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Mordfall Hinterkaifeck

47.408 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Hinterkaifeck, Hinterkeifeck, Sechsfach Mord, Einödhof
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

16.09.2020 um 21:25
sooma
schrieb:
Wenn es sich um einen der damals wohl üblichen, kleinen Abreisskalender handelte, kenne ich es auch nur so, dass das Blatt am Abend abgerissen und die Rückseite gelesen wird.
Ich kenne auch Leute, die das Blatt erst in er Früh abreißen. Von daher kann eigentlich der Kalender kein zuverlässiges Indiz sein.



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Mordfall Hinterkaifeck

16.09.2020 um 21:46
@off-peak
Richtig. Es schliesst kein der Möglichkeiten aus.



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Mordfall Hinterkaifeck

17.09.2020 um 12:11
Hat jemand mal von diesem dort berichteten Fall gehört? Ab ca. min 14 wird er behandelt. Ich musste sofort an Hinterkaifeck denken dabei...

Wenn Väter zu Mördern werden



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Mordfall Hinterkaifeck

17.09.2020 um 12:15
@jeangreen

Könntest Du den Fall und den Inhalt auch mal kurz in eigenen Worten schildern? Nicht jeder hat Zeit oder Muße, sich ständig durch Videos zu quälen.
Es gibt Leute, die tatsächlich noch lesen können.



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Mordfall Hinterkaifeck

17.09.2020 um 12:42
Lothar
schrieb:
2.) Nach meiner Meinung, ich lass mich gerne berichtigen, haben Renner und Reingruber das
Original aus dem Jahr 1922 bestätigt.
margaretha
schrieb:
Die Unterschriften von Renner und Reingruber befanden sich auf dem Schriftstück aus 1922,
Danke für Eure Antworten.
margaretha
schrieb:
I. Die weitere Verfahrensweise, dass die Rein-oder Schönschrift zum Akt/zur Akte sowieso kommt
D.h. Auch "II" wurde am 7.4.22 von gleicher Hand in diese Abschrift geschrieben. Und am gleichen Tag von Renner und Reingruber in München unterschrieben. So verstehe ich das jetzt.

Also ich stell mir das jetzt so vor:

Am Freitag, den 7.4.22 noch vor 10h und noch vor der 2. Sektion am 7.4.22 setzt sich jemand von der StA in Neuburg an das Telefon (bzw. viel eher lässt er ein Telefonat veranlassen).
Hierzu drückt dieser StA-Mensch dem Telefonisten in Neuburg einen Zettel in die Hand und sagt: Bitte rufe unverzüglich München an und diktiere diesen Zettel.

Um 10h geht beim Münchner-Telefonisten der Fernspruch ein (kurz und knapp), mit dem Inhalt, welche Verletzungen an welchen der Menschen am Vortag, dem Do den 6.4.22, im Zuge der erster Sektion festgestellt wurden.

Daraufhin geht der Telefonist zu Dr Merkel, welcher auch in München sitzt, um ihn "in Kenntnis" über diese 3 Verletzungskomplexe zu setzen, die am Vortag ermittelt wurden.

Anschließend schreibt der Telefonist oder jemand anders, der für solche Abschriften zuständig war, den Inhalt des Fernspruchs aufs Papier, schreibt eine weitere Info hinzu, dass Dr. Merkel in Kenntnis gesetzt wurde, schreibt auf den Zettel "II" etc. und rennt wieder eine Etage höher (bildlich gesprochen) zu den Herren Renner und Reingruber, die dann beide zur gleichen Zeit mindestens im gleichen Gebäude sind, und lässt sie das Dokument unterschreiben.

D.h. am 7.4.22 irgendwann ab der Mittagszeit aller frühestens, läge Renner und Reingruber die erste offizielle Meldung vor, welche Verletzungen bei den 3 Opfern im Groben vorlagen.

Nicht nur läge ihnen die erste Meldung vor, sondern auch die erste ärztlich gestützte Kenntnis darüber.

Auch Dr Merkel würde demnach erstmals Kenntnis über die ersten Resultate der ersten Sektion haben.

Ab Kenntnis dieser Verletzungsmuster, hätten Renner und Reingruber an diesem Freitag dann noch Zeit gehabt sich mit Dr Merkel persönlich über diese zu unterhalten. (Mit wem auch sonst?)

