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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

2.893 Beiträge, Schlüsselwörter: Mordfall, Ramsey, Jonbenét Patricia Ramsey
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 12:32
@Szuka

Diese offensichtlichen, logischen und nur mit reinem Menschenverstand betrachteten Punkte reichen aus, um auszuschließen, dass es ein Einbrecher war. Die anderen Details sind natürlich auch interessant und zeigen noch mehr auf, dass es höchstwahrscheinlich ein Familienmitglied war, aber für mich sind in diesem Fall die offensichtlichen Punkte wichtig, die du aufgezählt hast, die gegen einen Einbrecher sprechen und die auch für jeden, der nicht so viel über den Fall weiß, zu der Annahme führen müssen, dass hier eine Vertuschung stattgefunden hat.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 12:35
TS-3C

Hier noch eine Übersicht de EG. Man sieht es zwar schlecht aber die Großbuchstaben ABCD geben Auskunft, wo was lag.

B Erpresserbrief
C Schreibblock
D Taschenlampe


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 12:58
@jada
Danke, ich weiß, aber ich finde es trotzdem nicht logisch. Höchstens wenn der Täter selbst diese Treppe regelmäßig morgens hinunter ging. ;)
Sonnenblume91 schrieb:Die anderen Details sind natürlich auch interessant und zeigen noch mehr auf, dass es höchstwahrscheinlich ein Familienmitglied war, aber für mich sind in diesem Fall die offensichtlichen Punkte wichtig, die du aufgezählt hast, die gegen einen Einbrecher sprechen und die auch für jeden, der nicht so viel über den Fall weiß, zu der Annahme führen müssen, dass hier eine Vertuschung stattgefunden hat.
Das stimmt schon, und dennoch finde ich gerade die Details, in denen sprichwörtlich der Teufel steckt, mindestens genau so interessant wie die offensichtlichen Indizien, denn ich glaube, nur die Details können in diesem Fall zu einer Lösung führen. Mit allen einfachen Lösungsansätzen stößt man an irgendeiner Stelle unweigerlich auf Widersprüche.

Mir reicht deshalb „es hat eine Vertuschung gegeben“ als Erklärung für die vorliegenden Hinweise nicht aus. Was wurde vertuscht, für wen und warum, und vor allem: wie genau lief das ab?

@Wozzeck
Großartig, dass es jetzt ein Themenwiki für diesen Fall gibt, Danke schön!


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 13:49
InMemoriam schrieb:Mir reicht deshalb „es hat eine Vertuschung gegeben“ als Erklärung für die vorliegenden Hinweise nicht aus. Was wurde vertuscht, für wen und warum, und vor allem: wie genau lief das ab?
Ich vermute nicht, dass irgendwelche Handlungen an dem Kind selbst Teil einer Vertuschung darstellen. Meines Erachtens diente nur die Ransom Note einem Cover up der vorangegangenen Tat und der Täterschaft. Ich bin daher auch fast sicher, dass nicht beabsichtigt war, dass JonBenét im Haus der Ramseys gefunden wurde. Das Schreiben sollte ursprünglich Zeit dafür verschaffen, die Leiche aus dem Haus zu transportieren. Demnach würde es sich bei der Auffindung um eine spontane, ereignisgetriebene Handlung gehandelt haben. Als Auslöser kann meines Erachtens die Dynamik betrachtet werden, die durch den 911-Call in Gang kam, nicht vorhergesehen war und zur Improvisation zwang.

