LillyLego schrieb:Ich habe das Gefühl, dass das sehr milde Urteil auch damit zusammen hängen könnte, dass der Richter auch hochalpin unterwegs war, vielleicht kannte man sich oder den Vater und es hätte eine gewisse Befangenheit geprüft werden müssen.
Nein, denn der Richter hat ja sehr deutlich gemacht, dass es auch eine andere Variante gäbe, die für ihn wesentlich schärfere Konsequenzen hätte - die er aber nicht sicher annehmen kann. Einiges lässt darauf schließen, aber eben nicht mit entsprechend hoher Wahrscheinlichkeit. Es passt ja nicht wirkliches alles zusammen - egal welche Variante man annimmt.
Wenn Du Dir den ZDF Beitrag anhörst, dann verstehst Du evtl. eher, was es mit dem Bergführer als Gefälligkeit auf sich hat.
sunrise2008 schrieb:Ihrer Mutter schrieb sie um ca 18 uhr, dass sie bereits wieder unten seien... wahrscheinlich zur Beruhigung.
So wie ich es verstanden habe, waren ihre Eltern ja auch im Thema Bergbesteigung und die Mutter hätte ab einer bestimmten Uhrzeit ggf. selbst Hilfe organisiert, wenn sie die Tochter immer noch oben auf dem Berg weiß.
LillyLego schrieb:Ich glaube, dass die Frau den Notruf absetzen wollte und das vielleicht sogar heimlich und deswegen nicht die richtige Taste gefunden hat, weil sie unter Drill und Beobachtung stand. Und wahrscheinlich wurde sie sogar unter Druck gesetzt, dem Hubschrauber Zeichen zu geben.
Ich finde die 9 jetzt nicht so nah bei der 0 - hätte sie es dann aber auch nicht nochmal versucht? Als sie der Mutter getextet hat, muss er das ja mitbekommen haben. Da wäre es einfach gewesen, nochmal den Notruf zu wählen (und zu überprüfen, ob der vorher durchging).
Der Druck wird eher eigener Natur gewesen sein - ihm nicht die Tour vermasseln, sie schafft das schon u.ä. Und ab dem Frühstücksplatz hatte sie ja keine Wahl mehr, außer ihm weiter hinterher zu kraxeln. Egal wie fit sie war, am Frühstücksplatz hängt das Schild mit der expliziten Warnung, wenn Du bis hier mehr als 3 Stunden gebraucht hast, kehre um, weil Lebensgefahr. Sie hatte 4 1/2 Stunden gebraucht und ab da wurde es ja nur noch schwieriger und es gab keine Abbruch- oder Umkehrmöglichkeit.
Er hätte hier spätestens die Reißleine ziehen müssen, aber ihr muss doch auch klar gewesen sein, dass sie das nicht schafft - dass kein Proviant da ist, dass es ihre Möglichkeiten übersteigt - oder hat sie sich von der optischen Nähe des Gipfels täuschen lassen?
Sie wäre halt der Spielverderber gewesen, die es "nicht geschafft" hätte - so wie die Mutter sie beschrieb, hatte sie aber auch einen eigenen Antreiber, der sie dann ggf. über Grenzen gehen lies.