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Mordfall Hinterkaifeck

47.695 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

19.04.2008 um 23:20
Aber er war dem Bett näher ..... ? Ein Angriff traf erst mal die Frauen ....?


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Mordfall Hinterkaifeck

19.04.2008 um 23:46
@ troadputzer 21:46

zum Vergleich der vermuteten Höhe müssen wir die Tür nicht unbedingt bemühen.
Zwei Körper - dazwischen halbwegs der von Caecilia Gruber - darüber eine Tür und das Stroh dazu... - macht einen fragilen "Unterbau" von kompromissbereiten 60 cm Höhe - da möchte ich wirklich mal jemanden rüberbalancieren, geschweige denn halbwegs sicher gehen sehen.


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Mordfall Hinterkaifeck

19.04.2008 um 23:51
@ elfee 22:09

ja, die Tür... woher genommen und weshalb obenauf... für das blöde Teil habe ich seit einem Jahr keine vernünftige Erklärung gefunden.


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Mordfall Hinterkaifeck

20.04.2008 um 00:03
Ich gebe Ihnen auch noch aus einem anderen Grund recht: warum die Leichen direkt vor der Türe plazieren, um sie als "Brücke" zu verwenden? Die Türe war sicher so gebaut, dass man sie auch halbwegs normal nutzen konnte, ohne Leichen. Also wird man die neben der Türe plazieren, nicht davor. Oder ist uns da noch was grundsätzliches nicht klar?

Noch eine Theorie zu den Würgemalen: würgt man eine Leiche mit eingeschlagenem Schädel? Eher nicht, denke ich mal - d.h. das Würgen musste vor dem Erschlagen stattfinden. Wenn das Er-Würgen aber lautlos ist (ist es doch, oder ...) dann hatte es den Grund, die Damen um die Ecke zu bringen, ohne dass der Alte was merkt. Die beiden waren noch ganz angezogen, sind also als erste irgendwelchen Geräuschen nachgegangen. Das kann auch im Freien gewesen sein, vor dem Stall. Der Alte ist wohl tatsächlich an seiner Fundstelle erschlagen worden. Deshalb wurde er auch nicht weiter geschleppt, weil blutig - das macht kaum jemand.

Danach wurden die erwürgten Damen hergeschleppt, und - der Täter wollte da sicher sein - bereits liegend erschlagen. Und man holte schließlich die Kleine - die sich wehrte (Haare in den Händen) und weil das soviel Ärger machte, ermordete man die Magd in ihrer Kammer. Das selbe mit dem Kleinen.


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Mordfall Hinterkaifeck

20.04.2008 um 09:19
@Münchner

Aus der Art und Weise wie die Opfer bekleidet waren, wurde hier immer auf den Tatablauf geschlossen, was auch logisch ist.

Zuerst nacheinander die beiden vollständig angekleideten Frauen, einige vermuten, dass die Gruberin das erste Opfer war, weil sie noch Schuhe anhatte, dann Gruber, dann die Kleine, dann Tatwortwechsel und zuerst die Magd im Magdzimmer und dann der kleine Josef im Schlafzimmer seiner Mutter.

Wobei man wieder nicht sicher sagen kann, ob Victoria nicht doch das erste Opfer war und nicht an ihrem Fundort auf den Täter getroffen ist. Ich favorisiere (wie auch @Badesalz, der zuerst die Idee hatte mit dem Öffnen des Tors) immer die Möglichkeit, dass sie mit dem Täter verabredet war, ihm evtl. ein Stadeltor geöffnet hat, in dessen Nähe die Reuthaue stand, dass es Streit gegeben hat, dann hat der Täter sie gewürgt, dann wollte sie weglaufen, dann hat er die Reuthaue gegriffen, hat sie verfolgt und erschlagen wurde sie dann an ihrem Fundort. Auf der Flucht könnte sie die Schuhe verloren haben, die der Täter dann im Rahmen der Spurenbeseitigung weggeräumt haben könnte.

