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Mordfall Hinterkaifeck

47.720 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 16:59
Hallo, habe gerade diese Seite gefunden. Ich befasse mich auch schon seit Jahren mit diesem Fall. Da ich dort in der Nähe mal gewohnt habe. Der letzte Zeitzeuge wohnte nur 2 Km von uns . Ich habe auch das alt und das neue Buch und eine alte Broschüre, die mir ein alte Dame überlassen hat , da Sie meint das interessiert keinen in Ihrer Familie. Es gibt auch einen Film über Kaifeck,in Schrobenhausen war eine Ausstellung mit den orginalen Mordinstrument der Kinderwagen und vieles mehr.. War sehr interessant. Auch auf dem Grundstück wo einst das Anwesen stand war ich. Man soll heute noch den Grundriss des Hofes aus der Luft sehen wenn man drüberfliegt.
Mich hat dieses Familiendrama sehr fasziniert
LG bine


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 17:19
@1bine0,
Sabine,
schön, dass Du hier zu Uns gefunden hast, was das Thema Hinterkaifeck anbelangt.
************************************************************

Solltest Du wirklich (!!) eine alte Broschüre zu dem Thema besitzen ( von 1952 ? ) , oder noch früher, dann lass' es Uns bitte paar Details dazu wissen, oder stelle mal ein Bild davon ( evtl. l per Handy-Kamera) hier mit rein ! Dann können wir das Material prüfen !

Wir sind allerdings sehr vorsichtig geworden, mit neuen Kontakten, bzw. mit
bestimmten Lock-Aussagen !!

Ganz früher gab es mal eine kleine "HK-Ausstellung", in Schrobenhausen, bei der Polizeidienststelle, sogar mit der Reuthaue, aber das war schon relativ kurz nach diesem Mordfall, nur ca. 1 Jahr später, also 1923 !

Und die dürftest Du selbst kaum besucht haben !! ........... Und die neuere JEXHOF-Ausstellung von 2008 ( mittlererweile geschlossen) hatte keine Mordwerkzeuge etc. präsentiert. ( Keine Originalsachen von Hinterkaifeck )

Würde zudem nun gerne wisssen, auf welchen verstorbenen Zeitzeugen Du Dich beziehst. Kannst mir auch per PN antworten !

*****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 18:38
Also. Ersten war ich auf der Ausstellung vor ca 7Jahren. Stand damals groß in der Zeitung und deswegen kam meine Cousine extra aus München.Es war die Hacke und der Kinderwagen und einiges mehr ausgestellt und viele Berichte. War in dem Haus wo vor vier Jahren noch das Arbeitamt war. Ich bin vor 4 Jahren weggezogen und es hat sich viel verändert.Die Zeitzeugin ist aus Sattelberg/ Weilach gewesen habe davon auch einen Zeitungsausschnitt, meine Schwiegermutter kannte sie und ich auch vom sehen.
Von wann die Broschüre ist kann ich euch zum Wochenende sagen, da ich das Material eine Freundin zum lesen gegeben habe. Die fotos kann meine Tochter machen, dann kan n ich das alles ins Netz stellen. Seid ihr auch aus der Nähe von Kaifeck????
Und was soll das mit den Lockaussagen?????
Was hätte ich davon???LG bine


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 18:49
@troadputzer

Ich danke Dir für Deinen Beitrag heute 14.24 Uhr zu den Starklichtlampen. Ehrlich gesagt kannte ich keine Starklichtlampen.

Wir haben uns nicht erst einmal Gedanken dazu gemacht, wie es wohl möglich sein konnte, dass ohne elektrisches Licht der Täter seine Opfer in den dunklen Abendstunden in der Scheune zielgerichtet mit der Reuthaue erschlagen konnte.

Das Augenscheinsprotokoll ( erstellt durch Oberamtsrichter Wießner) und auch das Vermögensverzeichnis, welches durch Herrn Notar Stinglwagner erstellt wurde, enthält keinerlei Angaben zu den Lichtquellen auf dem Anwesen Hinterkaifeck.

Ich gehe davon aus, dass transportable Starklichtlampen, die es seit 1910 gibt, auf dem Anwesen vorhanden waren, man war ja nicht arm.

