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Mord an Frauke Liebs

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

09.04.2019 um 17:34
@Rick_Blaine
Hell has no fury like a woman scorned. (Die Hölle kennt keine Wildheit sosehr wie die einer Frau, die verschmäht wurde.) Das trifft auf den Mann hier vielleicht auch zu: als er bemerkte, dass er einfach nicht weiterkam, konnte sich Wut darüber gegen Frauke richten.
Das ist ein ein Satz der mich daran erinnert, der Täter könnte auch eine Frau gewesen sein und nahm Jemanden sein Liebstes.
Vielleicht ein absoluter Hasser von Frau Liebs?
Und als Lakaie wurde ein bauernschlauer Täter aus dem kriminellen Mileu besorgt der Frauke eh schon kannte. Ein "komischer Vogel" halt.

Ich vermute ein lange geplantes hochpsychologisches Verbrechen in dem Sinne, hauptsache alle opfer werden ohnmächtig und sind der Willkür der Täter hoffnungslos ausgeliefert. Purer Sadismus mit vorgeschobenen Motiven (Hell has no fury..)

Eine Art organisiertes Verbrechen im rechtsfreien Raum? Vielleicht eine Sekte?


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Mord an Frauke Liebs

09.04.2019 um 17:39
Doverex schrieb:Personenspürhunde (Mantrailer) gab es 2006 bei der Polizei NRW noch gar nicht.
Fährtenhunde gab es sehr wohl schon sehr lange. Die speziell ausgebildeten Mantrailer können ja sogar teilweise die Fährte aufnehmen und über zig Kilometer verfolgen, wenn das Opfer mit dem Auto transportiert wurde, das wäre hier zwar auch hilfreich gewesen, aber auch der Heimweg hätte schon viel geholfen, und dafür war ein Fährtenhund, den es damals auch schon lange gab, ausreichend.


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Mord an Frauke Liebs

09.04.2019 um 18:46
Also doch..

Ich muß mich wirklich wundern was hier zeitweise als altklug dargestellt wird..


@rayden
Danke für die Information..
es verhält sich wohl wie mit Dachböden..nicht alles "Verstaubte" ist auch unbrauchbar.

Es ist wirklich ein Trauerspiel..hätte man Frauke sofort nach der SMS orten können fortan wäre man heute vermutlich schlauer.


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Mord an Frauke Liebs

09.04.2019 um 18:50
rayden schrieb:dafür war ein Fährtenhund, den es damals auch schon lange gab, ausreichend.
Deine Behauptung, diese Fährtenhunde wären ausreichend dafür gewesen, Fraukes Heimwegspur in PB Innenstadt zu suchen und auch zu finden, ist einfach eine vollkommen falsche Behauptung von dir. Ich habe dir das oben ausreichend belegt mit Quellenangabe.

Jeder normale (Fährten)Hund verliert die Spur wo mehrer Menschengerüche dann vorhanden sind. Einfach deshalb, weil er nicht gelernt hat sich darin zurecht zu finden. Das ist eben der große Unterschied zu Maintrailerhunde, die dafür speziell abgerichtet sind, diese persönliche menschliche Geruchsspur auch in Menschenmassen nicht zu verlieren.
Oder warum glaubst du, hat man bundesweit die Maintrailerhunde eingeführt, wenn es sowas eh schon immer gegeben hat?


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Mord an Frauke Liebs

09.04.2019 um 19:20
@An alle
Lässt sich das Zulassen der Anrufe nicht auch damit erklären, dass der Täter geglaubt hat, jemand habe ihn gesehen oder dass noch ein Dritter von der Sache wusste? Das würde zumindest erklären, warum Frauke lange geglaubt hat, zurückzukommen. Der Täter hat sich in den ersten Stunden/Tagen vielleicht auch aus diesem Grund zurückgehalten, weil er nicht sicher war, ob es Zeugen gibt, die ihn mit Frauke zusammengesehen haben. Seine Befürchtung scheint relativ real gewesen zu sein. Vielleicht verschweigt ein Dritter etwas und geht aus einem bestimmten Grund, der ihn selber belasten würde nicht zur Polizei. Ich meine der Täter hat vielleicht auch gegen die dritte beteiligte Person irgendetwas in der Hand. Was ich aber mindestens glaube ist, dass der Täter mit Frauke von jemandem gesehen wurde und er geglaubt hat, dass dieser jemand gegen ihn aussagen könnte. Was meint ihr dazu?


