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6fach Mord von Stade

383 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Jugendamt, Stade ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

6fach Mord von Stade

gestern um 15:40
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Der Beschuldigte hat womöglich geschwiegen während der Haft. Würde heißen, man hätte von ihm selbst nicht viel erfahren.
Ich meine, es wurde relativ früh gesagt, dass er Aussagen gemacht hat. Und der andere soll er ja gesagt haben, dass er sich nach der Tat suizidieren wollte, aber keine Munition mehr hatte.
Zitat von Salamander32Salamander32 schrieb:Aus welchem Grund war er allein untergebracht – sofern er tatsächlich allein untergebracht war?
Ja, eine von sehr vielen Fragen.
Soweit ich weiß, bin mir aber nicht sicher, wird eben gerade bei Personen, die suizidgefährdet sind darauf geachtet, dass die nicht alleine untergebracht werden
Zitat von Salamander32Salamander32 schrieb:Warum erfolgte keine engmaschigere Überwachung?
Die einzige Erklärung dürfte eigentlich sein, dass irgendjemand ihn als nicht mehr Suizid gefährdet eingeschätzt hat.
Denn bei suizidgefährdung wird das Programm Gefahren, was du oben auch zitiert hast, sehr engmaschige Bewachung, regelmäßig in die Zelle schauen, teilweise wohl alle 15 Minuten jeweils mit Licht anmachen, auch nachts.
Ich erinnere mich, dass das in der Anfangszeit nach der Inhaftierung von Daniela Klette bei ihr durchgeführt wurde.
Auch da gab es erhebliche Proteste durch ihren Anwalt.


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6fach Mord von Stade

gestern um 15:46
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Auch da gab es erhebliche Proteste durch ihren Anwalt.
Wofür ich Verständnis habe. In meinen Augen ist das Folter.
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:regelmäßig in die Zelle schauen, teilweise wohl alle 15 Minuten jeweils mit Licht anmachen, auch nachts.
Noch mehr: der Häftling muss sich lebend melden. Atmen reicht nicht. Eine Rückmeldung braucht es. Das macht einen doch wahnsinnig.


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gestern um 15:50
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Ich meine, es wurde relativ früh gesagt, dass er Aussagen gemacht hat. Und der andere soll er ja gesagt haben, dass er sich nach der Tat suizidieren wollte, aber keine Munition mehr hatte.
Stimmt, an diese Aussage kann ich mich erinnern. Und es erschien mir unglaubwürdig, da er ja auf der Flucht wohl noch aus dem Wagen geschossen hat.

Dann hab ich mich da getäuscht.


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gestern um 16:21
Der 45-Jährige befand sich den Angaben zufolge in Einzelhaft.
https://www.n-tv.de/panorama/Stade-Moerder-wird-in-Gefaengnis-tot-aufgefunden-id31109290.html

Ich stelle fest: Es liegen Angaben vor, wonach er nach der Tat beabsichtigte, sich das Leben zu nehmen. Ihm drohen eine lebenslange Freiheitsstrafe sowie die Anordnung der Sicherungsverwahrung. Er wird in einer Einzelzelle untergebracht, in der es ihm möglich ist, einen Suizid zu begehen.


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gestern um 17:47
@Salamander32
Die Staatsanwaltschaft hatte noch gestern Auskunft auf Nachfrage z mutmaßlichen Täter herausgegeben. Der Mann hatte keinerlei Aufenthaltstitel für Deutschland.,Geboren zwar mal in Deutschland, aber er hatte ausschließlich die Türkische Staatsbürgerschaft.

https://www.berliner-zeitung.de/article/stade-taeter-aufenthaltstitel-haftbefehl-tuerkei-10217769

Zusätzlich gab es den offenen Haftbefehl aus der Türkei:
Ich verstehe ja nicht so viel davon, aber als was war er dann hier? Als Kindsvater auf Besuch? Als Tourist? Visa mit Begrenzung? Verheiratet war er hier ja wohl nicht. Hat das Kind seinen Aufenthalt hier begründet? Dann kann er hier ja auch keiner Arbeit nachgegangen sein, oder gar Leistungen bezogen haben. Mir ist das alles schleierhaft. War er zu Besuch? Auf der Durchreise nach seiner Flucht aus der türkischen Haft?
Und das alles müsste doch zu klären zu sein? Zumindest wovon der hier gelebt mit Baby und Kindesmutter.


