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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

2.454 Beiträge, Schlüsselwörter: FBI, Magier, Kinderpornografie

Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

14.08.2016 um 01:27
@Hammurapi
Das mag eine interessante Fragestellung sein, aber das Problem für Rouven wäre: der Gerichtssaal ist keine Bühne. Er wäre nicht derjenige, der die Fäden in der Hand hat, und daher vermute ich, dass jeglicher Versuch, die Jury mit Illusionen zu benebeln kläglich scheitern würde.

Im Gegenteil: Im Gerichtsaal wird die Jury nicht Jan Rouven, den Magier, erleben, sondern den ganz "ungeschminkten" Jan Füchtener, dessen private Lebensumstände von anderen Leuten, von Polizeibeamten und Ermittlern, sehr schonungslos offenbart werden, lange bevor Rouven zum ersten Mal das Wort ergreifen könnte.

Wie ich oben schon einmal geschrieben hatte, folgt eine Gerichtsverhandlung einer gewissen Choreographie, die hier sicherlich nicht von Vorteil für Rouven ist. Generell gilt erst einmal: die Hauptdarsteller sind die beiden (bzw. noch mehr) Anwälte: die Anklagevertreterin und der Verteidiger. Sie sprechen zu erst, sie machen den ersten Eindruck auf die Jury. Der Angeklagte sitzt, meist adrett angezogen, an dem grossen Tisch, flankiert von seinen Anwälten und hat erst einmal keinerlei Aufgabe als nett dreinzuschauen.

Natürlich interessiert die Jury sehr, wer denn dieser Angeklagte ist. Nur: diese Frage wird zunächst einmal von der Anklagevertretung beantwortet:

Da die Anklage die Schuld beweisen muss, hat sie auch das erste Wort. Sie muss darstellen, warum dieser Mensch überhaupt auf der "Anklagebank" sitzt. Und diese Gelegenheit nutzt sie natürlich, um der Jury einen ganz anderen Jan Rouven vorzustellen, als jenen, den seine Zuschauer vor der Bühne gewohnt sind.

Es wird um einen Rouven gehen, der, obwohl verheiratet, Tag und Nacht im Internet nach Pornos sucht. Einen Rouven, der sich besonders für "Tabu" Themen, Codesprech für Kinderpornos interessiert. Es wird um Videos gehen, die eine sehr eindeutige und wohl recht abstossende Sprache sprechen. Und so weiter.

Der strahlende Magier, der auf der Bühne die Zuschauer, besonders auch Kinder, in den Bann schlug und sie begeisterte, der wird im Gerichtsaal erst einmal ganz furchtbar alt aussehen.

Vermutlich mehrere Tage lang wird die Jury ein hässliches Bild zu sehen bekommen.

Dann hat der Angeklagte die Chance, das zu korrigieren: aber: auch hier ist nicht er im Mittelpunkt, sondern seine Verteidiger.

Diese sollen versuchen, das Bild wieder geradezurücken, aber sie dürfen dazu natürlich auch nur Tatsachen verwenden. Was sie sagen müssen sie auch beweisen.

Ob Rouven überhaupt einmal zu Wort kommen wird ist noch sehr fraglich. Er hat zwar das Recht dazu, aber in sehr vielen Fällen ist es weitaus ratsamer für den Angeklagten, sich nicht zur Sache zu äussern. Denn man darf nicht vergessen: in dem Moment, in dem der Angeklagte den Zeugenstand betritt, ist er auch den Fragen der Anklagevertretung ausgesetzt. Man nennt das "cross examination," "Kreuzverhör."

Zuerst darf der eigene Verteidiger Fragen stellen, danach aber darf es die Anklagevertretung. Und viele Angeklagte bieten in dem Moment so ein trauriges Bild, dass sie sich um Kopf und Kragen reden.

Klar ist daher: nicht Rouven ist Regisseur. Die Regie haben ganz andere hier, und daher wäre es eine Herkulesarbeit, eine magische Illusion herzustellen, in der Rouven gegen den Anschein der Beweise als der strahlende Unschuldige und tragische Held erscheint.

Unmöglich ist es nicht. Johnnie Cochran war ein Meister der Illusion im Gerichtssaal und hat O.J. Simpson auf diese Weise vor einer Verurteilung bewahrt.