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09.04.2019 um 19:23
Wenn der Täter sich aber nur an Fraukes Familie rächen wollte, spielt das, was ich im vorigen Beitrag geschrieben habe, keine so große Rolle. Ich habe diese zwei Theorien zu den ungewöhnlichen Anrufen. Welche Theorie haltet ihr für wahrscheinlicher?


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Mord an Frauke Liebs

09.04.2019 um 19:32
@Windsurfer1991
Ein interessanter Gedanke, also quasi ein evtl Mittäter/in, der Frauke aus Angst die Möglichkeit gab, zu telefonieren, wenn der andere Täter nicht da war? Wobei ich persönlich eher an einen Täter glaube. Aber der Fall ist so eigenartig, dass nichts undenkbar ist.
Wenn sich jemand an der Familie rächen wollte, warum den Ex anrufen, wenn man eh das Handy mit Telefonbuch vorliegen hat?


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09.04.2019 um 19:45
@abberline: Stimmt maximal dann Rache an Chris.


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09.04.2019 um 20:26
@Windsurfer1991
dass dieser jemand gegen ihn aussagen könnte. Was meint ihr dazu?
Ich denke eher es sind mehrere die nciht aussagen weil sie kriminell gedeckelt werden aber das ist nur meine persönliche empfindung zu dem Fall und..
Wenn der Täter sich aber nur an Fraukes Familie rächen wollte
wäre obiges auch noch möglich aber ob nun so oder das (vorgeschobene) Motiv eines Einzelnen..

alles Spekulation..


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 03:38
Doverex schrieb:Ich habe ja etwa auch selbst schon Trennung (zum Vergleich) von weiblichen Beziehungen hinter mir, aber einen Menschen den ich mal sehr innig liebte, vergönne ich doch total Gutes vom Herzen, auch wenn er meine Nähe nicht mehr suchen will oder so für sich erfahren will.

Für mich ist Fraukes Mörder kein Mensch der Frauke je wirklich wahrhaft anhimmelte oder gar intensiv abgöttisch in Hingabe liebte, sondern eher Gott ist (spielt) er selbst, wie etwa bei Adam & Eva, die seinen Geboten nicht gehorchten, aus dem Paradies ausgeschlossen wurden.
Wirkliche abgöttische Liebe & Hingabe sehe ich hier zu einem Menschen nicht.

Hätte der Täter wirklich echte Hingabe & Liebe zu Frauke empfunden oder in sich getragen, wäre sie niemals als Leiche im Wald geendet! Sowas tut die Liebe/Hingabe niemals.
Da stimme ich Dir ganz zu, unterm Strich haben wir es mit einer sehr narzisstischen Persönlichkeit zu tun, die sich vermutlich einbildete, in Frauke verliebt zu sein und nur Gutes für sie zu wollen, aber es ging freilich immer nur um den Täter selbst.
malinka schrieb:Vor allem aber: würde er sie töten, wenn doch das Verstecken so gut funktioniert?
Die Frage ist, wie lange es so gut funktionierte. Die Situation muss schon gewaltig stressig gewesen sein. Ich glaube nicht, dass wir es mit einem Täter wie im Fall Kampusch zu tun haben, der die Sache auf Jahre hin angelegt hatte. Ich denke, unser Täter hier glaubte wirklich, dass eine relative kurze, aber intensive Zeit mit Frauke, ohne Störungen von sonstwem ausreichend sein würde, um am Ende Frauke zu überzeugen. Nur, das hat nicht funktioniert, und so wurde die Lage mit jedem Tag stressiger.
Doverex schrieb:Von allzuerst müsste man die Frage stellen, wenn der Täter in Frauke verliebt war und sie anhimmelte, ob er nicht zuerst den "normalen" Weg suchte, ihr da näher zu kommen?
Dies würde bedeuten, er war irgendwie und irgendwo zudringlich geworden, kam ihr nahe, wurde von ihr aber abgelehnt/zurückgewiesen...? Erst daraus kam dann sein : "ich fange sie mal (gewaltsam) ab und hole sie mir..."?
Das ist möglich, wir haben es aber vielleicht mit einem Täter zu tun, der so gehemmt war, dass er es gar nicht fertig brachte, offen zu kommunizieren. Ich würde eher schauen, ob es anonyme oder halb-heimliche Dinge gab, einen Brief ohne Absender hier, eine Blume dort, ein Herzchen in einem social media post und so weiter. Das traue ich ihm eher zu.

