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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

603 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mordfall, Memmingen, daniel emminger ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

07.08.2026 um 21:35
Zitat von antheanthe schrieb:Ein anderer User hat den Verdacht geäußert, dass eine Erbengemeinschaft der Verpächter sein könnte.
Angesichts des baulichen Zustandes des Gebäudes halte ich das auch für plausibel. Die Erben werden selber keine Landwirtschaft mehr betreiben, anderswo schon Wohneigentum besitzen, haben die landwirtschaftlichen Nutzflächen an noch aktive Landwirte verpachtet und waren vermutlich froh, dass sich jemand für den Hof in dem Zustand interessiert hat.
So kann man die Entscheidung, was damit passieren soll, erstmal vertagen, muss sich nicht um das Haus kümmern, keine Investitionen tätigen und hat dennoch ein kleines Zusatzeinkommen damit generiert.
Könnte natürlich sein, obwohl ich es zumindest bei uns in der Ecke so kenne, dass der Hof immer an den ältesten Sohn/Tochter geht und die anderen ausgezahlt werden. Wie das in Süddeutschland ist, weiß ich aber selbstverständlich nicht.

Es gibt ja auch noch andere Konstellationen, wie z.B keine Nachkommen und es geht dann an eine Geschwister oder Nichten/Neffengemeinschaft. Trotzdem könnte der Nachbar dort bereits interveniert und seinen Unmut geäußert haben.

Es muss schon eine größere Sache gewesen sein, von der mehrere Menschen wussten, da dort gleich "das große Besteck" aufgefahren wurde.

Vielleicht waren ja bereits Anzeigen anhängig. Nur wäre das nicht alles zu offensichtlich? Und dann auch noch mit einem Gewehr. Irgendwie alles zu simpel, um wahr zu sein. Wir wissen auch einfach viel zu wenig, um das einschätzen zu können.


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07.08.2026 um 21:42
@Elin-Haru
Das ist der Unterschied zwischen Anerbenrecht und Realteilung. Das Anerbenrecht ist eher im Nord-, Nordwest- und Ostdeutschen Bereich gültig. Durch die dortigen Höfeordnungen ist geregelt, dass der Hof nur an einen Erben (den Anerben) geht, während die weichenden Geschwister mit relativ geringen Beträgen abgefunden werden sollen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Hofes zu erhalten.
Das Gegenteil, nämlich die Realteilung, die von der Gleichberechtigung aller Geschwister ausgeht, ist eher im süddeutschen Raum maßgebend. Hier wären wir dann bei der Erbengemeinschaft....


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07.08.2026 um 21:51
@Gast_01

Sehr interessant, wie das genau benannt wird und das es tatsächlich einen Unterschied in den Regionen gibt.


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07.08.2026 um 21:57
@Elin-Haru
Ein Ausflug in deutsche Rechtsgeschichte und -realität. Wenn Du mehr wissen möchtest, wirst Du unter den jeweiligen Suchbegriffen erschlagen.
Für diesen Fall: Eine Erbengemeinschaft als Hofeigentümer ist nicht ausgeschlossen.


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

07.08.2026 um 22:06
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich denke die Entnahme des Wassers aus dem Bach könnte schon problematisch gewesen sein, aber dann im Zusammenhang mit der Bewässerung seiner Permakultur, nicht im Zusammenhang mit dem Festival.
Das wundert mich auch, im letzten Dürresommer bei uns in der Gegend (landwirtschaftlich geprägt) wurde ein Landwirt dabei "erwischt", dass er aus einem unserer Schwarzwaldflüsse regelmäßig abends heimlich Wasser entnommen hat, um seine Felder zu wässern. Kann nun keine unendlich hohe Menge gewesen sein, gab aber eine heftige Strafe.