Es steht nicht fest, dass beide Frauen gewürgt wurden. Informationen über Würgespuren stammen ausschließlich von StA Renner. Einmal hat er am 7.4.1922 telefonisch nach München Würgespuren bei Cäzilia Gruber durchgegeben und wenige Tage später hat er seinem Vorgesetzten in einem Bericht mitgeteilt, dass Victoria Gabriel Würgespuren hatte. Ich schließe daraus, dass nur eine Frau Würgespuren hatte und dass er es verwechselt hat, so dass man aber nicht mehr weiß, wer gewürgt worden ist.

Außerdem haben wir keinen Obduktionsbericht. Wir wissen nicht wie intensiv das Würgen war. Ich denke, dass man nicht unbedingt davon ausgehen kann, dass die Gewürgte bewusstlos war. "Würgespuren" ist m.E.interpretationsfähig.


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Mordfall Hinterkaifeck

20.04.2008 um 10:32
Bei der Kleinen bin ich mir z.B. nicht so sicher, ich fantasiere mal: sie könnte auch in ihrem Zimmer oder wo anders sich versteckt und in den Stadl gezerrt worden sein. Deshalb die Haare - sie hat sie jemand ausgerissen. Sich selbst? Wenn es dieses Gerücht nicht gäbe, dann wäre ich nicht drauf gekommen - ich glaube das nicht so ganz. Eher jemand anderem im Kampf, der allerdings ein sehr ungleicher war und deshalb schnell zu Ende war. Auch ein Kleines Mädl kann Haare ausreissen, wenn es um´s Leben geht - und wenn sie die einmal gepackt hat, kann sie der Täter nur mit Gewalt wegreissen, sonst müsste er ihre Hand öffnen.

Auch bezweifle ich, dass ein kleines Mädl - nachdem alle anderen weg sind - von alleine in den dunklen Stadl rennt. Sie wird erst überall geschaut haben, ob wer anderes noch da ist, erkennt: ausser der Magd und J. niemand. Dann geht man gemeinsam. Oder man geht gleich nach Gröbern - das hätte die Magd gemacht, der die Leute ja noch fremd und deshalb nicht sooo wichtig waren ("ich geh´dann mal Hilfe holen, und tschüss").


Könnte auch sein, dass die Magd die Kleine vorausgeschickt hat, und zitternd in ihrer Kammer geblieben ist ... dann stimmte doch die 'übliche' Version. Also verweigert die Magd, mitzukommen - die Kleine geht irgendwann alleine? Dann sieht man erst ins Freie, macht mal die Türe auf? Die Täter warten 1 h bis sie kommt? Eher nicht. Die Täter gehen das Haus durch, finden das vor Angst zitternde Mädl und schleppen es in den Stadl, wo es auch getötet wird. Das muss schnell gehen, denn die Magd würde sonst davonlaufen. Das muss schnell gehen, denn da war der Magd ja klar, dass es um´s Leben geht - sobald der Tumult in der Stube war.

Hmmm .. konnte die Magd noch fliehen? Durchs Fenster? Sie hatte auch noch Kleider an. Oder musste sie in der Kammer den Tod erwarten?

Eine Frage drängt sich mir auf: wo schlief denn Gruber eigentlich? Und bezieht sich das Wort "sein Bett war unversert" auf Gewalteinwirkung (also unversehrt von Blut usw.) oder war es unversehrt sozusagen von Ihm - also an dem Tag noch nicht benützt.


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Mordfall Hinterkaifeck

20.04.2008 um 10:50
@Münchner

Die kleine Cäzilia soll sich die Haarbüschel, die sie in der Hand hatte in einem 2 stündigen Todeskampf vor Schmerzen ausgerissen habe, derartiges soll Dr. Aumüller festgestellt haben. Soweit mir bekannt, wurden die Haarbüschel aber entweder überhaupt nicht asserviert oder sie sind inzwischen untergegangen.