Soweit ich mich erinnere, war Frauke ja nicht sehr lange solo. Das heisst nicht, dass der Täter sie nicht schon anhimmelte, aber so lange Chris oder ein anderer Freund im Weg war, vermute ich, hat er sich gar nichts getraut. Und es hat ihn bestimmt genervt, dass Frauke immer noch mit Chris eine Wohnung teilte.

Ich glaube, unser Täter hat einiges an Minderwertigkeitskomplexen mit sich herumgeschleppt und war nicht sonderlich fähig, auf dem normalen Markt um hübsche Frauen zu konkurrieren.


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10.04.2019 um 08:18
Rick_Blaine schrieb:Ich denke, unser Täter hier glaubte wirklich, dass eine relative kurze, aber intensive Zeit mit Frauke, ohne Störungen von sonstwem ausreichend sein würde, um am Ende Frauke zu überzeugen. Nur, das hat nicht funktioniert, und so wurde die Lage mit jedem Tag stressiger.
Diese Woche ist doch voller Störungen. Wie genau sollten die Telefonate dem Täter weiterhelfen in deiner Überlegung.
Die von Frauke weitergegebene Information am Telefon ist nicht un-relevant für den Verlauf dieser Woche. Der Täter hätte sich jederzeit
Störungen aus dem Weg schaffen können in dem er sagen ließ, dass Frauke noch nicht weiß wann sie wieder da ist, aber eine Auszeit bräuchte. Ohne Zeugen wäre Frauke für die Polizei damit erst ein mal erledigt.
Dennoch unternahm der Täter nichts, um sich die Polizei oder die Familie tatsächlich vom Leibe zu halten, sondern inszenierte Telefonate in denen Frauke den eigenen Leuten mehr als seltsam vorkam und die darauf hin einen privaten Ermittler einschalteten, um heraus zu finden was los war. Auch weiß ich nicht wie eine "Überzeugung" von Frauke, in deinem konkreten Beispiel, aussehen sollte.
Rick_Blaine schrieb:Das ist möglich, wir haben es aber vielleicht mit einem Täter zu tun, der so gehemmt war, dass er es gar nicht fertig brachte, offen zu kommunizieren. Ich würde eher schauen, ob es anonyme oder halb-heimliche Dinge gab, einen Brief ohne Absender hier, eine Blume dort, ein Herzchen in einem social media post und so weiter. Das traue ich ihm eher zu.
Es gab keine Sozial Media in dieser Form damals. Ich denke schon, dass Frauke einen heimlichen Verehrer erwähnt hätte. Zumindest hätte sie erwähnt, dass sie heimlich Blumen von jemanden bekommt, oder einen Brief ohne Absender. Das wäre doch auch jeden Fall ein Thema, das man mit den Freundinnen teilt.


