Was für die Version der Polizei spricht, die den Täter bei der Gruppe der Jugendlichen sieht:
1. Es wäre ein Riesenzufall, dass zu etwa der gleichen Zeit in der Nacht und fast gleichem Ort in Kempten zwei Tatgeschehen gegen zwei verschiedene junge Mädchen geschehen, unabhängig voneinander. Sonja ist laut XY-Film etwa um 1:30 Uhr in der Nacht losgelaufen und wäre etwa um 2:30 Uhr am Stadtteil Thingers vorbeigekommen. Dort könnte sie von den Jugendlichen aufgegriffen und durch Thingers geschleppt worden sein.
Auf der Seite (
https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-januar-2026-mord-13-jaehrige-kempten-100.html) heißt es:
„Knapp ein Jahr nach der Tat erhielt die Polizei Hinweise darauf, dass rund 15 Anwohner des Kemptener Stadtteils Thingers in der Tatnacht gegen 3 Uhr Hilfeschreie eines Mädchens gehört hatten. Laut Zeugen wurde es von mehreren unbekannten Jugendlichen durch die Straßen gezerrt.“
Das passt zeitlich und örtlich aber sowas von zusammen. Da anzunehmen, dass zeitgleich zwei junge Mädchen, unabhängig voneinander, einsam nachts zwischen 2 und 3 Uhr beim Stadteil Thingers unterwegs waren, und die eine von einer Gruppe Jugendliche aufgegriffen wurde und die andere von einem Autofahrer, ist aufgrund der riesigen Zufälligkeit unwahrscheinlich.
2. Knapp ein Jahr nach der Tat meldet sich ein älteres Ehepaar aus Thingers als Zeugen bei der Polizei. Sie haben in der Nacht vom 4. auf den 5.7.1981 die Hilfeschreie gehört und die gesehen, wie ein junges Mädchen von einer Gruppe Jugendlichen weggeschleift wurde. Sie beschrieben, dass das Mädchen eine gelbe oder hellbeige Windjacke trug. Auch das passt.
3. Ich wundere mich, warum das hier nie thematisiert wurde. Wenn das Mädchen, das durch Thingers geschleift wurde, nicht SH war, warum hat sie sich dann bis heute nie bei der Polizei gemeldet? Keine Anzeige, dass es von Jugendlichen angegriffen wurde, nichts den Eltern und Freundinnen erzählt. Denn die hätten sich anstelle sie auch alle an die Polizei wenden können, spätestens als 1982 die Polizei Kenntnis von dem Vorfall in Thingers erlangte. Kempten ist eine Kleinstadt. Da erfährt man irgendwann von dem Mordfall Sonja Höller und auch von dem Vorfall in Thingers, das die Polizei damit in Verbindung brachte. Da hätte man der Polizei mitteilen können, dass beides nichts miteinander zu tun hat. Und auch jetzt nach dem Massen-DNA-Test von 250 Personen in Thingers meldet sich das Mädchen von damals, wäre heute um die 60, immer noch nicht. Das kann nur bedeuten, dass das Mädchen in Thingers Sonja war.
4. Natürlich könnten sich jetzt auch die Jugendlichen von damals bei der Kripo melden, wenn sie nichts mit dem Mord zu tun haben. Es liegen ja DNA-Spuren an der Leiche vor. Ihre eigene DNA würde ihre Unschuld beweisen und ihre Belästigung/Freiheitsberaubung durch das Mitschleifen wäre verjährt. Dass sich die Jugendlichen bis heute nicht gemeldet haben, spricht auch dafür, dass sie mit dem Mord zu tun haben und nicht dagegen.
Durch all diese Punkte schließe ich mich der Meinung der Polizei an, dass der Mörder in den Reihen der „Jugendlichen“ zu suchen ist, wobei der Täter, wegen dem Mord bei Fürth 1973, zur Tatzeit in Kempten schon mindestens 22 oder 23 Jahre alt war.