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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

2.454 Beiträge, Schlüsselwörter: FBI, Magier, Kinderpornografie

Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

15.08.2016 um 12:12
@yasumi
Dem Obigen kann man nur zustimmen. Ich fand es in Deutschland auch immer merkwürdig, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung noch nie einen Gerichtssaal von innen gesehen hat noch weiss, was darin eigentlich vorgeht. Ich habe selbst Jurastudenten im 1. Semester getroffen, die keinerlei Ahnung hatten. In der Schule kam das auch nie vor. Nur selten sah man mal eine Schulklasse bei einer Gerichtsverhandlung.

Inzwischen ist das Interesse der Leute zwar gefühlt grösser, aber nicht unbedingt das Wissen. Im Gegenteil, gerade hier auf allmy sieht man immer wieder, dass amerikanische Prinzipien zitiert werden, aber auf deutsche Fälle angewandt. Man kennt sich durch das Fernsehen besser im amerikanischen Recht aus als im deutschen.

Die Protagonisten des Systems sind meist ganz unbekannt. Unter einem Richter kann man sich meist noch etwas vorstellen, aber wenn es um einen Staatsanwalt geht, wissen die meisten Leute kaum, was der eigentlich macht. Wenn, dann denken sie wieder an einen amerikanischen.

Und die Justiz ist da gar nicht so traurig drüber. Man kann still und leise Karriere machen ohne dass die Bevölkerung von einem Notiz nimmt. Und wenn, dann hat sie eh nichts zu sagen.

In den USA ist das schon ein wenig anders. Ich will nicht behaupten sehr viel anders, denn die Leute interessieren sich in der Regel schon mehr dafür, wer als Sheriff zur Wahl steht, als für die Kandidaten zum Richter oder Staatsanwalt, aber man hat hier doch eher ein Gefühl dafür, was diese so tun. Es gibt ein grösseres Interesse, was wir z.B. auch an den weitaus höheren Zahlen für Interessenten an einem Jurastudium merken. In vielen Schulen gibt es Wahlfächer Justizwesen/Jura, in welchen bereits interessierte high school Schüler einen Einblick ins System bekommen.

Ich bin da ziemlich involviert, daher kenne ich das ganz gut. Es gibt sogar Wettbewerbe auf high school Ebene, in welchen Teams von Schüler-Juristen gegeneinander Fälle vor "Gericht" vertreten müssen (ein Team als Staatsanwälte, ein Team als Verteidiger). Ich war vor ein paar Monaten Richter in so einem "Mock Trial" und war beeindruckt, wie gut die kids waren.

Und sobald man dann 18 ist gibt es das Jury Duty. Zwar unbeliebt, aber man kann ihm kaum entkommen. Spätestens dann sieht man natürlich hautnah, wie das System arbeitet.

Wie gesagt, wir sind weit weg von einem idealen System. Es ist anders als das deutsche oder österreichische. Aber es ist weitaus besser als sein Ruf.

Zum Ehemann sollten wir vermutlich wirklich nicht weiter etwas sagen. Man wird sehen, wie das Verhältnis der beiden weitergeht.


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15.08.2016 um 12:31
@Rick_Blaine
Rick_Blaine schrieb:Ich hoffe, Rouven hat erkannt, in was für einer Lage er sich nun befindet. Jetzt an irgendetwas zu sparen wäre idiotisch.
Dieser Punkt ist für mich am schwersten verständlich. Wenn ich aus meinem Freiheitsleben in Handschellen abgeführt und in ein Untersuchungsgefängnis verfrachtet und somit von 100 auf 3 runtergebremst werde, dann brennt doch im Kopf der Baum. Lichterloh! Also wie könnte man denn bei einer so dramatischen Reduktion der gesamten Lebensumstände in Kombination mit der bedrohlichen Perspektive, dass diese Zustände hautnah noch viele Jahre andauern könnten, wie könnte man dabei noch eine naive Lageeinschätzung vornehmen? Das ganze bisherige Leben ist kaputt, Schluß mit Ruhm, Parties, Drogen, Freiheit.