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 08:28
Rick_Blaine schrieb:Das ist möglich, wir haben es aber vielleicht mit einem Täter zu tun, der so gehemmt war, dass er es gar nicht fertig brachte, offen zu kommunizieren. Ich würde eher schauen, ob es anonyme oder halb-heimliche Dinge gab, einen Brief ohne Absender hier, eine Blume dort, ein Herzchen in einem social media post und so weiter. Das traue ich ihm eher zu.
Das wäre die Frage dabei ob dies stimmt und ob es dies überhaupt ansatzweise irgendwo gab, eben "halb-heimliche Dinge, Brief ohne Absender, eine Blume, ein Herzchen in einem Social Media etc."?
Denn wenn dies so wäre, gäbe es ja im Täterhirn auch die Zeit, wo er den Plan zu einer gewaltsamen Entführung noch nicht in sich getragen hätte. Dies würde ja bedeuten, dass etwa bei einem Brief ohne Absender an Frauke er sicher noch nicht darauf geachtet hätte, dass keine DNA-Spuren oder Fingerabdrücke auf diesen Brief wären? Schließlich würde er ja da keinen Erpresserbrief schreiben (den die Polizei später untersuchen würde) sondern sowas wie nur einen Liebesbrief, den niemand deshalb untersuchen würde auf DNA und seine Fingerabdrücke?

Ich denke also so, wenn es diese "halb-heimlichen Dinge" wie du es bezeichnest echt gegeben hätte, frage ich mich dann schon, wieso die Ermitterl ihn dann nicht ausforschen konnten?

Dazu würde ich andenken, zu einer gewaltsame Entführung von einer Frau zeigte er keinerlei Hemmungen (hierbei kann er sich ja vor Frauke auch nicht im Verborgenen ängstlich verstecken) und ist zu sowas fähig doch um ein "Gehst mit mir mal auf einen Kaffee?" etwa würde er Frauke niemals fragen trauen? Das stimmt für mich auch nicht so glatt überein.


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 08:32
@malinka
Der Täter hätte sich auch Störungen vermeiden können, in dem er oder sie Frauke gar nicht telefonieren lässt. Mit Entführungsopfer jeden Tag durch die Gegend zu fahren, sogar am hellichten Tag, ist ja nicht ohne. Ausserdem kamen die Anrufe oft zu ähnlichen Zeiten, da hätte der Täter zumindest befürchten müssen, dass die Polizei nicht weit vom Telefon entfernt ist.


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10.04.2019 um 09:47
Doverex schrieb:aber je echt tiefere Liebe in sich zu Frauke trug, stelle ich da genausogut in argen Zweifel.
@Doverex
Nein, ganz bestimmt nicht.
Vielleicht konnte- oder kann er - keine Liebe empfinden, jedenfalls nicht so, wie Liebe definiert wird (Sorge um des Geliebten Wohlergehen).
Vielleicht wollte der Täter Frauke kontrollieren, dominieren, wollte sie besitzen. Vielleicht hat er genossen, dass sie ihm vollkommen ausgeliefert war. (Und das war in seinem armen System "Liebe")


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 09:49
Doverex schrieb:Ich denke also so, wenn es diese "halb-heimlichen Dinge" wie du es bezeichnest echt gegeben hätte, frage ich mich dann schon, wieso die Ermitterl ihn dann nicht ausforschen konnten?
Nun, die Ermittler müssen davon erst mal erfahren. Ich habe als Student mal in einer Klinik gearbeitet. Eine Rose in einem unbeachteten Moment an den Spind meiner Angebeteten im Umkleideraum der Station angebracht, das wäre leicht gewesen. Frauke sieht das, grinst, und vergisst das innerhalb von einer Woche. Und nie hat jemand davon erfahren. Der Täter allerdings erinnert sich an diesen ganz wichtigen Moment. Da ist so viel möglich.
malinka schrieb:Dennoch unternahm der Täter nichts, um sich die Polizei oder die Familie tatsächlich vom Leibe zu halten,
Das ist richtig: das Verhalten des Täters zeigt m.E. dass er keine Befürchtung hatte, von Polizei oder sonstwem entdeckt zu werden. Mit Störung meine ich etwas anderes. Z.B. wenn er nur eine Zeitlang sturmfreie Bude hatte, und nach 2 Wochen seine Eltern aus dem Urlaub zurückkamen und er bis dahin eine Lösung haben musste usw. Ich glaube nicht, dass der Täter sich hier auf ein langfristiges Unternehmen eingestellt hatte. Das unterscheidet m.M.n. diesen Fall vom Fall Kampusch und ähnlichen Fällen.

