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Mordfall Hinterkaifeck

47.707 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

24.04.2007 um 20:59
auf der oben genannten seite ist rechts in der ecke ein kleines bild, kann mirjemand
sagen, ob das karl gabriel ist


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Mordfall Hinterkaifeck

24.04.2007 um 21:17
@all,
also mir erscheint das etwas zu vage, ohne die Kenntnis der Waffengattung, beider Stephan gedient hat, zu behaupten, dass dieser Kanonier tats. DER Gabriel sein soll.Schaut doch mal auf's Todes-/Vermisstdatum. Da fehlen einfach zwei Jahre. Ich will malversuchen, die Bayr. Verlustlisten des Kriegsministeriums von 1916 ausfindig zu machen.Vielleicht könnt ihr ja auch mit danach suchen.

Gruss, Manfred


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Mordfall Hinterkaifeck

24.04.2007 um 21:59
@Bernie @mima @hexenholz

Auch die Schreibweise des Stephan Gabriel aus Laag,angeblich schon 1916 gefallen, ist nicht identisch mit dem 1918 gefallenen und inSoupir/Frankreich begrabenen "Stefan Gabriel". Auf einer anderen Seite findet sich eineZusatzinformation, dass hauptsächlich Angehörige von nichtbayerischen Einheiten in Soupirbegraben sind.

Theoretisch könnten es beide geschafft haben, in den Wirren desendenden Krieges, eventuell nach einigen Jahren Gefangenschaft, unterzutauchen und vonden Machenschaften der Hinterkaifecker erfahren haben und in die Morde verstrickt gewesensein.

Der seit 1918 in Russland vermisste Xaver Gabriel könnte dann im 2.WK alsrussischer Offizier einen Schrobenhausener Kriegsgefangenen entlassen haben, wer weiss?

Aber mir erscheint die Theorie mit den beiden Brüdern von Karl Gabriel als Tätereinfach zu unwahrscheinlich, zumal P. Leuschner den Hinweis auf Stephans Tod im Jahre1916 sicher auch belegen kann.

Ein weiteres Indiz gegen eine mögliche Verstrickungin den Mordfall der Gabriels aus Laag dürfte sein, dass sie die bei den Abrissarbeitengefundene Tatwaffe umgehend bei der Polizei ablieferten. Es wäre ein Leichtes gewesen,die Reuthaue einfach verschwinden zu lassen, gerade weil sie sich im Fokus derpolizeilichen Ermittlungsarbeit befanden.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 11:22
@oldschool70 , muss Dir durchaus beipflichten ! hatte gestern am feierabend natuerlichetwas mehr ruhe zum nachdenken, und kam auf aehnliche vermutungen : eine evtl.desertierung/fahnenflucht beider Gabriel-brueder (Stephan/Xaver) ist mehr alsunwahrscheinlich ! verschiedene zeitpunkte, dazu die problematik, das zu kriegszeiten inder praxis gemeinsam abzustimmen, izu koordinieren, usw., usw ! nein, "beide brueder"ist ein zu schwaches konstrukt. aber zumindest einer der Gabriel- brueder, der Xavernaemlich, kaeme etwas mehr in frage fuer unsere spekulationen.

die lage an derostfront 1918 war sehr verworren. laengere zeit waffenstillstand (brest-litowsk), relative "ruhe", dann doch wieder einige kriegerische aktionen. andrerseits die wachsendeabsolut instabile situation in Russland, buergerkriegsaehnliche wirren, aufkommen derarbeiterbewegung, sozialistisches,kommunistischers, anarchisches gedankengut etc. etc., und dies nicht nur in Russland ! dieser Virus infiziert ganz Europa, und darueberhinaus!!