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6fach Mord von Stade

gestern um 17:50
Also der Hinweis, dass er versuchte, sich nach der Tat noch vor Ort umzubringen, der drang ja recht früh durch.

Warum sperrte man ihn nicht eine geeignete Zelle?

Es sollte so sein, dass ein Suizid nur noch dann stattfinden kann, indem er sich den Kopf an der Wand so zerschlägt, dass er an den Hirnblutungen stirbt.

Erhängen nach einem Sechsfachmord ist so ein feiger, bequemer und billiger Ausweg. Das hat er nicht verdient.

Und das jetzt Verschwörungstheorien kursieren werden: Tja, selbst schuld. Die Steilvorlage, dass gewisse Politiker nun froh sein könnnen, diesen unliebsamen Fall ganz einfach loszuwerden, die ist nunmal da.


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6fach Mord von Stade

gestern um 19:40
Der Täter beging den Suizid unmittelbar nachdem die 24-Stunden-Überwachung endete.
Nach NDR Informationen gab es mehrere Gespräche mit dem sozialpsychiatrischen Dienst der JVA Bremervörde. Da der mutmaßliche Täter aber offenbar keinen weiteren Anlass für eine engmaschige Beobachtung gab, wurde die 24-Stunden-Videoüberwachung nicht weiter fortgeführt. Sie unterliegt strengen juristischen Vorschriften. In der Folgenacht (heute morgen) soll der Gefangene dann Suizid begangen haben. Das Justizministerium hatte mitgeteilt, dass der Mann um kurz nach 6 Uhr tot in der Einzelzelle aufgefunden worden war.
Quelle:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/suizid-im-fall-stade-erst-gestern-endete-die-24-stunden-ueberwachung,stade-360.html


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6fach Mord von Stade

gestern um 19:47
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Soweit ich weiß, bin mir aber nicht sicher, wird eben gerade bei Personen, die suizidgefährdet sind darauf geachtet, dass die nicht alleine untergebracht werden
Das habe ich auch schon gehört, aber da muss man erst mal einen haben, der dazu bereit ist und der muss aber auch mal schlafen. Das ist also auch keine sichere Nummer.
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Warum sperrte man ihn nicht eine geeignete Zelle?
Weil das eher menschenunwürdige Bedingungen sind, wenn man diesen Schilderungen folgt, die nicht ewig andauern können.
Zitat von Salamander32Salamander32 schrieb:Das gibt es. Liegen Hinweise auf eine Suizidgefährdung eines Inhaftierten vor, entscheidet ein Richter kurzfristig darüber. In solchen Fällen kann eine Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum angeordnet werden – mit Bodenöffnung für Ausscheidungen, ansonsten nur Matratze, Papierdecke und Papierunterwäsche.
Nachtrag:
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Der Täter beging den Suizid unmittelbar nachdem die 24-Stunden-Überwachung endete.
Ich lese es jetzt erst. Auch diese Überwachung muss natürlich irgendwann aufgehoben werden.


