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Todesdrama am Großglockner

804 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sterbehilfe, Fahrlässige Tötung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesdrama am Großglockner

um 09:46
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Ich habe noch nie gehört von Bergsteigen bei Nacht. Ist das ein neuer Trend? Ist doch eigentlich völlig idiotisch. Selbst wenn er auf dem Tripp war, warum hat seine Partnerin den Unsinn mitgemacht?
Ich kenne das von besonderen Terminen, zum Beispiel an Silvester, wenn man das Feuerwerk hoch oben genießen will. Allerdings sind das, so wie ich das kenne, größere Gruppen, und keinesfalls der Schwierigkeitsgrad wie am Stüdlgrat. Meist kaum bis keine ausgesetzten Stellen, keine Kletterstufen, aber doch konditionell anspruchsvoll. Jedenfalls ist für Notfälle gesorgt, ebenso für Proviant für unterwegs und für Sekt und so was am Gipfel. Das wurde am Tag vorher von den "Leaders" hochgeschleppt. Und man spricht sich vorher ab, wer was besonderes mitnimmt. Das irritiert mich übrigens auch. Zum einen sagt T. man habe die Tour gemeinsam geplant, zum anderen kann er sich nicht daran erinnern, dass K. einen Biwaksack und Wärmedecken dabei hatte oder es war ihm in der Situation nicht mehr präsent. Wenn man im Vorfeld so was abspricht, dann vergisst man das doch nicht im Fall des Falles. Eigentlich ist das das erste, an was man in einer Notlage denkt.


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Todesdrama am Großglockner

um 10:43
Zitat von SillyramaSillyrama schrieb:Ich frage mich immer noch, was war um 0:35 Uhr mit K ?

War T bei dem Telefonat wirklich oben auf dem Gipfel? Ist er dann nochmal zu ihr zurück?

Wäre es möglich, dass die Situation um K erst nach 0:35 Uhr so extrem gekippt* ist?
Für Spekulation ist viel Raum, weil objektiv betrachtet - trotz des Prozesses letzte Woche - ein gewaltiges Erkenntnisdefizit bleibt: Was war wann und wer war wo...? Und sagt T.P. die Wahrheit?

Wir werden da bis zur nächsten Verhandlung vermutlich keine neuen Informationen bekommen.

Meine These: K.G. war um 0:35 Uhr bereits unrettbar verloren, bewusstlos, im Sterben oder tot. Sie hing schon im Seil. T.P. erkannte das und er wusste um sein Versagen. Er wollte Zeit gewinnen. Für sich.

Das ist für mich die einzige logische Erklärung, warum sich T.P. um 0:35 Uhr und danach so unschlüssig verhalten hat. Sich erst einmal selbst in Sicherheit bringen wollte (zumal er wusste, dass effektive Hilfe in der Nacht nicht kommen konnte). Sich tatsächlich ausgeruht hat, bevor die Wirklichkeit des nächsten Tages über ihn hereinbrach. Da ich ihn jetzt nicht als Psychopathen betrachten möchte, dürfte ihn die Tour, die Ereignisse, die Rettung seiner eigenen Haut extrem gestresst und emotional mitgenommen haben. Im Zustand absoluter körperlicher und seelischer Erschöpfung will man vielleicht tatsächlich nur schlafen.

Offen bleibt natürlich - und das ist vielleicht der neuralgische Punkt: Der missglückte/versehentliche/abgebrochene mutmaßliche Versuch, die 140 zu wählen (17 Uhr). Die "Tour ist zu Ende"-SMS an die Mutter von K.G (18 Uhr). Und das Ignorieren des Hubschraubers (22:30 Uhr). In diesen fünf Stunden haben sie sich mühselig den Grat hochgequält, stundenlang an einer schwierigen Stelle festhängend. Und nur wenige Höhenmeter bewältigt.

Für mich ist das größere Rätsel, was in dieser Zeit war, als die Beiden noch eine Seilschaft waren.


