Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre
17.01.2021 um 12:43Doch nicht: hatte 1979 schon digitales Bandzählwerk:JosephConrad schrieb:Du könntest Recht haben.
Es gab wohl schon einige Geräte mit der damals neuen Mikroprozessorsteuerung.
Doch nicht: hatte 1979 schon digitales Bandzählwerk:JosephConrad schrieb:Du könntest Recht haben.
Es gab schon User, die hatten den ketzerischen Gedanken, das Mazurek für den Anstrich einfach das aus seiner Werkstatt zusammengekippt hat, was er an Farb- und sonstigen passenden Resten herumstehen hatte anstatt dass der Anstrich quasi ein Prototyp einer ganz neuen geheimen Straßenmarkierung ist, die noch ihrer Patentierung harrte....Palio schrieb:Nachtrag: Und hier haben wir auch noch die Brücke zum mysteriösen Bitumen, das angeblich nicht von dieser Welt ist und daher aus einem geheimen Straßenbelagslabor stammen sollte ;) :
Zu dem am 30.10.2007 bei ihm sichergestellte Tonbandgerät Grundig TK 248 trug der Angeklagte Mazurek vor, dass er es während ihres Herbsturlaubes im Oktober 2007 auf einem Flohmarkt nördlich von Bad Karlshafen gekauft habe.Quelle: Urteil Seite 43
Na wahrheistnäher ist doch bestimmt, man erklärt technisch bzw. wissenschaftlich was in Bezug auf einen Tatablauf nicht sein kann, als juristisch gesamtschaulich, allerdings eher oberflächlich zu erklären was passiert sein muss.Andante schrieb:Ich denke auch, dass Techniker eher detailversessen sind. Die entdecken irgendwo etwas, das nach ihrer Meinung nicht stimmen kann (siehe Verwendung des bei Mazurek beschlagnahmten TK) und denken dann, dass evtl. andere Details auch nicht stimmen. Und dann entdecken sie prompt auch was wie etwa die Fichte am Beobachtungsposten, obwohl nichts dagegen spricht, dass eine zweite Fichte eingesteckt worden sein könnte, nachdem die erste vertrocknet war und evtl. auffallen musste. . Aber nein, da im Urteil nur von einer Fichte die Rede ist, die auf Tatortbildern nicht vertrocknet aussieht, ist natürlich schon wieder ein Detail im Urteil falsch. Und je mehr Unklarheiten am Ende bei - gar nicht entscheidungserheblichen - Sachen entdeckt werden (was bei Indizienurteilen nicht ausbleibt), ist das ganze Urteil falsch. All das viele Richtige, worauf das Gericht sei Urteil stützt, zählt dann nicht mehr und wird nicht mehr weiter beachtet.
Sehr gut. Es gab damals wohl bereits einige Geräte, die in Frage kommen. Schwer heute einen Überblick zu haben.JagBlack schrieb:Nun hat das Sharp offensichtliche Features, mit den sich der Jingle hätte scheidenlassen können. Eine EDIT Funktion, Leerstellen zu setzen und APLD Funktion, bis zu 20 Titel zu finden.
Aha, und was alles kann jetzt technisch/wissenschaftlich nicht sein, was im Urteil steht? Auch @robernd hat bisher nicht bewiesen, dass das bei WM beschlagnahmte TK definitiv nicht für die Tat verwendet worden sein kann.julina32 schrieb:Na wahrheistnäher ist doch bestimmt, man erklärt technisch bzw. wissenschaftlich was in Bezug auf einen Tatablauf nicht sein kann, als juristisch gesamtschaulich, allerdings eher oberflächlich zu erklären was passiert sein muss.
Das Sharp Optonica RT 3838 (1977 bis 1979) hatte ein elektronisches Bandzählwerk.julina32 schrieb:Für mich ist ein mechanisches Bandzählwärk eines mit 3 oder 4 Plastikwalzen (T-CK 71) mit Nasen zur Indentifizierung der 000(0)-Stellung. Elektronische Zählwerke mit digitaler Segementdarstellung, und elektronischer Makierung (optisch/Impuls?) gab es erst Mitte der 80er. Oder verstehe ich das falsch?

Das gesamte Grundstück und die Halle waren von der Straße zugänglich (nicht eingezäunter Parkplatz einer Spedition). Das Bettlaken war ein Massenprodukt. Sonst keine Meinung dazu.julina32 schrieb:Wie ist deine Erklärung zum
-identifiziertem Laken?
-Gürtelstück?


Ok, das ist früh.robernd schrieb:Das Sharp Optonica RT 3838 (1977 bis 1979) hatte ein elektronisches Bandzählwerk.