hat Xaver G. etwa diese situation genutzt, beeinflusst durch dieschrecklichen kriegserlebnisse, den tod zweier brueder, und allgemeine neue kritischesichtweise der alten ueberkommenen machstrukturen und autoritaeten, kirche und trad.moral inclusive, und sich daher "abgesetzt" ?? ("schnauze voll" ). moeglicherweise einezeitlang in muenchen unter sozialisten bzw. kommunistischen (arbeiter)-gruppierungengelebt, sich dort versteckt ? sich als KARL ausgegeben, in diese Rolle hineingesteigertund "gelebt", schliesslich dann im april 1922 als personifikation von "Karl" die rache anden Hinterkaiifeckern vollzogen ?? deutet auch das verbreitete geruecht eines schreibensan "Karl" , ( angebl. von Jakob Gabriel ) , mit inhalt "..... Victoria hat WIEDER einkind..." ) nun logischerweise auf den zeitraum NACH 1918 ( 1919 geburt des kl. Josef )!??

Xaver (("karl") nach der tat dann ab nach Russland, mit neuer karriere, etwaals politkommissar ?? taucht er hier nochmals fuer die oeffentlichkeit auf, als ereinen kriegsgefangenen aus seiner alten heimat in die freiheit entlaesst ??

-- nachtrag: hat er (Xaver) nachts die blutbefl. kleidung verbrannt, und sich neuekleidung aus Laag besorgt ?? ( taschenlampenblinken nachts am waldrand )

problem: der fund der reuthaue 1923 (durch josef gabriel) wurde nicht vertuscht !
hmm, da gabs zeugen, evtl. familienfremde mitarbeiter, ein verstecken waere aeusserst auffaellig gewesen. wusste Josef gar nichts von dem "geheimnis" umXaver="karl" ? oder zumindest damals familiennintern schon die gewissheit: er (Xaveralias Karl ) ist sehr weit weg, mit neuer identitaet ! ueberdies unzureichendes wissen,was man kriminaltechnisch mit so einer haue anfangen kann -- zur damaligen zeit !

irre ! immer wieder soviel spielraum fuer spekulative annahmen: "Tannöd" ist dagegen ne absolut muede klamotte !! *** ciao: Bernie ***


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 12:03
Ich gehe nicht davon aus, dass Karl Gabriel oder einer seiner Brüder einenKriegsgefangenen aus seiner Heimat Schrobenhausen in die Freiheit entlassen hat. M. E.ist Karl Gabriel im Dezember 1914 gefallen.

Im Leuschner-Buch S. 221 wird darüberberichtet, dass ein Matthäus Eser zunächst glaubhaft diese Geschichte erzählt hat, KarlGabriel habe ihm und zwei Bekannten einen Passagierschein in die Freiheit ausgestellt undindirekt den Mord an den Hinterkaifeckern gestanden.
Im Leuschner Buch auf S. 231wird aber berichtet, dass Matthäus Eser später dem Staatsanwalt Popp gegenüberzerknirscht zugegeben hat, er habe die ganze Geschichte erfunden. In Wirklichkeit sei eraus der russischen Kriegsgefangenschaft geflüchtet.
Bei den bei den anderenErzählungen aus Russland ( Georg Kothmeier) handelt es sich teilweise um Geschichten vomHörensagen, die einen ähnlichen Wahrheitsgehalt haben werden.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 14:15
@AngRa, der gute Karl Gabriel ist eh so ziemlich aus der diskussion, seitdem nunziemlich klar ist, wo er konkret begraben liegt ( siehe beitraege auf seite 98 ), auchwenn theoretisch die (rest)-moeglichkeit bestuende, dass jemand (Karl) einem unbekanntenSoldaten seine uniformjacke + EM (ErkennungsMarke) verpasst hat. aufgrund derverbissenen, aeusserst umkaempften Grabenkrieg/Feldsituation im dez. 1914 bei NeuvilleSt. Vaast (Naehe Arras/Nordfrankreich) moechte ich das mal einfach ausschliessen. diespekulationen mit Xaver Gabriel ( als "KARL-ersatz") sind einfach der versuch, mittelsaller denkbaren hypothesen ( fast ne art "brainstorming" ) loesungen zu finden, dierecht viele treffer haben. treffer = uebereinstimmung bzw. zulaessige relative triftigeerklaerungen mit querverweise auf moeglichst viele vorhanden ermittlungs-fakten. und dagibts leider immer noch eine irritierende vielfalt an szenarien. ich selbst kann immoment nicht sagen, welche dieser loesungsansaetze nun wirklich weit vorne liegt. es istschon zum verruecktwerden, aber auch "schweinespannend" ! *** ciao: Bernie ***