Vielleicht ist das Mädchen auch hinter ihrem Großvater schnell hergelaufen, denn sie wird gehört haben, dass sich etwas tut, dass die Mutter nicht im Bett ist und da ist sie dem Großvater schnell nachgelaufen. Sie war barfuß im Stadel.

Die Magd war vollständig bekleidet in ihrer Kammer und hat ihr Bett gerichtet. Sie muss überhaupt nichts von den Taten bemerkt haben. Der Täter kam in ihre Kammer und schlug ihr mit kreuzweisen Hieben den Schädel ein und zwar muss sie so zugerichtet gewesen sein, dass ihre Schwester sie später nur noch an den wullstigen Lippen identifizieren konnte. An Flucht hat sie m.E. nicht gedacht.

Gruber schlief zusammen mit der alten Gruberin in dem eigentlichen Wohnzimmer der Hinterkaifecker, das auch als Schlafzimmer genutzt wurde. Es ist so gemeint, dass er noch nicht im Bett gelegen hat, d.h. sein Bett war am 31.3.1922 noch nicht benützt.

Das alles zeigt m.E. , dass die gesamte Tat schnell ablief. Einer kam fix nach dem anderen. Es ging sozusagen wohl Schlag auf Schlag.


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Mordfall Hinterkaifeck

20.04.2008 um 22:26
@ flaucher 18.04 11:09h

Sorry, habe Sa u. So arbeiten müssen, deshalb bißchen mit Verspätung.


Bingo flaucher ! Mein Nickname bezieht sich auf " Das Schweigen der Lämmer " -

auf mich hat dieser Film eine große Faszination ausgeübt. Den hab ich mir ein paar mal im Kino ansehen müssen. Kommt auf Leinwand natürlich ganz anders rüber als nachträglich als Video . Spätere Fehrnsehfassungen sind auch noch übel zusammengeschnitten.

Es lohnt sich auch die paar Euro für das Buch von Thomas Harris zu investieren ( gibst als Taschenbuch ). Kennt man den Film und hat man dann noch das Buch ist das eine runde Sache.

Harris durfte an Vorlesungen in Quantico teilnehmen. Die Inspirationen für sein Buch bzw. Bücher holte er sich von realen Fällen. So diente als Vorbild des " Buffalo Bill " im Schweigen der Lämmer der Serienmörder Ed Gein. Mal Ed Gein bei Wikipedia eingeben, den seine Lebensgeschichte bzw. Jugend hatte es in sich !Solche ähnliche Lebenslebensläufe tauchen bei dieser Klientel oft auf.

Zu dieser Thematik ist eigentlich das von AngRa erwähnte Buch von John Douglas u. Mark Olshaker " Die Seele des Mörders " ein absolutes "muß". Würde mal behaupten, wer sich irgendwie für diese Thematik interessiert kommt daran nicht vorbei.

Gruß
Dr. Lämmer


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 00:44
Wenn der täter auf die einzelnen Leute im Stadel wartet, dann geht ein ein sehr grosses Risiko ein:

* jemand kann mit dem Hund reingehen - der merkt was und warnt
* zwei gehen zusammen in den Stadel - das Risiko ist groß, dass einem die Flucht gelingt
* einer geht in den Stadl, der andere folgt in 5 m Abstand - der Täter hätte keine Chance, den einen zu erschlagen, und den zweiten noch zu erwischen - und spätestens wenn der zweite schreiend in die Wohnung läuft, hat der Täter ein Problem. Und dass einer doch noch einen Schrei ausstößt, das Risiko ist extrem groß. Ein abgefälschter Schlag - und es ist nicht der Kopf, nur die Schulter zertrümmert. Das Geschrei würde mindestens 5 Sek dauern und der zweite wäre 100% gewarnt.

