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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

2.588 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Serienmörder, 1989, 1993 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 10:06
@LuckyLuciano


Ein anderer User hat schon alles zusammengetragen. Und ja: auch die Dna-spur ist ein Beweis.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 10:10
Zitat von RotmilanRotmilan schrieb:Würde Kurt Werner W. noch leben, wäre die aus den zwei Haaren im PKW gewonnene DNA vermutlich zu dünn, um ihn wegen Totschlags oder Mordes zu juristisch verurteilen.
Zunächst ist es wichtig festzustellen, dass der Spurenträger für den Abgleich mit der DNA Kurt Werner Wichmanns bisher durch die POL Lüneburg nicht bekannt gegeben wurde. Es wurde lediglich davon gesprochen, dass es dem LKA in Hannover gelang, aufgrund neuer Untersuchungsmethoden eine DNA aus dem Spurenmaterial eines der Opferfahrzeuge zu sequenzieren.

Die Medien haben in ihrer Berichterstattung lediglich zwei Punkte zusammengeführt. Da gibt es die zwei Haare, die von Beginn an sichergestellt, aber aufgrund der Wurzellosigkeit nicht untersucht werden konnten und die "neuen Untersuchungsmethoden", von denen die Pressestelle der POL Lüneburg spricht, aufgrund derer die Sequenzierung einer DNA aus Spuren aus einem der Opferfahrzeuge gelang.

Somit lässt sich über den Spurenträger noch keine Aussage treffen. Dass es sich bei den damals gefundenen Haaren nicht um die heutigen Spurenträger handelt, spricht die Tatsache, dass die gefundenen Haare braun sind, Kurt Werner Wichmann jedoch blonde Haare hatte.

Ich gebe Dir recht, dass die derzeitige Spuren-/Beweislage nicht ausreichen würde, um ihn wegen Mordes anzuklagen und schon gar nicht zu verurteilen, sofern er noch leben würde. Totschlag wäre ohnehin außen vor, da dafür die Verjährungsfrist greifen würde.

Die Staatsanwaltschaft sammelt durch die Ermittlungsbehörden Beweise und erstellt basierend darauf eine entsprechende Anklageschrift. Diese Anklage wird von seiten des Gerichts geprüft und muss zur Verhandlung zugelassen werden. Bei der derzeitigen Beweislage (im Göhrde-Fall) würde nicht einmal die StA LG Anklage erheben, weil sie die Beweislage zu dünn ist. Eine gefundene DNA in einem der Opferfahrzeuge ist nichts weiter als ein Indiz. Niemand weiß wann oder wie sie dort hineingelangte und es fehlen bisher jede Art von Spuren, die tatrelevant sind, also die einen unwiderlegbaren Zusammenhang zwischen Wichmann und der Tat oder Tatausführung beweisen.
Zitat von RotmilanRotmilan schrieb:Die DNA beweist ja nur, dass er sich in diesem Fahrzeug aufgehalten haben muss, bzw. eine Situation bestanden haben muss, dass zwei seiner Haare evtl. durch ein Kleidungsstück, eine Mütze, Kappe o.ä. in dieses Fahrzeug gelangt sind.
Die gefundenen DNA Spuren beweisen noch nicht einmal, dass er sich in dem Fahrzeug aufgehalten haben muss. Das kann sein, muss aber nicht. Nur bei einer "Primäranhaftung" hätte er diese DNA Spur selbst aktiv ins Auto gebracht. Möglich ist aber auch eine "Sekundäranhaftung", nämlich wie Du sagst über Gegenstände / Kleidungsstücke oder was auch immer, die zu einer solchen sekundären Übertragung führten. Auch durch die Opfer oder die Opferkleidung selbst, die zuvor Kontakt mit Wichmann hatten. Das setzt natürlich voraus, dass sie sich kannten oder zumindest mindestens einmal Kontakt miteinander hatten.
Zitat von RotmilanRotmilan schrieb:Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr hoch, dass Kurt- Werner, der Göhrde Mörder ist.
Das sehe ich nicht so. Wenn sie sehr sehr hoch wäre, gäbe es weitere oder mehrere tatrelevante Spuren, vielleicht noch immer keine geschlossene Indizienkette, aber zumindest deutlich mehr Anhaltspunkte, die eine Täterschaft nahelegen würden. Gerade für diesen Fall bestehen derart viele offene Fragen, Ungereimtheiten und Widersprüche, dass ich da sehr skeptisch bin.
Zitat von CassCass schrieb:Seine Biografie, seine Neigungen, die gefundenen Indizien (Leiche, Auto mit Blutspuren, Zeitungsausschnitte, Waffen u.v.a.)
und natürlich der Selbstmord lassen klar darauf schließen, dass das ein Verbrecher war.
Jetzt zu behaupten, das sind alles Zufälle, wäre ziemlich ....
Fest steht, dass Wichmann bis 1993 nachgewiesener Maßen in vielerlei Hinsicht straffällig wurde und sicherlich auch zu den Straftätern zählte, der schwere Straftaten beging. Es steht hingegen nicht fest, dass er in den momentan über 100 Fällen, die die Clearingstelle erfasst hat und die eine mögliche Tatverbindung zu Wichmann haben könnten, auch tatsächlich und bewiesener Maßen Täter, Mittäter oder Helfer gewesen ist.