Da hier nochmals darüber diskutiert wurde, habe ich hier versucht, alle Punkte, die gegen ein Eindringlings-Szenario sprechen, strukturiert zusammenzufassen (Vielleicht ist das ja vor allem auch für zukünftige Neuankömmlinge hier im Thread interessant). Im ersten Teil (1-5) finden sich alle Punkte, die die Ramseys belasten, im zweiten Teil (5-10) solche, die gegen einen Eindringlich sprechen:

Was gegen die Eindringlings-Theorie spricht:

01. Umstände der Ransom Note: d.h. Auffindeort (Orts- und Verhaltenskenntnisse), Schriftart und –weise (Ähnlichkeiten zu Patsy),
Schreibutensilien (Notizblock und Stift gehörten in den Haushalt bzw. zu Patsy) bzw. Ort an dem die Note verfasst wurde,
Fingerabdruckspuren (keine bzw. von Patsy (am Block)), Auffindesituation (Patsy liest, ohne die Note in die Hand zu nehmen),
persönliche Kenntnisse (Höhe der Forderung), Länge der Note bzw. notwendiger Zeitraum der Erstellung, Patsys genaue Kenntnisse des
Inhalts ("Name" der Entführer), obwohl sie aussagte, sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig gelesen zu haben (nur bis zum
ersten Absatz: „we have you daughter“), sinnvolle Funktion der Note (Cover up).

02. Tatwerkzeuge: Der Pinsel aus Patsys Malutensilien als Penetrationswerkzeug und Bestandteil der „Garrotte“; Kaufbelege (Kolar
2003) sollen außerdem dafür sprechen, dass Patsy auch die Kordel bzw. das Klebeband gekauft hatte.

03. Zwei mögliche Tatwerkzeuge: Eine Taschenlampe sowie ein Baseballschläger, die von den Ermittler als mögliche Tatwaffen für
die Kopfverletzung betrachtet wurden, konnten im Haus bzw. auf dem Grundstück sichergestellt werden (in beiden Fällen
äußerte wenigstens John (vgl. Verhörprotokolle) Zweifel daran, ob a) die Taschenlampe tatsächlich die eigene sei und b) ob der
Baseballschläger im Garten tatsächlich Burke gehöre).

04. Tatgeschehen/Cover up: Fesselung und Knebelung dienten während der Tat keinem Zweck, da das Kind zum entsprechenden
Zeitpunkt schon bewusstlos war (dafür sprechen die Art der Kopfverletzung, die Art der Fesselung und die Abwesenheit typischer
Abwehrverletzungen)

05. Faser- und DNA-Spuren: Die Ermittler waren überzeugt, dass das Fasergutachten Patsy schwer belastet (vgl. Verhörprotokolle);
es wurden keine DNA-Spuren gefunden, die einem Täter bzw. Tatverdächtigen außerhalb der Familie zugeordnet werden konnten. Die
gefundenen unidentifizierten DNA-Spuren basierten auf sehr geringen Mengen Fundmaterials, die vermutlich vollständig oder
wenigstens in Teilen durch Kontamination erklärbar sind. Dafür spricht, dass diese genetischen Spuren von min. 6 verschiedenen
Individuen stammen, darunter wenigstens eine Frau (Kolar 2003).

06. Notwendige Verweildauer des Eindringlings im Haus

07. Notwendige Kenntnisse des Eindringlings über das Haus (wo ist was?, wo schläft wer?)

08. Fehlende Einbruchsspuren: John Ramsey brachte als möglichen Eintritts- und Austrittpunkt, gelegentlich/nicht kontinuierlich und
zum ersten Mal überhaupt 4 Monate nach dem Verbrechen, das zerbrochene Kellerfenster ins Gespräch. Dabei verwickelte er sich in
den Vernehmungen in Widersprüche (hat es selbst zerbrochen/weiß nicht, ob es repariert wurde/erinnert sich, dass die Tür dieses
vermeintlichen Fluchtraums von außen (sic!) durch einen Stuhl blockiert gewesen sei); sowohl John als auch ein Polizist, der als erster
am Tatort waren, gaben zu Protokoll (später durch John teilweise widersprochen), alle Türen seien verschlossen vorgefunden worden.