Letzteres macht man übrigens - habe ich heute so überlegt, fast automatisch, man geht hintereinander, nicht nebeneinander, bei Gefahr. Der Stärkere geht vor, der Schwächere folgt in gewissem Abstand (in seltenen Fällen kam es zuhause, vor vielen Jahren bei meinen Eltern vor, dass wir bei Geräuschen mal durchs nächtliche Haus sind - zum Glück gab es nie einen Einbrecher)

Dass nun Gefahr war, das wusste wohl der alte Gruber, er sagte ja das mit den "Spitzbuben" aus und mit der Spur zum Hof. Dass er also die Fluchttüren hinter sich offen lässt und jemand sagt: ich gehe jetzt da rein, folge mir in 5 m Abstand - das ist mehr als plausibel. Oder man stellt fest, dass nicht alle in ihren Zimmern sind - spätestens dann ist einem mulmig und man geht zu zweit. Oder jemand sagt nur: da gehe ich mit, muss noch im Stall was machen. Dabei reicht es ja, wenn die Kleine oder die Magd den Täter sieht und in der Dunkelheit bis nach Gröbern schleicht - und der Täter ist entlarvt. Oder 2 Leute rennen in 2 verschiedenen Richtungen weg - der Täter könnte nur eine Person verfolgen. Oder aber der Gruber geht nicht durch den Futtergang, sondern über den Hof und schaut bei der falschen Türe rein und hat selbst eine Reuthaue dabei - dann sieht er den Täter vielleicht früher?

Dabei spielt es keine Rolle, dass es so nicht passiert ist - für den Täter spielte nur eine Rolle, ob dieses Risiko besteht, oder nicht. Muss er bei dieser Vorgehensweise damit rechnen, dass ihm jemand entwischt? Bei sovielen Menschen im Haus - eindeutig ja.

Oder täusche ich mich da? Am Ende eines Ganges warten und damit rechnen, dass alle einzeln kommen, wie die Lemminge? Glaube nicht. Würde ich es so machen, wenn ich alle umbringen möchte? Sicher nicht. Eher die Türen von aussen verkeilen und Feuer legen oder sowas ...

Deshalb glaube ich auch nicht mehr, dass die Tat im Affekt durchgeführt wurde - sie wäre nicht so glatt abgelaufen.


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 07:43
@Münchner

Du bist mit Deinen Überlegungen an den Punkt gekommen, der hier auch immer wieder diskutiert wird und zu dem unterschiedliche Meinungen bestehen.

Einige meinen nämlich, dass es sich um eine geplante, sogar inszenierte Tat handelt, weil eine ungeplante Tat, d.h. 6 Menschen, die sich in einem Haus befinden, zu töten wegen der vielen unbekannten Faktoren ohne sorgfältige Planung nicht geklappt hätte. In der Tat spricht einiges dafür. Gruber hat auch ein Gewehr gehabt, evtl. sogar ein Infanteriegewehr, also eine Kriegswaffe. Wo ist das Gewehr geblieben? Gefunden hat man es nach der Tat nicht mehr und dann die Sache mit dem einzigen Schlüssel, den Gruber vor der Tat vermisst hat. Alle Türen des Hauses waren zum Tatzeitpunkt wohl abgeschlossen, damit niemand fliehen kann.

Ich bin anderer Auffassung. Ich versuche auch immer wieder wie der Täter zu denken. Ich gehe von einem Einzeltäter aus. Dann müsste ich mir ja bei Planung vorstellen, dass ich bald in das Hinterkaifecksche Anwesen gehe und dann die dort wohnenden sechs Menschen töten werde. Das kann ich mir doch in den Einzelheiten gar nicht ausmalen. Da würde ich doch über die Planung gar nicht hinauskommen, weil ich mir immer wieder überlegen würde, dass ich es schnell mit zwei, drei Personen auf einmal zu tun haben könnte, die mich angreifen, wo ich gar nicht mehr weiß, wo ich zuerst schnell hinschlagen soll. Vor Gruber hätte ich doch besondere Angst. Er soll bärenstark gewesen sein. Eine Tatwaffe hätte ich auch aus meinem Bestand mitnehmen müssen. Den Plan würde ich dann doch schnell fallen lassen, weil er nach Risikoabwägung zu gefährlich ist.