Kompletter Unsinn. Ich weiss ja nicht was du der Augsburger Strafkammer alles glaubst schuldig zu sein.Andante schrieb:Das einige aus verschiedenen Motiven MÖCHTEN, dass nicht sein kann, was im Urteil steht, ist was ganz anderes.
Der Autoreflex, ist das Urteil ist einmal gesprochen/geschrieben. Der Aufschrei nach 100% Ausschlussbeweis.Andante schrieb:Auch @robernd hat bisher nicht bewiesen, dass das bei WM beschlagnahmte TK definitiv nicht für die Tat verwendet worden sein kann.
Das klingt wirklich wesentlich sympathischer, wenn man ein paar Sachen weglässt.julina32 schrieb:Das alles passt nicht auf Mazurek mit 25. Der verkloppt Autos und bereitet sie auf, lötet an Fernsehern rum, fummelt seine Küche und schustert an einem Kutter rum.
Eben war er bei dir noch Betrüger, dann wird er zum Geldräuber. Ich habe nur geschrieben, was nachweislich seine Taten im Tatzeitraum sind.max63 schrieb:Das klingt wirklich wesentlich sympathischer, wenn man ein paar Sachen weglässt.
Wie beispielsweise, dass er eine Waffe besaß und überlegt hatte, einen Geldbotenüberfall zu machen.
Off Topic, klar, muss man keine weiteren Worte darüber verlieren. Aber diese selbstverliebten Details sind durchaus kennzeichnend für die Denkweise einiger User hier.robernd schrieb:Das Sharp Optonica RT 3838 (1977 bis 1979) hatte ein elektronisches Bandzählwerk.
sharp bandzaehlwerk
Falls Sony alleine ein Rollenzählwerk hatte, wird es kaum gehen. Allerdings ließe sich damit auch keine Intervallautomatik bauen. Dafür müssen nämlich Anfang und Ende des Bereiches gespeichert werden.
Fernglas, Bettlaken, Gürtel in 105, Zeitungen, Transportfahrzeug, handwerkliches Geschick usw sind alles standartartikel, Massenware, standartmerkmale und somit Indizien, die auf hunderte oder tausende anderer auch passen und von diesen genutzt wurden bzw könnten diese es ebenso vorweisen. Anders würde es aussehen wenn zb der Gürtel eine ungewöhnliche grösse gehabt hätte und m auch, zb grösse 80 und m extrem dünn gewesen wäre oder umgekehrt grösse 130 und m wäre extrem dick gewesen, damit wäre der Otto-Normal-Bürger raus gewesen. Das gilt für alle anderen Dinge und Gegebenheiten auch. Aber letztlich hat man hier Standarts als Indizien gewertet. Kein einziger dieser Punkte deutet ausschließlich und unwiederbringlich auf m.Andante schrieb:dass am Tatort ein Fernglas gefunden wurde, wie WM eines hatte, dass am Muffenstopfen ein Gürtelstück gefunden wurde, wie es zur Statur von WM passte, dass ein Bettlaken um die Lüftungsrohre aus einer Halle verwendet wurde, zu der KP und WM Zugang hatten, dass die Zeitungen, aus der die Schnipsel für die Erpresserbriefe stammten, alle im Hause Mazurek gelesen wurden, dass der Lesestoff in der Kiste ebenfalls sämtlich im Hause Mazurek vorhanden war, dass WM kein Alibi für die Tatzeit hat, dass er ein Motiv für die Tat hat, dass er Zugang zu insgesamt 10 (!) Räumen hatte, wo er in einem davon die Kiste unbemerkt hätte bauen können, dass er, obwohl er über viel eigene Lagerkapazität verfügte, bestimmte Bretterstapel ausgelagert hatte, dass er über ein Transportfahrzeug für die Kiste verfügte, dass er das entsprechende handwerkliche Geschick zum Kistenbau hatte, dass er nach der Tat mit einem manipulierten Radio laufend den Polizeifunk abhörte und vorhet nie beim Abhören des Polizeifunks angetroffen worden war, dass er sich - für einen Unschuldigen - alllzusehr für Verjährungsfragen interessierte und Ursulas Tod als „Betriebsunfall“ bezeichnete, dass er ein Motiv für eine Lösegelderpressung hatte, dass er im Bekanntenkreis davon gesprochen hatte, dass man einen Coup landen müsse, um an Geld zu kommen, dass der behauptete Kauf des TK 248 auf dem Flohmarkt sich nicht belegen ließ, dass er zur Tatzeit ein Spulentonbandgerät besaß, dass nach Zeugenaussagen einem TK 248 zumindest sehr ähnlich war.