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gestern um 20:15
Zitat von emzemz schrieb:Das habe ich auch schon gehört, aber da muss man erst mal einen haben, der dazu bereit ist und der muss aber auch mal schlafen. Das ist also auch keine sichere Nummer.
Ich kenne mich mit Haftfragen nicht aus und müsste das erstmal recherchieren. Ich habe es aber so in Erinnerung, dass es teilweise Unterbringungen in 4 Personen Zellen gibt. Keine Ahnung ob das tatsächlich stimmt.
Allgemein hört man aber ja auch, dass die Gefängnisse, auch die Untersuchungsgefängnisse überbelegt sind.
Da stellt sich für mich umso mehr die Frage, warum ausgerechnet dieser Täter in einer Einzelzelle untergebracht wurde.
Zitat von emzemz schrieb:Auch diese Überwachung muss natürlich irgendwann aufgehoben werde
Ich persönlich sehe kein großes Problem darin, längerfristig eine Videoüberwachung laufen zu lassen.
Anscheinend ist das aber juristisch schwierig, das länger anzuordnen.
Sollte man vielleicht noch mal drüber nachdenken, ob die Regelung so ausreichend tragfähig ist.
Hier war sie es jedenfalls nicht.

Für mich ist auch die Frage, warum es von 24 Stunden Videoüberwachung direkt auf überhaupt gar kein Monitoring gehen muss. Und wie gesagt, warum ausgerechnet dieser Täter in einer Einzelzelle untergebracht war.

Für mich ist auch unverständlich, dass sich die Personen, die das zu entscheiden hatten, von diesen Täter so einfach haben täuschen lassen.

Erstens war bekannt, dass er schon im Vorfeld Suizidabsichten geäußert hatte.

Und zweitens war ebenfalls bekannt, dass er wohl durchaus in der Lage war seine wahren Absichten und seine Persönlichkeit zu verschleiern und Menschen zu täuschen. Siehe die "Patentante", die ihn ja offenbar für einen "besonnenen" Menschen gehalten hat.
Da hätte man vielleicht zweimal hin gucken müssen, und sich nicht einfach so einlullen lassen von ein bisschen Gerede von Studienabsichten nach der Haft.
Außerdem soll er konkrete Lebenspläne geäußert haben, etwa den Gedanken, im Anschluss an die Haft zu studieren oder ein Buch schreiben zu wollen.
"Im Anschluss an die Haft" lag in sehr, sehr, sehr weiter Ferne, das dürfte ja wohl allen klar gewesen sein, sowohl dem Täter als auch den den Personen, die über die Beendigung seiner Überwachung entschieden haben.
Wie kann man so ein Gelaber ernst nehmen.
Ein Buch schreiben....klar doch...


Quelle:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/suizid-im-fall-stade-erst-gestern-endete-die-24-stunden-ueberwachung,stade-360.html

Mich empört das sehr, dass mit dem Suizid des Täters, den Angehörigen der Opfer, die Möglichkeit einer umfänglichen juristischen Aufarbeitung und eine angenessene Bestrafung des Täters genommen wurde.
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Und das jetzt Verschwörungstheorien kursieren werden: Tja, selbst schuld.
Naja, wer genau ist Schuld?
Ich glaube ich weiß schon was du meinst, und hatte auch den Impuls dir zuzustimmen, aber Fakt ist ja eigentlich das jetzt haben die Gutachter verkackt.
Denen es wiederum egal sein dürfte, ob das irgendwelchen Politiker:innen in den Kram passt oder nicht.


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6fach Mord von Stade

gestern um 20:25
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Ich kenne mich mit Haftfragen nicht aus und müsste das erstmal recherchieren. Ich habe es aber so in Erinnerung, dass es teilweise Unterbringungen in 4 Personen Zellen gibt. Keine Ahnung ob das tatsächlich stimmt.
Hier ist zu unterscheiden zwischen Untersuchungs- und Strafhaft. Bezüglich der Untersuchungshaft brachte meine Recherche folgendes Ergebnis:
" Für männliche Inhaftierte stehen maximal 105 Haftplätze in der Untersuchungshaft zur Verfügung. Diese sind auf drei Vollzugshäuser verteilt. Die Inhaftierten werden grundsätzlich einzeln - im Ausnahmefall auch gemeinschaftlich - untergebracht."
Spoilerhttps://www.justizvollzugsanstalt-hannover.niedersachsen.de/startseite/themen/vollzug/untersuchungshaft/die-untersuchungshaft-in-der-jva-hannover-82295.html#:~:text=F%C3%BCr%20m%C3%A4nnliche%20Inhaftierte%20stehen%20maximal%20105%20Haftpl%C3%A4tze%20in%20der%20Untersuchungshaft%20zur%20Verf%C3%BCgung.%20Diese%20sind%20auf%20drei%20Vollzugsh%C3%A4user%20verteilt.%20Die%20Inhaftierten%20werden%20grunds%C3%A4tzlich%20einzeln%20%2D%20im%20Ausnahmefall%20auch%20gemeinschaftlich%20%2D%20untergebracht.