09. Logik des Tatgeschehens: vermeintlicher Einbruch, vermeintliche Entführungsabsicht, Schlag auf den Kopf, Penetration mit dem
Pinsel, Fesselung, Strangulation, Zurücklassen der Leiche UND des Erpresserschreibens

10. Logik des Verbrechers: Die zurückgelassene Note hatte keine Funktion mehr für ihn, nachdem er – offensichtlich – den Plan,
JonBenét zu entführen bzw. Lösegeld zu verlangen, fallen gelassen hatte. Nach dieser Entscheidung hatte es für den Täter nur noch
Nachteile, das handschriftlich verfasste Schriftstück im Haus zu belassen.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 14:31
Prima zusammen gefasst! Sollte das vielleicht der Übersicht halber auch noch ins Themen-Wiki, gerade für Neuankömmlinge im Thread?


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 14:43
@InMemoriam

Ja, klar. Gerne! Dann kann ich es auch noch einmal überarbeiten - ich glaube es hat mir hier ein wenig die Formatierung zerschossen.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 15:20
Danke für die Wiki :)

Ich habe an euch Spezialisten mal ein paar Fragen, eine davon habe ich schon mehr oder weniger vor ein paar Tagen gestellt, leider ist die in der Diskussion untergegangen.

1. Was denkt ihr in welchem der beiden Szenarien wie die weiße Decke aus dem Kinderzimmer mit in den Keller gelangt sein könnte?
2. Wer würde die Freunde der Ramseys als "stray dogs" bzw "parasitäre Freunde" bezeichnen?
3. Welchen Grund könnte es haben die "Garotte" anstatt die Hände zum Würgen zu benutzen?


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 15:32
Mich beschäftigen seit ein paar Tagen die Redewendung "stray dog" in dieser abgelegte Note und die Jahreszahl 1997.

Sagt ein Entführer nicht einfach: "Keine Polizei!" - oder: "Zu niemandem ein Wort!" ?
Warum auf "stray dogs" eingehen?
Ich möchte mal gucken, ob der Fall anders herum gedacht, auch eine Logik hätte.

Also, ich fange an:
Ramseys waren recht wohlhabend, was durchaus auch Neid hervorgerufen haben könnte.
In anderen Familien wurde über die Ramseys geredet.

Wenn ich den Fall ganz uninformiert betrachten würde, würde ich sagen, das war die Tat eines unterentwickelten, gestörten 16 jährigen.

Ich stelle mir vor, dass der Täter seine Eltern über Ramseys lästern hörte.
Seine Eltern sprachen abfällig über "stray dogs", die die Ramseys ausnehmen.
Er hörte seine Eltern auch über Johns Prämie reden. Der Täter war auch im Haus der Rs.
Er kannte die Räumlichkeiten.

Möglicherweise hat der Täter Fotos von JBR in voller Aufmachung gesehen und er begann sich sexuell für das Kind zu interessieren.

Als die Familie an diesem Tag unterwegs war, drang er in das Haus ein.
Vielleicht wollte er nur nachts in das Zimmer des Mädchens eindringen. Einen wirklichen Plan hatte er nicht. Mit 16 denkt man noch nicht so weit.

Allerdings wurde ihm dann die Warterei auf die Heimkehr der Familie zu lang und er hat sich vorgestellt, wie es wäre, das kleine Mädchen mitzunehmen.

Er sah sich im Haus um, fand die Taschenlampe.
Aus Langeweile begann er sich vorzustellen, er sei ein Entführer und schrieb den Text.
Die Worte stray dogs (die er von seinen Eltern hatte) flossen ein. Außerdem Johns Prämie.

Warum schrieb der Täter, die Familie wird JBR 1997 zurückbekommen?
Eine Entführung ist doch kein bürokratischer Akt (zwischen Weihnachten u. Neujahr ist unser Büro geschlossen...).
Das deutet für mich auf eine Fantasie hin, in der der Täter eine Zeit mit dem Kind verbringt, bis er es wieder laufen lässt.
Die Signatur ist komplett überflüssig und sieht ziemlich jugendlich aus.
Eine Entführung war nie geplant. Der Täter hatte die Absicht, das Mädchen zu missbrauchen und dachte, das hätte keine Folgen für ihn. (Und für JBR auch nicht)
Er dachte, er könne das Haus danach heimlich verlassen.