Es mag ja sein, dass wir morgen aufstehen und eine Pressemitteilung der POL LG lesen, die die Aufklärung entsprechender Fälle und deren Beweise liefert. Das wäre im Sinne aller Hinterbliebenen sodann auch wünschenswert. Solange dies jedoch nicht der Fall ist, halte ich es für äußerst bedenklich Wichmann als Täter für bestimmte Taten zu benennen, ohne, dass dies zum momentanen Zeitpunkt bewiesen ist.
Zitat von CassCass schrieb:Das Schräge und Bedauerliche an diesem Fall ist meiner Meinung nach
die Arbeit der Kripo.
Die offensichtlichen Schlampereien haben eben dazu geführt, dass man womöglich die
Verbrechen von KWW niemals mehr vollständig aufklären kann.
Auch hier würde ich den Rahmen weiter fassen. Die polizeilichen Ermittlungsbehörden sind den Staatsanwaltschaften unterstellt und an deren Weisungen gebunden. Wenn man etwaige Fehler im Zeitablauf hinterfragt, gehören die Entscheidungen der StA LG in jedem Fall mit in die Betrachtungen.

Dass es heute möglicherweise in vielen Fällen zu keiner lückenlosen Aufklärung von bisher ungeklärten Tötungsdelikten mehr kommen wird, da bin ich ganz bei Dir. Denn selbst im Zeitalter ausgereifter DNA-Analyse-Technik, nützt die DNA allein noch gar nichts. Wenn die weiteren Ermittlungen keine schlüssigen und passenden, also tatrelevanten Indizien oder Beweise liefern, werden die Ergebnisse vermutlich leider im Konjunktiv bleiben. Denn ohne eine geschlossene Indizien- oder Beweiskette, keine Tatüberführung. Das der ein oder andere dennoch dem Gefühl nach sagen kann oder wird, dass er vermutet, dass es so war, bleibt ja jedem unbenommen. Juristisch betrachtet ist das aber völlig irrelevant.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 10:11
Zitat von VorsichtfalleVorsichtfalle schrieb:Ein anderer User hat schon alles zusammengetragen. Und ja: auch die Dna-spur ist ein Beweis.
Die DNA ist ein Indiz, aber allein für sich betrachtet kein Beweis. Was beweist die DNA denn, die von Wichmann gefunden wurde aus Deiner Einschätzung heraus?


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07.11.2018 um 15:18
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:Zudem könnte die Beweisführung heutzutage auch deswegen erschwert sein, weil viele Beweise damals vernichtet wurden, nicht erhoben wurden, nicht verfolgt wurden und nicht hinterfragt wurden. Man hatte damals eine andere Sicht der Dinge als heute. Inwiefern man dazu informiert wird, wissen wir ja auch nicht.
Dank für deinen informativen, in jeder Hinsicht, nachvollziehbaren Beitrag.

Genau das ist der Punkt, es fehlt definitiv an Beweisen.
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:Man hatte damals eine andere Sicht der Dinge als heute.
Dennoch sind die ermittelnden Behörden am Ball geblieben und hatten zumindest auf dem Grundstück des K-W.W.
einen Erfolg zu verbuchen.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 15:33
Zitat von LuckyLucianoLuckyLuciano schrieb:Fest steht, dass Wichmann bis 1993 nachgewiesener Maßen in vielerlei Hinsicht straffällig wurde und sicherlich auch zu den Straftätern zählte, der schwere Straftaten beging.
K-W. Wichmann hatte sich nach seiner Verhaftung erhängt.

