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Der Mordfall Weimar

5.497 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Doppelmord, Kindermord ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Mordfall Weimar

Der Mordfall Weimar

26.03.2026 um 05:51
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Was heißt denn "das soll Strate bewogen haben"?
Woher kommt die Info? Für mich klingt das eher wie das Märchen vom edlen Anwalt...

Und woher weißt Du, was damals "auf den Straßen von Fulda zu hören war"?
1. Die Aussage stammt von Sabine Rückert aus dem "Zeit-Podcast". https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-03/monika-weimar-mutter-mord-verbrechen-podcast

2. Das war damals der Aufreger in ARD und ZDF. Ich kann mich noch gut an die aufgebrachte Stimmung in Fulda vor dem Gerichtsgebäude erinnern. Hass, Häme und Hetze vor den Mikrofonen und Kameras. Zudem lebte meine Mutter damals in der Nähe von Fulda. Da war der Fall auch Dorfgespräch, gleicher Tenor.
Unter dem Gejohle einer aufgebrachten Menge wird sie abgeführt. Dumpfe Vorurteile entladen sich gegen die Frau, die sich oft genug als Amihure beschimpfen lassen mußte.
Quelle: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/1997/Mordfall-Weimar-Das-Urteil,erste6616.html

3. Die Aussage von Frau Weimar mit der Autoscheibe ist bekannt. Mir ging es um den Ton, der unangemessen war.


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26.03.2026 um 06:35
Zitat von RitterTrenkRitterTrenk schrieb:Weiß jetzt nicht unbedingt, ob es eine berufliche und ethische Verpflichtung gibt, offensichtlich unbegründete Anträge zu stellen.
Das frage ich mich auch, noch mehr in noch viel aussichtsloseren Fällen wie dem von Darsow ("Doppelmord Babenhausen"). Oder seine Vertretung von Eugen Block im Zusammenhang mit dem Entführungs-Prozess. Da haben seine Schriftsätze, die er ja alle selbst auch veröffentlicht, weitaus weniger Substanz.

Aber da scheint Strates Verständnis von seiner Rolle darin zu liegen, den Rechtsstaat immer wieder auf die Probe zu stellen. Zu Sticheln und zu Stochern. Und über den konkreten Antrag hinaus, den er vielleicht auch als wenig aussichtsreich betrachtet, Zweifel an gerichtlichen Feststellungen zu sähen. Einen alternativen Blick zu bieten. Er ist ein klassischer liberaler '68-beeinflusster Rechtsanwalt, der es als seine Aufgabe ansieht, Kontrolle auszuüben. Er tut das hanseatisch-zurückhaltend im Auftreten, im Ton seriös, mehr Intellektueller denn Marktschreier. Daher auch seine große Reputation. Das Alter ermöglicht es ihm nun, dort tätig zu werden, wo er meint, dieser Aufgabe am besten gerecht werden zu können. M.a.W.: Er sucht sich die Fälle. Und er hat Zeit.

Das ist meine These. Es gibt zu seinem Selbstverständnis sicher auch Äußerungen von ihm.

Eine Strafverteidigern, die ich gut kenne, die hat sich jedenfalls für ihre Mandanten - egal ob Täter oder nicht - gewaltig ins Zeug gelegt. Nicht wegen der Schuldfrage, sondern weil sie meinte, da und dort sei nicht ordentlich argumentiert oder gearbeitet worden. Sie war eine hervorragende Juristin, akribisch, fleißig, emphatisch. Der ging es im weitesten Sinne ums Recht haben - und ganz klar auch um Gerechtigkeit. Deshalb hat sie diesen Job irgendwann aufgegeben, weil es zu frustrierend war, immer wieder gegen Wände zu rennen.


