerspur an einem Klebeband, die bisher nicht zugeordnet werden konnte.


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01.03.2019 um 17:07
@2r2n: Hast Du Informationen darüber, inwieweit das Umfeld von WM untersucht wurde? Ein großes Manko an der Beweisführung ist für mich, dass es neben den teilweise fragwürdigen Indizien keine direkte Spur gibt. Es ist natürlich leicht zu sagen, in diesem Fall war einer der unbekannten Mittäter der Spurenverursacher.


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