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Todesdrama am Großglockner

um 10:57
Zitat von svenskensvensken schrieb:Eine Sache noch, wurde evtl. schon diskutiert: Warum hat Kerstin nicht noch selbst einen Notruf abgesetzt, nachdem Thomas weg war und sie merkte, dss sie das nicht ueberleben wird, wenn nicht bald etwas geschieht? Hing sie bereits hilflos im Seil, kam an das Telefon nicht ran? Wenn sie nicht im Seil hing, sondern, wie er sagte, völlig entkräftet auf dem Vorsprung sass, hätte sie dann nicht wenigstens noch versucht 140, 112 oder ihre Mutter anzurufen? Es kann natuerlich sein, dass sie bereits so gezittert hat oder weggetreten war, dass sie das nicht mehr geschafft hat. Aber es wundert mich doch. Sehr seltsam. Irgendein Umstand muss sie daran gehindert haben
Ja Du sprichst hier sehr wichtige Umständ an @svensken
ihr Rucksack soll ja auch nicht so ordentlich richtig angebracht gewesen sein beim Leichenfund. Vielleicht versuchte sie ja noch, was aus ihrem Rucksack zu holen, etw. Handy oder diese Aludecke? Rutschte ab und fiel deshalb ins Seil?
Zitat von svenskensvensken schrieb:Irgendein Umstand muss sie daran gehindert haben. Sie muss ja bereits beim Hubschrauberanflug so fertig gewesen sein, dass sie es nicht mal mehr geschafft hat, denen ein Zeichen zu geben. Kurz danach muessen sich ihre Weg getrennt haben, darauf deuten die Lichtmuster hin. Und auch, dass man ihre Stirnlampe danach nicht mehr sieht deutet auf nichts gutes hin
Vermute auch, dass kurz nach der Hubschraubersichtung was Gravierendes passiert ist, der Verdacht liegt hier mMn. nahe, dass er sich ab da nicht mehr um sie kümmerte und einfach allein Richtung Gipfel weiter kletterte. Und danach - so mein weiterer Verdacht - wohl auch nicht mehr bei ihr war.
Die Frage würde nämlich auch an diesem Punkt lauten, wenn er schon da kein Seil mehr hatte, ob er vom Gipfel ohne Seil da wieder zu ihr runter klettern könnte?
Und wie Du richtig andenkst, dass ihre Stirnlampe ab da nicht mehr sichtbar war ist kein gutes Zeichen. Und einfach weiter gehen, wenn er grantig ist, zeigte er als Muster schon bei seiner Ex.
Zitat von svenskensvensken schrieb:Da ist doch was fauler als faul. In so einer Situation als T. nicht die Rettung zu alarmieren kann man nur als totale Gleichgueltigkeit oder gar Vorsatz interpretieren. Es muss irgendwelche Umstände geben, die der Richter kannte aber wir nicht, sonst kann man sich dieses Urteil nicht erklären
Mir kommt die ganze Fehlerkette eh so vor, als würde man auf völlige Hilflosigkeit der Frau G. hinarbeiten. Schon der sooo späte Start, die Klettereisen die schlecht passen auf ihren Boots, dann trägt er ihr Snowboard, wo es aber dann richtig schwierig wird und in der Dunkelheit ---> dann nicht.

Ich kann mir schon auch ein Szenario vorstellen, dass er Kerstin etwa schon am Frühstücksplatzerl öfter mal fragte: "Schaffst du es noch oder sollen wir umdrehen?"
Aber so eine Frage an sie wäre voll unsinnig, weil sie niemals in der Lage wäre dies richtig einzuschätzen.
Und das könnte ihr nachher auf den Kopf fallen, wenn ihr die Kräfte ausgehen - nicht mehr weiter kann - und er dann möglicherweisevoll grantig zu ihr sagt."Ich hab dich 100x gefragt ob du es schaffst, jetzt reiß dich endlich zusammen", also würden hier vielleicht noch zusätzlich Schuldgefühle ins Spiel kommen bei K.?