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26.03.2026 um 08:47
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Aber was bedeutet es denn in Deinen Augen, wenn in diesem Antrag der Mann der Schwester als alternativer Täter beschuldigt wird, ihm unterstellt wird, er habe die Mädchen bereits zuvor sexuell missbraucht (weshalb Melanie dem Drachen auf dem Bild einen Phallus als Kopf gemalt habe) und habe ihr wohl beim Missbrauch die Bettdecke zu lange aufs Gesicht gedrückt?
Für mich impliziert das, dass der Täter durch die Schwester ins Haus gekommen ist (hätte sie nicht mit ihm zusammengelebt, wäre er nicht in dem Haus gewesen und hätte keinen Zugriff auf die Mädchen gehabt). Und wenn er die beiden Mädchen bereits mehrfach missbraucht haben soll, dann bedeutet das für mich, dass dessen Ehefrau vor seinen Neigungen und Taten offenbar zuvor die Augen verschlossen haben soll. Genauso wie vor seinem angeblichen Meth-Konsum und den Betäubungsmmittel-Anschlägen auf RW.
Der Schwager wird als möglicher Täter ins Spiel gebracht, er soll die Mädchen missbraucht haben. Warum das für dich automatisch impliziert, dass die Ehefrau das gewusst und gedeckt haben soll, ist mir nicht klar. Gehst du grundsätzlich davon aus, dass Partnerinnen von Tätern automatisch mitschuldig sind?


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26.03.2026 um 09:58
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das frage ich mich auch, noch mehr in noch viel aussichtsloseren Fällen wie dem von Darsow ("Doppelmord Babenhausen"). Oder seine Vertretung von Eugen Block im Zusammenhang mit dem Entführungs-Prozess. Da haben seine Schriftsätze, die er ja alle selbst auch veröffentlicht, weitaus weniger Substanz.

Aber da scheint Strates Verständnis von seiner Rolle darin zu liegen, den Rechtsstaat immer wieder auf die Probe zu stellen. Zu Sticheln und zu Stochern. Und über den konkreten Antrag hinaus, den er vielleicht auch als wenig aussichtsreich betrachtet, Zweifel an gerichtlichen Feststellungen zu sähen. Einen alternativen Blick zu bieten. Er ist ein klassischer liberaler '68-beeinflusster Rechtsanwalt, der es als seine Aufgabe ansieht, Kontrolle auszuüben. Er tut das hanseatisch-zurückhaltend im Auftreten, im Ton seriös, mehr Intellektueller denn Marktschreier. Daher auch seine große Reputation. Das Alter ermöglicht es ihm nun, dort tätig zu werden, wo er meint, dieser Aufgabe am besten gerecht werden zu können. M.a.W.: Er sucht sich die Fälle. Und er hat Zeit.

Das ist meine These. Es gibt zu seinem Selbstverständnis sicher auch Äußerungen von ihm.

Eine Strafverteidigern, die ich gut kenne, die hat sich jedenfalls für ihre Mandanten - egal ob Täter oder nicht - gewaltig ins Zeug gelegt. Nicht wegen der Schuldfrage, sondern weil sie meinte, da und dort sei nicht ordentlich argumentiert oder gearbeitet worden. Sie war eine hervorragende Juristin, akribisch, fleißig, emphatisch. Der ging es im weitesten Sinne ums Recht haben - und ganz klar auch um Gerechtigkeit. Deshalb hat sie diesen Job irgendwann aufgegeben, weil es zu frustrierend war, immer wieder gegen Wände zu rennen.
Schön zusammengefasst, das deckt sich mit meiner Einschätzung von Strate und seinem Wirken.


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26.03.2026 um 10:03
@__gans.ehrlich
Eine andere Möglichkeit:
Es gibt den illusory truth effect. Je öfter man etwas hört oder sagt, desto wahrer erscheint es, selbst wenn es objektiv falsch ist. Wenn jemand seine eigene Lüge oft wiederholt, speichert das Gehirn sie wie eine echte Erinnerung ab. Dazu kommt, dass MW nach dem Tod der Kinder massiv unter dem Einfluss von Benzodiazepinen gestanden ist, die sich auf das Erinnerungsvermögen auswirken. Irgendwann fühlt sich die Lüge authentisch an. Dazu kommt wahrscheinlich das Bedürfnis, die geglaubte Unschuld auch nach außen beweisen zu wollen. Das würde man von ihr als unschuldiger Mutter ja auch erwarten. Das ist vielleicht ein anderer Ansatz, der ihr Vorhaben erklären könnte.


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26.03.2026 um 10:15
@Merricat

Ich habe meinen Beitrag zwar löschen lassen, aber ja, das ist durchaus eine Möglichkeit nach diesem langen Verlauf.
Nur der Begriff war mir nicht bekannt, aber so funktioniert Werbung, Autosuggestion usw.
Ihre Medikation damals könnte durchaus eine Rolle bzgl. Erinnerung spielen.

Es ist so ein vertrackter und komplexer Fall.