Aber Johnnie Cochran ist tot.


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14.08.2016 um 01:56
@Rick_Blaine
Genau auf O.J. Simpson zielte meine Frage. Gewöhnlich spielt sich das Spiel so ab, wie du schreibst. Aber was, wenn Jan Rouven die Möglichkeiten wohl kalkuliert nutzt, um sich selbst in den Prozess einzubringen und den Fragen der Verteidigung und Anklage auf eine psychologisch geschickte Weise zu begegnen? Die Regie hat er hier zwar nicht, aber die Möglichkeit eines kalkulierten Auftrittes, den er nach den ihm zur Verfügung stehenden Kräften zu seinem Vorteil nutzen könnte.


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

14.08.2016 um 02:11
Ich will das, wenn Ihr erlaubt, hier noch ein wenig fortführen, da ich das sowieso ansprechen wollte, wenn wir endlich mit dem Prozess beginnen.

Wie sieht eine erfolgreiche Verteidigung aus? Der Gerichtssaal ist sicherlich so etwas wie eine Bühne, und wir haben eine ganze Reihe Schauspieler hier, die alle eine "Rolle" spielen, der eine besser als die andere, und der eine ist mehr Primadonna, die andere mehr Statistin.

Da ist der Richter. Er sitzt ganz oben in der Mitte, hat als einziger ein "Kostüm" an (in den USA trägt nur ein Richter eine Robe als Zeichen seines Amtes, anders als in Europa, wo auch die Anwälte Roben tragen). Er ist der Boss, aber er spielt nicht die Hauptrolle. Manchmal scheint es, als weiss er das nicht, und dann wird die Sache kompliziert. Im Simpson Prozess zum Beispiel bekam man schnell den Eindruck, dass Richter Ito sich sehr gerne im Fernsehen bewunderte, aber seine Entscheidungen waren meist grottenschlecht.

Die Richterin im Rouven Fall gilt als recht kompetent, sie ist die vorsitzende Richterin des gesamten Gerichts, was zwar nicht allzuviel heisst, aber doch deutlich macht, dass sie keine Anfängerin ist. Und vor allem: dieser Prozess ist kein Prominentenprozess, hier steht kein Simpson, keine Casey Anthony, keine Judi Arias vor Gericht. 99% der Amerikaner haben noch nie von Rouven gehört und interessieren sich auch nicht für ihn. Dementsprechend bietet der Prozess bisher keine nationale Bühne auf der sich eine Richterin profilieren könnte.

Ausserdem ist es ein Bundesgericht. Bundesrichter werden nicht gewählt, sondern ernannt. Die Richterin braucht sich also auch bei keinen Wählern einzuschleimen. Sie hat ihren Posten bereits auf Lebenszeit.

Genauso die Anklagevertretung: Während Staatsanwälte gewählt werden, werden Bundesanwälte ernannt. Allerdings wird der Prozess nicht vom Chef durchgeführt, sondern von angestellten Bundesanwälten. Und die träumen eventuell davon, eines Tages Richter zu sein, oder den Chefposten zu besetzen, oder Politiker zu werden. Ein gewonnener Prozess gegen ein kinderschändendes Monster sieht sicher gut aus. Da muss man also immer auch nach der Motivation der Ankläger schauen.

Die Jury: Gegen lächerliche $ 40 am Tag müssen sie nun hier 6-7 Stunden am Tag im Gericht sitzen, ohne etwas sagen zu dürfen. Sie haben keinen Einfluss darauf, wie der Prozess verläuft, dürfen keine Fragen stellen, verstehen oft nicht, was die technischen Sachverständigen stundenlang vor sich hin erklären, und langweilen sich zu Tode. Um so mehr schauen sie gerne nach dem, was nicht offiziell vor ihnen ausgebreitet wird: wie schaut der Angeklagte heute aus? Wer ist sonst noch so im Gericht? Ist die Staatsanwältin hübsch? Hat sie heute schon wieder ein Kostüm an, das sie erst vor zwei Tagen trug? Ist der Verteidiger verheiratet? Ist er etwa schwul? Und so weiter. Dinge, die der Jury durch den Kopf gehen, die natürlich nichts mit dem Prozess zu tun haben. Aber: die Gedanken sind frei.

