sallomaeander schrieb:Ich finde die Vorstellung, dass sich ein Suizident, der über einen Pkw verfügt, in einer Großstadt zu Fuß und/oder mit der Bahn auf den Weg macht, um sein Vorhaben in die Tat zu setzen, um dann anschließend nicht gefunden zu werden, ein wenig unrealistisch.
Warum denn nicht? Wenn ich vermeiden will, dass ich gefunden werde, wäre es sehr dumm, das Auto in der Nähe stehen zu lassen. Denn so ein Auto fällt nun mal auf.
Also müsste ich mich vom Abstellort des Autos aus noch ein ganzes Stück weit wegbewegen, damit man vom Autofundort nicht auf die Leiche schließen kann. Und wenn ich, sagen wir mal, irgendwo auf einem Waldparkplatz halte, komme ich zu Fuß nicht so unglaublich weit.
Und wenn ich irgendwo am Stadtrand halte und dann mit dem Zug weiterfahre - ja, dann kann ich auch gleich von zu Hause aus mit Bus/Bahn losfahren. Dann hat, um es mal platt zu formulieren, meine Familie auch keinen Ärger damit, das Auto wiederzubekommen. Und muss dann nicht denken: "Ja, damit ist er gefahren als er...."
Der Vorteil einer Großstadt ist ja gerade, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln ganz gut über die Runde kommt.
Mr.maschaun schrieb:Ob es eine Lebensversicherung gab ist Spekulation. Sollte es eine geben wäre es aber sicher ungünstig Suizid zu begehen... da sollte man lieber weg sein und falls möglich für tot erklärt werden...
Das stimmt so aber nicht mehr. Klauseln, wonach die Lebensversicherung bei Suizid nicht zahlt, sind ungültig. Es gilt nur die übliche Wartefrist nach dem Abschluss.
https://joehnke-reichow.de/2023/05/10/zahlt-die-lebensversicherung-nach-einem-suizid/(gibt im Netz noch weitere Belege)
Außerdem wäre es dann klüger, das Ganze wie einen Unfall aussehen zu lassen, dann hätten die Angehörigen nicht die Mühe und Wartezeit mit der Todeserklärung.
sören42 schrieb:So sieht es aus - es ist absolut unverständlich, das finde ich auch, zumal auch ein Kapitalverbrechen im Raum steht. Spätestens, wenn der Aufruf in XY ungehört verhallt, sollte öffentlich mit dem offenbar vorhandenen Bildmaterial nach dem Mann gesucht werden.
Ja, aber hier wird allgemein davon ausgegangen, dass die Bilder so gut sind wie professionelle Portraits und dass jeder den Mann darauf erkennt. "Wir haben Bilder aus einer Überwachungskamera." kann auch heißen "Bilder im Halbdunkel, unscharf und von hinten" mal überspitzt gesagt.
In dem Fall kann es klüger sein, erst einmal Druck aufzubauen "Wenn Du Dich nicht meldest, dann veröffentlichen wir die Bilder!" in der Hoffnung, dass sich der Betreffende dann meldet weil er kalte Füße bekommt. Weil er auch glaubt, dass ihn dann jeder wiedererkennt.