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26.03.2026 um 10:45
Der zitierte Beitrag von __gans.ehrlich wurde gelöscht. Begründung: Auf Wunsch des Erstellers
Zumindest keinen offensichtlichen. Auch keinen Anhaltspunkt dafür. Der Marktwert ihrer Geschichte dürfte verbraucht sein. Sie hat ein Buch geschrieben. Ein weiteres dürfte kaum einer lesen wollen.
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Je öfter man etwas hört oder sagt, desto wahrer erscheint es, selbst wenn es objektiv falsch ist.
Sie beharrt ja jetzt seit fast 40 Jahren auf ihrer Unschuldsgeschichte. Beschuldigt ihren Mann, dessen chronische psychische Krankheit ihn in geistige Umnachtung geführt haben. So war er der ideale Sündenbock. Und für mich ist auch weiter nicht ausgemacht, dass er mit der Tötung nichts zu tun hat, auch wenn ich weiß, dass er in den Ermittlungen trotz Selbstbezichtigungen ausgeschlossen worden ist.

Auch Depersonalisierung, Dissoziation oder Derealisation können es ermöglichen, sich vom eigenen Handeln so zu distanzieren, dass es nicht mehr das eigene Handeln ist. Zudem dürfte sie bei der Tatbegehung unter extremer Anspannung gewesen sein, ich kann es mir nicht vorstellen, die eigenen Kinder gleichgültig und kontrolliert töten zu können. Deshalb war es für mich mit der Tatbegehung so schwer vereinbar, dass sie noch cool im Städtchen auf der Bank und im Supermarkt war.

Die ganze Geschichte ist nicht rund. Überhaupt nicht.


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26.03.2026 um 10:54
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Auch Depersonalisierung, Dissoziation oder Derealisation können es ermöglichen, sich vom eigenen Handeln so zu distanzieren, dass es nicht mehr das eigene Handeln ist. Zudem dürfte sie bei der Tatbegehung unter extremer Anspannung gewesen sein, ich kann es mir nicht vorstellen, die eigenen Kinder gleichgültig und kontrolliert töten zu können. Deshalb war es für mich mit der Tatbegehung so schwer vereinbar, dass sie noch cool im Städtchen auf der Bank und im Supermarkt war.
Du erklärst es damit doch selbst ganz sinnvoll. Es hat nicht unbedingt was mit wirklicher Gleichgültigkeit zu tun, aber diese dissoziativen Zustände machen es möglich, eine Tat "geordnet" zu begehen und unmittelbar danach auch weiterzufunktionieren.


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26.03.2026 um 11:07
Besteht denn grundsätzlich die Möglichkeit, dass in einem solchen Verfahren noch ein damaliger Ermittler als Zeuge auftreten würde? Könnte es Ermittlungsergebnisse geben, die vor Gericht nie berücksichtigt wurden? Es ist ja nicht so, dass es diesen Verdacht ermittlungsintern nie gegeben hätte. Nur weil Monika Weimar juristisch für die Tat belangt wurde, muss nicht die komplette Kripo Hersfeld dahinter gestanden haben. Es beinhaltet auch nicht zwangsläufig, dass es innerhalb der Kripo Hersfeld niemanden gab, der RE gerne noch weiter unter die Lupe genommen hätte, wenn denn der Fall nicht so früh als ausermittelt worden wäre. (vgl. das Zitat aus den osthessen-news vom 15.10.2007.

Auch dem von mir verlinkten Artikel von Eva Machnitzke vom September 1986 (Beitrag von WM (Seite 261)) kann man entnehmen, dass das Narrativ, dass es müsse entweder der Vater oder die Mutter gewesen sein durchaus hinterfragt wurde.
Hauptkommissar Rolf Becker, der damalige Leiter der "SOKO Weimar", hält den Fall zwar für juristisch abgeschlossen. Kriminalistisch "ausermittelt" sei er aber keineswegs.
Quelle: https://osthessen-news.de/n1141587/philippsthal--wer-ermordete-melanie-und-karola---mordfall-weimar-heute-in-ard.html


