WM schrieb:Besteht denn grundsätzlich die Möglichkeit, dass in einem solchen Verfahren noch ein damaliger Ermittler als Zeuge auftreten würde?
Ja, im WAV von Ulvi Kulac wurden meiner Erinnerung nach auch ehem. Ermittler vernommen.
WM schrieb:Es ist ja nicht so, dass es diesen Verdacht ermittlungsintern nie gegeben hätte.
Grillage schrieb:Die "Augen vor etwas zu verschließen" ist etwas komplett anderes als "jemanden zu decken". Das eine ist passiv, dass andere ist aktiv. Während einem Augen verschließen ein "nicht wahrhaben wollen" zugrundeliegen kann, ist jemanden zu decken eine aktive Handlung und grenzt bei derart schlimmen Straftaten, wie sie Strate und MB hier dem Schwager unterstellen, schon an eine Mittäterschaft.
Ich hab das von Anfang an so verstanden wie Du in diesem Beitrag erklärst, und dachte Du beziehst dich auf diese Passage hier:
Seite 132 Die Geschichte von der nachts schreienden Karola, über die Raymond und Brigitte Elliott am 11. August 2086 (eine Woche nach dem Tode der Kinder) berichten, war wahrscheinlich nur die halbe Wahrheit.
Hier wird nämlich ja mMn bereits suggeriert, dass auch Schwester Brigitte nicht die Wahrheit gesagt haben könnte, um ihren Mann zu decken.
Aber mal was anderes, und zwar dieser angebliche Drogenkonsum von RE:
In den court records steht, daß er nach eigenen Angaben von 1980-1981 Methamphetamin konsumiert (Anm.: Es existiert wohl einen Polizeibericht in dem ein Mitbewohner, oder Zimmerkollege ausgesagt hatte, daß er Meth nahm (Strate schreibt auf Seite 134 dass dies schon 1978 gewesen sei)
1982 geht er in die Army, und ab da musste er eigentlich täglich mit random Drogen-und Urintests rechnen; und gerade im Ausland war die US-army extrem streng mit allem was das Ansehen irgendwie beschmutzen konnte. Ich kenne das sogar noch aus den 80-igern, daß die MP (Military Police) die Lokale und /oder Volksfeste ablief und aufpasste, aus Erzählungen weiß ich, dass die durchaus auch mal welche raus holten, vor Ort bestraften und in der Kaserne gabs dann richtig Zoff.
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass er ab 1982 noch regelmäßig konsumiert hat, und die Schlussfolgerung von Strate ( Seiten 134/135)
Wer – wie Raymond Elliott – wahrscheinlich regelmäßig Methamphetamine schluckt, hat auch zumeist die Gegengifte parat, die die aufputschenden Wirkungen von „Crystal Meth“, wenn erforderlich, dämpfen. Das sind Benzodiazepine (Valium, Adumbran, Tavor und Rohypnol),
wie sie auch im Urteil zitiert werden. Allein verabreicht (oder heimlich eingeflößt) haben sie exakt die ermüdenden und bewusstseinstrübenden Wirkungen, wie sie bei Reinhard Weimar festgestellt wurden.
Es ist nicht auszuschließen, eher naheliegend, dass Raymond Elliott, um diese Wirkungen der Benzodiazepine wissend, sie zum Einsatz brachte, um bei Abwesenheiten der Monika Weimar den dann allein in der Wohnung der Familie Weimar verbliebenen Vater der Kinder zu einem frühzeitigen Schlaf zu bringen. Immerhin setzten die Bewusstseinsausfälle bei Reinhard Weimar erst 1985 ein. Im August 1984 war Raymond Elliott in das Haus in der Ausbacher Straße 3 eingezogen.
klingt durchaus logisch, aber wie wäre das in der Praxis umsetzbar? Das sind verschreibungspflichtige Medikamente, die erhält man entweder mit Rezept in der Apotheke, auf dem Schwarzmarkt oder als GI beim Truppenarzt. Letzteren war es nicht ohne weiteres möglich in eine Arztpraxis zu gehen. Der erste Weg war zum Truppenarzt, und dem hätte er dann was genau erzählt? Das er Meth konsumiert und es jetzt jedes Mal geschafft hat durch die Drogen Screenings zu kommen, er aber unbedingt Downer bräuchte. Sorry, das glaube ich nicht. Der wurde 1987 ehrenhaft entlassen!