two-cents schrieb:Sie waren nicht zugegen, als die Tragödie begann, sie wissen nur das, was ihnen berichtet wurde. In völliger Unkenntnis über die Hintergründe im Vorfeld zu sein, das kann zusätzlich belasten und verunsichern.
Und nicht zu vergessen, Jahre zuvor noch haben die Kindseltern den französischen Staat versucht zu bekämpfen, standen einer rechtsextremen Organisation nahe, die seit 2019 nun endlich verboten ist, unterstützten den rechtsextremen Politiker Éric Zemmour. Und nun sind sie auf die Mithilfe dieses Staates angewiesen, und nun gibt dieser Staat seit drei Jahren enorm viel Geld aus, um das Schicksal ihres Kindes zu klären. Dieser Kontext sollte festgehalten werden. Wie fühlt man sich dabei?
[Ironie ein] Das wirkt auf mich alles andere als abstrakt, rational betrachtet.[Ironie aus]
CharliesEngel schrieb am 17.08.2026:Eigene Übersetzung:
(...)
Die Ermittler der "Zelle Émile" haben (...) erkundet, (...) bevor sie die Gegenwart von Colomban Soleil aufdeckten, den Vater, aus den Reihen der nationalistischen Bastion Social (**) oder Unterstützer der Wahlliste von Eric Zemmour.
(...)
(**) Bastion Social war eine französische neofaschistische und ultranationalistische Gruppierung, die von 2017 bis zu ihrem staatlichen Verbot im April 2019 aktiv war.
Zu Éric Zemmour:
Éric Zemmour (* 31. August 1958 in Montreuil bei Paris) ist ein rechtsextremer französischer Politiker, Journalist und Autor sowie Vorsitzender der von ihm gegründeten Kleinpartei Reconquête. Er thematisiert in polemischer Weise vor allem die Sicherheits- und die Migrationspolitik und wurde mehrfach wegen Aufrufs zu rassistischer Diskriminierung rechtskräftig verurteilt. Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 schied er nach dem ersten Wahlgang aus.
(...)
Zemmour gilt als einer der bekanntesten Exponenten der islamkritischen bis islamfeindlichen und frauenfeindlichen[19] sowie geschichtsrevisionistischen[20] Rechten in Frankreich.
Quelle:
Wikipedia: Éric ZemmourIn der Haltung der Kindseltern zum islamfeindlichen, rechtsextremen ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Éric Zemmour sehe ich zudem einen möglichen Konflikt mit dem Taufpriester Claude Gilliot, der als Universitätsprofessor jahrzehntelang Islamwissenschaft betrieb und dies wissenschaftlich, theoretisch, zu einer Zeit, in der der Islamismus für Westeuropa nicht die große politische Bedeutung und Bedrohung hatte wie seit 9/11.
Aber wer weiß, vielleicht war den Kindseltern dies gar nicht bewusst, bei der Taufe war Claude Gilliot ja schon 80+ und lange eremittiert.
Claude Gilliot (geb. 6. Januar 1940 in Guemps; gest. am 15. März 2025 in Aix-en-Provence[1]) war ein französischer Islamwissenschaftler und Arabist aus dem Dominikanerorden. Das Doctorat d’état 1987 absolvierte er über Aspects de l’imaginaire islamique commun dans le Commentaire de Tabari.[2] Er war Professor für Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität der Provence und Autor verschiedener Artikel über Koranexegese und islamische Theologie aus der „klassischen“ Zeit.[3] Sein Forschungsschwerpunkt war die Untersuchung des Entstehungsprozesses des Korans.[4]
Quelle:
Wikipedia: Claude GilliotIch vermute den Islamwissenschaftler und Arabisten Claude Gilliot eher als Vermittler zwischen den drei Religionen, so wie das Ergebnis seiner Forschungen in der französischen Wikipedia kurz zusammengefasst wird:
Il établit que les passages mécquois du Coran ont été composés dans un groupe juif et chrétien.
Eigene Übersetzung:
Er etablierte, dass jene Passagen des Korans, die aus Mekka stammen, von einer jüdischen und christlichen Gruppe zusammengestellt wurden.
Quelle:
Wikipedia: Claude GilliotMir gefällt es überhaupt nicht, dass immer auch die Politik unterschwellig in diesem Fall auftaucht und deshalb nicht vergessen werden darf, ein neuer Bürgermeister für die kleine Kommune Le Vernet, der auch den extremen Rechten nahestehen soll und Trumps Wahlkampfslogan für das kleine Dorf Le Vernet adaptiert, dem der Großvater seine Hand gibt.
Gilles Thézan hat mich jedenfalls politisch enttäuscht.
Ich verfolge die Menschen des Falles hier nicht auf den sozialen Medien oder in Quellen hinter paywall, ich begnüge mich mit den für die Rubrik zulässigen Quellen, das macht schon Arbeit genug, da mag manche Äußerung von mir uninformiert erscheinen, aber irgendwann fließen diese Informationen ja auch in zulässige Quellen ein und dann verhalte ich mich dazu und lese weiterhin aufmerksam zwischen den Absätzen, Zeilen, Wörtern, Satz- und Leerzeichen.
Warum die Wahl der Großeltern just auf jenen Journalisten fiel, gegen den die Kindseltern heftige Kritik austeilen, erschließt sich mir weiterhin nicht. Die Frage darf aber gestellt werden.