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Todesdrama am Großglockner

um 12:03
Zitat von SillyramaSillyrama schrieb:Weißt Du, an welcher Stelle des Bergprofils Kerstin ungefähr geborgen wurde?
Nein, das weiss ich leider auch nicht. Aber es wäre sehr interessant zu wissen, wo genau diese Stelle war.
Zitat von KarloSamtKarloSamt schrieb:Auf der Webcam kann man am 19.01.2025 von 10:10 Uhr bis 10:40 Uhr die Rettungskräfte an der Stelle beobachten. Das kann eigentlich nur die Bergung von Kerstin sein.
Das muss nicht die Stelle sein. Man sieht die Rettungsmannschaft in diesem Moment, es kann aber sein, dass sie danach noch etwas weiter abgestiegen sind, weil der Fundort ja scheinbar 50m unterhalb des Gipfels war. Da, wo die auf dem Foto stehen, sind es nicht 50m denke ich. Aber ich habe diese Stelle mal in die Darstellung uebernommen. Siehe anbei.
Skrmbild 2026-02-26 120117Original anzeigen (0,9 MB)


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Todesdrama am Großglockner

um 12:11
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Es klang im Prozess so, als wäre das Seil in dem sie hing, 10m über ihr fixiert gewesen. Da wäre sie üblicher Weise im Vorstieg gewesen sein
10 m gilt als tiefer Sturz und die Sicherung deshalb als schlecht gemacht. Die Kerstin G musste dann entsprechend die 10 m auf glattem steilen Fels klettern, wozu sie nicht in der Lage war, sie hatte auch wenig Klettererfahrung und war bereits vorher stark erschöpft.
Sie konnte ihren schweren Rucksack nicht lösen, was ebenfalls in Notsituationen wichtig ist.
Zitat von UTACUTAC schrieb:Ich kenne das von besonderen Terminen, zum Beispiel an Silvester, wenn man das Feuerwerk hoch oben genießen will. Allerdings sind das, so wie ich das kenne, größere Gruppen, und keinesfalls der Schwierigkeitsgrad wie am Stüdlgrat. Meist kaum bis keine ausgesetzten Stellen, keine Kletterstufen, aber doch konditionell anspruchsvoll. Jedenfalls ist für Notfälle gesorgt,
Das sind so Spaßtouren, beim TP war es eine Gewalt-Tour, wo man im Notfall nicht mal mehr Harakiri begehen kann.


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um 12:20
Fuer mich sieht es so aus, als stuenden die Retter um 10:20 Uhr in diesem Bereich (Sekunde 59 vom Video: Youtube: Großglockner Stüdlgrat | Speed-Rekord (Philipp Brugger)
Großglockner Stüdlgrat | Speed-Rekord (Philipp Brugger)
Externer Inhalt
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)

Die Kletterroute kommt von rechts unten. Im Winter sieht das natuerlich anders aus.


Bild2Original anzeigen (4,0 MB)


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Todesdrama am Großglockner

um 12:57
Das ist nach der Schlüsselstelle "große Platte". Mir scheint das nicht so unlogisch, dass sie gerade da dann völlig erschöpft war. Anfänger im Klettern ziehen sich mehr mit den Armen hoch, Geübtere drücken sich mit den Beinen hoch, sagt man. Die Kraft in den Armen hatte sie vielleicht noch nicht so, weil sie vom Berglaufen kam. Manche Leute vertragen die dünne Luft nicht so gut, es war ja das erste Mal über 3000m für sie, und wer weiß wie lange sie schon nichts gegessen hatte, weil die Tour länger dauerte, und man lieber nicht zu viel Volumen in den Rucksack packt.
Zitat von svenskensvensken schrieb:Warum hat Kerstin nicht noch selbst einen Notruf abgesetzt, nachdem Thomas weg war und sie merkte, dass sie das nicht ueberleben wird, wenn nicht bald etwas geschieht?
- Weil er schon da oben die Bergrettung angerufen hatte, und ihr übermittelte, dass jetzt kein Hubschrauber kommen kann.
Vielleicht war sie tatsächlich schon so fertig, sonst hätte sie wenigstens selbst den Biwaksack aus ihrem Rucksack genommen - falls sie nicht gestürzt ist bevor sie überhaupt den Standort erreicht hatte. Vielleicht ist sie ja abgestürzt als sie das versucht hat zu tun, weil sie den Rucksack am Schluss ja nicht richtig an hatte.
Zitat von DoverexDoverex schrieb:der Verdacht liegt hier mMn. nahe, dass er sich ab da nicht mehr um sie kümmerte und einfach allein Richtung Gipfel weiter kletterte. Und danach - so mein weiterer Verdacht - wohl auch nicht mehr bei ihr war.
Ich kann nicht glauben, dass er sie bei Erschöpfung über die Schlüsselstelle ohne Sicherung alleine klettern hat lassen. Und da hätte sie sich am Schluss also selbst fixieren müssen, sie hing ja im Seil.