Hast du eventuell eine Erklärung für dieses Vorgehen, zumal, er schon im Vorfeld
Suizidversuche verübt hatte.

Er könnte unter einem immensen Druck gestanden haben, hinsichtlich Mittäterwissen.

Reine Theorie.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 16:36
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:Ich glaube, dass es mehrere gut informierte Mitwisser und möglicherweise sogar mehrere, aber mindestens einen, Mittäter gab. Und ich glaube auch, dass KWW und seine Mitwisser/-täter für noch mehrere Taten und Vermisstenfälle verantwortlich sind. Wie viele es letztlich sind, bleibt fraglich. Ob die Polizei dazu schon mehr weiß, wissen wir nicht. Und ob sie dies nahezu zweifelsfrei belegen könnte, ebenso wenig.

Wir wissen nicht einmal, ob die Polizei uns informieren wird, welche 100 Fälle denn nun untersucht werden.

Ich glaube, dass es eben deswegen, weil mehrere Personen als Täter involviert sein könnten, so schwer ist, Zusammenhänge der Fälle/Opfer/Taten herzustellen und zu belegen oder abzugrenzen.

Zudem könnte die Beweisführung heutzutage auch deswegen erschwert sein, weil viele Beweise damals vernichtet wurden, nicht erhoben wurden, nicht verfolgt wurden und nicht hinterfragt wurden. Man hatte damals eine andere Sicht der Dinge als heute. Inwiefern man dazu informiert wird, wissen wir ja auch nicht.
Interessant ist ja auch, dass das Spektrum von Straftaten möglicherweise weitreichender ist, als zunächst vermutet. Allein die Tatsache, dass Waffen, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen, in seinem Auto bei Heilbronn gefunden und sichergestellt wurden, deutet ja darauf hin, dass er auch mit schwereren Waffen nebst Munition, als die, die man bei der Hausdurchsuchung fand (KK), agierte oder ggf. handelte.

Ich gehe nicht davon aus, dass die POL Ergebnisse bzgl. der zu untersuchenden Fälle (Clearing-Stelle) veröffentlichen wird oder wahrscheinlich nur in Teilen, wenn sich Verbindungen zu Wichmann oder anderen Dritten nachweisen lassen.

Deine Einschätzung welche Schwierigkeiten mit der Aufklärung verknüpft sind, sehe ich auch so. Zu den von Dir beschriebenen Umständen kommt ja noch hinzu, dass sowohl Kurt Werner Wichmann, dessen damalige Ehefrau, aber auch ihr späterer Ehemann nicht mehr am Leben sind. Somit fallen einigen Personen, die im Rahmen neuerlicher Befragungen Erhellendes liefern könnten gänzlich aus.


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07.11.2018 um 16:50
Zitat von Sunrise76Sunrise76 schrieb:K-W. Wichmann hatte sich nach seiner Verhaftung erhängt.

Hast du eventuell eine Erklärung für dieses Vorgehen, zumal, er schon im Vorfeld
Suizidversuche verübt hatte.

Er könnte unter einem immensen Druck gestanden haben, hinsichtlich Mittäterwissen.

Reine Theorie.
Von vorhergehenden Suizid-Versuchen ist mir nichts bekannt. Habe ich auch bisher nichts drüber gelesen.

Warum er sich das Leben nahm dürfte wahrscheinlich nur der Bruder noch realistisch einschätzen oder wissen können. An ihn war ja u.a. der Abschiedsbrief gerichtet.

Der Mord an Birgit Meier kann nicht der Grund gewesen sein, denn er erhängte sich ja Wochen nach der Hausdurchsuchung, somit dürfte er durch seine Frau oder seinen Anwalt gewusst haben, welche Gegenstände usw. bei der Hausdurchsuchung sichergestellt wurden. Das Grab in der Grube fanden die Beamten ja bekanntlich nicht. Somit gab es auch erstmal keine neuen Hinweise in der damaligen Vermisstensache Birgit Meiers.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 17:11
Zitat von LuckyLucianoLuckyLuciano schrieb:Sunrise76 schrieb:
K-W. Wichmann hatte sich nach seiner Verhaftung erhängt.
Was für sadistische Psychopathen in der Situation nicht untypisch ist. Unterweger nahm den selben Weg.