Hier lag wohl kein Ausnahmefall vor.


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6fach Mord von Stade

gestern um 20:37
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Aber selbst wenn nun der ( mutmaßliche?) Täter sozusagen nicht mehr belangt werden kann, sich aus der Affäre gezogen hat, wird doch hoffentlich weiter ermittelt bzgl evtl Mittäterschaften oder möglicher Beihilfe?
Die armen Opferangehörigen und alle anderen unmittelbar Betroffenen. Nun müssen die auch noch damit leben, dass sie kaum oder keinerlei Gerechtigkeit bekommen, durch Anklage und Prozess und Urteil.
@calligraphie

Bitte erklär mir diese Passage.

Dieser Täter hat mutmaßlich seine eigene Tochter in der Türkei vergewaltigt und wird dort mit nationalem Haftbefehl gesucht. Er zeugt in Deutschland ein weiteres Kind. Das Kind kommt ins KH, mutmaßlich Kindswohlgefährdung. Das Kind kommt in eine Einrichtung. Ein Sorgerechtsstreit entbrennt. Der Täter richtet im Anschluss 6 unschuldige Menschen. Nun hat er sich selbst gerichtet.

Was bedeutet "sich aus der Affäre ziehen"? Die Aussicht wäre in Deutschland eine lebenslange Haftstrafe, die Aussicht wäre bei Auslieferung an die Türkei eine lebenslange Haftstrafe, möglicherweise mit Folter. Seine Inhaftierung, eine Anklage, ein Urteil machen keinen einzigen Toten ungeschehen und Fragen würden mMn. auch nicht beantwortet werden, die diese Tat auch nur im Ansatz nachvollziehbar machen würden.

Weder gibt es im Anschluss Diskussionen darüber, dass der dt. Staat nun auch noch für ihn aufkommen muss, somit der Steuerzahler, noch wäre emöglicherweise ein Urteil als gerecht empfunden worden. Noch dazu die Last der Tat, 6 Menschen getötet zu haben und die schändlichen Taten an seinem eigenen Fleisch und Blut. Da kann man nicht sagen, dass ein Freitod ein sich aus der Affäre ziehen ist. Es ist die Hoffnungslosigkeit und die Ausweglosigkeit.

Welche Antworten gäbe es, die ihren Schmerz hätten lindern können? Gäbe es diese? Ganz ehrlich mal? Ich kann entsprechend weder die Enttäuschung darüber nachvollziehen, dass keine Anklage erhoben werden kann, noch dass er keiner gerechten Strafe zugeführt werden konnte.
Suizid zu begehen, hat auch nichts mit Feigheit zu tun. Der ganze Fall ist von blindem Aktionismus und blinder Wut getrieben. Der Suizid überrascht mich ehrlich gesagt überhaupt nicht.

Welche Form der Gerechtigkeit gäbe es für die Hinterbliebenen? Ich bin absolut gegen die Todesstrafe - hier hat der Täter sich diese selbst auferlegt.
Ein höheres Urteil gibt es nicht, auch wenn er dieses selbst gesprochen hat.

Es gibt hier nur Opfer auf allen Seiten, aller Hinterbliebenen. Viel Kraft den Angehörigen.


