MissMary schrieb:Wenn dann Sonntagnachmittags acht Kinder die Straße als Gemeinschaftsraum nutzen, während wir uns eigentlich freuen wollen, dass unsere Kinder groß und leise sind und uns entspannen - da entstehen auch Aggressionen, das kann ich dir versichern - und nicht nur bei uns. Da alles im privaten Rahmen ist und keine Gesetze überschreitet, können wir auch nur aushalten.
Das sind doch normale Herausforderungen des Lebens, mit denen wir alle mitunter zu tun haben.
Deswegen richtet man niemanden hin.
Da müssen noch ein paar Faktoren dazu gekommen sein. Entweder in den Umständen oder in der Persönlichkeit des Täters.
Wissen wir alles nicht.
GrafOskar schrieb:Aber man sollte dann doch eine Antenne dafür entwickeln wann es zuviel werden könnte.
Es nützt ja nichts wenn dann auf dem Grabstein steht "... aber er hatte Recht" oder "... er hatte Vorfahrt".
So klingt es als wäre die Verantwortung beim Opfer zu verorten.
Vermutlich aber hat Daniel E diesen tödlichen Gewaltausbruch des Täters nicht kommen sehen.
Wer rechnet denn damit, dass eine Konfliktpartei einen Streit mit einer tödlichen Waffe beenden wird?
Eine aus meiner Sicht interessante Frage wäre, ob jemand aus dem Umfeld des Täters die Intensität der Eskalation mitbekommen hat.
Sofern er in irgendeiner Weise sozial eingebunden war und nicht ein völlig einsamer Wolf, wird er sich wohl auch mal über den sich zuspitzenden Konflikt ausgekotzt haben. War das für irgendjenanden absehbar, dass es in Gewalt münden wird?
Und damit meine ich jetzt keine tödliche Gewalt. Denn mit so einem Ausbruch rechnet vermutlich niemand.
Oder ging es vielleicht doch um etwas viel persönlicheres, wie rasende Eifersucht, worüber vielleicht nicht unbedingt offen geredet wurde?