Die Verteidiger: sie sind die Hauptdarsteller. Der Gerichtssaal ist ihre Bühne. Manche nehmen das zu wörtlich, vergessen, dass es um ihren Mandanten geht. Ein Prozess ist die Gelegenheit ihr Ego herauszustellen: der Pferdeschwanz wird ihr Markenzeichen, der schreiend hässliche Anzug ihr Aushängeschild: seht, ich bin der edle Ritter gegen das Establishment. Ich bin so schrecklich cool, ich kann mir alles erlauben, selbst ein Verbrechen gegen jedes Fashion-Gesetz.

Manche können das recht gut. Ron Kubys Pferdeschwanz wurde ein Markenzeichen. Aber auch nur deshalb, weil es zu seinen Mandanten passte: den linken Revoluzzern, die das Establishment verabscheuten. Die grössten auf dem Gebiet, Johnnie Cochran, Alan Dershovitz, usw. sahen im Gericht immer geschniegelt aus. Sie wussten: Äusserlichkeiten sind Humbug.

Was also ist das Geheimnis einer erfolgreichen Verteidigung? Eines, was ich gelernt habe, u.a. von Johnnie Cochran, ist, dass man eine Geschichte erzählen muss. Es ist nicht genug, die Jury mit Tonnen von technischen Informationen zu bombardieren. Die IP Adresse hier, der bittorrent da... damit schläfert man die Jury schnell erfolgreich ein.

Die Jury will wissen und soll wissen: Was ist die Geschichte dieses Angeklagten? Was macht ihn besonders? Und vor allem: wo haben er und ich etwas gemeinsam?

Die Anklage wird eine Geschichte erzählen: Hier haben wir den eitlen Geck, der sich jeden Abend auf der Bühne anhimmeln lässt, der vor allem die Verehrung von kleinen Jungen geniesst, der dann zu Hause sich sofort hinter seinen Computer verzieht und Sexvideos mit minderjährigen Jungen reinzieht, die ihn so anregen, dass er online auch versucht, real solche Erlebnisse zu finden. Ein ekliger, widerlicher Mensch, mit dem du, der Juror, nichts gemeinsam hast! Ein Mensch, vor dem du deine eigenen Kinder schützen musst.

Was wird nun die Verteidigung erzählen?

Johnnie Cochran war ein Meister darin, die Geschichte auch gerne mal weg von der Realität zu drehen, wenn es dafür eine Grundlage gab: Er machte O.J. Simpson zum Opfer des latenten amerikanischen Rassismus und der abgrundtief bösen Polizei. Die böse weisse Gesellschaft hasste den schwarzen Emporkömmling, und wollte ihn unter die Räder bringen, genau wie es jedem schwarzen Jurymitglied jeden Tag so geht.

Die Geschichte hatte nichts mit der Realität zu tun, aber sie überzeugte! In Wirklichkeit hatte O.J. Simpson nichts gemein mit dem schwarzen Jurymitglied. Er lebte im teuersten Reichenviertel der Gegend, hatte nur weisse Nachbarn. Er hatte Millionen. Er hatte eine weisse Frau, die aussah wie ein Topmodel. Er hatte Ruhm und Ehre auf dem Sportplatz erreicht, sein Name war überall bekannt. Und als die Traumfrau sich von ihm lossagte, rastete er aus, weil er mit Ablehnung nicht zurecht kam.

Die Story hat die Jury nie gehört. Sie hörte: Da ist ein mediocrer weisser Polizist, der auch mal einen Schwarzen als "Nigger" bezeichnete. Der frustriert war, wenn ein Schwarzer in der Gesellschaft erfolgreich war. Der Angst hatte, Schwarze nehmen ihm seinen Platz in der Gesellschaft weg. Der deswegen den unschuldigen Simpson mit getürkten Beweisen verfolgte.

Cochran spann die Geschichte meisterhaft. Er hat nie gelogen! Er nutzte die wenigen vorhandenen Zweifel an den Beweismaterialien nur hervorragend aus. Ihm gelang das, weil er monatelang immer die gleiche Geschichte präsentierte: von Anfang an nahm er die Jury mit: Die Geschichte von OJ kann jedem von Euch passieren. Es geht gar nicht um OJ, es geht um Dich, schwarzer Juror, um Deine Familie, Deine Söhne...

