Gildonus schrieb: Ich glaube nicht das die 4 bis 6 Jugendlichen, die eine nach Hilfe schreiende Frau durch Thingers gezogen haben, irgend etwas mit dem Mord zu tuen haben und das die schreiende Frau Sonja Hurler war. Ich glaube eher das Sonja Hurler auf dem Heiligkreuzweg unterwegs war und dort von einem Täter, wie auch immer, abgegriffen wurde. Sie könnte auch als Anhalterin unterwegs gewesen sein.
Das Verhalten der "Ohrenzeugen" war grob fahrlässig. Aber ich muss sagen, dass ich ein Jahrzehnt später in einer süddeutschen Großstadt am Rande des Kneipenviertels lebte - und wir hätten jeden Abend den Notruf wählen können, weil immer irgendwer gekreischt hat, manchmal hörte man Hilferufe, wachte auf, überlegte, den Notruf zu wählen und in der nächsten Sekunde war schallendes Gelächter. Die psychische Belastung bei sechs Jugendlichen wäre so hoch gewesen, dass vermutlich wenigstens einer später jemandem anvertraut hätte.
Samantha70985 schrieb:Ich komme aus der Gegend und mich wundert das Sonja eine Stunde durch Kempten lief und sie von niemandem gesehen wurde. Erst im Thingers, ca. 500 m Luftlinie vom Fundort entfernt gibt es erste Zeugenaussagen. Wie ist Sonja denn quasi unbemerkt durch Kempten gekommen.
Ich denke, es liegt auch daran, dass sie sehr jung war und die Altersgruppe, die sie kannte, zu der Zeit bereits im Bett war bzw. zu Hause. Stadtfest oder nicht, mit 13 galt man klar als Kind und das war ein Alter, wenn man da unterwegs war, doch eher mit Familie und dann um 22 Uhr heim. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Stadtfest nicht spätestens um 23 oder 24 Uhr endete. Gesehen wurde sie vermutlich schon, aber nicht "wahrgenommen".
Samantha70985 schrieb:Kann es nicht z.B. sein, dass sie getrampt hat und dort evtl. abgegriffen wurde. Der Täter wusste somit wohin sie möchte oder das jemand im geflügelten Rad mitbekommen hat, dass das Mädchen allein unterwegs ist.
Das kann ich mir auch vorstellen - allerdings wäre es für den Täter irgendwie unlogisch, sie auf der Strecke liegenzulassen. Eigentlich musste er ja davon ausgehen, dass sie in der gleichen Nacht noch vermisst wird und man dann als erstes die Strecke abläuft und absucht - da hätte man sie vermutlich gefunden. Er wusste ja auch nicht, wie häufig dieser Schuppen vom Besitzer aufgesucht wurde. Wenn, dann zeigt es, dass der Täter auch ein enges Zeitkorsett hatte, zufällig auf sie traf, sie dann als Tramperin mitnommen hat und dann die "Idee" für den Übergriff entstand. Eigentlich hatte der Täter aber gar keine Zeit (Ehefrau oder ähnliches), daher legte er sie dann ab und fuhr nach Hause.
Mantua schrieb:Der Stiefvater wurde erst nach ein paar Monaten verhört, nachdem man Sonjas Leiche gefunden hatte, wenn mich nicht alles täuscht. Davor ist man ja davon ausgegangen, dass sie weggelaufen ist, wie das leider Gottes oft der Fall war, wenn man ein Kind aus schwierigen Verhältnissen als vermisst melden wollte.
Da wurde ja auch angedeutet, dass ggf. eine Alkoholproblematik vorlag, d.h. seine Erinnerungen an die Nacht müssen nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmen.
sooma schrieb:Im Filmfall sind die beiden mit den Kleidungstüten in diese Gaststätte gegangen. Sonja ist dann mit dem Schlüssel abgehauen, die Mutter ist geblieben. Die Mutter taucht (wann?) bei ihrem Lebensgefährten (mit oder ohne Tüten?) wieder auf und fragt, ob Sonja "heimgekommen" sei. Es wird ein Streit dargestellt, in dem der LG der Mutter vorwirft, in der Kneipe geblieben zu sein und Sonja alleine gehen gelassen zu haben. Ob und wie die Mutter noch beim Haus der Oma war (mit oder ohne Tüten?), wurde meines Wissens nicht thematisiert. Der Schlüssel auch nicht.
Die Mutter muss ja gemerkt haben, dass Sonja nicht im Haus der Großmutter angekommen ist, daher muss sie ja, nach Darstellung von XY, vorher dort gewesen sein. Sie war ja nicht mehr in Besitz des Schlüssels - unklar ist, wie sie merkte, dass Sonja nicht einfach nur tief schlief, sondern sie ausschließen konnte, dass sie dort war - vielleicht hatten auch Nachbarn noch einen Schlüssel.
sören42 schrieb:Der XY Beitrag erwähnt einen damals möglichen Verdächtigen, gegen den bereits Anzeigen wegen Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung liefen. Aber zum einen erscheint es mir schwer vorstellbar, dass ein Mitglied so eines MC einen Sexualmord an einem Kind begeht. Zum anderen kennt die Polizei ja diese Person (steht bereits in den Akten), und somit wäre es ein Leichtes, einen DNA Abgleich durchzuführen.
sören42 schrieb:Dass die Mitglieder eines Motorrad Clubs keine Chorknaben sind, das will ich gern glauben. Dass sie sich an Kindern vergreifen, passt für mich dann wieder nicht so, weil sie auch einen (nach ihren eigenen Maßstäben!) Ehrenkodex haben, den sie auch nach innen und außen hoch halten, interne Schlichtung von Streitigkeiten, womöglich auch mit Gewalt bis hin zum Kapitalverbrechen, usw.
Gut, es gibt auch Priester, Ärzte, Jugendleiter, die Maßstäbe haben und diese überschreiten.