Sieht man sich Wichmanns Jugendjahre an, stellt sich die Frage, ob man mit einer dauerhaften Unterbringung in der Forensik nicht aller Hand späteres Unheil hätte verhindern können. Allein aufgrund dessen, was bis zu der Haftstrafe wegen Vergewaltigung aktenkundig war, musste man davon ausgehen, dass eine grundsätzliche Änderung seiner Persönlichkeit und seines Verhaltens nicht möglich sein würde.

Die Görde-Morde wird man ihm posthum nicht beweisen können, aber sowohl die Indizien als auch seine Persönlichkeitsstruktur in Kombination mit der DNA-Spur von ihm in einem Opferauto weisen stark auf seine Täterschaft hin.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 17:25
Zitat von trailhamstertrailhamster schrieb:Die Görde-Morde wird man ihm posthum nicht beweisen können
Ich gehe auch eher davon aus. M.E. gibt es da zu viele Hindernisse und zu wenig klassische Beweise, was aber nichts daran ändern wird, dass man ihn medienwirksam weiter als den Täter bezeichnen wird.
Zitat von trailhamstertrailhamster schrieb:...aber sowohl die Indizien als auch seine Persönlichkeitsstruktur in Kombination mit der DNA-Spur von ihm in einem Opferauto weisen stark auf seine Täterschaft hin.
Passen die Indizien wirklich? Oder sprechen ggf. doch mehr Indizien dagegen?


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 18:33
In diesem Artikel ist die Rede davon, dass von den Sitzen im Auto der Reinolds Folienabzüge gemacht wurden. Vielleicht kommt die DNA-Spur daher? Dann wäre es natürlich interessant, von welchem Sitz der Abzug ist.

https://www.zeit.de/2016/44/serienmord-moerder-goehrde-lueneburg-ermittlungen-polizei/seite-3


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

07.11.2018 um 18:53
Zitat von QuiverQuiver schrieb:In diesem Artikel ist die Rede davon, dass von den Sitzen im Auto der Reinolds Folienabzüge gemacht wurden. Vielleicht kommt die DNA-Spur daher? Dann wäre es natürlich interessant, von welchem Sitz der Abzug ist.
Das ist nicht auszuschließen, dass die DNA von diesen Folienabzügen stammen. Aber selbst dann, wenn sie vom Fahrersitz oder dem Lenkrad etc. stammen würden, ist das noch kein Beweis, dass Wichmann im Fahrzeug saß. Das ist leider so.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

08.11.2018 um 00:29
Zitat von Sunrise76Sunrise76 schrieb:Dennoch sind die ermittelnden Behörden am Ball geblieben und hatten zumindest auf dem Grundstück des K-W.W.
einen Erfolg zu verbuchen.
Na ja, das könnte man durchaus in Frage stellen. Denn es war Hr Sielaff, der am Ball blieb. Ohne seine Durchsetzungsfähigkeit und Beharrlichkeit gäbe es heute sicherlich keine Clearingstelle zu KWW. Und ob man die DNA zu den Göhrde-Fällen hätte so zuordnen können, kann auch in Frage gestellt werden.
Zitat von LuckyLucianoLuckyLuciano schrieb:Das ist nicht auszuschließen, dass die DNA von diesen Folienabzügen stammen. Aber selbst dann, wenn sie vom Fahrersitz oder dem Lenkrad etc. stammen würden, ist das noch kein Beweis, dass Wichmann im Fahrzeug saß. Das ist leider so.
Richtig, das ist kein Beweis. Allerdings ist es hier wohl schon erlaubt, etwas großzügigere Zusammenhänge herzuleiten. Denn mWn sind keinerlei Beziehungen von KWW und den Göhrde-Opfern bekannt. Dass dann seine DNA in deren Auto auftaucht, mit dem der Täter nachweislich gefahren sein muss, ist wohl schon ein ziemlicher Hinweis. Es dürfte als recht unwahrscheinlich gesehen werden können, dass seine DNA anderweitig in das Auto gelangte. Aber natürlich, nichts ist ausgeschlossen und daher ist das im Kern nicht hinreichend belastend.
Zitat von LuckyLucianoLuckyLuciano schrieb:Passen die Indizien wirklich? Oder sprechen ggf. doch mehr Indizien dagegen?
Was hast Du da für Ideen dazu? Was könnte denn für Dich mehr dagegen sprechen?
Zitat von CassCass schrieb:Das Schräge und Bedauerliche an diesem Fall ist meiner Meinung nach
die Arbeit der Kripo.
Die offensichtlichen Schlampereien haben eben dazu geführt, dass man womöglich die
Verbrechen von KWW niemals mehr vollständig aufklären kann.
Ja, es gibt irritierende und fragwürdige Handlungen und Entscheidungen der Polizei in diesem Fall. Ohne da gleich in die Verschwörungstheorien zu verfallen, kann man durchaus mal fragen, weshalb KWW vor der Hausdurchsuchung angerufen wurde und er somit flüchten konnte, Beweismittel und Fundstücke fehlen bzw. vernichtet wurden, KWW so oft ins polizeiliche Visier geriet und dennoch nicht im Fokus blieb, man Hinweisen trotz Anschlagen der Hunde nicht hinreichend folgte, usw. Andererseits wissen wir aber nicht, was die Polizei alles in ihren Akten hat und welche Aussagen der heute schon gestorbenen Verwandten und Freunde usw noch erhalten sind. Vielleicht hat man ja damals doch auch schon die richtigen Fragen gestellt, die heute anders ausgewertet und in neuen Kontext gesetzt werden können.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

