Nach Rücksprache mit der Verwaltung und Moderation darf mein heute gelöschter Beitrag - editiert - wieder eingestellt werden. Vielen Dank.
Misetra schrieb:Nächster Akt: Der Anwalt von Anne Vedovini hat dem Le Nouveau Détective ein langes Interview gegeben.
(...)
Ich habe nur mal kurz reingehört, insofern kann ich keine Details wiedergeben.
Dieses Interview mit dem Anwalt der Großmutter ist seit vorgestern auch auf yt, nochmal als Video reinkopiert, ob alle 38.800 Menschen die volle Länge von 53:01 min durchgehalten haben?
Titel: Die Vertraulichkeiten des Anwalts der Großmutter vom kleinen Émile
Les confidences de l'avocat de la grand-mère du petit Emile
Le Nouveau Detective
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4. Sept. 2026

Les confidences de l'avocat de la grand-mère du petit Emile
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"Le Nouveau Detective", sind das nicht jene, die so gerne zu Fällen recherchieren? Sind das nicht jene, die als Quelle hier im Thread sich schon mal als unzuverlässig erwiesen haben? - Und just jene erwählt der Anwalt der Großmutter als Plattform? Im Kontext des Statements der Kindseltern vom Mai 2026 (Tenor: Bitte die diskreten und geheimen Ermittlungen nicht gefährden.) wird es jetzt aber wirklich zunehmend skurril. Der Anwalt der Großmutter setzt sich im "Feindesland" der Kindseltern vor die Kamera.
Me Julien Pinelli bei "Le Nouveau Détective" kann als Litigation-PR gewertet werden. Spannend zu sehen, wie das in Frankreich so gemacht wird, wie symbiotisch in dieser Konstellation Anwalt und Mandantin wirken, mit Betonung auf "wirken", wie fast priesterhaft bedächtig der anwaltliche Kommunikationsstil.
Litigation-PR (etwa „Öffentlichkeitsarbeit im Rechtsstreit“, auch strategische Rechtskommunikation, strategische Prozessführung oder prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit[1]) ist eine Form der Pressearbeit, bei der die Kommunikation nach außen vor, während und nach juristischen Auseinandersetzungen gesteuert wird. Ziel der Litigation-PR ist es, die juristische Strategie von Verfahrensbeteiligten (Staatsanwälte, Anwälte, Parteien) zu unterstützen, das Ergebnis der juristischen Auseinandersetzung mit Hilfe der Öffentlichkeit zu beeinflussen und gleichzeitig Schäden an der Reputation des Mandanten zu vermeiden.
Quelle:
Wikipedia: Litigation-PRHervorhebung durch Userin
Zum Inhalt, nur einige Aspekte:
▪︎ Triggerwarnung #1: In den ersten Minuten kommt ein Werbevideo mit Michel Mary, so montiert, man denkt an einen technischen Fehler, aber dann geht's doch weiter mit Pinelli.
▪︎ Triggerwarnung #2: Ein Hintergrundgeräusch, tickende alte Standuhr oder ganz ganz leise Stakkatomusik, über 50 min lang tickt es irritierend. [Überhaupt, der enge Raum, schräges Interieur.]
▪︎ Fotos von der Großmutter vom Gerichtstermin am 7. Juli 2026 werden eingeblendet, Interview scheint aktuell zu sein, das Ergebnis des DNA-Massentests lag noch nicht vor, wird als schriller Einspieler kurz erwähnt und dass Tests folgen werden.
▪︎ Pinelli verweist bei der Frage zum Ablauf des Verschwindetages auf das Anwaltsgeheimnis, sein Verschwindetag beginnt erst mit dem Eintreffen der Gendarmerie.
▪︎ Zum Moment des Verschwindens äußert Pinelli sich so: Émile war in dem Moment nur einfach nicht im familiären Sichtfeld, nichts beunruhigendes, da das Umfeld privilegiert, beschützt ist, Émile wird zwingendermaßen wieder auftauchen.
▪︎ Zum Moment, als die Familie vom Fund des Schädels erfuhr - Pinelli wortwörtlich: "Émile ist nicht mehr." ("Émile n'est plus.") [Die Reaktionen der beiden Familien werden nicht erwähnt, geschah ja während der Messe am Ostersonntag, die deswegen unterbrochen werden musste.]
▪︎ Das Wort "sich schützen" wird oft verwendet im Zusammenhang mit der Familie, einmal auch das Wort "auto-protection", Selbstschutz.
▪︎ Ermittlungen werden respektvoll als Arbeit von Ameisen bezeichnet, es sei ein extrem lebendiger Fall, mit einem effektiven Rhythmus, in einem sehr lebendigen Rhythmus.
▪︎ Die Großmutter hat zu keinem Zeitpunkt ihr Vertrauen in die Ermittler verloren, trotz polizeilichem Gewahrsam.
▪︎ Infos der Ermittler zum Tod von Émile laut Pinelli: ein Schlag ("un choc"), Ursache nicht sicher, muss nicht tödlich gewesen sein, Ursache: durch einen Menschen, unfallartig, absichtlich oder unbeabsichtigt.
▪︎ Zu Hypothesen, zu denen Pinelli sich äußert:
▪︎▪︎ Autounfall, beim Parken, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Pick-ups,
▪︎▪︎ Tierattacke, Wolf, Raubvogel, er relativiert es danach etwas, philosophiert aber minutenlang dazu wie auch zum Autounfall,
▪︎▪︎ Entführung, Mord - wird nicht so lange elaboriert wie der Raubvogel [Naja, man will wohl ein noch Mehr an Grausamkeit vermeiden.]
▪︎ DNA soll auch auf etwas sein, wovon er jetzt nicht sprechen kann. [Aha?!]
▪︎ Zum DNA-Massentest: Wortwörtlich: "Test mit jenen, die schon in dem Prozedere vereint waren." [Tatsächlich? Gilles Thézan auch?!]
▪︎ Zur versuchten Brandstiftung: Zum Glück betraf es den einzigen Raum mit Betondecke, sonst wäre das Haus wohl nicht zu retten gewesen.
▪︎ Zum Haus in Le Haut-Vernet: Wortwörtlich: "Für die Familie ist das Haus zum Heiligtum geworden, der Ort, an dem das Leben der Familie in den letzten Momenten um Émile herum vereint war." [Ist Pinelli eigentlich bewusst, was er damit auch andeuten könnte? Ab 0:00 min]
▪︎ Die Familie ist absolut geeint. [Also auch mit der Familie der Kindseltern?!]
▪︎ Sein Schlußsatz: Die ersten Opfer dieses Dramas sind Marie und Colomban Soleil. [He! Und was ist mit Émile?]
Was mir auffällt, zusätzlich zu den Gedanken in Klammern [ ] :
Sein Schlußsatz ist ein Skandal, auch wenn Me Julien Pinelli seinen Satz so formulieren kann, folgend der Logik: Das Drama ist der Tod des Kindes; die ersten Opfer dieses Dramas seine Eltern. Me Julien Pinelli legt damit jedoch den Focus auf die Kindseltern und übergeht das Schicksal von Émile. Das ist schlicht skandalös, meiner Auffassung nach.
Das Interview scheint komplett durchorchestriert, der Anwalt äußert sich in langen Antworten, elaboriert, keine Rückfragen, keine Fragen zum Verständnis, die Fragen werden ihm vorgetragen, das war's.