Ich könnte mir absolut nicht vorstellen, dass ein Mensch in einer solchen Situation nach dem ersten Schock nicht messerscharf und ohne Illusionen darüber nachdenkt, wie er da wieder rauskommt oder wenigstens bei innerem Schuldeingeständnis versucht, die Konsequenzen abzumildern, glimpflich davonzukommen oder den Schaden irgendwie einzugrenzen. Krass gesagt, ich würde lieber mein ganzes Vermögen einem renommierten Anwaltsteam in den Rachen werfen, denn im Knast nutzen mir die angehäuften Dollars nichts mehr. Alles auf eine Karte, Hauptsache, die besten Profis boxen mich da hoffentlich raus!

Diese Einstellung mochte vielleicht noch nicht in den ersten Tagen der Umgewöhnung ("Das ist wohl alles nur ein schlechter Scherz!") vorherrschen, aber inzwischen dürfte auch JR auch seine optimistischsten Gedanken entzaubert haben.


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

15.08.2016 um 12:35
@Hammurapi
Ich würde es so machen, aber wer weiss schon, was bei anderen durch den Kopf geht. Es gibt auch Leute, die komplett die Realität ausblenden. Leute, die hilflos um nicht zu sagen kopflos sind und sich nur auf andere verlassen.

Wir wissen nicht, was hinter den Kulissen im Team Rouven so vor sich geht. Wir werden aber das Ergebnis bald sehen.


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15.08.2016 um 12:50
Vielleicht würde Rouven ja alle monetären Mittel einsetzen, um wieder freizukommen. Aber er kann nicht...?! Er wird über das verdiente Geld ja nicht alleine zu entscheiden haben, sondern Frank Alfter oder die Firma, die dahinter steht?!

Und dann gehen die Interessen natürlich auseinander. Wieso sollte Herr Alfter die gesamte Kohle "verballern", wenn die Wahrscheinlichkeit, dass dies zum gewünschten Ergebnis führt, sehr gering erscheint?! Für IHN geht das Leben draußen ja weiter. Wenngleich auch anders als bislang. Denke schon, dass er da in einer Zwickmühle ist.

Man mag von außen betrachtet über ihn ja auch denken was man will - immerhin scheint er Kontakt zur Familie Füchtener zu halten.


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15.08.2016 um 14:45
Hammurapi schrieb:Krass gesagt, ich würde lieber mein ganzes Vermögen einem renommierten Anwaltsteam in den Rachen werfen, denn im Knast nutzen mir die angehäuften Dollars nichts mehr. Alles auf eine Karte, Hauptsache, die besten Profis boxen mich da hoffentlich raus!
Kommt ganz auf die Rücklagen an, denn da kann auch mal schnell das Geld knapp werden.
kerpener1974 schrieb:Vielleicht würde Rouven ja alle monetären Mittel einsetzen, um wieder freizukommen. Aber er kann nicht...?! Er wird über das verdiente Geld ja nicht alleine zu entscheiden haben, sondern Frank Alfter oder die Firma, die dahinter steht?!
So sieht´s wahrscheinlich aus.
grizzlyhai schrieb:Der Ehemann hat sich, wenn ich mich richtig erinnere, als Manager mehrerer Magier dar- und vorgestellt.
Eine kleine Anmerkung dazu sei mir erlaubt. FA war früher Mitglied eines Magierduo´s und kennt sich schon ein wenig in der Materie aus und vertrat zumindest vor einigen Jahren auch noch ander Künstler.


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15.08.2016 um 14:57
@kerpener1974
@oliver0815

Das könnte also auch bedeuten, dass sich JR unter Umständen gar keinen besseren Anwalt leisten kann, weil seine Kohle von FA verwaltet wird und dieser sich dagegen sperrt, einen hochklassigeren Anwalt zu beauftragen? Das wäre natürlich ein fettes Ding!


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

15.08.2016 um 15:25
@Hammurapi
Aber würde dann nicht die Familie von JR einspringen und dafür sorgen, dass FA mehr Geld locker macht? Immerhin sind sie
a) verheiratet und
b) dürfte das meiste Geld ja von den Auftritten von JR stammen...?