You must acquit.

Langer Rede kurzer Sinn: Ja, es geht für Rouven nun darum, eine Geschichte für die Jury zu präsentieren, in der er menschlich wird, in der Berührungspunkte zum Leben des Jurors aufzeigt, in der er Sympathie erweckt. Und die dennoch auf Tatsachen gegründet sein muss. Und die konsequent immer wieder erzählt werden muss.

Dann hat seine Verteidigung eine Chance.

Ob sein Leben und die Umstände der Tat so eine Geschichte hergeben, und ob er und vor allem seine Verteidiger sie glaubwürdig erzählen können, das wird sich zeigen.


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14.08.2016 um 02:33
@Rick_Blaine

Danke dafür....


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14.08.2016 um 03:17
@Rick_Blaine
Danke, das überzeugt mich und beantwortet meine Frage hervorragend.


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

14.08.2016 um 09:42
Hammurapi schrieb:Aber was, wenn Jan Rouven die Möglichkeiten wohl kalkuliert nutzt, um sich selbst in den Prozess einzubringen und den Fragen der Verteidigung und Anklage auf eine psychologisch geschickte Weise zu begegnen?
Ihr scheint eins zu vergessen, JR ist Illusionist und kein Mentalmagier. Auch wenn ich ihm ein gewisses Grundwissen zusprechen würde, liegt sein Fokus ganz klar auf Illusionen mit Hilfe von Zauberapparaten.


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14.08.2016 um 12:28
Ein bisschen klingt die Geschichte, die erzählt werden soll, ja schon an:

Der junge nette Jan, der nach Amerika kam, um seinen Traum zu verwirklichen (America: Land of Opportunity), aber auf dem Boden geblieben ist (sympathisch), ein gutmütiger Junge, dessen Gastfreundschaft und Bereitschaft zum Teilen (sehr sympathisch) maßlos ausgenutzt wurde (wer kennt das nicht?), der zwar Computer nutzt (wie alle), aber letztendlich keine Ahnung hat wie sie funktionieren (wie fast alle) und deshalb ein perfektes Opfer für allerlei krumme Dinge wie Identitätsdiebstahl darstellt (wer hat davon nicht schon gehört und Angst davor?).

Jetzt muss die Verteidigung nur noch Hinweise finden, die diese Geschichte unterstützen.

Die Schwierigkeit, die ich sehe ist: letztlich ist das eine 08/15-Anklage, eigentlich Routine, wenn Jan Rouven nicht auf "not guilty" plädiert hätte. Nun muss die Verteidigung Alternativ-Szenarien entwickeln, und dann abklären, ob die mit den Funden zusammen passen. Ohne zu wissen, ob es überhaupt Alternativ-Szenarien gibt.

Was ist, wenn der Angeklagte seine Verteidiger anlügt, und es gar keine entlastende Hinweise gibt?
Mal sehen wie es weitergeht, aber das dauernde Verschieben des Prozess-Termins und der Wechsel eines der Verteidiger klingen erstmal nicht so gut.

Noch was zu der Illusionisten-Metapher: die ist natürlich auch gefundenes Fressen für die Anklage: hinter dem strahlenden Schein ist ein schnöder Trick. Hinter der Fassade ist alles anders und, wenn man so will, sind das ein Haufen Lügen, die die Illusion erzeugen sollen. Illusionisten machen Lügen und Hinters-Licht-führen zum Beruf, zu ihrem Leben. Und die Lügen, die sich hinter dem strahlenden Bühnen-Menschen Jan Rouven verbergen, sehen wir jetzt hier im Gerichtssaal.


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

15.08.2016 um 08:20
@yasumi
Sehr richtig. Ich empfinde es im Moment auch viel einfacher, eine schlüssige "Geschichte" aus Sicht der Anklage zu erzählen, als aus Sicht der Verteidigung.

Wenn ich oben von "Geschichte erzählen" sprach, meine ich freilich nicht, einfach im Plädoyer eine Geschichte zu erzählen und dann zu hoffen, dass die Jury mir glaubt. Der Begriff "tell a story" ist sozusagen ein Fachterminus unter Strafverteidigern und meint, dass die gesamte Beweisführung eine schlüssige, zusammenhängende Geschichte ergeben muss, welcher die Jury ohne grosse Verrenkungen folgen kann. Am besten ist die Beweisführung dann auch noch wie eine wirkliche Erzählung aufgebaut, also mit einem gewissen Spannungsbogen ,damit man die Jury nicht auf dem Weg "verliert."