Daher wundert mich das ein wenig. Wasserintensiver Anbau, die Festivals, keine Kanalisation ... Dass da nichts passierte.
Zitat von Bayer91Bayer91 schrieb:Da wird im vornhinein ein kräftiger Disput zwischen DE und dem Täter geherrscht haben mit wahrscheinlich exakt dem Wortlaut: " Wenn du diese beschi**enen Seminare nicht abstellst, dann knallts! "
Ja, wenn da echt jedes Wochenende Dutzende Leute anreisten, abreisten, eventuell nachts noch lange wach waren, war das mit Sicherheit ein Problem. Wir wissen ja nicht, wie die Entsorgung der Fäkalien lief, vielleicht hat er sich auch um die Grundwasserqualität Sorgen gemacht. Interessant wäre auch, wie der Nachbar das denn mit Wasserversorgung und Kanalisation geregelt hat.
Zitat von Elin-HaruElin-Haru schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass der Nachbar den Pachtgeber informiert hat, dass dort seines Erachtens nach eine vertragswidrige Nutzung stattfand und der nicht so reagiert hat, wie vom Nachbar erhofft. Eine Kündigung des Vertrages wäre ggf. eine Lösung des lieben Friedens willen gewesen. Aber wer rechnet schon damit, dass das vermeintlich so gelöst werden könnte.
Wenn der Hof lange leer stand, war der Vermieter vielleicht froh, dass das Anwesen verpachtet war.
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Dass er den Hof dann pachten konnte, habe sich dann so ergeben, weil er dort viel Potential sah für seine Idee vom autarken Leben und solidarischer Landwirtschaft.
Wir haben gerade einen ähnlichen Fall in der Familie: Tante kam ins Altenheim und ließ den Hof zurück, alles kleiner. Interessanterweise konnte man das stückchenweise ganz gut vermieten bzw. verpachten. Größere Felder nahmen die großen Höfe in der Nähe, der Garten und die Streuobstwiese haben Gartenfans gefunden (ähnlich wie beim Opfer), nur das Haus steht leer. Das ist nun echt ein Problem, zumal die Gebäudeversicherung in die Höhe geschossen ist.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Das Gegenteil, nämlich die Realteilung, die von der Gleichberechtigung aller Geschwister ausgeht, ist eher im süddeutschen Raum maßgebend. Hier wären wir dann bei der Erbengemeinschaft....
Ich wohne im Süden, wird die Landwirtschaft weiter betrieben, dann geht sie in der Regel an den Ältesten. Was aber hier oft ist, wie bei uns in der Familie: Niemand will weitermachen, Tante nun im Altenheim, es würde absolut ihr Herz brechen, wenn sie den Verkauf miterleben würde. Daher hat man die Felder etc. nun verpachtet, dass sie ein Einkommen generieren, sie hat noch Erspartes und wir wären ehrlich froh, wir hätten jemanden wie das Opfer, der sich um das Haus kümmert. Das ist nämlich irgendwie Anziehungspunkt für alle möglichen Leute, die vermutlich einfach neugierig sind. Zweimal wurde eingebrochen, vermutlich Urbexer, nichts Schlimmes passiert, wir haben aber echt Angst, dass mal gezündelt wird oder ähnliches. Ist schwer zu sichern ...


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07.08.2026 um 22:08
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ein Ausflug in deutsche Rechtsgeschichte und -realität. Wenn Du mehr wissen möchtest, wirst Du unter den jeweiligen Suchbegriffen erschlagen.
Für diesen Fall: Eine Erbengemeinschaft als Hofeigentümer ist nicht ausgeschlossen.
Habe jetzt auch einmal etwas gegoogelt, da ich das wirklich alles sehr interessant finde.