Dann kamen Rameys nach Hause.

Nach dem die Familie im Bett war, hat sich der Jugendliche JBR genähert
Das Kind hatte keine Angst. Es kannte den Jungen.
Er hat sie mit in den Keller genommen. Vielleicht hat er ihr ein Geschenk versprochen?

Er hat das Kind mit dem Pinsel missbraucht.
Das Kind hat geweint-geschrien. Damit hatte er nicht gerechnet.

Aus Angst, die Eltern werden wach, hat er das Kind auf den Kopf geschlagen.
In dem Zusammenhang fand auch das Drosseln mit der Garotte statt.

Jetzt stand er vor einem großen Problem.
Dass er entsetzt war, kann man sich vorstellen.
Er versteckte das Kind unter der Decke in der Kammer.
Das beste schien ihm, die RN auf der Treppe abzulegen. Das würde ihm Zeit verschaffen.
JBRs Eltern werden glauben, dass das Kind nicht mehr im Haus ist.
Zeit ist immer gut. Je später das tote Kind gefunden wird desto besser.
Er würde Zeit bekommen, sich selbst zu fassen.

Der junge Mann verschwand heimlich und ungesehen aus dem Haus.

So ungefähr könnte ich mir den Verlauf vorstellen.
Ich glaube nicht an einen wirklich "fremden" Täter von draußen.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Täter im engeren Umkreis der Familie zu finden gewesen wäre.
Und altersmäßig denke ich an einen 15-17 jährigen, ohne Freundin, mit wenigen Sozialkontakten.

Was mir nicht klar ist: Ein Täter würde das Kind in die Kammer gebracht haben, weil dort die Tür zuzumachen war (Schallschutz).
Der Urinfleck wurde aber vor dem Raum gefunden.
(Das scheint mir nicht zu passen.)

Außerdem müsste das Papier der RN seine Fingerabdrücke tragen. Es sei denn er hatte Handschuhe an.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 15:46
Und noch einmal der Hinweis darauf, dass zwischen Schlag und tödlicher Strangulation ca. zwei Stunden lagen...das finde ich in dem Szenario schwierig unterzubringen. Und wer fühlt sich - gerade als Jugendlicher - so sicher in einem fremden Haus, dass er ohne Eile so unsinnig Zeit darin zubringt? Ganz abgesehen von dem komplexen Grundriss des Hauses.

@Phönix
Die Frage nach der Decke verstehe ich nicht. Meines Erachtens wurde das Kind leblos in der Decke herunter getragen (womöglich von der Küche aus?).
Oder habe ich Dich falsch verstanden?


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 15:50
Phönix schrieb:1. Was denkt ihr in welchem der beiden Szenarien wie die weiße Decke aus dem Kinderzimmer mit in den Keller gelangt sein könnte?
2. Wer würde die Freunde der Ramseys als "stray dogs" bzw "parasitäre Freunde" bezeichnen?
3. Welchen Grund könnte es haben die "Garotte" anstatt die Hände zum Würgen zu benutzen?
Hi @Phönix
Das sind drei sehr gute Fragen. Ich probier's mal:


1. Ich befürchte, darauf wird es kaum eine befriedigende Antwort geben. Ich sehe folgende - mehr oder minder - plausible Möglichkeiten:

a) Die Decke wurde geholt, nachdem JonBenét im Vorraum des sog. "Weinkellers" getötet wurde.
b) JonBenét wurde in ihrem Zimmer oder dem angrenzenden Bad niedergeschlagen und die Decke diente dem Täter dazu, sie dort zu bedecken.
Während des späteren Transports wurde das sterbende Kind in der Decke belassen, für die finale Tötung im Keller noch einmal aus ihr herausgenommen und anschließend erneut in diese eingewickelt, bevor sie im "Weinkeller" abgelegt wurde.
c) JonBenét hat die Decke selbst mit ins Erdgeschoss oder direkt in den Keller gebracht.

