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Der Mordfall Weimar

2.274 Beiträge, Schlüsselwörter: Doppelmord, Weimar, Kailing

Der Mordfall Weimar

27.01.2013 um 18:57
@diegraefin
Danke für Deine Antwort.

Zu 1) Weiß jemand, wann die Kleidungen zur Untersuchung sichergestellt wurden?

Zu 2) Das müsste doch dann auch die Schwester sein, die Monika mit zu dieser Disco nahm. Also die Schwester, die selbst eine Beziehung zu einem US-Soldaten unterhielt, oder?


Ich überlege gerade an einer schlüssigen These, daher kann ich Dir im Moment noch keine bieten. Mir ist das auch aufgefallen, dass ich selbst andere dafür gerne kritisiere, hier mich aber ziemlich überzeugt von der Schuld der Monika Weimar gebe, ohne selbst eine schlüssige Hypothese aufbieten zu können.


Deine These finde ich in Teilen schlüssig. Damit könnte erklärbar sein, warum Reinhard den Tötungsvorwurf nicht klar von sich gewiesen hat. Allerdings waren an den Leichen soweit ich mich erinnere keine Spuren eines Kampfes. Wenn Monika Weimar ihre Wut an ihnen ausgelassen hätte, müsste das an den Leichen erkennbar sein. Die Leichen sollen aber eher für eine berechnende Tötungsart sprechen, als für eine emotional geprägte.


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Der Mordfall Weimar

27.01.2013 um 19:05
Zu 1.): In dem hier bereits geposteten Artikel von RA Strate sind m.W. nähere Angaben zur Spurensicherung und fasertechnischen Untersuchung der Kleidungsstücke aufgeführt. Hier nochmal der Artikel:

http://strate.net/de/publikationen/der_mordfall_weimar.html

Zu 2.) In einem Artikel des Spiegels von 1987 über den Fall bin ich über eine, meines Erachtens recht irritierende Aussage der jüngeren Schwester gestoßen - ebenjene Schwester, die sowohl selbst mit einem GI in zerrütteter Ehe lebte, als auch M.Weimar mit zur Discothek nahm, als auch nachts die Kinder versorgt habe:

u.a. Folgende:
In der Nacht zum 4. August hat sie in der Wohnung unter ihrer Karola weinen gehört. Sie ist mit ihrem Mann runtergegangen, hat das Kind trockengelegt. Nun deutet sie an, Melanie habe reglos dagelegen, Melanie, die sonst immer sofort aufwachte. Jetzt bringt sie Nuancen ein die geeignet sind, die Darstellung ihrer Schwester zu stützen. Das wird sehr deutlich. Als die Zeugin von den Verteidigern befragt wird, kann sie plötzlich flüssig antworten.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13523870.html


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27.01.2013 um 19:26
@LivingElvis : Ja, es war die Schwester von Frau Böttcher, mit der sie damals auch losgezogen ist.
Meines Wissens hat Monika Böttcher auch nur die eine Schwester, mit der sie auch später noch Kontakt hatte/hat, genauso, wie zu ihrer Mutter.
Sie war damals, als sie entlassen wurde, auch am Grab ihrer Kinder und in Röhrigshof, jedoch waren die Anfeindungen der Pro-R.Weimar-Mitbürger wohl ähnlich, wie damals die Hexenjagd beim ersten Prozeß. Deswegen lebt sie heute auch in Frankfurt und besucht ihr zu Hause so gut wie nie.

Abseits der Menschen, die in Monika Böttcher die Täterin sehen/gesehen haben und sie hier oben auch so behandeln/behandelt haben, gibt es eine ganz Menge Menschen, die beide - Herrn und Frau Weimar gekannt haben - und die davon überzeugt sind, daß sie es nicht war.
Herr Weimar war wirklich psychisch nicht o.k. und dies hat sich im Laufe der Jahre auch gesteigert.
Diese Zwiespältigkeit, die hier oben herrscht, wurde in einem Zeitungsartikel deutlich, der leider sehr schnell vom Netz verschwunden ist bzw. geändert wurde.
Leider habe ich die Printform nicht aufgehoben, aber die Überschrift lautete: "Das Geheimnis nimmt er mit in´s Grab". Er erschien anläßlich seines Todes und hat sich mit seiner Rolle in diesem Fall beschäftigt.