08.11.2018 um 03:06
Zitat von H-VollmilchH-Vollmilch schrieb:Der kleine grüne Koffer ist ein Handgranatenkoffer der BW. Bilder über google zu finden. (Es hatte jemand nach der Aufteilung gefragt).
Ja das war meine Wenigkeit. Danke für den Tip. Werde ich dieser Tage mal googeln.
Zitat von H-VollmilchH-Vollmilch schrieb:laut Stempel irgendwann 1989 hergestellt.
Auch interessant. 1989 ist ja das Datum schlechthin in diesen Fällen....




Eine Anmerkung noch zum Filmbeitrag im Kriminalreport. Dort wird vom Fund umgebauter Schreckschusswaffen bereits bei der Hausdurchsuchung 1993 berichtet. Habe ich möglicherweise auch falsch verstanden. Ich meine aber es wurde im Zusammenhang mit der damaligen Hausdurchsuchung, immer nur von Kleinkaliberwaffen berichtet, kann mich da aber auch täuschen.





Wie ist eure Meinung, zu der Deutschland-Karte mit den eingezeichneten gelben Quadraten, welche zu Beginn des Kriminalreportes gezeigt wurde. Hat sie nur Symbolcharakter ? Oder bezeichnet sie, natürlich unter Berücksichtigung des großen Maßstabes, einigermaßen genau die Tatorte möglicher Verdachtsfälle ? Wobei dann die Frage zu klären wäre, woher diese Infos stammen....
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:Seine Kontakte bezogen sich ja bekanntermaßen ins Rotlichtmilieu und in die BDSM-Szene und die rechtsextreme Szene und müssen sich auch in die Waffenszene hineingezogen haben.
Also da muss ich jetzt mal sachlich reingrätschen...

Das ist mir alles zu pauschal und allgemein gehalten.




Worin bestanden seine Kontakte ins Rotlichtmilieu ?

Wurde da je ein genauer Ort benannt ? Eine Gruppierung ? In welcher Weise profitierte K.W.W. oder die Rotlichtgruppierung von diesem Kontakt ? Da ist doch gar nichts genaueres bekannt.




BDSM-Szene...

Heutzutage veranstaltet diese Szene in jeder größeren Stadt, über das Jahr verteilt, in diversen Lokalitäten ihre Motto-Partys.

Ende der 80er Jahre, waren das alles noch Insider-Veranstaltungen. Da ist doch aber auch nichts handfestes bekannt. Ein paar Inserate aus denen man eine Neigung in diese Richtung erahnen kann, machen doch noch keinen gestandenen BDSMler der regelmäßig in der Szene verkehrt.

Abgesehen davon ist diese sexuelle Ausrichtung per se auch nichts, was eine Person in die Nähe von strafbaren sexuellen Handlungen rückt.




Waffenszene....

Waffen besaß er, das ist unbestritten. Aber war er jemals mehr als kaufender Kunde, von Leuten die Waffen vertickt haben ?