2. Das habe ich mich auch gefragt! - Ich finde, das spricht durchaus nicht gegen Patsy und/oder John, die beide, in ihren Verhören, Anspielung auf den prekären finanziellen Status der Whites machten und außerdem darauf hinwiesen, dass sie - bei gemeinsamen Unternehmungen (Segeln) - die gesamten Kosten tragen mussten.

3. Diese Frage ist wirklich sehr schwer zu beantworten und rückt nah an das konkrete Tatgeschehen heran. Meines Erachtens lässt sich die Tötung mittels eines solchen Werkzeugs (auch wenn es sich nicht tatsächlich um eine "Garrotte" gehandelt hat) kaum als Bestandteil eines elterlichen Cover ups interpretieren. Dagegen spricht, dass Patsy und John in diesem Szenario unzählige andere Möglichkeiten gehabt hätten, um eine ebenso oder sogar wesentlich glaubwürdigere Vertuschung zu inszenieren. Die finale Tötung scheint überdies mit einer gewissen Wut bzw. Rücksichtslosigkeit ausgeführt worden zu sein (Haare sind in die "Garrotte" eingeknotet). Daher gehe ich davon aus, dass die Strangulation, mit diesem Werkzeug, einen Teil der eigentlichen Tat darstellt und der Mörder diese Tötungsweise nicht zufällig gewählt hat. Der Einsatz einer "Garrotte" kann meines Erachtens sowohl sexuell als auch sadistisch motiviert sein. Die möglichen Gründe, die den Täter dazu gebracht haben könnten, diese Tatwaffe zu wählen, sind wahrscheinlich aber noch wesentlich vielfältiger. Ein weiterer möglicher Grund wäre Nachahmung, wofür Vorbilder z.B. aus Medienkonsum etc. als Auslöser in Frage kämen.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 15:51
Phönix schrieb:2. Wer würde die Freunde der Ramseys als "stray dogs" bzw "parasitäre Freunde" bezeichnen?
3. Welchen Grund könnte es haben die "Garotte" anstatt die Hände zum Würgen zu benutzen?
Zu den beiden Fragen:

2. Tja...mir fallen da als erstes die Ramseys selbst ein, dann wären aber natürlich nicht echte Freunde gemeint.

Vielleicht war der Ausdruck - reine Spekulation - in der RN auch doppeldeutig gemeint. Einmal so wie erklärt eine Art von „Freunden“, die keine sind, und einmal wörtlich. Als überspitzte Drohung, „Reden Sie mit niemandem, nicht mal mit einem streunenden Hund, sonst...“

3. Ich denje es sollte zum einen professioneller wirken, und zum anderen war es unpersönlicher und fiel so etwas „leichter“. Aber gute Frage!


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 15:52
@InMemoriam
Ich habe das so verstanden, dass die Decke aus dem Kinderzimmer stammte.
Die Frage die ich mir stelle ist, ob JB mit der Decke zusammen aus dem Kinderzimmer getragen wurde oder ob die Decke erst später aus dem Zimmer geholt wurde als JB schon längst im Keller lag. Sie wurde ja zumindest einmal vor dem Weinkeller "zwischengelagert" bevor sie dort hineingelegt wurde. Wurden auf der Decke auch Urinspuren gefunden?