Ich habe mich vor einigen Jahren einmal länger mit meinem Arbeitskollegen darüber unterhalten, der im Nachbardorf wohnt und in etwa im gleichen Alter ist und bin selbst eigentlich mit diesem Fall aufgewachsen, weil es der erste, schreckliche Mordfall war, den ich bewusst mitbekommen habe.
Ich gebe allerdings zu, daß ich bei vielen Details nachschlagen oder nachfragen müsste, weil ich sie nicht mehr 100% im Kopf habe.

Für mich persönlich ist dieser Fall ungeklärt, so seltsam es klingen mag und auch, wenn ich mich jetzt in die Nesseln setze.


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27.01.2013 um 21:36
@ARWEN1976
ARWEN1976 schrieb:Ja, es war die Schwester von Frau Böttcher, mit der sie damals auch losgezogen ist.
Meines Wissens hat Monika Böttcher auch nur die eine Schwester, mit der sie auch später noch Kontakt hatte/hat, genauso, wie zu ihrer Mutter.
Soweit ich mich aus den Fallberichten erinnere, hatte Monika Böttcher zwei Schwestern.


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27.01.2013 um 22:05
@diegraefin
Comtesse schrieb:Ich habe ja irgendwie den Verdacht, dass sie es beide zusammen/einvernehmlich gemacht haben, wobei sie die treibende Kraft war und er daran zerbrach, dass er es nicht verhindert hat.... Evtl. war ihm in dem Moment alles egal oder er hatte keine Kraft, gegen sie zu rebellieren, depressiver Schub o.ä., und machte sich sein Leben lang Vorwürfe, dass er es nicht verhindert hatte. Stelle mir ein Szenario vor: Streit, Trennungsdrohung, er lethargisch, sie stinksauer, droht, die Kinder zu töten, damit er endlich mal reagiert, geht in die Kinderzimmer, lässt an den Kindern die Wut aus, die sie eoigentlich für ihn empfindet, danach kurzer Triumph, jetzt habe ich es ihm gegeben, und dann hat er er wahrscheinlich noch unter Schock geholfen, die Leichen verschwinden zu lassen.

Was meint ihr? Macht das Sinn?
Aber wurden die Kinder am Morgen nicht noch von Augenzeugen gesehen?


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Der Mordfall Weimar

27.01.2013 um 22:43
@Aggie

Die Urgroßmutter meinte, die Kinder vormittags noch gesehen zu haben, revidierte jedoch später ihre Aussage dazu
Adele Anger, 76, als Zeugin, die Urgroßmutter der getöteten Kinder, die Großmutter Monika Weimars: Viermal hat die Polizei sie befragt, am 5., am 11., am 28. und am 29. August 1986, und sie hat daran festgehalten, daß sie die Kinder Melanie und Karola am 4. August vormittags noch gesehen habe. "Ich kann mit dieser Ungewißheit nicht leben. Ich möchte die Wahrheit wissen" hat sie gesagt. Sie ist sogar noch am 29. August bereit gewesen, sich ihrer Enkelin Monika gegenüberstellen zu lassen und ihre Aussage zu wiederholen.

Jetzt sagt Adele Anger, sie habe sich geirrt. Sie habe die Kinder am Sonntag dem 3. August, zuletzt gesehen, nicht am Montag, dem 4. August. "Ich habe keine Lügen gesagt", sagt sie, sie habe sich nur im Tag geirrt. Als die Verteidigung sie befragt, bekommt sie Gelegenheit, dem Gericht den Brief zu übergeben, der die ganze Zeit vor ihr auf dem Tisch lag. Da bestätigt eine Ärztin, daß die alte Frau "dekompensiert" und kaum aussagefähig sei. Der Vorsitzende Richter Bormuth, 52, legt diesen Brief zur Seite. Adele Anger hat sich durch nichts beirren lassen. Sie ist bei Kräften.

