jeangreen schrieb: Anscheinend gab es gestern Vormittag eine weitere Absuche rund um den Hof.
Gut, das Problem ist, dass der Tatverdächtige vermutlich damit rechnet. Wenn es eine alte, unregistrierte Waffe war, war ihm auch klar, dass die verschwinden muss - dann ist sie vermutlich nicht mehr auf seinem Anwesen. Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe haben eine Werkstatt zur Reparatur von kleinen Schäden, da ist es vermutlich kein Problem, die Waffe zu zerlegen und dann in sichererer Entfernung in Kleinteilen zu entsorgen. Blöderweise reicht vermutlich ein Besuch in der nächsten Kleinstadt und die Entsorgung dort über den normalen Hausmüll, alternativ kann man sie auch tief irgendwo im Wald vergraben ... dann ist sie weg und es wäre ein riesiger Zufall, wenn sie wieder auftaucht.
Snook schrieb:Er hat Gelegenheitsjobs gehabt, die er aufgrund seiner Fähigkeiten auch schnell erhalten hat. Er war also nicht selbstständig mit dem Hof, aber es ist anzunehmen, dass es finanziell immer besser ausgesehen hat, denn der Kauf des Hofes war auch ein Thema.
Allerdings sind die Jobs (Workshops, Gartenbau) ja extrem saisonabhängig. Gerade im Allgäu sind die Temperaturen durchaus etwas ruppig, da geht nicht viel, solange die Nachtfröste nicht sicher aufgehört haben. Interessant wäre schon was er in der Zeit von November - März gemacht hat. Er war ja ein junger, agiler Mann mit Visionen.
Mea schrieb:Ich denk mir, wie hier schon mehrfach erwähnte, die Person wird um die Lebensumstände und Gewohnheiten von D. E. gewusst haben. Ich denke, der Zeitpunkt der Tat war vielleicht nicht zufällig gewählt. Die Tat passierte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. In der Woche vor Ostern. Vermutlich waren wegen der Wetterverhältnisse grad keine Camper da.
Es war vermutlich auch das letzte Zeitfenster vor dem Spätherbst 2026, das er nutzen konnte. Danach war er wohl ziemlich eingespannt mit Workshops, eigenen Projekten, Gartenbauaufträgen. Zudem war es auch das letzte Zeitfenster, wo sicher keine last-minute-camper auf dem Hof auftauchten. Allerdings wissen wir auch nicht, ob es der erste Versuch war.
Mea schrieb: Veranstaltungen waren auch grad keine, die hätten erst nach Ostern wieder gestartet.
Was mich etwas wundert, war die lange "cool down" Phase. Der Konflikt, wenn es so ist, wie die Polizei vermutet, hat sich ja wegen der Veranstaltungen ergeben. Da waren nun einige Monate nichts, d.h., so ein Konflikt entspannt sich ja auch. Eventuell hat der Täter dann durch den Internetauftritt erfahren, dass es fast jedes Wochenende Veranstaltungen gibt und hat rot gesehen?
321meins schrieb:Ich ebenfalls nicht. Wenn ich es richtig sehe gibt es aber Unterschiede der Wirkung auf das Ohr in Bezug auf die Zeit in der der Lärm auf das Ohr wirkt, gemessen wohl in ms. Da die Polizei von mehreren gefundenen Projektilen spricht
Ehrlich gesagt denke ich, dass der Täter das auf dem Schirm hatte und entsprechend vorgesorgt hat. Natürlich ist es unpraktisch, wenn ich nachts in ein fremdes Haus einbreche, brauche ich mein Gehör, um sicher zu sein, dass das Opfer schläft. Wenn ich dann noch meine Ohrenschützer hervornestle und aufziehe, kostet das wertvolle Sekunden. Aber wenn ich entsprechend vorbereitet bin, ist es das sicher in der Tatausführung "wert".