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

15.08.2016 um 15:32
Ich finde es etwas unfair, wie hier über den Ehemann gesprochen wird. Wäre er eine Ehefrau, dann würden die meisten es als "normal", "selbstverständlich" oder "natürlich" empfinden, wenn sie sich von ihrem Mann, über dem so ein Verdacht schwebt, soweit wie möglich distanzierte. Selbst wenn sich die Frau scheiden lassen wollte, was die finanzielle Situation des Angeklagten verschlechtern würde, wäre das für viele nachvollziehbar. Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass Ehen und Beziehungen bei einem solchen Vorwurf zerbrechen.

Zum anderen wissen wir gar nicht, wie die finanzielle Situation der Beiden ist. So wie ich es verstanden habe, bekommen die Produzenten solcher Shows einen festen Betrag, mit dem sie dann für eine bestimmte Laufzeit die Show auf die Beine stellen. Nun ist der Vertrag vorzeitig ausgelaufen, und es ist wahrscheinlich, dass das Tropicana einen Teil des Geldes wieder zurück haben will. Gut möglich also, dass ihre Finanzen angespannter sind, als wir vermuten.


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

16.08.2016 um 06:41
Nun, ich denke es ist müssig, darüber zu spekulieren. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe und immer wieder neu mache, dass die Ehefrauen meiner Mandanten zu ihren Männern halten, egal was kommen mag. Ich bin immer wieder sehr beeindruckt davon, dass viele das "in guten wie in schlechten Tagen" sehr ernst nehmen. Ich selbst definiere eine Ehe auch so.

Vor vielen Jahren gab es mal einen Angeklagten, der ganze zwei Jahre in Untersuchungshaft sitzen musste, angeklagt des Mordes. Er hatte allerdings Glück, denn er war nicht gerade unvermögend. Er verkaufte sein Anwesen für $ 7 Millionen um einen der besten Anwälte New Yorks bezahlen zu können.

Mit Erfolg. Er wurde freigesprochen. Er hatte nun zwar kein Anwesen mehr und musste in eine kleine Wohnung ziehen, aber er war frei.

Ich war in dem Fall drin (nein, ich war nicht der Anwalt, der die $ 7 Millionen bekam, schön wär's) und muss sagen: er hat sich die Freiheit zwar nicht "erkauft," aber die Jury von seiner Unschuld zu überzeugen bei vielen Indizien, die man so oder so hätte auslegen können: das hätte nicht jeder Kollege geschafft. Das Geld war sicherlich sehr gut investiert.

Wenn man das Geld hat, ist es vermutlich nicht falsch, es in seine Verteidigung zu investieren. Nicht jeder teure Anwalt ist gut, aber ich vermute mal jeder gute Anwalt teuer.

Ach ja, bevor das zu Missverständnissen führt: es geht natürlich nicht nur um einen Anwalt. Hinter den Kosten der Verteidigung steckt ja in solchen Fällen eine ganze Armee: mehrere Anwälte und vor allem die extrem teuren Gutachter, die, auf die Arbeitszeit gerechnet, meist erheblich mehr verdienen als die Anwälte. Der "lead attorney," der, welcher die grosse Summe kassiert, bezahlt dann aus dieser all die anderen.


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16.08.2016 um 07:56
Werden die Anwälte in den USA nach Streitwert bezahlt ? Ich weiß gar nich, ob das in Deutschland auch immer so ist.


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16.08.2016 um 09:23
Nein, vom Streitwert spricht man auch in Deutschland oder Österreich auch nur im Zivilverfahren. Allerdings gibt es nach dem neuen RVG in Deutschland Rahmengebühren.

In den USA gibt es das nicht. Man handelt das Honorar mit seinem Anwalt frei aus. Der Anwalt darf allerdings kein Honorar nehmen, das offensichtlich gegen die guten Sitten verstösst, z.B. $ 100,000.00 für einen 3-minütigen Auftritt vor Gericht berechnen. Das kann ihn seine Zulassung kosten.

