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Der Mordfall Weimar

5.154 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Doppelmord, Kindermord ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Mordfall Weimar

Der Mordfall Weimar

um 05:51
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Was heißt denn "das soll Strate bewogen haben"?
Woher kommt die Info? Für mich klingt das eher wie das Märchen vom edlen Anwalt...

Und woher weißt Du, was damals "auf den Straßen von Fulda zu hören war"?
1. Die Aussage stammt von Sabine Rückert aus dem "Zeit-Podcast". https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-03/monika-weimar-mutter-mord-verbrechen-podcast

2. Das war damals der Aufreger in ARD und ZDF. Ich kann mich noch gut an die aufgebrachte Stimmung in Fulda vor dem Gerichtsgebäude erinnern. Hass, Häme und Hetze vor den Mikrofonen und Kameras. Zudem lebte meine Mutter damals in der Nähe von Fulda. Da war der Fall auch Dorfgespräch, gleicher Tenor.
Unter dem Gejohle einer aufgebrachten Menge wird sie abgeführt. Dumpfe Vorurteile entladen sich gegen die Frau, die sich oft genug als Amihure beschimpfen lassen mußte.
Quelle: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/1997/Mordfall-Weimar-Das-Urteil,erste6616.html

3. Die Aussage von Frau Weimar mit der Autoscheibe ist bekannt. Mir ging es um den Ton, der unangemessen war.


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Der Mordfall Weimar

um 06:35
Zitat von RitterTrenkRitterTrenk schrieb:Weiß jetzt nicht unbedingt, ob es eine berufliche und ethische Verpflichtung gibt, offensichtlich unbegründete Anträge zu stellen.
Das frage ich mich auch, noch mehr in noch viel aussichtsloseren Fällen wie dem von Darsow ("Doppelmord Babenhausen"). Oder seine Vertretung von Eugen Block im Zusammenhang mit dem Entführungs-Prozess. Da haben seine Schriftsätze, die er ja alle selbst auch veröffentlicht, weitaus weniger Substanz.

Aber da scheint Strates Verständnis von seiner Rolle darin zu liegen, den Rechtsstaat immer wieder auf die Probe zu stellen. Zu Sticheln und zu Stochern. Und über den konkreten Antrag hinaus, den er vielleicht auch als wenig aussichtsreich betrachtet, Zweifel an gerichtlichen Feststellungen zu sähen. Einen alternativen Blick zu bieten. Er ist ein klassischer liberaler '68-beeinflusster Rechtsanwalt, der es als seine Aufgabe ansieht, Kontrolle auszuüben. Er tut das hanseatisch-zurückhaltend im Auftreten, im Ton seriös, mehr Intellektueller denn Marktschreier. Daher auch seine große Reputation. Das Alter ermöglicht es ihm nun, dort tätig zu werden, wo er meint, dieser Aufgabe am besten gerecht werden zu können. M.a.W.: Er sucht sich die Fälle. Und er hat Zeit.

Das ist meine These. Es gibt zu seinem Selbstverständnis sicher auch Äußerungen von ihm.

Eine Strafverteidigern, die ich gut kenne, die hat sich jedenfalls für ihre Mandanten - egal ob Täter oder nicht - gewaltig ins Zeug gelegt. Nicht wegen der Schuldfrage, sondern weil sie meinte, da und dort sei nicht ordentlich argumentiert oder gearbeitet worden. Sie war eine hervorragende Juristin, akribisch, fleißig, emphatisch. Der ging es im weitesten Sinne ums Recht haben - und ganz klar auch um Gerechtigkeit. Deshalb hat sie diesen Job irgendwann aufgegeben, weil es zu frustrierend war, immer wieder gegen Wände zu rennen.