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 14:42
@Bernstein
du hast ja vollkommen recht. ich selber bin immer noch nicht mit dem Buchdurch, habe aber dank dem Forum mein Hirn schon ziemlich gemartert.
Aber immer wennman einen Ansatz für die Lösung hat,BUMM schon ist ein Detail vorhanden und alles isthin.
Dieses Forum ist echt spannend. Ich finde es genial das so viele für diesen FallFeuer gefangen haben.
Irgendwann kommen wir schon noch auf die Lösung. Müssen dasForum nur lang genug aktuell halten.
Vielleicht zum hundertjährigen.
Und vielleicht erbarmt sich ja doch noch ein Nachfahre und klärt alles auf.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 14:53
Stellen wir uns doch einmal diese Situation bei Neuville fort. Da muss dieser KarlGabriel aus Laag bei Waidhofen, aus einem behüteten Umfeld in den Krieg. Er sieht das einpaar Tage. Dann stirbt vor seiner Nase ein Soldat; das Gesicht ist entstellt. Wie schwerist es denn, aus dem Schützengraben zu huschen, ihm seine Jacke überzuziehen, dieHundemarke umzuhängen und sich aus dem Staub zu machen?
Er traut sich nicht nachHause, weil er fahnenflüchtig ist, baut sich eine neue Existenz auf. Haut ab ins Ausland.Nicht wenige Deutsche waren damals in Russland. Eines Tages zieht es ihn zurück.Vorsichtig nähert er sich seiner Heimat, wo er sieht, dass seine Frau Kinder hat - nichtvon ihm. Blutschande.
Er sucht Kontakt zu seinen Brüdern, zum stillen Jakob, zu Antonzu Josef.
Dann der Tag der Abrechnung.
Jakob heiratet in die GastwirtschaftBogenrieder ein, die anderen beiden leben weiter in Laag, friedlich. Und Karl macht sichaus dem Staub, zieht durch die Gegend, bis er eines Tages unter falschem Namen alsfalsche Existenz stirbt.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 15:40
@bluesman + @Maddrax : ja, das "karl"-scenario ist schon verfuehrerisch, wuerde auchgenug erklaeung fuer einen derartigen amok-ausraster erklaeren ! diese einschaetzunghatten damals ebenfalls viele zeitgenossen aus der Waidhofener ecke, gerade weil es somenschlich, so emotional, so abgruendig ist, alles mit einbezieht an menschlichen tiefenund hoehen, glueck und verzweiflung, krieg und frieden, beruehrt uns dieses potentielleszenario besonders, und schiebt sich als verlockende erklaerung fuer die bluttat vonHinterkaifeck in den vordergrund ! -- dies kann aber auch truegerisch sein!

*bluesman:
giesse auch noch oel ins feuer deiner betrachtungen: alsVORGESCHOBENER Frontbeobachter war Karl zwar sehr gefaehrdet, wirklich "in the line offire", dafuer aber fuer stunden sein "eigener chef" (- wohl kaum "damenbesuche" indiesem hoellenjob - ) , und haette somit genug die zeit gehabt , relativ unbeobachteteinem toten kameraden die eigene identitaet zu geben: jacke austauschen, evtl. rangabzeichen austauschen, + erkennungsmarke/hundemarke.