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26.03.2026 um 11:08
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Aber da scheint Strates Verständnis von seiner Rolle darin zu liegen, den Rechtsstaat immer wieder auf die Probe zu stellen. Zu Sticheln und zu Stochern. Und über den konkreten Antrag hinaus, den er vielleicht auch als wenig aussichtsreich betrachtet, Zweifel an gerichtlichen Feststellungen zu sähen. Einen alternativen Blick zu bieten. Er ist ein klassischer liberaler '68-beeinflusster Rechtsanwalt, der es als seine Aufgabe ansieht, Kontrolle auszuüben. Er tut das hanseatisch-zurückhaltend im Auftreten, im Ton seriös, mehr Intellektueller denn Marktschreier. Daher auch seine große Reputation. Das Alter ermöglicht es ihm nun, dort tätig zu werden, wo er meint, dieser Aufgabe am besten gerecht werden zu können. M.a.W.: Er sucht sich die Fälle. Und er hat Zeit.
Ich sehe das tatsächlich anders. Meiner Meinung nach steckt dahinter ein durchaus durchdachter "Produkt- und Marketinmix". Er reißt sich durch seine pro bono-Angebote regelmäßig einige der bekanntesten deutschen Justizfälle unter den Nagel. Über die entweder bereits sehr ausführlich berichtet wurde oder bei denen die verurteilten Täter und/oder deren Angehörigen ordentlich die Werbetrommel rühren. Durch einige wenige erfolgreiche Fälle ist als der "Wiederaufnahmeexperte" bekannt und mit jedem publicity-wirksamen pro bono-Fall, den er annimmt, steigt sein Ruhm. Und zwar unabhängig davon, ob er dabei erfolgreich ist oder nicht. Denn wenn er nicht erfolgreich ist, weil es eben keine neuen Beweise gibt, die man im Antrag auf Wiederaufnahme vorbringen könnte, verwurstet man halt irgendwelche Kinderzeichungen und deutet sie neu, oder raunt was von alternativen Tätern die ebenfalls ein Motiv und/oder eine Gelegenheit gehabt hätten, die Tat zu begehen, dann reitet man danach halt den Sermon vom ungerechten deutschen Justizsystem, das es seinn Opfern so gut wie unmöglichmacht, sich gegen ein einmal rechtskräftig gewordenes Urteil zu wehren, das bewusst so hohe Schanken gesetzt hat, weil es seine Ruhe haben will und von der einen Krähe, die der anderen kein Auge aushackt. Seine pro bono-Mandanten schlagen natürlich in die gleiche Kerbe, von denen würde nie jemand auf die Idee kommen, den Anwalt für das Scheitern des Antrags verantwortlich machen. Zum einen hat er ihnen ja gleich gesagt, wie gering die Chancen seien, zum anderen hat er ihnen ja aber auch versichert, dass er sich ihrem Fall widmet, weil sie ein besonders ungerecht behandeltetes Opfer des Justizsystems sei. Und einem geschenkten Gaul schaut man ja auch ich besinders kritisch ins Maul, vor allem wenn er gleich nach der Niederlage ankündigt, sich direkt wieder auf die Suche nach weiteren neuen Beweisen zu machen.
Das ist mehr als sein Hobby, Eitelkeit und reines edles Anwaltsrittertum, das ist meiner Meinung nach eine aus rein wirtschaftlicher Sinnweise sinnvolle Mischkalkulation.
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Der Schwager wird als möglicher Täter ins Spiel gebracht, er soll die Mädchen missbraucht haben. Warum das für dich automatisch impliziert, dass die Ehefrau das gewusst und gedeckt haben soll, ist mir nicht klar. Gehst du grundsätzlich davon aus, dass Partnerinnen von Tätern automatisch mitschuldig sind?
Meiner Meinung nach hat sie gar nichts gedeckt, weil es nicht stattgefunden hat. Lediglich Strate und MB behaupten in ihrem Antrag, dass der Schwager all diese Sachen getan hat.
Und da liegt doch die Frage nahe, wieso denn seine Frau dann nicht mitbekommen haben soll, dass er die Nichten mehrfach missbraucht hat, dass er ihren Schwager mind. 3 x mit Medikamenten vergiftet haben soll und dass er selbst ständig entweder aufg Meth oder Benzos oder beides gewesen sein soll.


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26.03.2026 um 11:12
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Und hier "fehlt" auch der Teil mit der angeblichen DNA-Spur. Ich habe die Doku leider nicht mehr in allen Einzelheiten im Kopf, aber es wurde doch ein Abgleich angekündigt, oder?