Sektion 2 folgte dann im Verlauf des Freitags, 7.4.22.
Die Köpfe oder Kalotten wären dann noch am gleichen Tag nach Beendigung der Sektion nach München gebracht worden zur Präparation (dh. Obduktionen komplett abgeschlossen am 7.4.22).

Am Freitag Abend/ Nacht befänden sich:
1. Dr. Aumüller wieder in Neuburg a.d.D.,
2. Die Leichen in Gröbern,
3. Herr Renner wieder in Neuburg a. d. D. (es folgt das Wochende),
4. Herr Reingruber nach wie vor in München.
5. Herr Dr Merkel in München.
6. die Köpfe oder Kalotten in München.

Am 8. und 9.4.22 ist Wochenende.

Am Montag, den 10.4.22 wird der Renner-Bericht in Neuburg geschrieben an seinen Vorgesetzten in Augsburg.

Und Renner hat am 10.4.22 mittlerweile Kenntnis von einer nicht vorliegenden Schwangerschaft bei "der jungen Frau" Viktoria Gabriel.

----------

😄Ach ja, was mir noch aufgefallen ist :

Frl. Bü und Frl. Jü ergeben zusammen ausgesprochen das türkische Wort "Büyü" für "Fluch".
(sieht so aus, als ob die beiden wohl punktuelle türkisch Kenntnisse hatten - der Zufall wäre zu groß, wenns nicht so wäre).



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Mordfall Hinterkaifeck

17.09.2020 um 19:02
@Blaubeeren

Im Großen und Ganzen stelle ich mir das auch so vor.
Blaubeeren
schrieb:
Um 10h geht beim Münchner-Telefonisten der Fernspruch ein (kurz und knapp), mit dem Inhalt, welche Verletzungen an welchen der Menschen am Vortag, dem Do den 6.4.22, im Zuge der erster Sektion festgestellt wurden.

Daraufhin geht der Telefonist zu Dr Merkel, welcher auch in München sitzt, um ihn "in Kenntnis" über diese 3 Verletzungskomplexe zu setzen, die am Vortag ermittelt wurden.

Anschließend schreibt der Telefonist oder jemand anders, der für solche Abschriften zuständig war, den Inhalt des Fernspruchs aufs Papier, schreibt eine weitere Info hinzu, dass Dr. Merkel in Kenntnis gesetzt wurde, schreibt auf den Zettel "II" etc. und rennt wieder eine Etage höher (bildlich gesprochen) zu den Herren Renner und Reingruber, die dann beide zur gleichen Zeit mindestens im gleichen Gebäude sind, und lässt sie das Dokument unterschreiben.

D.h. am 7.4.22 irgendwann ab der Mittagszeit aller frühestens, läge Renner und Reingruber die erste offizielle Meldung vor, welche Verletzungen bei den 3 Opfern im Groben vorlagen.

Nicht nur läge ihnen die erste Meldung vor, sondern auch die erste ärztlich gestützte Kenntnis darüber.

Auch Dr Merkel würde demnach erstmals Kenntnis über die ersten Resultate der ersten Sektion haben.
Ich rücke da noch etwas nach:
Der Anrufer aus Neuburg gab da nur nen kurzen Überblick über die heftigsten (vermutlich) todesursächlichen Verletzungen (etwaige Abwehrverletzungen sowie die ausgeschlossene Schwangerschaft bei V. Gabriel z. B. fehlen)

Staatsanwalt Renner saß in Neuburg an der Donau und wird vermutlich das „Originaldokument“ (das vom Pathologen erstellte) als 1. Person gesehen und unterzeichnet haben und dann dem Neuburger Gerichtssekretär in die Hand gedrückt haben mit der Info „in München anrufen und durchgeben“, der Gerichtssekretär wird am Telefon dem Münchner Telefonist gesagt haben, daß die Unterschrift vom StaaA Renner drauf ist was dieser brav mit notierte bevor er in die Chefetage zu Reingruber ist.

Dr. Merkel wurde m. E. bereits vom Neuburger Landgerichtsarzt kontaktiert, nachdem dieser die im Futterbarren aufgefundene Kreuzhacke als Tatwaffe ausgeschlossen hat.