PROBLEM war jedoch: wie sich dann sich davonmachen ?? ein grabengewirr, stacheldraht, sehr eng liegendefrontabschnitte, auch nachts staendige leuchtraketen, artillerie, Mg, usw. !! UND:nicht zu vergessen ein gegenseitiger ehrenkodex, bei dem die gegner wohl sogar"erwischte" fahnenfluechtige wieder uebergaben ! (auch aus paedagogischen gruenden : essoll keiner ans abhauen denken ) ) resultat: umgehend kriegsgericht, rangabzeichen weg,und ab an die wand ... tschuess !!

und fuer die angehoerigen daheim noch dieriesenschande: Verraeter -- kameradenschwein .. usw. ! also: "FAHNEN FLUCHT" , auchangesichts des taeglichen menschenverachtenden wahnsinns und abschlachtens("schlachtfeld"!!) , eine ungaublich harte entscheidung !
*** ciao: Bernie ***


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 18:41
@alle: der neue spielfilm "KAIFECK MURDER" soll etwas an dem geschehen in HINTERKAIFECKangelehnt sein. leider bisher dazu keine wirklich aussagefaehigen daten zumhandlungsverlauf online verfuegbar, na ja, auch klar , ausser --- ich zitiere komplettaus FFF - Bayern --- :

"... Mystery Thriller. Marc kommt mit seinem Sohn Tillnach Kaifeck, um dort an den traditionellen „Raunächten“ teilzunehmen. Auf einerWanderung entdecken sie einen verfallenen Einödhof, der eine rätselhafte Mordgeschichtebirgt. Marc beginnt eine Verbindung zu den grausamen Ereignissen zu spüren . . "

Drehbeginn soll angeblich ab Oktober 2007 sein ! ok, einen grossen wurf erwarte ichpersoenlich nicht, aber "mal schauen", vielleicht ueberascht uns Esther Gronenborn undihr team !? * ciao: bernie *


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 20:42
hey, ist euch eigtl. schon aufgefallen, dass auf den fotos >>leichen imstadel<< einmal die türe.. (zum haus?) offen ist, und einmal geschlossen... wenndass des rätsels lösung wäre... aber i glaub... da schauts schlecht aus^^

=*


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Mordfall Hinterkaifeck

25.04.2007 um 20:46
Hallo Ihr lieben

ich hoffe es ist noch jemand von der Freizeit Soko hier undüberhaupt... ich war jetzt ne zeit nicht mehr hier aber aus einem ganz bestimmtengrund:

am ersten Aprilwochenende hatte ich Uraufführung....

Es handelt sichum eine Mördernacht, einen Krimiabend, ein Liverollenspiel und interaktivesImprovisationstheater ;)

Wir waren zu zehnt. Der Kriminalfall Hinterkaifeck wirktals Grundlage...

Das ganze war eine höchstspannende Angelegenheit.

Stattgefunden hat es in einem verlassenen Bauernhof (Niederbayern) der etwa um1900 gebaut wurde.
Jeder kam in möglichst authentischer Kleidung (1922) es gab nurkerzen /petroleumlicht und eine richtig Urige bayerische Brotzeit....

Die Sachekam so gut an, und ist so gefragt dass ich mich derzeit um Wiederholungkümmere.

Es wird noch zwei bis drei Termine geben, Juni, Juli,August...

Das ganze findet immer noch auf diesem Bauernhof statt.

Hatjemand Lust mitzumachen??????
Meldet Euch...

LiebeGrüße
Nela
daniela_haindl@yahoo.de


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Mordfall Hinterkaifeck

26.04.2007 um 07:21
Habe inzwischen das Buch "Tannöd" gelesen und muss sagen, dass es mir nicht gefallen hat.Uns bringt es jedenfalls bei unseren Überlegungen zum Fall Hinterkaifeck nicht weiter,insbesondere nicht bei der Motivation des Täters.

Außerdem hat sich die AutorinSchenkel so ziemlich an das gehalten, was im Leuschner Buch zusammengestellt ist(Ausnahme: Beobachtung der Tat durch einen Dritten, Erwähnung einer Vergewaltigung einerArbeiterin durch den Altbauern, Vergessen des Messers durch den Täter, Verlegung der Zeitund des Ortes).