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 16:03
@InMemoriam
@Wozzeck

Vielen Dank für eure Antworten!

zu 1)
Ich stelle mir auch vor, dass JB entweder tot oder sterbend vor dem Weinkeller abgelegt wurde und der oder die Täter sie erst später mit der Decke zugedeckt haben. Für mich wäre dies, falls keine Urinflecken auf der Decke vorhanden waren ein Indiz dafür, dass es die Eltern waren und dies ein Teil des Undoings darstellt: Kind zugedeckt/abgedeckt, kalter Kellerboden, Lieblingsdecke?

zu 2)
Meiner Meinung nach spricht der Ausdruck dafür, dass der oder die Täter von dem "parasitären" Verhalten der Freunde gewusst haben müssen. Entweder weil sie gute Bekannte waren oder es die Ramseys selbst waren. Aber niemand würde sich wohl selbst so bezeichnen!

zu 3)
Ich kann mir nur vorstellen, dass die "Garotte" evtl deshalb benutzt wurde, um JB nicht "mit den eigenen Händen" zu töten. Um eine Distanz zu schaffen sozusagen. Das Verknoten der Haare kann auch damit zusammenhängen, dass es dem oder den Tätern einfach gar nicht aufgefallen ist wegen der Lichtverhältnisse oder weil er oder sie nicht hingeschaut hat/haben.


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17.03.2018 um 16:03
frauzimt schrieb:"stray dog"
Damit habe ich mich auch beschäftigt :). Ich denke, dass das ein Hinweis darauf ist, dass der Täter entweder aus der Familie selbst stammt oder ihr sehr nah steht.
frauzimt schrieb:unterentwickelten, gestörten 16 jährigen
Ich kann nichts an der Tatbegehung erkennen, dass dafür sprechen würde. Schon allein die Ransom Note wäre für einen solchen Täter nicht zu bewältigen gewesen. Ich sage nur "hence" ;).
frauzimt schrieb:Möglicherweise hat der Täter Fotos von JBR in voller Aufmachung gesehen und er begann sich sexuell für das Kind zu interessieren.
Das halte ich aus oben genannten Gründen ebenfalls für sehr unwahrscheinlich.
frauzimt schrieb:Als die Familie an diesem Tag unterwegs war, drang er in das Haus ein.
Vielleicht wollte er nur nachts in das Zimmer des Mädchens eindringen. Einen wirklichen Plan hatte er nicht. Mit 16 denkt man noch nicht so weit.
Es gibt aber keine Einbruchsspuren.
frauzimt schrieb:Allerdings wurde ihm dann die Warterei auf die Heimkehr der Familie zu lang und er hat sich vorgestellt, wie es wäre, das kleine Mädchen mitzunehmen.

Er sah sich im Haus um, fand die Taschenlampe.
Dabei würde der "unterentwickelte, gestörte 16 jährige" aber stets Handschuhe getragen haben.
frauzimt schrieb:Warum schrieb der Täter, die Familie wird JBR 1997 zurückbekommen?
Es war Jahresende und die Redewendung machte zu diesem Zeitpunkt abssolut Sinn.
frauzimt schrieb:Das Kind hatte keine Angst. Es kannte den Jungen.
Würde es nicht trotzdem Angst haben, wenn er nachts in ihr Zimmer käme?
frauzimt schrieb:Aus Angst, die Eltern werden wach, hat er das Kind auf den Kopf geschlagen.
In dem Zusammenhang fand auch das Drosseln mit der Garotte statt.
Dieser Ablauf widerspricht den Ergebnissen der Autopsie.
frauzimt schrieb:Das beste schien ihm, die RN auf der Treppe abzulegen. Das würde ihm Zeit verschaffen.
Das hat Tajna schon immer geschrieben, ohne dass ich das nachvollziehen konnte.

Außerdem würde ich dieses Szenario gerne mit den 10 Punkten konfrontieren, die mehr oder minder eindeutig gegen einen Täter sprechen, der nicht im Haus wohnt.


