Photographer73 schrieb:Habe den Wiederaufnahmeantrag bisher nur kurz überflogen, muss das in Ruhe lese. Wenn ich das aber richtig sehe, will man jetzt weg von der These des mordenden Vaters, hin zum Mord durch Raymond Elliot, wie ja auch schon vor einigen Jahren angedeutet wurde.
Ja, wobei aber Teile der "Nachtversion" im Grunde bleiben sollen.So ganz ohne geht das offenbar nicht, oder besser gesagt kommt Frau Böttcher da nicht raus, denn sie blieb ja ab dem Präsentieren der Nachtversion bei dieser.
Also gibt es jetzt halt eine Alternative, oder die Nachtversion 2.0, in welcher nicht mehr der Vater die Kinder ermordet hatte, sondern der Schwager.
These: Melanie wurde beim Missbrauch (versehentlich) erstickt, Karola als Zeugin musste daraufhin auch sterben. Okay, das kann ich soweit sogar noch nachvollziehen aber nicht mit den Fakten vereinbaren.
Rechtsanwalt Strate kann das offenbar auch nicht, denn er muss fünf (5 !) Zeugen, die die Mädchen an dem Vormittag noch sahen, diskreditieren und deren Aussagen ad absurdum führen.
Das Ehepaar Nordheim, sowie Führer (damals noch H. Führer und Sonja Zigan) sind sich im Wesentlichen ähnlich und wirken dabei aber keineswegs abgesprochen. Zudem sind das alles ja auch einfache Leute und keinesfalls Kriminelle, die in irgendeiner Art und Weise den Umgang mit Polizei und Ermittlungsbehörden näher und besser kennen.
Dass sich die Aussagen „ändern“ oder mit jedem Mal verbessern hat der Gutachter ja begründet, und Frau Nordheim wird an diesem für sie gewöhnlichem Montag auch nicht ständig auf die Uhr geschaut haben, oder auf irgendwas Spezielles geachtet haben.
Schauen wir mal drauf, da fällt auf, dass sich eigentlich alles mit der erstgemachten Aussage der Monika Weimar deckt. Aussagen dem Buch „Mordakte Monika Weimar“ von Cichos, Petra
| 5.8.86 | Monika W. | Gegen 10.30 Uhr sind dann die beiden Mädchen rausgegangen. Sie wollten zum Spielen gehen. | | 5.8.86 | Oma Adele | Ich habe die Kinder gestern gegen 11.00 Uhr bis 11.15 Uhr gesehen. Zu dem Zeitpunkt wollte meine Enkelin Monika auf die Post fahren. Ich war deshalb im Flur bei der Monika. Da waren auch die Kinder. Das war das letzte Mal, als ich die Kinder sah.“ |
| 4.8.86 | Frau N. | Ich habe beide Mädchen heute Morgen noch auf dem Spielplatz gesehen. Ich schaute aus dem Küchenfenster. Wann, weiß ich nicht mehr genau. Es war vormittags. Oder gegen Mittag.“ |
| 4.8.86 | Herr N. | „Ich heiße Heinrich N. und habe die Kinder auch heute früh oder eher am Mittag gesehen. Vor dem Haus. Wann das genau war, weiß ich nicht mehr.“ |
| 8.8.86 | Führer/Zigan | Am Montag, 4. August 1986 fuhren wir wieder los. Es war gegen 10.30 Uhr oder 11.00 Uhr. Gegen 12.30 Uhr waren wir zu Hause. Das ist sicher, da der Bäcker bei uns um 12.30 Uhr zu macht. Als wir vom Haus wegfuhren, standen beide Mädchen da und winkten uns zum Abschied zu. Es waren mit Sicherheit die Weimar Kinder, da wir sie am Samstagabend beim Grillen gesehen hatten, also wussten, wer sie sind. Nachmittags rief uns Elisabeth an und sagte, dass die Kinder verschwunden seien. Da sagten wir noch: Das gibt es doch nicht, wir haben sie noch beim Abschied gesehen.“ |
