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Mordfall Hinterkaifeck

47.641 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

27.01.2009 um 21:00
@Bernie
genau so sehe ich das auch.
Die Gump's hätten doch alles mitgenommen, was nicht Nied-und Nagelfest war, abegefackelt und abgedampft.
Da sieht man mal wieder, was rauskommt, wenn all zu eifrige Redakteure Zeitungsberichte verfassen. Und das schlimme daran ist auch noch, wenn eine Zeitung von der anderen abschreibt.


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Mordfall Hinterkaifeck

28.01.2009 um 06:55
Nochmals zu den Zeitungsberichten vom 3.1.1953

Mich hat schon fasziniert, dass in den überregionalen Zeitungen fast wortgleiche Berichte erschienen sind.

Ich erinnere mich an einen Besuch mit meiner Schulklasse in einer Zeitungsredaktion. Dort gab es damals einen Raum mit vielen Fernschreibern und auf diesen Geräten gingen Nachrichten von verschiedenen Nachrichtenagenturen ein. Die Redakteure haben diese Nachrichten einfach übernommen, wenn sie von einer angesehenen Nachrichtenagentur wie Associated Press, Agence-France-Presse, Reuters oder dpa usw stammten.

So ungefähr muss es auch 1953 mit dem Bericht über die "Aufklärung des Mordfalls Hinterkaifeck" gewesen sein. Da der Bericht über AP in die Redaktionen gelangt ist, wurde er ohne Prüfung des Wahrheitsgehalts übernommen und verbreitet.


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Mordfall Hinterkaifeck

28.01.2009 um 08:07
Staatsanwalt Dr. Popp hatte für sich ja eine Erklärung dafür gefunden, warum alles Gold und Silbergeld zurückgelassen wurde. Seiner Auffassung nach war es ja ein Mord aus Leidenschaft, weil Victoria neben der Beziehung zu Adolf G. eben auch noch ein Verhältnis zu ihrem Vater unterhielt.

Den Beweis dafür, nämlich dass die von ihm favorisierten Täter und Victoria sich überhaupt gekannt haben, blieb er aber schuldig.

Die gesamten Zeugenvernehmungen aus 1952 haben hierfür nämlich nicht die geringsten Anhaltspunkte ergeben.

Trotzdem ist man natürlich dankbar, dass die Staatsanwaltschaft 1952 nochmals im Rahmen des Ermittlungsverfahrens gegen Anton G. Zeugenvernehmungen angeordnet hat, denn ansonsten wäre über das Leben der Hinterkaifecker noch weniger bekannt.

Ein einfacher Tatverdacht gegen ihn hat mE wegen der Bezichtigung durch seine Schwester auf dem Sterbebett ( und das einem Priester gegenüber) schon bestanden.

Nach Wertung der Zeugenausssagen hätte mE das Ermittlungsverfahren dann aber zügig eingestellt werden müssen.


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Mordfall Hinterkaifeck

28.01.2009 um 15:55
@AngRa,
da hätte ich dem StA Popp damals wiedersprochen, denn ein Typ wie der Gump hätte sich auch bei einem primären Beziehungsmord, der dann eskaliert war, angesichts der 6 Opfer gesagt, "Sche*ss drauf, jetzt ist eh alles wurscht", und sich das Geld und die Wertpapiere geschnappt, den Hof abgefackelt, und sich von dannen gemacht. Denn bei 6 Toten wäre es auf den Raub als zusätzlichen Anklagepunkt auch nicht mehr drauf angekommen, wenn sie ihn (Gump) geschnappt hätten: das Schafott wäre ihm sicher gewesen. Seine Devise wäre demnach doch wohl gewesen: ALLES oder NICHTS.

Einem LTV (Lorenz S.) hingegen würde ich es zugestehen, wenn er denn der Mörder gewesen wäre, dass er sich NICHT am Eigentum inkl. dem Barvermögen der HK'ler vergriffen hätte, denn er fühlte sich bestimmt noch einer gewissen (Rest)-Ethik verpflichtet, der Mord wäre aus seiner Sicht ein (ungeplanter) Liebesmord gewesen, im Affekt, aber "Bei Gott" doch KEIN RAUBMORD aus "niederen Beweggründen".
*****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

28.01.2009 um 20:05
Mal wieder neue Szenenbilder zur Verfilmung aufgetaucht:


KLICK HIER


Ausserdem das Offizielle Kinoposter ;)




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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 07:57
@Dawson09

Danke für die Info....


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 16:15
@hauinolo

Kein Thema, halte euch auf dem laufenden.. ;)


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 17:51
Weiß eigentlich jem,and, wann der Film ins Kino kommt?