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18.09.2020 um 09:54
@margaretha
margaretha
schrieb:
Staatsanwalt Renner saß in Neuburg an der Donau und wird vermutlich das „Originaldokument“ (das vom Pathologen erstellte) als 1. Person gesehen und unterzeichnet haben und dann dem Neuburger Gerichtssekretär in die Hand gedrückt haben mit der Info „in München anrufen und durchgeben“, der Gerichtssekretär wird am Telefon dem Münchner Telefonist gesagt haben, daß die Unterschrift vom StaaA Renner drauf ist was dieser brav mit notierte bevor er in die Chefetage zu Reingruber ist.
Ich ruder dann mal nochmal zurück.
Wie ich dich verstehe, wäre Renner am Freitag, den 7.4.22 demnach nicht bei Reingruber in München gewesen, sondern in Neuburg/ Donau?

Das Dokument des Fernspruchs vom 7.4.22 muss ja aber 2 Unterschriften von Renner und Reingruber gehabt haben (da steht "gez.) unter dem Zusatz II.
Dieser II wird am gleichen Tag auf den Zettel geschrieben und am gleichen Tag von Renner und Reingruber, dh am 7.4.22 unterschrieben - so verstehe ich gerade das Dokument.
Folglich müsste Renner in München gewesen sein, oder nicht?



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Mordfall Hinterkaifeck

18.09.2020 um 12:07
Blaubeeren
schrieb:
Ich ruder dann mal nochmal zurück.
Wie ich dich verstehe, wäre Renner am Freitag, den 7.4.22 demnach nicht bei Reingruber in München gewesen, sondern in Neuburg/ Donau?
Renner war der 1. Staatsanwalt in Neuburg. Ich denke der Anrufer aus Neuburg gab am Telefon durch, dass das Dokument von Renner unterschrieben ist und der Telefonist in München notierte unter dem Geschriebenen "gez. Renner" oder "Unterschrift Renner".
Vielleicht war er aber auch in München, ich weiß es nicht.



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18.09.2020 um 13:58
margaretha
schrieb:
Ich denke der Anrufer aus Neuburg gab am Telefon durch, dass das Dokument von Renner unterschrieben ist und der Telefonist in München notierte unter dem Geschriebenen "gez. Renner" oder "Unterschrift Renner".
Danke nochmal für die ganzen Antworten @margaretha.
Dh. um es genau zu wissen, müsste man das Originaldokument aus 1922 sehen..



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Mordfall Hinterkaifeck

19.09.2020 um 23:23
Ok. Also war es um 1922 so, dass mord noch verjährt ist?
Wenn es der Alte Gruber gewesen sein soll, wie soll er sich dann selbst getötet haben? Und sich unter der Tür verstecken?



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20.09.2020 um 12:05
Wolkefrieda
schrieb:
Ok. Also war es um 1922 so, dass mord noch verjährt ist?
Ja.

Schau mal: https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/293285/verjaehrungsdebatte
Wolkefrieda
schrieb:
Wenn es der Alte Gruber gewesen sein soll, wie soll er sich dann selbst getötet haben? Und sich unter der Tür verstecken?
Wer sagt denn, dass der Gruber der Täter war?



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Mordfall Hinterkaifeck

20.09.2020 um 20:02
@Wolkenfrieda
Bis in die 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts war die Verjährungsfrist für Mord 20 Jahre. Diese wurde dann in den 60-er Jahren auf 30 Jahren angehoben, bevor sie dann in den 70-ern komplett abgeschafft wurde, um die Gräueltaten des 2. Weltkriegs noch weiter verfolgen zu Können.



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Mordfall Hinterkaifeck

20.09.2020 um 20:17
Ich bin auch noch etwas neu in dem thread...

In welche Richtung schätzt ihr war der täter?

Mir drängt sich eigentlich nur der alte Gruber oder Lorenz S. Auf?



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20.09.2020 um 20:31
Kamikazediebin
schrieb:
In welche Richtung schätzt ihr war der täte
Ich persönlich tippe auf einen Raubüberfall. Man hat man ein Dokoument gesucht und auch gefunden.
Kamikazediebin
schrieb:
Mir drängt sich eigentlich nur der alte Gruber oder Lorenz S. Auf
Den Lorenz Schlittenbauer kannste, vergessen. Und der Gruber, meinste der hat seine Familie einschl. der Magd getötet, sich seine Verletzungen selbst beigebracht, unter die Türe sich gelegt und ist dann gestorben?