Damit konnte man die Scheune sehr gut ausleuchten.

Aber nichts Genaues weiß man ja nicht.

Ich habe mich daher auch mit anderen Beleuchtungsmöglichkeiten befasst. Eine Stalllaterne, wie gestern von @flaucher eingestellt ist eine Möglichkeit.

Der Räuber Karl Masch, der von 1856 bis 1864 sein Unwesen in Südpommern betrieb, dort Leute ausraubte, ermordete und auch gelegentlich alles abfackelte, hat auch immer angegeben, er sei Einzeltäter. In einer Hand habe er die Axt geführt, in der anderen zur Beleuchtung die Stearinkerze, auf den Toten konnte man auch überall Kerzenwachs finden.

Er hat alle Schuld auf sich genommen und nie einen weiteren möglichen Tatbeteiligten erwähnt.

Dann fällt mir auch folgendes ein: Die Fechter halten in ihrer Grundstellung bekanntlich heute noch die Waffe in der rechten Hand senkrecht nach oben und die linke Hand halten sie hoch und das auch während des gesamten Kampfes. In dieser linken Hand soll ganz früher eine Kerze zur Beleuchtung gehalten worden sein und später dann eine Laterne. Bekanntlich haben Fechter zu allen Zeiten ( seit dem 16 Jahrhundert mindestens) Tag und Nacht trainiert.


Also ist es immerhin möglich, dass ein Einzeltäter sich selbst geleuchtet hat und durch die Starklichtlampen konnte er sich erst recht Licht verschaffen, denn sie mussten nicht in der Hand gehalten werden.


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 18:54
@Bernie

Da muss ich Bine rechtgeben. Ich weiss zwar nicht mehr genau wann die Ausstellung war, jedenfalls waren meine Frau und ich auch dort. Meine Frau hat übrigens Bilder von der Ausstellung gemacht.

Was ich allerdings bezweifle ist, daß es die Original-Reuthaue war!


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:14
Nochmals zum Komplex Einzeltäter:

Am 1./2. Dezember 1924 wurden in der Villa des Prokuristen Angerstein in Dillingen acht Menschen ermordet. Es handelte sich um nahe Angehörige und Angestellte des Prokuristen, die nacheinander ins Haus gelockt wurden und mit dem Beil erschlagen oder mit einem Hirschfänger erstochen wurden. Dann wurde im oberen Bereich der Villa ein Brand gelegt. Ein Dienstmädchen, welches in den oberen Räumen Schutz suchte, verbrannte bei lebendigem Leib. Angerstein selbst hatte auch Verletzungen, die aber nicht lebensgefährlich waren, dennoch musste er im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Die Polizei ermittelte zunächst wegen Raubmord und zwar gegen eine ca. 20 köpfige Räuberbande, weil man davon ausging, dass derart viele Täter notwendig waren, um ein solches Massaker anzurichten.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nzg&datum=19241203&seite=3&zoom=2

Dann stellte sich nach genaueren Untersuchungen heraus, unter anderem auch, weil die Wertgegenstände der Ehefrau in ihrem Schrank unangetastet geblieben waren und somit ein Raubmotiv ausschied, dass Angerstein die Taten selbst verübt hatte. Den Verdacht auf eine Räuberbande, bestehend aus rund 20 Mann hatte er selbst gestreut.

Angerstein leugnete die Tat auch noch nachdem er in Verdacht geraten war. Der Limburger Oberstaatsanwalt hat ihn jedoch noch im Krankenhaus aufgesucht und ins Kreuzverhör genommen und ihm auf den Kopf zugesagt, dass er der Mörder sei. Daraufhin ist Angerstein zusammengebrochen und hat die Taten gestanden.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=rpt&datum=19241204&seite=9&zoom=2

Zum Motiv der Tat: Der Oberstaatsanwalt beharrte darauf, dass Angerstein Unterschlagungen innerhalb seiner Firma verdecken wollte und daher die Opfer als mögliche Zeugen beseitigt hat.
Angerstein wurde dann auf Antrag der Staatsanwaltschaft acht Mal zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Seine Verteidiger hatten darauf plädiert, dass er zum Zeitpunkt der Tat unzurechnungsfähig war, weil seine häusliche Situation unter anderem wegen der Krankheit seiner Frau unerträglich gewesen sei und er deshalb unter enormen Spannungen gelitten habe, die in der Tat eskaliert seien, weil sich Anspannung entladen habe.