M.E. hat sie dabei aber nicht nur Fakten übernommen, sondern auchDinge, die Leuschners Fantasie entsprungen sind. Besonders auffällig ist für mich nebender Sache mit der heruntergefallenen Schraube des Monteurs bei der Reparatur auf dem Hof, die Angelegenheit mit der Magd und mit dem kleinen Josef. Leuschner schreibt inseinem Buch ( S. 26) "Der kleine Josef zeigt keine Scheu vor der Magd.Übermütig zieht eram Rock der Magd....Sie muss ihren rechten Fuß ausstrecken. Lachend setzt sich der Bubdarauf: Hoppe, hoppe Reiter." Schenkel schreibt ( S. 29): Nette Kinder, besonders derkleine Bub. Hoppe Reiter hat sie mit ihm gespielt."

Die Szene mit der Magd und demkleinen Josef ist ja durch nichts belegt und dient allein der Ausschmückung, wie es wohlam Tatabend gewesen sein könnte. Zeugen gibt es ja keine.

Wobei ich Zweifel daranhabe, ob der kleine Josef tatsächlich so lustig war und so quirlig umhergesprungen ist,denn dagegen spricht der Umstand, dass er noch mit 2 1/2 Jahren im Kinderwagen gelegenhat, was für mich auf eine ziemliche Retardierung hindeutet.

Am Leuschner Buchstört es mich manchmal, dass teilweise Fakten genannt werden und teilweise romanhafteAusschmückungen vorkommen. Ich komme damit manchmal durcheinander.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.04.2007 um 09:42
@AngRa

So wie Du P. Leuschners Buch (2.Auflage) einschätzt, kann ich Dirbeipflichten.

Beispielsweise führt der zwei verschonene Ziegel auf dem Dach desAnwesens als relevant für den Tathergang auf, indem er suggeriert, es der Dachboden hättean diesen Stellen als eine Art Beobachtungsposten für den/die Unbekannten gedient, dienachts auf dem Boden umgegangen sein könnten.

Hier im Forum habe ich jedocherfahren (@mima), dass die Dachziegel schon längere Zeit verschoben gelegen haben müssen,da unter ihnen keine Algen, Moose und Flechten zu finden waren.

Das Buch führt denam Fall interessierten Leser manchmal auf die falsche Fährte, hier in diesem Beispielwird der Leser eventuell den seltsamen Vorgängen in den Tagen vor den Morden (Einbrecher,Beobachter, Fußspuren) eine größere Bedeutung zumessen, als sie verdienen.

Derebenfalls hier im Forum gepostete, vermutete Suizidversuch der Viktoria Gabriel am 30.März 1922 (evtl. ermittelt von Konrad Müller), wird mit keinem Wort in Leuschners Bucherwähnt, obwohl er durchaus entscheidende Bedeutung gehabt haben könnte.

Andererseits sind Leuschners prosaische Ausschmückungen ("Hoppe, hoppe Reiter")durchaus sinnvoll, um den romanhaften Charakter des Buches beizubehalten und es so einembreiten Publikum schmackhaft zu machen und es in die Zeit der 1920er Jahre zuversetzen.
Für den Tathergang haben diese Ausschmückungen natürlich keine Bedeutung.Ich denke, der interessierte Leser kann hier recht gut Wesentliches vom Unwesentlichentrennen.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.04.2007 um 15:48
@nela, habe Dir zwar schon auf "freizeit-soko" geantwortet, will es aber hier gerne"oeffentlich" wiederholen:

Gratulation und anerkennung, das ist ja wirklich nene tolle sache. ein authentisches H-K ambiente, ein "jahrhundertwende"--feeling,verstaerkt durch das tragen von alten original-klamotten, dann noch spaet abends !! hey,irre ! was brauchen wir da noch produktionen wie "kaifeck murder" ? - echt life, in soeinem alten stadl , zudem desnaechtens, dieses spektakulum menschlicher leidenschaftenund abgruende, und ein ende mit paukenschlag --- das haut "voll-fett-krass" lrein !!