Sie sagt gewiß ihre Wahrheit, aber so wie sie mit einer entscheidenden Korrektur kommt - dient sie Monika Weimar kaum. Die hat bis zur grundsätzlichen Änderung ihrer Einlassung übrigens auch behauptet, die Kinder noch um 10.45 Uhr am Vormittag des 4. August 1986 am Kinderspielplatz gesehen zu haben.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13523870.html


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Der Mordfall Weimar

27.01.2013 um 23:29
@diegraefin
Comtesse schrieb:Was mich interessieren würde: Wenn die Nachtversion nicht stimmt und die Kinder dann scheinbar also noch morgens lebten und auch frühstückten - was ist dann Eurer Meinung nach geschehen? Wer hat die Kinder wann warum umgebracht und weggeschafft? Meines Wissens war das Zeitfenster dafür am Tag des Verschwindens reichlich eng, zumal da auch die Gefahr, dass es jemand mitbekommt, groß gewesen wäre. Wie hat sie es gemacht? Oder waren sie es Beide zusammen? Was bringt einen dazu, mit den eigenen Kindern noch zusammen zu frühstücken und sie dann zu töten? Ist wirklich zu 100% ein Fremdtäter auszuschließen?
Ein Fremdtäter ist definitiv auszuschließen. Im Fall einer Fremdtäterschaft hätte Monika Weimar sicherlich keine anoymen "Täterbriefe" fingiert, um eine falsche Spur zu legen.

Was den Tatablauf bei einer Tötung der Kinder am Vormittag angeht: das Zeitfenster war definitiv recht eng, aber die Taten waren in dem Zeitraum nicht undurchführbar.

Meine Hypothese zum Tatmotiv:
Ich denke, dass Monika Weimar durch das 'Ultimatum', welches ihr Geliebter ihr gestellt hatte, sich in einem extremen Dilemma befand, aus dem zu 'befreien' sie (von ihrer Perspektive aus gesehen) - so schrecklich das klingen mag - offenbar nur die Möglichkeit sah, die Kinder zu 'beseitigen'.

Denn Kevin hatte ihr das Ultimatum gestellt, sich endlich definitiv für ihn zu entscheiden, mit allen Konsequenzen, d. h. mit ihm (mit oder ohne ihre Kinder) in die USA zu übersiedeln.
Dass er dabei seine eigene Realität (als verheirateter Familienvater) ausgeblendet hat, ist zwar seltsam, aber vielleicht war Kevin auch ein Typ, der sich gedacht hat; "Irgendwie wird sich das alles schon regeln lassen, wenn wir erst mal 'drüben' sind; ich trenne mich dann von meiner Frau", usw.

Monika Weimar muss aber (im Gegensatz zu Kevin) klar gewesen sein, dass sie ihre Kinder unter den gegebenen Umständen nicht so einfach in die USA mitnehmen konnte, und möglicherweise war dies der Auslöser, dass sie den furchtbaren Entschluss fasste, sie zu zu ermorden.
Sie wollte frei sein für ihren Geliebten, die Kinder aber nicht ihrem Ehemann überlassen.
Dass sie bei der Tat ein so hohes Risiko einging, gesehen zu werden, deutet darauf hin, dass sie starke Angst hatte, Kevin nun endgültig zu verlieren, falls sie nicht sofort 'handelte' ...

Meine Tatablaufhypothese:
Monika Weimar nahm die Kinder vormittags im Auto mit, und tötete beide (Melanie zuerst) am Parkplatz Herfagrund. Melanie legte sie dort ab, Karola dann am Parkplatz Bengendorfer Grund.

Eine forensiche Frage, die mich im Fall Weimar lange beschäftigt hat, wurde nun durch einen anderen Kriminalfall (den Horchheimer Doppelmord) indirekt beantwortet:

Gisela Friedrichsen hatte in ihrem Buch zum Fall Weimar auf S. 92 geschrieben:

"Melanie, 1,31 Meter groß, muss nach der Meining des Gutachters zuerst umgebracht worden sein. Dafür sprachen deutliche postmortale Veränderungen. "

Ich fragte mich Folgendes: Wenn aber die Kinder fast zeitgleich (oder zumindest in sehr geringem Zeitabstand) getötet wurden, wie ist es dann möglich, dass sich an der einen Leiche (im Gegensatz zur anderen) so viel weiter fortgeschrittene postmortale Veränderungen finden?

Im Horchheimer Fall wurden beide Mordopfer aber auch innerhalb eines sehr kurzen Zeitabstandes getötet, und dennoch konnte offenbar anhand von postmortalen Veränderungen eindeutig festgestellt werden, wer von beiden als erstes getötet wurde.
Es scheint also so zu sein, dass sich postmortale Veränderungen innerhalb eines sehr kurzen Zeitabstandes manifestieren und sehr rasch weiter fortschreiten.