321meins schrieb:Bei einem Explosionstrauma hören sich die Auswirkungen für mich schon ziemlich stark an
Ja, aber ich denke, das ist dem Täter bekannt, v.a., wenn er waffenkundig ist.
jeangreen schrieb:So wie ich es verstehe, gilt die Entbindung der Schweigepflicht, wenn z.B. ein Mord geplant ist und der Arzt davon weiß. Wie genau es sich in diesem Fall hier verhalten würde, weiß ich nicht. Ein womöglicher Hörsturz bei einem Patienten wäre aber ja noch kein Beweis dafür, dass diese Person überhaupt der Mörder ist!
Ich denke, es gibt einige solche "naja" Beweise in dem Fall. Dankenswerterweise hat ja jemand die Schonzeiten gegoogelt: Man konnte problemlos noch auf die Jagd gehen und das sogar begründen "musste noch zwei Rehe eliminieren, da die Schonfrist kurz darauf anfing". Dann kann man auch Schmauchspuren, etc. gut begründen.
jeangreen schrieb:Ich frage mich bezüglich des Todeszeitpunkts auch immer noch, wie man das so genau eingrenzen konnte? Denn gefunden wurde DE ja erst am 3.4. Natürlich kann man in etwa den Todeszeitpunkt bestimmen anhand der Leiche; aber doch wahrscheinlich nicht, dass es eben in dieser Nacht passiert ist und nicht beispielsweise auch um 11.00 Uhr des 1.4.... Dafür muss es ja konkrete Anhaltspunkte geben.
Ich denke, es war eine Mischung aus einigen Faktoren. Interessant wäre, wie geheizt wurde. Viele dieser alten Höfe heizen einfach mit Holz und Kohle. Da gibt es einen Kachelofen mit Schamottsteinen, um die Wärme zu speichern und das Hauptschlafzimmer ist im Stock über der Küche, damit es gleich Wärme abbekommt. Wenn das da auch so war, brannte das Feuer über Nacht aus, d.h. der Tote lag zwei Tage ziemlich gut "gekühlt", was die Leichenstarre etc. etwas verzögert. Ist dann vermutlich einfacher, als wenn es bollenheiß war (vgl. Goerde-Morde), da waren die Leichen fast schon mumifiziert und man konnte nicht man die Todesursache sicher feststellen, wenn ich mich richtig erinnere.
Dann hatte er ja ein Business, wo viel über Onlinekontakte bzw. -buchungen ging. Da können dir viele Leute ein Lied davon singen, dass potentielle Kunden sehr gerne absolut zeitnah eine Antwort bekommen, da schätze ich, er hat in festen Intervallen gecheckt, ob Buchungen etc. eingingen. Idealerweise vor dem Schlafen gehen und beim Aufwachen. Zudem hatte er übers Handy sicher auch private Kontakte, viele Leute checken abends und morgens regelmäßig ihre WhatsApp Nachrichten.
Last but not least der Mageninhalt ...
jeangreen schrieb:Also vielleicht wurde da doch etwas gehört... Oder aber, andere Personen versuchten da schon, DE vielleicht vergeblich zu erreichen oder er hatte Termine, die er nicht mehr wahrnahm...?
Gehört und gehört sind zwei Dinge. Es gibt Leute mit sehr tiefem Schlaf. Zudem ist es ja so, dass du eine Aufwachphase hast. In meinem Nachbarhaus wurde mal eingebrochen und ich bin auch aufgewacht, vermutlich vom Einwerfen der Terassentür. Das habe ich aber nicht mitgeschnitten. Ich wurde wach, war verwirrt, hab auf die Uhr geschaut, bin aufgestanden, habe nach den Kindern geschaut, hab weitergeschlafen. Du kannst das in dem Moment überhaupt nicht einordnen, was dich nun geweckt hat ... je nachdem, wie zeitnah die Schüsse aufeinander folgten ...
sarachasauce schrieb:Ich komme selbst vom Dorf und wohne auch nicht weit von dem besagten Ort entfernt. Ich muss ehrlich sagen, wenn hier mal ein Schuss fällt, ist das für uns nichts besonders Ungewöhnliches, gerade wenn man am Dorfrand in Richtung Wald wohnt. Da hört man durchaus mal einzelne Schüsse oder auch mehrere hintereinander.
Es war auch Anfang April, die Fenster geschlossen, ... natürlich hätte man im Nachbarhaus etwas gehört, aber durchaus gedämpft ...