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Mordfall Hinterkaifeck

21.09.2020 um 07:12
Ich hätte gedacht der alte Gruber hat allesamt getötet und weiterhin Tiere etc versorgt und ist dann von LS erschlagen worden nachdem er nach dem Rechten sah - als Kurzschlussreaktion, dass „sein“ Buberle ebenfalls ermordet wurde.



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21.09.2020 um 07:13
Und dann kam LS nochmal mit den restlichen wieder und „entdeckte“ den Tatort. 🙈😃



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21.09.2020 um 07:28
@Kamikazediebin
das hält halt keiner genaueren Prüfung stand. Aber wenn es gefällt...



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21.09.2020 um 07:45
@jaska
Wahrscheinlich ist alles mittlerweile schwer prüfbar, deshalb würde mich interessieren an wen ihr konkret denkt.

Gerade wegen Versorgung der Tiere und den angeketteten Hund und dem Dachbodenversteck mit den verschobenen Ziegeln..



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Mordfall Hinterkaifeck

22.09.2020 um 14:50
Also mein Fazit für mich persönlich lautet, dass es nur wenige Feststellungen gibt, die man treffen könnte (wie zbsp den Todestag der Opfer).

Ich sehe dass sich die Situation schwieriger darstellt je mehr Infos man hat. Es wurde ja in alle Richtungen ermittelt und vieles wirkt dann verdächtig.

Viele Informationen müssen folglich tatunrelevant sein. Nur welche?

Andere wichtige Infos fehlen hingegen heutzutage.

Der Tatbestandsbericht fehlt, der Autopsiebericht fehlt. Vermutete Tatwaffe ist weg und der Tatort schon lange weg.

Selbst die Fotos widersprechen den Wortlauten der Auffindezeugen, die lediglich von einem Stolpern reden. Die Leichen auf dem Foto lagen quasi vollkommen im Weg, wenn man in den Stall hätte gehen wollen (ich weiß, dass diese vom Zeugen positionell rekonstruiert wurden). Nach diesen Bildern hätte man eher drüberfallen müssen als nur drüber zu stolpern.

Die Beine der Frau, die Kleidung des AG, so weit es sichtbar ist, blutfrei. Wie soll das gehen? Dort wurden Köpfe eingeschlagen und es ist viel Blut geflossen. Die Leichen waren tw. gestapelt und wieder entstapelt worden.

Schön, dass die Blutspritzer an der Stadeltür gesehen und bemerkt wurden. Nur hätte ich diese hauptsächlich eher gen Osten erwartet, so denn der Angreifer rechts neben der Stadltüre stand, und seine Opfer anscheinend von schräg rechts/vorne erwischte.

Wo sind die Schuhe der Viktoria und der eine Schuh der C. Gruber?

Wie ist es der Magd gelungen (bzw wie war es ihr möglich) nichts von dem Massaker im Stadel mitzubekommen? Hat sie sich dort (bei geschlossener Türe) realitätsferner Weise tatsächlich so lange bzw. lange genug aufgehalten, um gar nichts von den Taten im Stadel mitzubekommen? Sodass sie erst beim Aufdecken ihres Bettes (lt. Wiessner) und bei noch unausgepackter Tasche vom Mörder unmittelbar und so plötzlich erschlagen worden sein soll?

Von Piehlmeier 1926 wird vieles, schön ausführlich erklärt.
Ausgerechnet die Info, die ich als erstes dort bewusst suchte, fehlt. Er spricht von einigen verschiedenen Ökonomiegeräten, zählt aber nicht die Werkzeuge auf, die lt Sigl (1925) in der Scheunendurchfahrt, wie ich verstanden habe, aufbewahrt wurden.
Dort aber vermute ich den gewohnten Platz der Reuthaue und ich frage mich, warum speziell diese ausgesucht wurde.

Ich hab da nur eine Theorie parat. Hier war ein oder zwei psychisch sehr kranke Menschen am Werk.

Leider wurden diese armen Menschen, wie es aussieht, ganze 4 Tage nicht von den anderen Dorfbewohnern, Verwandten und Nachbarn aufgesucht.

Selbst als sie in der Kirche fehlten und das Mädchen sogar schon vorher in der Schule. Das empfinde ich für ein Dorf (zur damaligen Zeit erst recht) als ganz schön ungewöhnlich.



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