aus geschaeftlichen wie privaten gruenden kann ich mir Das alles im moment nichtals zuschauer "reinziehen", und von einer direkter mitarbeit ist eh nicht zu reden. tja,leider ! aber aus dieser/Eurer idee kann echt noch mehr werden, ein richtigessommerabend-theater: erlebte, mit(nach)gedachte und mitgefuehlte geschichte aus demDonaumoos ! das waere auch mal was fuers BR fernsehen. ist doch etwas anderes, als zumx-ten mal ne trachten/blasmusik/xy--gruppierung verein abzufilmen. bei aller liebe undrespekt diesem genre gegenueber, aber die heimat bietet noch anderes. zum beispieldieses projekt ! und vielleicht, ich sage <vielleicht>, wird dadurch der eineoder andere (aus der waidhofener ecke) ermuntert, den "mund aufzumachen", endlichrauszulassen, was mann/frau evtl. noch weiss ! Eure veranstaltung kann dazu beitragen,dass dieses zwar duestere aber leider wohl allzu menschliche geschehen von HinterkaifeckENTTABUISIERT wird, und damit wieder einer immer fairen (!) aber engagierten recherchezugefuehrt wuerde. speziell im muenchner staats-archiv duerfte noch einiges zu findensein, nur als beispiel !! ( welcher engagierte ministeriale hilft uns ? )

alsdann Von herzen viel erfolg, spass und spannung mit diesem projekt!
******************************************************
Liebe gruesse & ciao: Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

26.04.2007 um 21:48
@all,
auf der Suche nach den Einheiten, in denen Stephan Gabriel gedient haben könnte,bin ich auf etwas sehr Interessantes gestoßen. In Leuschners Buch steht doch, dass KarlGabriel ein Einjährig- Freiwilliger war:


"Der Einjährig- Freiwillige Dienstwar eine besondere Möglichkeit mit recht kurzer, eben minimal einjähriger Dienstzeit, demMilitärdienst auf besonders feine Art und Weise zu genügen. Ein Nachteil, oder eben einebesondere Vergünstigung, wie man das auch sehen will, war die Notwendigkeit für dieEinjährig- Freiwilligen, ihre Ausrüstung selbst bezahlen zu müssen. Da man sich leichtdenken kann, daß dies nicht für alle Teile der Gesellschaft möglich gewesen ist, istdeutlich, daß es sich um eine Dienstpflicht für eine fast exklusive Schicht derGesellschaft handelte. Demnach kann es kaum verwundern, wenn in diesen Positionendurchweg Nachkommen vermögender Bürgerlicher zu finden waren. Die finanzielleBeanspruchung ergab sich aus Kosten für die Leihweise Überlassung der Ausrüstung, Kostenfür Unterkunft und Verpflegung sowie Extrazulagen, horrende Summen, für diejenigenFreiwilligen berittener Truppenteile. Für die Benutzung eines Dienstpferdesbeispielsweise 400RM, für die Ration des Pferdes zwischen 350 und 400 RM zusätzlich. Auseinem Einladungsschreiben zum Einjährig- Freiwilligen Dienst des Fu.AR. 20 von 1913wurden die Gesamtkosten dementsprechend mit 600- 800RM beziffert"

Und dann 700 RMim Beichtstuhl???!!!!???? Für wen???

Gruss, Manfred

Gefunden auf:http://www.agw14-18.de/formgesch/formatio_rek.html


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Mordfall Hinterkaifeck

27.04.2007 um 05:56
@hexenholz

Verstehe ich es richtig, dass die Einjährig-Freiwilligen von vorneherein nur EIN JAHR Kriegsdienst verrichten mussten und nach Beendigung dieses Jahres,unabhängig vom Kriegsverlauf, wieder entlassen wurden und nach Hause gehenkonnten?

Karl Gabriel trat also den Kriegsdienst 1914 an und wäre in jedem Fall1915 wieder zuhause gewesen, sofern er überlebt hätte?

Wäre seine Zeit als Soldatim Felde damit vorüber gewesen?

Ich weiss von der allgemeinen Kriegsbegeisterungin Deutschland gerade zu Beginn des 1.WK. Die Kampfeinsätze waren von einer anfänglichenWelle der Euphorie getragen und man ging davon aus, der Krieg könne in wenigen Wochensiegreich wieder beendet sein. Der Begriff "Wochenendausflug an die Front" machteallgemein die Runde.
Die Realität sah natürlich ganz anders aus. Manch eineuphorisierter, patriotischer Freiwilliger hat seinen Entschluss Soldat zu werden, sicherschon nach kürzester Zeit bereut (siehe Bernies Beitrag).