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Todesdrama am Großglockner

um 13:04
https://www.servustv.com/aktuelles/v/aaj1asekzu4zwyrl04sy/

Hier wird ein Anwalt zum möglichen weiteren Verlauf interviewt.
Anscheinend hängt der in der Hauptsache davon ab, ob die Berufung wegen Nichtigkeit (Verfahrensfehler) zum Tragen kommt.


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um 13:06
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:- Weil er schon da oben die Bergrettung angerufen hatte, und ihr übermittelte, dass jetzt kein Hubschrauber kommen kann.
Das erscheint mir jetzt nicht stimmig:
mit "oben" ist doch das 0:35 Uhr Telefonat gemeint, oder? Für die Bergrettung war das kein Notruf, wie kann dann die Aussage im Raum stehen, dass "jetzt kein Hubschrauber kommen kann"?
Ist es denn Fakt, dass zu T explizit um 0:35 Uhr gesagt wurde, dass kein Hubschrauber kommen kann?


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Todesdrama am Großglockner

um 13:09
Zitat von SillyramaSillyrama schrieb:Ist es denn Fakt, dass zu T explizit um 0:35 Uhr gesagt wurde, dass kein Hubschrauber kommen kann?
Ja.
Das herauszufinden war für ihn offensichtlich Grund und Anlass seines Rückrufs zur Bergrettung.


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Todesdrama am Großglockner

um 13:13
@Silberstreif.
Dann ist es für mich jedoch wiederum unlogisch, dass das 0:35 Uhr Telefonat von der Bergrettung nicht als Notruf gesehen wurde.


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Todesdrama am Großglockner

um 13:15
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Er hätte bevor er Kerstin zurückließ nach der Telefonnummer schauen können, wenn schon kein Heli mehr kommt.
Die Kontaktnummer des Hauses ist übrigens eine Festnetznummer. Ich kann nachvollziehen, wenn man da nach Mitternacht sich nicht sicher ist, ob - wer immer im Haus schläft oder wessen Telefon das ist- auch abhebt, oder wo dieses Telefon sich überhaupt befindet.

@Sillyrama Man weiß nicht, was genau gesprochen wurde. Es steht Aussage gegen Aussage.


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Todesdrama am Großglockner

um 13:19
@Silberstreif.
vielleicht halte ich mich hier zu sehr an den Standardartikel, der alles auch stark zusammenfasst. Hier wird T angerufen anstatt selbst anzurufen. Desweiteren spricht er laut Artikel mit einem Polizist anstatt mit der Bergrettung.
Ein Polizist, der noch in der Nacht des Unglücks im Einsatz war, hatte den Angeklagten um 0.35 Uhr angerufen – da war bereits ein Hubschrauber zur Erkundung aufgestiegen gewesen. Auf die Frage, warum auf die Lichter des Helikopters nicht reagiert worden sei, habe der Angeklagte geantwortet: "Der Angeklagte habe am Telefon gesagt: "Wir brauchen heroben nichts vom Hubschrauber, es ist alles in Ordnung", sagte der Beamte aus. "Das war definitiv kein Notruf."
Quelle: https://www.derstandard.de/jetzt/livebericht/3000000308718/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet?responsive=false

...davon abgesehen, dass der Angeklagte antwortete "der Angeklagte habe...."