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Mao1974
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Der Mordfall Weimar

28.01.2013 um 00:53
@LivingElvis

Monika Weimar hatte zwei Schwestern, beide lebten mit im Elternhaus.
Mit der älteren Schwester war das Verhältnis wohl nicht so gut, wie mit der jüngeren. Es war die jüngere Schwester (Brigitte?), die in der Nacht das Höschen der Karola gewechselt hat, sie hatte auch einen amerikanischen Soldaten zum Ehemann( Ehe wohl ebenfalls zerrüttet) und mit ihr ging Monika abends aus.

Zu den Kleidungsstücken kann ich wenig sagen, könnte mir nur vorstellen, daß es bei Herrn Weimar keine große Frage war, was er anhatte, während bei seiner Frau unterschiedliche Zeugenaussagen vorlagen (Dicobesucher, Nachbarn...).

Ansonsten kann ich mich @Aggie
nur anschließen, einen Fremdtäter oder ein gemeinschaftliches Vorgehen der Eheleute halte ich für ausgeschlossen. Es gab auch nur die Frage: "Sie oder er?".
Es spricht alles für "Sie". Sicher, es ist schwer zu verstehen und nur Monika Weimar kennt ihre damalige Gefühlslage.
Aber es sind so viele Indizien, daß es keine andere Möglichkeit gibt: Die Windschutzscheibe, die Briefe, der Mageninhalt,die Urgroßmutter, die Nachbarn, die Fasern, das alles und vieles mehr ergibt ein eindeutiges Bild.


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Der Mordfall Weimar

28.01.2013 um 06:24
Aber es sind so viele Indizien, daß es
keine andere Möglichkeit
gibt: Die Windschutzscheibe, die Briefe, der Mageninhalt,die Urgroßmutter, die Nachbarn, die Fasern, das alles und vieles mehr ergibt ein eindeutiges Bild.
ich finde nicht.
Aggie schrieb:"Melanie, 1,31 Meter groß, muss nach der Meining des Gutachters zuerst umgebracht worden sein. Dafür sprachen deutliche postmortale Veränderungen. "

Ich fragte mich Folgendes: Wenn aber die Kinder fast zeitgleich (oder zumindest in sehr geringem Zeitabstand) getötet wurden, wie ist es dann möglich, dass sich an der einen Leiche (im Gegensatz zur anderen) so viel weiter fortgeschrittene postmortale Veränderungen finden?

Im Horchheimer Fall wurden beide Mordopfer aber auch innerhalb eines sehr kurzen Zeitabstandes getötet, und dennoch konnte offenbar anhand von postmortalen Veränderungen eindeutig festgestellt werden, wer von beiden als erstes getötet wurde.
Es scheint also so zu sein, dass sich postmortale Veränderungen innerhalb eines sehr kurzen Zeitabstandes manifestieren und sehr rasch weiter fortschreiten.
wuerd mich auch interessieren, woran man genau das festmachen kann - und warum man andererseits den genauen Todeszeitpunkt nicht enger einkreisen kann. Kennt sich hier jemand aus?

Melanie war die ältere Schwester, oder? Sie wurde also angeblich als erste getötet. Mit einem weichen Gegenstand erstickt.. hat man da keine Fasern im Mund gefunden? Die juengere wurde dann anschliessend erwuergt? Hmmm.

Ich finde auch nach wie vor die Episode mit dem nächtlichen Hosewechseln durch Frau Weimars Schwester höchst seltsam. Was hat sie genau ausgesagt, und was Frau Weimar?


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LeRave
ehemaliges Mitglied

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Der Mordfall Weimar

28.01.2013 um 19:45
Aggie schrieb:Ich fragte mich Folgendes: Wenn aber die Kinder fast zeitgleich (oder zumindest in sehr geringem Zeitabstand) getötet wurden, wie ist es dann möglich, dass sich an der einen Leiche (im Gegensatz zur anderen) so viel weiter fortgeschrittene postmortale Veränderungen finden?