Ich gehe deshalb davon aus, dass der Täter als er ins Anwesen gekommen ist dunkle Gedanken hatte, vielleicht auch schon zum Töten bereit war, dass er dann im Rahmen einer Aussprache mit einem der Opfer, ich meine Victoria, zusätzlich provoziert wurde und in grenzenlose Wut geraten ist. Sie hat er m.E. im Affekt getötet. Dann hat er gesehen, dass er alle anderen töten muss, um die Tat zu verdecken. In dem Moment ist er zum Mörder geworden.
Der Täter muss starke Nerven gehabt haben und er muss darin geübt gewesen sein auch in Ausnahmesituationen zu funktionieren.Viel Glück hat er dann bei der Ausführung gehabt.

Trotzdem ist auch diese Vorstellung vom Tatablauf und vom Tatentschluss her letzten Endes unbefriedigend.

Auf eine Sache möchte ich noch hinweisen. Die Schreie der Opfer konnte man wegen der Bauweise des Anwesens im Wohnbereich nicht hören. Die Gerichtskommission hat einen sog. Schreitest durchgeführt, der zu diesem Ergebnis gekommen ist. Es ist hier schon diskutiert worden, aber einem Neueinsteiger kann man mE auch nicht zumuten, dass er über 13.000 Beiträge liest. An sich schreckt das doch jeden ab. Deshalb teile ich es bei dieser Gelegenheit nochmals mit.


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 08:02
Wenn man Deine Gedanken weitergeht:

"Das kann ich mir doch in den Einzelheiten gar nicht ausmalen."
-> Also muss man vorher oft dort sein und alles analysieren, insbesondere ausschließen dass es dort wieder einen Knecht gibt - 'es spukt'

"dass ich es schnell mit zwei, drei Personen auf einmal zu tun haben könnte, die mich angreifen"
->d.h. ein Einzeltäter würde die Sache definitiv nicht planen, aber 2 Täter schon

"Die Schreie der Opfer konnte man wegen der Bauweise des Anwesens im Wohnbereich nicht hören"
-> das wusste der Täter jedoch nicht, er musste damit rechnen, dass zumindest jemand in der Abstellkammer oder im Stall davon hört. Rechnen musste er sogar damit, dass Türen offen stehen und man es überall hört. D.h. wenn die beiden Damen als erste sterben mussten und eine hat geschriehen, dann muss er damit rechnen, dass 30 Sek später der erboste uns bewaffnete Alte daherkommt, irgendwo aus dem Hörbereich, egal wie gross der ist.

"Vor Gruber hätte ich doch besondere Angst"
-> Ihn müsste man zuerst töten, wenn man es plant. Zu planen, dass man als Einzeltäter einen Kampf mit ihm ausführen muss, ist sehr verwegen, selbst wenn man den ersten Totschlag im Affekt gemacht hat. Im Zweikampf kann immer mal was schief gehen - man muss nur stolpern. Oder er stolpüert und man haut deshalb daneben. Wenn man es nicht plant, würde man eher vor ihm davonlaufen. Oder doch Feuer legen oder sowas.

"Viel Glück hat er dann bei der Ausführung gehabt"
-> Darauf kann er aber *vorher* nicht bauen. Jeder plant so, dass auch mal was schief geht.

"Sache mit dem einzigen Schlüssel, den Gruber vor der Tat vermisst hat"
-> Spricht dafür, dass vielleicht jemand die Türen vor der Tat von aussen verschlossen hat, damit niemand fliehen kann, und eventuell damit niemand die Türen von innen abschließen kann. Und es spricht für eine geplante Tat, denn im Affekt stielt man ja nicht 1-2 Tage vorher den Schlüssel.

"Einzeltäter"
-> Waren es nicht 2 Spuren im Schnee, 2 Schlafmulden im Stroh?