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Todesdrama am Großglockner

um 13:30
Zitat von parabolparabol schrieb:Tatsache ist, die Position wie sie da hing, war für die Experten rätselhaft, und zwar sowohl wenn man annimmt dass sie zum Zeitpunkt des Absturzes alleine unterwegs war als auch wenn der Angeklagte noch mit dabei war.
Dieser Satz liegt mir quer im Magen. Ich habe ihn so allerdings in diesem Artikel, auch sinngemäß, nicht gefunden. Es wurde nur von einer "komischen" Auffindesituation gesprochen.
Quelle:
Zitat von EichhörnchenEichhörnchen schrieb:Quelle: https://www.focus.de/panorama/grossglockner-drama-bergfuehrer-zweifeln-an-alibi-des-freundes-der-erfrorenen-33_24662c58-59ad-4435-a91f-7f9369a62d73.html
Dafür das:
Peter Suntinger, Glockner-Bergführer aus Heiligenblut, hatte schon wenige Tage nach dem Unglück gegenüber dem ORF erklärt, dass der Entschluss des 36-Jährigen, seine Partnerin am Glockner bei dem Erschöpfungszustand und den extremen meteorologischen Bedingungen allein zurückzulassen, "im Grunde ihr Todesurteil war".
Das ist doch eigentlich die Quintessenz von allem. Für mein Dafürhalten wurde aber im Prozess da immer drum herum geredet.


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um 13:30
Zitat von SillyramaSillyrama schrieb:Dann ist es für mich jedoch wiederum unlogisch, dass das 0:35 Uhr Telefonat von der Bergrettung nicht als Notruf gesehen wurde.
Ich zitiere aus dem Live-Ticker
Um 0.35 Uhr habe er einen Alpinpolizisten angerufen, "weil Kerstin nicht mehr weiterkam". Man habe ihm gesagt, dass kein Hubschrauber mehr kommen könne.

Warum hat Thomas P. keinen weiteren Notruf abgesetzt? Beim ersten Notruf habe man ihm gesagt, in Bewegung zu bleiben und dass kein Hubschrauber mehr kommen könne, erklärt der Angeklagte zum wiederholten Mal.

Nicht mehr erreichbar: Nach mehreren Versuchen der Alpinpolizei, mit dem Angeklagten Kontakt aufzunehmen, habe der Beschuldigte erstmals um 0:35 Uhr einen Alpinpolizisten angerufen. "Obwohl der Inhalt des Gespräches unklar geblieben ist, nahm der Angeklagte nicht noch einmal Kontakt zu den Rettungskräften auf.

https://kurier.at/chronik/tirol/grossglockner-prozess-landesgericht-innsbruck-urteil/403132538#google_vignette



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Todesdrama am Großglockner

um 13:46
Grias eng in die Runde!

Weiß dass jemand von Euch:

Warum ermittelt die Kriminalpolizei in diesem Fall nicht und warum wurde noch kein psychiatrisches Gutachten zb. Dr. Heidi Kastner erstellt?

Irgendwo hab ich gelesen, Kerstin G. u. Thomas P., begegneten einen Mann, der auch als Zeuge ausgesagt hat bei der Verhandlung, er habe sich kurz mit Thomas (!) unterhalten und ein "feines" (so stand es dort) Gespräch geführt.
Ich stelle mir die Frage, hat der Zeuge nur mit TP gesprochen oder auch mit Kerstin, und welchen Eindruck hatte er von Kerstin?
Ist dies in irgendeiner Weise bekannt?


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Todesdrama am Großglockner

um 13:47
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht Mal mit einer Hand dem Heli winken hätte können. Oder wenigstens mit dem Gesicht sich zuwenden.
Ich habe eigentlich im Ticker nach der Dauer der Überflüge gesucht (weil ich noch wusste, dass sie sehr kurz waren).
Der Richter kann es sich vorstellen, wie ich, nämlich, dass K. mit dem Greifen sehr überfordert war.
Und ich sehe weiterhin bestätigt, was ich schrieb: Die Besatzung konnte Ks. Zustand nicht einschätzen (s. u., Bergführer).
Wie denn auch, bei 4 – 6 Hubschrauberüberflügen mit jeweils wenige Sekunden Sicht auf K. und TP.

Und u. g., Zuerst sei es ziemlich stationär gewesen, danach eine sehr langsame Bewegung der beiden nach oben, kann man m. E. auch so interpretieren, dass TP Kerstin "motivierte", weiter zu klettern, um vor der Besatzung das Bild abzugeben, das sie hatte (s. u., letzter Satz)

Ihre blutende Hand wird beim Klettern Schmerzen verursacht haben. Sie hatte höchstens noch eine gesunde Hand (bei falschem Schuhwerk) und wollte evtl. durch Winken nicht den nächsten Seilpendler riskieren.
Ich könnte mir vorstellen, dass sie T. anflehte, er solle endlich ein Zeichen geben, und der aber zu ihr sagte, dass sie den schwierigen Part gleich geschafft haben.