Der Oberstaatsanwalt widerlegte diese Einwendungen, insbesondere auch den Einwand, dass Angerstein seine Frau geliebt habe und so wurde Angerstein zum Tode verurteilt und hingerichtet.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nzg&datum=19250714&seite=5&zoom=2

Ich finde diesen Fall interessant, weil für mich damit belegt ist, dass auch ein Einzeltäter die seelische und körperliche Kraft und Ausdauer hat kurz hintereinander acht Morde zu begehen und zum "Massenmörder" werden kann. Außerdem wird auch deutlich, dass 1924 Affekttaten und somit auch Schuldunfähigkeit kein Thema waren.

Auch zeigt der Fall, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft in diesem Fall nicht engstirnig ermittelt haben. Der Raubmordverdacht wurde relativ schnell fallengelassen. Allerdings auch deshalb, weil die Obduktion der Leichen ergeben hatte, dass diese schon zu dem Zeitpunkt längere Zeit tot waren, als Angerstein noch die 20 Räuber im Haus angetroffen haben wollte.


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:30
@1bine0


Schön, dass Du hier her gefunden hast!

Schau bitte mal auf den Beitrag von @Race vom 27.7.07, 21.32 Uhr S. 244.

Könnte es sich um diese Ausstellung gehandelt haben?


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:43
@AngRa

Ein interessanter Fall und eine interessante Seite!

Gibt es so ein "Anno"-Projekt auch für deutsche Zeitungen?


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:44
@Badesalz

Nicht, dass ich wüsste, die Österreicher sind uns in allem voraus!! Wer mag sie nicht???


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:44
Habe gerade einen Zeitungsausschnitt in meinem anderen Kaifeckbuch gefunden. Die Ausstellung war 1998. Eine Frau Therese Großöhme jetzt 82 Jahre ist 1936 oder 1937 in das Haus der Zeitzeugen gezogen und hat im Jahre 1999 neue Hinweise zum Mordfall gegeben .Die Schlagzeile heißt" 76 Jahre nach der Tat: Neuer Hinweis auf den Mörder von Hinterkaifeck" Die Geschichte von Therese Großöhme kann einige Fragen beantworten.Sie hat das Geheimnis seit 60 Jahren in Ihrem Herzen, was eigentlich auch eines bleiben sollte.Mal sehen ob ich das einscannen kann. LG bine


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:52
...früher hat man (in Bayern) immer gewitzelt, daß Österreich in allem sieben Jahre hinten sei.

Und das war in vielen Dingen auch so. Aber seit der Wiedervereinigung und mit unserem Mezzogiorno am Bein hat sich das geändert... ;-))


Den Angerstein-Fall sehe ich als Versuch, die Familie auszulöschen und sich dann selber umzubringen. Nur hatte A. da wohl zu lange gezögert und glaubte sich anderntags gezwungen, eintreffende Angestellte auch noch zu "beseitigen".
Dann ist er beim Anzünden des Hauses sehr ungeschickt vorgegangen. Und mit seinem Selbstmord hat es auch nicht geklappt.
Es scheint ihm leichter gefallen zu sein, anderen Leuten den Schädel einzuschlagen, als sich erfolgreich selber umzubringen.


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:56
@1bine0
Frau Großöhme hat als Kind von ihrem Vermieter erfahren, dass (angeblich) Karl Gabriel
der Mörder war. Leider hat sie es auch erst viele Jahre später, als der Vermieter schon lange gestorben war, erzählt. Ich fürchte, der Vermieter wollte einfach gerne Gruselgeschichten erzählen und hat sich das so ausgedacht um das Kind zu schrecken. Aber wenn Du einen interessanten Text hast, stell bitte alles ein. Irgendwo könnte immer noch ein Artikel existieren, der ein wenig Licht ins Dunkel bringt.
Wenn die Reuthaue und der Kinderwagen damals bei der Ausstellung in Schrobenhausen Originalteile gewesen wären, hätten sie sicher auch in Jexdorf gezeigt werden können. Aber es scheint so, als wären von HK wirklich nur noch die Ziegelsteine geblieben, aus denen in Laag der Schuppen gebaut wurde.