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 10:24
@Münchner

Einzeltäter

2 Spuren im Schnee

Der LTV selbst hat im Wirtshaus hierfür eine Erklärung gegeben: "Da bin ich vorwärts nei und arschlings raus".

Schlafmulden im Heu

Bei den beiden Schlafmulden im Heu könnte es sich um nachträglich angelegte Trugspuren handeln oder um die Bettstatt von Gruber und seiner Tochter, denn den Inzest werden sie nicht vor Augen der Gruberin und der Kinder vollzogen haben.

Ich gehe von einem Einzeltäter aus, weil ich der Auffassung bin, dass alle Opfer mit ein und derselben Tatwaffe erschlagen worden sind.( Das ist hier aber auch umstritten) Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass bei zwei Tätern nicht doch einer an der Tat zerbrochen wäre und irgendwann geplaudert hätte. Denn solch eine Tat kann man m.E. nur durch Verdrängung überstehen und da weiß man nicht, ob jeder immer alles verdrängen kann bzw. ob man sich für diese schreckliche Tat dann nicht doch gegenseitig die Schuld gibt, wenn man die Tat nicht mehr ertragen kann.

Ich gebe aber zu, dass man bei einer Planung ein besseres Gefühl hätte, wenn man wüsste, dass man den Opfern nicht alleine gegenübersteht, sondern dass ein Helfer dabei ist, der eingreifen kann.


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 10:30
Zum gestohlenen Schlüssel der Familie Gruber/Gabriel: Es ist mir gänzlich neu, dass dies der einzige Schlüssel auf dem gesamten Anwesen gewesen sein soll.


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 10:56
huhu :)
bin neu hier und habe mir vorgestern den Fall bis Seite 14 durchgelesen *länger ging nicht, meine augen taten schon weh*

also ich habe darüber mal mit meiner mama disskutiert.
wir vermuten das, dass dorf was damit zu tun hat. Da viele auch nicht darüber reden wollten, und viele auch kein Mitleid mit der Familie hatten !


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 12:30
@Münchner
@all

Ich hatte hier auch schon zur Diskussion gestellt, ob die Opfer vielleicht auch von der Täterschaft (in dem Fall mehr als ein Täter) kollektiv in den Stadel getrieben wurden, also nicht "freiwillig" zur Hinrichtung hinmarschiert sind...
Es konnte sich niemand für diese Idee erwärmen, es hat aber auch niemand gesagt, warum er das für ausgeschlossen hält... Würde mich schon noch interessieren, warum ihr das für abwegig haltet.

Ausserdem wird hier immer wieder geäussert, dass der Täter die Leichen gestapelt hat. Das muss nicht zwingend der Täter gewesen sein, kann auch der 4-tägige Hütedienst gewesen sein, während dem der Täter längst über alle Berge war...

Zum Leichenstapel: Da fällt mir nur immer wieder "Scheiterhaufen" dazu ein, so grausam das auch klingt. Ich könnte mir vorstellen, dass die finale Feuerbestattung geplant war, aber nicht mehr zur Ausführung gelangte (Warum?).


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 12:39
Also da ich gelesen habe,das dass Vieh wohl noch gefüttert worden war und der Hund am Sonntag noch nicht verletzt war, muss wohl jedes mal einer auf dem Hof gegangen sein und die Tiere halt zu füttern,damit sie ruhig bleiben.

Also schließen wir daraus,der täter kam nicht von allzuweit her.

Aber gehen wir davon aus,man wollte die Leichen verbrennen, hätte es doch sofort jeder mit gekriegt ??!! und das wollten die oder der täter ja nicht ^^


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 14:06
Hallo Ermittlungsteam und Neueinsteiger,

bin nach zähem Ringen derzeit auf Seite 622 des Threads angelangt und nach wie vor gefesselt. Dass Ihr immernoch was Neues rausbringt ist beeindruckend und hält die Ermittlungen spannend und "im Gange". Vielen Dank für die "Feld- und Archivarbeit" der Mitglieder.