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17.03.2018 um 16:08
Phönix schrieb:zu 1)
Ich stelle mir auch vor, dass JB entweder tot oder sterbend vor dem Weinkeller abgelegt wurde und der oder die Täter sie erst später mit der Decke zugedeckt haben. Für mich wäre dies, falls keine Urinflecken auf der Decke vorhanden waren ein Indiz dafür, dass es die Eltern waren und dies ein Teil des Undoings darstellt: Kind zugedeckt/abgedeckt, kalter Kellerboden, Lieblingsdecke?

zu 2)
Meiner Meinung nach spricht der Ausdruck dafür, dass der oder die Täter von dem "parasitären" Verhalten der Freunde gewusst haben müssen. Entweder weil sie gute Bekannte waren oder es die Ramseys selbst waren.
das sehe ich jeweils ziemlich genauso.

Zu 3):
Phönix schrieb:Ich kann mir nur vorstellen, dass die "Garotte" evtl deshalb benutzt wurde, um JB nicht "mit den eigenen Händen" zu töten
Dann könnte man sie auch mit einem Seil (war vorhanden) oder einem Schal (war sicher auch vorhanden) erdrosseln. Zur Vertuschung einer Kopfverletzung wäre zudem ein Treppen- oder Fenstersturz wesentlich einfacher, plausibler und "humaner" gewesen. Zumindest wäre ein solches Cover up-Verhalten seitens Eltern, die sich ansonsten nichts haben zu Schulde kommen lassen, wesentlich wahrscheinlicher, als die Penetration mit dem Pinsel und die Erdrosselung mit der "Garrotte".


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17.03.2018 um 16:19
@Wozzeck
Ja, weshalb ein Seil oder Schal nicht genommen wurde verstehe ich auch nicht. Aber ich würde zB einen Treppen oder Fenstersturz nicht "humaner" finden. Ein Erwürgen ist doch eher "stiller" oder "sanfter" als ein Stoßen oder Werfen, auch wenn JB schon längst totgeglaubt wurde.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 16:28
Phönix schrieb:wenn JB schon längst totgeglaubt wurde
...würde sie nicht stranguliert worden sein. Ich halte es für absolut unglaubwürdig, dass JonBenét in einer Nacht gleich zweimal unbeabsichtige oder unbewusste tödliche Verletzungen beigebracht wurden.
Phönix schrieb:Aber ich würde zB einen Treppen oder Fenstersturz nicht "humaner" finden
Das ist sicher Ansichtssache. Aber die Strangulation ist aus Sicht des Täters vermutlich sogar wesentlich "invasiver" und "brutaler" als ein Sturz. Zumal ein Sturz per se kein Mord ist, die Erdrosselung aber in jedem Fall. Wieso würde man sich als Cover up lieber für ein haarsträubendes Verbrechen als für einen Unfall entscheiden? Zudem geht Deine Argumentation implizit (wenistens scheinbar) von einer Trennung von Penetration und Strangulation aus. Auch das halte ich für sehr unwahrscheinlich, weil dann gleich mehrere Personen im Haus dazu bereit gewesen wären, JonBenét mit den eigenen Händen Qualen zuzfügen.

PS: "Human" hatte ich eingeschränkt und ergänzt... "Zumindest wäre ein solches Cover up-Verhalten seitens Eltern, die sich ansonsten nichts haben zu Schulde kommen lassen, wesentlich wahrscheinlicher, als die Penetration mit dem Pinsel und die Erdrosselung mit der "Garrotte"."


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17.03.2018 um 16:33
@Wozzeck
Danke für deine Antworten.
Ich versuche den Fall anders zu sehen.
Selbst wenn es so nicht gewesen sein kann, wie ich vorschlage, gewinnt man evtl. doch etwas dazu. Die undiskutierbaren Grundfesten werden klar. Anderes könnte wackeln.