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gestern um 20:40
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Da stellt sich für mich umso mehr die Frage, warum ausgerechnet dieser Täter in einer Einzelzelle untergebracht wurde.
naja Mord oder auch Totschlag sind bei Menschen hohe Hemmschwellen. Wenn die einmal gefallen ist...so jemand kannst dann ja nicht mit einen X beliebigen anderen Häftling in die Zelle packen wo gerade während der Untersuchungshaft die Zündschnur meist eh schon sehr kurz ist. Bei solchen Kapitaldelikten gibt's denke ich daher in der Regel Einzelhaft.


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gestern um 20:44
Zitat von Salamander32Salamander32 schrieb:Hier lag wohl kein Ausnahmefall vor.
Tja...was soll man dazu sagen

Allerdings saß der Täter so ich das jetzt verstanden habe, gar nicht in Hannover in der JVA sondern in Bremervörde.
Aber vermutlich gelten da die selben Regeln, da selbes Bundesland.


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gestern um 20:45
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Absolut. Der hat sich feige aus der Verantwortung gezogen. Dass er die Möglichkeit dazu bekam, ist ein Unding.
Unding?

Du kannst einen Inhaftierten nicht 24/7 beobachten und ihn damit vom Suizid abhalten.

Isso. Machste nix.


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gestern um 20:54
Zitat von Cassandra71Cassandra71 schrieb:Du kannst einen Inhaftierten nicht 24/7 beobachten und ihn damit vom Suizid abhalten.
Als ich das schrieb, waren diese neuen Infos noch nicht bekannt.
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Der Täter beging den Suizid unmittelbar nachdem die 24-Stunden-Überwachung endete.
Es gab also eine angeordnete 24 Std Video Überwachung, die aber beendet wurde.


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gestern um 21:02
Zitat von Cassandra71Cassandra71 schrieb:Du kannst einen Inhaftierten nicht 24/7 beobachten und ihn damit vom Suizid abhalten.

Isso. Machste nix.
Ich verweise nochmal auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (Man kann ihn nicht dauerhaft daran hindern; zugleich scheint es ein Recht zu sein, das ihm grundsätzlich zusteht.). Wünschenswert wäre eine Klärung, ob dessen Aussagen tatsächlich auch für Untersuchungshäftlinge gelten und damit eine gesetzliche Einschränkung oder Einführung entsprechender Regelungen verfassungsrechtlich sogar ausgeschlossen wäre.
Zugleich bin ich unschlüssig, ob es überhaupt sachgerecht ist, das Recht auf Selbsttötung als Ausdruck autonomer Selbstbestimmung in solchen Konstellationen zu begrenzen. Wer nicht mehr leben möchte, muss dieses Recht grundsätzlich ausüben können.
Andererseits gibt es Handlungen, die für mich moralisch rechtfertigen, einem Menschen dieses Recht zu entziehen; in solchen Fällen überwiegt für mich das Aufklärungsinteresse der Gemeinschaft gegenüber dem "Recht auf Selbsttötung".
Wenn dieses Aufklärungsinteresse hinreichend erfüllt ist, sollte in meinen Augen anschließend jeder wieder frei darüber entscheiden dürfen, sich einer Strafe durch Selbsttötung zu entziehen. Für Hinterbliebene stellt sich die Frage, ob es tatsächlich befriedender ist, wenn der Täter nicht stirbt, sondern über Jahre hinweg – finanziert durch die Allgemeinheit – in menschenwürdigen Verhältnissen lebt und versorgt wird, obwohl er anderen genau diese Möglichkeit genommen hat.
Ein Mörder sollte nach einer gewissen Zeit die Möglichkeit erhalten, selbstbestimmt zu entscheiden, sich durch Selbsttötung aus dieser Welt zu verabschieden. So sehe ich das.
Zitat von Salamander32Salamander32 schrieb:Gleichzeitig ist festzuhalten, dass sich nach meinem Verständnis auch Untersuchungshäftlinge grundsätzlich suizidieren dürfen.
"a) Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben.
b) Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen. Die Entscheidung des Einzelnen, seinem Leben entsprechend seinem Verständnis von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz ein Ende zu setzen, ist im Ausgangspunkt als Akt autonomer Selbstbestimmung von Staat und Gesellschaft zu respektieren."
Quelle: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/02/rs20200226_2bvr234715.html