Ich kann Neueinsteigern nur dringend empfehlen, den gesamten thread "durchzuackern", bevor sie sich mit einer Meinung oder gar einer Theorie "outen".

Ich halte das in keinster Weise für eine Zumutung.
Es ist eher eine solche, den "Hinterkaifeckologen", die hier eine Menge Zeit, Gehirnschmalz, Arbeit und persönlichen Einsatz investiert haben, immer wieder dieselben Fragen zu stellen oder ohne solide Grundlage Theorien einzuwerfen.
Hat was mit Respekt vor der Arbeit anderer zu tun, vielleicht bin ich da etwas altmodisch.
Hier bei uns nennt man jedenfalls einen, der von etwas redet, wovon er nichts versteht, einen Dummschwätzer.

Ihr werdet Euch wundern, wie sich Euer Bild im Laufe der Lektüre wandelt und immer komplexer wird! Ist mir jedenfalls so gegangen.

Ausserdem ist es höchst interessant, wenn man seine eigenen Gedanken, von anderen Menschen gedacht und in Worte gefasst sieht.

Noch interessanter ist es natürlich, wenn die eigene Theorie bisher so noch nicht aufgetaucht ist, die herausgearbeiteten Fakten aber in das eigene ( zugegebenermassen subjektive ) Bild passen.

Da ich als Einwohner des Oberbergischen Kreises ( pol. Kennz: GM ) keinen direkten räumlichen Zugang habe, muss ich mich bei meiner "Arbeit" auf die Fakten beziehen, die Ihr liefert.
Ich sehe hier so eine Nische für mich, die Mycroft Holmes, der Bruder des von vielen hier geschätzten Sherlock, in Sir Arthur Conan Doyles Detektivgeschichten mitunter ausfüllt.

Nach 622 Seiten habe ich natürlich auch eine Meinung bezüglich dessen, was da passiert ist und der Herangehensweise, die vielleicht sogar noch heute zur Lösung des Falles führen könnte. Denn ich glaube das schon, dass da noch Fakten schlummern, die den Durchbruch bringen können.
Rückblickend konnten schon viele Legenden entlarvt werden und das anhaltende objektive und ehrliche Engagement hier ( ohne Sensationsgier und finanziellen Hintergrund ) in Verbindung mit behutsamer Kontaktaufnahme zu den Nachkommen der damals in diese Geschichte verstrickten Personen sollten die Mauern des Schweigens zum Bröckeln bringen.

Ich gehöre zu denen, die hier grundsätzlich von folgenden Eckpunkten ausgehen, was die Tat angeht:

-Die Tat war eine "Beziehungstat".
-Die Tat wurde von mehreren Tätern begangen und anschliessend vertuscht.
-Die Tat war nicht geplant, die Geschehnisse haben eine Eigendynamik entwickelt, die auch die Täter zunächst überforderte.
-Die Tat hätte aufgeklärt werden können, wenn die Ermittlungen nicht "gebremst" worden wären.
-Die Tat ist mit der derzeitigen Faktenlage nicht aufzuklären, aber die Fakten sind noch zu ermitteln ( ...irgenwo da draussen! )

Die Herangehensweise erfordert die Berücksichtigung der Situation bis weit vor der Tat und die Begutachtung der Veränderungen, die sich nach der Tat für alle mehr oder weniger Beteiligten ergeben haben.

Ich gehöre weiterhin zu denen, die ihre wohlerwogene Meinung mit Verve vertreten, ohne jemandem willentlich zu nahe treten zu wollen. Das gehört m. E. zu einer gepflegt kontrovers und öffentlich geführten Diskussion dazu.
Ich halte mich aber durchaus für belehrbar und bin nicht beleidigt, wenn mir nicht jubelnd zugestimmt wird.