Der Jurist als Übermensch, der als einzige Berufsgruppe gesamtheitlich denken kann.....Palio schrieb:Meine Theorie ist, dass Juristen (ich bin übrigens keiner) eher Gesamtzusammenhänge, das große Ganze sehen und die Details darin problemlos einordnen können, während zum Beispiel Techniker eher auf Details fixiert sind, sich immer mehr und akribischer diesen zuwenden und sich gleichzeitig vom übergeordneten Ganzen, jedenfalls soweit es Lebenssachverhalte betrifft, entfernen. Da scheinen, vielleicht berufsbedingt, vielleicht auch persönlichkeitsbedingt, grundsätzlich verschiedene mentale Abläufe vorzuherrschen.
Alle Klebebänder sind gleich? Wenn du das so siehst, ist das dein Privatvergnügen. Und was du daraus folgerst ebenso. Aber geh uns damit nicht immer wieder auf die Nerven.Palio schrieb:Und hier noch die Brücke vom Klebeband (der bekanntlich Klingeldraht und Radiolötstelle verbindet) zum Schweißen:
Na. so mancher, auf den das alles und noch mehr, was hier oft aufgelistet wurde, passt, hat dann doch ein Alibi. Oder kommt bei Pfaffinger nicht vor.Spekulatius666 schrieb:Das gilt für alle anderen Dinge und Gegebenheiten auch
Du meinst so etwas Ausschließliches und Unwiederbringliches wie eine verwertbare DNA-Spur? In der Tat, so etwas gab es nicht. Es gab dann aber doch einen Sack voll Indizien, die in ihrer Gesamtheit nun mal nur auf eine einzige in Frage kommende Person, in der sich das alles vereinigt, nämlich Mazurek, verweisen und in dieser Häufung bzw. Zusammensetzung für niemand anderen in Betracht kommen. Wenn du jemanden weißt, auf den alles, was bisher aufgezählt wurde, einschließlich Motiv ganz genau so passt, wäre dir RA Rubach für einen entsprechenden Tipp sicher außerordentlich dankbar.Spekulatius666 schrieb:Kein einziger dieser Punkte deutet ausschließlich und unwiederbringlich auf m.
@robernd hat das sehr wohl bewiesen. Und zwar eindeutig und widerspruchsfrei. Und für alle nachlesbar.Andante schrieb:Auch @robernd hat bisher nicht bewiesen, dass das bei WM beschlagnahmte TK definitiv nicht für die Tat verwendet worden sein kann.
robernd schrieb:nicht eingezäunter Parkplatz einer Spedition
Alles klar, die Verbindung zum Schweißen bleibt dennoch bestehen.robernd schrieb:Am Lüftungssystem war Paketklebeband mit Fingerabdruck. Also 5 cm breit und braun. Am Draht war Isolierband. Also 1,2 cm und gelb. Und auf den Erpresserbriefen war Tesafilm. Also 1,2 cm und durchsichtig. Alles klar?
Jetzt tauchst du wieder in deinen Mikrokosmos ab. Du willst wieder darauf hinaus, dass es gar nicht genug bewiesen wurde, dass es das gleiche Klebeband war, stimmts?robernd schrieb:Selbst das gelbe Band am Radio und am Klingeldraht war laut Gutachten nicht nachweisbar gleich.
Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass es schlicht und ergreifend das gleiche Klebeband war und Mazurek den Umbau gemacht hat. Der war nämlich derjenige, auf den hier einfach alles zutrifft.Palio schrieb am 19.12.2020:Dann könnte nämlich zwar die Isolierung am Radio nach fachmännischer Arbeit am selbigen von einem - sagen wir mal - unbekannten Radio- und Fernsehmechaniker mit gelbem Klebeband durchgeführt worden sein, aber die Arbeit am Klingeldraht, die wäre vom Täter, einem "Nicht-Radio-und Fernsehmechaniker" mit ganz anderem gelbem Klebeband durchgeführt worden.
Dafür muss man nur Hinsehen wollen.Andante schrieb:Es gab dann aber doch einen Sack voll Indizien, die in ihrer Gesamtheit nun mal nur auf eine einzige in Frage kommende Person, in der sich das alles vereinigt, nämlich Mazurek, verweisen und in dieser Häufung bzw. Zusammensetzung für niemand anderen in Betracht kommen
Wenn man gesucht hätte, hätte man hunderte gefunden, auf die genau das auch zugetroffen hätte. Meine Meinung.Andante schrieb:die in ihrer Gesamtheit nun mal nur auf eine einzige in Frage kommende Person, in der sich das alles vereinigt, nämlich Mazurek, verweisen
Was genau war denn so individuell? Das Muster? Auch das Bettlaken war Massenware.Palio schrieb:einen Stoff mit individuellen Merkmalen