Ich will es mal überspitzt beschreiben: es gab einmal einen comic, calvin and hobbes, da fordert der kleine Calvin ebenfalls eine positive Antwort mit der Drohung: ich halte jetzt die Luft an bis du ja sagst. Natürlich kann er nicht die Luft viel länger als 40 Sekunden anhalten.

Übertragen auch hier: Die Lösung, und das kann für ihn nur die positive Antwort Fraukes sein, muss in der Zeit erfolgen, in der er die Luft anhalten kann. Die ganze Aktion war nicht darauf angelegt, "seine Frauke" ewig in Gefangenschaft zu halten.

Wäre es ihm nur darum gegangen, dann wären die Telefonanrufe usw. wirklich unsinnig gewesen. Dann ab in den Keller wie bei Kampusch. Nein, ich habe das Gefühl, er hat sich -natürlich völlig irrational- gedacht, er kann Frauke überzeugen. Und dazu dienten auch die Anrufe: sieh her, ich bin doch kein Unmensch, ich lasse Dich sogar telefonieren usw.

Für mich ergibt sich aus dieser verdrehten Geisteshaltung die wahrscheinlichste Erklärung für das ansonsten merkwürdige Verhalten. Ich sehe die Telefonanrufe z.B. auch nicht als sadistische "Quälerei" der Angehörigen. Da hätte man ganz anders vorgehen können und sich am Leiden der Mutter z.B. aufgeilen können, sorry for my French, usw. Nein, ich glaube, der Täter hat sich selbst vorgemacht, doch ein ganz "normales" Verhältnis mit "seiner Frauke" zu haben. Sie ist halt bei ihm, wie es eine normale Freundin wäre, sie telefoniert mit ihren Freunden und Geschwistern, usw.

Allerdings, und das ist ja klar, bedeutet das, der Täter war hochgradig gestört. Das hat er mit Tätern wie im Fall Kampusch gemeinsam, die sich auch irgendwann eingeredet haben, es ist doch ganz normal, eine Gefangene jahrelang im Keller zu haben, mit ihr intim zu werden usw.

Ich glaube, wir haben es mit einem Täter zu tun, der in seiner eigenen, kranken, Vorstellungswelt lebte, in der Frauke leider eine zentrale Rolle spielte, der am Ende aber nicht mit dem zwangsläufigen Konflikt mit der Realität zurecht kam. Oder anders ausgedrückt: dem die Situation in dem Moment über den Kopf wuchs, als er bemerkte, dass seine Traumwelt eben nicht real ist.

In den USA gab es einen ähnlichen Fall in 2002. Die 14jährige Elizabeth Smart wurde von Brian Mitchell entführt und wurde monatelang gefangen gehalten. Sie wurde von ihrem Entführer in einem unglaublich bizarren Fall sogar immer wieder in der Öffentlichkeit präsentiert. Er betrachtete sie als "seine Braut." Psychiater haben ihm später eine tiefgreifende narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

In diese Richtung stelle ich mir unseren Täter hier vor.
frauzimt schrieb:Vielleicht konnte- oder kann er - keine Liebe empfinden, jedenfalls nicht so, wie Liebe definiert wird (Sorge um des Geliebten Wohlergehen).
Vielleicht wollte der Täter Frauke kontrollieren, dominieren, wollte sie besitzen. Vielleicht hat er genossen, dass sie ihm vollkommen ausgeliefert war. (Und das war in seinem armen System "Liebe")
Genau das würde auf eine solche NPS hinweisen.