Im Horchheimer Fall wurden beide Mordopfer aber auch innerhalb eines sehr kurzen Zeitabstandes getötet, und dennoch konnte offenbar anhand von postmortalen Veränderungen eindeutig festgestellt werden, wer von beiden als erstes getötet wurde.
Es scheint also so zu sein, dass sich postmortale Veränderungen innerhalb eines sehr kurzen Zeitabstandes manifestieren und sehr rasch weiter fortschreiten.
Auch das biologische Alter spielt eine Rolle beim Verwesungsprozess. Je jünger das Opfer um so schneller der Prozess und umgekehrt

Hier eine Aussage dazu von Benecke: "Verwesungsdauer und (Mindest-)Ruhefrist

Die Angaben über die Verwesungsdauer von menschlichen Leichnamen variieren. Zu beachten sind dabei Begleitumstände der Wasserverhältnisse und der Bodenbeschaffenheit. Fundierte Kenntnisse über die Dauer und den Fortschritt des Abbaus der Leiche wären nur durch Exhumierungen zu erlangen, doch dies ginge nicht einher mit der Wahrung der Totenruhe und ist des weiteren aus Pietätsgründen ausgeschlossen. Unter Berücksichtigung des Bodens gibt es also nur sehr wenige Untersuchungen über die Verwesung der Leiche. Ein weiterer Punkt zur Differenzierung besteht in dem Alter der Leiche. Kinderleichen sind nach kürzester Zeit verwest. In mehreren Quellen wird bei idealen Bedingungen ein Zeitraum von 10 Jahren angegeben, bis nur noch Großknochen zu finden sind. Bei schlechten Verwesungsbedingungen besteht ein „kürzester Zeitraum“ von bis zu 50 Jahren. In Kommun- oder Massengräbern treten bei gleicher Zeitdauer meist Verwesungsstörungen wie speziell Wachsleichenbildung auf."
Quelle: http://wiki2.benecke.com/index.php?title=Facharbeit_Herbig_2010


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Der Mordfall Weimar

01.02.2013 um 19:44
Ich hab da mal im Horchheim-Thread Genaueres zu geschrieben. Damit es jetzt keine unnötigen Wiederholungen gibt, nur in aller Kürze:

Verwesungsprozesse sind ja im Wesentlichen nichts anderes, als der Abbau des Körpers durch Mikroorganismen.

Das Fortschreiten dieser Prozesse ist folglich im Wesentlichen von den Lebensbedingungen dieser Organismen abhängig.

Sprich
- wieviele Organismen sind bereits in der Umgebung vorhanden?
- welche äußeren Faktoren beeinflussen deren Vervielfältigung?
- welche Faktoren in der Leiche selbst beeinflussen sie?


Darum ist auch eine Todeszeitpunktbestimmung in der Regel deutlich ungenauer, als es gerne in CSI und Co dargestellt wird. Das ist nichts Ungewöhnliches oder gar Auffäliges.

Man schaut letztlich wie der Abbau von Leichen unter gewissen grundsätzlichen Voraussetzungen voranschreitet und dokumentiert das. Dabei bilden sich 2 Extreme und innerhalb dieser Differenzen kann man Aussagen treffen.


Im Endeffekt ist das wie mit der Haltbarkeit von Lebensmitteln. Eine gute Hausfrau weiß ungefähr ab wann welche frischen Lebensmittel verderben. Sie weiß zB morgen kann ich dies und jenes sicher noch verwenden. In 2 Wochen aber sicher nicht mehr.
Sie kann also sagen, wenn das Lebensmittel noch genießbar ist, ist es definitv jünger, als 2 Wochen. Wenn nicht, ist es definitiv älter als 2 Tage.

Ob das Lebensmittel innerhalb dieser Zeitspanne noch genießbar ist, sagt ihr im Einzelfall aber nur die Nase. Oder der Versuch.

Und ganz elementar wichtig für die Haltbarkeit ist eben die Lagerung. Genauso verhält es sich auch mit dem menschlichen Körper.


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Der Mordfall Weimar

02.02.2013 um 20:08
Vielen Dank an die Poster mAgMJj und LivingElvis für die wichtigen Sachinformationen zum Thema Verwesungsprozesse.


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Der Mordfall Weimar

02.02.2013 um 20:13
@traces
In einem Artikel des Spiegels von 1987 über den Fall bin ich über eine, meines Erachtens recht irritierende Aussage der jüngeren Schwester gestoßen - ebenjene Schwester, die sowohl selbst mit einem GI in zerrütteter Ehe lebte, als auch M.Weimar mit zur Discothek nahm, als auch nachts die Kinder versorgt habe:

u.a. Folgende:

In der Nacht zum 4. August hat sie in der Wohnung unter ihrer Karola weinen gehört. Sie ist mit ihrem Mann runtergegangen, hat das Kind trockengelegt. Nun deutet sie an, Melanie habe reglos dagelegen, Melanie, die sonst immer sofort aufwachte. Jetzt bringt sie Nuancen ein die geeignet sind, die Darstellung ihrer Schwester zu stützen. Das wird sehr deutlich. Als die Zeugin von den Verteidigern befragt wird, kann sie plötzlich flüssig antworten.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13523870.html
Monika Weimars Schwester hatte aber auch ausgesagt, sie habe im Kinderzimmer ein Geräusch ähnlich wie Zähneknirschen gehört.