Rechtsextreme Szene

Einschlägige Literatur in geringem Umfang...eine ranzige Reichskriegsflagge, die er auf irgendeinem Flohmarkt gekauft hat. Das reicht mir nicht, um von ernstzunehmenden Kontakten in die rechtsextreme Szene zu sprechen.


Um es auf den Punkt zu bringen. Er hatte insofern "Kontakte" in die beschriebenen Szenen, dass er als Kunde oder Interessierter auftrat. Aus den uns zur Verfügung stehenden Informationen, kann meiner Meinung nach aber nicht abgeleitet werden, dass er in nennenswertem Umfang einen Nutzen für seine kriminellen Aktivitäten aus diesen Kontakten ziehen konnte. Ausgenommen natürlich nur der Erwerb der Waffen.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

08.11.2018 um 07:07
Zitat von SolaarSolaar schrieb:Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.
heute um 09:07
@Wüstensonne

http://mediathek.daserste.de/Kriminalreport/Kriminalreport-3/Video?bcastId=55362148&documentId=57405340

Etwa ab Minute 27.
Dankeschön @Solaar
Zitat von EDGARallanPOEEDGARallanPOE schrieb:Wie ist eure Meinung, zu der Deutschland-Karte mit den eingezeichneten gelben Quadraten, welche zu Beginn des Kriminalreportes gezeigt wurde. Hat sie nur Symbolcharakter ? Oder bezeichnet sie, natürlich unter Berücksichtigung des großen Maßstabes, einigermaßen genau die Tatorte möglicher Verdachtsfälle ? Wobei dann die Frage zu klären wäre, woher diese Infos stammen....
Der Gedanke kam mir auch, habe diesen aber dann wieder verworfen, weil ich davon ausgehe, dass dies nur als, wie Du sagst, Symbolcharakter ansehe.

In dem Report wurde auch von gefunden Damenbekleidung und Schmuck erwähnt. Ist das eine neue Info, oder ich habe es nicht mehr in Erinnerung. Gehören diese Dinge zu Birgit Meyer oder zu anderen Opfern?


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

08.11.2018 um 07:38
Die Deutschlandkarte ist mir auch aufgefallen. Vor allem weil sie auch in Bayern mehrere Punkte aufwiess.

Um zu beurteilen was davon zu halten ist, müsste man kurz einen 2. Blick darauf werfen.
Ist sie ernst zu nehmen, dann hat sie deutliche Cluster um Karlsruhe und Adendorf.


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

08.11.2018 um 08:17
Schön, dass ich nicht der Einzige bin, dem die Deutschlandkarte aufgefallen ist. Danke @EDGARallanPOE für den Hinweis dazu hier im Forum, ich hatte die Karte zwischenzeitlich schon wieder vergessen.

Nun gab es auf dieser Grafik ja nicht wenige Punkte, die im Osten lagen. Das ist für mich der deutlichste Hinweis auf eine gewisse redaktionelle Großzügigkeit. Denn bis zu seinem Tod im April 1993 blieben KWW ja nur gut drei Jahre, in denen er - zumindest theoretisch - in der (wie man damals noch häufiger sagte) ehemaligen DDR hätte morden können.

Fazit: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Karte "authentische" Punkte darstellt. Aber die Häufung im - grob gesagt - Karlsruher Raum ist mir auch aufgefallen.


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08.11.2018 um 08:21
Gab es da wirklich eine Häufung in Karlsruhe? Ich war so fasziniert von den "bayerischen" Punkten, dass ich keinen Blick für den Rest Deutschlands hatte.


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08.11.2018 um 09:34
Zitat von QuiverQuiver schrieb:Die Deutschlandkarte ist mir auch aufgefallen. Vor allem weil sie auch in Bayern mehrere Punkte aufwiess.
Weiß man welche Verbrechen die drei südlichsten Punkte in Bayern betreffen ?


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Die mutmaßlichen Taten des Kurt-Werner W.