Wikipedia: Narzisstische_Persönlichkeitsstörung


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 10:35
@Rick_Blaine

Dein Versuch, die verschiedenen Puzzleteile EINEM Bild zuzuordnen entspricht meinen Gedanken. Dir gelingt es sogar noch die Anrufe einzupassen.
Rick_Blaine schrieb:Z.B. wenn er nur eine Zeitlang sturmfreie Bude hatte, und nach 2 Wochen seine Eltern aus dem Urlaub zurückkamen und er bis dahin eine Lösung haben musste usw. Ich glaube nicht, dass der Täter sich hier auf ein langfristiges Unternehmen eingestellt hatte. Das unterscheidet m.M.n. diesen Fall vom Fall Kampusch und ähnlichen Fällen.
Ja, das denke ich auch. der Täter hat gehofft, dass sich Frauke ihm zuwendet, wenn er erst mit ihr alleine sein würde, wenn er sie aus ihrem turbulenten Alltag herausgelöst hat. (Sie konnte mich ja nicht sehen. Es haben sich immer Männer die mehr Charme haben dazwischengestellt)
Rick_Blaine schrieb:Übertragen auch hier: Die Lösung, und das kann für ihn nur die positive Antwort Fraukes sein, muss in der Zeit erfolgen, in der er die Luft anhalten kann. Die ganze Aktion war nicht darauf angelegt, "seine Frauke" ewig in Gefangenschaft zu halten.
Das denke ich auch. Vielleicht musste er auch wieder arbeiten, Urlaub ging zu Ende. Er konnte sich nicht ewig krank schreiben lassen. Oder der Raum, in dem er Frauke gefangen hielt, sollte wieder von Anderen normal genutzt werden. Ganz simpel: die Kohlenlieferung stand an.
Oder, wie du vorschlägst: Die Eltern kamen zurück.
Rick_Blaine schrieb:Wäre es ihm nur darum gegangen, dann wären die Telefonanrufe usw. wirklich unsinnig gewesen. Dann ab in den Keller wie bei Kampusch. Nein, ich habe das Gefühl, er hat sich -natürlich völlig irrational- gedacht, er kann Frauke überzeugen. Und dazu dienten auch die Anrufe: sieh her, ich bin doch kein Unmensch, ich lasse Dich sogar telefonieren usw.
Das ist eine absolut gruselige Vorstellung. Aus einem Grund: Die diplomatische Frauke hatte keine Chance mit dem Täter wirklich ein Gespräch anzufangen. Er war allen Argumenten gegenüber zu. Das merkt man natürlich.
Ich glaube dass Kampusch mit P. begrenzt reden konnte. Er hatte ja auch irgendwann die Leine verlängert.
Rick_Blaine schrieb:Nein, ich glaube, der Täter hat sich selbst vorgemacht, doch ein ganz "normales" Verhältnis mit "seiner Frauke" zu haben. Sie ist halt bei ihm, wie es eine normale Freundin wäre, sie telefoniert mit ihren Freunden und Geschwistern, usw.
Wenn es so gewesen ist, war Frauke klar, dass sie zu dem Täter nicht durchdringen kann. Gleichzeitig muss er ihr unberechenbar vorgekommen sein.
Rick_Blaine schrieb:Allerdings, und das ist ja klar, bedeutet das, der Täter war hochgradig gestört.
Absolut.
Rick_Blaine schrieb:dem die Situation in dem Moment über den Kopf wuchs, als er bemerkte, dass seine Traumwelt eben nicht real ist.
Ja. Überforderung. Vielleicht hat er Frauke bewusst getötet (weil er sie inzwischen verabscheute und hasste) - oder er hat sie nicht mehr versorgt. Ein paar Tage ohne Wasser genügen, eine Menschen zu töten.

Möglicherweise war er,- nachdem sieses Zeitfenster zu war-, anderen Dingen verpflichtet. Er wollte sich nicht verdächtig machen und gab Fraukes Versorgung auf, weil er für eine Arbeit fest eingeteilt war. Vielleicht an einem anderen Ort?


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 10:49
Ja, wir denken da wohl in die gleiche Richtung.
frauzimt schrieb:Wenn es so gewesen ist, war Frauke klar, dass sie zu dem Täter nicht durchdringen kann.
Das ist das Tragische. Von allem, was man über sie weiss, war sie eine intelligente und empathische Frau. Sie hat sicherlich versucht, irgendwie auf den Täter einzuwirken, um ihr Leben zu retten, aber muss immer mehr resigniert haben, als sie bemerkte, dass sie gegen eine solche Irrationalität nichts tun kann. Und das muss ihr Angst gemacht haben.