Co-Pilot
Maximilian Werner 19.2.2026, 16:07
(…)
Auf Frage des Staatsanwalts gibt der Zeuge an, dass sie im Hubschrauber vier bis sechs Runden über die beiden Bergsteiger gedreht hätten – dabei hätten sie jeweils ein paar Sekunden Sicht auf die beiden Personen gehabt.
Quelle: https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

Polizei-Bergführer mit langjähriger Erfahrung:
Maximilian Werner 19.2.2026, 16:15
(…) Auch er war bei den Überflügen mit dabei und zeichnete ein Video auf. "Wie war für Sie die Situation?", fragt der Richter. Zuerst sei es "ziemlich stationär" gewesen, danach habe es aber eine "sehr langsame Bewegung nach oben" der beiden Bergsteiger gegeben.

Der Richter äußert den Eindruck (nachdem er mehrmals betont, kein Bergführer zu sein), "als wenn das kein flüssiges Klettern ist", und die Verstorbene "sehr überfordert", etwa mit dem Greifen beim Klettern, gewesen sei. "Den Zustand einschätzen" der beiden könne der Zeuge nicht.

Die Einschätzung sei aber gewesen, dass akut keine Notsituation vorgelegt sei, bejaht der Zeuge eine dementsprechende Frage des Richters. (…)
Quelle: https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

Im Gegensatz zur Besatzung kennen wir Ks. Zustand, ich ergänze meine vorherige Liste:
- durch den Seilhänger nach dem Frühstücks-Platzl viel Kraft verloren
- Lungenentzündung
- schon einige Stunden zu lang unterwegs
- Seilpendler, zusätzlicher Kraftaufwand
- Verletzungen
- Stunden lang weiterer Energieverlust durch Kälte
- vermutlich Unterzuckerung durch zu wenig Proviant (?)
- Dehydrierung, weil Tee gefroren war (?)
- ungeeignete Schuhe mit falschen Steigeisen verbrauchte zusätzliche Energie beim Aufstieg

- - - -
Zitat von WienermädlWienermädl schrieb:Irgendwo hab ich gelesen, Kerstin G. u. Thomas P., begegneten einen Mann, der auch als Zeuge ausgesagt hat
Hallo, ich glaube, das findest du schon auf den ersten Seiten des Threads, weil wir am 19.02. zeitnah aus den Tickern kopiert haben.
Oder auch -> Suchfunktion "Zeuge"


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Todesdrama am Großglockner

um 14:01
Peter Suntinger, Glockner-Bergführer aus Heiligenblut hatte schon wenige Tage nach dem Unglück gegenüber dem ORF erklärt
Er war aber bei der Bergung nicht dabei, wenn mich nicht alles täuscht. Diese Aussagen dass der Partner sie wärmen hätte müssen und nicht alleinlassen kamen immer von BergLeuten (vor dem Prozess), die ihre Auffinde-Position nicht gesehen haben, vielleicht auch mit der Alpinpolizie Kals gar nicht in Kontakt waren, wie der Peter Habeler zB.
Es wäre mal interessant, ob die welche dabei waren oder zumindest das Auffindefoto mit Umgebung kennen auch der Meinung sind, man hätte sie wärmen können, so wie sie da hing. Die Frage ist, ob der Partner zum einen alleine zu ihr abklettern hätte können ohne sich selbst zu viel in Gefahr zu begeben, und zum anderen kann man ja einen Biwaksack nur begrenzt anbringen wenn jemand im Seil hängt, und die Notfalldecke kann ich mir bei Sturm auch nicht so recht vorstellen. Hochziehen mit Flaschenzug konnte der Partner sie ja anscheinend nicht.

@watnu Naja, aber diese Zeugen sagten, dass sich beide Kletterer immer dann abgewandt haben vom Heli, wenn der Lichtkegel auf sie fiel.

@Wienermädl Mir ist nichts anderes untergekommen, als dass es hieß sie wären in normalem Tempo unterwegs gewesen. Die Herren gingen nebeneinander plaudernd, sie hinter ihnen.