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gestern um 21:17
Es gibt in diesem grausamen Szenario noch ein Opfer, das bis jetzt noch nicht viel erwähnt worden ist und doch vielleicht der Mensch ist, dem das vielleicht größte Leid bevorsteht. Es ist das Kind des Mörders. Es hat in seinem bis jetzt noch so kurzem Leben schon viel Schweres erfahren müssen (evtl. Schütteltrauma und Notoperation.) Wie wird seine Zukunft sein? Wird es das Stigma ertragen können, das Kind eines sechsfachen Mörders zu sein und indirekt die vollkommen undschuldige Ursache für dieses entsetzliche Geschehen? Damit will ich das Leid der Angehörigen der Opfer nicht schmälern, es ist furchtbar, aber das geht mir einfach nicht aus dem Sinn.

Ich wünsche diesem Kind viel Kraft und liebevolle Begleiter auf einem trotz allem lebenswerten Weg.


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6fach Mord von Stade

gestern um 21:18
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Ach du liebe Güte. Das war es dann wohl. Ich habe gerade gestern darüber nachgedacht, warum man so gar nichts hört, zu den Ermittlungen, der Fahrerin zb und der leiblichen Kindsmutter.
Ich vor zwei Stunden zu meiner Mutter: „Der sechsfach - Mörder von Stade hat sich suizidiert.“

Meine Mutter: „In Stade ist ein Mord passiert?“

Weniger kann ein Sechsfach - Mord in Deutschland beinahe nicht medial begleitet werden, wie die Erschiessung von sechs meist jungen Menschen. Was wir in den letzten Wochen in der deutschen Medienlandschaft erlebt haben, war beredtes Schweigen. Dabei liefert diese Mehrfachmord obskure Details wir einen AMG Mercedes und dessen Verschenkung.

Da wird nicht mehr viel berichtet werden. Wenn in einem Jahr die Begriffe „Mehrfachmord Stade“ medial doch mal aufploppen, wird der Großteil der Deutschen sich fragen, ob da diesbezüglich nicht was war. Meiner alten Mutter sagt „Mehrfachmord Stade“ schon jetzt nichts.


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6fach Mord von Stade

gestern um 21:20
"Nun ist er nun mal tot. Bitte gehen Sie weiter."

Deutschland 2026


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gestern um 21:26
Zitat von AnalystAnalyst schrieb:Weniger kann ein Sechsfach - Mord in Deutschland beinahe nicht medial begleitet werden, wie die Erschiessung von sechs meist jungen Menschen. Was wir in den letzten Wochen in der deutschen Medienlandschaft erlebt haben, war beredtes Schweigen. Dabei liefert diese Mehrfachmord obskure Details wir einen AMG Mercedes und dessen Verschenkung.
Zitat von antheanthe schrieb am 16.07.2026:In einem Interview mit der Mopo hat es eine Jugendamtsmitarbeiterin bitter und pointiert zusammengefasst:
„Wenn sechs Polizisten tot wären, wäre der Aufschrei wohl größer“
Quelle (frei lesbarer Teil des Bezahlartikels): https://www.mopo.de/hamburg/jugendamtsmitarbeiter-in-stade-erschossen-wenn-sechs-polizisten-tot-waeren-waere-der-aufschrei-wohl-groesser/4862819
Und der öffentliche Aufschrei darüber, dass ihm ein Suizid möglich war und die Einschätzung seiner fehlenden Suizidgefährdung somit falsch gewesen ist, wird ebenfalls ausbleiben. Im „besten Deutschland, das wir je hatten“.


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