Dabei habe ich s.u. gefunden. Wenn jetzt z.B. die Erben von Daniel das Konzept weiterführen würden, wäre dem vermeintlichen Täter eher nicht geholfen. Natürlich nur in Anbetracht des vermuteten Motivs.
Beim Tod eines Pächters geht der Pachtvertrag grundsätzlich auf die Erben über, läuft aber nicht immer einfach unbegrenzt weiter. Das Gesetz unterscheidet hier zwischen dem allgemeinen Pachtrecht (z. B. für Landwirtschaft oder Gewerbe) und speziellen Sonderfällen wie Kleingärten.
Quelle: Google KI


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07.08.2026 um 22:15
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Wenn der Hof lange leer stand, war der Vermieter vielleicht froh, dass das Anwesen verpachtet war.
Vor allen Dingen, bei dem Zustand. Ohne Anbindung an Strom und Wasser.

Bei uns im Nordwesten hat der älteste Sohn eines Bauern die älteste Tochter eines großen Gehöfts geheiratet und ist dort hingezogen. Seine Ländereien und die Häuser hat er alle verpachtet, der zwei Jahre jüngere Bruder wurde abgefunden, obwohl er gerne alles übernommen hätte. Die Mutter wohnt jetzt ganz alleine im Haupthaus und ihr gehört nichts mehr. So kann es auch gehen. Bekloppte Regelungen m.E..


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

07.08.2026 um 22:27
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich denke die Entnahme des Wassers aus dem Bach könnte schon problematisch gewesen sein, aber dann im Zusammenhang mit der Bewässerung seiner Permakultur,
Das denke ich auch - aber sowohl als auch.
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:wir wären ehrlich froh, wir hätten jemanden wie das Opfer, der sich um das Haus kümmert.
Wenn ein Stück Land dabei ist und vielleicht ein Stall, Schuppen oder Scheune, findet sich doch bestimmt ein interessierter Pferdehalter! Da gibt es soooo viele, die suchen, überall.


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07.08.2026 um 22:53
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Wenn ein Stück Land dabei ist und vielleicht ein Stall, Schuppen oder Scheune, findet sich doch bestimmt ein interessierter Pferdehalter! Da gibt es soooo viele, die suchen, überall.
Diehaben aber meist gewisse Ansprüche an die Verkehrsanbindung, an eine gewisse Grundausstattung mit Strom- und Wasserversorgung, Modernisierungszustand, sind durch einen Job räumlich gebunden, die Fläche muss arrondiert sein etc. etc.
Und wenn man nur vermieten/verpachten will, müsste man vorher halt noch jede Menge für Renovierung und Modernisierung reininvestieren. Und das ist als Erbengemeinschaft halt oft wirklich kompliziert zu regeln.


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07.08.2026 um 23:04
Zitat von Elin-HaruElin-Haru schrieb:Seine Ländereien und die Häuser hat er alle verpachtet, der zwei Jahre jüngere Bruder wurde abgefunden, obwohl er gerne alles übernommen hätte.
Reden die Brüder noch miteinander?


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

07.08.2026 um 23:13
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Und das ist als Erbengemeinschaft halt oft wirklich kompliziert zu regeln.
Jupp, da kann ich ein Lied von singen... das heißt: Willst du jemanden wirklich kennenlernen, musst du mit ihm erben...


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07.08.2026 um 23:19
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Im Youtube-Video sagt DE, dass sie durch den Tipp seines Vaters auf den Hof gekommen sind.
Video - ab 30:44
Er sagt, dass sie durch seinen Schwiegervater an den Hof gekommen sind.


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

07.08.2026 um 23:30
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Er sagt, dass sie durch den Schwiegervater an den Hof gekommen sind.
Der Sohn von Daniel wird der einzige Erbe sein, falls es kein anders lautendes Testament gibt. Ein Pachtvertrag wird normalerweise vererbt. Weiß man, ob dort schon jemand anders wohnt? Will da überhaupt noch jemand wohnen, wäre wahrscheinlich die bessere Frage.

Besonders für Angehörige kaum vorstellbar, außer man sieht nur das, was er dort geschaffen hat und kann den Mord ausblenden. Die Ex Frau hat ihn gefunden, als Vormund des Kindes, ist es für sie sicherlich unvorstellbar dort zu wohnen.

Es ist alles so furchtbar.