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 18:54
@maschenbauer

Er läuft am 12.03.2009 an! Sind wir dabei im Kino unseres Vertrauens?


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 18:55
@maschenbauer

Der Kinostart des Films ist der 26.3.2009, wenn ich den Link von @Dawson09 vom 28.1.2009 20.05 Uhr richtig verstanden habe.

Ob ich mir den Film ansehe, weiß ich nicht. Ich stehe mehr auf Dokumentationen mit Fakten, weiß aber, dass ich hiermit eine Mindermeinung vertrete.

Ich mag es nicht, wenn aus einem Thema reißerisch etwas gemacht wird ohne streng auf Fakten zu achten.

Ich kenne die Problematik von der Berichterstattung über den Untergang der Titanc her.

Es gibt darüber eine beeindruckende mehrstündige Dokumentation unter seerechtlichen Aspekten, sozusagen eine fiktive Verhandlung vor einem Seegerichtshof . Die interessiert leider niemanden. Den dämlichen Film mit Leonardo Di Caprio haben aber viele gerne gesehen.


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 19:07
@AngRa

Ja der Film wird am 26.03.2009 anlaufen, auf diese Seite ist eigtl. immer verlass.
Kann mir auch kaum vorstellen das er so kurzfristig noch verschoben werden könnte..


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 19:18
Ok, laut imdb.com steht der 12 März als Release fest.

KLICK


Ich schätze aber es wird der 26 März sein, Blairwitch.de ist ja ne Deutsche Seite..


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 19:32
"@maschenbauer

Er läuft am 12.03.2009 an! Sind wir dabei im Kino unseres Vertrauens?"


Mit tinky-winky zusammen ins Kino - es gibt nichts,
was ich lieber täte! ;-)

Ich wäre auf jeden Fall dabei...




@AngRa

Ich kenne das leidige Problem mit Verfilmungen, alleine zum Thema Ludwig II. kann ich ein Liedlein davon singen.

Aber den Hinterkaifeck-Film werde ich mir trotzdem ansehen,
auch wenn ich seeehr skeptisch bin...


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 19:43
Einzelne Szenen aus dem Film:

"Marc zeigt Dr. Hoff den Knochenfund. Dr. Hoff will ihn ins Labor schicken."
"Marc läuft durchs Dorf zum Friedhof."
"Juliana kommt an Marcs Auto und totem Ungeheuer vorbei."
"Marc und Tyll verlassen Kaifeck. Juliana stirbt."

Ich bin auf die Hinterkaifecker Knochen und die toten Ungeheuer eigentlich nicht sonderlich gespannt...


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Mordfall Hinterkaifeck

29.01.2009 um 20:51
Ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen - wohlwissend, daß er die seriöse Hinterkaifeckforschung unmittelbar nicht weiterbringen wird.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.01.2009 um 13:24
ich schaue ihn mir nicht an, weil

ich mich hinterher zu tode ärgern würde.

wüßte ich von dem fall jetzt garnix, dann

vielleicht schon (aber bei den kinopreisen?)

der ärger ist aber erfahrung, ging mir früher

schon so, wenn ich das buch vorher kannte.

ich warte dann auf eure urteile.

grüßle hulla


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Mordfall Hinterkaifeck

30.01.2009 um 18:27
@hulla

Ich kann mich in diesem Punkt deinem Standpunkt nur voll und ganz anschließen

Gruß Robert


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 12:22
Nochmals zur Situation nach Bekanntwerden der Morde

Im Ermittlungsverfahren gegen den Hirten Josef Pfleger, der von seiner Tochter bezichtigt wurde, der Mörder von Hinterkaifeck gewesen zu sein, wurde auch der Arzt Dr. Hans Pointner aus Hohenwart vernommen.

Offensichtlich ist Dr. Pointner noch umgehend am 4.4.1922, sobald er von den Morden auf Hinterkaifeck erfahren hatte, an den Tatort geeilt.

In seiner Aussage vom 2.9.1938 im Ermittlungsverfahren gegen Josef Pfleger erklärt Dr. Pointner folgendes:

"Ich kann mich noch heute entsinnen, dass ich am Dienstag, als die Ermordung der Familie Gruber bekannt wurde, im Laufe des Nachmittags selbst nach Hinterkaifeck gekommen bin und den Tatort besichtigte. Bei meinem Eintreffen lagen sämtliche Leichen noch an den Auffindestellen.Im Laufe des Nachmittags war hier in Hohenwart schon allgemein bekannt, dass die Bewohner in Hinterkaifeck ermordet wurden!"