In den USA gibt es drei verschiedene Systeme ein Honorar zu errechnen:

1) Stundenbasis: Das ist das klassische Modell. Der Anwalt und sein Mandant vereinbaren einen festen Stundensatz, zum Beispiel $ 300 pro Stunde, und die gesamte Arbeitszeit wird dann im 10-Minuten-Takt abgerechnet. Man kann dabei noch variieren, z.B. die Stunde im Gericht höher berechnen als die Stunde in der Kanzlei usw.

Dieses Modell ist aber zunehmend im Auslaufen begriffen, da der Mandant - und oft genug auch der Anwalt - schlecht einschätzen können, wieviel Arbeit notwendig sein wird.

2) Pauschalbetrag: Dies setzt sich immer mehr durch. Mandant und Anwalt vereinbaren am Beginn der Vertretung einen Pauschalbetrag, egal wie lange der Anwalt an dem Fall arbeiten wird und mit welchem Aufwand. Der Anwalt versucht aus Erfahrung vorher halbwegs realistisch einzuschätzen, wieviel der Fall ungefähr einbringen sollte und wieviel Arbeit er machen wird. So kann man z.B. in einem Fall wie diesem hier sagen: $ 100,000.00 für die Vertretung bis zum Urteil.

3) Kontingenthonorare: Diese sind in Strafverfahren nicht erlaubt, sind aber in Zivilverfahren typisch: Der Anwalt und der Mandant vereinbaren, dass nur im Erfolgsfall Gebühren erhoben werden, und zwar normalerweise ein Prozentsatz des erreichten Geldwerts, meist 25-30%. Geht es also um einen Schadenersatzfall bei dem am Ende dem Mandanten $ 10,000.00 zugesprochen werden, und es waren 25% vereinbart, erhält der Anwalt $ 2,500.00. Verliert er den Fall und der Mandant bekommt nichts, erhält auch der Anwalt keine Vergütung.

Durch dieses Modell können auch Leute, die sich keinen Anwalt leisten können, von einem Anwalt vertreten werden, da sie keinerlei Vorkasse leisten müssen. Im Strafverfahren ist das aber nicht erlaubt.

Dann gibt es natürlich auch noch die vom Gericht bestellten Pflichtverteidiger. Wenn diese nicht fest angestellt sind, z.B. bei einem öffentlichen Träger, dann sind das ziemlich arme Wichte, denn die Vergütung ist lächerlich. Oft erhalten diese nur um die $ 80 pro Stunde. Soviel zahle ich meinen Paralegals.

Zu den genannten Honoraren kommen in den meisten Fällen noch Kosten, die erheblich sein können. Ein typischer Gutachter verlangt oft $ 3000-4000 für einen Auftritt von 20 Minuten im Gericht. Ein technisches Gutachten in einem Labor kann leicht $ 60,000 kosten. Diese Kosten muss der Mandant zusätzlich zu dem Anwaltshonorar tragen.

Im Strafverfahren kann es auch sein, dass der Mandant zwar sich einen privaten, also selbst bezahlten Anwalt, leisten kann, aber dann einen Antrag stellt, dass das Gericht die Gutachten bezahlt etc., weil er sich diese nicht leisten kann.

Der grösste Teil der Angeklagten in Strafprozessen wird von Pflichtverteidigern verteidigt. Die allerwenigsten können sich die Handvoll teurer Staranwälte leisten, die es gibt. Das ist in Deutschland auch nicht unbedingt anders. Einen Steffen Ufer z.B. kann sich auch nur leisten, wer Kohle hat, denn auch die deutschen Anwälte haben einen weit gesteckten Gebührenrahmen.

Allerdings muss man bei dem Thema auch beachten, dass die Verteidigung in einem Fall wie diesem hier ein erheblicher Arbeitsaufwand ist. Ein Rechtsanwalt kann gut ein halbes Jahr oder mehr mit nichts anderem beschäftigt sein. Das bedeutet dann, dass das Einkommen aus diesem einen Fall für alle Kosten des Anwalts aufkommen muss, also Personal, Kanzlei, Familie usw.

Ein Prozesstag umfasst bei mir zum Beispiel locker mal 16 Arbeitsstunden, da nach den 5 oder 6 Stunden im Gericht noch einmal so viel Zeit für die Vorbereitung des nächsten Tages anfällt. Und die paralegals und Assistentinnen haben dann auch keinen 8-Stunden Tag.