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07.08.2026 um 23:36
Zitat von Elin-HaruElin-Haru schrieb:Weiß man, ob dort schon jemand anders wohnt? Will da überhaupt noch jemand wohnen, wäre wahrscheinlich die bessere Frage.
Ich halte das für ausgeschlossen, dass dort aktuell
jemand wohnt.
Solange der Verdacht gegen den Nachbarn nicht vollständig ausgeräumt ist, hätte ich außerdem Angst, der nächste auf der Abschussliste zu sein.


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07.08.2026 um 23:44
Zitat von antheanthe schrieb:Ich halte das für ausgeschlossen, dass dort aktuell
jemand wohnt.
Solange der Verdacht gegen den Nachbarn nicht vollständig ausgeräumt ist, hätte ich außerdem Angst, der nächste auf der Abschussliste zu sein.
Ja, das sehe ich genauso. Es ist nur unglaublich schade, um all die schönen Dinge, die Daniel dort gebaut und angelegt hat. Auch wird im April schon einiges gesät worden sein.

Natürlich ist das alles erstmal nebensächlich, aber gewisse geschaffene Werte werden dort wahrscheinlich verfallen, auch die ideellen Werte. Ich hoffe sie finden/überführen den Täter bald.


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

08.08.2026 um 09:30
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Wenn ein Stück Land dabei ist und vielleicht ein Stall, Schuppen oder Scheune, findet sich doch bestimmt ein interessierter Pferdehalter! Da gibt es soooo viele, die suchen, überall.
Da habe ich Einblick, da meine Freundin auf einem Hof lebt, der auf Pferdehaltung spezialisiert ist. Das ist nicht so einfach, da Pferde hohe Ansprüche an Umzäunungen etc. haben. Man hält sie nun auch nicht mehr in Boxen, sondern moderne Pferdehaltung beinhaltet auch Auslauf. Anspruchsvolle Freizeitreiter wollen dann auch eine Möglichkeit, das Tier bei schlechten Wetterbedingungen zu bewegen, sprich Halle. Dann gibt es auch bei Pferden Zivilisationskrankheiten wie Rehe, etc., mit besonderen Ansprüchen an die Haltung, etc. Die wenigsten Reiter schaffen es täglich zum Pferd, da erwarten sie schon, dass jemand die Pferde bei einem aufziehenden Unwetter von der Koppel holt, etc.


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08.08.2026 um 16:49
Zitat von Elin-HaruElin-Haru schrieb:Der Sohn von Daniel wird der einzige Erbe sein, falls es kein anders lautendes Testament gibt. Ein Pachtvertrag wird normalerweise vererbt
Ja. Aber langsam...es gibt ja auch noch den Verein und vielleicht ist der Verein der Pächter des Hofes. Könnte doch sein.

Und zum Thema Pferdehaltung oder Nachnutzung:
Solange nicht geklärt ist, was sich dort genau zugetragen hat, wird der Eigentümer vielleicht nicht neu verpachten können.
War der Verein Pächter, muss dieser überlegen, wie es weiter gehen soll. Hinzu kommt, der Hof mit den Fragen, die hier diskutiert wurden (Wasserentnahme aus einem Bach, ggf. fehlende/unzureichende Abwasserlösung etc.) ist jetzt vielleicht auch Thema der örtlichen Behörden.


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08.08.2026 um 20:57
sagt mal hat er in diesem Megahaus wirklich ganz alleine gewohnt? keine Untervermietung etc? ich kann mir das irgendwie schwer vorstellen…


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08.08.2026 um 21:13
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:sagt mal hat er in diesem Megahaus wirklich ganz alleine gewohnt? keine Untervermietung etc? ich kann mir das irgendwie schwer vorstellen…
Weiß man nicht, wie lange er da alleine gelebt hat. Anfangs waren ja noch Frau und Kind mit ihm dort.
Die Frage ist auch, wieviel von der Hütte wirklich in bewohnbarem Zustand war, besonders in den nicht gerade milden Allgäuer Wintern.


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