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 19:57
Wer weiß, ob Angerstein nicht seine Räuberpistole hätte länger aufrecht erhalten können, wenn er es denn mit fünfzehn oder gar zwanzig Räubern nicht gar so übertrieben hätte.

Jedenfalls wird aber deutlich, daß man 1924 erfolgreich Fingerabdrücke identifizieren konnte.


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 20:00
habt ihr den mord nach so vielen beiträgen schon aufgeklärt?? wer war denn am ende der mörder??

lg marcel


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 20:01
@1bine0
@Theresia
@alle

Der Text von Frau Therese Großöhme wurde schon hier im Forum veröffentlicht.

Beitrag #34
(doncarlos) - 14.10.2006 00:41:57

@sekhmet

Auf der Seite gibts einen interessanten Zeitungsartikel. Der könnte die
Lösung beschreiben. Ich kopiere ihn mal rein.

>>>Schrobenhausener Zeitung,
3./4./5. April 1999

Seit 60 Jahren trägt Therese Großöhme (72) ein Geheimnis in
ihrem Herzen.Sie glaubt, den Mörder von Hinterkaifeck zu kennen. Beweise hat Therese
Größohme nicht.

...


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 20:02
@Badesalz

Naja, was Bayern so über Österreicher witzeln! Sollen lieber mal schauen, wie sie so in HK ermittelt haben!


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Mordfall Hinterkaifeck

13.01.2009 um 21:23
Bilder von dieser Ausstellung aus dem Jahr 1998 sind auch in dem Film "Faszination Hinterkaifeck" zu sehen. Komisch, von dem Film hatte ich es heute schon mal hier.
Jedenfalls gab es diese Ausstellung wirklich...


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Mordfall Hinterkaifeck

14.01.2009 um 00:17
@AngRa

...in derselben Zeitung ein Artikel zum Mordfall HK.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nzg&datum=19220409&seite=3&zoom=2


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Mordfall Hinterkaifeck

14.01.2009 um 00:36
@AngRa, @Badesalz

Bitte nicht ganz so pessemistisch....;o)))

Auch in Deutschland gibt es solche Projekte......

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showmonth&year=1922&month=04&project=3

In dieser Zeitung wurden im April 1922 mehrere Artikel zu HK veröffentlicht.
Soviel ich weiss, hat @jaska, Artikel daraus hier im Forum veröffentlicht.

Die Artikel über HK in der Freiburger Zeitung hatten allerdings in ihrer Aufmachung ungefähr den gleichen Stellenwert wie die Getreidepreise damals.


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Mordfall Hinterkaifeck

14.01.2009 um 06:38
@flaucher

Danke für den Hinweis!

Da hat man also in einer Wiener Zeitung auch eine Meldung über den Mordfall Hinterkaifeck lesen können!

@alle

Ich bin auf den Fall Angerstein deshalb gekommen, weil ich mich mit Brandstiftung zur Verdeckung einer Straftat beschäftigt hatte.

Es wurde hier ja darüber diskutiert, warum der Täter nach der Ermordung der Hinterkaifecker nicht das Anwesen abgefackelt hatte, um ganz sicher alle Spuren zu verwischen.

Im Handwörterbuch der Kriminologie von Alexander Elster u.a. wird der Fall Angerstein auf S. 120 unter der Rubrik Brandstiftung zur Straftatverdeckung erwähnt. Allerdings heißt es dort, dass der Prokurist Angerstein innerhalb kürzester Zeit im Affektzustand acht Morde an seinen Familienangehörigen und Bediensteten begangen habe, um anschließend sein Haus anzuzünden.
Nach den Zeitungsberichten hat das Gericht damals aber gerade einen Affektzustand bei ihm nicht angenommen.

Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt spezielle kriminologische Untersuchungen zu sogenannten Mordbrand-Fällen gibt, also wo die Opfer nach der Tötung verbrannt werden.


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