Nicht viele Verteidiger sind wirklich Meister in dieser Kunst. Viele meinen, es reicht einen Haufen zusammenhangloser Indizien der Jury vorzuwerfen und zu hoffen, dass diese dann von selbst einen roten Faden findet.


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15.08.2016 um 09:37
Wenn ich mir die letzten Ausführungen von @Rick_Blaine so ansehe, dann werden für mich doch viele der Klischees vom Amerikanischen Rechtssystem bestätigt.
Auch wenn es dann in der Praxis dennoch vernünftige Urteile gibt.

Und manchmal habe ich das Gefühl dass in den USA ständig irgendein Wahlkampf laufen muss.
Der Präsident, der Gouverneur, der Major, der Staatsanwalt ... noch mehr?
Abgesehen davon, dass Wahlen wohl nicht immer das beste Ergebnis bringen, was ein anderes Thema ist, sehe ich die Wahl eines Staatsanwaltes eher kritisch.
Das gemeine Volk ist in der Mehrheit doch meist für harte Strafen. Was dann halt nicht immer mit dem Recht in Einklang zu bringen ist.


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15.08.2016 um 10:54
Rick_Blaine schrieb:Wenn ich oben von "Geschichte erzählen" sprach, meine ich freilich nicht, einfach im Plädoyer eine Geschichte zu erzählen und dann zu hoffen, dass die Jury mir glaubt.
Ah ok, dann hab ich etwas zu einfach gedacht. ;-)
Rick_Blaine schrieb:Klar ist daher: nicht Rouven ist Regisseur. Die Regie haben ganz andere hier
Mag das vielleicht der Grund sein, warum seine Verteidiger eher "zweitklassig" sind? Er will vielleicht die Zügel nicht aus der Hand geben.

Vielleicht glaubt er ja wirklich, ein bisschen Verwirrung - wie bei ihm auf der Bühne - würde ausreichen, um eine Jury von seiner Unschuld zu überzeugen.

Zumindest erscheint es mir als Widerspruch, dass er einerseits auf "unschuldig" plädiert, andererseits offenbar nicht all zu viel Ressourcen bereitstellen will (z.B. für ein weiteres Gutachten), um diese Behauptung auch untermauern zu können. Mich wundert etwas, dass das seine Anwälte mitmachen.


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15.08.2016 um 11:07
@yasumi
Keine Ahnung, ich kenne ich nicht. Es wäre allerdings fatal, wenn es so wäre. Ich habe auch manchmal Mandanten, die glauben, sie könnten in das case management hineinpfuschen. Aber ich sage ihnen dann recht schnell: es kann hier nur einer am Steuer sitzen, Sie oder ich. Natürlich hat der Mandant das Recht, grundsätzlich zu bestimmen, wo es lang gehen soll, aber wie ich dann die Verteidigung aufziehe, muss er mir überlassen. Das ist wie im Krankenhaus: der Patient kann bestimmen, ob ich seinen Tumor operativ entferne oder nicht, aber wenn er den Auftrag gibt, kann er dem Chirurgen nicht noch sagen, wie und wo er das Messer anzusetzen hat.

Ich hoffe, Rouven hat erkannt, in was für einer Lage er sich nun befindet. Jetzt an irgendetwas zu sparen wäre idiotisch.


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15.08.2016 um 11:44
Ich weiss nicht, wie JR im moment ist und wirkt. Ich hatte damals eines seiner auswanderdoku auf VOX gesehen und der hat auf mich wie ein kleiner Junge gewirkt. Sein Ehemann hat scheinbar das Sagen und ist vielleicht auch sein Vater in der Beziehung. Nun weiss ich, dass das Fernsehen viel zusammenschneidet und auch bewusst solche Eindrücke schafft, trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass er im Gefängnis sitzt und sich gar keine Gedanken macht.
Aber wie geschrieben, das ist nur ein Eindruck, der fern jeglicher Wahrheit sein kann.