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16.08.2016 um 09:31
Danke für die Ausführungen, ist die Gefahr nicht groß, wenn sich ein Anwalt bezüglich des arbeitsaufwands verschätzt hat, dass dann nicht mehr mit aller Konsequenz gearbeitet wird ? Also Dienst nach Vorschrift ? Was man ja den Ärzten auch hinter vorgehaltener Hand vorwirft, weil die Kassen irgendwann nicht mehr zahlen.
Guter Anwalt: nur so zum Verständnis, ist das ein erfolgreicher Anwalt oder einer der viel für seine Mandanten tut (und auch mal auf die Mütze kriegt).


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16.08.2016 um 09:35
Das ist schwer einzuschätzen. Mir ist auch schon passiert, dass ein Fall doppelt so viel Arbeit macht, wie erwartet. Das kann an vielen Dingen liegen. Dennoch werde ich in dem Fall nicht weniger gewissenhaft arbeiten, denn mir wäre viel zu peinlich, wenn die Qualität meiner Arbeit erkennbar leiden würde. Ich hatte schon Fälle, in welchen ich draufgezahlt habe. Aber das Wichtigste in meiner Branche ist Reputation. Wenn auch nur einmal der Verdacht aufkommt, dass ich schludrig arbeite, kostet mich das am Ende viel mehr.

Das sehen vielleicht nicht alle Kollegen so, aber ich glaube ich bin damit ganz gut gefahren.


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16.08.2016 um 09:36
@Rick_Blaine

Danke für deine sehr interessante Ausführung!


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16.08.2016 um 09:36
Gern geschehen. Ich sende die Honorarrechnung am Ende dann an die Verwaltung :)


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16.08.2016 um 09:40
@grizzlyhai
Guter Anwalt? Ich würde sagen, es ist eine Kombination aus fundierten juristischen Kenntnissen, gutem normalen Menschenverstand (daran fehlt es manchen Leuten), einer umgänglichen Art und der Bereitschaft, für seinen Mandanten gewissenhaft zu arbeiten.

Ein guter Anwalt ist nicht einer, der für den Mandanten alles tut, ohne Rücksicht auf ethische Grenzen. Jedenfalls nicht in meiner Definition.

Und es gibt keinen Anwalt, der jeden und alle Prozesse gewinnt. Wenn einer das behauptet lügt er entweder, oder er ist so faul, dass er sich nur die ganz leichten heraussucht.

Ich habe meinen ersten grossen Fall an welchem ich allein arbeitete auch verloren. Und der Staatsanwalt meinte dann zu mir: "You can't choose your clients. You did what anyone could have done." Recht hatte er. Und das hatte ich vorher auch meinem Mandanten gesagt.


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

16.08.2016 um 09:50
Im Strafrecht ist eh die Frage, wie man "gewinnen" definiert: die allerwenigsten Angeklagten sind wirklich komplett unschuldig. Ich hatte das Glück, als ich noch lernte, in meinem ersten grossen Fall unter Anleitung meines Mentors eine wirklich unschuldige Mandantin zu haben und den Fall auch zu gewinnen (wie gesagt, das war vor allem meinem Mentor zu verdanken). So ein Erlebnis ist toll. Aber solche Fälle sind sehr selten.

In der Regel aber geht es nicht darum, einem Angeklagten zu einem Freispruch zu verhelfen, das erwarten diese auch gar nicht. Es geht darum, einen fairen Ausgang zu erreichen. Es geht darum, z.B. zu erreichen, dass ein Totschlag im Affekt nicht wie ein Mord behandelt wird. Es geht um ein faires Strafmass. Es geht darum, dass einem nicht eine ganze Latte ungelöster Fälle an den Hals gehängt wird, nur weil er einmal eine solche Tat begangen hat. Usw. Es geht vor allem darum, dass auch ein Straftäter einen fairen Prozess bekommt. Das erwarten sie von ihrem Verteidiger. Und das ist keine Selbstverständlichkeit.