Dr. Pointner hatte auch immer wieder L.S. der Tat bezichtigt. Hier wurde des öfteren herumgerätselt, warum er dies getan haben könnte. Nach dieser Aussage gehe ich davon aus, dass er auch einer der Zeugen war, die L.S. live am Tatort nach Auffindung der Leichen erlebt haben. Ähnlich wie auch schon den anderen Auffindungszeugen Sigl und Pöll muss ihm das Verhalten des Gröberner Ortsführers verdächtig vorgekommen sein.

Seinen Verdacht äußerte er aber hauptsächlich den Gendarmen aus Hohenwart gegenüber, die natürlich jeglichen Verdacht,dass der Ortsführer L.S. etwas mit der Tat zu tun haben könnte, ausgeschlossen haben.

Gleichzeitig zeigt das Ermittlungsverfahren gegen Josef Pfleger aus 1938, dass gegen L.S. wohl nach der Zeugenaussage vom 30.3.1931 nie mehr ermittelt worden ist und dass er auch während der Nazizeit niemals in U-Haft gesessen hat.

Andere Anschuldigungen in den Jahren nach 1931 bis 1938 wurden immer mit dem Hinweis abbalbiert, dass der jeweilige Anzeigeerstatter ein Schwätzer sei oder eben ein Trunkenbold oder ein Quartalssäufer.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 13:10
@AngRa
Wie wird das von einer ortsfremden Staatsanwaltschaft gehandhabt, um Anzeigen wegen Unglaubwürdigkeit abzuschmettern, weil der Anzeigeerstatter angeblich ein Schwätzer, Trunkenbold oder Quartalssäufer ist? Verläßt man sich da nur auf die Aussagen der lokalen Behörden? Die Hohenwarter Gendarmen konnten doch nicht Kraft souveräner Willkür eine Aufnahme der Anzeige verweigern? Immerhin ging es um sechsfachen Mord!


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 16:58
@troadputzer

An sich kann die Polizei Anzeigen nicht ohne Weiteres abschmettern. Sie gehören ordnungsgemäß aufgenommen und in die Akte und dann zur Staatsanwaltschaft weitergeleitet, damit man dort auf dem Laufenden ist und Entscheidungen treffen kann.

Es gibt bei der Aufnahme aber mehrere Varianten. Wenn die Polizei signalisiert, dass ein Verdacht absurd ist, dann kommt es vielleicht nicht zu einer förmlichen Anzeige mit Unterschrift des Anzeigeerstatters,weil dieser dann von vornherein Abstand nimmt.

Wie das im Fall von Dr. Pointner war, weiß ich nicht. Mir ist eine frühere Aussage nicht bekannt. Den Hinweis, dass er mit den Hohenwarter Gendarmen über seinen Verdacht gesprochen hat, habe ich dem Leuschner-Buch entnommen.

Für einen Staatsanwalt gibt es neben der Strafprozessordnung die sog. " Richtlinien für das Strafverfahren". Danach hat sich ein Staatsanwalt in allen Lebenslagen zu richten.

In § 3 III heißt es:

Bei formlosen mündlichen Erörterungen mit dem Anzeigenden.... sind die Vorschriften des § 52 Abs.3 Satz 1, 55 Abs.2 ,163a Abs.e S.s StPO zu beachten. Über das Ergebnis der Erörterungen ist ein Vermerk anzulegen."

( § 52 betrifft Zeugnisverweigerungsrecht, § 55 das Auskunftsverweigerungsrecht)

Mit einem Staatsanwalt kann man somit nicht einfach schwadronieren. Er ist an Formen gebunden und muss über alles Vermerke anfertigen.

Wie das bei Gendarmen 1922 war, weiß ich nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass dort alles formloser zuging.

Nebenbei ist es aber so, dass ein Staatsanwalt im Kopf auch bestimmte Vorstellungen hat, was den Stellenwert einer Anzeige ausmacht. Anzeigen von Nachbarn (oder Querulanten) werden immer ganz nach unten oder in eine Schublade gelegt und es heißt dann schaun mer mal, ob der /die sich wieder meldet. Wenn der Anzeigeerstatter hartnäckig ist, dann muss dem Verdacht jedoch nachgegangen werden.

Was die Beurteilung des Anzeigeerstatters ( Notorischer Lügner, Schwätzer, Weibergeschwätz, Trunkenbold) anbelangt, so ist die Staatsanwaltschaft natürlich nicht an das gebunden, was die Polizei in einem Vermerk niederschreibt. Aber oft ist dann die Richtung schon vorgegeben, aber nicht grundsätzlich.


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