frauzimt schrieb:
Als die Familie an diesem Tag unterwegs war, drang er in das Haus ein.
Vielleicht wollte er nur nachts in das Zimmer des Mädchens eindringen. Einen wirklichen Plan hatte er nicht. Mit 16 denkt man noch nicht so weit.
Wozzeck schrieb:Es gibt aber keine Einbruchsspuren.
Keine Einbruchspuren, aber Möglichkeiten ins Haus zu kommen?
Das sind verschiedene Dinge.
Wenn ein Außen-Täter ganz und gar ausgeschlossen wurde, warum wurden Ramseys nicht sofort in U-Haft genommen?
Er sah sich im Haus um, fand die Taschenlampe.
Wozzeck schrieb:Dabei würde der "unterentwickelte, gestörte 16 jährige" aber stets Handschuhe getragen haben.
Ich sag ja nicht, dass er blöde war. Vielleicht ein junger Mann, der viele Krimis las/sah? Bei Einbrüchen sind Lederhandschuhe obligatorisch.
frauzimt schrieb:
Warum schrieb der Täter, die Familie wird JBR 1997 zurückbekommen?
Wozzeck schrieb:Es war Jahresende und die Redewendung machte zu diesem Zeitpunkt abssolut Sinn.
In einem Brief, ja. In einer Erpressernachricht?
Das sehe ich wirklich nicht so. Sehr lauter - Widerspruch von mir.
Das Kind wurde am 25. Dez. 1996 tot aufgefunden. Das ist eine Woche vor dem Jahreswechsel.
Ein Entführer würde nicht schreiben, dass er ein entführtes Kind eine Woche behalten will.
Da stimmt etwas ganz und gar nicht.
Daran würde ich festmachen, dass das kein echtes Schreiben ist.
So wie du sagst: Der Jahreswechsel steht vor der Tür, da sagt man das....So hat auch der Schreibende gedacht (ohne sich in einen Entführer, der ein Kind an der Backe hat, hineinzuversetzen)
Ein wirklicher Entführer würde das Kind sofort loswerden und das Geld sofort wollen.
Entführungsopfer machen nur Umstände.
frauzimt schrieb:
Das Kind hatte keine Angst. Es kannte den Jungen.
Wozzeck schrieb:Würde es nicht trotzdem Angst haben, wenn er nachts in ihr Zimmer käme?
Nicht unbedingt. Möglicherweise hatte JBR Vertrauen zu ihm? Manchmal ist es so, dass kleine Kinder Personen fest ins Herz schließen. Dann hätte sich JBR möglicherweise nicht erschrocken-oder gewehrt.
frauzimt schrieb:
Aus Angst, die Eltern werden wach, hat er das Kind auf den Kopf geschlagen.
In dem Zusammenhang fand auch das Drosseln mit der Garotte statt.
Wozzeck schrieb:Dieser Ablauf widerspricht den Ergebnissen der Autopsie.
Du sprichst den zeitlichen Abstand zwischen Schlag und Drosselung an.
Die Autopsieberichte sind gegeben. Wenigstens auf die kann man sich verlassen.
Ich denke drüber nach.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 16:37
frauzimt schrieb:Ich versuche den Fall anders zu sehen.
Selbst wenn es so nicht gewesen sein kann, wie ich vorschlage, gewinnt man evtl. doch etwas dazu. Die undiskutierbaren Grundfesten werden klar. Anderes könnte wackeln.
Das finde ich auch gut!
frauzimt schrieb:warum wurden Ramseys nicht sofort in U-Haft genommen?
Ich glaube, weil sie die Note geschrieben und sehr gute Anwälte hatten.
frauzimt schrieb:Ich sag ja nicht, dass er blöde war.
Das Schreiben zeugt jedenfalls von einem überdurchschnittlich gebildeten Autor. (Dazu könnte ich noch eine kleine Anekdote anbieten).

Mit den Einbruchspuren gebe ich Dir recht; am stärksten halte ich noch die Autorenschaft der Ransom Note für ein Argument gegen Dein Szenario.


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Mordfall JonBenét Patricia Ramsey

17.03.2018 um 17:15
Wozzeck schrieb:(Dazu könnte ich noch eine kleine Anekdote anbieten).
@Wozzeck
immer her damit.....


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