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Todesdrama am Großglockner

um 14:27
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Es wäre mal interessant, ob die welche dabei waren oder zumindest das Auffindefoto mit Umgebung kennen auch der Meinung sind, man hätte sie wärmen können, so wie sie da hing. Die Frage ist, ob der Partner zum einen alleine zu ihr abklettern hätte können ohne sich selbst zu viel in Gefahr zu begeben, und zum anderen kann man ja einen Biwaksack nur begrenzt anbringen wenn jemand im Seil hängt, und die Notfalldecke kann ich mir bei Sturm auch nicht so recht vorstellen. Hochziehen mit Flaschenzug konnte der Partner sie ja anscheinend nicht.
Ich will jetzt die Beschreibung, wie Kerstin G. da hing, nicht wiederholen. Das haben Journalisten geschildert. Wenn ich das richtig verstanden habe, war ihre Position 10 Meter am Seil hängend, so dass man von oben ohne Weiteres nicht an sie herankam. Die Retter am Morgen kamen von unten.

Aber das ist mein Knackpunkt:

Wenn er sie auf dem Rucksack sitzend und mit dem Seil gesichert 50 Meter unter dem Gipfel gegen 02.00 Uhr zurückgelassen hat, dann stellen sich automatisch die Fragen: Warum nicht dort geblieben, warum nicht Decken und Biwaksack, warum sie nicht gewärmt, warum sie ohne Proviant zurückgelassen, warum alleine zum Gipfel und zur Hütte?

Hat er sie am Seil hängend zurückgelassen, dann stellen sich diese Fragen nicht, sondern nur: Warum ist es soweit gekommen?

Der Richter meinte ja auch, Auffindesituation und Schilderung des Thomas P. gehen sich nicht aus. Es könne nicht so gewesen sein, wie er es geschildert habe. Denn dann müsste Kerstin G., nachdem sie von ihrem Begleiter vor 02:00 Uhr verlassen worden war, versucht haben, sich irgendwie aufzuraffen und sich abzuseilen. Was schwer vorstellbar ist, wenn sie - wie von P. angegeben - schon "auf allen Vieren gekrochen" wäre. Und es ist ja vom Hubschrauber schon beobachtet worden, dass es "statisch" bzw. "sehr langsam" voran ging. Also waren um 22:30 Uhr auch schon keine großen Reserven mehr da.

Meine These: Thomas P. hat seine Begleiterin an der Stelle gesehen, in der sie aufgefunden worden ist. Bevor er weiter aufstieg. Das hat er nur deshalb nicht zugegeben, weil die Umstände, die dazu führten, strafrechtlich schwerer wiegen als ein das Zurücklassen, das ihm vorgeworfen wurde und für das er verurteilt wurde.


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Todesdrama am Großglockner

um 14:42
Zitat von DoverexDoverex schrieb:Die Frage würde nämlich auch an diesem Punkt lauten, wenn er schon da kein Seil mehr hatte, ob er vom Gipfel ohne Seil da wieder zu ihr runter klettern könnte?
Wissen wir, ob sie nur ein Seil dabei hatte? Vielleicht hat er sie mit einem kürzerwn gesichert und das längere für seinen Aufstieg genutzt?
Zitat von DoverexDoverex schrieb:Ich kann mir schon auch ein Szenario vorstellen, dass er Kerstin etwa schon am Frühstücksplatzerl öfter mal fragte: "Schaffst du es noch oder sollen wir umdrehen?"
Aber so eine Frage an sie wäre voll unsinnig, weil sie niemals in der Lage wäre dies richtig einzuschätzen.
Und das könnte ihr nachher auf den Kopf fallen, wenn ihr die Kräfte ausgehen - nicht mehr weiter kann - und er dann möglicherweisevoll grantig zu ihr sagt."Ich hab dich 100x gefragt ob du es schaffst, jetzt reiß dich endlich zusammen", also würden hier vielleicht noch zusätzlich Schuldgefühle ins Spiel kommen bei K.?
Genau so stelle ich mir das auch vor!
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Ja.
Das herauszufinden war für ihn offensichtlich Grund und Anlass seines Rückrufs zur Bergrettung.
Aber hat er das noch in ihrem Beisein erfahren und ihr mitgeteilt (geh jetzt) oder oben auf dem Gipfel (und auf bereits vorher verlassen)?


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