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Der Mordfall Weimar

um 08:47
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Aber was bedeutet es denn in Deinen Augen, wenn in diesem Antrag der Mann der Schwester als alternativer Täter beschuldigt wird, ihm unterstellt wird, er habe die Mädchen bereits zuvor sexuell missbraucht (weshalb Melanie dem Drachen auf dem Bild einen Phallus als Kopf gemalt habe) und habe ihr wohl beim Missbrauch die Bettdecke zu lange aufs Gesicht gedrückt?
Für mich impliziert das, dass der Täter durch die Schwester ins Haus gekommen ist (hätte sie nicht mit ihm zusammengelebt, wäre er nicht in dem Haus gewesen und hätte keinen Zugriff auf die Mädchen gehabt). Und wenn er die beiden Mädchen bereits mehrfach missbraucht haben soll, dann bedeutet das für mich, dass dessen Ehefrau vor seinen Neigungen und Taten offenbar zuvor die Augen verschlossen haben soll. Genauso wie vor seinem angeblichen Meth-Konsum und den Betäubungsmmittel-Anschlägen auf RW.
Der Schwager wird als möglicher Täter ins Spiel gebracht, er soll die Mädchen missbraucht haben. Warum das für dich automatisch impliziert, dass die Ehefrau das gewusst und gedeckt haben soll, ist mir nicht klar. Gehst du grundsätzlich davon aus, dass Partnerinnen von Tätern automatisch mitschuldig sind?


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Der Mordfall Weimar

um 09:46
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Interessanter finde ich die Frage, warum MB sich dem Ganzen nochmals stellen will, 26 Jahre nach dem Urteil von Frankfurt, 20 Jahre nachdem sie aus Preungesheim entlassen und der Fall endgültig geschlossen wurde.

Sie ist nun Ende 60, dürfte sich in den letzten Jahren relativ unerkannt in der Öffentlichkeit bewegt haben. Sollte es einen erneuten Prozess geben wird sich das ändern.
@Photographer73
@Zaunkönigin
Mich hat die Frage auch beschäftigt, wer tut sich so was an in dem Alter und nach allem was sie durch hat?

Nach meiner Logik und Empfinden nur jemand dem es tatsächlich um die Wahrheit bzw Aufklärung geht und der im fortgeschrittenen Alter den Tod ihrer Kinder und die Hintergründe aufgeklärt haben möchte (so fern sie nicht selbst Täterin war).
Mir fällt kein anderer Grund ein warum sie sich das nochmal antun sollte.

Oder gibt es einen finanziellen Aspekt?


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um 09:58
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das frage ich mich auch, noch mehr in noch viel aussichtsloseren Fällen wie dem von Darsow ("Doppelmord Babenhausen"). Oder seine Vertretung von Eugen Block im Zusammenhang mit dem Entführungs-Prozess. Da haben seine Schriftsätze, die er ja alle selbst auch veröffentlicht, weitaus weniger Substanz.

Aber da scheint Strates Verständnis von seiner Rolle darin zu liegen, den Rechtsstaat immer wieder auf die Probe zu stellen. Zu Sticheln und zu Stochern. Und über den konkreten Antrag hinaus, den er vielleicht auch als wenig aussichtsreich betrachtet, Zweifel an gerichtlichen Feststellungen zu sähen. Einen alternativen Blick zu bieten. Er ist ein klassischer liberaler '68-beeinflusster Rechtsanwalt, der es als seine Aufgabe ansieht, Kontrolle auszuüben. Er tut das hanseatisch-zurückhaltend im Auftreten, im Ton seriös, mehr Intellektueller denn Marktschreier. Daher auch seine große Reputation. Das Alter ermöglicht es ihm nun, dort tätig zu werden, wo er meint, dieser Aufgabe am besten gerecht werden zu können. M.a.W.: Er sucht sich die Fälle. Und er hat Zeit.

Das ist meine These. Es gibt zu seinem Selbstverständnis sicher auch Äußerungen von ihm.

Eine Strafverteidigern, die ich gut kenne, die hat sich jedenfalls für ihre Mandanten - egal ob Täter oder nicht - gewaltig ins Zeug gelegt. Nicht wegen der Schuldfrage, sondern weil sie meinte, da und dort sei nicht ordentlich argumentiert oder gearbeitet worden. Sie war eine hervorragende Juristin, akribisch, fleißig, emphatisch. Der ging es im weitesten Sinne ums Recht haben - und ganz klar auch um Gerechtigkeit. Deshalb hat sie diesen Job irgendwann aufgegeben, weil es zu frustrierend war, immer wieder gegen Wände zu rennen.
Schön zusammengefasst, das deckt sich mit meiner Einschätzung von Strate und seinem Wirken.