Korrekt. Im Abspann der dreiteiligen Dokumentation "Das Geheimnis der Weimar Morde – Eine neue Spur" wurde verlautet das Strate die Bettwäsche der Kinder untersuchen ließ und dabei männliche DNA unbekannten Ursprungs gefunden wurde. Ein Abgleich mit der DNA von Raymond Elliot wird angestrebt, das war alles. Ob sich da mittlerweile etwas getan hat und möglicherweise neue Erkenntnisse vorliegen ist mir jedoch nicht bekannt.


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26.03.2026 um 11:14
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Es hat nicht unbedingt was mit wirklicher Gleichgültigkeit zu tun, aber diese dissoziativen Zustände machen es möglich, eine Tat "geordnet" zu begehen und unmittelbar danach auch weiterzufunktionieren.
Aber da fehlt es mir in der ganzen Geschichte an der Motivation.

Monika Weimar war doch gar nicht in einem ihr ausweglos erscheinenden Konflikt. Warum sollte sie sich in eine solche "Lösung" ihrer Probleme verrennen? Ich will gar nicht davon reden, dass es für mich rational nicht nachvollziehbar ist, das ist bei vielen Verbrechen und Tötungen so. Aber in vielen anderen Fällen kann ich ansatzweise emotional nachvollziehen, warum die Tat geschah. Egal ob geplant oder spontan. Ich verstehe sie.

Hier kann ich mich in die Mörderin so gar nicht hineinversetzen. Das "Warum?" ist mir nicht wirklich begreiflich. Ihre angebliche Angst, der Vater würde die Kinder bekommen, wenn sie nach Amerika ginge, die war unbegründet. Der Mann war ja schon psychisch krank - und das ist er sicherlich nicht geworden, weil sie ihm angeblich Tavor und Oxazepam unter Essen gemischt hat. Zwar ist ihr die Affäre mit dem US-Soldaten entglitten, der wohl zuerst wollte, dass sie sich scheiden lässt - und dann Absetzbewegungen machte.

Diese Affäre hat ihr wohl Halt gegeben, deshalb sind Worte wie "Ami-Hure" auch so widerwärtig. Ihre Ehe war unrettbar im Eimer. Ihre Kinder soll sie fürsorglich behandelt haben.

Dagegen halte ich es schon wieder normal, dass sie sich zu entlasten versuchte, als die Ermittler "er oder sie" in Verdacht hatten. Angesichts des Schocks des Todes zweier Kinder gerät man schnell in Panik, wenn einem auch noch die Schuld dafür droht. Egal ob sie da ist oder nicht. Vielleicht hat sie sich auch schuldig gefühlt, weil sie nicht auf sie "aufgepasst" hat. All das kann auch zu einem Realitätsverlust, Dissoziation oder Erinnerungslücken führen.


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26.03.2026 um 11:16
Zitat von MauserMauser schrieb:Korrekt. Im Abspann der dreiteiligen Dokumentation "Das Geheimnis der Weimar Morde – Eine neue Spur" wurde verlautet das Strate die Bettwäsche der Kinder untersuchen ließ und dabei männliche DNA unbekannten Ursprungs gefunden wurde. Ein Abgleich mit der DNA von Raymond Elliot wird angestrebt, das war alles. Ob sich da mittlerweile etwas getan hat und möglicherweise neue Erkenntnisse vorliegen ist mir jedoch nicht bekannt.
Also ich bin mir sicher, dass wenn er was gefunden hätte, wir das jetzt in seinem Antrag auf Wiederaufnahme hätten nachlesen können...


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26.03.2026 um 11:18
@Grillage
Die Frage mag ja nahe liegen. Du hattest aber schon direkt davon gesprochen, dass B. unterstellt wird, sie hätte es gedeckt. Aber der Antrag impliziert kein Mitwissen der Schwester. Offensichtlich hat niemand etwas von einem Missbrauch oder Tablettengabe mitbekommen, warum sollte es der Ehefrau anders gehen, zumal die Ehe zu diesem Zeitpunkt nicht mehr intakt war und sie ebenfalls anderweitig unterwegs war.