08.11.2018 um 10:04
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:Richtig, das ist kein Beweis. Allerdings ist es hier wohl schon erlaubt, etwas großzügigere Zusammenhänge herzuleiten. Denn mWn sind keinerlei Beziehungen von KWW und den Göhrde-Opfern bekannt. Dass dann seine DNA in deren Auto auftaucht, mit dem der Täter nachweislich gefahren sein muss, ist wohl schon ein ziemlicher Hinweis. Es dürfte als recht unwahrscheinlich gesehen werden können, dass seine DNA anderweitig in das Auto gelangte. Aber natürlich, nichts ist ausgeschlossen und daher ist das im Kern nicht hinreichend belastend.
Selbstverständlich ist es erlaubt etwas großzügigere Zusammenhänge herzuleiten. Nur - und darum geht es mir - eben in beide Richtungen. Es gibt zwei Arbeitshypothesen, die man in dieser Richtung verfolgen kann. Die eine ist die, die die POL seit 30 Jahren verfolgte, nämlich, dass sich Täter und Opfer nicht kannten, die andere ist die, dass sie sich kannten. Diese Überlegung ist für mich deshalb so interessant, weil die DNA bei dem einen Denkansatz eine signifikant andere Bedeutung haben könnte, als bei dem anderen. Kannten sich Täter und Opfer nicht, liegt es nahe, dass die DNA eine Tatbedeutung haben könnte, kannten sie sich hingegen, kann die DNA völlig bedeutungslos sein, weil es einen vollkommen natürlichen oder logischen Grund gäbe, wie sie ins Auto gelangte.
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:LuckyLuciano schrieb:
Passen die Indizien wirklich? Oder sprechen ggf. doch mehr Indizien dagegen?

Was hast Du da für Ideen dazu? Was könnte denn für Dich mehr dagegen sprechen?
Wir können ja mal versuchen die Punkte, die für eine Tatausführung von Kurt Werner Wichmann im Fall der Göhrde-Morde sprechen und die die dagegen sprechen in einer Art Liste zusammen zu stellen. Danach hätten wir eine gute Diskussionsgrundlage, ob die Indizien eher dafür oder eher dagegen sprechen. Vielleicht magst Du oder ein anderer User mit den Indizien, die dafür sprechen, beginnen, da diese ja als Tenor der Medien und auch zumeist hier im Thread als die gewichtigeren eingestuft werden?!


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08.11.2018 um 10:25
Zitat von EDGARallanPOEEDGARallanPOE schrieb:Um es auf den Punkt zu bringen. Er hatte insofern "Kontakte" in die beschriebenen Szenen, dass er als Kunde oder Interessierter auftrat. Aus den uns zur Verfügung stehenden Informationen, kann meiner Meinung nach aber nicht abgeleitet werden, dass er in nennenswertem Umfang einen Nutzen für seine kriminellen Aktivitäten aus diesen Kontakten ziehen konnte. Ausgenommen natürlich nur der Erwerb der Waffen.
Das sehe ich genauso. In Sachen Waffen bzgl. des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz scheint mir eine größere Aktivität bestanden zu haben, als im Hinblick auf die KK- oder Schreckschusswaffen. Insbesondere Schreckschusswaffen waren zu der damaligen Zeit nahezu (es gibt einige wenige Ausnahmen) frei verkäuflich.

@EDGARallanPOE
@Solaar
@Quiver
@ErwinKöster

Ich denke eher, dass die Karte einen visuellen Eindruck der in den Medien dargestellten Vielzahl an vermuteten Tötungsdelikten für das Bundesgebiet abbilden sollte. Sofern diese Karte in Verbindung mit den Punkten einen festen Bezug hätte, wäre sie sicher länger eingeblendet worden und man wäre im Beitrag näher auf die Regionen oder Städte eingegangen. Ich gehe nach wie vor nicht davon aus, dass die POL dahingehend nähere Informationen erteilen wird.

Wir könnten uns aber die Mühe machen eine Liste der Tötungsdelikte zu erstellen, die im Zeitraum von 1968 bis 1993 möglicherweise als Ergebnis der OFA vom LKA Hannover der POL Lüneburg vorgelegt wurde (24 Fälle). Vermutlich werden wir die nicht exakt abbilden können, weil uns natürlich Detailinformationen fehlen, aber ich halte es für möglich näherungsweise die etwaigen Taten herauszufiltern. Wichtig wäre dabei aber nicht einfach nur Tötungsdelikte als solche zusammenzustellen, sondern bestimmte Tatausführungsmerkmale z.B. "würgen" oder "erdrosseln" zu berücksichtigen, die ihm augenscheinlich zuzuschreiben waren.


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