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um 10:03
@__gans.ehrlich
Eine andere Möglichkeit:
Es gibt den illusory truth effect. Je öfter man etwas hört oder sagt, desto wahrer erscheint es, selbst wenn es objektiv falsch ist. Wenn jemand seine eigene Lüge oft wiederholt, speichert das Gehirn sie wie eine echte Erinnerung ab. Dazu kommt, dass MW nach dem Tod der Kinder massiv unter dem Einfluss von Benzodiazepinen gestanden ist, die sich auf das Erinnerungsvermögen auswirken. Irgendwann fühlt sich die Lüge authentisch an. Dazu kommt wahrscheinlich das Bedürfnis, die geglaubte Unschuld auch nach außen beweisen zu wollen. Das würde man von ihr als unschuldiger Mutter ja auch erwarten. Das ist vielleicht ein anderer Ansatz, der ihr Vorhaben erklären könnte.


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Der Mordfall Weimar

um 10:15
@Merricat

Ich habe meinen Beitrag zwar löschen lassen, aber ja, das ist durchaus eine Möglichkeit nach diesem langen Verlauf.
Nur der Begriff war mir nicht bekannt, aber so funktioniert Werbung, Autosuggestion usw.
Ihre Medikation damals könnte durchaus eine Rolle bzgl. Erinnerung spielen.

Es ist so ein vertrackter und komplexer Fall.


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um 10:45
Zitat von __gans.ehrlich__gans.ehrlich schrieb:Oder gibt es einen finanziellen Aspekt?
Zumindest keinen offensichtlichen. Auch keinen Anhaltspunkt dafür. Der Marktwert ihrer Geschichte dürfte verbraucht sein. Sie hat ein Buch geschrieben. Ein weiteres dürfte kaum einer lesen wollen.
Zitat von MerricatMerricat schrieb:Je öfter man etwas hört oder sagt, desto wahrer erscheint es, selbst wenn es objektiv falsch ist.
Sie beharrt ja jetzt seit fast 40 Jahren auf ihrer Unschuldsgeschichte. Beschuldigt ihren Mann, dessen chronische psychische Krankheit ihn in geistige Umnachtung geführt haben. So war er der ideale Sündenbock. Und für mich ist auch weiter nicht ausgemacht, dass er mit der Tötung nichts zu tun hat, auch wenn ich weiß, dass er in den Ermittlungen trotz Selbstbezichtigungen ausgeschlossen worden ist.

Auch Depersonalisierung, Dissoziation oder Derealisation können es ermöglichen, sich vom eigenen Handeln so zu distanzieren, dass es nicht mehr das eigene Handeln ist. Zudem dürfte sie bei der Tatbegehung unter extremer Anspannung gewesen sein, ich kann es mir nicht vorstellen, die eigenen Kinder gleichgültig und kontrolliert töten zu können. Deshalb war es für mich mit der Tatbegehung so schwer vereinbar, dass sie noch cool im Städtchen auf der Bank und im Supermarkt war.

Die ganze Geschichte ist nicht rund. Überhaupt nicht.


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Der Mordfall Weimar

um 10:54
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Auch Depersonalisierung, Dissoziation oder Derealisation können es ermöglichen, sich vom eigenen Handeln so zu distanzieren, dass es nicht mehr das eigene Handeln ist. Zudem dürfte sie bei der Tatbegehung unter extremer Anspannung gewesen sein, ich kann es mir nicht vorstellen, die eigenen Kinder gleichgültig und kontrolliert töten zu können. Deshalb war es für mich mit der Tatbegehung so schwer vereinbar, dass sie noch cool im Städtchen auf der Bank und im Supermarkt war.
Du erklärst es damit doch selbst ganz sinnvoll. Es hat nicht unbedingt was mit wirklicher Gleichgültigkeit zu tun, aber diese dissoziativen Zustände machen es möglich, eine Tat "geordnet" zu begehen und unmittelbar danach auch weiterzufunktionieren.


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