Legt man diese Latte an, gewinne ich die meisten Fälle :)


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aero
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16.08.2016 um 09:52
@Rick_Blaine

Andy ich möchte nochmal etwas von gestern aufgreifen was du schriebst.
Rick_Blaine schrieb:Dem Obigen kann man nur zustimmen. Ich fand es in Deutschland auch immer merkwürdig, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung noch nie einen Gerichtssaal von innen gesehen hat noch weiss, was darin eigentlich vorgeht. Ich habe selbst Jurastudenten im 1. Semester getroffen, die keinerlei Ahnung hatten. In der Schule kam das auch nie vor. Nur selten sah man mal eine Schulklasse bei einer Gerichtsverhandlung.

Inzwischen ist das Interesse der Leute zwar gefühlt grösser, aber nicht unbedingt das Wissen. Im Gegenteil, gerade hier auf allmy sieht man immer wieder, dass amerikanische Prinzipien zitiert werden, aber auf deutsche Fälle angewandt. Man kennt sich durch das Fernsehen besser im amerikanischen Recht aus als im deutschen.

Die Protagonisten des Systems sind meist ganz unbekannt. Unter einem Richter kann man sich meist noch etwas vorstellen, aber wenn es um einen Staatsanwalt geht, wissen die meisten Leute kaum, was der eigentlich macht. Wenn, dann denken sie wieder an einen amerikanischen.
Wir haben hier in deutschland (leider) nicht dieses live-gerichts-tv wie es solches in den usa gibt.

Aber diese semi-dokumentargerichtssedungen mit echten richtern, "Barbara Salesch" "Alexander Holt" usf. und den dazugehörigen staats-respektive rechtsanwälten, die hier mal ab den 90er jahren für mehrere jahre viele tv-sender füllten, gaben doch schon einen anschaulichen anblick über den ablauf eines gerichtsverfahrens, welche rolle die jeweiligen akteure dort einnehmen usw.

Für kurze zeit waren es sogar echte fälle ("maschendrahtzaun" *facepalm*), natürlich nicht vergleichbar mit harten fällen in den usa.
Aber so uninformiert sind die deutschen in bezug auf einen gerichtsablauf doch nicht wie du vllt. meinst.

Aber vllt. ist das auch gar nicht so gut wenn der gerichtssaal sich quasi mit im wohnzimmer mit befindet so wie in den usa.

Vllt. nimmt das der sache auch ein wenig die autorität.


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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

16.08.2016 um 09:53
@Rick_Blaine
Rick_Blaine schrieb:Vor vielen Jahren gab es mal einen Angeklagten, der ganze zwei Jahre in Untersuchungshaft sitzen musste, angeklagt des Mordes. Er hatte allerdings Glück, denn er war nicht gerade unvermögend. Er verkaufte sein Anwesen für $ 7 Millionen um einen der besten Anwälte New Yorks bezahlen zu können.
Warum treten für Rouven dagegen Low-Budget-Anwälte an?

Der Einzige, der den Ausgang des Strafverfahrens gegen Rouven realistisch einschätzen kann, ist dessen Ehemann.
Vielleicht hat er nicht alle Leidenschaften seines Partners geteilt, doch naiv oder doof kann dieser lebenserfahrene Mensch nicht sein.
Und da er auch schwul ist, wird er tieferen Einblick in die Gayszene und deren Randgebiete haben.
Vielleicht hat er ihn sogar davor gewarnt, zu weit zu gehen. Und fühlt sich deshalb nicht mehr für alles mitverantwortlich.

Vielleicht hält er einen Sieg vor Gericht für eine "Illusion" und möchte deshalb das gemeinsam erarbeitete Vermögen nicht in den Sand von Nevada setzen. Warum unnötig die schönen Dollars US-Verteidigern in den Rachen werfen?

Auch die "Absatzbewegungen" deuten ja auf Distanzierung hin.


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accattone
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Magier Jan Rouven in Las Vegas: Verurteilt - das Ende einer Karriere

16.08.2016 um 09:59
Ergänzung:

Dass sich Rouven selbst um die Auswahl der Anwälte gekümmert hat, ist das überhaupt denkbar? Frank Elfter scheint ja auch so eine Art Vaterrolle inne zu haben.


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