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26.03.2026 um 11:31
@Origines
Mir geht es ähnlich wie Dir, das Motiv von MW ist nicht einfühlbar. Vielleicht ist der Satz, dass niemand die Kinder haben soll (den sie in ihrer Nachtversion ja dem Vater zuschreibt) in Wirklichkeit ihr eigenes Denken gewesen. Die Situation in der Ehe war verfahren und die Affaire hatte ein Enddatum. Es geht hier nicht um eine Entschuldigung und es ist furchtbar, dass so zu schreiben, aber vielleicht war es ihr Versuch, die Zeit zurückzudrehen. Alles auf Anfang, ohne Kinder.


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26.03.2026 um 11:31
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Die Frage mag ja nahe liegen. Du hattest aber schon direkt davon gesprochen, dass B. unterstellt wird, sie hätte es gedeckt. Aber der Antrag impliziert kein Mitwissen der Schwester. Offensichtlich hat niemand etwas von einem Missbrauch oder Tablettengabe mitbekommen, warum sollte es der Ehefrau anders gehen, zumal die Ehe zu diesem Zeitpunkt nicht mehr intakt war und sie ebenfalls anderweitig unterwegs war.
Nein, das habe ich nicht. Ich schrieb:
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Die Schwester von MW hat sich in der Nacht um Karola gekümmert, die sich eingenäßt hatte, während MW mit ihrem Ami-Gspusi unterwegs war und vielleicht gerade vor Wollust die Frontscheibe ihres Autos eintrat. Der Frau jetzt zu unterstellen, sie habe einen Päderasten ins Haus geholt und vor dem Missbrauch ihrer Nichten die Augen verschlossen, finde ich einfach nur dreckig.
Die "Augen vor etwas zu verschließen" ist etwas komplett anderes als "jemanden zu decken". Das eine ist passiv, dass andere ist aktiv. Während einem Augen verschließen ein "nicht wahrhaben wollen" zugrundeliegen kann, ist jemanden zu decken eine aktive Handlung und grenzt bei derart schlimmen Straftaten, wie sie Strate und MB hier dem Schwager unterstellen, schon an eine Mittäterschaft.

Und nochmal: ich unterstelle das der Schwester nicht. Im Gegenteil: ich finde es empörend, die Schwester solchen Verdächtigungen auszuliefern - die solche Beschuldigungen wie sie hier gegen den Schwager aufgeworfen werden, immer mit sich bringen - nur um die eigenen dreckigen Hände ein weiteres Mal demonstrativ öffentlich in Unschuld waschen zu können.


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26.03.2026 um 11:37
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Und nochmal: ich unterstelle das der Schwester nicht. Im Gegenteil: ich finde es empörend, die Schwester solchen Verdächtigungen auszuliefern - die solche Beschuldigungen wie sie hier gegen den Schwager aufgeworfen werden, immer mit sich bringen - nur um die eigenen dreckigen Hände ein weiteres Mal demonstrativ öffentlich in Unschuld waschen zu können.
Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Es ging mir nicht darum, dass du das unterstellst. Im Antrag wird es aber ebenfalls nicht unterstellt. Es geht dort nur um den Schwager. Und nicht darum, dass B. die Augen verschlossen hätte. Für dich scheint das irgendwie aneinander gekoppelt zu sein. Für mich halt nicht zwangsläufig.


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26.03.2026 um 11:58
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Für dich scheint das irgendwie aneinander gekoppelt zu sein. Für mich halt nicht zwangsläufig.
Nein, natürlich ist das nicht zwangsläufig aneinandergekoppelt.

Natürlich wird RE seien Taten im Hause Weimar nicht an die große Glocke gehängt haben und alles dafür getan haben, dass er nicht dabei auffliegt. Aber die Familien wohnte sehr eng zusammen in dem Mehrparteienhaus und es ist doch naheliegend, wie jemand in so einem engen räumlichen und sozialen Umfeld derartig schlimme Taten begehen kann, ohne dass es seine engsten Mitmenschen bemerken?
Die Fragen "Wer hat das bemerkt?", "Wieso haben die anderen nichts gemerkt?", "Hat ihn jemand gedeckt?" kommen meiner Meinung nach automatisch auf. Und zwar zum einen in der Öffentlichkeit, die hier ja sogar noch aktiv gesucht wird, in dem der Antrag im vollen Wortlaut veröffentlicht wurde (was nicht notwenidg ist, man hätte ihn auch einfach nur beim Gericht einreichen können).