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Granola
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Der Mordfall Weimar

03.02.2013 um 13:45
Dass die Karola mit ihren 5 Jahren noch Bettnässer war,spricht schon Bände.
Es ist eine psychische Störung eindeutig.Als die Kleine weinte, hat er wohl weiter geschlafen.Gekümmert hat er sich jedenfalls wohl sehr wenig um seine Kinder.
Was die kleinen Kinder da mitgemacht haben lässt sich nur erahnen.In einem Bericht war die Rede, dass der Vater die ältere abgelehnt hatte und die jüngere Schwester bevorzugte.
Ich verstehe bei der ganzen Angelegenheit nicht,warum man den Herrn Weimar nicht mal richtig in die "Mangel" genommen hat.Es hieß immer nur sie vernachlässigt die Kinder zugunsten ihres neuen Freundes.Aber zu einer zerrütteten Ehe gehören immer zwei.Das sollte man nicht vergessen.
Herr Weimar sagte aus, er hätte die Kinder den ganzen morgen nicht gesehen und hätte geschlafen bis 10,30Uhr.Das halte ich persönlich für gelogen.
Er hatte genauso wenig ein Alibi wie die Monika.Er könnte genauso die Kinder nach dem Frühstück getötet haben. Schließlich war er die ganze Zeit anwesend.
Jetzt ist er ja tod ,gestorben an Herzversagen und nimmt sein Geheimnis mit ins Grab.Für mich war er nie ein unschuldiges Opfer und sie die kalte Hexe.Nein das wäre alles zu einfach.Beteiligt waren beide an der Tat.Auch er hätte sich rechtzeitig scheiden lassen können und den Weg freimachen sollen für seine Frau und einen neuen Partner.Er hatte ausgesagt, Hauptsache ich habe die Kinder bei mir,kriege gewaschen und gekocht.So läuft man Problemen davon,nährt nur noch mehr Hass und die Leidtragenden WAREN HIER EINDEUTIG DIE kINDER:
Rechtzeitige Trennung ,dann wäre einiges für die Kinder erspart geblieben.


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Der Mordfall Weimar

03.02.2013 um 14:01
Ganz neue Version...

Beide sollen also gemeinsam die Kinder umgebracht haben. Danach hat sich dann der Reinhard wohl in sein Schlafzimmer zurückgezogen und die Monika hat die Leichen entsorgt oder wie soll das abgelaufen sein?

Ich hab zu der Bettnässergeschichte übrigens ganz andere Gedanken.

Ach und....nein Bettnässen mit 5 ist kein eindeutiges Zeichen, dass ein Kind psychische Probleme hat.


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Granola
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Der Mordfall Weimar

03.02.2013 um 14:05
@LivingElvis
Ja so könnte ich es mir vorstellen.
Was sind denn deine Gedanken zu der Bettnässergeschichte.
Glaubst du die Kleine hatte eingenässt vor Angst vor ihrem Vater?Der war ja auch jähzornig und auch gewlttätig zu seiner Frau.


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Der Mordfall Weimar

03.02.2013 um 14:11
Nö.

Ich habe eine These, die ich aber derzeit nicht näher äußern möchte, weil ich da jemanden mit einbeziehe, der sonst gar nicht zur Sprache kommt.

Ich möchte da erstmal abklopfen, ob es eine Aussage gibt, wo dieser jemand zum fraglichen Zeitpunkt gewesen sein will und ob das bestätigt werden konnte.


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Granola
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Der Mordfall Weimar

03.02.2013 um 14:15
Die Version der Anklageschrift ist ja nach wie vor, dass sie die Kinder am Spielplatz eingesammelt hat und sie nacheinander auf einem Parkplatz umgebracht haben soll.Zuvor hat sie mit dem PKW ausgekundschaftet wo sie die Leichen hinlegen kann.Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass die Kinder an verschiedenen Orten abgelegt wurden.Hat sie die Kinder nach und nach umgebracht und weggebracht, und zwar im Haus,weil sie sie auch noch umgezogen hatte mit frischr Kleidung.Ich glaube nicht ,dass man bei Mordgedanken,zwei Kinder lebend mitnimmt und dann auch noch frische Kleidung zum Wechseln mitnimmt. Das geht nicht.