Ich glaube, dieseFragen sollten geklärt sein, bevor man Karl Gabriel wieder als Verdächtigen ins Spielbringt und die Möglichkeit einer erfolgreichen Desertation ins Auge fasst.


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Mordfall Hinterkaifeck

27.04.2007 um 07:12
@hexenholz
Ich habe mir die angegebene Seite angesehen.
Ich habe Zweifel daran, obKarl Gabriel unter den dort angegebenen Voraussetzungen als einjährig Freiwilliger mitden dadurch verbundenen Privilegien in den Krieg gezogen ist. Er mag zwar diezusätzlichen Kosten aufgebracht haben, aber ihm wäre doch derBerechtigungschein nichtausgestellt worden, weil es ihm an der schulischen Bildung gefehlt hat. Ich gehe davonaus, dass er keine höhere Schulbildung und kein Hochschulstudium hatte, so dass er einewissenschaftliche Befähigung ( mit Prüfung in zwei Fremdsprachen, Mathe etc.) hätte durchPrüfung nachweisen müssen. Das hätte er doch nicht erbringen können.

Außerdemverstehe ich die angedeutete Verbindung 700 Mark im Beichtstuhl und Kosten für deneinjährig Freiwilligendienst in Höhe von 600-800 Mark nicht ganz. Das Geld hätte dochschon 1914 bei Dienstantritt bezahlt werden müssen und nicht erst 1922. Wenn 1914 Geldfür militärische Privilegien gezahlt worden wäre, wäre das damals wohl aus demgemeinsamen Topf der Eheleute Gabriel geschehen, woher hätte es sonst kommensollen.

Gruß Angela


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Mordfall Hinterkaifeck

27.04.2007 um 08:04
@AngRa
Ich habe mich wohl etwas verstiegen. Meine Überlegung war: Jemand hätte dasGeld "vorgestreckt" , möglicherweise um Karl aus dem Weg zu haben, um bei Vic (mitAussicht auf eine Heirat) freie Bahn zu haben. Aus der Heirat wird dank des alten Grubernichts, und das Geld bekommt statt des "Jemand" der Pfarrer in die Hände. Also da würdees wahrscheinlich sogar mir "den Draht aus der Mütze hauen".
Was mich aber vor allemetwas irritiert, ist, dass bei Leuschner einmal steht, Karl wäre ein "EinjährigerFreiwilliger" gewesen, und dann ist er im August 1914 (im Zuge der AllgemeinenMobilmachung) "!!!UNERWARTET!!!" einberufen worden. Was nun???

Gruß Manfred


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Mordfall Hinterkaifeck

27.04.2007 um 10:26
@hexenholz
Jetzt verstehe ich die Verknüpfung mit den 700 Mark und finde sie auchinteressant. Den Karl Gabriel hätte man schon gerne aus dem Weg gehabt. Aber 1914 war anHeirat noch nicht zu denken, da die 1. Ehefrau des Schl. noch gelebt hat und erst 1918gestorben ist. An freier Bahn aber wäre man wohl schon damals interessiert gewesen, kannich mir denken.

Ich kann es mir jetzt nur so vorstellen, dass sich der Begriff"Einjährig Freiwilliger", der sowieso nicht so ganz passt, auf einen kürzeren Wehrdienstbezieht. Der Begriff "Allgemeine Mobilmachung" ist ja auch ein feststehender Begriff, derverheißt, dass sich jeder Deutsche bereitzuhalten hat, einziehen muss und dass Ausnahmennicht mehr gelten. Vielleicht war die schnelle Einberufung wegen der kürzerenWehrdienstzeit und wegen der Tatsache, dass Karl Gabriel als Bauer eigentlich nicht soohne Weiteres abkömmlich war, für ihn unerwartet.

Gruß Angela


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