Ich bedanke mich im Voraus für eine interessante Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüssen

Dietrich

P. S.: Ich werde natürlich Schritt für Schritt erläutern, wie ich auf meine Gedanken gekommen bin.

MfG
D.


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 14:31
@Dew

"Nach 622 Seiten habe ich natürlich auch eine Meinung bezüglich dessen, was da passiert ist und der Herangehensweise, die vielleicht sogar noch heute zur Lösung des Falles führen könnte."

Als ich diesen Satz von Dir gelesen habe, dachte ich im ersten Augenblick, Du möchtest uns NOCH HEUTE die Lösung des Falls präsentieren ... ;) Beim zweiten Mal Lesen habe ich dann bemerkt, daß ich dies wohl mißverstanden hatte.

Auf Deine Beiträge freue ich mich natürlich trotzdem.


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 14:37
hallo dietrich,

herzlich willkommen auf der seite.

was du schreibst, spricht mir voll und ganz aus der seele. jemand, der bereits nach 14! seiten zu lesen aufhört und dann mitgackern will, das geht doch gar nicht.
das wird den schwer ackernden hardcore-hkflern einfach nicht gerecht. selbst ich lese
fast nur noch mit, weil ich einfach nicht an die unterlagen rankomme wie z. b. AngRa, Oldschool70, bernie usw. um nur einige zu nennen.

hut ab vor deren arbeit!

und wenn ich irgendwo nicht mitreden kann, halte ich mal eben meine gosch und informiere mich, aber eben nicht nur auf ein paar seiten, sondern ganz.

gell, alesis

ackere dich durch, es lohnt sich

liebe grüße an alle, hulla


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Mordfall Hinterkaifeck

21.04.2008 um 14:38
@Dew,
Deine Worte sind wie Tautropfen (!) auf die strapazierten Gemüter mancher "Hinterkaifeckologen" hier !

Danke auch für den Tipp an die Neueinsteiger, sich diese tagelange HK-Lektüre und Studium der Diskussionen anzutun, oder sich zumindest einen Überblick mittels der gebündelten Infos ( wenn auch nicht komplett .... wie auch ! ) auf der sehr empfehlsamen Seite "Hinterkaifeck.net" zu verschaffen ! Das erspart Uns allen im nachhinein doch manche Frage, die schon (zu) oft ausdiskutiert wurde.

Wenn die "Altheingessenen" hier diese Empfehlungen aussprechen, wird das oft gleich als Ausdruck von Arroganz oder Oberlehrerhafte Attitüde empfunden.

Kompliment an Dich, wenn Du wirklich die harte HK-Tour" reitest, und Dich Seite für Seite vorarbeitetst. Das zeichnet Dich aus, und beweisst Dein echtes Interesse an dem Thema.

@alle,
ob wir diese "Heukuhlen" allein als die "Lustkuhlen" von Andreas G. und seiner Tochter Viktoria betrachten dürfen, hatten wir schon deswegen relativiert, da in der Nähe dieser Kuhlen die Reste menschlicher Notdurft gefunden wurden, und wohl auch potentielle Tatwerkezeuge wie das blutige Bandeisen. Man sprach auch von mit Heu gepolsterten "Schleichwegen" da drobenim Bodenbereich.
Andreas + Viktoria hätten dies wohl kaum nötig gehabt, auch nicht die "Sauerei" mit der Notdurft.

Wer sich allerdings nach einer Tat oben in einem stockdunklen Heuboden aufhält, kein offenes Licht/Feuer verwenden kann, zumal aussen stockdunkel wegen vieler Wolken bzw. "Sauwetter", der zudem baldigst Fersengeld geben wird, der wird auch nicht viel Aufhebens machen, wenn ihn plötzlich der Darm oder die Blase drückt !

den Umstand mit der Notdurft habe ich schon mal anthematisiert, mit dem Hinweis auf enormen Adrenalinausstoss bei dem/den Täter(n) mit den Folgen von dringendem Harn/Stuhlgang.

*****
Bernie


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