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Der Mordfall Weimar

03.02.2013 um 17:29
@Granola

Also, es kann einem jeder Kinderarzt heutzutage bestätigen, dass es bis zum 6. Lebensjahr absolut unbedenklich ist, wenn Kinder noch bettnässen bzw. nachts noch Windeln brauchen, manche Kinder schlafen in dem Alter noch so tief, dass sie einfach nicht wachwerden, wenn sie müssen. Darauf dann zu schließen, dass das 5jährige Kind psychisch gestört war, ist also nicht mehr zeitgemäß.

Wohl muss ich mich aber auch fragen und wundern, wieso die Schwester aus der Nachbarwohnung ankommen muss, um das weinende Kind zu trösten und wo der Vater denn zu der Zeit war?! Es wäre wohl seine Sache gewesen, zu seinem weinenden Kind zu gehen in dem Moment. Vielsagend, dass er es nicht tat, die armen Kinder, kann man da nur sagen, wenn die eigenen Eltern das Weinen ignorieren. Das spricht auch für meine Theorie, dass hier Kinder sterben mussten, weil sie den Eltern nur noch eine Last waren und eh keiner mehr Energie und Lust hatte, sich um sie zu kümmern.

Wenn Herr Weimar immer so lethargisch war und sich bei der Versorgung der Kinder auf Andere (= im Normalfall seine Frau) verließ, und sie das alles nicht mehr wollte, weil es ihr zu viel wurde mit ihm, mit den Kindern und allem, diese damit verbundene Selbstaufgabe, wenn alles an einem allein hängen bleibt und ständig immer einer was von einem braucht und will, tja, da wundert es einen schon fast nicht mehr, dass es so weit kam in dieser Situation.

Fragt sich nur, wann und wo / wie sie es getan hat? Ich denke, sie hat die Kinder schon Zuhause getötet, in ihren Betten. Aber wie hat sie das gemacht, dass sie das eine Kind tötete, ohne dass das Andere etwas davon mitbekam und Alarm schlug? Hat die eine Tochter vielleicht noch geschlafen, sie frühstückte erst mit der einen, erstickte sie dann und legte sie wieder in ihr Bett, frühstückte dann mit der anderen und erwürgte sie anschließend? Die ganze Situation ist einfach nur unvorstellbar.


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03.02.2013 um 17:35
@Granola
Granola schrieb:Die Version der Anklageschrift ist ja nach wie vor, dass sie die Kinder am Spielplatz eingesammelt hat und sie nacheinander auf einem Parkplatz umgebracht haben soll.Zuvor hat sie mit dem PKW ausgekundschaftet wo sie die Leichen hinlegen kann.Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass die Kinder an verschiedenen Orten abgelegt wurden.Hat sie die Kinder nach und nach umgebracht und weggebracht, und zwar im Haus,weil sie sie auch noch umgezogen hatte mit frischr Kleidung.
Die Anklage ging davon aus, dass Monika Weimar beide Kinder am Parkplatz Bengendorfer Grund tötete, sich aber dann entschloss, ein Kind (Melanie) am besser einsehbaren Parkplatz Herfagrund abzulegen.
Den Grund dafür sah das Gericht (welches der Tatversion der Anklage weitgehend folgte) in dem Wunsch Monika Weimars, dass man die Kinder zwar nicht sofort, aber doch bald finden sollte, diese also nicht unbestattet beiben sollten.
Der vergeichsweise abgelegene Parkplatz Bengendorfer Grund schien ihr wohl letzlich doch nicht sicher genug für einen baldige Auffindung der toten Kinder.
Sobald man Melanie gefunden habe und deshalb weiter gezielt an Parkplätzen suche würde (so das Gericht über Monika Weimars vermutlichen Gedankengang), werde man auch Karola finden.

@Granola
Granola schrieb:Ich glaube nicht ,dass man bei Mordgedanken,zwei Kinder lebend mitnimmt und dann auch noch frische Kleidung zum Wechseln mitnimmt. Das geht nicht.
Bei einer eher zwanghaft strukturierten Persönlichkeit wie Monika Weimar, die zudem durch ihren Beruf bedingt medizinische Kenntisse über körperliche Vorgänge beim Todeskampf hatte, ist dies mMn schon vorstellbar.


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