Ich glaube, selbst im extremsten Fall, wenn es Frauke gelungen wäre glaubwürdig vorzugeben, dass sie auf diese Wahnvorstellungen des Täters eingeht, wenn sie ihm um den Hals gefallen wäre und ihm ins Ohr gesäuselt hätte, ich liebe dich, du bist der beste... das hätte gerade wieder Misstrauen im Täter ausgelöst und eben gerade nicht die ersehnte Freiheit für Frauke gebracht. Und so waren in der Hinsicht beide gefangen ohne einen Ausweg und es musste ein tragisches Ende nehmen.

Das macht den Fall so schlimm.


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 11:40
Rick_Blaine schrieb:Ich glaube, selbst im extremsten Fall, wenn es Frauke gelungen wäre glaubwürdig vorzugeben, dass sie auf diese Wahnvorstellungen des Täters eingeht, wenn sie ihm um den Hals gefallen wäre und ihm ins Ohr gesäuselt hätte, ich liebe dich, du bist der beste... das hätte gerade wieder Misstrauen im Täter ausgelöst und eben gerade nicht die ersehnte Freiheit für Frauke gebracht. Und so waren in der Hinsicht beide gefangen ohne einen Ausweg und es musste ein tragisches Ende nehmen.
Weder kennen wir Stimme, Name, Geschlecht, noch Wohnort, oder irgendwelche anderen Dinge die auf den Täter hinweisen.
Für mich, so scheint es in Fraukes Fall, ist der Täter... ich sagte mal unsichtbar.
Über die psychologischen und physiologischen Gegebenheiten eines Menschen zu sprechen, von dem man so gar nichts weiß finde ich inzwischen irreführend. Ich verstehe schon, warum man versucht sich den Täter zu umschreiben, aber ich glaube dennoch, dass es nicht weiterführen wird, da man sich dann auf Dinge festlegen muss, die ab einem bestimmten Punkt in dem Fall einfach nicht mehr passen.

Gehen wir doch mal davon aus was da ist, was wir über den Täter fest sagen können. Was wären das für dich für Punkte?


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Mord an Frauke Liebs

10.04.2019 um 11:52
Rick_Blaine schrieb:Das ist das Tragische. Von allem, was man über sie weiss, war sie eine intelligente und empathische Frau.
Richtig. Fürchterlich, wenn man noch nicht mal ein vernünftiges Stockholmsyndrom entwickeln kann, weil der Täter wie eine Mauer ist.
Das würde bedeuten, dass das Opfer permanent in Todesangst ist. Es kann nichts einschätzen.
Es kann noch nicht mal eine rote Linie ausmachen.
Sich im Gespräch rantasten, erkunden, wo der Entführer Schwachpunkte hat, ist ja einer der wenigen Handlungsräume, die das Opfer hat.

Wenn ich ihn lobe gibt er mir eine Stulle extra....
Wenn ich ihn nach seiner Arbeit frage, kriegt er einen Wutanfall...Also lieber nicht.

Aber wenn der Täter dermaßen "zu" ist, müsste er dann nicht längst psychisch aufgefallen sein?
Und wäre es (in diesem Denkmodell) nicht auch möglich, dass er Frauke vorher nicht kannte? Dass sie nur in sein Beuteschema gepasst hat?


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10.04.2019 um 11:54
malinka schrieb:Über die psychologischen und physiologischen Gegebenheiten eines Menschen zu sprechen, von dem man so gar nichts weiß finde ich inzwischen irreführend.
@malinka
Das sind doch nur Modelle.
Ich weiss, dass die Wirklichkeit am Ende oft ganz anders aussieht.

Diese Modelle stehen für mich gleichberechtigt nebeneinander.
Ich persönlich schließe aus, dass der Täter eine Frau war. - Davon abgesehen, könnte es verschiedene Gründe für die Entführung und ihren Tod gegeben haben.


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