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15.08.2016 um 11:49
Womit wir wieder bei der extrem merkwürdigen Rolle des Ehemanns wären...

Von dem sieht und hört man nichts.


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15.08.2016 um 11:51
Der Ehemann hat sich, wenn ich mich richtig erinnere, als Manager mehrerer Magier dar- und vorgestellt. Der hat Häuser besichtigt, war in der Werkstatt für Magier und hat sonst schlaue Sachen von sich gegeben, während JR nur grinsend daneben stand.


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15.08.2016 um 11:52
Ich glaube, der Ehemann "ist raus"... Der Goldesel sitzt im Knast und spuckt keine Dukaten mehr, außerdem möchte er wahrscheinlich so wenig wie möglich mit der ganzen Sache zu tun haben...


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aero
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15.08.2016 um 11:54
@Rick_Blaine
Rick_Blaine schrieb:Womit wir wieder bei der extrem merkwürdigen Rolle des Ehemanns wären...

Von dem sieht und hört man nichts.
So wie es FA beschreibt erging es ihm genauso wenn JR "mal" zu hause war.

Aber ich will hier jetzt auch nicht über das verhalten des ehemannes sinnieren.

Ich wurde hier auch schon angemahnt die rolle von JR´s ehemann, damals und jetzt, in frage zu stellen.


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15.08.2016 um 11:56
Ja, die Regeln erlauben keine ausufernde Diskussion über den Ehemann. Aber wir sind da wohl alle auf der gleichen Linie.


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15.08.2016 um 11:56
d.b.cooper schrieb:Und manchmal habe ich das Gefühl dass in den USA ständig irgendein Wahlkampf laufen muss.
Der Präsident, der Gouverneur, der Major, der Staatsanwalt ... noch mehr?
Abgesehen davon, dass Wahlen wohl nicht immer das beste Ergebnis bringen, was ein anderes Thema ist, sehe ich die Wahl eines Staatsanwaltes eher kritisch.
Das gemeine Volk ist in der Mehrheit doch meist für harte Strafen. Was dann halt nicht immer mit dem Recht in Einklang zu bringen ist.
Man kann das aber auch anders auflösen: weil die Staatsanwälte sich anders als bei uns häufiger in einer "Wahlkampf-Situation" befinden, wollen sie auch viel eher "Sieger" sein. Deshalb werden sie vielleicht vor allem Fälle zur Anklage bringen, bei denen sie glauben, auch wirklich gewinnen zu können. Andere, uneindeutigere Fälle, werden so vielleicht erst gar nicht zur Anklage gebracht.

Momentan gefällt mir das amerikanische Rechtssystem - soweit wir es hier dargestellt bekommen - recht gut. Der interessanteste Aspekt ist für mich die Jury, und dass alle Beteiligten sich um sie bemühen müssen. Nicht nur die Anwälte und Staatsanwaltschaft während eines Prozesses, sondern das ganze Rechtssystem. Denn jeder kann Juror werden, und deshalb muss - viel mehr als bei uns - ein Verständnis dafür in der Bevölkerung geschaffen und dafür geworben werden. Ich erklär mir die breite Verankerung des Rechtssystems in der amerikanischen Populärkultur (Anwaltsserien, Reality-TV-Formate) mit diesem Umstand. Ich finde das gut. Bei uns herrscht ja eher eine allgemeine Unkenntnis dem Thema gegenüber.


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aero
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15.08.2016 um 12:03
@Rick_Blaine
Rick_Blaine schrieb:Ja, die Regeln erlauben keine ausufernde Diskussion über den Ehemann. Aber wir sind da wohl alle auf der gleichen Linie.
Im großen und ganzen empfinde das verhalten von FA nicht so verkehrt.

Ja, ich habe am anfang auch kritisch hinterfragt über die rolle des FA und seinen angaben.

Doch inzwischen hat die unschuldsvermutung bei seiner person in meinem denken mehr gewicht als die bei JR.



Edit.

Das die beziehung beider nur eine auf dem papier eine war ist unserem denken wohl auch ähnlich.


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15.08.2016 um 12:10
Der Ehemann hat vor allem den Fehler gemacht, bei der Vernehmung etwas zu sagen. Nun kursieren ein paar unvorteilhafte Halbsätze, die unser Bild von ihm formen.


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