| 11.8.86 | Oma Adele | Gegen 10.00 Uhr kam die Monika zu mir und fragte mich, ob ich etwas brauchen würde. Sie wolle zur Post und einkaufen. Ich gab ihr einen Brief an meine Nichte. Da ich kein Kleingeld für Porto hatte, tauschte ich den 50,-‐Mark-‐Schein erst bei Ursula und ging dann in Monikas Wohnung. Im Flur kam mir Melanie entgegen. Sie war schon angezogen. Was sie anhatte, kann ich heute nicht mehr sagen. Die Melanie packte mich bei der Hand und sagte „Guten Morgen Ange“. Auch Karola sagte: „Guten Morgen Ange“. Die Kinder nannten mich immer so. Die Karola war auch angezogen. Ich bin dann wieder nach oben in meine Wohnung. Die Kinder hatte ich seitdem nicht mehr gesehen. |
| 26.9.86 | Frau N. | Auf Befragen antworte ich: Oma Adele hat mir erzählt, dass sie die Me-‐ lanie per Handschlag noch am Montag begrüßt hat. Vormittags. Sie hätte Monika Geld gegeben. Für einen Brief, den Monika zur Post bringen sollte. Das Gespräch war vor dem Auffinden der Kinder. Meiner Erinnerung nach am 5. August 1986.“ |
X (farbliche Hervorhebung) : Den Handschlag kann sich Frau Nordheim nicht ausgedacht haben, und den sagt Oma Adele auch zeitnah aus. Das ihr der als quasi letzte lebendige Erinnerung der Urenkelin in Erinnerung blieb ist anzunehmen, und auch, dass sie genau, dass eben weitererzählte über das letzte Aufeinandertreffen.
Interessant ist übrigens auch, daß Oma Adele lange und sogar bei einer Gegenüberstellung mit Monika Böttcher darauf bestand, dass sie die Kinder am Montag vormittag sah, selbst wenn sie Zitat. „damit ihre Enkelin belastet“, und erst beim WAV ihre Aussage grundlegend änderte und was völlig anderes angab,
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Was anderes: 2022 wurde bekannt, daß RA State durchsetzen konnte, daß man an den 1986 sichergestellten Asservaten DNA Tests durchführte und da wurde in der Presse die gefundene unbekannte DNA „gefeiert“.
Böttchers Verteidiger Gerhard Strate hat durchgesetzt zu prüfen, ob sich auf sichergestellten Asservaten, etwa Kleidung und Bettwäsche der Kinder, DNA-Spuren befinden. Auf einer Decke seien daraufhin Spuren eines Unbekannten entdeckt worden. Strate will nun erreichen, dass sie mit der DNA des US-Amerikaners abgeglichen werden. Dieser weist in der Dokumentation entschieden zurück, etwas mit der Tötung der Kinder zu tun zu haben.
Quelle:
https://www.fr.de/rhein-main/hessen-neue-hinweise-im-fall-monika-weimar-91415406.htmlWas ist jetzt mit der? Gehört sie nicht zu R. E. ? War das ein rhetorisches Ablenkungsmanöver, um im Vorfeld Zweifel zu streuen, und Stimmung gegen Raymond Elliot zu schüren?
Weiß eigentlich jemand:
- ob Asservate aus einem abgeschlossenem und verbüßtem Fall aufbewahrt werden?
- die Erfolgsaussichten bei einer privaten Aufbewahrung bzgl. der Prüfung auf DNA ?
Wäre es bei Punkt 2) nicht vielmehr so, dass man hier keine Prüfung durchsetzen könnte oder müsste, sondern ein privat in Auftrag gegebenes Gutachten erstellen müsste, dessen Beweiskraft aufgrund der „unsterilen“ oder für Verunreinigung anfälligere Lagerung gegen Null geht?
Aber selbst im best case Szenario. Das Ehepaar Elliott wird doch öfter in der W-Wohnung gewesen sein, Mitglieder der Weimars oben. Karola fuhr am Sonntag bei Brigitte Elliot im Auto vom baden zurück nach Hause. Wenn es im Keller ne gemeinsame Waschküche gab oder auf dem Speicher Wäscheleinen, bringt diese Spur leider gar nichts, denn die kann ganz legitim übertragen worden sein.