Zum anderen aber doch sicher auch bei der Schwester selber. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du erfahren würdest, dass Dein Mann angeblich vor 40 Jahren mehrfach Deine Nichten missbraucht hat? Dass er angeblich mehrfach versucht hat, Deinen Schwager zu vergiften? Und dass er ein Meth-Hirn und ein Benzo-Schlucker war?
Würde das einfach mal so an Dir abperlen? Oder würdest Du nicht doch irgendwie ein schlechtes Gewissen haben, weil Du diesen Mann in das familiäre Umfeld gebracht hast und von all dem nichts bemerkt hast? Und zwar selbst dann, wenn Du von diesem Mann längst geschieden wärest und er danach nicht unbedingt ein beschauliches, sozialkonformes Leben geführt hat? Würdest Du Dein Hirn nicht martern, auf der Suche nach Anzeichen, ob Du damals vielleicht doch was übersehen hast?
Und wie würdest Du Dich fühlen, wenn all Deine Freunde, Verwandten, Bekannten, Nachbarn und Kollege potentiell diese Beschuldigungen gegenüber Deinem Ex-Mann gelesen haben könnten? Würdest Du Dich nicht irgendwie ständig fragen, ob sie das gelesen haben? Was sie davon halten, dazu denken? Ob sie sich fragen, warum Du damals nichts bemerkt haben willst? Ob sie glauben, dass Du nichts bemerkt hast? Ob sie sich nicht fragen, wie eine Frau nur auf so einen Schwerverbrecher reinfallen kann und den auch noch in das Haus ihrer Familie bringt, in dem zwei kleien Mädchen leben, die er dann angeblich umgebracht hat?

Sorry, aber ich finde es lebensfremd anzunehmen, dass all diese Fragen aufkommen, wenn solche Anschuldigungen in den Raum gestellt werden. Nicht automatisch und nicht bei jedem. Aber mir würde es sich nicht gut gehen, wenn ich sowas über meinen Ex-mann von vor 40 Jahren lesen würde.


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26.03.2026 um 12:07
@Grillage
Natürlich würde es mir da so gehen wie dir und solche Fragen kommen automatisch auf, das stelle ich gar nicht infrage, im Gegenteil. Die emotionale Belastung des Umfeldes und der direkt Betroffenen ist durch ein erneutes Suchen der Öffentlichkeit und der Anschuldigungen enorm. Das mag moralisch verwerflich sein, aber so hart wie das ist, ein Strafverteidiger wird das nicht als Grundlage nehmen, aus seiner Sicht neue Beweismittel zu ignorieren. Die Bilder sind Auslegungssache, aber die Verurteilung des Schwagers nicht.


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26.03.2026 um 12:09
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Meiner Meinung nach steckt dahinter ein durchaus durchdachter "Produkt- und Marketinmix".
Das kann man rein ökonomisch so sehen. Das Gegenteil kann ich nicht beweisen.

Dein Eindruck passt einfach nicht mit meinem Eindruck von der Person Strate zusammen. Außer er täuscht mich. Das haben aber bisher Wenige geschafft.
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Vielleicht ist der Satz, dass niemand die Kinder haben soll (den sie in ihrer Nachtversion ja dem Vater zuschreibt) in Wirklichkeit ihr eigenes Denken gewesen.
Aber dieser Satz passt auf den Vater viel besser. Er hat sich ja nicht groß um die Kinder gekümmert. Und es war unübersehbar, dass er nicht in der Lage wäre, die Kinder alleine zu erziehen. Auch wegen seiner Erkrankung.

Ein "Gezerre" um die Kinder scheint es ja nicht gegeben zu haben. Sie hätte doch im Falle einer Trennung in jedem Fall gute Chancen gehabt, das Sorgerecht für die Kinder zu bekommen.

Nun mag man - ausgehend von der Feststellung, sie müsse die Tat begangen haben - irgendwie ein Motiv annehmen. Sie könne sich verrannt haben, war verblendet, in Angst und Panik oder was auch immer. Zugleich die Tat schon länger ins Auge gefasst haben, oder spontan begangen, weil der US-Soldat sich trennen wollte, was sie in der letzten Nacht von ihm vernommen haben glaubte.

Irgendwas müsse gewesen sein, wir kennen es bloß nicht. Weil sie nicht gestanden hat. Aber es muss irgendwas ziemlich Abgespacedes gewesen sein, weil es sich mir jedenfalls nicht erschließt und das Gericht insofern auch hauptsächlich geraten hat.


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